Cannabis? Nein, Danke: Bayern lehnt Legalisierung weiterhin ab

München/Berlin - Bayern lehnt alle Pläne zur Legalisierung von Cannabis ab. "Bei den Berliner Koalitionsverhandlungen sollte endlich auf die Warnungen von Experten gehört und auf gefährliche Drogen-Vorhaben verzichtet werden", sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57, CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München.

Wie nahezu alle legalen Mittel, die abhängig machen können - wie beispielsweise Alkohol, Nikotin oder Koffein - kann auch Cannabis schwere gesundheitliche Folgen haben. (Symbolbild)
Wie nahezu alle legalen Mittel, die abhängig machen können - wie beispielsweise Alkohol, Nikotin oder Koffein - kann auch Cannabis schwere gesundheitliche Folgen haben. (Symbolbild)  © picture alliance / Daniel Karmann

Das Wort "Entkriminalisierung" möge zwar positiv klingen, es müsse aber verhindert werden, dass noch mehr Menschen Cannabis konsumierten.

Holetschek forderte die Spitzen von SPD, FDP und Grünen auf, Pläne für eine Legalisierung von Cannabis fallen zu lassen.

"Der Genuss von Cannabis darf nicht verharmlost werden. Zu den Risiken zählen neben der Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung negative Auswirkungen auf das Gedächtnis sowie auf Lern- und Denkleistungen", betonte er.

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Auch das Risiko für die Entwicklung einer psychotischen Erkrankung sowie weiterer psychiatrischer Erkrankungen sei erhöht.

Eine Legalisierung von Cannabis ist bei den Parteien umstritten. Im Sondierungspapier einer möglichen Koalition aus SPD, Grünen und FDP gab es dazu keine Angaben. FDP und Grüne sind für einen "Verkauf in lizenzierten Fachgeschäften".

Die SPD hingegen befürwortet eine "regulierte Abgabe" an Erwachsene zunächst in Modellprojekten, die von Präventions- und Beratungsangeboten begleitet werden.

Auch der Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters, Rainer Thomasius, warnte eindringlich vor einer Legalisierung.

Kein Freund vom Joint: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57, CSU) stellt sich weiterhin gegen die Legalisierung von Cannabis.
Kein Freund vom Joint: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57, CSU) stellt sich weiterhin gegen die Legalisierung von Cannabis.  © Sven Hoppe/dpa

Dieser Schritt würde psychische Störungen und gesundheitliche Probleme vor allem bei Jugendlichen verschärfen, sagte der Hamburger Professor der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Länder wie die USA, Kanada und Portugal, die Cannabis legalisiert haben, zeigen, dass der Konsum im Zusammenhang mit der Legalisierung um etwa 30 Prozent steigt und die damit verbundenen psychischen Störungen um etwa 25 Prozent höher liegen als in Staaten ohne Legalisierung."

Titelfoto: Montage: picture alliance / Daniel Karmann + Sven Hoppe/dpa

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