"Rassismus ist Gift": Merkel erinnert an Blutnacht von Hanau

Berlin/Hanau - Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat rund eine Woche vor dem Jahrestag an die rassistisch motivierten Morde von Hanau erinnert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) meldete sich in einer Videobotschaft zu Wort (Archivfoto).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) meldete sich in einer Videobotschaft zu Wort (Archivfoto).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

"Es war ein Verbrechen aus Hass, aus rassistischem Hass", sagte sie am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. "Rassismus ist ein Gift. Der Hass ist ein Gift", betonte Merkel und versprach: "Wir stellen uns denen, die versuchen, Deutschland zu spalten, mit aller Kraft und Entschlossenheit entgegen."

Am 19. Februar 2020 hatte ein 43 Jahre alter Deutscher in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen.

Zuvor hatte der Mann Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. Nach der Tat soll der 43-Jährige auch seine Mutter umgebracht haben, bevor er sich selbst tötete.

Merkel nannte in ihrer Videobotschaft alle Opfer mit Namen. Der Mörder habe sie nicht gekannt, "er hasste sie nur wegen ihres Aussehens, der Herkunft ihrer Familien, weil sie Einwanderer oder die Kinder von Einwanderern waren", sagte sie. Die Trauerfeier und die Gespräche mit den Familien der Opfer werde sie nie vergessen.

Merkel wies darauf hin, dass die Bundesregierung mehrere konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus umsetze.

Die Sicherheitsbehörden würden neu aufgestellt und gestärkt, Opfer besser unterstützt und die demokratische Zivilgesellschaft gefördert.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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