Corona-Abi: SPD fordert Abschaffung des Numerus Clausus beim Studium

München - Der Numerus Clausus als Zugangsbeschränkung zu bestimmten Studienfächern soll aus Sicht der bayerischen SPD zumindest in diesem Jahr ausgesetzt werden.

Ronja Endres (34) fordert für das aktuelle Jahr ein Aussetzen des Numerus Clausus. (Archiv)
Ronja Endres (34) fordert für das aktuelle Jahr ein Aussetzen des Numerus Clausus. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

"Der Numerus Clausus war schon immer ungerecht und hat viele Ausbildungswege gerade von weniger privilegierten Kindern unnötig durchkreuzt. In diesem Corona-Jahr ist er aber als Auswahlkriterium völlig inakzeptabel", sagte die Vorsitzende Ronja Endres (34) anlässlich des bayernweiten Starts der Abiturprüfungen am Mittwoch.

Mit Numerus Clausus (NC) werden Zugangsbeschränkungen in begehrten Studiengängen bezeichnet, die zu großen Teilen an der Abiturnote festgemacht werden.

"AbiturientInnen aus sozial benachteiligten Familien haben im mancherorts monatelangen Distanzunterricht kaum Hilfestellung bekommen, hatten teils schwierige Lernsituationen zu Hause und ihre Familien konnten kein Geld in Nachhilfe stecken", erläuterte Endres.

Deshalb sollten die Universitäten im Herbst auf Probesemester oder Eignungstests setzen. Auch bei der Ausbildungsplatzvergabe müssten neben den Noten Durchhaltevermögen, Selbstmotivation, Rücksichtnahme oder Widerstandsfähigkeit berücksichtigt werden, forderte Endres.

Kontroverse Debatten über Abi-Situation

Mit dem Fach Deutsch haben am Mittwoch rund 35.000 Schülerinnen und Schüler in Bayern ihre erste schriftliche Abiturprüfung abgelegt.

Es folgen am 18. Mai Mathematik und am 21. Mai ein weiteres Fach, bevor im Juni noch zwei mündliche Prüfungen anstehen.

Die Frage, ob das Abitur im inzwischen zweiten Pandemie-Schuljahr fair und gerecht ist, wird dabei kontrovers diskutiert.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

Mehr zum Thema Bayern: