Senioren um Millionen geprellt: Polizei hebt Callcenter-Bande aus

Trier/Nürnberg - Kriminelle Callcenter-Betreiber im Kosovo sollen Senioren in ganz Deutschland mit falschen Lotterie-Gewinnversprechen über Jahre in großem Stil betrogen haben.

Zahlreiche Senioren sind offenbar auf kriminelle Callcenter-Betreiber reingefallen. (Symbolbild)
Zahlreiche Senioren sind offenbar auf kriminelle Callcenter-Betreiber reingefallen. (Symbolbild)  © 123rf/Tomas Anderson

Die Bande, die mit ihrer Masche Beute in Millionenhöhe gemacht haben soll, wurde Mitte November in einer internationalen Aktion ausgehoben, wie die Polizei Trier am Freitag mitteilte. Neun Tatverdächtige, darunter "die Köpfe der Bande", seien festgenommen und 13 Objekte durchsucht worden.

Zu den Geschädigten gehörten auch Menschen in Ansbach und Bad Winsheim, wie das Polizeipräsidium Mittelfranken gleichzeitig in Nürnberg mitteilte. Der Betreiber des Callcenters sei schon 2018 ins Visier der Kripo in Ansbach geraten.

Dem Zugriff gingen monatelange Ermittlungen unter Beteiligung von Ermittlern in Bad Kreuznach, Dresden und Bayern sowie der kosovarischen Behörden voraus. Die Federführung hatte die Kripo Trier, weil Anzeigen von Opfern aus Trier und dem nahe gelegenen Raum Idar-Oberstein die Ermittlungen in Gang gesetzt hatten.

Die Vorgehensweise der Bande sei fast immer gleich gewesen, erklärten die Polizeistellen: Sie rief nach Angaben der Ermittler ältere, alleinstehende Senioren in Deutschland an und suggerierte ihnen einen Lotterie-Gewinn von mehreren Hunderttausend Euro.

Gebühren zahlen für angeblichen Gewinn

Die Polizei hat eine kriminelle Bande mit internationaler Hilfe ausgehoben. (Symbolbild)
Die Polizei hat eine kriminelle Bande mit internationaler Hilfe ausgehoben. (Symbolbild)  © 123rf/foottoo

Um an den vermeintlichen Gewinn zu kommen, sollten die Opfer zunächst anfallende Gebühren bezahlen. Diese erfolgten per Überweisungen ins Ausland, Einkaufsgutscheine für große Internetportale oder persönliche Geldabholungen.

Die Polizei teilte weiter mit, die Täter hätten die Opfer unzählige Male angerufen, um eine Vertrauensbasis aufzubauen. Teils hätten sie die Geschädigten sogar dazu gebracht, Geld bei anderen Geschädigten abzuholen. So sei die Bande an "enorme Geld- und Vermögenswerte" gekommen.

Neben dem materiellen Schaden hatten die Anrufe laut Polizei für die Opfer auch häufig psychische Folgen. Von den Machenschaften der Bande seien unzählige Opfer geschädigt worden.

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Im Zuge der vorherigen Ermittlungen seien vor rund einem Jahr drei Männer im südlichen Rheinland-Pfalz festgenommen worden, die als Geldabholer unterwegs gewesen seien.

Über weitere Ermittlungen sei man dann an die Hintermänner gekommen, hieß es bei der Polizei in Trier.

Titelfoto: 123rf/Tomas Anderson

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