Protest im Dannenröder Forst: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Aktivisten

Gießen/Homberg (Ohm) - Nach dem Sturz eines Gestells aus Baumstämmen in Richtung Polizisten im Dannenröder Forst hat die Staatsanwaltschaft Gießen Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts eingeleitet.

Die Polizei ist seit einiger Zeit dabei, den Dannenröder Forst zu Räumen.
Die Polizei ist seit einiger Zeit dabei, den Dannenröder Forst zu Räumen.  © Nadine Weigel/dpa

Das sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch. Weitere Details könnten derzeit nicht genannt werden.

In dem Waldstück in Hessen, das Umwelt- und Klimaschützer seit mehr als einem Jahr besetzt halten, laufen Räumungs- und Rodungsarbeiten für den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 in Mittelhessen.

Die Polizei ist dort seit dem 10. November Tag für Tag mit einem Großaufgebot vor Ort und räumt das Waldstück Schritt für Schritt.

Nach dem Vorfall am Montag war die Polizei von einem gezielten Angriff ausgegangen. Die Beamten hatten gerade noch ausweichen können und waren den Angaben zufolge unverletzt geblieben. Die Stelle war zum Tatort erklärt und abgesperrt worden.

"Es besteht der Verdacht, dass ein Seil vorsätzlich gelöst wurde. In diesem Zusammenhang verfolgen wir eine Person, die damit in Verbindung stehen könnte", hatten die Beamten via Twitter erklärt.

Protest gegen A49-Ausbau und Polizei-Aktion im Dannenröder Forst

Bei dem Gestell handelte es sich den Angaben zufolge um einen sogenannten Twopod. Auf solchen und ähnlichen Gebilden harren immer wieder Aktivisten aus, um gegen die Rodungsarbeiten in dem Waldgebiet zu protestieren (TAG24 berichtete).

Seit mehr als einem Jahr halten sie den Dannenröder Forst besetzt und haben zahlreiche Baumhäuser und Barrikaden errichtet, die Schritt für Schritt von der Polizei geräumt werden (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Nadine Weigel/dpa

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