Comeback als Professor: Heftige Proteste gegen Ex-Abgeordneten der AfD erwartet

Greifswald - Zur ersten Vorlesung des ehemaligen AfD-Landtagsabgeordneten Ralph Weber (61) nach seiner Rückkehr aus der Landespolitik an die Universität Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) sind Proteste geplant.

Der frühere AfD-Abgeordnete Ralph Weber (61) wird bei seiner Rückkehr als Professor an der Universität Greifswald mit einem Protest empfangen.
Der frühere AfD-Abgeordnete Ralph Weber (61) wird bei seiner Rückkehr als Professor an der Universität Greifswald mit einem Protest empfangen.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Wie der Landkreis bestätigte, ist für Dienstagvormittag eine Versammlung mit 350 Teilnehmern vor dem entsprechenden Uni-Hörsaal angemeldet. Nach Angaben des Vorsitzenden des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), Hennis Herbst, kommt die Anmeldung nicht von der Studierendenschaft. Man werde sich aber beteiligen.

Weber gilt als Vertreter des "Flügels" der AfD. Diese 2015 vom Thüringer AfD-Chef Björn Höcke (49) gegründete und inzwischen formal aufgelöste Gruppierung wird vom Verfassungsschutz als rechtsextreme Bestrebung beobachtet.

Gegen Weber läuft ein Parteiausschlussverfahren wegen des Vorwurfs parteischädigenden Verhaltens. Nach Angaben der Landespartei vom Freitag kündigte er sein Ausscheiden aus der Partei zum Ende des Monats an.

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Eine Forderung der Studierenden scheint unterdessen erfüllt worden zu sein. Der Hochschule zufolge bietet ein anderer Professor eine rechtsgeschichtliche Vorlesung als gleichwertiges Alternativangebot an.

Damit müssen Studierende nicht zwangsläufig Webers Vorlesung besuchen. Herbst nannte dies "ein erstes Ergebnis". Man strebe für künftige Semester eine ähnliche Lösung an.

Studierende befürchten Benachteiligung, weil sie Ralph Webers Ansichten nicht teilen

Viele Studierende wollen einen Hörsaal nicht betreten, wenn der Ex-AfD-Abgeordnete Ralph Weber (61) dort lehrt.
Viele Studierende wollen einen Hörsaal nicht betreten, wenn der Ex-AfD-Abgeordnete Ralph Weber (61) dort lehrt.  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Das Studierendenparlament hatte in einem Beschluss eine entsprechende Forderung formuliert und die Rückkehr Webers kritisiert. Herbst zufolge gibt es die Befürchtung, dass Studierende benachteiligt werden, die nicht in das Weltbild des Professors passen.

Die Universität hatte mitgeteilt, die Sorgen der Studierenden sehr ernst zu nehmen. Eine Rückkehr kann die Hochschule Weber nicht verwehren - sie verwies auf das Beamtenrecht, wonach Weber einen Anspruch auf seine alte Stelle hat.

In Hamburg hatte es 2019 Proteste gegeben, als AfD-Gründer Bernd Lucke an die Universität zurückgekehrt war. Die erste Vorlesung war damals von Sprechchören begleitet worden.

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa, Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa (Bildmontage)

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