Razzia in Neubrandenburg: Extremismusverdacht bei einem Soldaten

Neubrandenburg - Wegen Extremismusverdachts haben Polizeiermittler am Montag bei Neubrandenburg Wohn- und Büroräume eines 40-jährigen Soldaten durchsucht.

Wegen Extremismusverdachts haben Polizeiermittler am Montag bei Neubrandenburg Wohn- und Büroräume eines 40-jährigen Mannes durchsucht.
Wegen Extremismusverdachts haben Polizeiermittler am Montag bei Neubrandenburg Wohn- und Büroräume eines 40-jährigen Mannes durchsucht.  © Felix Gadewolz/dpa-Zentralbild/dpa

Seit den frühen Morgenstunden seien etwa 70 Beamte im Einsatz gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Harald Nowack von der für solche Fälle zuständigen Staatsanwaltschaft in Rostock. Er bestätigte damit Berichte des ARD-Politikmagazin Kontraste und der Neubrandenburger Tageszeitung "Nordkurier".

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Deutschen-Presse-Agentur: "Wir haben Kenntnis von dem Vorfall." Ausgangpunkt seien umfangreiche Ermittlungen des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) in enger Kooperation mit dem Verfassungsschutz und Strafverfolgungsbehörden, sagte eine MAD-Sprecherin in Köln dazu.

Nach Angaben Nowacks wurden Ermittlungen wegen Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat nach § 89 a StGB aufgenommen. 

Auslöser sei ein Hinweis auf verdächtige Äußerungen des Deutschen gewesen. Der Mann stamme aus der Region und sei bislang keiner Gruppierung zuzuordnen, sagte Nowack. Der 40-Jährige arbeite auch als Selbstständiger im Sicherheitsbereich.

An den Durchsuchungen, die bis in die Mittagsstunden dauerten, waren den Angaben zufolge auch Angehörige des Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Landespolizei beteiligt. Bei der Aktion seien elektronische Datenspeicher sichergestellt worden, die nun ausgewertet würden. "Überraschungsfunde hat es nicht gegeben", sagte Nowack. Die nach seinen Worten routinemäßige Anwesenheit von Angehörigen des Munitionsbergungsdienstes hatte Spekulationen über Waffen oder Sprengstoff ausgelöst.

Nach "Kontraste"-Informationen handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen aktiven Bundeswehrsoldaten, der in der Tollense-Kaserne in Neubrandenburg stationiert ist. Der Mann pflege Kontakte in rechtsextreme Kreise. Er habe sich den durchsuchenden Beamten gegenüber sehr kooperativ gezeigt, hieß es.

Titelfoto: Felix Gadewolz/dpa-Zentralbild/dpa

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