Innenminister Caffier räumt Waffenkauf bei mutmaßlichem Rechtsextremisten ein

Schwerin - Ein angeblicher Waffenkauf bringt Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (65, CDU) in Bedrängnis. Es geht dabei um die Frage, ob der 65-Jährige Verbindungen zur rechtsextremen Gruppe "Nordkreuz" hatte. Mehrere Parteien fordern nun Aufklärung. 

Lorenz Caffier (65, CDU) wich einer Frage zu einem angeblichen Waffenkauf aus.
Lorenz Caffier (65, CDU) wich einer Frage zu einem angeblichen Waffenkauf aus.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Caffier soll Auskunft geben, ob er privat als Jäger eine Waffe bei oder über ein ehemaliges Mitglied einer rechtsextremistischen Gruppierung gekauft hat. Zuvor hatte er auf eine entsprechende Frage ausweichend geantwortet.

"Wenn es um Verbindungen zu einer mutmaßlich rechtsterroristischen Gruppe geht und sogar um einen Waffenerwerb, kann der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern das nicht einfach zur Privatsache erklären", sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic (43), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)

Der Minister müsse alles haarklein offen legen, um zur Aufklärung beizutragen.

Nach Angaben einer Ministeriumssprecherin ist Caffier seit Jahren Jäger. 

Der CDU-Politiker hatte am Donnerstag in Schwerin auf die Frage einer taz-Journalistin, ob er eine Waffe bei oder über ein ehemaliges Mitglied einer rechtsextremistischen Gruppierung gekauft oder bei diesem ein Schießtraining absolviert habe, geantwortet, dass es um den Privatbereich gehe und er keine Äußerung dazu abgebe. 

Lorenz Caffier hält angeblichen Kauf für Privatsache

Auf Nachfrage der Journalistin sagte Caffier: "Aus dem Privatbereich, das bleibt Privatbereich, auch in Zukunft."

Die Linksfraktion in Mecklenburg-Vorpommern forderte ebenfalls Aufklärung: "Meine Fraktion nimmt die Aussage von Innenminister Lorenz Caffier mit großem Unverständnis zur Kenntnis", sagte der innenpolitische Fraktionssprecher Peter Ritter (61) am Freitag. 

Mögliche, wie auch immer geartete Beziehungen zu dem Netzwerk "Nordkreuz" seien mitnichten Privatsache. Er erwarte, dass der Innenminister für Aufklärung sorge.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Nikolaus Kramer (43) sagte, dass Waffenbesitz grundsätzlich eine Privatangelegenheit sei.

Update, 17.06 Uhr: Lorenz Caffier räumt Waffen-Kauf ein

Monatelang wollten Journalisten der taz von Caffier wissen, ob er die Waffe gekauft habe. Das beantwortet er ihnen nicht. 

Nun gab er dem Spiegel ein Interview, in dem er den Kauf einräumt.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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