Corona-Meldungen für Bayern: Zahlen, Neuerungen und Maßnahmen

Bayern - Der Freistaat ist weiterhin von der Pandemie geprägt. Steigende Fallzahlen erhöhen die Angst vor der Rückkehr strengerer Maßnahmen. Doch die Politik versucht, mit gezielten Korrekturen, den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rückschritt zu verhindern.  

Update 10. Oktober, 15.49 Uhr: Aktuelle Zahlen für München

Update 10. Oktober, 10.49 Uhr: Landkreis Fürstenfeldbruck und Stadt Memmingen über Corona-Warnwert

Nach der Stadt Rosenheim haben nun zwei weitere Regionen in Bayern einen wichtigen Corona-Warnwert überschritten. 

In der Stadt Memmingen gab es innerhalb einer Woche 54,4 Infektionen pro 100.000 Einwohnern, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin am Samstag (Stand: 0 Uhr) mitteilte. Im Landkreis Fürstenfeldbruck lag der Wert bei 51,1 und damit knapp über dem kritischen Wert von 50.

Rosenheim hatte diese Schwelle bereits am Freitag überschritten. Am Samstag gab es dort laut RKI innerhalb von sieben Tagen 67,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. In der Stadt gelten deshalb seit Samstag strengere Corona-Bestimmungen. So dürfen sich im öffentlichen Raum wie auf Privatgrund nur noch höchstens fünf Personen als Gruppe aufhalten. 

An Feiern in privaten Räumen dürfen maximal 25 Menschen teilnehmen, das gilt auch für öffentliche Veranstaltungen. Verstöße können eine Geldbuße von bis zu 25.000 Euro nach sich ziehen.

Update 9. Oktober, 18.49 Uhr: MAN-Betriebsräte fordern Hilfe der Politik

Mitarbeiter von MAN Truck & Bus arbeiten in einer Produktionsstraße in München. (Archiv)
Mitarbeiter von MAN Truck & Bus arbeiten in einer Produktionsstraße in München. (Archiv)  © Sven Hoppe/dpa

Die Betriebsräte des Lkw- und Busherstellers MAN in Deutschland und Österreich fordern angesichts geplanter drastischer Stellenstreichungen ein Hilfsprogramm der Politik für die Entwicklung klimafreundlicher Antriebe.

In einem offenen Brief an mehrere Bundesministerien und zahlreiche Abgeordnete warnen die Arbeitnehmervertreter vor dem Verlust von technologischem Know-how, wenn der Vorstand des zum VW-Konzern gehörenden Unternehmens seine Kürzungspläne umsetzt.

"Unsere Industrie ist nicht nur systemrelevant, sie forscht an der Zukunft", heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Brief. "Wasserstoff und batteriebetriebene Mobilität werden in einigen Jahren für einen emissionsfreien Güterverkehr sorgen."

Wenn die Politik den Handlungsdruck nicht erkenne, finde "die gesamte Entwicklung von Zukunftstechnologien außerhalb der Bundesrepublik Deutschland statt", warnen die Betriebsräte. "Um es an einer Zahl festzumachen: Zur Entwicklung eines Motors brauchen wir eine Milliarde Euro. (...) Zugleich fehlt eine politische Festlegung auf die Infrastruktur für eine Antriebstechnik." Die Folge sei, dass das Unternehmen gleichzeitig in die Forschung von Brennstoffzelle und Wasserstoff- sowie Elektro- und effizienterem Dieselantrieb investiere.

MAN will 9500 seiner weltweit 36.000 Stellen streichen, der Vorstand hat kürzlich eine Vereinbarung zur Standortsicherung gekündigt, die eigentlich bis 2030 hätte gelten sollen. Vor dem Aus stehen die Werke Steyr (Österreich), Plauen und Wittlich. 

Ein großer Stellenabbau wird auch in anderen Werken wie München und Nürnberg befürchtet. Details sind bislang nicht bekannt, die Unternehmensleitung will mit den Betriebsräten verhandeln.

Update 9. Oktober, 18.28 Uhr: 28 Coronafälle in Nürnberger Pflegeheim

In einem Pflegeheim in Nürnberg haben sich 28 Personen mit Sars-CoV-2 infiziert.
In einem Pflegeheim in Nürnberg haben sich 28 Personen mit Sars-CoV-2 infiziert.  © vifogra / Eberlein

In einem Nürnberger Pflegeheim haben sich 28 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Positiv getestet wurden 18 Frauen und Männer unter den Bewohnern, weitere zehn Infektionen gab es in der Belegschaft, wie das Nürnberger Gesundheitsamt am Freitag meldete. 

Ein hochbetagter Bewohner liegt auf der Intensivstation, unter den übrigen Infizierten gab es bisher keine weiteren schwerwiegenden Folgen.

Das Gesundheitsamt verhängte ein Besuchsverbot für das im Stadtteil Langwasser gelegene Heim, drei Wohnbereiche innerhalb der Einrichtung sind nun isoliert. Das Personal muss mit Schutzausrüstung arbeiten.

Ein grundsätzliches Verbot von Besuchen in Alten- und Pflegeheimen wie im Frühjahr soll es trotz steigender Infektionszahlen aber im Winter nicht geben. Das stellte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) klar. 

"Der Schutz vor Infektionen ist sehr wichtig. Aber auch der Schutz der Pflegebedürftigen vor Einsamkeit liegt mir sehr am Herzen", sagte die CSU-Politikerin. In den vergangenen Monaten gab es demnach in manchen Heimen Streit zwischen Familienangehörigen und Personal, weil die Heimleitungen Besuch auf den Zimmern nicht erlaubten. Huml betonte, dass auch Besuche auf Zimmern erlaubt seien.

Update 9. Oktober, 16.27 Uhr: Schlechtestes Jahr am Münchner Flughafen seit Eröffnung

Den Münchner Flughafen erwartet das schlechteste Jahr etwa 30 Jahren. (Archiv)
Den Münchner Flughafen erwartet das schlechteste Jahr etwa 30 Jahren. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

Der Münchner Flughafen erwartet das schlechteste Jahr seit Eröffnung vor knapp 30 Jahren. Die Flughafengesellschaft FMG rechnet lediglich mit 12 Millionen Passagieren, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. 

Das wäre nur noch ein Viertel der 2018 gezählten 48 Millionen Fluggäste und so wenige wie im ersten Betriebsjahr 1992.

In den ersten neun Monaten ist das Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorjahr bereits um mehr als zwei Drittel gesunken. Waren von Januar bis September 2109 noch 37 Millionen Fluggäste gezählt worden, nutzten heuer bislang nur 10 Millionen Menschen den hinter Frankfurt zweitgrößten deutschen Flughafen.

Im April und Mai war der Betrieb auf dem Flughafen fast vollständig zum Erliegen gekommen, im Sommer gab es dann einen Aufwärtstrend mit wieder 880.000 Passagieren allein im August. Da inzwischen die internationalen Reisebeschränkungen wieder zunehmen, fand der Aufwärtstrend laut FMG im September bereits wieder sein Ende.

Einen derart rasanten Rückgang der Passagierzahlen hätte sich vor einem Jahr niemand vorstellen können. 2019 war für den Flughafen im Erdinger Moos vor den Toren Münchens mit 48 Millionen Passagieren und 417.000 Starts und Landungen das zehnte Rekordjahr in Folge gewesen. 

Eigentümer des Flughafens sind der Freistaat, die Landeshauptstadt und der Bund.

Update 9. Oktober, 16.16 Uhr: Münchens OB für bundesweit einheitliche Corona-Regeln in Großstädten

Mit einem einheitlichen Maßnahmenkatalog soll in deutschen Großstädten die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. 

Wie Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Freitag nach einer Videoschalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und zehn weiteren Stadtoberhäuptern sagte, handele es sich dabei im Grunde um Maßnahmen, die in München bereits umgesetzt worden seien - wie zum Beispiel eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, in der Gastronomie und bei Sportveranstaltungen.

Bundesweit sei ein Anstieg der Infektionszahlen zu erkennen, deswegen hätten sich die Gesprächsteilnehmer darauf verständigt, die Kontaktmöglichkeiten gegebenenfalls zu beschränken, sagte Reiter. Das sei beim Überschreiten der kritischen Werte von 35 oder 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen der Fall. In München lag dieser Wert am Freitag laut Landesamt für Gesundheit (LGL) bei 42,4. Ab einem Wert von über 35 werde es für die Behörden schwierig, die Infektionsketten nachzuverfolgen, sagte Reiter.

In zwei Wochen soll es den Angaben nach eine erneute Videokonferenz mit Kanzlerin Merkel und den Oberbürgermeistern der größten deutschen Städte geben.

Update 9. Oktober, 15.57 Uhr: Söder und Kurz: Wir wollen keine Grenzschließungen

Markus Söder (CSU) und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) haben sich gegen Grenzschließungen ausgesprochen. (Archiv)
Markus Söder (CSU) und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) haben sich gegen Grenzschließungen ausgesprochen. (Archiv)  © Hans Klaus Techt/APA/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) haben sich klar gegen neue Grenzschließungen im Kampf gegen das Coronavirus ausgesprochen. 

"Wir in Deutschland wollen keinen zweiten Lockdown, wir wollen auch keine Schließung der Grenzen", sagte Söder am Freitagnachmittag vor einem Treffen mit Kurz im Zollamt Bad Reichenhall direkt an der Grenze. "Eine Schließung der Grenzen wäre eine Ultima Ratio, die jetzt keiner will." Kurz betonte ebenfalls, es sei "ein ganz wesentlicher Aspekt, dass die Grenzen offen bleiben". Kurz warnte sehr deutlich vor schweren Folgen für die eng verwobene Wirtschaft.

In beiden Ländern waren zuletzt wieder hohe Corona-Zahlen registriert worden. In Österreich wurden sogar die Spitzenwerte aus der Hochphase der Pandemie im Frühjahr überschritten - wobei die Regierung darauf hinwies, dass heute deutlich mehr getestet werde als damals. 

Deutschland hat die Bundesländer Wien, Vorarlberg (mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg / Kleinwalsertal) sowie Tirol (mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz) schon vor einiger Zeit zu Risikogebieten erklärt.

Update 9. Oktober, 15.50 Uhr: Ministerium: Mehr Schüler in Quarantäne - aber kein größerer Ausbruch

Tausende Schüler in Bayern sind wegen der Corona-Pandemie in Quarantäne - einen größeren Ausbruch an Schulen sieht das Kulturministerium aber derzeit nicht. Bis Donnerstag seien 0,82 Prozent der 1,65 Millionen Schüler nicht im Präsenz-Unterricht in der Schule, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in München. 

Das bedeutet rund 13530 Schüler und damit fast 1000 mehr als noch in der Vorwoche. 0,02 Prozent seien wegen eines positiven Tests in Quarantäne - das sind etwa 330 Schüler. Letzte Woche waren es noch etwa 400 mit positivem Testergebnis.

Zwar seien die Gesundheitsbehörden für das Erfassen der absoluten Infektionszahlen zuständig. Aber bislang gebe es an den Schulen nach Kenntnis des Ministeriums keine "auffälligen Infektionsentwicklungen", also keinen Hotspot innerhalb einer Schule. Nur eine Schule ist nach Angaben des Ministeriums komplett geschlossen.

Von rund 155.000 Lehrern in Bayern waren am Donnerstag 0,72 Prozent in Quarantäne (1116 in absoluten Zahlen/letzte Woche: 970) und rund 0,04 Prozent (62/letzte Woche 46) hatten einen positiven Coronatest.

Update 9. Oktober, 15.30 Uhr: Nächste Woche wieder Corona-Beratungen der Länder mit Merkel laut Söder

Angesichts der wieder drastisch gestiegenen Corona-Zahlen soll es kommende Woche voraussichtlich wieder Beratungen aller Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geben. 

Das kündigte der scheidende Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU), am Freitag vor einem Treffen mit Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz an der bayerisch-österreichischen Grenze bei Bad Reichenhall an. Es werde "wahrscheinlich" ein solches Treffen geben, sagte er. 

Die Lage sei leider außerordentlich ernst. "Wir sind kurz vor einer exponentiellen Entwicklung", warnte der CSU-Vorsitzende.

Update 9. Oktober, 15 Uhr: Bundeswehr und RKI sollen Experten in Corona-Hotspots schicken

Die Bundeswehr und das Robert Koch-Institut sollen künftig Experten in Corona-Hotspots schicken. 

Das gilt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur laut einer am Freitag getroffenen Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Bürgermeistern von Großstädten, wenn in sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

Update 9. Oktober, 14.30 Uhr: Inzidenz-Wert in München bei 42,38

Update 9. Oktober, 13.45 Uhr: Bayern weitet Corona-Risikogebiete massiv aus

Bayern weitet die Liste der innerdeutschen Corona-Risikogebiete deutlich aus: Ab Samstag (0 Uhr) gilt die Einstufung für die gesamte Stadt Berlin, sowie aus Hessen für die Städte Frankfurt am Main und Offenbach sowie aus Nordrhein-Westfalen für die Städte Herne, Hamm und Remscheid. 

Das teilte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit. Auch die Stadtgemeinde Bremen sowie die Landkreise Esslingen in Baden-Württemberg und die beiden niedersächsischen Landkreise Cloppenburg und Wesermarsch wurden zu Risikogebieten erklärt.

Damit dürfen Menschen, die dort wohnen oder sich dort aufgehalten haben, nicht mehr in Bayern in Hotels, Pension, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen beherbergt werden. Bei Verstößen drohen 5000 Euro Geldbuße. Die Risikoliste soll zunächst bis zum Ablauf des 13. Oktober gelten. 

Bisher hatte Bayern nur vier Berliner Bezirke (Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg), Bremen und die Städte Hamm sowie Remscheid wegen der dortigen Corona-Zahlen zu Risikogebieten erklärt.

Update 9. Oktober, 13.32 Uhr: Ministerium: Bisher kein Corona-Hotspot in Kitas

In Kitas in Bayern hat es nach Kenntnis des Familienministeriums bislang keinen Corona-Hotspot gegeben. 

Es handele sich vielmehr um einzelne Infektionsfälle, erklärte ein Sprecher des Ministeriums in München. Von bayernweit rund 9800 Kitas seien Stand Mittwoch 75 geschlossen gewesen, davon 19 vollständig, 56 teilweise. Das sind 0,76 Prozent. "Seit dem neuen Kindergartenjahr sind wir bei den durch Schließungen betroffenen Kitas kontinuierlich bei rund einem Prozent. In den allermeisten Fällen mussten auch nur einzelne Gruppen geschlossen werden", sagte Familienministerin Carolina Trautner (CSU).

In den Kindergärten und Krippen gilt derzeit ein Drei-Stufen-Plan, der je nach Infektionsgeschehen in dem jeweiligen Ort unter anderem geschlossene Gruppen vorsieht. 

"Die Aufrechterhaltung der Kindertagesbetreuung hat für uns weiterhin oberste Priorität", sagte Trautner. "Wir wollen Eltern entlasten und Beschäftigte schützen." Zahlen zu infizierten Kindern und Erziehern hat das Ministerium nicht, weil der Freistaat im Bereich der Kitas nicht der Arbeitgeber ist.

Update 9. Oktober, 13.11 Uhr: Einzelne Jugendherbergen in Bayern wegen Corona in Gefahr

Den bayerischen Jugendherbergen droht wegen Einbußen von rund 60 Prozent in der Corona-Pandemie die Schließung einzelner Häuser. 

Das gab Verbandspräsident Klaus Umbach am Freitag in Nürnberg bekannt. Der Landesverband Bayern des Deutschen Jugendherbergswerkes betreibe derzeit 42 Häuser in Eigenregie, 16 weitere würden von Partnern betrieben. "Wir müssen alle Standorte auf den Prüfstand stellen und sehen, wie sich die Situation entwickelt", sagte Umbach.

Die Übernachtungszahlen seien vor allem wegen des Wegbleibens von Schulklassen und Vereinen eingebrochen. Der Landesvorstand gehe in diesem Jahr von 400.000 Übernachtungen in den 42 selbstbetriebenen Jugendherbergen aus, sagte Vorstandsmitglied Winfried Nesensohn. 

"Im vergangenen Jahr waren es eine Million", betonte er. Dabei sei es angesichts der Corona-Entwicklung nicht einmal sicher, ob die Prognose gehalten werden könne - vor allem in den Großstädten.

Update 9. Oktober, 7.45 Uhr: Olympiasieger Nuis in Inzell infiziert - Nun Quarantäne

Nach zwei Teammitgliedern der deutschen Eisschnelllauf-Nationalmannschaft hat sich in Inzell auch der niederländische Doppel-Olympiasieger Kjeld Nuis mit dem Coronavirus infiziert. 

Nuis hat sich daher gemeinsam mit seinem Team Reggeborgh in Quarantäne begeben. Der 30-Jährige bestätigte die Infektion auf seinem Instagram-Account.

Nach einem Bericht des Internet-Anbieters "schaatsen.nl" befolgt das Privatteam die Anweisungen der deutschen Gesundheitsämter. Vor der Abreise ins Trainingslager nach Inzell war das gesamte Team am vergangenen Freitag noch negativ auf das Virus getestet worden.

Als Konsequenz der positiven Corona-Fälle kehren die anderen beiden Profiteams Jumbo-Visma um Olympiasieger Sven Kramer und Team IKO um Olympiasiegerin Jorien ter Mors trotz negativer Tests vorzeitig aus Inzell in die Niederlande zurück. 

Ursprünglich wollten die Profis am Samstag in Inzell an einem Test-Wettkampf teilnehmen. Die Max-Aicher-Arena wurde jedoch aus Vorsorge bis Samstag geschlossen.

Update 9. Oktober, 6.08 Uhr: Umfrage bei Vorständen: Wirtschaft auf Erholungskurs

Die Stimmung in vielen deutschen Konzernen ist nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte "überraschend optimistisch". 

Deloitte hat nach eigenen Angaben im September 100 Finanzvorstände von Großunternehmen befragt. Ergebnis: "Nur bei 23 Prozent herrscht noch der Krisenmanagement-Modus, während sich 39 Prozent bereits in der Erholungsphase und weitere 38 Prozent schon zurück auf ihrem Vorkrisen-Wachstumskurs sehen."

Vor allem binnenmarktorientierte Branchen wie die Konsumgüterbranche und die Immobilienwirtschaft rechneten mit einer raschen Rückkehr auf das Vorkrisenniveau. Die Investitionspläne der Chemieindustrie seien deutlich positiv. 

Aber exportorientierte, für die Volkswirtschaft wichtige Branchen wie der Maschinenbau und die Autoindustrie "leiden nach wie vor unter der Krise", sagte Deloitte-Chefvolkswirt Alexander Börsch. Hier erwarte jedes dritte Unternehmen frühestens 2022 einen Umsatz wieder auf Vorkrisenniveau. Investitionen würden gekürzt.

Für die deutsche Konjunktur seien die meisten Finanzvorstände optimistisch, für die Eurozone und die USA pessimistisch. Frankreich, Spanien und Großbritannien seien in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Hinzu kämen Risiken wie der Brexit, sagte Börsch. 

Daher sei nach dem Konjunkturabsturz und der kräftigen Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft jetzt "ein langsameres Wachstum realistisch" - vorausgesetzt, es gebe keine neuen Lockdowns. Dass es mehrere Quartale steil aufwärtsgehe und das Ausgangsniveau rasch wieder erreicht werde, sei "zumindest fraglich".

Update 9. Oktober, 6.07 Uhr: Corona-Ausbruch in kleiner Gemeinde bei München

In der kleinen Gemeinde Baierbrunn nahe München hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. 

Zuletzt seien 20 Menschen aus zwei Großfamilien positiv getestet worden, rund 120 Menschen seien in Quarantäne. Der Ort zählt rund 3500 Einwohner. Die Grundschule, eine Kindertagesstätte und ein Hort seien geschlossen worden, sagte der Erste Bürgermeister Patrick Ott. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Als Grund für die vergleichsweise hohe Zahl an Infektionen vermutete Ott zwei Hochzeitsfeiern, zu denen die beiden Großfamilien zusammengekommen waren. Weil deren Kinder auf die Einrichtungen in der Gemeinde verteilt seien, verbreite sich das Virus vor allem dort.

Am Donnerstag gab es am Sportgelände in Baierbrunn Reihentests. Laut Ott ließen sich dort mehr als 150 Personen testen, hauptsächlich Kinder. Von den Ergebnissen werde laut Ott abhängig gemacht, ob weitere Einrichtungen geschlossen werden.

Update 8. Oktober, 17.39 Uhr: Stadt Rosenheim verschärft Corona-Regelungen

Wegen gestiegener Infektionszahlen verschärft die Stadt Rosenheim ab Samstag ihre Corona-Bestimmungen. Mit 66,3 hat die Stadt nach eigenen Angaben am Donnerstag den kritischen Wert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen überschritten. 

Dabei beruft sich die Stadt auf Zahlen ihres Gesundheitsamtes. Dem Landesamt für Gesundheit (LGL) nach lag die Zahl am Donnerstag bei 48,8.

Ab Samstag, 0 Uhr, gelten laut Mitteilung unter anderem folgende Maßnahmen: Im öffentlichen Raum wie auf Privatgrund dürfen sich maximal fünf Personen als Gruppe aufhalten, an Feiern in privaten Räumen dürfen maximal 25 Menschen teilnehmen, das gilt auch für öffentliche Veranstaltungen. Verstöße können eine Geldbuße von bis zu 25.000 Euro nach sich ziehen.

Oberbürgermeister Andreas März (CSU) sagte unter Berufung auf das Gesundheitsamt, die Infektionsketten seien teilweise nicht mehr nachvollziehbar. 

Er appellierte an die Selbstdisziplin der Bürger, sich an Hygiene- und Abstandsregelungen zu halten - zu Hause, in der Freizeit und am Arbeitsplatz.

Update 8. Oktober, 15 Uhr: Inzidenz-Wert in München über 35

Update 8. Oktober, 14.35 Uhr: Beherbergungsverbot sichert laut Söder Tourismus in der Zukunft

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots verteidigt. 

Dies sei gerade angesichts sprunghaft steigender Infektionszahlen ein wichtiges Instrument der Sicherheit für die Gäste, aber auch für die Tourismusbranche, sagte Söder am Donnerstag im Landtag in München.

"Man stelle sich vor, wir haben jetzt eine Übertragung der Infektion in touristische Gebiete. Dann ist das fast das Ende des Tourismus, und zwar dauerhaft", warnte er. "Wenn wir gerade in Bayern ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft behalten wollen, ist es jetzt wichtig, auch einen guten Probelauf in den Herbstferien zu machen." Die Herbstferien seien ja nicht die Haupttourismuszeit in Bayern.

Söder betonte: "Es kann jetzt jeder ohne Probleme in den Urlaub fahren - aber er soll halt einen Test mitbringen." Vielleicht ließe sich das sogar vor Ort organisieren. "Wir haben ja auch entsprechende Testzentren", sagte Söder und versicherte: "Nirgendwo in Deutschland bekommt man so schnell und so sicher einen Test. Das heißt, jeder, der bei uns einen schnellen Test braucht, der bekommt ihn auch."

Aktuell gilt das Beherbergungsverbot in Bayern für Reisende aus vier Berliner Bezirken (Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg), aus Bremen sowie aus den Städten Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen. Wer aus einem dieser innerdeutschen Corona-Hotspots einreist und einen negativen Corona-Test vorweisen kann, ist aber auch weiterhin in bayerischen Hotels willkommen.

Die Liste der Risikogebiete soll regelmäßig aktualisiert werden. "Wir werden das schon immer wieder anpassen, jetzt nicht jeden Tag, weil man da ehrlicherweise auch schauen muss, wie die Gesamtentwicklung ist", sagte Söder. "Wir werden zweimal die Woche genau hinschauen."

Update 8. Oktober, 14.28 Uhr: Testpflicht für Berufspendler aus Tschechien im Landkreis Cham

Der oberpfälzische Landkreis Cham verschärft seine Corona-Regelungen und führt eine Testpflicht für Berufspendler aus Tschechien ein. Das hat Landrat Franz Löffler (CSU) am Donnerstag bekannt gegeben. 

Pendler müssen künftig alle 14 Tage einen neuen negativen Test vorlegen können; Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten, alle fünf Tage. Die Tests müssten nicht jeden Tag an der Grenze vorgelegt werden, sagte Löffler, es sei aber denkbar, dass Gesundheitsbehörden oder Polizei Stichproben in Betrieben machten.

Grund für die Maßnahme seien die steigenden Infektionszahlen in Tschechien, die sich auch auf den Landkreis auswirkten, sagte der Landrat. Ihm sei aber wichtig, dass die Grenzen offen bleiben könnten. In der Oberpfalz seien täglich 12.000 Berufspendler aus Tschechien tätig. Im Landkreis Cham konnten sie sich bislang freiwillig testen lassen, nun wird das Pflicht. Am Freitag soll die Verfügung im Amtsblatt mitgeteilt werden, eine Woche später müssten die negativen Testnachweise dann vorliegen.

Die Zahl der Corona-Infektionen in dem Landkreis liegt laut Landesamt für Gesundheit (LGL) mit 17,2 deutlich unter der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Stand Donnerstag 08.00 Uhr). Am Mittwoch lag sie noch bei 12,5 - diesem negativen Trend will Landrat Löffler mit der Testpflicht entgegenwirken.

Update 8. Oktober, 14.14 Uhr: Söder: Beherbergungsverbot sichert Tourismus in der Zukunft

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots verteidigt. Dies sei gerade angesichts sprunghaft steigender Infektionszahlen ein wichtiges Instrument der Sicherheit für die Gäste, aber auch für die Tourismusbranche, sagte Söder am Donnerstag im Landtag in München.

"Man stelle sich vor, wir haben jetzt eine Übertragung der Infektion in touristische Gebiete. Dann ist das fast das Ende des Tourismus, und zwar dauerhaft", warnte er. "Wenn wir gerade in Bayern ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft behalten wollen, ist es jetzt wichtig, auch einen guten Probelauf in den Herbstferien zu machen." Die Herbstferien seien ja nicht die Haupttourismuszeit in Bayern.

Söder betonte: "Es kann jetzt jeder ohne Probleme in den Urlaub fahren - aber er soll halt einen Test mitbringen." Vielleicht ließe sich das sogar vor Ort organisieren. "Wir haben ja auch entsprechende Testzentren", sagte Söder und versicherte: "Nirgendwo in Deutschland bekommt man so schnell und so sicher einen Test. Das heißt, jeder, der bei uns einen schnellen Test braucht, der bekommt ihn auch."

Aktuell gilt das Beherbergungsverbot in Bayern für Reisende aus vier Berliner Bezirken (Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg), aus Bremen sowie aus den Städten Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen. Wer aus einem dieser innerdeutschen Corona-Hotspots einreist und einen negativen Corona-Test vorweisen kann, ist aber auch weiterhin in bayerischen Hotels willkommen.

Die Liste der Risikogebiete soll regelmäßig aktualisiert werden. "Wir werden das schon immer wieder anpassen, jetzt nicht jeden Tag, weil man da ehrlicherweise auch schauen muss, wie die Gesamtentwicklung ist", sagte Söder. "Wir werden zweimal die Woche genau hinschauen."

Update 8. Oktober, 13.44 Uhr: Söder warnt vor unkontrollierter Ausbreitung des Coronavirus

Angesichts der stark gestiegenen Corona-Zahlen in Deutschland fürchtet Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine zunehmende unkontrollierte Ausbreitung vor allem in Städten wie Berlin. 

Wenn es mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gebe, dann seien das in einer Millionenstadt Tausende von Kontakten, die nachverfolgt werden müssten, sagte Söder am Donnerstag in München. "Und wenn die Behörden da nicht hinterherkommen, was zunehmend zu erwarten ist, dann ist letztlich ein diffuses Geschehen zu erwarten. Und dann ist keine Kontrolle mehr da." Dann müsse es umso striktere Gegenmaßnahmen geben, warnte er.

"Solange die Kontrolle möglich ist und solange die Nachvollziehbarkeit in vernünftigem Maße gewährleistet wird, solange kann man auch sehr viel Alltagsleben in kompletter Form erhalten", erklärte der CSU-Vorsitzende. 

"Geht es verloren, wird's schwieriger und man muss mehr eingreifen." Er bekräftigte dabei die derzeitige Linie, auf steigende Zahlen mit regionalen Gegenmaßnahmen zu reagieren. 

"Mehr Maske, weniger Alkohol, kleinere Partys - das ist das wirksamste Instrument, das funktioniert. Deswegen dürfen wir diese Instrumente auf keinen Fall aufheben oder gefährden".

Update 8. Oktober, 9.25 Uhr: Maskenpflicht im Unterricht im Landkreis Rhön-Grabfeld aufgehoben

Schüler im Landkreis Rhön-Grabfeld müssen keine Masken mehr im Unterricht tragen. 

"Die Schulen wurden rechtzeitig informiert", teilte das Landratsamt in Bad Neustadt am Donnerstag mit. Der Mund-Nasen-Schutz im Klassenzimmer war Pflicht, weil der Landkreis zuletzt die kritische Marke von 50 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten hatte.

Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit liegt der sogenannte Inzidenz-Wert für Rhön-Grabfeld momentan bei 27,61 (Stand: Mittwoch, 08 Uhr). 

Bayernweit durften Schüler weiterführender Schulen schon seit dem 21. September ihre Maske am Sitzplatz ablegen - sofern es das Infektionsgeschehen vor Ort zuließ.

