Half Behörden-Mitarbeiter unheimlicher Preppergruppe "Nordkreuz"?

Schwerin - Die sogenannte "Nordkreuz"-Preppergruppe hatte möglicherweise einen Helfer in der Unteren Waffenbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim.

Polizisten einer Spezialeinheit durchsuchten bereits im August 2017 ein Grundstück in Banzkow bei einer Anti-Terror-Razzia.
Polizisten einer Spezialeinheit durchsuchten bereits im August 2017 ein Grundstück in Banzkow bei einer Anti-Terror-Razzia.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Der Behörden-Mitarbeiter stehe im Verdacht, Ende 2017 zehn Patronen, die im Rahmen einer Durchsuchung bei dem früheren Elite-Polizisten Marko G. sichergestellt wurden, entwendet und einem von dessen möglichen Komplizen ausgehändigt zu haben. 

Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag in Schwerin weiter mitteilte, eröffnet sie nun ein Verfahren gegen den Mann wegen des Verdacht auf Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und der Vorteilsannahme.

Marko G. war nach eigener Aussage Administrator der Prepper-Gruppe "Nordkreuz", deren Mitglieder sich mit dem Anlegen von Vorräten, Waffenlagern und mit Überlebenstrainings auf einen Katastrophenfall vorbereiteten. In Chats unter einzelnen Mitgliedern war den Ermittlungen zufolge auch rechtsradikales Gedankengut ausgetauscht worden. 

Das Landgericht Schwerin hatte den früheren Scharfschützen beim Spezialeinsatzkommando (SEK) Mecklenburg-Vorpommern kurz vor Weihnachten unter anderem wegen illegalem Waffenbesitz zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt

Die Staatsanwaltschaft, die eine höhere Strafe gefordert hatte, ging in Revision.

Generalbundesanwalt ermittelt gegen zwei "Nordkreuz"-Mitglieder

Nach ihren Angaben war die vom Behördenmitarbeiter ausgehändigte Kriegswaffenmunition nicht Gegenstand des gegen Marko G. geführten Strafverfahrens

Weiterhin bestehe der Verdacht, dass der Beschuldigte 2017 für die kurzfristige Erteilung einer Einfuhrgenehmigung für ein Gewehr eine geldwerte Gegenleistung angenommen hat. 

Gegen zwei Mitglieder der Prepper-Gruppe "Nordkreuz" ermittelt der Generalbundesanwalt zudem wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. 

In diesem Verfahren wird Marko G. als Zeuge geführt.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Mecklenburg-Vorpommern:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0