Protest gegen A49-Ausbau im Dannenröder Forst: Aktivisten fordern Rodungs-Stopp

Homberg/Ohm - Mit einer weiteren Blockadeaktion haben Aktivisten am Sonntag im Dannenröder Forst gegen die Rodungen für den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 in Mittelhessen protestiert.

Beamte der Polizei holen einen Aktivisten aus einer Hängematte im Dannenröder Forst.
Beamte der Polizei holen einen Aktivisten aus einer Hängematte im Dannenröder Forst.  © Boris Roessler/dpa

Nach Angaben einer Sprecherin des Bündnisses "Ende Gelände" zogen rund 250 teils in weiße Anzüge gekleidete Menschen am Morgen in das Waldstück, um dort die Räumunngs- und Rodungsarbeiten zu blockieren. Sie trugen ein Transparent bei sich mit dem Schriftzug "Mischwald statt Staatsgewalt".

"Im Danni sehen wir die Realität schwarz-grüner Klimazerstörung", erklärte Ende Gelände-Sprecherin Ronja Weil.

Mit der Aktion schließe man sich dem Protest des Bündnisses "Wald statt Asphalt" und der lokalen Initiative "Keine A49" an. Bei der Polizei waren zunächst keine Angaben zu der Teilnehmerzahl zu erhalten.

Im Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm (Vogelsbergkreis) sollen auf einer Fläche von 27 Hektar Bäume für den Lückenschluss der A49 gefällt werden, ein Drittel davon ist nach Angaben der Projektgesellschaft Deges bereits gerodet.

Die Autobahn soll nach der Fertigstellung Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden. Aus Protest gegen die Baumfällungen halten Aktivisten das Waldstück seit mehr als einem Jahr besetzt (TAG24 berichtete).

Schon zwei Abstürze von Aktivistinnen im Dannenröder Forst

Polizisten tragen eine festgenommene Aktivistin zur Gefangenensammelstelle, während ein Harvester im Hintergrund bereits gefällte Bäume zur Seite räumt.
Polizisten tragen eine festgenommene Aktivistin zur Gefangenensammelstelle, während ein Harvester im Hintergrund bereits gefällte Bäume zur Seite räumt.  © Boris Roessler/dpa

Bei den Räumungen und Rodungen hatte sich die Lage nach mehreren Zwischenfällen zuletzt zugespitzt.

Am Samstagmorgen war eine weitere Aktivistin bei einem Sturz von einer in vier bis sechs Metern Höhe mit Seilen an Bäumen befestigten Holzpalette schwer verletzt worden, wie die Polizei mitteilte (TAG24 berichtete).

Zudem kam nach ihren Angaben bei der Bergung zweier Aktivisten, die sich am Freitag in 20 bis 25 Meter Höhe mit Seilen gesichert auf einer Plattform aneinander geklammert hätten, ein Elektroimpulsgerät zum Einsatz.

Bereits am 15. November war es zum Absturz einer Aktivistin von einem hochbeinigen Gestell gekommen (TAG24 berichtete).

Verantwortlich dafür soll laut der Staatsanwaltschaft Gießen ein Polizist gewesen sein, der zuvor ein Seil durchtrennt habe, das mit dem Gestell verbunden gewesen sei (TAG24 berichtete). Die Verbindung soll für den Beamten nicht erkennbar gewesen sein.

Die Demonstranten haben der Polizei wiederholt vorgeworfen, bei den Räumungen Menschenleben zu gefährden.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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