Bayern lockert weiter: Mehr Publikum, weniger Maske

Von Marco Hadem, Christoph Trost und Michael Donhauser

München - Angesichts beständig sinkender Corona-Zahlen lockert Bayern die Corona-Schutzmaßnahmen weiter.

Markus Söder (54, CSU, r.), Ministerpräsident von Bayern, und Florian Herrmann (49, CSU), Leiter der Staatskanzlei, vor Beginn der Kabinettssitzung in der Staatskanzlei.
Markus Söder (54, CSU, r.), Ministerpräsident von Bayern, und Florian Herrmann (49, CSU), Leiter der Staatskanzlei, vor Beginn der Kabinettssitzung in der Staatskanzlei.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa

Nach den bayerischen Grundschülern müssen auch Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen am Sitzplatz keine Maske mehr tragen.

Es gibt dafür lediglich eine Bedingung: Die regionale Sieben-Tage-Inzidenz muss unter 25 liegen - was nahezu flächendeckend der Fall ist. Das Kabinett beschloss die Lockerung am Dienstag in München, wie Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) sagte. Es solle dabei empfohlen werden, dreimal statt zweimal pro Woche einen Corona-Test zu machen.

Vergangene Woche hatte das Kabinett bereits die Maskenpflicht im Unterricht an Grundschulen ausgesetzt. Die Freien Wähler forderten schon länger eine Aufhebung der Maskenpflicht an allen Schulen.

Goldbarren in Plastiktüte vor Haustüre abgestellt: Betrüger hauen Seniorin übers Ohr
Bayern Goldbarren in Plastiktüte vor Haustüre abgestellt: Betrüger hauen Seniorin übers Ohr

Auch die Regeln für Kultur- und Sportveranstaltungen werden weiter gelockert. Unter Einhaltung entsprechender Hygienekonzepte sind im Freien statt bisher 500 künftig bis zu 1500 Zuschauer erlaubt, davon bis zu 200 auf Stehplätzen mit Mindestabstand.

In Hallen und Theatern sind weiterhin so viele Zuschauer erlaubt, wie bei Einhaltung von jeweils mindestens 1,5 Metern Abstand möglich sind, höchstens aber 1000. Die Regelungen gelten auch für Tagungen und Kongresse.

Vor allem die Amateur-Fußballvereine hatten den Öffnungsschritt lange ersehnt und eingefordert. Der FC Schweinfurt hatte sogar versucht, sich für ein Relegationsspiel eine höhere Zuschauerzahl zu erklagen.

Luftreiniger sollen Schutz in Schulen verbessern

Die Sperrstunde in der Gastronomie wird laut Kabinettsbeschluss von Mitternacht auf 1 Uhr verlängert. Es werde aber in diesem Jahr "keine Volksfeste" geben, sagte Söder, "auch kleinere nicht".

Den Corona-Schutz an Schulen will das Kabinett mit Luftreinigern verstärken: Bis zum Herbst soll es in allen bayerischen Klassenzimmern solche Geräte geben. Das Kabinett beschloss, dass der Freistaat den Kommunen dafür 50 Prozent der Anschaffungskosten erstatten wird. Der Ausbau sei eine Gemeinschaftsausgabe, sagte Söder.

Derzeit gebe es rund 14.000 Schulkassen, die mit Filteranlagen ausgebaut seien, in Kitas seien es rund 1000. "Wir möchten, dass das ausgebaut wird." Im Freistaat lernen rund 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler in etwa 75 000 Klassen an knapp 6200 Schulen.

Söder sprach insgesamt von einer guten Entwicklung der Corona-Lage. Die Delta-Variante erfordere aber Vorsicht und Klugheit im Umgang. Man wolle Lebensfreude nicht dämpfen, aber vorsichtig sein, betonte er.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa Pool/dpa

Mehr zum Thema Bayern: