Tropenmediziner bleibt trotz steigender Inzidenz gelassen: "Noch keine Besorgnis"

von Joachim Mangler

Rostock - Nach dem deutlichen Anstieg der Corona-Fallzahlen in den vergangenen Tagen auch in Mecklenburg-Vorpommern geht der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger (62) von einer weiteren Zunahme der Infektionsfälle aus.

Emil Reisinger, Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock, sieht die aktuelle Corona-Entwicklung gelassen. (Archvibild)
Emil Reisinger, Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock, sieht die aktuelle Corona-Entwicklung gelassen. (Archvibild)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Solange die Sieben-Tage-Inzidenz allerdings unter dem Wert von 10 liege, gebe es keinen Anlass zur Besorgnis, sagte Reisinger am Donnerstag. "Ab einer Inzidenz von 10 müssen wir aufpassen."

Am Mittwoch waren im Nordosten 14 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden, am Dienstag waren es 16. Die Inzidenz stieg auf nunmehr 3,0 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, vor einer Woche lag dieser Wert den Angaben zufolge landesweit bei 0,9.

Gleichzeitig wurden am Mittwoch noch drei Corona-Patienten in Kliniken behandelt, einer von ihnen auf der Intensivstation.

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Trotz der niedrigen Fallzahlen sprach sich Reisinger für das Beibehalten der Maskenpflicht aus. Sie sei neben der Impfung weiter der beste Schutz gegen die Erkrankung.

Nach RKI-Angaben gelten in Mecklenburg-Vorpommern mit Stand von Donnerstag knapp 738.000 Menschen als vollständig geimpft. Dies entspricht einer Quote von rund 46 Prozent.

Um gegen die Delta-Variante genügend geschützt zu sein, müssten aber 85 Prozent der Bevölkerung gemipft sein, betonte Reisinger. Bei etwa 70 Prozent trete eine gewisse Stabilisierung ein.

Deutschlandweit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstag lag sie bei 8,0 - am Vortag betrug der Wert 7,1. Beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli waren es noch 4,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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