Update 8. Oktober, 9.23 Uhr: Söder zu Corona-Lage: Einige Großstädte drohen Kontrolle zu verlieren

Einige Großstädte wie Berlin stehen nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kurz davor, die Kontrolle über die Corona-Infektionszahlen zu verlieren. 

Deswegen solle man "auf keinen Fall" Vorsicht, die zur Bewältigung der Pandemie entscheidend sei, aufgeben. "Um uns herum in Europa explodieren die Zahlen", betonte Söder am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Dort wachse das Problem auch in die Krankenhäuser hinein. Am Donnerstagmorgen meldete das Robert Koch-Institut mehr als 4000 festgestellte Neuinfektionen.

"Mehr Maske, weniger Alkohol und natürlich auch kleinere Partys", seien die richtigen Maßnahmen bei erhöhten Infektionszahlen. Zudem verteidigte Söder ein am Mittwoch beschlossenes Beherbergungsverbot für Menschen aus innerdeutschen Risikogebieten. Dabei gehe es vor allem um die Sicherheit der Menschen und Sicherheit für die Tourismusbranche. Zudem betonte er: "Wer mit einem negativen Test anreist, kann einen Urlaub genießen".

Die Bundesländer hatten mehrheitlich beschlossen, dass innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können. 

Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Fünf Länder gaben zu dem Beschluss aber abweichende Erklärungen ab.

Update 8. Oktober, 8.30 Uhr: Keine generelle Maskenpflicht laut Bayerns Innenminister

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hält eine generelle Maskenpflicht im Freistaat momentan nicht für notwendig. 

"Wir brauchen keine bayernweite Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz, aber müssen örtlich reagieren", sagte der CSU-Politiker im Gespräch mit dem Münchner Merkur (Donnerstag). "Wir müssen alles tun, um die Fallzahlen in Grenzen zu halten. Die Strategie ist aber: lokal statt Lockdown." In München habe die kurzzeitige Maskenpflicht in der Fußgängerzone beispielsweise sehr geholfen.

Wenn es die Infektionszahlen zulassen, seien weitere Lockerungen für Sport und Kultur denkbar. "Ich hoffe sehr, dass wir bis zum Champions-League-Spiel des FC Bayern am 21. Oktober wieder Fans in der Arena unterbringen können", sagte Herrmann. Ende Oktober soll Bilanz gezogen und über mehr Zuschauer diskutiert werden. 

Mit Blick auf Allerheiligen seien auch Lockerungen für Gottesdienste vorstellbar. "Wir sollten auch hier bei Obergrenzen nach Risiken differenzieren: Menschen verhalten sich auf einer Hochzeit eben etwas anders als beim Besuch am Grab."

Update 7. Oktober, 21.21 Uhr: Corona-Fälle bei Eisschnellläufern, Verband verhängt Lockdown

Das Spitzensportteam der deutschen Eisschnellläufer muss nach zwei positiven Corona-Fällen im Trainingszentrum in Inzell komplett in Quarantäne.

"Alle DESG-Sportler, die sich derzeit in Inzell aufhalten, begeben sich in einen Lockdown, bis sie einen negativen Test vorweisen können", teilte die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) am Mittwochabend mit.

Mehr >>>hier zum Lockdown im Eisschnellläufer-Team

Update 7. Oktober, 17 Uhr: Österreich verhandelt über deutsche Reisewarnungen

Die Zahl der Corona-Fälle in Österreich steigt nach einer leichten Stabilisierung wieder an. Am Mittwoch meldeten die Behörden 1029 neue Infektionen binnen eines Tages, umgerechnet auf die Einwohnerzahl mehr als dreimal so viele wie in Deutschland. 

Die Schwelle von 50 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, die in Deutschland auch für Reisewarnungen als entscheidend gilt, ist österreichweit sowie in den meisten Bundesländern überschritten.

Die österreichische Regierung verhandelt mit den deutschen Behörden allerdings über die geltenden Reisewarnungen. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger sagte am Mittwoch, Ziel seien vergleichbare Vorgaben in ganz Europa.

Die Infektionszahlen machen der Wirtschaft besonders in den stark von ausländischen Wintertouristen abhängigen Regionen große Sorgen. In den beiden Bundesländern Tirol und Vorarlberg, für die neben Wien deutsche Reisewarnungen gelten, machten Deutsche zuletzt mehr als die Hälfte der Wintergäste aus. Belgien nahm am Mittwoch seine Reisewarnung für Vorarlberg zurück.

Österreichweit lag der Sieben-Tages-Wert am Mittwoch bei 73,1, in Wien bei 147,4 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Auch die an Bayern grenzenden Bundesländer Tirol (77,8) und Vorarlberg (75,8) lagen weiter über der Grenze, wobei die Zahlen je nach Bezirken schwanken.

Update 7. Oktober, 16.30 Uhr: Stadt München verlängert Corona-Maßnahmen - bis auf eine Ausnahme

In München hat sich die Corona-Lage noch nicht stabilisiert. (Bildmontage)
In München hat sich die Corona-Lage noch nicht stabilisiert. (Bildmontage)  © Kateryna Kon/123RF, Peter Kneffel/dpa

Die Stadt München hat die verschärften Corona-Maßnahmen um eine Woche verlängert. 

Lediglich bei Veranstaltungen unter freiem Himmel tritt eine Lockerung ein: Ab Freitag dürfen sich bis zu 100 Menschen draußen versammeln, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Zuvor waren maximal 50 Personen erlaubt. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, wie Hochzeiten oder Geburtstagen, bleibt die Obergrenze weiter bei 25 Teilnehmern.

Die Sieben-Tage-Inzidenz für die Stadt München betrug am Mittwoch laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 34,66 (Stand: 8 Uhr) - und lag damit knapp unter dem Signalwert von 35. 

Dennoch gebe es noch "keine stabile Tendenz" für ein Infektionsgeschehen unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, begründete die Stadt die Verlängerung der Maßnahmen. Die einzelnen Tageswerte seien davon abhängig, wann positive Testergebnisse an das Gesundheitsamt übermittelt werden und unterliegen Schwankungen.

Demnach bleiben bis einschließlich Donnerstag nächste Woche (15. Oktober) Treffen im privaten und öffentlichen Raum sowie in der Gastronomie nur in Gruppen von maximal zehn Personen gestattet. Das Alkoholverbot zum Außer-Haus-Verkauf ab 21 Uhr bleibt ebenfalls von Freitagabend bis Sonntagfrüh in Teilen der Metropole bestehen sowie das Verbot des Alkoholkonsums im öffentlichen Raum ab 23 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages.

Im Freistaat gab es laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bisher 70.468 Corona-Fälle - 2678 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten, sind den Daten zufolge bislang im Freistaat gestorben.

Update 7. Oktober, 15.25 Uhr: Bayern-Basketballer spenden 30.000 Euro an Münchner Krankenhäuser

Die Basketballer des FC Bayern haben 30.000 Euro an Münchner Krankenhäuser gespendet. Den Scheck überreichten Trainer Andrea Trinchieri, Kapitän Nihad Djedovic und Geschäftsführer Marko Pesic am Mittwoch an den städtischen Krankenhausverbund München Klinik. 

Gedacht ist die Spende für Zusatz- und Freizeitangebote des Klinik-Personals, etwa einen Basketball-Court auf dem Gelände der Schwabinger Klinik, neue Kaffee-Ecken als Rückzugsorte auf den Stationen sowie die Förderung des Pflegenachwuchses aus der hauseigenen Akademie.

Die Basketballer wollen damit den Einsatz der Pflegerinnen und Pfleger würdigen, die sich laut Mitteilung seit Ende Januar in München um mehr als 800 Covid-19-Patienten kümmerten – und Notfälle, Krebspatienten sowie werdende Eltern versorgten.

Nachdem rund 2200 Fans auf Rückerstattungen für Spiele ohne Zuschauer in der zurückliegenden Saison verzichtet hatten, wurde ein Teil dieses Geldes gespendet. 

Zuvor war bereits eine Spende in Höhe von ebenfalls 30.000 Euro an die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München gegangen.

Update 7. Oktober, 15.20 Uhr: Landtag tagt wegen Corona frühestens in zwei Wochen in voller Stärke

Frühestens in zwei Wochen will der bayerische Landtag wieder in Vollbesetzung tagen. 

Das hat am Mittwoch der Ältestenrat des Parlaments in seiner Sitzung in München beschlossen. Ursprünglich hatten die 205 Abgeordneten erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie an diesem Donnerstag (8.10.) wieder vollständig zusammen kommen wollen. 

"Der Bayerische Landtag ist Verfassungsorgan, da wollen wir eine Quarantäne des Parlaments unter allen Umständen vermeiden", sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU).

Um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren, tagte der Landtag seit Monaten in einer reduzierten Besetzung, bei der rund ein Fünftel der Männer und Frauen zugelassen war. Für die Sitzungen am Donnerstag und in der kommenden Woche sind jeweils 105 Abgeordnete zugelassen. Die Fraktionen können dann entsprechend ihrer Stärke auswählen, welche Abgeordneten an den Sitzungen teilnehmen.

Der Ältestenrat sprach sich zudem mehrheitlich dafür aus, dass sich die Abgeordneten im Landtag auch auf Wunsch einem Corona-Schnelltest unterziehen. "Mit den freiwilligen Tests erhöhen wir die Sicherheit um ein Vielfaches, denn es geht nicht nur um die Plenarsitzungen selbst, sondern auch um die Begegnungen am Rande der Sitzungen", sagte Aigner. Im Plenarsaal sollen zudem Trennscheiben zwischen den Sitzplätzen die Sicherheit erhöhen.

Unklar ist noch, wie der Landtag künftig auf gegebenenfalls steigende Infektionszahlen in München reagiert. Bereits in der vergangenen Wochen hatten einige Fraktionen eine Ampelregelung vorgeschlagen, die sich nach der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen richtet. Mit Ausnahme der AfD wollen die parlamentarischen Geschäftsführer dazu eine Regelung erarbeiten. 

Die Rechtspopulisten lehnen jegliche Auflagen für den Sitzungsbetrieb ebenso wie das Tragen von Masken im Gebäude kategorisch ab.

Update 7. Oktober, 15.02 Uhr: Söder kündigt Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots an

Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test dürfen von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten. 

Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in München an. Das sogenannte Beherbergungsverbot soll demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Die genauen Gebiete müssen allerdings noch vom bayerischen Gesundheitsministerium benannt werden. 

Söder erklärte, diese bedeute "eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen". Denn wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten.

Update 7. Oktober, 15.01 Uhr: 32.000 offene Lehrstellen trotz Corona

Ungeachtet der Corona-Pandemie und steigender Arbeitslosigkeit sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Bayern noch 32.000 Lehrstellen unbesetzt. 

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) startete wegen des Nachwuchsmangels in den Lehrberufen am Mittwoch eine Neuauflage der "Elternstolz"-Werbekampagne für die berufliche Ausbildung. Zielgruppe der gemeinsam mit den Kammern ins Leben gerufenen Aktion sind weniger jugendliche Schulabgänger als deren Eltern, denen die Vorteile einer Lehre nahegebracht werden sollen.

Die Corona-Krise hat die Lehrstellensuche allerdings nicht leichter gemacht. So haben viele Handwerksbetriebe erst kurzfristig neue Lehrstellen ausgeschrieben. Üblicher Start des Ausbildungsjahres ist normalerweise im August oder im September. 

Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl warb um Späteinsteiger: "Der Einstieg in eine Handwerkslehre ist jederzeit möglich und der perfekte Start ins Berufsleben." Manche Lehrberufe leiden schon seit Jahren unter chronischem Nachwuchsmangel, darunter Metzger und Bäcker.

Auch in vielen nicht handwerklichen Lehrberufen fehlt der Nachwuchs. In den kommenden Jahren wird sich das Problem wegen der Alterung der Bevölkerung verschärfen, auch wenn die Wirtschaftskrise anhält. Allein in diesem Jahr würden in Bayern 164.000 Arbeitnehmer in Rente gehen, sagte Eberhard Sasse, der Präsident des Industrie- und Handwerkskammertags.

 "Diese Zahl steigt bis 2024 auf 300.000 jährliche Renteneintritte."

Update 7. Oktober, 14.58 Uhr: Weitere infizierte Schlachthof-Mitarbeiter in München

 Auf einem Schlachthof in München haben sich weitere Arbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. Bei einem dritten Reihentest seien acht Beschäftigte positiv getestet worden, teilte die Stadt München am Mittwoch mit. 

Damit sind es nun insgesamt 20 Mitarbeiter, die sich mit Corona angesteckt haben. Hinzu kommen fünf infizierte Kontaktpersonen. Die Infizierten und ihre nächsten Kontaktpersonen müssen für 14 Tage in Quarantäne, wie es in der Mitteilung heißt. 119 Arbeiter seien negativ getestet worden.

Nach Bekanntwerden der ersten Fälle Ende September seien «umgehend» die Hygienemaßnahmen des Betriebes in der Innenstadt kontrolliert worden sowie in den Unterkünften. Dabei habe es keine Beanstandungen gegeben.

Beim Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen hatte es im Frühsommer einen Corona-Massenausbruch gegeben. Der Vorfall hatte eine Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst. In der Pandemie gab es immer wieder Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen.

Update 7. Oktober, 14.40 Uhr: 115 neue Infektionen in München

Update 7. Oktober, 12.18 Uhr: Verband beklagt Notbetrieb an Schulen und fordert Lehrergipfel

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sieht den Unterricht an den Schulen in Gefahr und schlägt Alarm: "Wir haben noch nie so einen Notbetrieb erlebt, wie jetzt", sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann am Mittwoch in München. 

Zwei Krisen prallten momentan aufeinander: ein dramatischer Lehrermangel und die Coronakrise, die für Schulleiter und Lehrer mit sehr großen Herausforderungen und enorm vielen Zusatzaufgaben verbunden sei.

Fleischmann forderte deshalb einen Lehrergipfel. Hier müsse es Ergebnisse geben, wie Lehrer sofort entlastet und der Lehrermangel in Zukunft vermieden werden könne. "Schulverwaltung und Politik wollen weiter irgendwie diesen Schein wahren, und anstatt das Problem ehrlich zu benennen und anzugehen, eiern sie rum", warf sie unter anderem Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) vor. 

Das Problem des Lehrermangels sei jahrelang kaschiert worden, auch weil die Schulen vieles aufgefangen hätten. Das sei wegen Corona nicht mehr möglich, da etwa Klassen nicht mehr zusammengelegt werden könnten, wenn ein Lehrer krank werde.

Tomi Neckov, Leiter einer Mittelschule in Schweinfurt, beklagte unter anderem den bürokratischen Aufwand, der sich durch Corona verschärft habe. "Deshalb erwarte ich im Moment von der Staatsregierung einfach nur Ehrlichkeit und das Eingeständnis, dass wir keinen Regelbetrieb im Augenblick an den Schulen haben", sagte er. Das würde den Druck gegenüber den Eltern herausnehmen. "Die denken, dass sie einen Anspruch haben auf normalen Unterricht, der eben nicht stattfinden kann im Augenblick." 

Für die Grippewelle sieht er seine Schule nicht gerüstet. "Wenn die Saison beginnt und die Lehrkräfte noch zusätzlich ausfallen, dann weiß ich nicht, wie ich den Betrieb noch aufrecht erhalten kann."

Update 7. Oktober, 11.19 Uhr: CSU attackiert Berliner Senat wegen steigender Corona-Zahlen

Die CSU hat den Berliner Senat wegen der steigenden Corona-Zahlen in der Hauptstadt scharf kritisiert. 

"Wir brauchen konsequentes Handeln dort, wo die Lage außer Kontrolle zu geraten droht. Das ist augenscheinlich in Berlin der Fall", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahlen der Neuinfektionen in einzelnen Bezirken seien Anlass zur Sorge. "Dort grassiert auch vor allem unter jüngeren Menschen die Unvernunft. Berlin ist in weiten Teilen Risikogebiet."

Blume sagte, zwar seien nun neue Maßnahmen beschlossen worden. "Doch was helfen Beschlüsse, wenn sie nicht umgesetzt werden." Schon in den vergangenen Wochen sei die Einhaltung der Corona-Regeln nicht kontrolliert worden. "Der rot-rot-grüne Senat in der Hauptstadt ist dieser Aufgabe nicht gewachsen. Die Unfähigkeit des Senats wird zu einem Risiko für ganz Deutschland. Das muss sich schnell ändern."

Zudem kritisierte es Blume als "geradezu abenteuerlich, dass einzelne Bezirke die Amtshilfe der Bundeswehr ablehnen, weil sie ein gestörtes Verhältnis zur Truppe haben". "Da werden aus ideologischen Gründen wissentlich Menschenleben gefährdet", sagte der CSU-Politiker.

Update 7. Oktober, 11.18 Uhr: Bayerns Spielbanken mit Umsatzeinbußen wegen Corona

Obwohl die Kugeln beim Roulette längst wieder rollen, hat die Corona-Pandemie auch in bayerischen Spielbanken den Umsatz ausgebremst. 

"Die zeitweisen Schließungen und die weiterhin andauernden Einschränkungen im Spielbetrieb haben zu einem Rückgang beim Bruttospielertrag und bei den Gästezahlen geführt", sagte Vera Brummer von Lotto Bayern. Rund 40 Prozent weniger Gäste besuchten demnach die Spielbanken. Der Bruttospielertrag liege bei rund minus 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zum Ende des dritten Quartals betrug er knapp 48 Millionen Euro.

Im Jahr 2019 lag der Bruttospielertrag für das gesamte Jahr bei knapp 87 Millionen Euro - die höchsten Gesamteinnahmen seit 14 Jahren. An den Freistaat Bayern wurde laut Lotto Bayern im vergangenen Jahr eine Spielbankabgabe in Höhe von gut 10 Millionen Euro überwiesen. Die weitere Geschäftsentwicklung sei wegen Corona schwer vorherzusagen und hänge vom Verlauf der Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen zusammen, teilte Lotto Bayern mit.

Infolge der Corona-Krise waren die bayerischen Spielbanken vom 14. März an geschlossen. Rund acht Wochen später durften Spieler zunächst wieder an Automaten zocken und ab dem 15. Juni ihr Glück an den Tischen versuchen. In den Spielbanken gilt Mindestabstand und Maskenpflicht sowohl für Mitarbeiter als auch für Gäste. Spielautomaten und Chips müssen regelmäßig desinfiziert werden.

Der Freistaat Bayern ist Eigentümer von neun Spielbanken in Lindau, Garmisch-Partenkirchen, Feuchtwangen, Bad Wiessee, Bad Kissingen, Bad Reichenhall, Bad Steben, Bad Füssing und Bad Kötzing.

Update 7. Oktober, 10.14 Uhr: Corona-Krise kostet Bayerns Verkehrsbetriebe rund 700 Millionen Euro

Die Verkehrsbetriebe im Freistaat haben durch die Pandemie etwa 700 Millionen Miese gemacht. (Symbolbild)
Die Verkehrsbetriebe im Freistaat haben durch die Pandemie etwa 700 Millionen Miese gemacht. (Symbolbild)  © Peter Kneffel/dpa

In der Corona-Krise haben die Verkehrsbetriebe der Kommunen und private Unternehmen in Bayern rund 700 Millionen Euro Verluste gemacht. 

Zur Abfederung wollten Bund und Freistaat in Summe rund 630 Millionen Euro, davon 381 Millionen von Bundesseite, zur Verfügung stellen, das teilte ein Mitarbeiter des Bau- und Verkehrsministeriums am Mittwoch im Finanzausschuss des bayerischen Landtags in München mit.

Die Opposition kritisierte im Ausschuss, dass Bayern die entstandenen Schäden nicht zu 100 Prozent gegenfinanziere, wie es während des Lockdowns im Frühjahr angekündigt wurde, sondern nur zu 90 Prozent. Die Verluste resultierten unter anderem durch gesunkene Fahrgastzahlen bei gleichzeitiger Bereitstellung von vielen Fahrzeugen, um die ÖPNV-Versorgung aufrecht zu erhalten.

Aus dem Ministerium hieß es, dass die Verluste der Unternehmen am Ende niedriger ausgefallen seien, als anfangs befürchtet. Mit dem Bund sei zudem keine hundertprozentige, sondern eine "angemessene" Erstattung beschlossen worden. Auch in anderen Bundesländern lägen die Zuschüsse unter 100 Prozent, in Baden-Württemberg etwa bei 95 Prozent, in Sachsen bei 70 Prozent und in Rheinland-Pfalz bei 90 Prozent. Seitens der Regierungsfraktionen gab es keine Kritik an der geplanten 90 Prozent-Förderung. 

Zugleich warnten sie davor, den Freistaat finanziell zu überlasten, sollte dieser überall und für jeden alle finanziellen Schäden der Krise auffangen, sagte Bernhard Pohl (Freie Wähler).

Update 6. Oktober, 15 Uhr: Mehr als 70.000 Coronavirus-Fälle in Bayern

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Bayern hat die Marke von 70.000 überschritten. 

Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen vom Dienstag (Stand 8 Uhr) waren bis dato 70.016 Menschen positiv auf das neuartige Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Alle Städte und Landkreise liegen demnach aber unter dem bundesweit geltenden kritischen Grenzwert von 50 Fällen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Memmingen verzeichnete laut LGL zuletzt proportional die meisten Fälle, in der Stadt liegt der sogenannte Inzidenzwert bei 43,34. Aber auch Schweinfurt mit 38,87 und der Landkreis Rhön-Grabfeld mit 35,14 überschreiten den Frühwarnwert. Dieser liegt bei 35 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

2674 Menschen sind den Daten zufolge bislang im Freistaat gestorben, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen galten 62.210 Patienten; diese Zahl beruht auf einer Schätzung.

Update 6. Oktober, 14.50 Uhr: Aktuelle Zahlen in München

Update 6. Oktober, 14 Uhr: Gefälligkeits-Atteste für Maskenverweigerer illegal

Die Bayerische Landesärztekammer will nicht hinnehmen, dass Mediziner gesunden Patienten bescheinigen, sie könnten aus medizinischen Gründen keine Corona-Schutzmasken tragen. 

Beim Bayerischen Ärztetag am kommenden Wochenende werde ein entsprechender Entschließungsantrag verabschiedet, kündigte der Kammerpräsident Gerald Quitterer am Dienstag in München an.

Es gehe um die Botschaft, dass Gefälligkeits-Atteste gegen das Berufsrecht verstoßen und auch strafbar sein können, sagte Quitterer. Die Kammer habe Hinweise darauf, dass einzelne Mediziner ihren Patienten solche Gefälligkeits-Atteste anbieten und damit vor allem in sozialen Netzwerken beträchtliche Aufmerksamkeit bekommen, berichtete der Landesärztepräsident.

Bei den anderen Tagesordnungspunkten des Bayerischen Ärztetages werde ein Schwerpunkt auf dem Umbau der Krankenhausversorgung liegen, sagte der Kammer-Vize Andreas Botzlar. Es gebe zwar nicht zu viele Klinikbetten in Bayern, erklärte Botzlar, doch die Betten seien "auf zu viele, zu kleine Krankenhäuser verteilt". 

Daher müsse es einen Konzentrationsprozess geben, forderte Botzlar. Ausschlaggebend sei es, welchen Behandlungsbedarf die Bevölkerung in den verschiedenen Teilen Bayerns habe.

Markus Söder (2.v.r., CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Dieter Reiter (l, SPD), Oberbürgermeister von München, lassen sich vor Beginn einer Kabinettssitzung von Melanie Huml (CSU, r), Gesundheitsministerin von Bayern, und Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik, gegen die Grippe impfen.
Markus Söder (2.v.r., CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Dieter Reiter (l, SPD), Oberbürgermeister von München, lassen sich vor Beginn einer Kabinettssitzung von Melanie Huml (CSU, r), Gesundheitsministerin von Bayern, und Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik, gegen die Grippe impfen.  © Sven Hoppe/dpa

Update 6. Oktober, 13.25 Uhr: Landesweite Studie zur Rolle von Kindern in Corona-Pandemie

Forscher wollen in einer bayernweiten Studie untersuchen, welche Rolle Kinder bei der Ausbreitung des Coronavirus spielen. In 138 Grundschulen und Kitas werden diese dafür ab Mitte Oktober bis Januar 2021 mehr als 12.000 Rachenabstriche von Kindern, Erzieherinnen, Lehrerinnen und Betreuern nehmen und auf das Virus Sars-CoV-2 untersuchen, teilte das Universitätsklinikum Erlangen am Dienstag mit. 

Erste Ergebnisse sollen voraussichtlich im Frühjahr 2021 vorliegen. Die Kosten der Studie in Höhe von einer Million Euro trägt der Freistaat. "Wir haben bisher keine umfassenden und wissenschaftlich belastbaren Daten zu der Frage, wie infektiös Klein- und Schulkinder tatsächlich sind", sagte der Direktor der Erlanger Kinderklinik, Joachim Wölfle. Die Studie soll unter anderem klären, ob die Einrichtungen wie bisher geöffnet bleiben können und ob von Kindern eine erhöhte Ansteckungsgefahr ausgeht.

Außerdem soll in Online-Fragebögen ermittelt werden, wie sich die Corona-Krise auf die Befindlichkeit und die Gesundheit der Kinder auswirkt. Alle sechs bayerischen Universitätskliniken sind an der Studie beteiligt, die die Ludwig-Maximilians-Universität München koordiniert.

Forscher wollen in einer Studie untersuchen, welche Rolle Kinder bei der Corona-Ausbreitung spielen. (Symbolbild)
Forscher wollen in einer Studie untersuchen, welche Rolle Kinder bei der Corona-Ausbreitung spielen. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update 6. Oktober, 12 Uhr: Grüne wollen Kompetenz für Corona-Regelungen ins Parlament verlagern

Alle wesentlichen Regelungen im Kampf gegen die Corona-Krise sollen nach dem Willen der Landtags-Grünen im Parlament und nicht alleine von der Staatsregierung beschlossen werden. 

"Ich möchte, dass die wichtigen Infektionsschutzmaßnahmen von allen Menschen in Bayern verstanden und akzeptiert werden. Politisches Handeln muss deshalb an wissenschaftlichen Kriterien ausgerichtet, sorgfältig abgewogen und nachvollziehbar begründet werden", sagte Fraktionschefin Katharina Schulze am Dienstag in München. Die Fraktion fordere daher, alle Einzelverordnungen in einem Gesetz, das Bayerische Corona-Maßnahmengesetz "BayCorMaG", zu verankern. 

Aus Sicht der Grünen ist es nicht zulässig, mittel- und langfristig notwendige Regelungen für den Umgang mit der Pandemie wie die Pflicht zum Tragen von Mund-Nase-Schutzmasken und Kontaktbeschränkungen stetig am Parlament vorbei zu erlassen. Gerade zu Beginn der Pandemie sei es statthaft gewesen, mit Rechtsverordnungen schnell zu reagieren, um Leben und Gesundheit der Bürger zu schützen. Inzwischen sei aber klar, dass die Pandemie noch länger Teil des Alltags bleiben werde.

Der Verzicht auf eine Beteiligung des Landtags sei deshalb aus rechtsstaatlicher Sicht äußerst bedenklich, führe zu intransparenten Entscheidungsprozessen und zu unausgewogenen Ergebnissen, hieß es.

Mit einem vom Landtag beschlossenen und dort auch transparent diskutierten Gesetz könne der "Mythenbildung in der Gesellschaft" vorgebeugt werden, betonte Schulze. Genau wie ihr Fraktionskollege Toni Schuberl fürchtet sie, dass die Akzeptanz der Menschen für die Corona-Regeln, ohne eine Parlamentsbeteiligung weiter sinkt. "Die Menschen verstehen die immer komplizierteren und sich teilweise widersprechenden Regeln nicht mehr", sagte er. Die kurzfristigen Hinterzimmer-Entscheidungen der Staatsregierung müssten durch verlässliche allgemeine Regeln in einem Gesetz abgelöst werden.

Der Gesetzentwurf der Grünen setze daher auf eine Vereinfachung von Regelungen, darin heißt es etwa, dass überall eine Abstandspflicht eingehalten werden müsse und wo das nicht möglich sei, gelte die Maskenpflicht. Strengere Auflagen in besonders betroffenen Regionen solle es dagegen erst bei mehr als 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche geben, nicht wie bisher schon bei 35.

Update 6. Oktober, 11.30 Uhr: Markus Söder fordert möglichst einheitliche Regeln der Länder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert möglichst einheitliche Quarantäne-Regeln aller Bundesländer für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots. Dazu werde es am Mittwoch eine Schalte der Chefs der Staatskanzleien der Länder geben, kündigte Söder am Dienstag vor einer Kabinettssitzung in München an. 

Dies werde Bayern abwarten. "Ich fände eine einheitliche Regelung in Deutschland sicherlich gut", betonte Söder. Er verwies aber darauf, dass es in den bayerischen Corona-Regularien schon jetzt die Möglichkeit gäbe, ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots zu erlassen - "außer man testet sich frei".

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen etwa in Berlin haben Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz Einreisebeschränkungen mit Quarantäneregeln und Pflichttests für Reisende aus innerdeutschen Hotspots festgelegt. "Es spricht viel dafür, diese Regelung von Schleswig-Holstein und auch Rheinland-Pfalz auch in Bayern anzuwenden", sagte Söder. Es solle aber zunächst versucht werden, zu einer "national halbwegs verbindlichen Sprachregelung" zu kommen.

