Trotz vieler Covid-19-Patienten: Kliniken haben finanzielle Sorgen

Eschborn - Die Krankenhäuser in Hessen haben trotz hoher Belastung durch Covid-19-Patienten finanzielle Sorgen. Die Hessische Krankenhausgesellschaft kritisierte am Freitag eine geplante Änderung im Krankenhausfinanzierungsgesetz.

Die Krankenhäuser sind durch Corona hoch belastet (Symbolfoto).
Die Krankenhäuser sind durch Corona hoch belastet (Symbolfoto).  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Dabei geht es darum, unter welchen Voraussetzungen Kliniken Ausgleichszahlungen für Einnahmeausfälle in der Corona-Pandemie erhalten.

Die geltenden Regelungen sähen einen Ausgleichsanspruch erst bei einer 7-Tage-Inzidenz von 70 vor, erklärte Steffen Gramminger, Geschäftsführender Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft.

"In den meisten hessischen Regionen wird dieser Inzidenzwert bereits unterschritten, sodass die hessischen Krankenhäuser bereits heute von der verlängerten Ausgleichsregelung nicht mehr erfasst sind."

Dennoch hätten die Kliniken hohe Kosten. Die Intensivstationen seien wegen der langen Behandlungsdauer von Covid-19-Patienten noch immer voll.

"Die Krankenhäuser können nicht im Normalbetrieb arbeiten, wie dies vor der Pandemie möglich war. Aufgrund der zu ergreifenden hygienischen Maßnahmen müssen beispielsweise Patientinnen und Patienten in Einzelzimmern untergebracht werden."

Jeden Monat massive Einnahmeausfälle

Zudem stellt die Krankenhausgesellschaft fest, "dass die Bevölkerung unter dem Eindruck der Pandemie und der Lockdown-Maßnahmen der Bundesregierung eine stationäre Behandlung vermeidet". Das sei nicht nur gefährlich für die Patienten. Für die Krankenhäuser bedeute es "jeden Monat massive Einnahmeausfälle, die wir ohne Ausgleichsmechanismen aktuell nicht kompensieren können".

Die Pandemie zeige, so Gramminger, welche Auswirkung eine rein leistungsorientierte Krankenhausfinanzierung habe. Es würden nur Leistungen finanziert, nicht das Vorhalten von Kapazitäten. "Das wird den Krankenhäusern und unserem Gesundheitssystem nun zum Verhängnis."

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Hessen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0