Protest geht weiter: A49-Gegner radeln Richtung Autobahn

Kassel/Homberg/Ohm - Vom Kasseler Hauptbahnhof sind am Samstagmorgen Demonstranten mit ihren Fahrrädern aufgebrochen, um gegen den Weiterbau der Autobahn 49 nach Gießen zu demonstrieren.

Teilnehmer starten zur Fahrrad-Demo vor dem Kasseler Hauptbahnhof.
Teilnehmer starten zur Fahrrad-Demo vor dem Kasseler Hauptbahnhof.  © Swen Pförtner/dpa

Unter dem Motto "Fahrrad fahr'n statt Autobahn" wollen sie wie bereits in der vergangenen Woche einen bereits fertig gestellten Abschnitt der Autobahn zwischen den nordhessischen Orten Gudensberg und Borken nutzen und damit für den übrigen Verkehr blockieren.

In Abstimmung mit der Polizei sollen Autobahnabschnitte in unmittelbarer Nähe der Stadt Kassel gemieden werden. Laut Augenzeugen nahmen an die 100 Menschen an der Aktion teil, die am Nachmittag mit einer Kundgebung am Dannenröder Forst enden soll. 

Die Polizei begleitet die Radler mit Motorrädern.

In dem Waldstück sollen ebenso wie derzeit bereits im Herrenwald bei Stadtallendorf Bäume für den Weiterbau der Autobahn gefällt werden. 

Aus Protest dagegen hatten Aktivisten Teile der beiden Wälder besetzt. Mit einem Großaufgebot sichert die Polizei seit Donnerstag die Rodungen im Herrenwald.

Dabei wurden auch mehrere Baumhäuser und Plattformen geräumt, auf denen sich die Aktivisten verschanzt hatten, um sich gegen die Rodungen zu stemmen. 

Nach dem Lückenschluss soll die A49 Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden.

Update, 13.57 Uhr: Fahrradfahrer blockieren Autobahn

Mit ihren Fahrrädern haben Ausbaugegner die nordhessische Autobahn A49 in Richtung Süden lahm gelegt. Laut Polizei fuhren am Samstag rund 300 Radler auf der genehmigten Route, so dass die Spur Richtung Süden für den übrigen Verkehr gesperrt blieb. Zu größeren Behinderungen sei es wegen des dünnen Feiertagsverkehrs aber nicht gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei begleitet die Radfahrer mit Motorrädern.

Ziel der Demonstranten war ein Protestcamp am Dannenröder Forst, der wie weitere Waldstücke für den umstrittenen Weiterbau der Autobahn in Richtung Gießen gerodet werden soll. Dort ist für den Nachmittag eine Musikveranstaltung geplant. Zudem wollen die Aktivisten einen demonstrativen Spaziergang im ebenfalls bedrohten Maulbacher Wald veranstalten.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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