Revisionsprozess um getötete Leonie (†6) aus Torgelow: Bleibt es bei lebenslänglich?

Neubrandenburg - Am Landgericht Neubrandenburg wird am Montag (10 Uhr) der Revisionsprozess um den gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow (Vorpommern-Greifswald) fortgesetzt.

Kerzen und Plüschtiere stehen vor dem Eingang des Hauses, wo am 12.1.2019 die sechsjährige Leonie ums Leben kam. (Archivbild)
Kerzen und Plüschtiere stehen vor dem Eingang des Hauses, wo am 12.1.2019 die sechsjährige Leonie ums Leben kam. (Archivbild)  © Stefan Sauer/dpa

Die Kammer will erst zwei Gutachter hören, um das Motiv des Täters besser einschätzen zu können. Danach werden die Plädoyers aller Seiten erwartet. Davon hängt ab, ob es bei der bisherigen Strafe - lebenslängliche Haft - für den Stiefvater bleibt oder die Strafe milder ausfällt.

Leonie war am 12. Januar 2019 sterbend in der Wohnung der Familie gefunden worden. Der 29-Jährige hatte sie schwer misshandelt und dann verhindert, dass rechtzeitig Hilfe geholt wird, weshalb er wegen "Mordes durch Unterlassen" verurteilt wurde.

Der Revisionsprozess ist nötig, weil der Bundesgerichtshof (BGH) das "äußere Tatgeschehen" in dem Fall aus der ersten Verhandlung zwar bestätigt, das Urteil aber in Teilen aufgehoben hatte. Eine andere Kammer soll nun klären, wann der Stiefvater genau welches Motiv hatte.

Die Verteidigung ist der Auffassung, dass ihr Mandant den Tod des Mädchens nicht geplant hatte und will eine mildere Strafe. Der Stiefvater hat in dem Verfahren noch keine Angaben gemacht.

Update, 14 Uhr: Staatsanwalt fordert erneut lebenslange Haftstrafe

Im Revisionsprozess um den gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow (Vorpommern-Greifswald) hat die Staatsanwaltschaft erneut eine lebenslange Haftstrafe für den Stiefvater gefordert.

Der 29-Jährige habe den Mord "aus niederen Beweggründen begangen", sagte Staatsanwalt Bernd Bethge am Montag am Landgericht Neubrandenburg. Der Stiefvater habe eine "negative Grundeinstellung" zu beiden Stiefkindern gehabt und seine Machtstellung mit Gewalt durchsetzen wollen.

Zudem sei der Angeklagte der Körperverletzung mit Todesfolge und der schweren Misshandlung Schutzbefohlener, auch bei Leonies Bruder, schuldig.

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa

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