Betriebsrat: Opel droht Entwicklern mit Jobverlagerung nach Marokko

Rüsselsheim/Eisenach - Im europäischen Autokonzern Stellantis geht die Demontage der deutschen Tochter Opel offenbar weiter.

Das Entwicklungszentrum von Opel in Rüsselsheim: Offenbar wurde hier Mitarbeitern angedroht, ihre Jobs aus Kostengründen nach Marokko zu verlagern.
Das Entwicklungszentrum von Opel in Rüsselsheim: Offenbar wurde hier Mitarbeitern angedroht, ihre Jobs aus Kostengründen nach Marokko zu verlagern.  © dpa/Andreas Arnold

Laut einer Mitarbeiter-Info des Betriebsrats sei Beschäftigten des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim in Personalgesprächen gedroht worden, ihre Aufgaben aus Kostengründen nach Marokko zu verlagern. Sie sollten sich nach einer neuen Tätigkeit umsehen.

Das Unternehmen äußerte sich am Mittwoch zunächst nicht zu den Informationen.

Die Mitarbeitervertretung sieht sich in ihren Mitbestimmungsrechten verletzt, zumal auch im Einkauf umfassende und nicht abgestimmte Präsentationen über eine neue Organisationsstruktur vorgestellt worden seien.

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"Es verdichten sich die Hinweise, dass die nächste Stellantis-Reorganisation nicht nur bevorsteht, sondern teilweise in Bereichen schon rechtswidrig ohne vorherige Information, Beratung und Verhandlung mit der Arbeitnehmervertretung umgesetzt werden soll", heißt es in dem Info-Schreiben. Rechtliche Schritte seien eingeleitet.

In der vergangenen Woche waren Stellantis-Pläne bekannt geworden, die beiden Produktionswerke Rüsselsheim und Eisenach aus der Opel Automobile GmbH herauszulösen (TAG24 berichtete).

IG Metall hat mit Stellantis Kündigungsschutz bis Juli 2025 vereinbart

Der Hauptsitz von Stellantis im niederländischen Lijnden: In diesem Jahr fusionierten PSA und Fiat-Chrysler zum viertgrößten Autohersteller der Welt.
Der Hauptsitz von Stellantis im niederländischen Lijnden: In diesem Jahr fusionierten PSA und Fiat-Chrysler zum viertgrößten Autohersteller der Welt.  © Peter Dejong/ap/dpa

Für den 29. Oktober hat die IG Metall Protestaktionen angekündigt. Die drohende Zerschlagung diene einzig und allein dem Ziel, die erfolgreiche Mitbestimmung in Deutschland zu schwächen, hatte Opel-Betriebsratschef Uwe Baum am vergangenen Freitag erklärt.

Die frühere General-Motors-Tochter Opel war 2017 von der Peugeot-Mutter PSA übernommen worden. Diese wiederum ist in diesem Jahr mit Fiat-Chrysler zum Stellantis-Konzern mit Sitz in Amsterdam fusioniert.

Das Unternehmen ist der viertgrößte Autohersteller der Welt und wird vom früheren PSA-Chef Carlos Tavares geführt.

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Bei dem harten Sanierungskurs für Opel hat die IG Metall einen Kündigungsschutz bis Juli 2025 für die Beschäftigten vereinbart.

Titelfoto: dpa/Andreas Arnold

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