Blutbad in Flüchtlingsheim: Landgericht hat Urteil gesprochen!

Augsburg - Nach einem blutigen Familienstreit mit einem toten Jugendlichen in einem Flüchtlingsheim will das Landgericht Augsburg am Dienstag ab 14.30 Uhr das Urteil verkünden.

Am Dienstagnachmittag könnte bereits das Urteil nach dem blutigen Familienstreit fallen. (Symbolbild)
Am Dienstagnachmittag könnte bereits das Urteil nach dem blutigen Familienstreit fallen. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Die Staatsanwaltschaft hat für den 30 Jahre alten Angeklagten eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert.

Zudem verlangt der Staatsanwalt die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, sodass voraussichtlich nicht bereits nach 15 Jahren die Gefängnisstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.

Der Angeklagte, ein afghanischer Staatsangehöriger, hatte in dem Verfahren ein Teilgeständnis abgelegt und zugegeben, seinem 15 Jahre alten Schwager den Hals durchgeschnitten zu haben.

Vier weitere Angehörige seiner Ehefrau hatte der Mann ebenfalls mit dem Messer verletzt. Der 30-Jährige sagte, dass er von dem Jugendlichen angegriffen worden sei.

Der Verteidiger wertete daher die Tötung des 15-Jährigen in seinem Plädoyer als Notwehr. Die weiteren Taten seien jeweils als gefährliche Körperverletzung zu sehen, einen Tötungsvorsatz gebe es nicht. Ein konkretes Strafmaß verlangte der Anwalt des Angeklagten nicht.

Der Staatsanwalt geht hingegen davon aus, dass sich der Angeklagte an der Familie seiner Ehefrau mit dem Blutbad rächen wollte. Die Frau hatte sich vor der Tat von dem Mann getrennt.

Update 15.04 Uhr: Lebenslange Haft nach tödlichem Familienstreit in Flüchtlingsheim

Der Angeklagte sitzt im Gerichtssaal. Am Dienstag wurde er zu lebenslanger Haft verurteil. (Archiv)
Der Angeklagte sitzt im Gerichtssaal. Am Dienstag wurde er zu lebenslanger Haft verurteil. (Archiv)  © Ulf Vogler/dpa

Nach der Tötung eines Jugendlichen in einem Augsburger Flüchtlingsheim ist ein 30 Jahre alter Mann zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden.

Das Landgericht Augsburg stellte zudem am Dienstag die besondere Schwere der Schuld fest, so dass die Gefängnisstrafe voraussichtlich nicht bereits nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden kann (Az. 8 Ks 401 Js 113618/20).

Der afghanische Staatsangehörige hatte sich ein langes Messer gekauft und war in dem Heim auf die Familie seiner Ehefrau losgegangen. Die Frau hatte sich zuvor von ihm getrennt.

Der Mann schnitt seinem 15 Jahre alten Schwager den Hals durch und verletzte weitere Familienmitglieder teilweise schwer. Richterin Sabine Konnerth sprach von einer "eiskalt geplanten Tat".

Mit dem Urteil folgte die Strafkammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte die Tötung des 15-Jährigen als Notwehr bewertet, weil sein Mandant bei dem Treffen in dem Flüchtlingsheim selbst angegriffen worden sei.

Titelfoto: Ulf Vogler/dpa

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