Fliegt der AfD-Abgeordnete Weber als Professor aus der Universität?

Greifswald - Studierende der Universität Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) wollen die Rückkehr des Jura-Professors und scheidenden AfD-Landtagsabgeordneten Ralph Weber (61) in die Lehre verhindern.

Ralph Weber (61, AfD) bekommt Gegenwind von Studierenden an der Universität Greifswald.
Ralph Weber (61, AfD) bekommt Gegenwind von Studierenden an der Universität Greifswald.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Dem Studierendenparlament liege für diesen Dienstagabend ein entsprechender Antrag vonseiten des Allgemeinen Studierendenausschusses sowie von einigen Mitgliedern vor, sagte der Präsident des Studierendenparlaments, Bennet Buchholz, am Montag.

Weber war vor seiner Wahl in den Landtag Professor an der Universität Greifswald und wurde für seine Zeit im Parlament als Hochschullehrer beurlaubt.

Er hatte 2016 das Direktmandat im Wahlkreis um Wolgast geholt, war aber zuletzt von der eigenen Partei nicht mehr aufgestellt worden.

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Seine Rückkehr in die Lehre sei für Ende Oktober angekündigt, sagte Buchholz.

Ralph Weber gilt als Vertreter des rechten Flügels in der AfD. Gegen ihn läuft ein Parteiausschlussverfahren wegen des Vorwurfs parteischädigenden Verhaltens.

Ralph Weber soll Landesvorsitzenden der AfD als "Landesdiktator" bezeichnet haben

Er soll unter anderem den Landesvorsitzenden Leif-Erik Holm (51, AfD) bei einem Parteitag als "Landesdiktator" und seine Unterstützer als "Kanalratten" beschimpft haben.

Im Kreistag von Vorpommern-Greifswald verließ er die AfD-Fraktion und gründete mit vier weiteren ehemaligen Fraktionsmitgliedern die neue Fraktion Konservativer Bürgerbund Vorpommern.

Das Studierendenparlament hat nach Bennets Worten aktuell 16 Mitglieder. Es wird jährlich neu gewählt und ist das höchste beschlussfassende Gremium der Studierendenschaft. Sollte das Studierendenparlament dem Antrag gegen Weber folgen, müsste sich das Rektorat damit auseinandersetzen, so Buchholz.

An der Uni Greifswald studieren rund 10.000 junge Leute.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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