Teufel steckt im Detail: Das haben Unternehmen am Standort Bayern auszusetzen

München - Die allermeisten bayerischen Unternehmen sind mit ihrer Standortwahl zufrieden.

Die allermeisten bayerischen Unternehmen sind mit ihrer Standortwahl zufrieden. (Symbolbild)
Die allermeisten bayerischen Unternehmen sind mit ihrer Standortwahl zufrieden. (Symbolbild)  © Peter Kneffel/dpa

19 von 20 Betrieben (95 Prozent) würden sich wieder im Freistaat ansiedeln, wie eine aktuelle Untersuchung im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) ergeben hat, die der Deutschen Presse-Agentur exklusiv vorab vorliegt.

Damit hat sich die Standortloyalität inmitten der Corona-Krise leicht um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr verbessert. Die Befragung hatte im Sommer stattgefunden.

Am treuesten sind die Unternehmen dabei in der Oberpfalz und Niederbayern mit Loyalitäten von 97,5 und 95,8 Prozent.

Die vergleichsweise niedrigste Loyalität gibt es in Oberfranken, Mittelfranken und Schwaben. Mit je 94,1 Prozent sind die Werte aber auch dort hoch. "Das gute Ergebnis zeigt, dass sich die Unternehmen auch in der Corona-Krise am Standort Bayern gut aufgehoben fühlen", betont vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Auch die Standortqualität wird insgesamt recht gut bewertet. Mit 75,5 von 100 möglichen Punkten liegt sie auf dem zweithöchsten Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2013. Nur vergangenes Jahr fiel das Urteil ein klein bisschen besser aus.

In der Rangliste der Regierungsbezirke liegen hier Oberbayern und Schwaben vorne, die Oberpfalz und Oberfranken hinten.

Bayerns Unternehmen sind dem Standort treu - Oberpfalz vorne

Die bayerische Flagge mit weiß-blauen Rauten weht vor weiß-blauem Himmel im Wind. (Symbolbild)
Die bayerische Flagge mit weiß-blauen Rauten weht vor weiß-blauem Himmel im Wind. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Dennoch haben die Unternehmen auch einiges auszusetzen: Betrachtet man einzelne Felder, glänzen die von den befragten Betrieben vergebenen Schulnoten nicht.

So gibt es für Verwaltungshandeln sowie den Bereich Humankapital und Arbeitsumfeld jeweils eine 3,5. Auch bei der allgemeinen Infrastruktur mit 2,9 und dem Innovationsumfeld mit 2,7 fallen die Noten eher mittelmäßig aus. Noch am besten schneidet die Energie- und Stromversorgung mit 2,5 ab.

Interessanterweise haben sich die Noten für die einzelnen Bereiche seit 2013 meist verschlechtert - während die allgemeine Standortzufriedenheit gestiegen ist.

Hanno Kempermann, einer der Autoren der Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH für die vbw erstellt hat, erklärt die Diskrepanz: Bei der übergeordneten Frage, wie das Gesamtpaket bewertet werde, gingen noch weitere Faktoren ein, sagt er. Beispielsweise auch der Vergleich mit der Entwicklung an anderen Standorten und Faktoren wie Sicherheit und Lebensqualität in Bayern.

"Im Detail gibt es immer Dinge zu verbessern. Im Allgemeinen sind die Unternehmen aber ganz zufrieden."

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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