Schon 100.000 Tiere getötet, Geflügelpest hat Helgoland erreicht

Schwerin/Kiel - Trotz der aktuell ruhigen Lage bei der Entwicklung der Geflügelpest mahnt Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) die Geflügelhalter in Mecklenburg-Vorpommern zur Vorsicht.

Einsatzkräfte beraten sich am Eingang einer betroffenen Gänsezucht.
Einsatzkräfte beraten sich am Eingang einer betroffenen Gänsezucht.  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Sie sollten auf alles vorbereitet bleiben und bei den Schutzmaßnahmen nicht nachlassen. "Das ist wohl die beste Versicherung", sagte Backhaus der Deutschen Presse-Agentur.

Hintergrund ist nach seinen Worten, dass sich die Entwicklung des Seuchengeschehens bis zum Frühjahr nicht vorhersagen lasse.

Dank des bisherigen milden Verlaufs des Winters habe sich das Wassergeflügel in seine Winterquartiere zurückgezogen. Solche Rastgebiete sind vor allem an der Ostseeküste, Boddengewässern und den Seen zu finden. "Die Tiere können sich aber, wenn es einen Kälteeinbruch gibt und die Gewässer zufrieren, als Kälteflüchter auch wieder in Bewegung setzen und eisfreie Gewässer im Binnenland suchen", sagte Backhaus. Dann steige die Gefahr, dass über ihren Kot das Virus in die Ställe hineingetragen wird.

Wildvögel gelten als Überträger des Geflügelpestvirus H5N8. Erst Mitte Dezember war der Fund eines mit der Vogelgrippe infizierten Singschwans am Schweriner See in Gallentin bekannt geworden.

Nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts auf der Insel Riems sind in Deutschland seit Ende Oktober bei rund 400 Wildvögeln Infektionen festgestellt worden.

Es gab zwölf Ausbrüche in Nutztierbeständen, vorwiegend in Küstenregionen. Außerdem meldeten zahlreiche andere Länder der Geflügelpest.

Noch längst keine Entwarnung

"Das Risiko der Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und des Eintrags in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen wird als hoch eingestuft", heißt es auf der FLI-Webseite.

Wie Backhaus sagte, mussten bei den bisherigen Ausbrüchen in Nutztierbeständen Mecklenburg-Vorpommern rund 100.000 Stück Geflügel getötet werden. "Für die Halter ist das ein schwerer Schlag und auch eine schwere psychische Belastung."

Update, 13.39 Uhr: Geflügelpest nun auch auf Helgoland

Die Hochseeinsel Helgoland ist aus einem Flugzeug heraus zu sehen.
Die Hochseeinsel Helgoland ist aus einem Flugzeug heraus zu sehen.  © Marcus Brandt/dpa

Die Geflügelpest hat nun auch die Hochsee-Insel Helgoland erreicht.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat die ersten beiden dortigen Fälle bei Wildvögeln bestätigt, wie die Kreisverwaltung Pinneberg am Montag berichtete. Die zwei verendeten Nonnengänse seien am Südstrand der Helgoländer Düne gefunden worden.

Seit Ende Oktober wurden in Schleswig-Holstein bis kurz vor Weihnachten 15.700 verendete Wildvögel gefunden. Schleswig-Holstein ist als Drehscheibe des Vogelzuges besonders stark betroffen.

Für Geflügelhaltungen gilt im ganzen Land Stallpflicht. Mit den Schutzmaßnahmen war es gelungen, die Zahl der Ausbrüche im Land mit Stand 22. Dezember auf 5 Geflügelhaltungen mit insgesamt rund 2500 Tieren zu begrenzen.

Titelfoto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

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