Barrierefreie Bahnhöfe? Bayern schneidet richtig schlecht ab!

München - Menschen in fortgeschrittenem Alter und mit Behinderungen haben es an Bahnhöfen in Bayern schwer.

Menschen in fortgeschrittenem Alter und mit Behinderungen haben es an Bahnhöfen in Bayern schwer. (Symbolbild)
Menschen in fortgeschrittenem Alter und mit Behinderungen haben es an Bahnhöfen in Bayern schwer. (Symbolbild)  © Gregor Blumauer/dpa

Beim Anteil stufenlos zugänglicher Bahnsteige liegt der Freistaat im Ländervergleich mit knapp 80 Prozent auf einem viertletzten Platz, wie das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene am Mittwoch mitteilte. Niedriger ist dieser Wert demnach nur im Saarland, in Hessen und Thüringen.

Zwar hat sich der Anteil der stufenlos zugänglichen Bahnsteige im Freistaat nach Angaben des Verkehrsbündnisses gegenüber 2017 um fast fünf Prozentpunkte erhöht. Damit liegt Bayern aber unter dem Bundesdurchschnitt von 83,5 Prozent. 

"Die bayerische Politik sollte das schlechte Abschneiden als Weckruf verstehen, die Ausstattung der Bahnhöfe mit Aufzügen, Rolltreppen und Rampen schnell zu verbessern", sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, im Hinblick auf den aktuellen Zustand.

Ohne fremde Hilfe den Zug erreichen zu können, werde angesichts der demografischen Entwicklung immer wichtiger, so Flege. Von einem wirklich behindertengerechten Bahnreisen sei man aber auch dann noch immer ein Stück weit entfernt. 

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht, gibt es in Bayern zum Beispiel nur an 427 von 916 Halten an jedem Bahnsteig taktile Blindenleitstreifen. Der Weg dorthin ist nur an 324 Bahnhöfen mit einem Leitsystem für Sehbehinderte ausgestattet, das ist ein Anteil von gut 35 Prozent.

Titelfoto: Gregor Blumauer/dpa

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