"Das wäre auch für die Bürger am Besten", betonte Söder und warnte vor einem neuen "Flickenteppich". "An der Stelle gibt es wieder unglaublich viel Verwirrung und unglaublich viel Verunsicherung." Man brauche deshalb auf jeden Fall bis zum Beginn der Herbstferien in den anderen Bundesländern eine einheitliche Sprachregelung. Es gebe aber derzeit noch "große Diskussionen" über das weitere Vorgehen.

Update 6. Oktober, 11 Uhr: Ende der verschärften Corona-Regelungen für Schulen im Raum Würzburg

In den Schulen und Kitas in Stadt und Landkreis Würzburg entfällt von Mittwoch an die verschärfte Maskenpflicht. Das teilte das Landratsamt am Dienstag mit und verwies auf die sinkenden Corona-Infektionszahlen. 

Seit Schuljahresbeginn am 8. September mussten Kinder ab der fünften Jahrgangsstufe eine Mund-Nasen-Bedeckung im Klassenzimmer tragen, wenn dort der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden konnte. Bayernweit durften Schüler weiterführender Schulen seit dem 21. September ihre Maske am Sitzplatz ablegen - sofern es das Infektionsgeschehen vor Ort zuließ - nur im Raum Würzburg galt diese Auflage weiter.

In Kitas in der Region war zudem ein offenes Betreuungssystem nicht mehr möglich, die Gruppen durften nicht durchmischt werden. Beschäftigte mussten einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Die Stadt Würzburg hatte den wichtigen bundesweit vereinbarten sogenannten Corona-Inzidenzwert von 50 mehrfach überschritten. Bis zu 75,07 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen wurden gemeldet. Seit Schuljahresbeginn seien aus 26 Schulen 48 Corona-Fälle (Lehrer und Schüler) und aus sieben Kitas elf Fälle (Betreuer und Kinder) gemeldet worden, so die Behörde. Manche Einrichtungen seien mehrfach betroffen gewesen.

Die hohen Infektionszahlen hatten in Würzburg auch zu verschärften Regeln etwa für die Gastronomie und für Partys geführt. So durften sich in der Stadt höchstens fünf Menschen in der Öffentlichkeit treffen, private Feiern waren auf 50 Gäste beschränkt. Entlang des Mains, auf der Alten Mainbrücke sowie in der Innenstadt galt abends ein Alkoholverbot. Rückkehrer aus Risikogebieten mussten sich zweimal auf das Virus testen lassen. Mittlerweile sind diese Auflagen aufgehoben.

Update 6. Oktober, 9 Uhr: Feinkost Käfer will in der Krise expandieren

Das Münchner Feinkostunternehmen Käfer will nach einem Zeitungsbericht in der Coronavirus-Krise expandieren.

>>> Hier geht es zu den Plänen des Unternehmens.

Update 6. Oktober, 7.24 Uhr: Allianz-Studie: Corona bringt neue Risiken für Versicherungen

Mehr Cyberattacken, "dank" Homeoffice. Corona verändert das Versicherungsgeschäft. (Symbolbild)
Mehr Cyberattacken, "dank" Homeoffice. Corona verändert das Versicherungsgeschäft. (Symbolbild)  © Lisa Forster/dpa

Weniger Unfälle, aber mehr Cyber-Attacken: Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung der Allianz langfristige Auswirkungen auf Versicherungen. 

Im ersten halben Jahr der Corona-Krise sind in manchen Bereichen des Firmenkundengeschäfts die Sach- und Haftpflichtschäden zurückgegangen, weil es weniger Unfälle gab. 

Das berichtet die Allianz-Industrieversicherungstochter AGCS in einer am Dienstag in München veröffentlichten Studie. 

Auf der anderen Seiten steigen die Risiken von Hackerangriffen, wenn viele Arbeitnehmer in vergleichsweise entsprechend schlecht gesicherten Heimbüros auf Firmennetzwerke zugreifen.

Einen starken Rückgang der Schäden um mehr als die Hälfte gab es dagegen in der Luftfahrt-Versicherung: Da der Flugverkehr im Frühjahr weitgehend zum Erliegen kam, gab es nicht nur weniger Schäden an Flugzeugen und Flughäfen - es gab auch sehr viel weniger Unfälle von Passagieren auf Flughäfen und in Flugzeugen.

Den vollständigen Bericht zu den Thema findest Du >>> hier.

Update 6. Oktober, 6.52 Uhr: Suche nach Corona-Impfstoff Thema im Kabinett

Impfexperten klären im Kabinett über den aktuellen Forschungsstand auf.
Impfexperten klären im Kabinett über den aktuellen Forschungsstand auf.  © Sven Hoppe/dpa

Die Corona-Pandemie beschäftigt ab 10 Uhr wie jede Woche das bayerische Kabinett. 

Diesmal sind drei Impfexperten eingeladen, die Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und die Ministerrunde über den Forschungsstand bei der Suche nach einem Impfstoff unterrichten wollen. Spannend ist vor allem die Frage, ab wann mit einem Impfstoff zu rechnen sein könnte.

Derweil will sich Söder schon einmal gegen Grippe impfen lassen. Besonderheit diesmal: Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist bei dem Termin kurz vor Beginn der Kabinettssitzung in der Staatskanzlei mit dabei. Er will sich ebenfalls impfen lassen.

Weiteres Kabinettsthema ist der Nationalpark Bayerischer Wald, der vor 50 Jahren als erster in Deutschland eröffnet wurde. Anlässlich des entsprechenden Jahrestages soll er um 600 Hektar Staatswald erweitert und somit zum größten deutschen Waldnationalpark werden. 

Die Fläche liegt an der Grenze zum tschechischen Nationalpark Sumava und ist beispielsweise für Auerhuhn und Haselhuhn ein interessanter Lebensraum. Am Mittwoch wollen Söder und Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) bei einem Ortstermin in Neuschönau weitere Details zur Erweiterung bekannt geben.

Update 5. Oktober, 15.30 Uhr: Entwicklung der Corona-Zahlen in München

Update, 5. Oktober, 13.50 Uhr: Bayerische Kinobetreiber befürchten beispielloses Kinosterben

Aus Sorge um ihre Existenz fordern rund 20 Kinobetreiber in Bayern geringere Abstände im Publikum. 

Es sei dringend notwendig, den coronabedingten Mindestabstand zwischen Kinobesuchern von 1,50 auf 1 Meter zu verringern, schreiben sie in einem Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der am Montag veröffentlicht wurde. 

Auch die strikte Obergrenze von 200 Besuchern pro Kinosaal müsse auf den Prüfstand. Die rund 20 Unternehmer aus ganz Bayern beklagen gravierende Einnahmeverluste, weil sie momentan oft nicht mal ein Viertel der Plätze im Kinosaal besetzen können. Die Folge könne ein beispielloses Kinosterben im kommenden Jahr sein.

"Für unsere Kinos beginnt mit den letzten drei Monaten und den Feiertagen zum Jahresende die wichtigste Zeit des Jahres. In diesen Monaten machen wir die Hauptumsätze eines Gesamtjahres", begründeten die Unternehmer. Die Finanzhilfen des Freistaats und des Bundes hätten bislang das Überleben gesichert. 

Die Betriebe müssten aber in den kommenden Monaten das notwendige Kapital auf die Seite legen, um den traditionell besucherschwächeren Sommer überleben zu können.

Die Kinobetreiber erklärten, sie unterstützten die Schutzmaßnahmen der Staatsregierung und hofften, im Einvernehmen einen Weg zu finden. Im Vergleich zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Flugzeugen oder zur Gastronomie sei die Gefahr einer Ansteckung in Kinos viel geringer. Man habe sich auch über die rechtlichen Möglichkeiten eines Normenkontrollverfahrens beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof informiert. 

Unterzeichnet wurde der Brief unter anderen von Kinobetreibern in München, Donauwörth, Deggendorf, Füssen oder Forchheim.

Update, 5. Oktober, 12.45 Uhr: LfA-Förderbank vergibt über eine Milliarde Corona-Hilfen

Die bayerische Förderbank LfA hat in der Corona-Krise bislang über 1,2 Milliarden Euro Hilfen an die heimische Wirtschaft vergeben. 

Das umfasst auf der einen Seite 660 Millionen Euro Kredite an fast 6000 Unternehmen, auf der anderen Seite Bürgschaften in Höhe von einer knappen halben Milliarde Euro, wie die staatliche Bank am Montag in München weiter mitteilte. Der Großteil der Darlehen ging demnach an 4200 kleine und kleinste Firmen mit maximal zehn Mitarbeitern. Dritter und kleinster Bestandteil der Corona-Hilfen ist die Stundung von Krediten an Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten. Dies habe 72 Millionen Euro ausgemacht.

Die LfA wurde 1951 von der Staatsregierung gegründet, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Nachkriegszeit voranzubringen. Anders als normale Geschäftsbanken oder Sparkassen hat die LfA kein Netz von Geschäftsstellen, die Förderung wird über die Hausbanken der jeweiligen Unternehmen abgewickelt. Die Corona-Hilfen des Freistaats sollen helfen, die befürchtete Pleitewelle abzuwenden. "So sichern wir den Fortbestand vieler Betriebe und erhalten zahlreiche Arbeitsplätze", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

Einschließlich ihres üblichen Fördergeschäfts hat die LfA von Mitte März bis Mitte September damit insgesamt fast zwei Milliarden Euro Darlehen vergeben, über die Hälfte mehr als im Vorjahreszeitraum.

Update, 15.16 Uhr: Entwicklung der Corona-Zahlen in München

Update 4. Oktober, 12.16 Uhr: Bericht: Gut 9100 Corona-Bußgeldverfahren in München

Polizisten haben auf der Theresienwiese bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen einen Kreis gebildet.
Polizisten haben auf der Theresienwiese bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen einen Kreis gebildet.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In den sieben einwohnerstärksten Städten in Deutschland sind laut einer Umfrage der "Welt am Sonntag" deutlich mehr als 30.000 Corona-Bußgeldverfahren eingeleitet worden. 

In München seien demnach bis Ende September gut 9100 Verfahren durchgeführt worden, heißt es unter Berufung auf einen Sprecher des örtlichen Kreisverwaltungsreferats. Damit landet die bayerische Landeshauptstadt knapp hinter Hamburg mit rund 11.000 Verfahren.

In Stuttgart wurden dem Bericht zufolge seit April 4745 Bußgeldverfahren bearbeitet. Frankfurt am Main habe rund 3100 Verfahren eingeleitet, heißt es weiter, Düsseldorf 1200. In Berlin seien die einzelnen Bezirke zuständig, wo es laut Bericht 4400 Verfahren gebe - allerdings hätten nicht in allen Bezirken aktuelle Zahlen vorgelegen.

Damit ergibt sich eine Gesamtsumme von gut 33.500 verzeichneten Bußgeldverfahren. Dabei fehlen Angaben aus Köln, wo nur Schätzungen vorliegen, mit wie vielen Einnahmen zu rechnen ist.

Die Rheinmetropole prognostiziert diese demnach auf rund 430.000 Euro und liegt im Vergleich der befragten Städte im Mittelfeld. Für München werden in dem Bericht 1,2 Millionen Euro Einnahmen genannt, Hamburg liege knapp unter einer Million. Berliner Bezirke beziffern die Einnahmen demnach auf mindestens 120.000 Euro, wie es in dem Bericht heißt. 

Für Frankfurt und Düsseldorf werden die Einnahmen mit 275.000 und 112.000 Euro angegeben. Stuttgart hatte als einzige der angefragten Städte keine Angaben zu den Einnahmen gemacht. 

Update 4. Oktober, 11.20 Uhr: Männer greifen Busfahrer nach Streit um Corona-Masken an

Im Zuge eines Streits um Corona-Masken haben mehrere Männer einen Busfahrer in Spiegelau (Landkreis Freyung-Grafenau) angegriffen. 

Der Busfahrer hatte die Männer zuvor aufgefordert, wegen des Coronavirus einen Mund-Nasen-Schutz im Bus zu tragen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Da sich einige der Männer weigerten, warf der Fahrer die Gruppe aus dem Bus.

Daraufhin kam es zu einem Handgemenge: Zwei bis drei Männer griffen nach Polizeiangaben den Busfahrer an und versuchten, ihn aus dem Fenster der Fahrertüre nach draußen zu ziehen. Dieser Versuch scheiterte jedoch - die Männer flüchteten. Der Fahrer erlitt bei dem Vorfall vom Samstag leichte Verletzungen, der Bus wurde beschädigt. 

Es wurden Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet.

Update 4. Oktober, 10.22 Uhr: Polizei löst Party mit 100 Teilnehmern in Flüchtlingsheim auf

In einem Flüchtlingsheim in Landshut hat die Polizei eine Feier mit etwa 100 Menschen beendet. 

Die Polizei löste aufgrund der geltenden Hygienevorschriften und zum Schutz der Bewohner die Versammlung am Samstag auf, wie ein Sprecher sagte. Es sei mit lauter Musik und viel Alkohol gefeiert worden. 

Ein Mann sei infolge seiner starken Alkoholisierung bewusstlos gewesen, ein Notarzt habe ihn versorgt. 20 Menschen seien aus dem Gebäude verwiesen worden. 

Da sie nicht in dieser Unterkunft wohnten, sei der Aufenthalt verboten - sie sollen wegen Hausfriedensbruch angezeigt werden.

Update 4. Oktober, 8.13 Uhr: Söder wünscht sich bei Infektionsschutz mehr Kompetenzen für den Bund

Als Lehre aus der Corona-Krise sieht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Schwächen im deutschen Föderalismus für die Abwehr von bundesweiten Katastrophenfällen. 

"An einigen Stellen wie dem Infektionsschutz kann es sinnvoll sein, dass der Bund mehr Kompetenzen bekommt", sagte der CSU-Chef der Deutschen Presse-Agentur in München. Bayern hatte bis Ende September den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) inne, zum Monatswechsel ist der Vorsitz turnusmäßig auf Berlin übergegangen.

Söder betonte, er sei weiterhin überzeugter Föderalist. Und doch haben auch ihm die vergangenen Monaten im Krisenmanagement zwischen Bund und Ländern gezeigt, wo der Föderalismus an seine Grenzen kommt: "Die MPK fand unter Corona-Sonderbedingungen statt. Es war nie so herausfordernd für die Länder, sich mit dem Bund abzustimmen und eine einheitliche Linie zu finden." 

Noch nie hätten die Konferenzen der Länderchefs so lange gedauert wie in der Corona-Krise. "Und es wurde wohl noch nie so kontrovers diskutiert, auch jenseits aller Parteilinien. Jedes Land hat seine Sichtweise eingebracht. Am Ende sind wir aber immer zu guten Ergebnissen gekommen."

Wie schon zu Beginn seines Vorsitzes hält Söder aber nicht nur die Abgabe von Kompetenzen an den Bund, sondern auch im Gegenzug mehr Möglichkeiten für die Länder für wünschenswert: "Föderalismus bleibt eine Dauerbaustelle. Es gibt Länder, die aus eigener Kraft stärker entscheiden können. Und dann gibt es andere, die sich schon aufgrund der finanziellen Möglichkeiten schwerer tun." 

Daher müsse man immer überprüfen, wo es Sinn ergebe, mehr regional zu entscheiden – oder ob es bundesweite Vorgaben braucht.

Update 4. Oktober, 8.03 Uhr: Menschenkette am Bodensee - Tausende demonstrieren friedlich

Unterschiedlicher konnten die Meinungen am Bodensee nicht sein. Trotzdem blieben die beiden Demonstrationen friedlich. (Symbolbild)
Unterschiedlicher konnten die Meinungen am Bodensee nicht sein. Trotzdem blieben die beiden Demonstrationen friedlich. (Symbolbild)  © Felix Kästle/dpa

Tausende Menschen haben am Bodensee für und gegen die Corona-Politik demonstriert. 

Mit einer sogenannten Friedensmenschenkette hat unter anderem die Initiative "Querdenken" laut den zuständigen Polizeipräsidien Konstanz, Ravensburg und Lindau am Samstag etwa 11.000 Menschen um den See herum mobilisiert. Eine wie geplant durchgängige Menschenkette durch Österreich, Deutschland, Liechtenstein und die Schweiz sei aber nicht geglückt.

Die Organisatoren hatten auf 250.000 Teilnehmer gehofft. Allein in Konstanz waren 15.000 angemeldet, rund 2200 zählte die Polizei dort. Zahlen von den Veranstaltern gab es zunächst nicht. Dafür müssten Luftaufnahmen ausgewertet werden, hieß es vom Mitorganisator Gerry Mayr, der auch eine "Querdenker"-Demonstration am Sonntag in Konstanz veranstaltet.

Ziel der Aktion sei gewesen, ein europäisches Signal gegen die Corona-Maßnahmen zu setzen und in einen Dialog mit der Regierung zu treten, so Mayr. Der Konstanzer Unternehmer hält Quarantäne für ein modernes Gefängnis und die Maskenpflicht für Unrecht.

Gegendemonstranten aus verschiedenen Gruppierungen marschierten am Konstanzer Teil der Menschenkette vorbei mit Bannern, auf denen sie sich klar zu den Corona-Maßnahmen bekannten. Vereinzelt kam es zu Diskussionen zwischen den einzelnen Lagern. Die Polizei sprach von friedlichen Protesten.

Unter den Demonstranten am Bodenseeufer war auch die FDP-Politikerin Karoline Preisler, die schon selbst Corona-Patientin war und extra aus Mecklenburg-Vorpommern angereist war. "Heute ist der Tag, an dem die Demokratie verteidigt werden muss", sagte Preisler mit Blick auf den Tag der Deutschen Einheit. 

Mit einem Schild machte sie deutlich, dass sie selbst an dem Virus erkrankt war. "Ich finde es richtig und wichtig, dass Corona-Maßnahmen hinterfragt werden", sagte sie. "Ich möchte aber, dass wir dafür demokratische Möglichkeiten nutzen - und gerne informiere ich", so die Politikern.

Für das gesamte Wochenende sind in Konstanz rund 30 Versammlungen und Demonstrationen angemeldet. Angemeldet wurden laut Polizei für die beiden Tage 30.000 Menschen. Laut Polizei waren aber bereits am ersten Tag deutlich weniger Menschen da als erwartet.

Update 3. Oktober, 12.35 Uhr: Maskenpflicht im Landkreis Rhön-Grabfeld auch im Unterricht

Wegen vieler Coronavirus-Infektionen im Landkreis Rhön-Grabfeld muss im Schulunterricht dort auch weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. 

Ausgenommen seien nur die Grundschulen, wie das Landratsamt am Freitagabend mitteilte. Am Montag soll in allen Schulen wieder unterrichtet werden. Bayernweit können Schüler weiterführender Schulen ihre Maske am Sitzplatz in der Regel ablegen - sofern es das Infektionsgeschehen vor Ort zulässt.

Zudem sollen zu Wochenbeginn wieder alle Kindertagesstätten im Landkreis öffnen. Bei Sportveranstaltungen muss der Veranstalter ein Hygienekonzept vorweisen. In Kliniken und Pflegeeinrichtungen dürfen Patienten am Tag nur einmal Besuch von einer Person bekommen.

Der Landkreis hatte in den vergangenen Tagen die kritische Marke von 50 Corona-Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten. Am Freitag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit einen Wert von 51,45.

Deswegen gibt es beispielsweise bis zum 10. Oktober auch Beschränkungen bei privaten Feiern - lediglich 25 Menschen dürfen in geschlossenen Räumen zusammenkommen statt bisher maximal 100.

Update 3. Oktober, 8.06 Uhr: Mehr als zwei Millionen Corona-Polizeikontrollen in Bayern

Die Polizei kontrolliert im Englischen Garten in München. (Archiv)
Die Polizei kontrolliert im Englischen Garten in München. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

Die Polizei in Bayern hat die Einhaltung der Anti-Corona-Maßnahmen binnen eines halben Jahres mit mehr als zwei Millionen Kontrollen überwacht. 

Vom 21. März bis zum 20. September gab es rund 2.070.000 Polizeikontrollen zur Überwachung der Corona-Infektionsschutzbestimmungen - das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Landtags-SPD hervor.

In der Zahl sind Kontrollen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, der Maskenpflicht, von Ladengeschäften, Versammlungen und Gastronomie enthalten. Das Innenministerium weist aber darauf hin, dass dies lediglich annäherungsweise Angaben seien - denn polizeiliche Personenkontrollen würden nicht grundsätzlich dokumentiert.

Aus der Übersicht des Innenministeriums geht allerdings deutlich hervor, wie sich die Zahl der Kontrollen in den vergangenen Monaten entwickelt hat. So wurden auf dem Höhepunkt der Corona-Krise mit den weitgehende Ausgangsbeschränkungen eindeutig die meisten Kontrollen gezählt - allein im April waren es knapp 740.000. Im Juli und August, als die allermeisten Beschränkungen wieder aufgehoben waren, waren es dann nur noch etwas über beziehungsweise unter 160 000 Kontrollen.

Ebenfalls abgefragt hat die SPD, in wie vielen Fällen Menschen bei den Kontrollen entweder Widerstand leisteten oder gewalttätig gegen Polizisten wurden. Laut Innenministerium gab es 147 solche Vorfälle, davon allein 36 im Bereich des Polizeipräsidiums München.

Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher (SPD), der die Anfrage gestellt hatte, betonte: "Die Überwachung der Bestimmungen dient der Eindämmung des Infektionsgeschehens." Die allermeisten Menschen hielten sich auch an die Regeln. "Die Uneinsichtigen sind auf die Regeln hinzuweisen und gegebenenfalls zu sanktionieren."

Update 2. Oktober, 17.58 Uhr: Aktuelle Zahlen für München

Update 2. Oktober, 17.45 Uhr: Landtag tagt coronabedingt einmalig mit Hälfte aller Abgeordneten

Die Politiker in Bayern besprechen sich coronabedingt in kleinerer Runde. (Symbolbild)
Die Politiker in Bayern besprechen sich coronabedingt in kleinerer Runde. (Symbolbild)  © Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

Eigentlich sollte es die erste Plenarsitzung in voller Besetzung seit Beginn der Corona-Krise werden, stattdessen tagt der bayerische Landtag am 8. Oktober nun einmalig mit etwas mehr als der Hälfte seiner Abgeordneten. 

Das beschloss der Ältestenrat aufgrund der hohen Infektionsraten in München in einer Videokonferenz. Es sei schlecht abzuschätzen, wie sich die Zahlen in der Landeshauptstadt bis zur nächsten Woche entwickelten, begründete Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) am Freitag die Entscheidung.

Der Ältestenrat ging - bei Widerspruch der AfD-Vertreter - daher lieber noch einmal auf Nummer sicher, auch wenn die baulichen Voraussetzungen für ein Treffen sämtlicher Abgeordneten dank Plexiglasscheiben und Belüftung inzwischen gegeben sind. Einmalig wird das Plenum daher nun mit 105 Abgeordneten tagen, analog zur Fraktionsstärke auf die Parteien aufgeschlüsselt.

Bislang war jeweils ein Fünftel der Abgeordneten zu den Sitzungen zugelassen. Dadurch sollte das Ansteckungsrisiko minimiert werden, schließlich reisen die Abgeordneten und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus ganz Bayern an. Bei der nächsten Sitzung des Ältestenrates am Mittwoch soll dann über eine dauerhafte Regelung entschieden werden. 

Einige Fraktionen plädieren bereits für eine Ampelregel, also festgelegte Maßnahmen je nach Zahl der Infektionsfälle gerechnet auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Update 2. Oktober, 17.38 Uhr: Corona: Hoffnung auf baldige Ausnahmen für österreichische Exklaven

Das Kleinwalsertal und die Gemeinde Jungholz in Österreich haben in den vergangenen Tagen keine einzige neue Corona-Infektion gemeldet - und sind aus deutscher Sicht dennoch Risikogebiete. Die Fahrt in die beiden Exklaven ist aber nur durch Bayern möglich. 

Deshalb fordern nun mehr als 10.500 Unterstützer einer Online-Petition Ausnahmeregeln: Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes soll demnach nur für den Rest der österreichischen Bundesländer Vorarlberg und Tirol gelten.

Bei einem Treffen regionaler Politiker am Freitag zur Gründung des grenzübergreifenden Arbeitskreises «Plattform Kleinwalsertal» machte der österreichische Staatssekretär für Mobilität, Magnus Brunner (ÖVP), Hoffnung auf eine baldige Ausnahmeregelung: "Die Signale sind in den letzten Stunden dahin gegangen." Die Entscheidung werde aber in Berlin getroffen: "Wir haben es noch nicht schriftlich."

Der Bürgermeister von Mittelberg im Kleinwalsertal, Andi Haid, sagte: "Wir sind froh, wenn es so kommt." Dem Gebiet drohe mit seiner Abhängigkeit vom Tourismus bei einer länger andauernden Reisewarnung ein "wirtschaftlicher Totalschaden". 

Update 2. Oktober, 13.10 Uhr: FC Augsburg plant auch gegen Leipzig und Mainz mit 6000 Fans

Der FC Augsburg meldet auch für die beiden kommenden Bundesliga-Heimspiele gegen RB Leipzig am 17. Oktober (15.30 Uhr) und gegen den 1. FSV Mainz 05 am 31. Oktober (15.30 Uhr) ausverkauft. 

Dies teilte der schwäbische Fußball-Bundesligist am Freitag mit. Der FCA plant demnach erneut mit jeweils 6000 Fans.

Schon beim ersten Bundesliga-Heimspiel vor einer Woche gegen Borussia Dortmund (2:0) waren in Corona-Zeiten 6000 Zuschauer gekommen. Das ist die derzeit maximal zulässige Kapazität bei FCA-Heimspielen, wenn es die aktuellen Infektionszahlen zulassen.

Update 2. Oktober, 12.35 Uhr: Paul-Ehrlich-Institut genehmigt neue Impfstofftests

Das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut hat erste Tests mit einem Covid-19-Impfstoff genehmigt, der auf einem Impfstoff gegen Pocken basiert. 

Antragsteller ist das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), an dem unter anderem die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Philipps-Universität Marburg, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und das Pharmaunternehmen IDT Biologika aus Dessau-Roßlau beteiligt sind.

In der ersten Phase der klinischen Prüfung wird der Impfstoff auf Sicherheit, Verträglichkeit und auf seine spezifische Immunantwort gegen den Erreger untersucht. Die klinische Studie soll Anfang Oktober "mit der Rekrutierung der ersten der insgesamt 30 Studienteilnehmer im medizinischen Auftragsinstitut CTC North am Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) starten", wie das UKE Hamburg mitteilte. 

Es gibt bereits etliche Impfstoffe, die in der entscheidenden dritten Phase der klinischen Prüfung sind.

Bei dem neuen Impfstoff handelt es sich um einen sogenannten Vektor-Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2, bei dem die genetische Information für ein Oberflächenprotein von Sars-CoV-2 in ein abgewandeltes und damit harmloses Pockenvirus (MVA) eingebaut ist. Das Ausgangsvirus wurde schon vor mehr als 30 Jahren gegen Pocken generiert und bereits auch für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Mers-Virus verwendet.

Update 2. Oktober, 9.35 Uhr: Kultusministerium gibt 37 Millionen Euro für Luftfilter in Schulen

Zur Vermeidung von Corona-Infektionen in Schulen stellt das bayerische Kultusministerium 37 Millionen Euro für Kohlendioxid-Sensoren und Luftfilter bereit. 

"Gefördert wird die Beschaffung von CO2-Sensoren für jeden Klassen- und Fachraum und von mobilen Luftreinigungsgeräten mit Filterfunktion für Räume, die nicht ausreichend durch gezieltes Fensteröffnen oder durch eine raumlufttechnische Anlage gelüftet werden können", teilte das Ministerium am Freitag in München mit.

"Lüften ist nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen ein wichtiges Element, um Infektionen vorzubeugen", begründete Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) das Förderprogramm, das den Schulträgern die schnelle und unbürokratische Anschaffung der Geräte ermöglichen soll. 

Gerade in der bevorstehenden Erkältungszeit komme Lüften eine hohe Bedeutung zu. In der Vergangenheit hatten Lehrerverbände wiederholt darauf hingewiesen, dass viele Räume nicht oder nur sehr schlecht zu belüften seien.

Update 2. Oktober, 6.08 Uhr: Corona-Verschwörungstheorien laut Michael Bully Herbig nicht zu toppen

Der Schauspieler und Filmregisseur Michael Bully Herbig ("Jim Knopf und die Wilde 13"; "Bullyparade") blickt fast etwas neidisch auf den Einfallsreichtum, der in Verschwörungserzählungen rund um die Corona-Pandemie steckt. 

"Dass wir eine Bundeskanzlerin haben, die eigentlich ein Echsenmensch ist, oder dass da Blut getrunken wird, sind echt abgefahrene Ideen für einen Sketch", sagte der 52-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in München. Allerdings seien diese Theorien, die momentan kursierten, kaum noch zu toppen. "Ich bin fast ein bisschen traurig, dass uns das damals nicht eingefallen ist."

Herbig ist überzeugt, dass die Corona-Pandemie irgendwann Stoff für Filme sein wird. "Ich bin mir ganz sicher, dass während des Lockdowns schon ein paar gute Drehbücher entstanden sind", meinte der Münchner. "Da steckt natürlich unfassbar viel Potenzial drin, sowohl für Komödie, als auch für Drama. Ich glaube, da kommen noch einige Filme auf uns zu."

Michael Bully Herbig spricht in dem am Donnerstag in den Kinos gestarteten Film "Jim Knopf und die Wilde 13" den Halbdrachen Nepomuk.

