Volker Bouffier nennt 2020 "Seuchenjahr" und mahnt: Im Januar ist es nicht vorbei

Wiesbaden - Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (69, CDU) rechnet auch im neuen Jahr mit deutlichen Einschränkungen für die Bevölkerung wegen der Corona-Pandemie.

Das Foto vom 8. Dezember zeigt den Ministerpräsidenten von Hessen, Volker Bouffier (69, CDU), mit Corona-Maske.
Das Foto vom 8. Dezember zeigt den Ministerpräsidenten von Hessen, Volker Bouffier (69, CDU), mit Corona-Maske.  © Arne Dedert/dpa

"Am 10. Januar ist Corona ja nicht vorbei", sagte der Regierungschef der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden.

"Ich kann mir schwer vorstellen, dass wir dann schon auf den Zustand von früher zurückkehren." Die Entwicklung in den hessischen Krankenhäusern werde maßgeblich die Entscheidung über weitere Maßnahmen beeinflussen.

Er erwarte, dass es Beschränkungen bei Kontakten und Veranstaltungen geben wird, erklärte der Ministerpräsident. "Wir müssen dann sicherstellen, dass wir bei den Schulen und Kitas eine vernünftige Lösung finden."

Auch für die Läden müsse eine Entscheidung getroffen werden, bei der es um einen vernünftigen Weg zwischen dem Schutz der Bevölkerung und einem vertretbaren Öffnen geht.

Der bundesweite harte Lockdown mit einem weitgehenden Herunterfahren des öffentlichen Lebens gilt zunächst bis zum 10. Januar.

Bei einer Bund-Länder-Schalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll am 5. Januar über die weiteren Schritte in der Corona-Pandemie beraten werden. "Eine langfristige Planung, bei der wir den Menschen sagen, was im Februar sein wird, ist einfach noch nicht möglich", sagte Bouffier.

"Aber bei der Frage, ob jemand im Februar in den Skiurlaub fahren kann, würde ich sagen: eher nicht."

Corona-Pandemie: Voraussichtlich zunächst nur geringere Menge an Impfdosen

Ein Arbeiter hält eine Ampulle des Pfizer-BioNTech COVID-19-Impfstoffs in der Hand.
Ein Arbeiter hält eine Ampulle des Pfizer-BioNTech COVID-19-Impfstoffs in der Hand.  © Graeme Robertson/Pool PA/dpa

Der Regierungschef versicherte, dass in Hessen "aus dem Stand" mit dem Corona-Impfen begonnen werden könne.

Die größte Unbekannte sei derzeit aber noch, wie viele Impfdosen nach Hessen kommen werden. Da das aber voraussichtlich eine geringere Menge als ursprünglich geplant sein werde, müssten dann beim Impfen der Bevölkerungsgruppen Prioritäten gesetzt werden.

Hessen werde sich dabei grundsätzlich nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission richten.

Der Regierungschef äußerte großes Verständnis dafür, dass sich die Menschen an Weihnachten wieder mit ihren Familien treffen wollen. Er baue aber auch darauf, dass die Hessen nicht über die Stränge schlagen, vorsichtig bleiben und sich an die Corona-Kontaktbeschränkungen halten.

"Es geht jetzt nicht darum, dass sich jeder sein Schlupfloch sucht." Die bundesweit geltenden Regeln könnten nur Erfolg haben, wenn sich alle daran halten.

Das Jahr 2020 nannte Bouffier ein "Seuchenjahr". "Und ich hoffe, dass wir ein solches nicht mehr bekommen."

Neben der Corona-Krise habe es unter anderem mit den Gewalttaten in Hanau (TAG24 berichtete) und Volkmarsen (TAG24 berichtete) sowie dem plötzlichen Tod von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU, TAG24 berichtete) schreckliche Ereignisse in Hessen gegeben.

"Wir sind eigentlich sehr zuversichtlich in das Jahr gestartet, aber es kam alles völlig anders." Als Fazit sagte Bouffier, 2020 sei das Jahr von Corona gewesen. "2021 muss das Jahr werden, wo wir Corona überwunden haben."

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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