Polizei vor A49-Großeinsatz: "Wir werden keine Straftaten dulden"

Gießen - Vor der geplanten Räumung des Dannenröder Forsts bei Homberg (Ohm) hat die Polizei Mittelhessen an die Autobahn-Gegner appelliert, friedlich zu bleiben.

Umwelt-Aktivisten stehen in einem der Camps im Dannenröder Forst in einem Baumhaus.
Umwelt-Aktivisten stehen in einem der Camps im Dannenröder Forst in einem Baumhaus.  © Boris Roessler/dpa

Es sei damit zu rechnen, dass sich auch gewaltbereite Personen im Wald aufhalten, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Gießen.

Und: "Wir werden keine Straftaten dulden." Eine Sprecherin betonte: "Friedlicher Protest ja, Gewalt nein." Die Protestaktion richtet sich gegen den umstrittenen Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen.

Auch am Montagvormittag war die Polizei im Einsatz, weil sich erneut ein Gegner in einem über der Bundesstraße 62 gespannten Stahlseil aufgehalten hatte. Die Straße musste kurzzeitig gesperrt werden. Das sei "inakzeptabel und habe mit friedlichem Protest nichts zu tun", sagte der Sprecher.

Seit rund einem Monat ist die Polizei wegen der Rodungen für und der Proteste gegen den Weiterbau im Einsatz, bislang insbesondere im Herrenwald bei Stadtallendorf (Kreis Marburg-Biedenkopf). 

Zu Höchstzeiten seien täglich rund 2000 Beamte aus Hessen und ganz Deutschland vor Ort gewesen, hieß es. Im Zusammenhang mit der nun anstehenden Räumung des Dannenröder Forstes könnten die Proteste in den nächsten Tagen deutlich an Fahrt gewinnen.

Polizei rechnet mit einigen Hindernissen

Wann genau die Polizei ihren Einsatz beginnt, wollte sie aus taktischen Gründen nicht bekannt geben. Sie rechnet aber mit einigen Hindernissen. So gebe es um die 400 meterhohe Barrikaden, die teils mit Beton im Boden fixiert seien. Wie viele Gegner halten sich derzeit im Wald auf? Die Beamten gehen von einer Zahl im unteren dreistelligen Bereich aus, die sich auf elf Camps verteilen.

Man wolle besonnen bei der Räumungsaktion vorgehen, da spiele der zeitliche Ablauf eine untergeordnete Rolle, hieß es. "Sicherheit geht vor Geschwindigkeit." Das wichtigste sei, dass niemand zu Schaden komme.

Die Gegner lehnen den geplanten Lückenschluss der Autobahntrasse aus Klima- und Umweltschutzgründen ab, Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung in Dörfern der Region und eine bessere Anbindung für Pendler und Unternehmen.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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