"Strafversetzung" nach kritischen Aussagen? Amtsarzt geht auf Barrikaden

Augsburg - Der bisherige Leiter des Gesundheitsamtes des schwäbischen Landkreises Aichach-Friedberg, Friedrich Pürner, hat sich über seine Versetzung ins Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beschwert. 

Friedrich Pürner (53), Ex-Leiter des Gesundheitsamtes, demonstriert an der Coronastation das richtige Ablegen einer Atemschutzmaske.
Friedrich Pürner (53), Ex-Leiter des Gesundheitsamtes, demonstriert an der Coronastation das richtige Ablegen einer Atemschutzmaske.  © Stefan Puchner/dpa

Pürner hatte sich zuvor kritisch über die Corona-Strategie der bayerischen Landesregierung geäußert, wie die Augsburger Allgemeine berichtete.

"Da wird ein Exempel an mir statuiert, damit ja kein anderer Amtsarzt auf die Idee kommt zu widersprechen", sagte der Mediziner der Zeitung. 

Pürner nannte die Entscheidung eine "Strafversetzung", von der er am Dienstagmorgen "völlig überraschend" telefonisch erfahren habe. 

"Ich bin überrascht, dass man angesichts der Zahlen gerade und der Arbeitsbelastung tatsächlich einen erfahrenen Leiter des Gesundheitsamts wegtut", erklärte der 53-Jährige.

Pürner hatte unter anderem die bayerische Corona-Teststrategie als verfehlt kritisiert - genauso wie die seiner Ansicht nach sinnlose Maskenpflicht in Schulen und Kindergärten sowie die Schließung von Klassen oder ganzen Schulen wegen positiver Testergebnisse.

Am Landesamt für Gesundheit wird laut der Regierung von Schwaben ein neues Sachgebiet für den Öffentlichen Gesundheitsdienst aufgebaut, woran Pürner mitwirken soll.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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