Linken-Politikerin Janine Wissler erhält "NSU 2.0"-Drohmails

Frankfurt am Main - Die Fraktionsvorsitzende der Linken im hessischen Landtag, Janine Wissler (39), hat mit "NSU 2.0" unterzeichnete Drohmails bekommen. 

Das Foto aus dem Februar zeigt die Linken-Politikerin Janine Wissler.
Das Foto aus dem Februar zeigt die Linken-Politikerin Janine Wissler.  © Angelika Warmuth/dpa

"Es war eine klare Bedrohung gegen mein Leben", sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei "Die Linke" am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur.

Es seien vor einiger Zeit zwei Mails gewesen. Die Staatsanwaltschaft war am Abend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Mit "NSU 2.0" unterzeichnete Drohschreiben hatte wiederholt auch die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz bekommen (TAG24 berichtete). Sie vertrat im NSU-Prozess Nebenkläger aus den Familien der Opfer der rechtsextremen Mordserie.

In den Schreiben wurde ihr und ihren Angehörigen der Tod angedroht.

Bei den Ermittlungen nach den ersten Drohschreiben gegen die Anwältin stellte sich heraus, dass ihre persönlichen Daten von einem Computer in der Dienststelle des 1. Polizeireviers in Frankfurt abgerufen worden waren (TAG24 berichtete). Auch eine Chatgruppe mehrerer Beamter mit mutmaßlich rechtsextremen Inhalten wurde entdeckt.

Die Frankfurter Rundschau schreibt zu den an Janine Wissler gerichteten Mails: "Der Autor der Schreiben an Wissler unterstreicht die Drohung, indem er persönliche Daten von ihr verwendet, die nicht öffentlich zugänglich sind."

Auf Anfrage der Zeitung wollte sich die Frankfurter Staatsanwaltschaft zu den Schreiben an Wissler "aus ermittlungstaktischen Gründen" nicht äußern.

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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