Aushilfstrinker gesucht! Anzeige einer Brauerei hat unvorhergesehene Folgen

Spalt - Aushilfen gesucht, die Fassbier in Flaschen umfüllen und notfalls die Lagerbestände austrinken - nach dieser Spaßanzeige in einer Faschingszeitung stehen bei der Stadtbrauerei in Spalt die Telefone in Bayern nicht mehr still.

Aushilfen gesucht, die Fassbier in Flaschen umfüllen und notfalls die Lagerbestände austrinken? Es sollte ein Spaß sein, dieser hat Folgen.
Aushilfen gesucht, die Fassbier in Flaschen umfüllen und notfalls die Lagerbestände austrinken? Es sollte ein Spaß sein, dieser hat Folgen.  © 123RF/Vladislavs Gorniks

Etliche Menschen hätten sich bereits beworben, zum Teil auch richtig mit Lebenslauf, sagte Brauerei-Sprecher Markus Böhm am Donnerstag.

Der Bayerische Rundfunk hatte zuvor über die scherzhaft gemeinte Anzeige in der Spalter Faschingszeitung "Razet-Bote" berichtet, die nun in den sozialen Medien die Runde gemacht hat - aber ohne den Hinweis, dass diese ein Spaß ist.

Seit Mittwoch gehe das Ganze durch die Decke, sagte Böhm entsprechend. Inzwischen seien sie bei der Stadtbrauerei zu zweit damit beschäftigt, die Anrufe und E-Mails zu beantworten.

Die Coronavirus-Krise trifft vor allem die kleinen Brauereien im Freistaat hart.

Wegen der geschlossenen Gastwirtschaften und dem Verbot von Volksfesten büßen diese nach Angaben des Bayerischen Brauerbundes bis zu 70 Prozent ihres Absatzes ein. Falls es möglich ist, füllen die Brauereien ihr Bier deshalb verstärkt in Flaschen ab, um es im Handel zu verkaufen.

Damit vor dem Lockdown gekauftes Bier nicht schlecht wird, verschenken einige Gastwirte zurzeit die Fässer oder verkaufen sie günstiger. Andere geben diese den Brauereien zurück.

Bei der Brauerei in Spalt im mittelfränkischen Landkreis Roth stapeln sich nach Angaben von Böhm noch keine Bierfässer. "Aber es könnte dazukommen, wenn der Lockdown noch länger anhält, und das Bier Retoure kommt."

Titelfoto: 123RF/Vladislavs Gorniks

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