Waldbrände in Hessen: Feuerwehr warnt Bevölkerung wegen Trockenheit

Hanau/Wiesbaden - Zwei Waldbrände haben die Feuerwehren in Wiesbaden und Hanau beschäftigt. Feuerwehr und Regierung warnen vor erhöhter Waldbrandgefahr in Hessen.

Gleich zwei Waldbrände in Hessen beschäftigten am Mittwoch die Feuerwehr (Symbolbild).
Gleich zwei Waldbrände in Hessen beschäftigten am Mittwoch die Feuerwehr (Symbolbild).  © David Young/dpa

Gebrannt hatte es unter anderem in einem 400 Quadratmeter großen Waldstück zwischen Hanau und Mühlheim, wie die Feuerwehr Hanau am Donnerstag meldete.

Bei den Löscharbeiten war auch ein Hubschrauber im Einsatz. Laut Polizei war die Brandursache zunächst unklar.

Es habe in den vergangenen Tagen mehrere Waldbrände gegeben. "Wir prüfen in alle Richtungen", sagte ein Sprecher.

Bei Wiesbaden geriet am Mittwochabend in der Nähe des Jagdschlosses Platte eine Fläche von 150 Quadratmetern im Wald in Brand. Hier war die Ursache ebenfalls unbekannt. Verletzt wurde bei beiden Feuern niemand.

Die Waldbrandgefahr in Hessen ist erhöht, in Teilen von Südhessen auch hoch.

Die Feuerwehr in Gießen warnte am Donnerstagmorgen auf Twitter: "++Bevölkerungsinfo++ Gestern wurde die Waldbrandalarmstufe A wegen der hohen Trockenheit durch das Umweltministerium des Landes Hessen ausgerufen."

Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) weist derzeit für Hessen die zweithöchste Stufe aus.

Update, 13.20 Uhr: Trockenheit bedroht Wälder in Hessen

Das Foto aus dem Jahr 2011 zeigt einen ausgetrockneten Ackerboden.
Das Foto aus dem Jahr 2011 zeigt einen ausgetrockneten Ackerboden.  © picture alliance / dpa

"Aufgrund der inzwischen lang anhaltenden Trockenheit besteht nahezu landesweit eine erhöhte Waldbrandgefahr", sagte Julia Stoye, Sprecherin des Umweltministeriums in Wiesbaden.

Ab Samstag soll das Risiko etwas zurückgehen. "Eine nachhaltige Entspannung ist allerdings nicht in Sicht", erklärt Stoye. Bisher in diesem Jahr gab es laut dem Land mindestens 15 Waldbrände. Im vergangenen Jahr waren es Ende April 25 bis 30 gewesen.

Doch selbst ohne weitere Brände leidet der Wald. Neben den Fichten seien auch Buchen und Eichen vom Wassermangel betroffen, erklärt Michelle Sundermann, Sprecherin von Hessen Forst. Wie groß der Schaden sei, werde man aber erst zum Laubaustrieb beobachten können.

Auch die Landwirte machen sich Sorgen. Das Wetter sei für April "sehr ungewöhnlich", sagt Peter Voss-Fels, Generalsekretär des Hessischen Bauernverbands. Dabei sind die Landwirte den Ausnahmezustand in der Natur fast gewohnt: "Wir haben nun zum dritten Mal in Folge eine ausgeprägte Frühjahrstrockenheit."

Was die Bauern im Berufsalltag beobachten, bestätigen die Meteorologen: Wie der Deutsche Wetterdienst kürzlich errechnete, fielen vom 14. März bis zum 18. April in Deutschland weniger als zehn Liter pro Quadratmeter Regen.

Sonne und sehr trockene Luft sorgten zugleich für eine Verdunstungsrate von sechs Litern pro Quadratmeter am Tag. Daher mussten die Pflanzen ihren Bedarf aus im Boden gespeichertem Wasser decken. Die oberen Bodenschichten trockneten aus.

Titelfoto: David Young/dpa

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