Update 2. Oktober, 6.06 Uhr: Knapp 12.700 Schüler und Lehrer in Bayern in Corona-Quarantäne

Knapp 12.700 Schüler und Lehrer in Bayern müssen derzeit coronabedingt in Quarantäne bleiben. Zudem sind 400 Schülerinnen und Schüler sowie knapp 50 Lehrkräfte positiv auf das Virus getestet worden, wie aus aktuellen Daten des Kultusministeriums hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Demnach sind etwa 0,77 Prozent der 1,65 Millionen Schüler aufgrund einer angeordneten Quarantäne derzeit nicht im Präsenzunterricht, was etwa 11.700 Kindern und Jugendlichen entspricht. Weitere 0,03 Prozent, also rund 400, hatten zudem einen positiven Covid-19-Test. Bei den Lehrkräften betragen die Werte 0,61 sowie 0,03 Prozent. Somit sind rund 970 der bayernweit 155.000 Lehrerinnen und Lehrer in Quarantäne, etwa 46 sind erkrankt.

Mit Blick auf größere Quarantäne-Maßnahmen sind rund 0,54 Prozent der Klassen derzeit wegen einer entsprechenden Anordnung des Gesundheitsamts nicht im Präsenzunterricht. Komplett geschlossen sind aktuell nur zwei der mehr als 6000 Schulen im Freistaat.

Update 2. Oktober, 6.05 Uhr: Lockerungen nach sinkenden Corona-Zahlen in München

Im Zuge der sinkenden Infektionszahlen werden die verschärften Anti-Corona-Maßnahmen in München am Freitag wieder gelockert. Allen voran entfallen die Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt sowie die Beschränkung von Gruppengrößen auf nur fünf Personen: In der Öffentlichkeit, in Restaurants oder auch privat dürfen sich nun wieder zehn Freunde oder Geschäftspartner treffen. Einschränkungen gibt es jedoch für Fußballfans - und für Partyhungrige.

Denn die Obergrenzen für Gäste bei privaten Festen wie Geburtstagen und Hochzeiten gelten weiterhin. In Innenräumen sind demnach nach wie vor nicht mehr als 25 Teilnehmer erlaubt, draußen maximal 50. Private Feiern stellen nach Angaben der Stadt derzeit nämlich die Hauptinfektionsquelle in der Landeshauptstadt dar. 

Deshalb bleibt auch das nächtliche Alkoholverbot am Wochenende an beliebten Feier-Treffpunkten im Freien in Kraft. Auch das Spiel der FC Bayern Amateure am Freitagabend gegen die SG Dynamo Dresden wird ohne Zuschauer stattfinden, ebenso die Bundesliga-Begegnung FC Bayern und Hertha BSC am Sonntag.

Der Krisenstab der Stadt hatte die Lockerungen damit begründet, dass die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche seit mehreren Tagen stabil unter 50 gelegen habe. In München gab es nach Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Donnerstag innerhalb der vergangenen Woche 36,02 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner (Stand: 8 Uhr). Damit lag die Stadt weiter über dem Frühwarnwert von 35.

Update 2. Oktober, 6 Uhr: Landkreis Rhön-Grabfeld über kritischem Corona-Grenzwert

Der Landkreis Rhön-Grabfeld hat die kritische Marke von 50 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten. Das teilte der Landkreis am späten Donnerstagabend mit. 

Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit liegt der Wert bei 51,45. Wegen der Überschreitung sollen laut dem Landkreis etwa Beschränkungen von Gästezahlen bei privaten Feiern statt bis zum 3. bis zum 10. Oktober verlängert werden, hieß es. Ein Schwerpunkt der neu festgestellten Infektionen liege in einem Wohnheim in Mellrichstadt, berichtete der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf das zuständige Landratsamt.

Laut dem Robert-Koch-Institut ist der Landkreis Rhön-Grabfeld damit derzeit der einzige über dem kritischen Corona-Grenzwert. Zudem sind in Nordrhein-Westfalen die kreisfreien Städte Hamm und Remscheid über diesem kritischen Wert - genau wie der Bezirk Berlin-Mitte (Stand: Donnerstag).

Update 1. Oktober, 18.49 Uhr: Schlachthof in München: Zwölf Corona-infizierte Mitarbeiter

Mehrere Mitarbeiter eines Schlachthofs in München sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Bei zwei Reihentests Ende September seien insgesamt zwölf Infizierte festgestellt worden, teilte die Stadt am Donnerstag mit. 151 Beschäftigte seien negativ getestet worden. Die positiv Getesteten und ihre nächsten Kontaktpersonen seien nun 14 Tage in Quarantäne. Die Mitarbeiter würden in ihren Unterkünften mit Essen versorgt. Die negativ Getesteten seien nicht in Quarantäne, sagte ein Stadtsprecher.

In dem Schlachthof in der Innenstadt seien die Hygienemaßnahmen kontrolliert und das Gebäude desinfiziert worden, heißt es weiter in der Mitteilung. Der Betreiber der Rinderschlachtung mache wöchentlich eine Reihentestung der gesamten Belegschaft. Dabei seien am 28. September neun Beschäftigte positiv getestet worden und am 30. September drei weitere. Die Mitarbeiter sollen am Montag erneut getestet werden.

Beim Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen hatte es im Frühsommer einen Corona-Massenausbruch gegeben. Der Vorfall hatte eine Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

Update 1. Oktober, 17.28 Uhr: Ende der verschärften Corona-Regelungen in Würzburg

Die verschärften Regelungen in der Corona-Krise für die Stadt Würzburg laufen aus und werden nicht verlängert. 

"Unsere Maßnahmen haben in den vergangenen Tagen gegriffen", betonte Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Donnerstag. "Ich freue mich, dass sich die Zahlen stabilisiert haben." Nur die Maskenpflicht im Unterricht gelte auch noch nächste Woche.

Wegen hoher Infektionszahlen durften sich in der Stadt höchstens fünf Personen in der Öffentlichkeit treffen, private Feiern waren auf 50 Gäste beschränkt. Entlang des Mains, auf der Alten Mainbrücke sowie in der Innenstadt galt abends ein Alkoholverbot. Rückkehrer aus Risikogebieten mussten sich außerdem zwei Mal auf das Virus testen lassen.

"Die bisherigen Maßnahmen wären phasenweise als Präventivmaßnahmen über den Winter sicherlich sinnvoll", meinte Schuchardt. Da Würzburg momentan aber unter den kritischen Grenzwerten liege, gebe es dafür keine rechtliche Handhabe. 

Nach Angaben der Stadt sind momentan 48 Menschen infiziert, die sogenannte 7-Tage-Inzidenz beträgt demnach 25,02.

Update 1. Oktober, 15.15 Uhr: In Bayerns Kommunen gilt jetzt immer der jeweils höchste Corona-Wert

Im Corona-Krisenmanagement von Bayerns Kommunen ist künftig immer die jeweils höchste vorliegende Fallzahl der Behörden von Bund und Freistaat ausschlaggebend. 

Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München mit. In der Vergangenheit hatte es Verwirrung und in der Folge auch Ärger gegeben, weil die vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und vom Berliner Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Werte für die Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner sehr häufig voneinander abweichen. Dieser sogenannte Inzidenzwert ist aber je nach Höhe Grundlage für mögliche Auflagen und Einschränkungen von Freiheitsrechten wie einer Teilnehmerobergrenze bei Feiern.

Auch in anderen Bundesländern hatten unterschiedliche Inzidenz-Werte für Verunsicherung gesorgt. In Hamburg gilt daher nur noch der selbst von der Stadt berechnete Wert. Als Hauptgrund für die unterschiedlichen Zahlenwerte gelten der zeitliche Verzug bei der Übermittlung von Daten und die unterschiedlichen Erfassungszeiträume. In Hamburg wurde aber auch die vom RKI zugrunde gelegte Einwohnerzahl kritisch gesehen.

Für Bayern sei dies aber nicht von entscheidender Bedeutung, sagte Herrmann. Beide Behörden würden die Einwohnerzahlen des Statistischen Landes- beziehungsweise Bundesamtes verwenden, dies sei eine objektive Grundlage «auf der man arbeiten kann». Wichtig sei, dass sich die Bezugsgröße nicht ständig ändere.

Update 1. Oktober, 14.33 Uhr: Kinderbetreuung in Herbstferien soll Eltern entlasten

Mit zusätzlichen Angeboten zur Kinderbetreuung sollen Eltern in Bayern in den Herbstferien von 2. bis 6. November entlastet werden. 

Das Kabinett gab am Donnerstag grünes Licht für die Angebote, welche der Bayerische Jugendring (BJR) auf den Weg bringen soll. Dabei sollen die bewährten Strukturen der Sommerferienbetreuung beibehalten werden. Die Angebote werden durch örtliche Träger wie Kreis- und Stadtjugendringe, Jugendverbände oder durch schulische Ganztagsangebote auf Grundlage der einschlägigen Hygienekonzepte mit freizeitpädagogischer Ausrichtung durchgeführt.

Bereits in den Sommerferien hatte es in Bayern zusätzliche Betreuungsangebote zur Entlastung der Eltern gegeben, die aufgrund der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ihre Kinder selbst betreuen und dafür ihren Jahresurlaub einbringen mussten. Die zusätzlichen Ferienangebote seien von den betroffenen Eltern sehr gut angenommen und von den Trägern vor Ort erfolgreich durchgeführt worden, hieß es.

Für Träger und Eltern steht unter www.bjr.de/ferienportal ab diesem Freitag (2. Oktober) wieder eine interaktive Bayernkarte zur Verfügung. Interessierte Träger werden dort in den kommenden Tagen Ferienangebote einstellen. Eltern können sich mit der Karte über das Programm in ihrer Region informieren und sich dann beim jeweiligen Anbieter anmelden. 

Die verfügbaren Angebote werden bis zu den Herbstferien nach und nach erweitert. Für alle Angebote gelten die einschlägigen Hygiene- und Gesundheitsschutzstandards.

Update 1. Oktober, 13.53 Uhr: 250 Euro Bußgeld in Bayern für falsche Namensangaben in Corona-Listen

Falsche Namensangaben in Corona-Gästelisten kosten in Bayern künftig bis zu 250 Euro Bußgeld. Das hat das Kabinett am Donnerstag in München beschlossen. 

Nicht nur Gäste werden für den schlechten Scherz aber zur Kasse gebeten, auch Gastronomen, Hotelbetreiber und Veranstalter sind verpflichtet, die Namenslisten sorgfältig zu führen, andernfalls droht ihnen ein Bußgeld von 1000 Euro. Das Bußgeld geht auf einen Beschluss von Bund und Ländern aus dieser Woche zurück, wonach mindestens ein Betrag von 50 Euro fällig wird, wenn jemand einen falschen Namen in einer Liste einträgt.

Der anstehende Jahreszeitenwechsel zu Herbst und Winter bedeute für die Pandemie-Bewältigung eine besondere Herausforderung, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU). Es sei entscheidend, die Kontrolle zu behalten und einen zweiten Lockdown zu vermeiden. Das Virus nehme immer den Raum ein, dem man ihm ermögliche. Das Verantwortungsbewusstsein der Menschen sei dabei ganz wichtig. Insbesondere bei privaten Feiern gebe es große Ansteckungsgefahren.

Das Land Schleswig-Holstein hatte bereits am Dienstagabend kurz nach der Ministerpräsidentenkonferenz erklärt, dass bewusste Falschangaben auf Gästelisten in Restaurants oder anderen Gastwirtschaften mit 1000 Euro geahndet werden sollen. In Nordrhein-Westfalen werden 250 Euro fällig. Falsche Namen verhindern im Falle von Corona-Infektionen eine schnelle Nachverfolgung von Kontaktpersonen und befördern daher die unerkannte Virenverbreitung.

Update 30. September, 16.34 Uhr: München hebt Maskenpflicht auf und lockert Kontaktbeschränkungen

Angesichts der stabilen Entwicklung bei den Corona-Neuinfektionen lockert die Stadt München ab Freitag einige der verschärften Schutzmaßnahmen. 

So gelte die in Teilen der Innenstadt geltende Maskenpflicht ab dem 2. Oktober nicht mehr, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Auch die Regelung, wonach sich nur noch höchstens fünf Menschen treffen dürfen, hob der städtische Krisenstab zu diesem Termin auf. Die maximal zulässige Gruppengröße werde wieder auf zehn Personen angehoben. 

Der Krisenstab begründete die Lockerungen damit, dass die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche seit mehreren Tagen stabil unter 50 gelegen habe.

Die Obergrenze bei den Gästen bei privaten Festen wie Geburtstagen und Hochzeiten gilt allerdings fort. In Innenräumen seien nach wie vor nicht mehr als 25 Teilnehmer erlaubt, draußen maximal 50. Private Feiern stellten derzeit die Hauptinfektionsquelle in München dar, begründete die Stadt. 

Auch das nächtliche Alkoholverbot am Wochenende an beliebten Feier-Treffpunkten im Freien bleibe in Kraft. Eine enttäuschende Nachricht hatte die Stadt auch für Fußballfans: Das Spiel der FC Bayern Amateure am Samstag gegen die SG Dynamo Dresden soll ohne Zuschauer stattfinden. Über die Begegnung am Sonntag zwischen dem FC Bayern und der Hertha BSC werde am Donnerstag entschieden.

In München gab es nach Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Mittwoch innerhalb einer Woche 36,97 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner (Stand: 8 Uhr). Damit lag die Stadt über dem Frühwarnwert von 35. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete einen Wert von 31,6 (Stand: 00.00 Uhr). Nach Ansicht der Stadt liegt das Berliner Institut damit aber nicht richtig.

Update 30. September, 14.49 Uhr: Doch keine Verlängerung für Corona-Teststationen an Autobahnen

Ungeachtet hoher Corona-Zahlen unter anderem in Teilen Österreichs gibt es nun doch keine Verlängerung für die Teststationen an den bayerischen Autobahnen in Grenznähe - der Betrieb dort wird in der Nacht auf Donnerstag eingestellt. 

Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die Staatsregierung bleibt also bei ihrem Kabinettsbeschluss vom 8. September. Zuletzt hatte sie wegen der Corona-Zahlen in Österreich und Tschechien noch eine Verlängerung erwogen, sich aber nun doch dagegen entschieden.

"Beim Infektionsgeschehen in Bayern ist der Anteil der Reiserückkehrer an den bekannten Neuinfektionen in den letzten zwei Wochen kontinuierlich zurückgegangen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) zur Begründung. Gleichzeitig sei der Reise- und Urlaubsverkehr, der traditionell zu den Sommerferien seinen Höhepunkt habe, vorbei. 

"Wichtig ist bei dieser Entscheidung auch die Erkenntnis, dass sich Neuinfektionen in Bayern vor allem regional neu entwickeln", erklärte Huml. Die vorhandenen Laborkapazitäten sollen deshalb nun anderweitig genutzt werden. 

"Um nun Test- und Laborressourcen passend umschichten zu können, bleibt es daher beim planmäßigen Ende des Testangebotes für Reiserückkehrer", sagte Huml.

Update 30. September, 14.19 Uhr: Reiter kritisiert Differenz bei Corona-Zahlen von RKI und Landesamt

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat die Differenz zwischen den Corona-Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin und des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) scharf kritisiert. 

In den vergangenen sechs Monaten sei es nicht gelungen, die Meldung der Zahlen durch das LGL an das RKI so zu organisieren, dass es keinen Verzug gebe, sagte Reiter am Mittwoch im Münchner Stadtrat. Dafür fehle ihm angesichts der technischen Möglichkeiten jedes Verständnis. "Ich habe nicht gewusst, dass wir mit der reitenden Post nach Berlin reiten."

In der vergangenen Woche lagen die von RKI und LGL gemeldeten Corona-Zahlen zum Teil weit auseinander. Begründet wurde dies vor allem mit Verzögerungen bei der Datenübermittlung. Laut LGL war in München der kritische Wert von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mehrere Male überschritten. Das RKI dagegen meldete Werte unterhalb dieser Schwelle.

Für die Stadt war das eine schwierige Lage. Hier galten ab dem vergangenen Donnerstag verschärfte Maßnahmen wie eine Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt oder Kontaktbeschränkungen. Am Mittwoch wollte der Krisenstab über eine Lockerung oder eine mögliche Fortführung der Maßnahmen beraten - die Frage war nur, welche Zahlen gelten sollten. 

Das RKI hatte am Mittwoch für München 31,6 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gemeldet, eine Zahl unter dem Frühwarnwert von 35. Nach Einschätzung der Stadt ist das jedoch falsch. Sie ging am Mittwoch von höheren Zahlen aus.

Reiter ist mit der Kritik nicht alleine. Hamburg hatte am Mittwoch erklärt, den 7-Tage-Inzidenz-Wert nur noch nach eigenen Berechnungen zu veröffentlichen. Die Sozialbehörde begründete dies mit Abweichungen zu den bisher vom Robert Koch-Institut übernommenen Daten, die immer wieder für Verwirrung gesorgt hätten.

Update 30. September, 9.10 Uhr: Infektiologe lobt Einigung auf regionale Anti-Corona-Maßnahmen

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg, hat die Bund-Länder-Einigung auf gezielte, regionale Anti-Corona-Maßnahmen als "Schritt in die richtige Richtung" gelobt.

"Im Osten, in Mecklenburg-Vorpommern, ist die Epidemie ganz, ganz anders als in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Deswegen ist es sinnvoll, dass wir diese angepassten Regeln haben, die in Kraft treten, wenn die Epidemie bestimmte Grenzwerte zeigt", sagte Salzberger am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag auf regionale Gegenmaßnahmen verständigt, wenn die Neuinfektionszahlen in Landkreisen bestimmte Schwellenwerte übersteigen. Dann soll es in diesen Regionen etwa Beschränkungen bei der Teilnehmerzahl von privaten Feiern geben.

Zu den zuletzt gestiegenen Corona-Neuinfektionszahlen sagte Salzberger: "Mich beunruhigen diese Zahlen schon - mich beunruhigen diese Zahlen aber nicht so sehr wie im März, weil die Steigerung ist sehr viel langsamer." 

Als Grund für den Anstieg sieht er nicht nur die Tatsache, dass man sich wieder mehr in geschlossenen Räumen aufhält.

"Das meiste, was wir jetzt sehen, kommt tatsächlich durch Reiserückkehrer, das kommt von außen rein und verbreitet sich dann hier explosionsartig, vor allem bei privaten Feiern", erklärte er.

Update 29. September, 15.57 Uhr: München bei Corona-Infektionen weiter unter Grenzwert

Die Zahl der Corona-Neuinfizierten in München bleibt unter dem kritischen Warnwert. Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag mitteilte, hatten sich in München in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner 37,92 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert.

Damit lag die Stadt erneut unter der kritischen Marke von 50 je 100 000 Einwohner. Trotzdem gelten noch die Kontaktbeschränkungen sowie die Maskenpflicht in der Altstadt. Ob die Maßnahmen über den 1. Oktober hinaus verlängert werden, muss noch beraten werden.

Über dem Grenzwert liegt immer noch der Landkreis Dingolfing-Landau. Hier gab es laut LGL am Dienstag (Stand: 8.00 Uhr) binnen einer Woche 59,24 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Update 29. September, 15.40 Uhr: Landtags-FDP fordert wegen Corona mehr verkaufsoffene Sonntage

Angesichts der Corona-Krise fordert die Landtags-FDP die Zulassung verkaufsoffener Sonntage auch unabhängig von Festen oder Messen. 

«Die Corona-Pandemie hat dem stationären Einzelhandel massiv zugesetzt», sagte Fraktionsvize Julika Sandt am Dienstag. Für viele Händler sei die Krise existenzbedrohend. «Jeder zusätzliche Umsatztag ist für die Händler in den Ortskernen daher Gold wert.» Dass die Staatsregierung die Kommunen an der Durchführung verkaufsoffener Sonntage hindere, sei unverantwortlich. Laut Ladenschlussgesetz dürften diese eigentlich nur anlässlich traditioneller Großveranstaltungen stattfinden. 

Sie fordere allerdings nun eine «wohlwollende Prüfung» der Anträge der Kommunen, sagte Sandt - und die Staatsregierung müsse dies unterstützen.

Update 29. September, 15.34 Uhr: Freischankflächen in München dürfen auch im Winter bleiben

Die zahlreichen Freischankflächen, die wegen der Corona-Pandemie in München geschaffen wurden, dürfen auch im Herbst und Winter betrieben werden. 

Die Genehmigungen für die Gastronomiebetriebe der Stadt seien zunächst bis 31. März 2021 verlängert worden, teilte die SPD/Volt-Stadtratsfraktion im Anschluss an die Sitzung des Kreisverwaltungsausschusses am Dienstag mit. Damit können die Wirte auch in den kalten Monaten ihre Gäste in den als «Schanigärten» bezeichneten Flächen auf Gehsteigen und Parkplätzen bewirten. Zum Beheizen sind demnach Ökostrom-Heizstrahlern erlaubt, gasbetriebene Heizpilze hingegen verboten.

«Die Schanigärten haben gezeigt, wie schön wir den öffentlichen Raum gestalten können», sagte Stadtrat Andreas Schuster (SPD). «Wir haben im Sommer bewiesen, dass München nicht umsonst den Ruf der nördlichsten Stadt Italiens hat. Deshalb verlängern wir die Schanigärten sehr gerne und können uns vorstellen, sie in den warmen Monaten unbefristet beizubehalten».

In den vergangenen Monaten sind laut Mitteilung beim Kreisverwaltungsreferat fast 1100 Anträge auf Erweiterung und Neuschaffung von Freischankflächen eingegangen - knapp 900 davon wurden genehmigt. Gebühren für die Extraflächen müssten die Wirte nicht bezahlen. 

Update 29. September, 14.36 Uhr: Große Werbetrommel für den Wintersport in Corona-Zeiten

Skifahrer genießen vor einer Hütte in Garmisch-Partenkirchen das gute Wetter. (Archiv)
Skifahrer genießen vor einer Hütte in Garmisch-Partenkirchen das gute Wetter. (Archiv)  © Sina Schuldt/dpa

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger rührt gemeinsam mit Hotellerie und Kommunalpolitikern die große Werbetrommel für den Wintertourismus in Bayern. "Wintersport ist in diesem Jahr auf alle Fälle verantwortbar", sagte der Freie Wähler-Chef am Dienstag in Garmisch-Partenkirchen. "Die Bedeutung des Wintertourismus nimmt immer mehr zu."

Für viele bayerische Hotels und Gaststätten ist der Sommer zwar weit besser gelaufen als im Frühjahr befürchtet. Doch die Aussichten für den Winter sind ungewiss, weil viele Gäste wegen der Corona-Epidemie mittlerweile sehr kurzfristig buchen. "Langfristige Planung gibt es aktuell nicht", sagte der Garmischer Hotelier Daniel Schimmer bei der Pressekonferenz. Das treibt keineswegs nur Wirte und Hotelbesitzer um, sondern auch die örtliche Politik: "Der Tourismus ist überlebenswichtig für uns", sagte Landrat Anton Speer (Freie Wähler).

Die Seilbahnbetreiber planen derzeit einen Betrieb mit Hygienevorschriften, aber ohne Einschränkungen. "Die Skigebiete rechnen damit, dass eine hundertprozentige Belegung der Seilbahnen möglich sein wird", sagte Klaus Stöttner, Vorsitzender des Tourismusverbands München Oberbayern und CSU-Landtagsabgeordneter. Sicher ist das jedoch noch nicht. Die Regeln für den Winter werden denjenigen ähneln, die derzeit gelten: Abstandsregeln und Seilbahnbenutzung nur mit Masken. Corona-Vorkehrungen treffen auch die Skischulen, so soll es keine Gruppen mit mehr als zehn Teilnehmern geben.

Aiwanger jedenfalls hält Fahrten auch in vollen Gondeln für sicher: "Man ist nur wenige Minuten mit anderen beieinander. Ich bin sogar überzeugt, dass das sicherer ist als im ÖPNV." Denn auch Busse und Bahnen sind zu Stoßzeiten mittlerweile wieder gut gefüllt, die Fahrzeiten aber gewöhnlich länger.

Update 29. September, 13.30 Uhr: Nach Massentest drei Corona-Fälle im Kloster Mallersdorf

Das Kloster Mallersdorf in Niederbayern. In dem Kloster sind am Freitag fast 650 Ordensschwestern sowie einige Mitarbeiter auf eine Infektion mit dem Coronavirus hin getestet worden.
Das Kloster Mallersdorf in Niederbayern. In dem Kloster sind am Freitag fast 650 Ordensschwestern sowie einige Mitarbeiter auf eine Infektion mit dem Coronavirus hin getestet worden.  © Armin Weigel/dpa

Nach einer Massentestung in dem niederbayerischen Kloster Mallersdorf ist bei zwei Schwestern und einer Mitarbeiterin eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden. 

Das hat das Landratsamt Straubing-Bogen am Dienstag mitgeteilt. Nachdem sich eine Pflegekraft, die in dem klosterinternen Seniorenheim arbeitet, mit Corona infiziert und sich in Quarantäne begeben hatte, waren am Freitag etwa 600 Ordensschwestern und Klostermitarbeiter zu einer Reihenuntersuchung angetreten. Der Altersdurchschnitt der Schwestern liegt einem Sprecher des Landratsamtes zufolge bei 83 Jahren.

Die beiden infizierten Schwestern seien isoliert in einem Klostertrakt untergebracht worden. Die Mitarbeiterin befinde sich in häuslicher Quarantäne. Die Kontaktpersonen der drei Infizierten - etwa 30 bis 40 Menschen - würden erneut getestet, erklärte ein Behördensprecher.

Das Kloster hatte zunächst sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Nicht betroffen von der Reihentestung seien die Landwirtschaft und der Kindergarten des Klosters in Mallersdorf-Pfaffenberg, das das Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie ist.

Update 29. September, 12 Uhr: Bayerns Schulden steigen in Corona-Krise um 30 Prozent

Die Corona-Krise hat den Schuldenstand des Freistaates Bayern deutlich nach oben getrieben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden vom Dienstag stieg die Zahl der bei nicht-öffentlichen Einrichtungen wie etwa Banken aufgenommenen Verbindlichkeiten auf 16,886 Milliarden Euro. 

Die Verschuldung liege damit um mehr als 30 Prozent höher als noch zum Ende des Jahres 2019.

Bayern liegt damit im Ländervergleich jedoch günstig - und weit hinter dem Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen, der mit mehr als 187 Milliarden Euro in der Kreide steht.

Insgesamt stehen Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung in Deutschland bei Banken und Privatunternehmen mit 2108,9 Milliarden Euro zum Ende des ersten Halbjahres 2020 in der Schuld. Dies sei der höchste ermittelte Stand in der Statistik seit Umstellung der Berechnungsmethode im Jahr 2010. Der Schuldenberg wuchs demnach im Vergleich zum Jahresende 2019 insgesamt in Deutschland um rund 11 Prozent oder 210,1 Milliarden Euro.

Der Anstieg sei "im Wesentlichen dadurch begründet, dass die öffentlichen Haushalte finanzielle Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise aufnahmen", erklärte das Bundesamt. Er betraf demnach bis auf die Sozialversicherung alle Ebenen des öffentlichen Gesamthaushalts.

Mit 13,7 Prozent auf 1351,5 Milliarden Euro stieg die Verschuldung des Bundes am meisten. Unter den Bundesländern war dies prozentual in Sachsen (plus 89,6 Prozent), Bayern (plus 30,6 Prozent) und Bremen (plus 20,4 Prozent) der Fall.

Update 28. September, 20.017 Uhr: Bundesländern fehlen Teams zur Kontaktverfolgung bei Corona

Einige Bundesländer haben zu wenig Personal zur Kontaktnachverfolgung bei Coronavirus-Infektionen im Einsatz - anders als im April verabredet. Bund und Länder hatten sich damals verständigt, mindestens fünf Personen pro 20.000 Einwohner einzusetzen. Auf Anfrage von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (für Dienstag) erklärten jedoch mehrere Länder, aktuell seien weniger Teams im Einsatz.

Bayern hat demnach beispielsweise 13 Millionen Einwohner, also müssten dort 650 Teams zur Verfügung stehen. Der FDP-Landtagsabgeordnete Sebastian Körber erhielt den Angaben zufolge vergangene Woche jedoch die Auskunft der Staatsregierung, dass nur 288 solcher Teams "im Einsatz" seien. 

Baden-Württemberg müsste dem Bericht zufolge gemessen an der Bevölkerungszahl 553 solche Teams haben. Tatsächlich gibt es dort nach Auskunft des Gesundheitsministeriums aber nur 292, bis Ende dieser Woche sollen es 314 Teams sein.

In Hessen gebe es 268 Teams, gefordert wären 313, im Saarland existieren 34 Teams, nötig wären 50. Nur Bremen hat dem Bericht zufolge nach eigenen Angaben ausreichend Personal für diese Aufgabe. Die anderen Länder antworteten demnach ausweichend, gar nicht oder gaben an, dass ihnen diese Zahlen nicht vorliegen.

Update 28. September, 20.01 Uhr: Bayern prüft Verlängerung für Corona-Teststationen an Autobahnen

Angesichts der hohen Corona-Neuinfektionszahlen unter anderem in Teilen Österreichs erwägt Bayern eine Verlängerung für die Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe. Man prüfe derzeit die kurzfristige Verlängerung des Testangebotes für Reiserückkehrer, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montagabend mit. 

"Dies geschieht auch mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen in grenznahen Regionen in Österreich und Tschechien, die in den zurückliegenden Tagen zu Risikogebieten erklärt wurden." Zudem seien die neuen, überarbeiteten Einreisequarantäneregeln des Bundes für Rückkehrer aus Risikogebieten noch nicht veröffentlicht worden.

Eigentlich hatte das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 8. September beschlossen, die Corona-Teststationen an den Autobahnen, an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg und am Zentralen Omnibusbahnhof München zum Ende der Sommer-Hauptreisezeit einzustellen - und zwar bis zum 30. September, das wäre an diesem Mittwoch. Die Autobahn-Teststationen befinden sich an den Raststätten Donautal-Ost (A3), Hochfelln-Nord (A8) und Heuberg (A93). Nun könnte sich dies wieder ändern und der Termin nach hinten verschoben werden.

Am Wochenende hatten sich zeitweise lange Staus vor der Teststation auf der Autobahn 93 gebildet. Nach der Einstufung von Tirol als Risikogebiet gab es dort lange Wartezeiten für die Reiserückkehrer, die sich dort auf eine Infektion mit dem Virus testen lassen wollten.

Das Kabinett hatte beschlossen, die freiwerdenden Testkapazitäten "bedarfsorientiert" etwa für die kommunalen Testzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung zu stellen. Die Stationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben.

Update 28. September, 13.30 Uhr: Söder dringt auf bundesweit einheitliches Anti-Corona-Regelwerk

Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hofft auf bundesweit einheitliche Regeln für Corona-Gegenmaßnahmen.
Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hofft auf bundesweit einheitliche Regeln für Corona-Gegenmaßnahmen.  © Sven Hoppe/dpa

Im Anti-Corona-Kampf dringt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf bundesweit einheitliche Regeln für regionale Gegenmaßnahmen. 

Notwendig sei ein einheitliches, verbindliches, verhältnismäßiges und verlässliches Regelwerk, das dann in ganz Deutschland gelte, sagte Söder am Montag in München. Bund und Länder müssten den Kommunen Leitlinien an die Hand geben, wie sie beim Überschreiten bestimmter Corona-Zahlen reagieren sollen, forderte er vor einer für Dienstag geplanten Schalte der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Ob man so einen Regelungsmechanismus finde, bezeichnete Söder dabei als eine Frage der Glaubwürdigkeit.

Söder fordert konkrete Vorgaben, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, wenn die Ansteckungszahl bestimmte Grenzwerte überschreitet - also wenn es in einem Landkreis 35 oder mehr Infizierte auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt - oder dann 50 oder mehr. Ab einem Wert von 50 brauche es eine Ausweitung der Maskenpflicht zum Beispiel an "öffentlichen Partyplätzen", eine Beschränkung der Zahl der Kontaktpersonen und eine Beschränkung der erlaubten Teilnehmerzahl etwa bei Hochzeiten, Beerdigungen und privaten Geburtstagsfeiern.

Ein solches Regelwerk sei für alle geeignet, betonte Söder, für Länder und Regionen mit niedrigen Zahlen ebenso wie für Länder mit höheren Zahlen. Er wolle von einem landesweiten Modell weg, hin zu einem Regelungsmechanismus, der aber für alle gelte. "Corona ist in Schleswig-Holstein genauso gefährlich wie in Bayern", betonte er.

"Die Kommunen bitten eindringlich darum, dass es ein einheitliches Regelwerk gibt", betonte der CSU-Vorsitzende und fügte hinzu, man könne Corona nicht einfach den Kommunen "vor die Tür legen".

Update 27. September, 12.45 Uhr: Münchner Polizei löst Party auf

Die Münchner Polizei hat in der Nacht zum Sonntag eine Party mit über 130 Menschen beendet.

"Die Vorgaben des Infektionsschutzes wurden komplett ignoriert", teilten die Beamten am Sonntag mit. Niemand habe einen Mund-Nasenschutz getragen oder den Mindestabstand eingehalten. Auch ein Infektionsschutzkonzept habe es nicht gegeben.

Den Angaben zufolge war zuvor ein Hinweis eingegangen, dass vor der Halle im Stadtteil Freiman "mehr als fünfzig Autos geparkt wurden und laute Musik zu hören sei." 

Alle Gäste mussten ihre Personalien angeben. Die Gäste und der Veranstalter müssen mit Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz rechnen.

Update 26. Septmeber, 16 Uhr: Söder fordert wegen Corona-Krise Steuersenkungen und Steuerreform

Markus Söder (53, CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, sitzt beim virtuellen Parteitag vor seiner Rede in seinem Büro in der CSU-Landesleitung.
Markus Söder (53, CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, sitzt beim virtuellen Parteitag vor seiner Rede in seinem Büro in der CSU-Landesleitung.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Zur Bewältigung der Folgen der Pandemie fordert CSU-Chef Markus Söder eine grundlegende Corona-Steuerreform für Deutschland. 

"Nicht Steuern rauf, wie Olaf Scholz sagt, das wäre das falsche Signal, sondern Steuern runter", sagte er am Samstag in einer Grundsatzrede auf dem ersten großen Online-Parteitag der CSU. Die Politik müsse in der aktuellen Lage Anreize setzen für Investitionen und alle Ideen, die das Land voranbringen.

"Das heißt, der Soli muss weg für alle. Wir brauchen eine familienfreundliche Steuerpolitik, die Absetzbarkeit von Homeoffice beispielsweise", betonte der bayerische Ministerpräsident. 

Für die Unternehmen müsse es niedrigere Unternehmens- und Energiesteuern geben. "Und wir sollten die Kommunen an der Umsatzsteuer beteiligen." Die Kommunen würden noch lange unter dem Ausfall der für sie so wichtigen Gewerbesteuern zu leiden haben. 

"Deswegen brauchen wir für nächstes Jahr eine Umstellung des Steuersystems."

Update 26. September, 15 Uhr: 7-Tage-Inzidenz für München fällt auf 37,99

Update 26. September, 13.45 Uhr: Corona ist laut Söder Naturkatastrophe und Prüfung für heutige Zeit

CSU-Chef Markus Söder hat das Coronavirus als Naturkatastrophe und als Prüfung für die heutige Zeit und die heutigen Generationen bezeichnet – und zu einem gemeinsamen Kampf gegen die Pandemie aufgerufen. 

"Corona ist mit voller Wucht, aller Macht wieder da, in ganz Europa", sagte Söder am Samstag in einer Grundsatzrede auf dem ersten großen Online-Parteitag der CSU.

Viele hätten keine Lust mehr auf Corona und seien von Corona genervt – er selber auch. Doch Söder mahnte: "Die zweite Welle läuft, und zwar ziemlich stark." Der bayerische Ministerpräsident betonte: "Corona ist eine Art Naturkatastrophe." Und diese Prüfung müsse man nun bestehen. 

Deshalb dürfe man beim Kampf gegen das Virus nicht nachlassen, sondern klug und entschlossen der Herausforderung begegnen. "Vorsicht ist besser als Risiko", mahnte Söder.

Rund 800 Delegierte waren zu der Videokonferenz geladen, rund 540 waren zu Beginn am Samstagnachmittag zugeschaltet. Wegen der anhalten Corona-Krise hatte die CSU nach einem kleinen Parteitag im Mai auch den großen Parteitag ausschließlich ins Internet verlegt.

Update 26. September, 13 Uhr: Corona-Teststation an der A93 überlastet

Die Corona-Teststation an der Autobahn 93 ist seit Samstagvormittag überlastet. Auf dem Rastplatz Heuberg, wo Covid-19 Abstriche bei Reiserückkehrern durchgeführt werden, kommt es zu langen Wartezeiten, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag. 

Auf der A93 gehe es seit etwa 9 Uhr nur stockend voran. Der Rückstau reiche bis zum Grenzübergang Kiefersfelden. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk (BR24) darüber berichtet.

Nach der Einstufung des österreichischen Bundeslands Tirol als Risikogebiet sei es wahrscheinlich, dass Urlauber nun früher abreisen und einen Corona-Test machen lassen, so der Sprecher der Polizei in Rosenheim. 

Update 26. September, 8 Uhr: Viehscheide im Allgäu wegen Corona ohne Zuschauer

Wegen der Corona-Pandemie finden die Viehscheide im Allgäu heuer möglichst ohne Zuschauer statt. 

Wann die Rinder ins Tal gebracht werden, hielten die Alphirten deshalb geheim, sagte der Geschäftsführer des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu mit Sitz in Immenstadt, Michael Honisch. "Wir rechnen damit, dass die meisten wegen des Wetterumschwungs bis Ende September schon damit fertig sind."

2019 hatte der Reiseführer "Lonely Planet" die Feiern zum Abtrieb der geschmückten Rinder mit Bierzelten und Krämermärkten als eines von 1000 "einmaligen Erlebnissen" in Europa aufgeführt. Für die Landwirte sei der Ausfall des Touristenspektakels aber von Vorteil, betonte Honisch. 

Die Tiere hätten auf dem Weg ins Tal weniger Stress, zudem sei die Abholung für die Besitzer leichter.

Update 25. September, 18.21 Uhr: Nach vielen Corona-Fällen öffnen Schulen und Kitas in Bad Königshofen

Nach zahlreichen Coronavirus-Fällen im unterfränkischen Bad Königshofen dürfen ab Montag die Schulen und Kitas wieder öffnen. 

Nur für wenige Klassen werden vereinzelte Quarantänemaßnehmen durch die Schulen veranlasst, wie das Landratsamt des Landkreises Rhön-Grabfeld am Freitag mitteilte. Die Betroffenen werden nach Absprache mit dem Gesundheitsamt informiert. Für das Wochenende anberaumte Sportveranstaltungen wurden im Gebiet des Altlandkreises Bad Königshofen untersagt und Sportvereine gebeten, auf Auswärtsspiele zu verzichten.

Wegen der Coronavirus-Fälle in Bad Königshofen sind am Dienstag drei Kitas und sechs Schulen geschlossen worden. Zudem durften keine Besucher in die Alten- und Pflegeheime der 6000-Einwohner-Stadt. Die vielen Fälle führen die Behörden auf eine Hochzeitsfeier am 12. September im Raum Bad Königshofen zurück. Laut Landratsamt konnten die Infektionsketten nachvollzogen werden. 

Derzeit gebe es 51 infizierte Personen im Landkreis Rhön-Grabfeld (Stand: 16.30 Uhr).

Update 25. September, 14.26 Uhr: Corona-Tests bei knapp 650 Schwestern im Kloster Mallersdorf

Im niederbayerischen Kloster Mallersdorf sind am Freitag fast 650 Ordensschwestern sowie einige Mitarbeiter auf eine Infektion mit dem Coronavirus hin getestet worden. 

Das teilte ein Sprecher des Landratsamtes Straubing-Bogen am Freitag mit. Demnach war eine Pflegekraft, die im Seniorenheim in dem Kloster arbeitet, positiv getestet worden. Daraufhin fand eine Reihenuntersuchung statt. Der Altersdurchschnitt der Schwestern liege bei 83 Jahren, sagte der Sprecher. Die Ergebnisse der Tests sollten spätestens Anfang kommender Woche vorliegen.

Die infizierte Pflegekraft befindet sich den Angaben nach in Quarantäne. Für das Kloster sei eine solche Maßnahme nicht angeordnet worden. Die Einrichtung habe aber sämtliche Veranstaltungen abgesagt, und die Schwestern verzichteten vorerst freiwillig auf Außenkontakte. Nicht betroffen von der Reihentestung seien die Landwirtschaft und der Kindergarten des Klosters.

Das Kloster im niederbayerischen Mallersdorf-Pfaffenberg ist das Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie.

Update 25. September, 11.35 Uhr: Deutscher Filmball fällt 2021 aus

Der Deutsche Filmball in München fällt im kommenden Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. "Der Deutsche Filmball bringt die Branche zum Tanzen - daran ist im Moment nicht zu denken", teilte der Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), Thomas Negele, am Freitag mit. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Derzeit sei aber "ein Ball, wie wir ihn kennen, nur schwer vorstellbar".

Der Deutsche Filmball gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Veranstaltungen der deutschen Filmbranche. 2021 sollte er zum 48. Mal stattfinden. Die Veranstalter hoffen nun darauf, im Jahr 2022 wieder im Münchner Nobelhotel Bayerischer Hof tanzen zu können.

"Die Pandemie und ihre Folgen haben die Filmwirtschaft hart getroffen", sagte Negele. "Verbände und Unternehmen unserer Branche werden auch in den kommenden Monaten gefordert sein, die Folgen der Pandemie zu bewältigen."

SPIO-Geschäftsführer Helmut Poßmann betonte: "Wir stehen in Kontakt mit unseren Partnern sowie dem Hotel Bayerischer Hof, um Alternativen zu erörtern und mit der Branche abzustimmen." Die traditionelle Unterstützung der Deutschen Filmkünstlernothilfe sollte trotz der Ballabsage fortgeführt werden.

Update 25. September, 11.27 Uhr: Konjunktur-Erholung im nächsten Jahr - falls Lockdown ausbleibt

Arbeitsmarkt und Konjunktur in Deutschland werden sich laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im kommenden Jahr vom Corona-Schock erholen - allerdings nur, wenn eine Insolvenzwelle ausbleibt und es nicht zu einem zweiten Shutdown kommt. 

Das an die Bundesagentur für Arbeit angegliederte Institut ermittelte in seiner Herbstprognose für das laufende Jahr einen coronabedingten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,2 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen werde im Jahresschnitt um 440.000 zunehmen.

Im kommenden Jahr könnte der Prognose zufolge die Wirtschaftsleistung wieder um 3,2 Prozent zulegen, die Zahl der Arbeitslosen im Durchschnitt um 100.000 sinken.

Dauerthema für die Unternehmen in Deutschland bleibt trotz konjunktureller Risiken der Fachkräftemängel. Das Potenzial an Erwerbstätigen wird im laufenden Jahr um 100.000 und im nächsten Jahr noch einmal um 50.000 schrumpfen, heißt es in der Prognose.

Update 24. September, 16.25 Uhr: Staatsoper fordert individuelle Obergrenzen für Besucher

Die bayerische Staatsoper fordert individuelle Obergrenzen für Besucher in den kulturellen Spielstätten im Freistaat. Wegen der Corona-Pandemie sind derzeit maximal 200 Zuschauer bei Kulturveranstaltungen erlaubt. 

Diese allgemeine Obergrenze müsse zum 1. Oktober fallen, teilte Intendant Nikolaus Bachler am Donnerstag mit. Aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen könnten im Nationaltheater und an anderen Veranstaltungsorten deutlich höhere Besucherzahlen verantwortet werden.

Die Staatsoper hatte in einem Pilotprojekt im September vor 500 statt 200 Zuschauern im Nationaltheater spielen dürfen. In einem Zwischenbericht für das Kunstministerium zog die Staatsoper eine positive Bilanz: Bei 21 Vorstellungen an 23 Spieltagen sei keine einzige Infektion nach einem Besuch des Theaters bekannt geworden. Bei einer Befragung hätten 94 Prozent der Zuschauer angegeben, sich sicher zu fühlen und zufrieden mit den Corona-Maßnahmen zu sein.

Um das Ensemble und die Zuschauer besser vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen zu können, lässt das Nürnberger Staatstheater seine Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne nun schneller testen. Ensemblemitglieder mit coronatypischen Symptomen könnten sich direkt in der Infektambulanz einer Klinik testen lassen, teilte Bayerns größtes Mehrspartenhaus mit. 

Die Ergebnisse lägen innerhalb weniger Stunden vor, so dass Vorstellungen nicht kurzfristig abgesagt werden müssten.

Update 24. September, 15.50 Uhr: Deutlicher Corona-Anstieg im Landkreis Dingolfing-Landau

Der Landkreis Dingolfing-Landau hat einen wichtigen Grenzwert bei der Zahl der neuen Corona-Infektionen überschritten. 

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit (LGL) vom Donnerstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen - bei 64 und damit über der kritischen Zahl 50. Ob der Landkreis mit verschärften Maßnahmen auf die gestiegenen Zahlen reagiert, war zunächst unklar. Die Beratungen darüber liefen noch, sagte ein Sprecher.

Nach Behördenangaben hatte es unter den Mitarbeitern eines Logistikdienstleisters mehrere Infektionen gegeben, woraufhin eine Reihentestung durchgeführt worden war. Hierbei waren 38 weitere Infektionen festgestellt worden. Die Testung hatte auf dem BMW-Werksgelände stattgefunden, auf dem der Logistikdienstleister angesiedelt ist.

Ein Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof und in einer Konservenfabrik in der Gemeinde Mamming mit rund 250 Corona-Infektionen bei Erntehelfern hatte den Landkreis Dingolfing-Landau im Sommer zum bundesweiten Corona-Hotspot gemacht.

Update 24. September, 15.45 Uhr: Corona trifft bayerische Wirtschaft überdurchschnittlich

Die Corona-Krise hat die bayerische Wirtschaft härter getroffen als viele andere Bundesländer: Die Wirtschaftsleistung im Freistaat schrumpfte im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7 Prozent, wie das Landesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte. 

Im Durchschnitt aller Bundesländer sank das Bruttoinlandsprodukt um 6,6 Prozent, der Rückgang fiel vor allem im Osten etwas glimpflicher aus. Einen Wirtschaftseinbruch vergleichbarer Größenordnung hat es in Deutschland in den Nachkriegsjahrzehnten noch nicht gegeben.

Im Vergleich der westdeutschen Flächenländer schrumpfte die Wirtschaft nur in Baden-Württemberg und Niedersachsen noch stärker. "Bayern ist vor allem auch wegen seines deutlich größeren Industrieanteils stärker tangiert als andere Länder", sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw).

Die bayerische Industrieproduktion war im ersten Halbjahr 2020 um 14,1 Prozent zurückgegangen, bei Auto- und Zulieferindustrie fiel das Minus mit 29,3 Prozent noch wesentlich größer aus. 

"Das heißt auch, dass die Bundesregierung auf alles verzichten muss, was die Unternehmen belastet", forderte Brossardt.

Update 24. September, 15 Uhr: Zahl der Corona-Infizierten in München sinkt unter Warnwert

Ein Schild fordert am Viktualienmarkt in der Innenstadt zum Tragen einer Mund und Nasen Bedeckung auf.
Ein Schild fordert am Viktualienmarkt in der Innenstadt zum Tragen einer Mund und Nasen Bedeckung auf.  © Peter Kneffel/dpa

In München ist die Zahl der in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus infizierten Menschen unter den kritischen Grenzwert von 50 je 100.000 Einwohner gesunken. Der Wert lag nun bei 45,1, wie am Donnerstag aus der Tabelle des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervorgeht. 

Seit Donnerstag gelten in der Landeshauptstadt verschärfte Einschränkungen und Maskenpflicht in Teilen der Altstadt. Grund für die Entscheidung war, dass der Warnwert überschritten wurde. 

Die neue Regeln gelten dennoch vorerst bis 1. Oktober, sagte ein Stadtsprecher.

Update 24. September, 14.30 Uhr: Festnahmen nach Millionen-Betrug mit Atemmasken

Nach einem internationalen Millionen-Betrug mit nicht existierenden Masken in der Corona-Krise haben die Ermittler in Bayern die Festnahme mehrerer Verdächtiger verkündet. 

In Nigeria seien im August die beiden mutmaßlichen Hinterleute gefasst worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Traunstein am Donnerstag mit. Zwei Männer seien in den Niederlanden im April festgenommen und im Juli zu zwei Jahren Freiheitsstrafe wegen Geldwäsche verurteilt worden. Die Masken sollten eigentlich nach Nordrhein-Westfalen gehen.

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Update 24. September, 14.25 Uhr: Landesausstellung 2021 von Herrenchiemsee nach Regensburg verlegt

Die Landesausstellung 2021 hätte eigentlich im Schloss Herrenchiemsee stattfinden sollen - stattdessen geht sie in Regensburg über die Bühne. Das teilte das federführende Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg mit. 

Neuer Austragungsort für die Schau mit dem Titel "Götterdämmerung II. Die letzten Monarchen" (7. Mai bis 31. Oktober) ist das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg. 

Die Vertragspartner, der Landkreis Rosenheim und die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung, waren angesichts der Corona-Pandemie von ihrem Vertrag zur Präsentation der Landesausstellung 2021 zurückgetreten. 

Sie fürchteten, dass während der Ausstellung der Andrang im Schloss bei den geltenden Sicherheitsmaßnahmen zu groß werden könnte, hieß es. Schon jetzt sei es schwierig, die Schlossführungen zu bewältigen.

Update 24. September, 13.25 Uhr: Corona trifft bayerische Wirtschaft überdurchschnittlich

Die Corona-Krise hat die bayerische Wirtschaft härter getroffen als viele andere Bundesländer: Die Wirtschaftsleistung im Freistaat schrumpfte im ersten Halbjahr um 7 Prozent, wie das Landesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte. 

Im Durchschnitt aller Bundesländer sank das Bruttoinlandsprodukt um 6,6 Prozent, der Rückgang fiel vor allem im Osten etwas glimpflicher aus.

Im Vergleich der westdeutschen Flächenländer brach die Wirtschaft nur in Baden-Württemberg und Niedersachsen noch stärker ein. In beiden Ländern spielt wie in Bayern die exportabhängige Autoindustrie eine große Rolle.

Die Corona-Krise hat die bayerische Wirtschaft härter getroffen als viele andere Bundesländer. (Symbolbild)
Die Corona-Krise hat die bayerische Wirtschaft härter getroffen als viele andere Bundesländer. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Update 24. September, 12.20 Uhr: Österreich will "Ski-Vergnügen ohne Après-Ski" in der Corona-Krise

Kleiner Blick über die Grenze: Après-Ski in Österreich findet in der bisherigen Form in diesem Winter wegen der Corona-Krise nicht mehr statt. Gedrängtes Stehen soll es in Bars und auf Terrassen nicht mehr geben, Essen und Getränke dürfen nur noch im Sitzen konsumiert werden. Das kündigte die österreichische Regierung an. 

"Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski", fasste Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zusammen.

Bei Partys im für seine Après-Ski-Szene berühmten Tiroler Skiort Ischgl hatten sich in der vergangenen Saison viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt. Tirols Landeschef Günther Platter begrüßte die Regeln. Après-Ski mache nur 3 Prozent der Wertschöpfung im Wintertourismus seines Bundeslands aus.

Die Après-Ski-Regeln sind Teil eines Gesamtkonzepts für den Ski-Tourismus. So sei in Seilbahnen ein Abstand von einem Meter und Maskenpflicht vorgeschrieben, Skischulen sollten höchstens zehn Schüler pro Gruppe haben und die Durchmischung zwischen Gruppen verhindern, kündigte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) an. Außerdem sollen sich Skilehrer und Reisebegleiter zusätzlich zu Hotelmitarbeitern regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen.

Update 24. September, 7.10 Uhr: Wirte kritisieren fehlende Planungssicherheit bei Corona-Maßnahmen

Wiesn- und Innenstadtwirte in München kritisieren bei den Corona-Maßnahmen fehlende Planungssicherheit für ihre Branche. Die Politik müsse verlässlicher und vorausschauender planen, sagte der zweite Wiesnwirte-Sprecher und Nockherberg-Chef Christian Schottenhamel der Deutschen Presse-Agentur. 

"Wir reden seit Monaten von einer zweiten Welle. Es wäre schön, wenn wir von der Staatsregierung vorher informiert worden wären, was für diesen Fall geplant ist." Laut Kabinettsbeschluss dürfen bei Überschreitung von 50 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohnen unter anderem nur noch fünf Menschen zusammen in der Öffentlichkeit sein. 

Am Mittwochabend gab München angesichts des nach Zahlen der Stadt überschrittenen Wertes eine entsprechende Allgemeinverfügung bekannt.

Damit dürfen nur noch fünf Personen zusammensitzen. Schottenhamel sagte die Reservierungen für seinen Festsaal mit rund 450 Plätzen bereits ab. Dort gibt es Tische für acht Gäste. Die Wirte hätten Verständnis, dass Maßnahmen nötig seien. Aber: "Wenn wir vorher gewusst hätten, dass es kommen kann, dass wir nur fünf Personen an einen Tisch setzen können, hätten wir vorher schon reagieren und nur Reservierungen für fünf Menschen am Tisch annehmen können."

"Es wäre schön, vorausschauende und planbare Verordnungen zu bekommen, die es uns ermöglichen, in unseren Betrieben die Strukturen rechtzeitig entsprechend zu verändern", sagte auch der Sprecher der Innenstadtwirte und Chef des Augustiner Klosterwirt, Gregor Lemke. Es gehe etwa um das Reservierungsmanagement. Aber auch für neue Abstände, kleinere Einheiten für nur fünf Personen, Trennwände und die Schulung des Personals sei Vorlauf nötig.

Update 24. September, 7 Uhr: München zieht die Zügel an

In München gelten ab diesem Donnerstag zur Eindämmung der steigenden Corona-Fallzahlen verschärfte Einschränkungen und Maskenpflicht in Teilen der Altstadt. Grundlage dafür ist eine Allgemeinverfügung, die die Stadt am Mittwoch bekanntgab. Die neuen Regeln gelten zunächst bis zum 1. Oktober.

Nur noch bis zu fünf Menschen oder Angehörige von höchstens zwei Haushalten dürfen sich treffen, egal ob zu Hause, im Freien oder im Lokal. Große Partys und Feiern sollen in den kommenden Tagen unterbleiben: In Gebäuden können private Feste wie Geburtstage oder Hochzeiten mit bis zu 25 Menschen gefeiert werden, aber nur, wenn der Gastgeber ein Schutz- und Hygienekonzept vorweisen kann. Unter freiem Himmel sind bis zu 50 Gäste erlaubt.

Von 9 Uhr bis 23 Uhr gilt in Teilen der Innenstadt Maskenpflicht. Am Wochenende ist zudem der nächtliche Alkoholkonsum an beliebten Treffpunkten wie dem Gärtnerplatz verboten.

München hatte am Mittwoch (Stand: 8 Uhr) zum wiederholten Male die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten.

Update 23. September, 21.20 Uhr: Deutscher Supercup in München wohl ohne Zuschauer

Das Spiel um den deutschen Supercup zwischen Triple-Gewinner FC Bayern und Vizemeister Borussia Dortmund am 30. September in München findet ohne Zuschauer statt. 

Ein entsprechender Bericht der Bild-Zeitung von Mittwochabend trifft nach dpa-Informationen zu. In der bayerischen Landeshauptstadt waren zuletzt wieder steigende Corona-Fallzahlen verzeichnet worden. Schon das Bundesliga-Auftaktspiel der Bayern am vergangenen Freitag gegen den FC Schalke 04 (8:0) war kurzfristig doch ohne Fans auf den Rängen der Allianz Arena ausgerichtet worden.

München hatte am Mittwoch (Stand: 8 Uhr) zum wiederholten Male die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Im Konzept der Deutschen Fußball Liga gilt das Pandemie-Level ab 35 Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner als "hoch".

Um den europäischen Supercup spielen die Bayern an diesem Donnerstag (21Uhr/Sky und DAZN) in Budapest gegen den FC Sevilla vor wahrscheinlich mehreren Tausend Fans. 

Die Europäische Fußball-Union hatte entschieden, trotz der kritischen Corona-Lage in der ungarischen Hauptstadt bis zu 20.000 Zuschauer in die Puskas-Arena lassen zu wollen.

Update 23. September, 17.45 Uhr: Erhöhte Corona-Zahlen im Landkreis Dingolfing-Landau

Im Landkreis Dingolfing-Landau gibt es erneut einen Anstieg an Corona-Infektionen. Am Mittwoch sei der Signalwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wohl überschritten worden, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. 

Die Zahlen beruhten demnach auf eigenen Berechnungen. Das Landesamt für Gesundheit (LGL) hatte am Vormittag noch den Wert 45 gemeldet. Wegen der gestiegenen Infektionszahlen gilt in dem niederbayerischen Landkreis seit Mittwoch Maskenpflicht an sämtlichen Schulen.

Den Angaben nach hatte es unter den Mitarbeitern eines Logistikdienstleisters zuletzt mehrere Infektionen gegeben, woraufhin eine Reihentestung durchgeführt worden ist. Hierbei seien 32 weitere Infektionen festgestellt worden, sagte der Behördensprecher.

Die Testung fand auf dem BMW-Werksgelände statt, auf dem auch der Logistikdienstleister angesiedelt ist. Mehrere Hundert Mitarbeiter - vor allem des Dienstleisters, aber auch des Autobauers und weiterer Dienstleister - hätten sich testen lassen, sagte ein BMW-Sprecher. Die betroffenen Personen seien in Quarantäne. Der Betrieb laufe weiter.

Unklar sei, wo die Quelle der Infektionen liege, sagte der Sprecher. Das werde geprüft. Jedoch gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass es Infektionen am Arbeitsplatz gegeben habe. Am BMW-Standort Dingolfing sind nach Unternehmensangaben rund 18.000 Menschen beschäftigt.

Ein Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof und in einer Konservenfabrik in der Gemeinde Mamming mit rund 250 Corona-Infektionen bei Erntehelfern hatte den Landkreis Dingolfing-Landau im Sommer zum bundesweiten Corona-Hotspot gemacht.

Update 23. September, 14.27 Uhr: Aiwanger fordert umfassende Steuerentlastungen für Unternehmen

Bayern fordert angesichts der anhaltenden Corona-Krise rasche und umfassende Steuerentlastungen für Unternehmen. 

