Skandal um rechtsextreme Drohschreiben: Neuer Polizeipräsident für Hessen

Wiesbaden - Roland Ullmann wird neuer Landespolizeipräsident in Hessen. 

Gibt es ein rechtsextremes Netzwerk in der hessischen Polizei?
Gibt es ein rechtsextremes Netzwerk in der hessischen Polizei?  © dpa/Boris Roessler

Der 62-Jährige folgt nach Angaben des Innenministeriums von Donnerstag auf Udo Münch, der wegen der Drohmail-Affäre in Hessen zurückgetreten war (TAG24 berichtete).

Innenminister Peter Beuth (CDU) wird den neuen obersten Polizisten des Landes am morgigen Freitag (11 Uhr) offiziell in Wiesbaden vorstellen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte zuvor über die Personalie berichtet.

"Roland Ullmann ist ein kluger Stratege, der alle Facetten des Polizeiberufs kennt", sagte Beuth. "Er ist ein erfahrener Kriminalist, versierter Ermittler und hat bis heute an vielen wichtigen Stellen Verantwortung für die hessische Polizei übernommen. Er ist der richtige Mann für diese wichtige Aufgabe."

Der bisherige Landespolizeipräsident Münch hatte zuvor um seine Versetzung in einstweiligen Ruhestand gebeten. Er übernahm damit die Verantwortung für die späte Information der Ministeriumsspitze über Ermittlungen zu den Drohmails an die Linken-Fraktionsvorsitzende Janine Wissler.

Beuth hatte zunächst das Landeskriminalamt (LKA) dafür hart kritisiert, dass die sensiblen Informationen nicht an sein Haus weitergegeben wurden.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Linken-Politikerinnen mit "NSU 2.0" unterzeichnete Drohmails erhalten hatten (TAG24 berichtete). Weitere bekannte Empfängerinnen waren die Kabarettistin Idil Baydar und die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz, die im Prozess um die Morde des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) Opferfamilien vertreten hatte.

Persönliche Daten von hessischem Polizeicomputer abgerufen

In drei Fällen waren zuvor persönliche Daten von einem hessischen Polizeicomputer abgerufen worden.

Nach Bekanntwerden der neuen Fälle hatte der Innenminister zuletzt gesagt, er schließe nicht mehr aus, dass es ein rechtes Netzwerk in der Polizei in Hessen geben könnte.

Ein Sonderermittler wurde eingesetzt.

Titelfoto: dpa/Boris Roessler

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