Auf der Suche nach "Lost Place": Mann durch 15.000 Volt schwer verletzt

Nürnberg - Sogenannte "Lost Places" oder besser formuliert "Abandoned Premises" strahlen eine ganz besondere Romantik aus.

An einem ehemaligen Bahnhof kam es zu dem folgenschweren Unfall. (Symbolbild)
An einem ehemaligen Bahnhof kam es zu dem folgenschweren Unfall. (Symbolbild)  © 123rf/Olha Solodenko

Es handelt sich dabei um "vergessene Orte", also Plätze, die irgendwann von Menschen erschaffen aber dann irgendwann verlassen wurden und seitdem vor sich hinvegetieren.

Der Reiz an diesen Plätzen liegt meist an der Kombination aus der Vergänglichkeit des Schönen und der Mystik, die ein einst belebter Ort ausstrahlt, wenn sich die Natur ihren Platz zurück holt.

Dieses Erlebnis wollte ein junges Pärchen am ehemaligen Bahnhof Nürnberg-Langwasser auch haben. Wie die Polizei mitteilte, waren die beiden ebenfalls auf der Suche nach einem dieser "Lost Places". Mit verheerenden Folgen.

Gegen 19.10 Uhr informierte die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn die Bundespolizeiinspektion Nürnberg, dass sich zwei Personen unerlaubterweise im Bereich der Gleise aufhielten. Beinahe zeitgleich ging der Notruf einer Frau ein, dass ihr Begleiter an diesem Bahnhof einen Stromschlag erlitten habe.

"Bundespolizei und Rettungsdienst fanden am beschriebenen Ort eine 35-jährige Deutsche neben dem Verunglückten vor", heißt es in einer Polizeimitteilung.

Mann stürzt aus über drei Metern ins Gleisbett

Der Mann wurde von den Rettungskräften mit schweren Verbrennungen und Verletzungen aufgefunden. (Symbolbild)
Der Mann wurde von den Rettungskräften mit schweren Verbrennungen und Verletzungen aufgefunden. (Symbolbild)  © 123rf/Joerg Huettenhoelscher

"Bei der Besichtigung des 'Lost Place' waren sie auf einen abgestellten Güterwaggon geklettert. Dabei geriet der 30-Jährige zu nahe an die 15.000 Volt führende Oberleitung und es kam zu einem Stromüberschlag", so die Pressestelle der Polizei weiter.

Durch diesen Unfall und dem darauf resultierendem Sturz vom Waggon ins Gleisbett aus etwa drei Metern Höhe, zog sich der Mann schwere Verletzungen und Verbrennungen zu.

"Nach der Einlieferung in eine Nürnberger Klinik stellten die behandelnden Ärzte fest, dass derzeit keine Lebensgefahr besteht." 

Bei der Suche nach Ausweisdokumenten fanden die Beamten zwei Farbspraydosen sowie eine kleine Menge Betäubungsmittel im Rucksack des Mannes.

Die Bundespolizei warnt aufgrund des aktuellen Vorfalls erneut vor den Gefahren der Stromkabel: "Die Oberleitung braucht nicht berührt werden, schon bei einer Annäherung kann es zu einem lebensbedrohlichen Stromüberschlag kommen."

Titelfoto: 123rf/Olha Solodenko

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