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sprach sich am Mittwoch für eine Senkung der Unternehmenssteuern auf maximal 25 Prozent, eine Abschaffung von Solidaritätszuschlag und Erbschaftsteuer und gezielte Korrekturen im Steuerrecht aus. Der Bund müsse an einigen Stellen "nachjustieren", sagte Aiwanger in einer Regierungserklärung im Landtag. 

Oberstes Ziel müsse es sein, die Liquidität der Unternehmen zu stärken, damit diese gut durch die Krise kommen. Dabei erneuerte Aiwanger auch die bayerische Forderung nach zusätzlichen Kaufanreizen für moderne Diesel und Benziner.

Update 23. September, 13.14 Uhr: Erste Schadenersatz-Klagen nach Corona-Fällen in Ischgl eingereicht

Der Umgang der österreichischen Regierung mit der Coronavirus-Ausbreitung im Skiort Ischgl hat erste Schadenersatz-Klagen zur Folge. 

Vier Musterklagen von Menschen, die sich im März in dem Tiroler Ort angesteckt haben, liegen seit dieser Woche beim Landgericht Wien, wie das Gericht am Mittwoch bestätigte. Bei den Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich geht es nach Angaben von Verbraucherschützer Peter Kolba um verschiedene Summen von bis zu 100.000 Euro, unter anderem für Schmerzensgeld und Kostenerstattung. Außerdem soll die Haftung für Folgeschäden geklärt werden.

Unter den Muster-Fällen sind drei Deutsche sowie ein Österreicher, der nach dem Skiurlaub im April an Covid-19 starb. Die drei anderen, unter ihnen ein Geschäftsreisender aus München, waren teils schwer erkrankt und könnten Dauerschäden behalten, hieß es. "Es sind nur die ersten Klagen, weitere werden folgen", kündigte Kolba an.

Kolbas Verbraucherschutzverein (VSV) wirft den Verantwortlichen vor, den Tourismusbetrieb im Tiroler Paznauntal trotz des grassierenden Virus nicht bereits vor dem Anreisetag 7. März beendet zu haben. Die Verkündung der Quarantäne "ab sofort" am 13. März durch Bundeskanzler Sebastian Kurz habe für chaotische Zustände und Massenabreisen gesorgt.

Bei dem Verein haben sich nach Kolbas Angaben mehr als 6000 Menschen aus 45 Ländern gemeldet, die sich in Ischgl angesteckt haben sollen. Mehr als 1000 von ihnen erteilten dem Verein laut ihm die Vollmacht, in ihrem Namen zu klagen. Die Klagen würden fallen gelassen, wenn die Regierung Fehler eingestehe und Schadenersatz anbiete, sagte Kolba.

Update 23. September, 12.55 Uhr: Corona-Flaute ermöglicht umweltschonenderen Flugzeug-Anflug

Die Corona-Flaute im Luftverkehr hat an den Flughäfen München und Frankfurt umweltschonendere Anflüge ermöglicht. Man habe innerhalb von fünf Wochen ein neues Verfahren entwickelt, das mehr als 2000 Tonnen CO2-Emissionen im Monat vermeide, berichteten Lufthansa und Deutsche Flugsicherung am Mittwoch. 

Die Jets können seit Mai ihren kontinuierlichen Sinkflug schon mehr als 370 Kilometer vor dem Startpunkt des eigentlichen Landeanflugs beginnen und ihren Kurs weitgehend ohne nachträgliche Korrekturen verfolgen.

In einem vollbesetzten Luftraum sind hingegen eine deutliche engere Führung der Flugzeuge durch die Lotsen und Anflugverfahren mit mehreren Richtungswechseln üblich. 

Der für das Drehkreuz Frankfurt verantwortliche Lufthansa-Manager Klaus Froese erklärte: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass das neue Anflugverfahren auch bei steigender Verkehrslast seinen Platz im täglichen Flugbetrieb haben wird."

Update 23. September, 12.50 Uhr: Einwohnerzahl Bayerns gesunken

Wegen der Corona-Pandemie ist die Einwohnerzahl Bayerns im ersten Halbjahr 2020 leicht gesunken. 

Stand 30. Juni lebten nach Angaben des Landesamts für Statistik gut 13,12 Millionen Menschen im Freistaat, rund 1200 weniger als zu Jahresbeginn, wie das bayerische Innenministerium am Mittwoch mitteilte. Grund dafür sei vor allem die wegen der Corona-Reisebeschränkungen gesunkene Zuwanderung, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Waren im ersten Halbjahr 2019 noch fast 30.500 Menschen mehr in den Freistaat gekommen als von dort wegzogen, lag dieses Wanderungsplus ein Jahr später nur bei 9900. Gleichzeitig starben in Bayern 8700 Menschen mehr, als Kinder geboren wurden.

Dazu kamen statistische Korrektur-Abzüge von Kommunen (etwa 2300 Einwohner). Der Freistaat sei aber weiter "auf einem guten Weg", sagte Herrmann. Bayern werde "ein Zukunftsland bleiben und an Attraktivität nicht verlieren".

Update 23. September, 12.45 Uhr: FC Bayern mit Minimalbesetzung nach Budapest

Vereinspräsident Herbert Hainer reist nicht mit der Delegation des FC Bayern München zum Spiel um den europäischen Fußball-Supercup im Corona-Risikogebiet Budapest. Man habe angesichts der Situation in der ungarischen Hauptstadt die ursprüngliche Planung angepasst, berichtete der 66-Jährige am Mittwoch bei der Veranstaltung "BILD100" in Frankfurt. 

"Wir haben uns entschlossen, nur mit der absoluten Minimalbesetzung nach Budapest zu gehen", sagte der ehemalige Adidas-Chef. Auch er bleibe zu Hause.

Der Triple-Sieger habe entschieden, nur Vereinsvertreter zu entsenden, die in Budapest auch wirklich arbeiten müssten. Mannschaft und Delegation fliegen im Verlauf des Mittwochs in getrennten Sondermaschinen nach Ungarn. Er werde die Partie am Donnerstag (21 Uhr/Sky und DAZN) daheim im Fernsehen anschauen, sagte Hainer.

Trotz hoher Infektionszahlen in Budapest soll die Partie zwischen Champions-League-Sieger Bayern und Europa-League-Gewinner Sevilla nach dem Willen der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vor Fans ausgetragen werden. Bis zu 20.000 Zuschauer sollen in die Puskás Arena dürfen. "Die UEFA will wieder ein Stück Normalität in den Fußball bringen", kommentierte Hainer den Pilottest des Verbandes, auch in europäischen Wettbewerben wieder vor Publikum zu spielen. Eine Absage oder Spielverlegung wäre "nicht einfach" gewesen.

Trotz verschärfter Quarantäne-Bestimmungen bei der Rückkehr nach Bayern wollen auch Münchner Anhänger vor Ort live dabei sein. Von zunächst 2100 Bayern-Fans haben aber viele ihre Reise storniert. Hainer berichtete, dass die UEFA versichert habe, für bestmöglichen Gesundheits- und Hygieneschutz für Teams und Fans zu sorgen.

Update 23. September, 10.30 Uhr: Schulen und Kitas im Raum Bad Königshofen die ganze Woche dicht

Wegen etlicher Coronavirus-Fälle im unterfränkischen Bad Königshofen bleiben alle Kitas und Schulen der Stadt die ganze Woche geschlossen. 

Betroffen seien zudem Einrichtungen von Nachbarorten, so dass nun insgesamt neun Schulen und acht Kindergärten sowie eine heilpädagogische Tagesstätte zu bleiben müssen, wie ein Sprecher des Landratsamts Rhön-Grabfeld am Mittwoch sagte. Darüber hinaus seien Besuche in den Alten- und Pflegeheimen der 6000-Einwohner-Stadt bis auf Weiteres untersagt.

Vermutlich bei einer Hochzeitsfeier am 12. September im Raum Bad Königshofen hatten sich viele Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Wie viele genau, werde derzeit noch ermittelt - etwa 30 Menschen seien bisher positiv getestet worden. "Wir haben die Situation unseres Ermessens nach unter Kontrolle", sagte der Sprecher.

Update 23. September, 9.55 Uhr: Nebelhorn Trophy startet ohne Zuschauer

Die Nebelhorn Trophy in Oberstdorf übernimmt eine Vorreiterrolle im internationalen Eiskunstlauf. Die Veranstaltung ist von Donnerstag bis Samstag der erste wichtige internationale Wettkampf dieser Sportart in der Coronavirus-Pandemie. Sie gehört zur Challenger Series des Weltverbandes ISU und muss ohne Zuschauer stattfinden. 

Wegen der Reisebeschränkungen sind Läufer aus Eiskunstlauf-Ländern wie den USA, Kanada oder Russland nicht am Start. Die deutsche Elite tritt fast vollständig an. "Es ist totales Neuland. Wenn's schiefgeht, sind sie natürlich gelackmeiert", sagte Peter Krick, der Ex-Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union und Eventmanager der Zeitschrift "Pirouette". 

Die Sportler müssen wieder Wettkampferfahrung bekommen. "Wenn das zu lange dauert und auch die Sportart nicht mehr sichtbar wird, verschwindet sie", sagte er. "Der Fußball dominiert, sie machen, was sie wollen und kommen überall durch. Die kleinen Sportarten, die Randsportarten oder die nicht so im Fokus stehen, gehen unter."

Zehn deutsche Damen und Herren sowie Paare und Eistanz-Duos gehen an den Start. Darunter sind die deutsche Meister Nicole Schott (Essen), Paul Fentz (Berlin), Minerva Fabienne Hase/Nolan Seegert (Paarlauf/Berlin) und die Eistanz-Vize-Meister Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan (Oberstdorf).

Update 23. September, 9.15 Uhr: Intendant Andreas Beck für einheitliche Corona-Regeln an Theatern

Der Intendant am Bayerischen Staatsschauspiel, Andreas Beck, mahnt bundesweit einheitliche und gelockerte Corona-Regeln an Theatern an. 

"Unsere Belüftungssysteme sind besser als die in den Bahnen und Bussen. Warum hat die Kunst die härtesten Auflagen?", sagte Beck der Münchner Abendzeitung. "Wir sind alle bestrebt, vom 1,5-Meter-Sicherheitsabstand zumindest auf einen 1-Meter-Abstand zu kommen. Es ist ja von Bundesland zu Bundesland verschieden." Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) müsse hier handeln. "Das kann doch nicht wahr sein, dass jedes Bundesland unter anderen Bedingungen Theater machen soll. In der Bundesliga geht es ja auch anders."

Er wünsche sich eine Regelsammlung, "in der die Bestimmungen, unter denen wir spielen dürfen, für alle einheitlich festgehalten werden und jedes Haus danach eigenverantwortlich Theater macht. Mit der starken Hoffnung, dass wir dann nicht mehr nur vor einem viertelgefüllten Saal spielen. Nach der ersten schwierigen Phase mit geschlossenen Häusern stehe nun die nächste schwierige Phase bevor, "denn wir sollen und wollen wieder spielen, können derzeit aber im besten Falle nur mit einem Viertel der Einnahmen rechnen".

Update 23. September, 8.50 Uhr: Regensburg verschärft Corona-Regeln bereits bei Warnwert von 35

Die Stadt Regensburg verschärft am Mittwoch ihre Corona-Regeln. Nachdem der Signalwert von 35 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner überschritten wurde, beschränkt die Stadt bis zunächst 29. September den Alkoholverkauf und die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen. In der Öffentlichkeit sind nur Gruppen von maximal fünf anstatt bisher zehn Menschen erlaubt, es sei denn, die leben in einem Haushalt.

"Die Stadt geht mit diesen Maßnahmen auf Nummer sicher", teilte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) mit. "Wir werden in enger Abstimmung mit unserem Gesundheitsamt nach einer Woche sehen, wie sich die Infektionszahlen entwickelt haben. Die gestiegene Zahl an Corona-Tests in den letzten Wochen hat sicher auch dazu geführt, dass mehr Infektionen entdeckt wurden."

Ab 22 Uhr gilt ein Verkaufsverbot für alkoholische To-go-Getränke. An Veranstaltungen dürfen maximal 50 Menschen in geschlossenen Räumen und bis zu 100 Menschen unter freiem Himmel teilnehmen. Dazu zählen Privatveranstaltungen wie Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstage, Abschlussfeiern ebenso wie Vereins- und Parteiveranstaltungen.

Es gelte zudem weiter eine Maskenpflicht für weiterführende Schulen wie vom Kultusministerium vorgeschrieben. Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen in eine 14-tägige Quarantäne, wenn sie nicht einen zweiten negativen Corona-Test vorlegen, der am fünften bis siebten Tag nach der Einreise genommen wurde.

Das Kabinett hatte am Dienstag einen strengen Maßnahmenkatalog für besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Kommunen beschlossen. Maßstab ist dabei der Grenzwert von 50 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner.

Update 23. September, 8.45 Uhr: CSU-Vize kritisiert Versprechungen der Staatsregierung

Der Augsburger Landrat und CSU-Vize Martin Sailer hat die Staatsregierung im Zusammenhang mit der Corona-Teststrategie kritisiert. 

"Binnen weniger Tage mussten in jedem Landkreis Testzentren aus dem Boden gestampft werden, ohne dass vorab abgeklärt wurde, ob genug Personal, genug Laborkapazitäten oder genug qualifizierte private Betreiber zur Verfügung stehen", schrieb der Landrat, stellvertretende CSU-Vorsitzende und Bezirkstagspräsident nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks in einer E-Mail an den Freie Wähler-Abgeordneten Fabian Mehring. Das Schreiben liege dem BR vor, berichtete der Sender am Mittwochmorgen. Die Rede sei darin von "Versprechungen von Seiten der Landespolitik, die oft schlicht nicht haltbar" seien.

"Gerade die von Ihrer Regierungskoalition vorgegebene 36-Stunden-Frist erweist sich als oft nicht haltbar - nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Testzentren und bei in Arztpraxen durchgeführten Tests, wo Bürger oft vier bis fünf Tage auf ihr Testergebnis warten müssen", schrieb Sailer an Mehring.

Die E-Mail war dem Bericht zufolge eine Reaktion auf eine Beschwerde von Fabian Mehring, weil die Übermittlung der Ergebnisse von der kommunalen Teststation im Landkreis Augsburg deutlich länger als die versprochenen drei Tage

Update 23. September, 6.25 Uhr: Sky und DAZN verzichten auf Reise zum Supercup-Finale

Sky und DAZN schicken aus Sicherheitsgründen keine Journalisten zum Supercup-Finale des FC Bayern gegen Sevilla in Budapest. Der Pay-TV-Sender und der kostenpflichtige Internetanbieter übertragen das Spiel am Donnerstagabend live, die Kommentatoren sitzen aber in Deutschland. 

Budapest ist vom Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet eingestuft worden.

"Sky trägt der veränderten Situation in Budapest Rechnung und wird anders als ursprünglich geplant nicht mit Personal vor Ort sein", sagte ein Sprecher. "Im Hinblick auf die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter haben wir uns dazu entschieden, mit Wolff Fuss und Sebastian Hellmann komplett aus unserem Studio in Unterföhring zu berichten."

Bei DAZN hieß es: "Wir hatten die Reise geplant, haben sie aber aufgrund der Corona-Situation storniert und berichten nun aus Ismaning." Kommentator des Internetanbieters ist Jan Platte, Moderator Alexander Schlüter.

Update 23. September, 6.10 Uhr: Beherbergungsverbot für Münchner und Würzburger

Menschen aus den aktuellen Corona-Hotspots München und Würzburg müssen derzeit mit deutlichen Einschränkungen rechnen, wenn sie in andere Bundesländer reisen und dort übernachten wollen. 

Im Nachbar-Bundesland Baden-Württemberg gilt beispielsweise: "Es ist untersagt, in Beherbergungsbetrieben Gäste zu beherbergen, die sich in einem Land-, Stadtkreis oder einer kreisfreien Stadt innerhalb der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten oder darin ihren Wohnsitz haben, in dem der Schwellenwert von 50 neu gemeldeten SARS-CoV-2-Fällen (Coronavirus) pro 100.000 Einwohner in den vorangehenden sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) überschritten wurde", wie es auf der Homepage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) heißt. Ausnahmen sind möglich, wenn negative Corona-Testergebnisse vorgelegt werden können, die nicht älter als 48 Stunden sind.

Ähnliches gilt nach Dehoga-Angaben auch in Brandenburg, Hamburg und Hessen sowie im Saarland, in Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Mecklenburg-Vorpommern ist sogar nicht nur die Übernachtung, sondern auch die Einreise für Menschen aus Hotspots mit 7-Tage-Inzidenz über 50 verboten. In Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein droht eine 14-tägige Quarantäne.

Zuletzt lag die Inzidenz für München nach Auskunft des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,93 (Stand Montag, 23.59 Uhr), in Würzburg bei 60,99.

Update 23. September, 6 Uhr: München will verschärfte Corona-Regeln beschließen

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie will die Stadt München an diesem Mittwoch eine Allgemeinverfügung mit verschärften Maßnahmen vorlegen. Vorgesehen ist unter anderem eine Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt sowie Kontaktbeschränkungen. Die neuen Regelungen sollen ab Donnerstag für vorerst sieben Tage gelten. 

Dass sich die Lage bis dahin entspannt, gilt angesichts der Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als wenig wahrscheinlich. Am Dienstag hatte das LGL für einen Zeitraum von sieben Tagen 55,93 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet. 

Auch in Würzburg wurde mit einem Inzidenzwert von 60,99 die kritische Grenze von 50 Neuinfektionen überschritten.

Update 22. September, 18 Uhr: Heimspiel von Aue gegen Fürth ohne Zuschauer

Das Heimspiel des FC Erzgebirge Aue gegen die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Fußball-Bundesliga muss ohne Zuschauer stattfinden. 

Wie der sächsische Club am Dienstag mitteilte, habe der Landkreis dies für Aues erste Heimpartie der Saison am Freitag (18.30 Uhr) angeordnet. Grund ist die steigende Zahl von Corona-Infektionen. In den vergangenen sieben Tagen habe es im Erzgebirgskreis 80 bestätigte Fälle gegeben.

Das Zuschauer-Verbot bleibe bestehen, "bis die Zahl der Neuinfektionen im Erzgebirgskreis die Schwelle von 20 im Zeitraum von mehr als sieben Tagen wieder unterschreitet", hieß es in einer Pressemitteilung. Eintrittskarten behalten für kommende Partien ihre Gültigkeit, teilte der Verein mit. Aue war am vergangenen Wochenende mit einem 3:0 bei Aufsteiger Würzburger Kickers in die Saison gestartet. 

Update 22. September, 17,45 Uhr: Westen Österreichs führt wieder Sperrstunde um 22 Uhr ein

In den österreichischen Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg gilt ab Freitag eine Sperrstunde von 22 Uhr. 

Im Rest des Landes dürfen Lokale dagegen weiterhin bis 1 Uhr öffnen. Die Maßnahme gelte erstmal für drei Wochen, wie die Landesregierungen und das österreichische Kanzleramt am Dienstag mitteilten. Bundeskanzler Sebastian Kurz von der konservativen ÖVP appellierte auch an die Bundesländer Wien und Niederösterreich, die Sperrstunde anzupassen.

Hintergrund sind die zuletzt stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen in Österreich. Zwar lebt mehr als die Hälfte der aktuell als erkrankt geltenden 8200 Menschen in Wien, aber auch Teile der drei westlichen Bundesländer, die an die deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg grenzen, werden von österreichischen Experten als Gebiete mit hohem Risiko eingeschätzt.

"Ein guter Teil der Infektionen jetzt sind auf Lokalbesuche und Reiserückkehrer zurückzuführen", sagte Franz Allerberger von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit der Nachrichtenagentur APA. Sich weniger lange in einem Lokal aufzuhalten, mindere das Risiko einer Ansteckung. 

Die Hoteliervereinigung ÖHV forderte einen finanziellen Ausgleich für das Gastgewerbe.

Update 22. September, 17.30 Uhr: Regensburg verschärft Corona-Maßnahmen

Angesichts steigender Corona-Zahlen verschärft die Stadt Regensburg von diesem Mittwoch an bis zum 29. September die Sicherheitsmaßnahmen. 

Am Montag sei der Signalwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten worden, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Im öffentlichen Raum dürfen sich dann nur noch maximal fünf Personen gemeinsam aufhalten. Das gelte auch in Gastronomiebetrieben. Ausgenommen von dieser Regel seien Familien mit mehr Personen, die in einem Haushalt leben.

Geschlossene Veranstaltungen in geschlossenen Räumen - etwa Familienfeste, Beerdigungen und Vereinsveranstaltungen - dürfen nur noch bis zu 50 Teilnehmer haben. Unter freiem Himmel seien dafür 100 Teilnehmer erlaubt. 

Für Schüler an weiterführenden Schulen (ab der 5. Klasse) gibt es weiterhin eine Maskenpflicht. Der Verkauf alkoholischer Getränke zum Mitnehmen wird ab 22.00 Uhr verboten.

Update 22. September, 16.15 Uhr: Schulen und Kitas in Bad Königshofen nach vielen Corona-Fällen dicht

Wegen zahlreicher Coronavirus-Fälle im unterfränkischen Bad Königshofen sind am Dienstag alle drei Kitas und sechs Schulen dort geschlossen geblieben. 

Zudem durften keine Besucher in die Alten- und Pflegeheime der 6000-Einwohner-Stadt, wie das Landratsamt des Landkreises Rhön-Grabfeld mitteilte. Die Maßnahmen sollten zunächst auch für den Mittwoch gelten.

Die vielen Fälle führen die Behörden auf eine Hochzeitsfeier am 12. September im Raum Bad Königshofen zurück. Dort hätten sich 17 Gäste mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, Tests am Montag ergaben 12 weitere Infizierte. 

Die Betroffenen kämen aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld und von außerhalb. Auch am Dienstag sollten Tests erfolgen.

Update 22. September, 15.40 Uhr: München und Würzburg bleiben Corona-Brennpunkte in Bayern

In München und Würzburg gibt es weiter viele Corona-Infizierte. 55,93 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag für die Landeshauptstadt.

 In Würzburg lag der Inzidenzwert bei 60,99. Neue Corona-Brennpunkte kamen nicht hinzu. Die Lage in Garmisch-Partenkirchen hat sich beruhigt: Mit zeitweise mehr als 57 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche war die Stadt stark betroffen. Am Dienstag lag der Wert bei 18,09. Die Beschränkungen in der Stadt sollten deshalb an diesem Tag auslaufen.

In München werden Kontaktbeschränkungen und eine Ausweitung der Maskenpflicht aber immer wahrscheinlicher. Die Stadt will bei weiter hohen Zahlen am Mittwoch eine entsprechende Allgemeinverfügung bekanntmachen. Danach soll ab Donnerstag in Teilen der Innenstadt eine generelle Maskenpflicht gelten. Außerdem dürfen sich dann nur noch fünf Menschen treffen oder Personen aus zwei Haushalten, Ausnahmen gibt es für Familien und Lebenspartner. Bei privaten Feiern wie Hochzeiten, Geburtstagen oder Beerdigungen sind nur noch 25 Gäste zugelassen, unter freiem Himmel 50, wenn die Veranstalter ein Schutz- und Hygienekonzept vorweisen können. Hinzu kommen nächtliche Alkoholverbote an beliebten Feierorten im Freien.

Die Würzburger müssen auch mit Einschränkungen leben. Von 23.00 Uhr an dürfen die Wirtshäuser in der Innenstadt keinen Alkohol mehr ausschenken. Entlang des Mains ist das Trinken von Bier, Wein und Co. unter freiem Himmel bereits ab 22.00 Uhr verboten. Das Feiern auf öffentlichen Plätzen und Anlagen ist untersagt. Auch für Schulen und Kindertagesstätten gelten strenge Regeln.

Am Vormittag hatte bereits die Staatsregierung ein Maßnahmenpaket für besonders betroffenen Kommunen verkündet. Es enthält unter anderem eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen sowie ein Alkoholverbot. Priorität in Bayern habe der Schutz von Arbeitsplätzen, Schulen und Kindergärten. 

Ein zweiter Lockdown müsse unbedingt verhindert werden, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Update 22. September, 14.45 Uhr: München weiter über Warnwert 50

Update 22. September, 14.20 Uhr: Drittligaspiel 1860 München gegen 1. FC Magdeburg ohne Fans

 Der TSV 1860 München muss sein erstes Heimspiel der Saison in der 3. Liga wegen der hohen Zahl an Corona-Infektionen in der Landeshauptstadt ohne Zuschauer bestreiten. Das teilten die "Löwen" am Dienstag mit. 

Die Partie gegen den 1. FC Magdeburg findet an diesem Samstag (14 Uhr) im Grünwalder Stadion statt. 1860 hat 10.060 Dauerkarten für die Saison 2020/21 verkauft. 

In einer Testphase dürfen im Profi-Fußball die Stadien unter Hygieneauflagen wieder bis zu 20 Prozent mit Fans gefüllt werden, wenn das lokale Infektionsgeschehen das erlaubt.

Update 22. September, 14 Uhr: Quarantäne nach Supercup-Reise - Kabinett verschärft Verordnung

Fußball-Fans aus Bayern müssen bei einer Reise zum Supercup-Finale des FC Bayern in Budapest nach der Rückkehr zum Corona-Test oder in Quarantäne. Das Kabinett des Freistaats verschärfte am Dienstag seine Einreise-Quarantäneverordnung und strich eine bislang vorgesehen Ausnahmeregel. 

Demnach sind Sport-Anhänger bei Aufenthalten von weniger als 48 Stunden in Risikogebieten nicht mehr von der Quarantänepflicht befreit. Das gilt auch für Reisen zu Kulturveranstaltung oder aus Freizeitgründen.

"Das trifft insbesondere das Thema Supercup", sagte Ministerpräsident Markus Söder. Der CSU-Chef appellierte erneut, dass Anhänger auf einen Besuch des Champions-League-Siegers FC Bayern am Donnerstag gegen Europa-League-Gewinner FC Sevilla verzichten sollten. "Jeder soll sich das nochmal ganz genau überlegen, ob das sinnvoll ist, denn Budapest ist ein Hochrisikogebiet", sagte Söder. Für Geschäftsreisende bleibt die bisherige Ausnahmeregel bestehen.

Die Rückkehrer aus Budapest müssten gleich einen Test machen, sagte Söder. "So wollen wir verhindern, dass es da eine mögliche Infektionsgefahr gibt." Erst nach ärztlichem Zeugnis, wonach keine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorliegt, sind die Personen wieder von der häuslichen Quarantäne ausgenommen.

Die Austragung des Supercup-Finales in Ungarn vor Zuschauern ist umstritten, nachdem Budapest vom Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet eingestuft worden war. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) wies auf die Empfehlung hin, einige Tage später einen weiteren Corona-Testdurchführen zu lassen.

Die hohe Zahl junger Infizierter in Bayern wird vor allem auf deren Leichtsinn zurückgeführt. (Bildmontage)
Die hohe Zahl junger Infizierter in Bayern wird vor allem auf deren Leichtsinn zurückgeführt. (Bildmontage)  © Peter Kneffel/dpa, Kateryna Kon/ 123RF

Update 22. September, 13.58 Uhr: Markus Söder sagt wegen Corona-Krise Neujahrsempfang 2021 ab

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den traditionellen großen Neujahrsempfang Anfang 2021 wegen der anhaltenden Corona-Krise abgesagt. 

Ein solcher Empfang habe angesichts von Corona keinen Platz, sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Die Absage kommt angesichts einer Besucherzahl von normalerweise bis zu zweitausend Gästen und der üblichen drangvollen Enge in der Münchner Residenz nicht überraschend. 

Es ist auch nicht das erste Mal, dass der Empfang ausfällt: 2011 hatte ihn Söders Vorgänger Horst Seehofer (CSU) im Zuge eines notwendigen Sparhaushalts aus Kostengründen gestrichen.

Update 22. September, 13.55 Uhr: Leichtsinn immer öfter Ursache für Corona-Infektionen

Für die aktuell hohen Corona-Zahlen in Bayern sind nach Worten von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach wie vor "sehr viele" Urlaubsrückkehrer verantwortlich. 

Er sprach zudem von einem übermäßigen Leichtsinn bei vielen Menschen. "Die Zahl derer, die über Leichtsinn sich infizieren, wächst", sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Dies zeige sich an der hohen Zahl junger Infizierter – da gebe es bei manchen noch kein starkes Bewusstsein für die Gefahr von Corona.

Söder sagte, derzeit gebe es noch keinen sprunghaften Anstieg der Zahlen in den Krankenhäusern - man habe aber die Sorge, dass die Infektionen wieder in die Krankenhäuser hineinwachsen könnten. Die Strategie zur höchsten Sorgfalt müsse deshalb bleiben, mahnte der Regierungschef.

Update 22. September, 13.50 Uhr: Zuschauer-Frage für Länderspiele abhängig von Supercup mit Bayern

Eine Fan-Rückkehr bei den Länderspielen der Fußball-Nationalmannschaft im Oktober hängt maßgeblich vom umstrittenen Testlauf des FC Bayern München beim UEFA-Supercup ab. Wie die Europäische Fußball-Union am Dienstag bestätigte, soll nach dem Pilotprojekt in Budapest entschieden werden, ob erstmals nach der Corona-Zwangspause auch bei Länderspielen in diesem Jahr Zuschauer wieder zugelassen werden können.

