Umstrittener Weiterbau der A49: Polizei-Einsatz am Dannenröder Wald läuft

Homberg (Ohm) - Vor den anstehenden Rodungen im Dannenröder Wald für den umstrittenen Weiterbau der Autobahn 49 ist die Polizei am Dienstagmorgen mit einem größeren Aufgebot im Einsatz.

Vor den anstehenden Rodungen im Dannenröder Wald für den Weiterbau der A49 ist die Polizei am Dienstag mit einem größeren Aufgebot im Einsatz.
Vor den anstehenden Rodungen im Dannenröder Wald für den Weiterbau der A49 ist die Polizei am Dienstag mit einem größeren Aufgebot im Einsatz.  © Boris Roessler/dpa

In dem Gebiet bei Homberg (Ohm) sind am Dienstag nach jüngstem Stand logistische Arbeiten, aber noch keine Rodungen geplant, wie ein Polizeisprecher sagte. Zahlreiche Beamte sind vor Ort, es gibt entsprechende Straßensperrungen.

Seit Monaten halten sich Umwelt- und Klimaaktivisten im Dannenröder Forst bereit und diesen besetzt, um die Rodungen zu verhindern. Sie haben dort Baumhäuser und Barrikaden errichtet. 

Es wird erwartet, dass es zu einer Räumung des Waldes kommt, damit die Baumfällarbeiten starten können. Wann genau, war aber unklar.

Die Rodungen für den Weiterbau der Autobahn hatten am 1. Oktober dieses Jahres begonnen und konzentrierten sich zunächst auf den Herrenwald bei Stadtallendorf (Kreis Marburg-Biedenkopf) sowie darüber hinaus ferner auch den Maulbacher Wald bei Homberg (Vogelsbergkreis).

 Jeder Arbeitstag wurde von Protesten von Ausbaugegnern und zahlreichen Polizeikräften begleitet. Beamte räumten Baumhäuser und Barrikaden und holten Aktivisten aus Bäumen.

Zahlreiche Polizeibeamte sind in Hessen im Einsatz.
Zahlreiche Polizeibeamte sind in Hessen im Einsatz.  © Boris Roessler/dpa

Gegner lehnen den Lückenschluss der Autobahn aus Klima- und Umweltschutzgründen

Die Autobahn soll einmal Nord- und Mittelhessen direkter miteinander verbinden. 

Insgesamt sollen für den neuen Streckenabschnitt rund 85 Hektar Wald weichen. Im Dannenröder Wald - der als eine Art Symbol für die Proteste gegen die A49 gilt - sollen 27 Hektar gefällt werden. Auf etwa 750 Hektar sind Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geplant, um die Eingriffe in die Natur zu kompensieren.

Für den Lückenschluss der Autobahn besteht Baurecht. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig lehnte im Sommer letzte Klagen gegen den Weiterbau ab. Die ersten Planungen für die A49 liegen bereits Jahrzehnte zurück. 

Gegner lehnen den Lückenschluss aus Klima- und Umweltschutzgründen ab, Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung in Dörfern der Region und eine bessere Anbindung.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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