100 Millionen Euro teurer Kran kracht zusammen: Bergung dauert noch Monate

Rostock - Der Anblick des bei einem Überlastungstest im Seehafen havarierten Krans der Firma Liebherr wird den Rostockern noch eine Weile erhalten bleiben.

Der Kran krachte während des Überlastungstests zusammen.
Der Kran krachte während des Überlastungstests zusammen.  © Benjamin Vormeyer / Rostock News

Ein Sprecher sagte, dass derzeit das Jahresende zur endgültigen Bergung des Krans vom Typ HLC 295.000 als realistisch angesehen werde. 

Nach momentanem Ermittlungsstand gehen Behörden und Experten einhellig von einem gebrochenen Kranhaken als Unfallursache aus.

Es sei anzunehmen, dass sich der Vorfall bei einer Belastung von rund 2600 Tonnen ereignet und eine Kettenreaktion ausgelöst habe. 

Während des Unfalls hatten sich noch rund 120 Menschen auf dem Schiff befunden (TAG24 berichtete). Es gab mehrere Verletzte.

Warum der Haken, der von einem externen Lieferanten stammte, der Belastung nicht standhalten konnte, ist den Angaben zufolge noch unklar. 

Ein Konstruktions- oder Produktionsfehler des Krans könne ausgeschlossen werden.

Der am 2. Mai erfolgte Test war als letzter im Rahmen einer Testreihe des rund 100 Millionen Euro teuren Krans geplant gewesen. 

Bergung gestaltet sich schwierig

Dabei sollte eine vollständige 360-Grad-Bewegung des Krans mit einer Last von 836 Tonnen bei einer maximalen Ausladung von 115 Metern erfolgen. Dies entspreche der gleichen Belastung des Krans, die bei einer Last von 5000 Tonnen bei einer Ausladung von 30 Metern auftritt.

Wegen der Dimensionen des Krans stelle die Bergung eine sehr komplexe Aufgabe dar, sagte der Sprecher.

Um sie so risikoarm wie möglich zu gestalten, werden die Arbeiten voraussichtlich in drei Phasen erfolgen, deren Dauer noch nicht definiert werden kann. Die erste Phase sei die Absicherung der Unfallstelle, um das Schiff sicher zum Liegeplatz 25 im Überseehafen zu bringen. 

Dort sollen die instabilen Komponenten wie Ausleger geborgen werden, um in Phase drei dann einen kontrollierten und sicheren Rückbau des Krans zu gewährleisten.

Titelfoto: Benjamin Vormeyer / Rostock News

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