Die Auswahl von Joachim Löw trifft in der Nations League am 10. Oktober in Kiew auf die Ukraine und drei Tage später in Köln auf die Schweiz. Dort ist zuvor am 7. Oktober zudem ein Testspiel gegen die Türkei terminiert. Auch für diese Partie gilt das Hygiene-Protokoll der UEFA, die somit für den DFB entscheidet, ob Besucher im Stadion anwesend sein dürfen.

Die finale Entscheidung liegt aber unabhängig von den Verbänden bei den lokalen Gesundheitsbehörden, die jederzeit ihr Veto einlegen können. Zum Bundesliga-Auftakt des 1. FC Köln gegen 1899 Hoffenheim (2:3) waren am vergangenen Samstag wegen der Corona-Fallzahlen kurzfristig keine Zuschauer zugelassen worden. Auch die Partie der Bayern gegen den FC Schalke 04 (8:0) fand ohne Fans statt.

Der DFB hatte beim ersten Heimspiel des Jahres in Stuttgart Anfang September gegen Spanien (1:1) symbolisch 500 Pflegekräfte als Dank für deren Einsatz in der Corona-Zeit einladen wollen. Da die UEFA aber europaweit Zuschauer noch untersagte, rückte man davon ab. Der von der UEFA als "Pilotprojekt" titulierte Testlauf in Budapest ist hoch umstritten. 

Am Donnerstag soll die rund 67 000 Zuschauer fassende Puskás Arena in Budapest bei der Partie des FC Bayern gegen den FC Sevilla zu 30 Prozent ausgelastet sein, obwohl die ungarische Hauptstadt ein Corona-Risikogebiet ist. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte die Budapest-Reisen der Münchner Fans heftig kritisiert. Nach bislang 800 Ticket-Rückgaben werden noch gut 1000 Bayern-Anhänger dort erwartet. Die UEFA will an ihrem Testlauf festhalten.

Update 22. September, 13.45 Uhr: Masken, Verbote, Sperrstunde - Bayern stemmt sich gegen Welle

In besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Kommunen in Bayern gilt künftig nicht nur eine Maskenpflicht auf stark besuchten öffentlichen Plätzen, sondern auch ein Alkoholverbot. 

Das hat das Kabinett am Dienstag in München als Reaktion auf die teils im Freistaat wieder stark steigenden Infektionszahlen beschlossen. Demnach soll immer bei einer Überschreitung von 50 Neuinfektionen in einer Region in sieben Tagen ein Maßnahmenpaket greifen, welches auch eine Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr vorsehen kann. 

Prinzipiell war dies bisher zwar auch möglich, die neue Regelung der Staatsregierung sieht aber vor, dass die Kommunen klarer angehalten werden, die Maßnahmen auch umzusetzen. "Wir stehen an einer ganz spannenden Weggabelung", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Man dürfe nicht die Geduld verlieren im Kampf gegen das Virus. 

Priorität in Bayern habe der Schutz von Arbeitsplätzen, Schulen und Kindergärten. Es müsse ein zweiter Lockdown unbedingt verhindert werden, dieser dürfte größere Schäden mit sich bringen als der Lockdown im Frühjahr. Neben der Strategie sei auch wichtig, dass die Menschen vernünftig und rücksichtsvoll miteinander umgingen.

Update 22. September, 12.15 Uhr: Normalität in Garmisch

Nach dem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen sind dort die Zahlen wieder deutlich gesunken. Damit sollten am Dienstag die Beschränkungen des öffentlichen Lebens auslaufen, wie der Sprecher des Landratsamtes, Stephan Scharf, mitteilte. 

Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner lag am Montag nach Erhebung des Gesundheitsamtes bei 26.  Nach Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lag der Wert bei 20,35 - die Diskrepanz ließ sich zunächst nicht klären. Zeitweise hatte der Wert bei mehr als 57 und damit über dem Signalwert von 50 gelegen. Deshalb mussten Gaststätten um 22. Uhr schließen, maximal fünf Menschen durften sich im öffentlichen Raum treffen. 

An Privatveranstaltungen durften höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder 100 Personen draußen teilnehmen.

Eine 26 Jahre alte US-Amerikanerin - eine Zivilangestellte bei den US-Streitkräften - hatte trotz Krankheitssymptomen und Quarantäneauflage am 8. September eine Bar besucht. Tags darauf erhielt sie den positiven Testbescheid. Der Frau droht ein Bußgeld wegen Quarantäne-Verstoßes sowie ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Schon bevor sie Symptome hatte und zur Quarantäne aufgefordert wurde, war sie im Nachleben unterwegs gewesen.

In der "Edelweiss Lodge" der US-Streitkräfte für Soldaten und deren Familien, wo die Frau beschäftigt war, infizierten sich 31 Menschen. Zunächst waren 25 Fälle bekannt. Am 17. September wurden laut Scharf sechs weitere Fälle gemeldet. Das Hotel ist geschlossen, es soll Anfang Oktober wieder öffnen. 

Auch bei einigen anderen Infizierten gibt es eine Verbindung zu der 26-Jährigen. 

Es handelt sich um einen Mitarbeiter einer Bar, in der die Frau war, und zwei Gäste eines Pubs, die zur selben Zeit wie die Frau dort waren. Ein vierter Infizierter hatte am selben Tag wie die Frau eine Bar besucht.

Ein Mann schaut sich eine Speisekarte einer Bar in Garmisch Partenkirchen an.
Ein Mann schaut sich eine Speisekarte einer Bar in Garmisch Partenkirchen an.  © Lino Mirgeler/dpa

Update 22. September, 11.50 Uhr: Schulen und Kitas in Bad Königshofen nach vielen Corona-Fällen dicht

Wegen zahlreicher Coronavirus-Fälle im unterfränkischen Bad Königshofen sind am Dienstag alle drei Kitas und sechs Schulen dort geschlossen geblieben. Zudem dürften bis auf Weiteres keine Besucher in die Alten- und Pflegeheime der 6000-Einwohner-Stadt, wie das Landratsamt des Landkreises Rhön-Grabfeld mitteilte. 

Die Maßnahmen sollten zunächst nur für einen Tag gelten - es werde noch beraten, wie es weitergehe.

Die vielen Fälle führen die Behörden auf eine Hochzeitsfeier am 12. September im Raum Bad Königshofen zurück. Dort hätten sich mindestens 17 Gäste mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, Tests am Montag ergaben 13 weitere Infizierte. 

Die Betroffenen kämen aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld und außerhalb. Auch am Dienstag sollten Tests erfolgen.

Update 22. September, 11.45 Uhr: UEFA hält an Fan-Konzept fest - 800 Karten-Rückläufer aus München

Die UEFA hält am Zuschauer-Konzept für den Supercup zwischen dem FC Bayern München und dem FC Sevilla fest. 

Das Pilotprojekt zur Fan-Rückkehr werde trotz der Kritik aus Deutschland unverändert fortgesetzt, hieß es von der Europäischen Fußball-Union am Dienstag auf Anfrage. Am Donnerstag soll die rund 67.000 Zuschauer fassende Puskás Arena in Budapest zu 30 Prozent ausgelastet sein, obwohl die ungarische Hauptstadt ein Corona-Risikogebiet ist.

Allerdings werden weit weniger Bayern-Fans nach Ungarn reisen als anfangs gedacht. Rund 800 Tickets wurden aus München an die UEFA bereits zurückgegeben. Der Verband hatte eine kostenfreie Stornierung erlaubt. 2100 Karten standen den Bayern-Anhängern zur Verfügung. Die UEFA rechnete am Dienstag mit weiteren Ticket-Rückläufern. Diese Karten würden nicht neu vergeben werden. Aus Sevilla lagen der UEFA ohnehin nur etwas weniger als 350 Ticket-Anfragen vor.

Die Partie zwischen dem Champions-League-Sieger aus München und dem spanischen Europa-League-Gewinner ist für die UEFA ein Testlauf für mögliche Zuschauer-Zulassungen bei kommenden Wettbewerben wie der Nations League oder im Europacup. Ministerpräsident Markus Söder hatte die Budapest-Reisen der Münchner Fans heftig kritisiert.

Update 22. September, 8.45 Uhr: Gerhard Polt und Well-Brüder spielen Dreifach-Auftritt

Gerhard Polt und die Well-Brüder reagieren mit einem Dreifachauftritt auf die Corona-Beschränkungen. Im schwäbischen Gersthofen werden sie am 18. Oktober bei ihrer Tournee drei Mal hintereinander spielen - um 11 Uhr, um 15 Uhr und um 19 Uhr. Denn gerade weil die Vorstellung längst ausverkauft war, wäre sie sonst wohl geplatzt.

"Wir haben gesagt, in Gersthofen wollen wir spielen - aber es ist ausverkauft - 900 Leute", sagt Polt. In Corona-Zeiten nicht möglich. "Wenn alle ihre Karten zurückgeben, ist der Veranstalter pleite. Also haben wir gesagt, dann machen wir es so, dass wir drei Mal spielen - für 300 Leute." Mit Pausen. "Dazwischen müssen sie mindestens zwei Stunden desinfizieren."

Die Tournee soll am 11. Oktober in Wien beginnen. "Die Termine stehen, die Tickets sind verkauft. Aber man weiß nicht, wie es weitergeht", sagt Polt. Viele Auftritte und Projekte seien bereits verschoben worden. "Von Frühling auf Sommer, und vom Sommer auf den Herbst - und vom Herbst dann gleich auf nächstes Jahr." 

Das in den Kammerspielen für dieses Jahr geplante Stück "A scheene Leich" werde es voraussichtlich erst 2022 geben, sagt Christoph ("Stofferl") Well. Polt: "Ich seh der Sache ganz ruhig entgegen - ich bin ja erst 78."

Update 22. September, 6.55 Uhr: Jeder zweite neue Corona-Infizierte in Bayern 15 bis 34 Jahre alt

In Bayern ist derzeit jeder zweite neue Corona-Infizierte 15 bis 34 Jahre alt. 45 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangenen sieben Tage stammen nach Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus dieser Altersgruppe. 

"In diesem Alter gibt es häufig Kontakte mit einer Vielzahl an Personen - und die Ansteckungsgefahr wird in dem einen oder anderen Fall unterschätzt", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. 29 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangene sieben Tage entfallen laut LGL allein auf die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 30 Jahren.

"Der Anstieg der Corona-Infektionen in Bayern lässt sich zum Teil noch auf die vielen Sommer-Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückführen", sagte Huml. "Aber auch unvorsichtiges Verhalten, das das Risiko für die Übertragung von SARS-CoV-2 erhöht, kann ein Grund sein." 

Huml bat um Vorsicht und Rücksicht: Sie werbe eindringlich dafür, an den eigenen Schutz und den der anderen Menschen zu denken und sich zum Beispiel an die Abstandsregeln zu halten. "Die Zahlen weltweit zeigen, dass die Corona-Pandemie ungebrochen ist."

Update 22. September, 6 Uhr: Maskenpflicht in der Öffentlichkeit - Bayern zieht Corona-Zügel an

Als Reaktion auf die in einigen Regionen Bayerns stark gestiegenen Corona-Ansteckungszahlen will das Kabinett den Kommunen bessere Möglichkeiten für Gegenmaßnahmen an die Hand geben. 

So soll etwa bei einer Überschreitung von 50 Neuinfektionen in einer Region in sieben Tagen eine Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen greifen. Dies war bisher zwar auch möglich, allerdings soll in der Sitzung an diesem Dienstag (10 Uhr) in der Staatskanzlei in München die sogenannte "Kann-Regelung" in eine verbindliche "Soll-Regelung" verschärft werden, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits am Montag ankündigte. 

Dabei sagte er auch, dass der Schutz von Alten- und Pflegeheimen von besonderer Bedeutung sei.

Update 21. September, 17.52 Uhr: 35 Studierende schreiben im Homeoffice ab und fallen durch

Studenten der Hochschule im schwäbischen Neu-Ulm sollen die besonderen Corona-Maßnahmen bei einer Prüfung reihenweise ausgenutzt und betrogen haben. 

Wie Hochschulkanzler Marcus Dingel am Montag erklärte, soll ein Drittel der Studierenden bei der Prüfung voneinander abgeschrieben haben. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Wegen der Pandemie fand die Informationsmanagement-Prüfung im Homeoffice statt. Etwas mehr als 100 Studierende nahmen daran teil, bei 35 davon wurden hinterher nach Angaben der Hochschule übereinstimmende Angaben in den Arbeiten festgestellt. 

Der Täuschungsversuch führe nun dazu, dass in diesen Fällen die Teilnehmer durchgefallen seien. Da acht der Betroffenen die Prüfung bereits zum dritten Mal machten, droht diesen die Exmatrikulation und damit der Rauswurf von der Hochschule. Denn die Prüfungen dürfen nach den Vorschriften maximal drei Mal abgelegt werden.

Derzeit laufen noch die Widerspruchsverfahren. "Den Betrugsversuch zugegeben hat keiner", sagte Dingel. Dennoch geht die Hochschule davon aus, dass die Täuschungsversuche einwandfrei belegt werden können. Sollte es zu einer juristischen Auseinandersetzung kommen, müsste das Verwaltungsgericht in Augsburg entscheiden.

Ein Mann in Schutzanzug nimmt bei einem weiblichen FC Bayern Fan in der Nähe der Allianz Arena einen Corona-Test-Abstrich.
Ein Mann in Schutzanzug nimmt bei einem weiblichen FC Bayern Fan in der Nähe der Allianz Arena einen Corona-Test-Abstrich.  © Peter Kneffel/dpa

Update 21. September, 16.28 Uhr: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Corona-Ausbruch gegen Arzt

Nach einem Corona-Ausbruch, der auf einen Arzt im Landkreis Deggendorf zurückgehen könnte, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen den Mediziner. 

Es bestehe der Verdacht auf fahrlässige Körperverletzung, versuchte gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Gefährdung durch das Freisetzen von Giften, sagte ein Sprecher der Behörde am Montag. Gefährliche Erreger wie das Coronavirus könnten auch als Gift angesehen werden.

Weil er trotz Krankheitssymptomen weiter behandelt haben soll, könnte der Arzt für mehrere Corona-Neuinfektionen verantwortlich sein. Nach dem Ausbruch standen vergangene Woche zwischenzeitlich 275 Menschen unter Quarantäne, fünf Kontaktpersonen des Mediziners waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Die Zahl der bestätigten Infektionen sei seitdem aber nicht weiter gestiegen, sagte ein Sprecher des Landratsamts am Montag.

Update 21. September, 14.34 Uhr: Verstöße gegen Corona-Auflagen beschäftigen Strafgerichte

Verstöße gegen Corona-Auflagen und Maskenverweigerer beschäftigen inzwischen auch die Strafgerichte in Bayern. 

Allein beim Amtsgericht München sind nach Angaben eines Sprechers bislang 23 Verfahren eingegangen, in denen es um Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz geht, die als Ordnungswidrigkeiten gelten. Darunter fallen auch solche gegen die Maskenpflicht, die allerdings nicht einzeln aufgeschlüsselt wurden.

Die erste Verhandlung am Münchner Amtsgericht wegen eines Verstoßes gegen die Anordnung, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, fand am Montag statt. Ein Mann stand dort vor Gericht, dem vorgeworfen wird, im Mai am Münchner Hauptbahnhof gegen die Pflicht verstoßen zu haben, Mund und Nase zu bedecken. Er gibt an, die Maske sei ihm beim Telefonieren verrutscht. Der Bußgeldbescheid, gegen den er Einspruch eingelegt hat, umfasst 150 Euro Strafe wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht und weitere 100 Euro, weil er sich geweigert haben soll, seine Personalien anzugeben.

Die Verhandlung wurde jedoch schon kurz nach Beginn ohne ein Urteil vertagt, weil der beschuldigte Mann nach eigenen Angaben unter Betreuung steht, seine Betreuerin aber nicht anwesend war. Ordnungswidrigkeiten werden - im Gegensatz zu Straftaten - erst dann ein Fall für die Justiz, wenn der Betroffene Einspruch gegen ein verhängtes Bußgeld einlegt und damit Anspruch auf eine mündliche Verhandlung vor dem zuständigen Richter hat.

Am Amtsgericht Nürnberg gab es bislang nach Angaben eines Sprechers ein einziges Verfahren gegen einen Maskenverweigerer, das sich allerdings erledigte, weil der Betroffene nicht zum Gerichtstermin erschienen war und somit das Bußgeld zahlen muss. Fürth, Bamberg und Ingolstadt verzeichneten nach Angaben der jeweiligen Sprecher bislang noch kein derartiges Verfahren.

Update 21. September, 14.13 Uhr: CSU sagte auf absehbare Zeit alle Präsenzgroßveranstaltungen ab

Nach der Absage ihres großen Parteitags im Dezember will die CSU wegen der Corona-Krise auf absehbare Zeit keine großen Präsenzveranstaltungen mehr durchführen. 

"Wir haben für uns als CSU heute festgehalten, dass vor Ort unter Einhaltung der generellen Regeln von Vorsicht und Umsicht natürlich Veranstaltungen, wenn sie denn notwendig sind, stattfinden können", sagte Generalsekretär Markus Blume am Montag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. 

"Aber wir sehen hier eine besondere Vorbildwirkung für uns als CSU-Landesleitung, und deswegen haben wir entschieden, dass größere Veranstaltungen und Großveranstaltungen wie Parteitage bis auf weiteres abgesagt sind."

Update 21. September, 13.45 Uhr: Bayern-Fans unterziehen sich vor Supercup-Finale Corona-Tests

Vor dem umstrittenen europäischen Supercup-Finale des FC Bayern im Risikogebiet haben sich in München Fußballfans Corona-Tests unterzogen. Ein negatives Ergebnis ist Voraussetzung für die Einreise nach Ungarn, wo der Champions-League-Sieger von Trainer Hansi Flick am Donnerstag (21 Uhr) in Budapest gegen Europa-League-Gewinner FC Sevilla den nächsten Titel anstrebt.

Die Austragung der Partie in Budapest ist umstritten, nachdem Ungarn vom Robert Koch-Institut wegen hoher Infektionszahlen als Risikogebiet eingeordnet wurde. Die UEFA will bislang rund 20.000 Zuschauer zulassen. Nach Angaben des Münchner Vorstandschefs Karl-Heinz Rummenigge vom Sonntag wollten rund 2100 Fans den deutschen Rekordmeister in Ungarns Hauptstadt begleiten. Nach einigen hundert Stornierungen wird diese Zahl aber wohl geringer sein.

Die mitreisenden Anhänger können sich auf Initiative des Klubs bis einschließlich Dienstag an der Münchner Arena testen lassen. Ein kostenloser Corona-Test ist auch nach der Rückkehr aus Budapest an der Arena möglich. "Wir haben kein Interesse daran, dass Leute coronainfiziert aus Budapest zurückkehren und dann hier nicht erkannt werden. Wir werden daran mit der Stadt München und dem Gesundheitsamt sehr seriös arbeiten", kündigte Rummenigge am Sonntag an.

Der Rekordmeister selbst reist mit "kleinstmöglicher Besetzung" in die ungarische Hauptstadt. Sponsorenvertreter und Fans werden demnach nicht der Delegation angehören, das Personal rund um das Team soll ebenfalls zahlenmäßig klein gehalten werden. Das Team ist ohnehin abgeschirmt und wird regelmäßig getestet, auch in Ungarn.

Update 21. September, 13.40 Uhr: Markus Söder warnt wegen Supercup vor ungarischem "Fußball-Ischgl"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat wegen der Sorge um das europäische Supercup-Finale des FC Bayern gegen den FC Sevilla eine schärfere Quarantäneregel für Fußballfans angekündigt. 

"Da ist ein hohes Infektionsgeschehen und wir müssen sehr, sehr aufpassen, dass wir da nicht sozusagen eine zusätzliche Gefahr, ein Fußball-Ischgl, riskieren", sagte Söder am Montag. Im Winter hatte es reichlich Corona-Infektionen im österreichischen Skiort gegeben, auch zahlreiche Deutsche hatten sich mit dem Virus infiziert.

Söder betonte, er blicke mit echter Sorge auf das Spiel am Donnerstag in Budapest zwischen Bayern und Sevilla, sollten wirklich "2000, 3000 Leute aus München und der Region nach Budapest fliegen". Ungarn sei zu Recht als Hochrisikogebiet eingestuft, sagte Söder. In Budapest liege die Zahl der Corona-Neuinfektionen in sieben Tagen stabil bei einem Wert von 100.

Söder will am Dienstag dem Kabinett vorschlagen, Besucher von Sport- und anderen Kulturveranstaltungen von einer Ausnahmeregelung in der Einreise-Quarantäneverordnung auszunehmen. Normale Geschäftsreisende, die sich weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet im Ausland aufhielten, müssen nicht in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne.

Es sei aus seiner Sicht "zwingend erforderlich, dass wir dann die normalen Quarantäneregeln haben", sagte Söder. Das heißt, Reisende müssten nach ihrer Rückkehr in Selbstisolation gehen oder entsprechende Tests machen. Wer dagegen verstoße, müsse mit Strafen rechnen. "Mein Appell aber wäre, noch einmal grundlegend zu überlegen, ob das jetzt wirklich notwendig ist. Der Supercup ist ein spannendes Spiel, aber es ist nicht das alles entscheidende Spiel."

Die Europäische Fußball-Union hält bislang an ihren Plänen fest, das Finale vor Zuschauern zu spielen. Die Stadionkapazität von 67.000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Clubs stehen jeweils rund 3000 Tickets zur Verfügung. Rund 2100 Fußballfans wollen den FC Bayern nach Angaben vom Sonntag begleiten.

Update 21. September, 12.30 Uhr: Weitere Ministerpräsidentenkonferenz wegen Corona?

Wegen der aktuellen Corona-Infektionslage im bevorstehenden Herbst will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in erneut die Ministerpräsidentenkonferenz zusammenrufen. Er wolle dazu in dieser Woche mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen, sagte der CSU-Chef nach Angaben von Teilnehmern am Montag in einer Sitzung des CSU-Vorstands. 

Die Konferenz der Länderchefs könnte dann in der kommenden oder in der übernächsten Woche stattfinden.

Hintergrund für Söders Gesprächsbedarf sind die jüngst in Bayern aber auch in anderen Bundesländern sowie in vielen Nachbarstaaten ansteigenden Infektionszahlen. Insbesondere in München ist die Infektionslage derzeit sehr kritisch. 

Söder hatte mit Blick auf den anstehenden Herbst und Winter bereits in den vergangenen Tagen wiederholt betont, dass die aktuellen Infektionszahlen auch in Deutschland zu hoch seien.

Update 21. September, 12.25 Uhr: Stadt München führt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ein

Zur Eindämmung des Coronavirus hat die Stadt München eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt beschlossen. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Krisenstabes der Stadt, der am Montag wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen getagt hatte. Die Regelung soll von Donnerstag an gelten. 

Zudem führt die Stadt wegen steigender Corona-Zahlen wieder Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben ein. So dürften sich in der bayerischen Landeshauptstadt ab Donnerstag nur noch fünf Personen treffen oder zwei Haushalte, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag in München. 

Das gelte sowohl im privaten und öffentlichen Raum als auch in der Gastronomie. 

Am Sonntag hatten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche erreicht. Damit ist ein Grenzwert für nachgewiesene Corona-Neuinfektionen überschritten worden.

Update 21. September, 12.08 Uhr: Rund 5700 Hochzeiten weniger in Bayern

In der Corona-Krise ist auch in Bayern die Zahl der Hochzeiten deutlich zurückgegangen. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind die Eheschließungen im ersten Halbjahr 2020 im Freistaat auf rund 22.600 gesunken, im Vorjahreszeitraum hatten noch fast 28.300 Paare geheiratet.

Dabei hatte das Jahr noch mit einem deutlichen Plus begonnen. Im Januar und Februar waren in den bayerischen Standesämtern noch mehr als 5500 Ehen geschlossen worden, dies waren rund 40 Prozent mehr als in den ersten beiden Monaten 2019. Danach kam mit der Pandemie allerdings der Einbruch. So haben heuer im typischen Hochzeitsmonat Mai beispielsweise nur knapp 5250 Paare sich das Jawort gegeben, im Vorjahr waren es rund 8300.

Auch in den anderen Bundesländern hat die Krise viele Heiratspläne vorerst platzen lassen. Nach der Ehe-Statistik wurden in den ersten sechs Monaten bundesweit 139.900 Ehen geschlossen, 29.200 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie die Bundesbehörde am Montag in Wiesbaden berichtete.

Mitte März hatten Bund und Länder strenge Auflagen verhängt, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Viele Standesämter schlossen vorübergehend ganz, andere schränkten ihre Dienste ein.

Update 21. September, 12.05 Uhr: Mehr als 8800 Schüler in Bayern wegen Corona in Quarantäne

Die steigenden Corona-Fallzahlen machen sich auch bei den Schulen bemerkbar. Mehr als 8800 Schüler und 771 Lehrer befänden sich derzeit in Quarantäne, teilte das Bayerische Kultusministerium am Montag in München mit. 

343 Schüler und 48 Lehrer seien momentan nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das Ministerium bezog sich dabei auf Zahlen vom Sonntagabend. Am Freitagnachmittag waren knapp 8500 Kinder und Jugendliche in Quarantäne, die Zahl der betroffenen Lehrer blieb seitdem in etwa gleich. Angesteckt hatten sich 335 Schüler sowie 49 Lehrer. 

In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schüler sowie 150.000 Lehrerinnen und Lehrer.

Aktuelle Zahlen über Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie lagen zunächst nicht vor. Sicher ist jedoch, dass Schulklassen ganz oder teilweise in Quarantäne sind und deshalb keinen Präsenzunterricht haben. 

Zum Schutz vor einer Ansteckung hatte in den ersten beiden Schulwochen an weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auch während des Unterrichts gegolten. Vielerorts gilt diese Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wegen hoher Infektionszahlen fort, etwa in München. Dort wurde der kritische Warnwert von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten.

Update 21. September, 8.45 Uhr: Schärfere Quarantäneregeln wegen Supercup-Spiels?

Ministerpräsident Markus Söder denkt angesichts des Supercup-Spiels zwischen dem FC Bayern München und dem FC Sevilla im Corona-Risikogebiet Budapest über schärfere Quarantäneregeln nach. Bisher gilt: Wer sich weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten hat, muss nicht in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne. 

Jeder solle sich genau überlegen, ob er da wirklich hinfahren wolle, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell (Bayerischer Rundfunk). "Ich habe wirklich Bauchschmerzen, was den Supercup betrifft." Die Europäische Fußball-Union UEFA hält bislang an ihren Plänen fest, das Supercup-Finale am Donnerstag (21 Uhr) in der Puskás Arena vor Zuschauern zu spielen. 

Die Stadionkapazität von 67.000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Klubs stehen jeweils rund 3000 Tickets zur Verfügung. Rund 2100 Fußballfans wollen den FC Bayern München nach Angaben vom Sonntag nach Budapest begleiten.

Markus Söder denkt angesichts des Supercup-Spiels im Corona-Risikogebiet Budapest über schärfere Quarantäneregeln nach.
Markus Söder denkt angesichts des Supercup-Spiels im Corona-Risikogebiet Budapest über schärfere Quarantäneregeln nach.  © Sven Hoppe/dpa

Update 21. September, 8.15 Uhr: Markus Söder stellt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in Aussicht

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München in Aussicht gestellt, auf denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Er habe sehr gemischte Gefühle, etwa wenn er sich die Bilder von wilden Wiesn-Ersatzfeiern wie am Wochenende auf dem Viktualienmarkt ansehe. Daher wolle er mit der Stadt über einen Mund-Nasen-Schutz beraten, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell. 

"Ich will keinem die Freude nehmen", sagte Söder. Aber angesichts der hohen Infektionszahlen in München sollten Freude und Vernunft besser zusammengehen. Zudem soll das Gesundheitsamt der Stadt künftig durch die Bundeswehr unterstützt werden. "Wir werden die Bundeswehr bitten, 100 Leute zur Verfügung zu stellen, um die Nachverfolgung zu verbessern."

Am Sonntag erreichten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Söder sprach in diesem Zusammenhang von starkem Leichtsinn einiger. "München hat sehr hohe Zahlen, zu hohe Zahlen." Sorgen bereiteten ihm nicht professionell organisierte Veranstaltungen. "Das Problem sind die privaten Feiern", sagte er. "Wenn die Vernunft nicht hilft, dann muss gesteuert werden." 

Ziel sei es, den Betrieb in Schulen und Kitas bayernweit weiter zu ermöglichen und die Wirtschaft vor weiteren Einschränkungen zu bewahren.

Update 21. September, 8 Uhr: Bei regional steigenden Infektionszahlen keine Fans im Stadion

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Entscheidung, die Bundesliga-Auftaktpartie in München ohne Zuschauer auszutragen, gelobt und ähnliche kurzfristige Schritte auch künftig nicht ausgeschlossen. 

"So bitter das für den einzelnen und die Stimmung beim Fußball sein mag: Wenn regional die Infektionszahlen steigen, sollten keine Fans ins Stadion. Die Stadt München hat das genau richtig gemacht", sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post.

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in München waren zu der Begegnung gegen den FC Schalke 04 (8:0) am Freitagabend entgegen der ursprünglichen Planung doch keine Fans zugelassen. Zunächst sollten 7500 Fans im Stadion erlaubt sein. Die Entscheidung, dass das Risiko zu groß ist, fiel erst am Donnerstag. 

