Airbeat One: Innenminister schaltet sich nach Party-Polizei-Video ein

Schwerin - Es kommt selten vor, dass ein Innenminister die Arbeit der Polizei kritisiert. In Mecklenburg-Vorpommern ist das nun geschehen. Dabei stellt sich Lorenz Caffier (CDU) sonst immer schützend vor seine Beamten. 

Party-Polizei: In einer Szene des Videos raven die Polizisten.
Party-Polizei: In einer Szene des Videos raven die Polizisten.  © Screenshot/Twitter/PolizeiLWL

Doch was sich die Polizeiinspektion Ludwigslust  ausgedacht hat, ging dem 65-Jährigen offenbar zu weit, wie der NDR berichtet. 

Für ein in den sozialen Netzwerken verbreitetes Video soll es von Caffier einen Rüffel gegeben haben. 

Laut NDR-Bericht entspreche der Film nicht den Vorstellungen des Innenministeriums. Sicherlich sei es gut gemeint, aber Polizeiarbeit sehe anders aus. Die Sache müsse daher nachgearbeitet werden. 

Mit dem am Mittwoch veröffentlichten Video erinnert die Polizei an das Airbeat One. Eigentlich sollte das Elektro-Festival an diesem Tag starten, es musste aber wegen der Corona-Beschränkungen ausfallen. 

Im Film tanzen sechs Polizisten vor vier Einsatzfahrzeugen auf dem leeren Festivalgelände in Neustadt-Glewe zu Rave-Musik. 

In anderen Szenen schwelgen die Beamten in Erinnerungen an den Einsatz auf dem Airbeat One 2019. Gehört so ein Video wirklich zur Aufgabe der Polizei? 

Um dieses Party-Video der Polizei Ludwigslust geht es

Gewerkschaft der Polizei zeigt Unverständnis

Lorenz Caffier (CDU), Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern
Lorenz Caffier (CDU), Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Für den Film gab es vor allem von enttäuschten Festival-Besuchern auf Facebook viel Lob.

Auf Twitter musste sich die Polizei dagegen Kritik anhören. Nutzer wiesen die Beamten daraufhin, dass Werbung nicht zu ihrer Aufgabe gehöre und wollten wissen, wie viel Steuermittel das Video gekostet habe.

Die Polizei Ludwigslust antworte: "Werbung ist keinesfalls beabsichtigt." Es sollte lediglich darauf hingewiesen werden, "dass wir auf diese Veranstaltung vorbereitet gewesen wären und der Veranstaltung, als auch den Besuchern nicht negativ gegenüberstehen."

Unterstützung kommt von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Die schrieb, dass es "unverständlicherweise Kritiker" an dem Video gebe. 

Nach Meinung des GdP-Landesvorsitzenden Christian Schumacher zeige das Airbeat One, "wie bürgernah und weltoffen unsere Landespolizei ist und wie Veranstaltungen dieser Größe gemeinsam mit Polizei und Besuchern ohne große Vorkommnisse stattfinden können."

Da sich nun "mit einem sehr kreativen Video für diese gemeinsame Zusammenarbeit" bedankt und Vorfreude auf die kommende Veranstaltung gezeigt werde, "kann ich nur aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei nur "#Danke 👍" sagen."

Das war, bevor der oberste Dienstherr der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, seine Sicht des Videos öffentlich machte. 

Titelfoto: Screenshot/Twitter/PolizeiLWL

Mehr zum Thema Mecklenburg-Vorpommern:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0