Einlasskriterien machen einfach sprachlos: Club löst mit Hinweis Shitstorm aus

Bayreuth - Ein Vermerk auf der Homepage des Bayreuther Clubs "Breakout" löste im Netz einen Shitstorm aus. Die ausländerkritischen Äußerungen fliegen der Disco, auch nachdem sie gelöscht wurden, weiter um die Ohren.

In den Bayreuther Club kommt nicht jeder rein. (Symbolbild)
In den Bayreuther Club kommt nicht jeder rein. (Symbolbild)  © Mariia Boiko/ 123RF

Auf der "Breakout"-Website war zu lesen, dass der Club genaue Einlasskriterien hat.

Im mittlerweile gelöschten Hinweis stand, dass "am Abend nur ein gewisser Prozentsatz an bestimmen Ausländern der Einlass gewährt" wird. Außerdem würde der Personalausweis "während des Aufenthalts bei der Security" aufbewahrt. 

Entscheidend über den Einlass soll sein, ob man beim Personal bekannt ist oder von der Kleidung und dem Auftreten zur "Gästekultur" passt.

Nachdem die Aussagen Entrüstungen auslösten, wurde der Absatz von den Betreibern gelöscht. 

Andreas Zippel, zweiter Bürgermeister der Stadt Bayreuth, zeigt sich entsetzt. Auf seiner Facebook-Seite prangert der den Club mit einem Screenshot des Hinweises an. 

"Es ist nicht nur Recht, sondern auch Pflicht eines Clubbetreibers, dafür zu sorgen, dass keine Auseinandersetzungen und Schwierigkeiten auftreten", erklärt Zippel. 

"Allerdings hat die Frage, wie ich mich in einem Club verhalte, absolut nichts mit der Frage der Staatsangehörigkeit, des Aussehens oder der Einordnung in "bestimmte Ausländergruppen" (was auch immer das heißen soll) zu tun", so der Bürgermeister.

Hausrecht oder Diskriminierung? Disco verwehrt Ausländern den Eintritt

Zippel wolle solche "dummen stereotypischen Annahmen" nicht dulden, da die genannten Verallgemeinerungen grundlegend falsch seien. 

Jeder sei beim Betreten des Clubs zu kontrollieren: Hautfarbe, Nationalität oder Kulturzugehörigkeit könnten dabei keinen Ausschlag geben. Nur "Verhalten, Integrität und Vorerfahrungen" dürfen bei der Beurteilung der Gäste eine Rolle spielen, so Zippel. Die Betreiber des "Breakout" waren bisher nicht zu einer Stellungnahme zum Vorfall bereit.

Bei Kritik an Einlassbeschränkungen berufen sich Clubbetreiber zumeist auf ihr Hausrecht. Denn wenn es um Jugendschutz, Kapazität oder eine Gefährdung anderer Gäste geht, sind Beschränkungen erlaubt. Aggressiven oder betrunkenen Personen kann damit der Eintritt immer verwehrt werden.

Dabei darf aber keine Diskriminierung vorliegen, der Betreiber muss sich an das Allge­meine Gleich­stel­lungs­gesetz (AGG) halten. 

Titelfoto: Mariia Boiko/ 123RF

Mehr zum Thema Bayern:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0