Lebensgefährliche Asiatische Tigermücke: Droht Bayern eine Invasion?

Fürth - Mit den sommerlichen Temperaturen treten in Bayern auch viele Stechmückenarten wieder vermehrt auf. Dabei müssen sich die Menschen im Freistaat auch zunehmend mit exotischen Arten wie der Asiatischen Buschmücke oder der Asiatischen Tigermücke herumschlagen.

Eine Asiatische Tigermücke.
Eine Asiatische Tigermücke.  © Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

Die Buschmücke sei vor etwa zwölf Jahren das erste Mal in Deutschland nachgewiesen worden, sagt Stechmückenexperte Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut. "Auch in Bayern kommt sie inzwischen weit verbreitet vor."

Die Stadt Fürth hat seit dem vergangenen Jahr mit der aggressiven Tigermücke zu kämpfen. "Bisher wurden in diesem Jahr 30 Asiatische Tigermücken aufgefunden", berichtete die Stadt. Die nur wenige Millimeter großen Mücken sind an einer auffälligen schwarz-weißen Musterung am Hinterleib und den Hinterbeinen erkennbar. 

Die zu dieser Jahreszeit hohe Anzahl deute darauf hin, dass die Mücke in Fürth überwintern konnte, sagt Mückenexperte Kampen.

Die ursprünglich in Süd- und Südostasien beheimatete Stechmücke konnte schon im letzten Sommer in einer Kleingartenanlage in Fürth nachgewiesen werden. Mittlerweile haben sich die Mücken den Angaben der Stadt zufolge auch auf angrenzende Wohnsiedlungen ausgebreitet. 

Die Tiere können Krankheiten wie das Dengue-Fieber übertragen. Die Erkrankung kann bei besonders schweren Verläufen tödlich sein, meist haben Infizierte nach Angaben des Robert-Koch-Instituts aber keine Symptome oder entwickeln milde fieberhafte Erkrankungen.

Klimaerwärmung lässt Stechmücken-Populationen wachsen

Eine Asiatische Buschmücke.
Eine Asiatische Buschmücke.  © Stefan Sauer/dpa

Dass die Tigermücke in Bayern Krankheitserreger überträgt, ist nach Ansicht von Kampen aber vorerst unwahrscheinlich. "Die Mücke lebt nur circa vier Wochen lang und ist bislang nur an wenigen Orten und sehr lokal zu finden." Außerdem gebe es in Bayern nur wenige Infektionsquellen – und um andere Menschen anstecken zu können, müsse die Stechmücke zunächst einen Infizierten stechen.

Jedoch komme ihr die Klimaerwärmung zugute: Durch die warmen Temperaturen werden die Populationen größer. "Je höher die Populationsdichten, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass eine Übertragung stattfindet."

Aktuell ist in Bayern nur Fürth von der Asiatischen Tigermücke betroffen. Ob sie sich von dort aus auf ganz Bayern ausbreitet? Das hält Kampen zunächst für unwahrscheinlich. Da es sich um eine sehr flugträge Mücke handele, bleibe die Population räumlich meist sehr begrenzt. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich ausbreitet, ist nicht sehr hoch", betont der Experte.

Die warmen Temperaturen der vergangenen Jahre hat auch die Ausbreitung der heimischen Stechmücken beschleunigt. Unter anderem Gemeinden am Ammersee oder Starnberger See hatten mit regelrechten Mückenplagen zu kämpfen. Dieses Jahr sei die Lage am Starnberger See noch ruhig, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Starnberg. "Natürlich gibt es hier viele Mücken, aber man kann aktuell nicht von einer Plage sprechen."

Auch in der im letzten Jahr stark von Stechmücken betroffenen Gemeinde Eching am Ammersee ist die Lage noch überschaubar. "Bislang gibt es noch keine nennenswerten Zahlen", sagte Bürgermeister Siegfried Luge (CSU). Auch aus anderen Gemeinden gibt es nach Angaben des Landratsamtes Landsberg am Lech erst wenige Meldungen.

Durch den Starkregen in den vergangenen Wochen gibt es jedoch nach Angaben des Echinger Bürgermeisters viele überflutete Flächen, was eine Vermehrung der Tiere begünstigen könnte. Damit Stechmückenlarven schlüpfen können, braucht es stehendes Wasser. Ist das Wetter über längere Zeit feucht und warm, kann es zu einer Plage kommen, sagt Mückenexperte Kampen. 

Die Situation könne sich aber innerhalb von wenigen Wochen schlagartig wieder ändern. Ob dieser Sommer mückenreich wird, sei daher schwierig vorauszusagen. 

Titelfoto: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

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