Auf Tönnies folgt Blömer: Nächster Corona-Ausbruch in Fleischfabrik

Grimmen (Vorpommern-Rügen) - Wieder Corona-Alarm in Fleischfabrik! Nach dem Vorfall bei Tönnies ist es nun zu einem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Blömer Fleisch bei Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern mit 57 infizierten Mitarbeitern gekommen. Daher wird der Betrieb dort zwei Wochen lang ruhen.

Der Betrieb des Fleischverarbeiters Blömer Fleisch. Nach einem Corona-Ausbruch mit 57 infizierten Mitarbeitern wird der Betrieb zwei Wochen lang ruhen.
Der Betrieb des Fleischverarbeiters Blömer Fleisch. Nach einem Corona-Ausbruch mit 57 infizierten Mitarbeitern wird der Betrieb zwei Wochen lang ruhen.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Das Hygienekonzept habe seit Beginn der Pandemie im März problemlos gegriffen, sagte Geschäftsführer Christian Blömer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir können uns das nicht erklären."

Nachdem ein Mitarbeiter am vergangenen Wochenende nach dem Auftreten vom Symptomen positiv getestet wurde, sei die Produktion gedrosselt worden. Auffällige Beschäftigte oder solche mit direktem Kontakt seien nach Hause geschickt worden.

Am Mittwoch wurden dann alle 118 Mitarbeiter in der Produktion getestet. Laut Blömer habe keiner der Infizierten schwere Krankheitssymptome.

Nach Angaben des Landkreises war der zunächst betroffene Mitarbeiter zuvor nicht verreist und deshalb nicht durch das betriebseigene Screening getestet worden.

Der Betrieb teste regulär alle Mitarbeiter nach Unterbrechungen der Arbeit durch Urlaub oder Reisen und isoliere diese bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses vollständig vom Betrieb und den anderen Mitarbeitern, hieß es.

Blömer Fleisch arbeitet mit dem Gesundheitsamt zusammen, um eine weitere Verbreitung einzudämmen

Lkw stehen auf dem Betriebsgelände des Fleischverarbeiters Blömer Fleisch. Auch sie werden in den nächsten zwei Wochen nicht zum Einsatz kommen.
Lkw stehen auf dem Betriebsgelände des Fleischverarbeiters Blömer Fleisch. Auch sie werden in den nächsten zwei Wochen nicht zum Einsatz kommen.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Wie viele Personen im Umfeld der positiv getesteten Beschäftigten leben, sei derzeit nicht abzuschätzen, sagte Blömer. Das Gesundheitsamt hatte für alle Haushaltsangehörigen der Kontaktpersonen Quarantäne ausgesprochen. Die Kinder und Jugendlichen dürften nicht mehr in die Schulen und Kitas.

Ein Teil der Mitarbeiter stamme aus osteuropäischen Ländern wie Polen oder Rumänien. Sie lebten in der Umgebung des Betriebes in Wohnungen und nicht in Wohnheimen oder Massenunterkünften, betonte Blömer.

Sie seien teilweise schon seit Jahren im Unternehmen beschäftigt. Er bezeichnete seine Firma als einen der modernsten Zerlegebetriebe in Deutschland mit einer vollautomatischen Grobzerlegung.

Nach Angaben des Kreises arbeitet Blömer Fleisch transparent mit dem Gesundheitsamt zusammen, um eine weitere Verbreitung einzudämmen. "Für Krankenhäuser und sensible Einrichtungen wie Pflegeheime werden notwendige Maßnahmen zum Schutz der Patienten und des Personals eingeleitet", hieß es.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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