"Sehr großes Problem": Immer mehr illegale Downhill-Strecken in Hessens Wäldern

Kassel/Korbach/Bad Kissingen - Immer mehr illegale Mountainbike-Pfade in Hessens Wäldern sorgen für Verdruss bei den Förstern.

Häufig führen die illegalen Trails durch Naturschutzgebiete und stören massiv die Brut- und Nistzeiten der Wildtiere (Symbolbild).
Häufig führen die illegalen Trails durch Naturschutzgebiete und stören massiv die Brut- und Nistzeiten der Wildtiere (Symbolbild).  © 123rf/Inigo Cia

Durch den Fahrrad-Boom in der Corona-Pandemie und die steigende Zahl an E-Bikes habe sich die Situation verschärft, sagt Matthias Schnücker, Bereichsleiter beim Forstamt Wolfhagen (Landkreis Kassel).

"Gerade in Hinblick auf die biologische Vielfalt, die eigentlich gefördert werden soll, sind die illegalen Trails inzwischen ein sehr großes Problem", betonte der Förster.

Denn nicht selten führten die Routen quer durch Naturschutzgebiete. "Die Fahrer stören die Brut- und Nistzeiten der Wildtiere massiv."

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Der gesamte Habichtswald in Nordhessen etwa sei durchzogen von nicht genehmigtem Routen abseits der festen Wege, erklärte Schnücker.

Das Problem bestehe hessenweit. Weil immer mehr Menschen mit E-Bikes unterwegs sind, erreichen sie Schnücker zufolge inzwischen auch abgelegene und schwer zugängliche Bereiche mit geschützten Pflanzen und Tieren.

Neue Mountainbike-Wegenetze sollen Probleme lösen

Abhilfe schaffen sollen neue ausgewiesene Mountainbike-Wegenetze.

So ist in der Rhön im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen laut der Tourismus-Gesellschaft Rhön GmbH mit mehr als 1000 Kilometern Länge "das längste zusammenhängende Mountainbike-Netz in Deutschland" entstanden.

Eine 650 Kilometer lange Wegstrecke ist im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg in Planung.

Titelfoto: 123rf/Inigo Cia

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