"Entscheidend sind gute Konzepte, die dann auch konsequent angewandt werden", sagte Spahn.

Update 21. September, 6 Uhr: Münchner Krisenstab berät über steigende Corona-Zahlen

Der Münchner Corona-Krisenstab berät an diesem Montag (09.30 Uhr) über den weiteren Umgang mit den steigenden Infektionszahlen. Die Stadt hatte bereits am Freitag die Grenze von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner überschritten, ab der weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen werden sollen. 

Am Samstag und Sonntag stieg diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. Zuletzt lag sie nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,6 - nach 50,7 am Freitag und 54,2 am Samstag.

Bislang hat die Stadt als Reaktion auf die höheren Zahlen die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen verlängert. Vor zusätzlichen Maßnahmen wollte sich die Stadtspitze zunächst die weitere Entwicklung ansehen.

Besondere Brisanz haben die gestiegenen Werte in München auch deshalb, weil in der bayerischen Landeshauptstadt am Wochenende eigentlich das Oktoberfest begonnen hätte. Anstelle des wegen der Pandemie abgesagten Volksfestes findet derzeit in mehr als 50 Gaststätten in der Stadt eine sogenannte "WirtshausWiesn" unter den üblichen Hygieneauflagen statt. 

Die Veranstaltung ist angesichts der Infektionszahlen umstritten. Am Wochenende begann sie allerdings laut Veranstaltern und Polizei ohne größere Zwischenfälle.

Update 20. September, 15.27 Uhr: Münchner Corona-Zahlen steigen weiter

Mit Maske im Unterricht: Für Schüler in München wird das aufgrund der gestiegenen Zahlen noch länger Realität bleiben. (Symbolbild)
Mit Maske im Unterricht: Für Schüler in München wird das aufgrund der gestiegenen Zahlen noch länger Realität bleiben. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Während in München als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest eine "WirtshausWiesn" gefeiert wird, steigen die Infektionszahlen immer deutlicher über den Grenzwert von 50 Neuansteckungen pro Woche und 100.000 Einwohnern. 

Am Sonntag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für die sogenannte 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 55,6.

Am Samstag hatte der Wert bei 54,2 gelegen. Am Freitag war die Kennziffer mit 50,7 erstmals wieder über der kritischen Grenze von 50 gestiegen, ab der zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Die Stadt wird am Montag über das weitere Vorgehen beraten.

Neben München sind den LGL-Zahlen zufolge derzeit auch Würzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 79,8 und Kulmbach mit 50,1 über dem Grenzwert. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 21,7.

Update 20. September, 9.36 Uhr: Söder: Weihnachtsmärkte mit weniger Alkohokonsum

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann sich Weihnachtsmärkte in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie vorstellen: "Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich gesagt, wenn es gelinge, Weihnachtsmärkte mit Hygiene, Abstand und Masken zu versehen, ohne ihren Charakter infrage zu stellen, könnte es das sicherlich auch geben.

Den vollständigen Bericht findest du >>> hier.

Für Weihnachtsmärkte fordert Ministerpräsident Söder ein neues Konzept. (Symbolbild)
Für Weihnachtsmärkte fordert Ministerpräsident Söder ein neues Konzept. (Symbolbild)  © Patrick Seeger/dpa

Update 19. September, 16.18 Uhr: Aktuelle Zahlen für Bayern und München

In Bayern sind mittlerweile 64.465 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf seiner Homepage mit (Stand: 8 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2646 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Als genesen galten 56.160 Menschen.

Update 19. September, 16.08 Uhr: Münchner 7-Tage-Inzidenz steigt deutlich über 50

Die Corona-Lage in München verschärft sich. Nachdem die Stadt am Freitag den Grenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche knapp gerissen hatte, steigt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. 

Nach 50,7 am Freitag liegt sie nun bei 54,2, wie die Stadt am Samstag mitteilte. Dabei kam es am Samstag durch eine Panne zu unterschiedlichen Werten bei verschiedenen offiziellen Stellen.

"Aufgrund eines IT-Übertragungsfehlers sind die 130 neuen Infektionsfälle noch nicht in der Statistik des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) geführt und deshalb auch nicht in die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz des LGL für München eingeflossen", erklärte die Stadt. 

Ihr zufolge gab es seit Beginn der Pandemie in München 10.583 bestätigte Infektionen. 8929 Personen sind demnach genesen, 223 gestorben.

Der Wert von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern gilt als wichtige Schwelle im Kampf gegen die Corona-Pandemie; wird er überschritten, sind verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen.

Update 19. September, 8.14 Uhr: Bars und Kneipen in Bayern dürfen nach Corona-Pause wieder öffnen

Ab diesem Samstag beenden in Bars und Kneipen die Zapfhähne ihre Zwangspause. (Symbolbild)
Ab diesem Samstag beenden in Bars und Kneipen die Zapfhähne ihre Zwangspause. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Nach monatelanger Corona-Zwangspause dürfen ab diesem Samstag Bars und Kneipen in Bayern wieder öffnen - zumindest unter strengen Infektionsschutz-Auflagen. 

Nachdem in den vergangenen Tagen mancherorts im Freistaat die Fallzahlen von nachgewiesenen Corona-Erkrankungen in die Höhe geschnellt sind, hatten viele Gastronomen und auch Kneipenbesucher gefürchtet, dass die Lockerung am Ende doch noch einmal gekippt wird. Wie viele Menschen sich am Ende jedoch wirklich für ein Helles, einen Wein oder ein Glas Cola in den Kneipen und Bars einfinden, bleibt abzuwarten. Auch der Handel hatte nach den Lockerungen zunächst über ein zurückhaltendes Interesse und große Verunsicherung bei den Verbrauchern geklagt.

Dazu thematisch passend wollen in München viele Wiesn- und Innenstadtwirte mit ihrer "WirtshausWiesn" für vorsichtige Oktoberfeststimmung sorgen. Mancherorts wird am Samstag traditionsgerecht um 12 Uhr ein Fass angezapft. Bis 4. Oktober soll es in gut 50 Wirtshäusern - darunter das Hofbräuhaus - Hendl, Haxn und Wiesnbier geben.

Für die Schankwirtschaften sollen generell die gleichen Corona-Regeln gelten wie für Speisewirtschaften, zudem muss in geschlossenen Räumen am Tisch bedient werden. Einziger Wermutstropfen: Discos und Clubs bleiben weiterhin in Bayern geschlossen. Viele Lokale sind nach der monatelangen Schließung am Rande des Ruins.

Eine dauerhafte Öffnung in der Pandemie ist bei Bars und Kneipen aber wie in allen anderen Bereichen nicht garantiert. Die Gesundheitsämter können den Ausschank auch verbieten, wenn die Infektionszahlen besonders hoch sind oder es zu Verstößen gegen Auflagen kommt.

Update 19. September, 8.11 Uhr: Wegen Corona: Weniger Stammzellspender in Bayern

Die Zahl der Stammzellspender in Bayern sinkt wegen der Corona-Pandemie. "Die Situation ist ernst: Durch Corona fehlen uns in diesem Jahr 20.000 neue Spender", erklärte Hans Knabe von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) zum Tag der Knochenmarkspende am Samstag. 

"Corona hat schwerwiegende Konsequenzen für das Leben vieler gesunder Menschen, aber für tausende Leukämiepatienten ist Corona eine ganz besondere zusätzliche Bedrohung." Denn in der Pandemie seien sogenannte Typisierungsaktionen, bei denen sich potenzielle Spender registrieren können, abgesagt worden. Deshalb sollten sich Interessierte nun online registrieren.

Laut AKB erkranken jährlich rund 13.000 Menschen deutschlandweit an Blutkrebs. Oftmals stellt eine Transplantation von gesunden Stammzellen für Leukämiepatienten mit einer schwerwiegenden Erkrankung die einzige Überlebenschance dar. Mit Registrierungssets für zuhause und zusätzlichen Online-Aktionen sollen die Ausfälle nun kompensiert werden.

Auch die Spender-Organisation DKMS sagte ihre deutschlandweiten Veranstaltungen ab, bei denen sie eigenen Angaben nach jeden Monat etwa 25.000 neue potenzielle Spender aufnehmen. "Diese Spender fehlen jetzt", sagte Konstanze Burkard, Direktorin für Spenderneugewinnung. 

Zwar registrierten sich derzeit monatlich rund 30.000 Spender online und damit 5000 Personen mehr als vor der Coronakrise, allerdings reiche das nicht aus.

Update 18. September, 16.59 Uhr: Kitas und Schulen in München bleiben trotz mehr Infektionen geöffnet

Die Kindergärten und Schulen in München starten in der kommenden Woche trotz der hohen Zahl an Corona-Infektionen in der Landeshauptstadt im normalen Regelbetrieb. 

"Wir werden das Geschehen an den Schulen natürlich sehr genau im Blick behalten und Schulklassen und Kinderbetreuungseinrichtungen schließen, sollte es dort Infektionen geben. Aber einen Rückgang zum eingeschränkten Blockunterricht halte ich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht für verhältnismäßig", teilte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Freitag mit.

Wenige Stunden zuvor war bekannt geworden, dass München mit 50,70 den Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten hat. Deshalb verlängerte die Stadt die in den ersten zwei Schulwochen bayernweit geltende Maskenpflicht im Unterricht für Schülerinnen und Schüler ab der fünften Jahrgangsstufe. 

Weitere Maßnahmen, etwa eine Verringerung der Personenzahl für private Feiern und eine Verlängerung der Sperrzeit in der Gastronomie, sollen am Montag beraten werden, wenn die Entwicklung des Wochenendes bekannt ist.

Update 18. September, 15.06 Uhr: Trotz Corona - Grüne wollen Präsenzvorlesungen für Studienanfänger

Allen Studienanfängern an Bayerns Hochschulen sollen nach dem Willen der Grünen im Landtag im Wintersemester trotz der Corona-Krise Präsenzveranstaltungen angeboten werden. 

Dabei sei die Einhaltung der Hygienebestimmungen zu berücksichtigen, heißt es in einem Papier, das die Fraktion am Freitag zum Abschluss ihrer dreitägigen Klausur im niederbayerischen Kelheim beschlossen hat.

Als Reaktion auf die schwierigen Lehr- und Lernbedingungen in der Pandemie müsse es zudem die Möglichkeit für eine individuelle Anpassung der Regelstudienzeit aus dem Sommersemester weiterhin geben. 

"So beugen wir auch dem vorzeitigen Auslaufen von BAföG- und Stipendiendauern vor", heißt es weiter im Papier. Auch bestehende Prüfungsfristen sollten dann daran angepasst werden.

Update 18. September, 14.45 Uhr: München überschreitet wichtigen Grenzwert bei Neuinfektionen

München hat den Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. 

Dies geht aus der täglich aktualisierten Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Freitag hervor. Der Wert gilt als wichtige Schwelle im Kampf gegen die Corona-Pandemie; wird er überschritten, sind verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen. 

Neben der Landeshauptstadt München mit einem Wert von 50,7 sind im Freistaat auch die Stadt Würzburg (70,38), die Stadt Kaufbeuren (61,51), der Landkreis Garmisch-Partenkirchen (58,78) und der Landkreis Kulmbach (50,11) besonders betroffen.

Update 18. September, 14.12 Uhr: Generelle Maskenpflicht im Unterricht läuft aus - lokale Unterschiede

Bayerns Schüler können aufatmen: Die im Unterricht der weiterführenden Schulen zuletzt verpflichtende Maske darf ab nächster Woche wieder runter - sofern es das Infektionsgeschehen vor Ort zulässt. 

Die entsprechende Anordnung für die ersten beiden Wochen dieses Schuljahres laufe wie geplant aus, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Freitag in München. Er sei überzeugt, dass die - von den Schülern gut befolgte - Maskenpflicht sinn- und wirkungsvoll gewesen sei. Doch nach nunmehr knapp zwei Wochen Unterricht sei die Gefahr durch Reiserückkehrer deutlich niedriger als zu Schuljahresbeginn, eine generelle Pflicht sei daher nicht mehr nötig.

Vom Erstklässler bis zum Abiturienten müssen jedoch alle jenseits ihres Sitzplatzes im Klassenzimmer weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung auf dem übrigen Schulgelände anlegen. Und auch die Pflicht im Unterricht kann jederzeit wieder angeordnet werden, wenn die Infektionszahlen in der jeweiligen Region zu hoch sind.

Die Behörden orientieren sich dabei an einem Drei-Stufen-Plan: Werden in einem Landkreis mehr als 35 Neuinfizierte je 100 000 Einwohner binnen einer Woche registriert, müssen im Normalfall alle Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse auch im Unterricht wieder eine Maske tragen, sofern der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Steigt der Wert auf über 50, gilt auch für Grundschüler Maskenpflicht, und der Mindestabstand ist obligatorisch. Dies wird aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten in der Regel dazu führen, dass Klassen aufgeteilt und im Wechsel in der Schule und zu Hause unterrichtet werden. Dieses grundsätzlich vorgesehene Vorgehen ist allerdings nicht obligatorisch; die Gesundheitsbehörden vor Ort können davon auch abweichen, beispielsweise wenn in dem Landkreis nur eine Gemeinde, ein Großbetrieb oder das Nachtleben besonderes betroffen ist.

Derzeit befinden sich nach den jüngsten Daten des Kultusministeriums vom Freitag knapp 7660 der 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie rund 770 Lehrkräfte in coronabedingter Quarantäne; vier Schulen sind aktuell komplett geschlossen. Bei 298 Kindern und Jugendlichen sowie 46 Lehrern wurde eine Infektion festgestellt. Insgesamt sind gut fünf Prozent der 150 000 Lehrkräfte derzeit aus verschiedenen Gründen krankgeschrieben oder wegen Corona vom Präsenzunterricht befreit, weil sie einer Risikogruppe angehören oder schwanger sind.

Diese Lehrer stellen weiterhin Unterrichtsinhalte etwa für den Distanzunterricht bereit oder lehren im Duett mit sogenannten Teamlehrkräften. 800 solcher Stellen wurden eigens geschaffen, mit 600 der rund 6000 Bewerbern gebe es inzwischen Vereinbarungen, berichtete Pizaolo.

Für den Wechsel in das Lernen zu Hause sieht der Minister die Schulen gut aufgestellt: Es gebe inzwischen klare Regeln und Strukturen sowie Vorgaben zu Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und regelmäßigem direkten Kontakt zwischen Schülern und Lehrern. Selbst mündliche Leistungsnachweise dürften inzwischen auf Distanz erbracht werden.

Dennoch bedauerte Piazolo mit Blick auf die strikten Hygienevorgaben auch für den Unterricht in den Schulen: «Es geht manches nicht, was pädagogisch sinnvoll ist.» Doch ein distanzierter Umgang, Frontalunterricht statt Arbeitsgruppen oder ausgefallene Klassenfahrten ließen sich nun einmal nicht vermeiden. 

«Es macht keinen Sinn zu jammern. Wir haben Corona, Corona nimmt keine Rücksicht auf Schule, deshalb müssen wir Rücksicht auf Corona nehmen und uns gut organisieren.»

Update 18. September, 14.11 Uhr: Quarantäne für Schüler nach Corona-Ausbruch beendet - Arzt angezeigt

Nach einem Corona-Ausbruch, der auf einen Arzt im Landkreis Deggendorf zurückgehen könnte, sind mehrere Kontaktpersonen einer infizierten Schülerin vorzeitig aus der Quarantäne entlassen worden. 

Alle 145 Tests an der Realschule Schöllnach seien negativ ausgefallen, teilte das Landratsamt Deggendorf am Freitag mit.

Da die betroffenen Schüler höchstens 30 Minuten mit der infizierten Klassenkameradin im Bus saßen und keinen direkten Kontakt mit ihr hatten, habe das Gesundheitsamt die Quarantäne nach Absprache mit dem Gesundheitsministerium am Donnerstagabend beendet. Die Schüler seien am Freitag wieder im Unterricht gewesen, sagte ein Sprecher des Landratsamts. Vorerst weiter in Quarantäne bleiben müssten dagegen Schüler eines «Bücherteams», die mit der Infizierten direkten Kontakt hatten.

Für die Infektion der Schülerin könnte ein Arzt aus dem Landkreis Deggendorf verantwortlich sein, der trotz Krankheitssymptomen weiter behandelt haben soll. Landrat Christian Bernreiter (CSU) hat den Mann deshalb angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Deggendorf will bis Ende der Woche prüfen, ob Ermittlungen gegen den Mediziner eingeleitet werden. 

Nach dem Corona-Ausbruch standen zunächst 275 Menschen unter Quarantäne, fünf Kontaktpersonen des Arztes wurden positiv auf das Virus getestet. 

Update 17. September, 15.47 Uhr: US-Streitkräfte erleichtert über negative Corona-Tests in Garmisch

Nach negativen Corona-Tests trotz der Kneipentour einer infizierten jungen Amerikanerin haben sich Führungskräfte der US-Streitkräfte erleichtert gezeigt.

Obwohl es noch viel Arbeit gebe, seien die Ergebnisse der Tests ermutigend, teilte der Brigadegeneral Christopher Norrie mit. Es gehe nun darum, die gemeinsame Arbeit mit den bayerischen Behörden zur Bekämpfung des Virus fortzusetzen.

Die 26-jährige Zivilangestellte im Bereich der US-Armee hatte trotz Krankheitssymptomen und Quarantäneauflage am 8. September eine Bar in der Marktgemeinde besucht. Auch Tage zuvor war sie - möglicherweise bereits infektiös - in Bars unterwegs. 

Nach Bekanntwerden des Falls hatten sich rund 1000 Menschen testen lassen. In Zusammenhang mit dem Nachtleben waren aber nur drei positiv. Vier neue positive Fälle im Landkreis stehen laut Landratsamt in keinem Zusammenhang.

Darüber hinaus gibt es nach Angaben des Landratsamtes vom Mittwoch 25 Infizierte im Bereich der US-Armee, wo die Frau arbeitete. Ob die Frau die insgesamt 28 Menschen angesteckt hat oder ob es andere Quellen gibt, ist weiter unklar. Der Frau droht ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen Quarantäneauflagen. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Als das US-Kommando am Freitag von möglichen Fällen erfahren habe, seien vier Militärhubschrauber mit zusätzlichem medizinischen Personal und 160 Testkits nach Garmisch-Partenkirchen geflogen worden, teilte Brigadegeneral Norrie mit. Gemeinsam mit den bayerischen Behörden seien Tests genommen und Kontakte nachverfolgt worden. 

Mitarbeiter, die engen Kontakt zu Infizierten hatten, seien unter Quarantäne. Ein Hotel für Angehörige der US-Armee und deren Familien wurde für zwei Wochen geschlossen.

Update 17. September, 13.52 Uhr: Bundesliga-STart doch ohne Zuschauer

Beim Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern und dem FC Schalke 04 dürfen am Freitagabend nun doch keine Zuschauer dabei sein. Das entschied die Stadt München am Donnerstag mit Verweis auf die steigenden Corona-Infektionszahlen in der Landeshauptstadt.

Update 17. September, 11.21 Uhr: Corona-Ausbruch nach Krankenhauspanne und Hochzeit

Mehr als 30 Corona-Fälle stehen möglicherweise im Zusammenhang mit einer Hochzeit nach einer Panne im Krankenhaus Vilshofen. 

"Aus der Hochzeitsgesellschaft direkt haben sich bisher rund 25 Infektionsfälle bestätigt", teilte ein Sprecher des Landratsamts Passau am Donnerstag auf Anfrage mit. Zudem seien acht Personen positiv getestet worden, die im Kontakt mit Hochzeitsgästen gestanden hätten. Zwei Personen sind in stationärer Behandlung. Zuvor hatte es eine Testpanne im Krankenhaus Vilshofen gegeben, bei der zwei Personen mit Symptomen zunächst nicht getestet und isoliert wurden, wie das Krankenhaus bestätigte.

Mehrere Medien berichten über einen familiären Zusammenhang zwischen einer Patientin und der Hochzeit. Vom Landratsamt heißt es dazu: Ein Kausalzusammenhang werde sich nie zweifelsfrei feststellen lassen. Vermutungen dazu müssten daher Spekulation bleiben. 

Die Familie der Braut stellt diesen Zusammenhang allerdings her: Ihr Vater sagte der "Passauer Neuen Presse": "Hätten wir das Ergebnis vorher gehabt, hätten wir die Hochzeit natürlich abgeblasen." Das Landratsamt äußerte sich dazu zunächst nicht.

Update 17. September, 10.56 Uhr: Pauschales Attest zu wenig für Befreiung von Maskenpflicht

Ein pauschales Attest ist nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Würzburg für die Befreiung von der Maskenpflicht in Schulen zu wenig. 

Atteste, die Schülern ohne jede Begründung bescheinigten, aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Masken tragen zu können, reichten nicht aus um glaubhaft zu machen, dass das Tragen einer Alltagsmaske tatsächlich unzumutbar sei, argumentierte das Gericht in einer am Donnerstag veröffentlichten Eilentscheidung. 

"Es fehlt an der konkreten Diagnose eines Krankheitsbildes." Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Gefälligkeitsatteste die Maskenpflicht und deren Wirksamkeit unterliefen.

Update 17. September, 8.11 Uhr: 7500 Zuschauer beim Liga-Eröffnungsspiel des FC Bayern erlaubt

Bei einem Mann wird ein Abstrich für einen Corona-Test genommen. (Symbolbild)
Bei einem Mann wird ein Abstrich für einen Corona-Test genommen. (Symbolbild)  © Lino Mirgeler/dpa

Beim Bundesliga-Eröffnungsspiel des deutschen Fußball-Meisters FC Bayern München gegen den FC Schalke 04 am Freitagabend werden 7500 Zuschauer zugelassen. 

Das sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Mittwochabend nach einem Spitzengespräch von Staatsregierung, Stadt und Vereinsführung in München. Das entspreche zehn Prozent der Stadion-Kapazität. Die Bundesländer hatten sich am Dienstag auf einheitliche Regeln zu einer Rückkehr von Fans in Fußballstadien und Sporthallen geeinigt.

Die vereinbarte Grenze liegt eigentlich bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität - allerdings in der Regel nur, wenn der Wert der Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner nicht größer oder gleich 35 ist. Und je nach Betrachtung der Zahlen des Robert Koch-Instituts oder des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit liegt München an oder über dieser Grenze. Deshalb wurde in dem Spitzengespräch vereinbart, am Freitag nicht 20 Prozent, sondern nur zehn Prozent der Plätze im Stadion zu besetzen.

Die 7500 Tickets werden nur unter den Dauerkartenbesitzern vergeben. Der FC Bayern wollte diese noch am Mittwochabend informieren. Den Zuschlag erhalten die ersten 7500 Interessenten.

Update 17. September, 8.04 Uhr: Mitarbeiter des FC Augsburg positiv auf Corona getestet

Kurz vor dem Saisonstart in der Fußball-Bundesliga ist ein Mitarbeiter des FC Augsburg positiv auf Covid-19 getestet worden. 

Das teilte der Verein am Mittwochabend mit. Der betroffene Mitarbeiter habe «nach dem Auftreten von Symptomen im familiären Umfeld unmittelbar Rücksprache mit den Mannschaftsärzten gehalten und keinen Kontakt mehr zum Team gehabt», hieß es in der Mitteilung des Clubs. Der Mitarbeiter befinde sich in häuslicher Quarantäne.

Beim DFB-Pokal-Spiel der Augsburger gegen den MTV Eintracht Celle am vergangenen Samstag war der Mitarbeiter nach FCA-Angaben nicht im Einsatz. Seit dem letzten Kontakt zur Mannschaft am Vortag der Partie seien die Spieler und das Funktionsteam zweimal getestet worden. Alle Ergebnisse seien negativ ausgefallen.

Update 16. September, 17.17 Uhr: Sieben Corona-Infektionen am Klinikum Deggendorf

Am Klinikum Deggendorf haben sich mehrere Patienten und ein Mitarbeiter infiziert.
Am Klinikum Deggendorf haben sich mehrere Patienten und ein Mitarbeiter infiziert.  © Holzapfel/zema-medien.de

Am Donauisar-Klinikum Deggendorf haben sich sechs Patienten und ein Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. 

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, werden keine neuen Patienten auf die betroffene Station verlegt. Die infizierten Patienten werden auf der Corona-Station betreut, der Mitarbeiter ist in Quarantäne, wie die Klinikleitung am Mittwoch mitteilte. 

"Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen bei den Patienten keine gravierenden Gesundheitsgefahren aufgrund der Infektion."

Nun würden alle Mitarbeiter und Patienten, die Kontakt zu den Infizierten hatten, regelmäßig getestet. "Die Hygienemaßnahmen sind im ganzen Haus nochmals verschärft worden, um eine größere Sicherheit zu erreichen." Auch gebe es insgesamt mehr Testungen auf das Virus Sars-CoV-2. Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehört auch, dass die infizierten Patienten keinen Besuch mehr erhalten dürfen. 

In allen anderen Bereichen des Krankenhauses wurden die Besuche auf ein Mindestmaß reduziert.

Update 16. September, 16.55 Uhr: Kein weiterer Infizierter bei Massentests in Garmisch gefunden

Die Massentests nach der Kneipentour einer mit dem Coronavirus infizierten 26-Jährigen in Garmisch-Partenkirchen haben kein weiteres positives Ergebnis erbracht. 

Zu den drei bekannten Fällen sei keiner hinzugekommen, teilte das Landratsamt am Mittwoch auf Grundlage von rund 300 weiteren Testergebnissen mit. Die vier neuen Infektionen, die am Mittwoch im Landkreis registriert wurden, stünden in keinem Zusammenhang mit dem Geschehen im Nachtleben.

Die bei den amerikanischen Streitkräften beschäftigte US-Amerikanerin war vergangene Woche trotz Krankheitssymptomen und Quarantäneauflage durch Bars gezogen. 

Sie könnte nach aktuellem Stand rund 30 Menschen angesteckt haben.

Update 16. September, 16.30 Uhr: Rasanter Anstieg der Corona-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen ist in einigen Teilen Nordbayerns rasant angestiegen. (Symbolbild)
Die Zahl der Neuinfektionen ist in einigen Teilen Nordbayerns rasant angestiegen. (Symbolbild)  © Anto Magzan/ZUMA Wire/dpa

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Würzburg ist sprunghaft angestiegen. 

Die Stadt registrierte am Mittwoch innerhalb der vergangenen sieben Tage 75,07 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Auch der Landkreis nähert sich mit 42,64 dem bundesweit vereinbarten Corona-Grenzwert von 50. 

Überschritten hatte diesen am Mittwoch die oberfränkische Stadt Kulmbach samt Landkreis mit 54,28 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Darüber liegen dem LGL zufolge im Freistaat sonst nur Kaufbeuren (54,68) und Garmisch-Partenkirchen (57,65).

Den vollständigen Bericht findest du >>> hier.

Update 16. September, 16.09 Uhr: Aktuelle zahlen für Bayern und München

In Bayern sind mittlerweile 63.107 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf seiner Homepage mit (Stand: 8 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2645 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Als genesen galten 55.130 Menschen.

Update 16. September, 16.02 Uhr: Corona-Ausbruch in Garmisch: Auch US-Armee untersucht den Fall

Nach mehreren Corona-Fällen im Bereich der US-Streitkräfte in Garmisch-Partenkirchen untersucht auch die US-Armee den Fall. "Es gibt eine Untersuchung der Umstände durch die US-Armee", sagte ein Sprecher der US-Streitkräfte in Bayern am Mittwoch. Die "Bild" hatte zuerst darüber berichtet.

Hintergrund ist der Fall einer infizierten 26-jährigen Amerikanerin, die in dem Hotel "Edelweiss Lodge" der US-Streitkräfte für Soldaten und deren Familien arbeitete. In der "Edelweiss Lodge" gab es nach Angaben des Landratsamtes vom Dienstag insgesamt 25 bestätigte Corona-Infektionen. Ob die Frau die erste Infizierte war, ist aber offen. Das Hotel wurde bereits am Montag für zwei Wochen geschlossen.

Seit Montag ermittelt die Staatsanwaltschaft München II gegen die 26-Jährige wegen fahrlässiger Körperverletzung. Sie war vergangene Woche trotz Krankheitssymptomen und Quarantäneauflage durch Bars in der Marktgemeinde am Fuß der Zugspitze gezogen. Ihr droht womöglich auch ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen Quarantäneauflagen.

Hunderte Menschen hatten sich daraufhin auf das Corona-Virus testen lassen, von rund 740 Tests waren aber nur drei positiv. Bei den Betroffenen gibt es eine Verbindung zu der Frau. 

Es handelt sich um einen Mitarbeiter einer Bar, in der die 26-Jährige unterwegs war, sowie um zwei Gäste eines anderen Pubs, die zur selben Zeit wie die Frau dort waren.

Update 16. September, 16.01 Uhr: Nach Corona-Ausbruch werden Ermittlungen gegen Arzt geprüft

Nach einem Corona-Ausbruch, der auf einen Arzt im Landkreis Deggendorf zurückgehen könnte, prüft die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Mann. 

Als mögliche Straftat komme unter anderem fahrlässige Körperverletzung in Betracht, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Die Entscheidung darüber werde bis Ende der Woche fallen.

Weil er trotz Krankheitssymptomen weiter behandelt haben soll, könnte der Arzt für mehrere Corona-Neuinfektionen verantwortlich sein. Nach dem Ausbruch standen am Mittwoch 275 Menschen unter Quarantäne, fünf Kontaktpersonen des Mediziners waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

An dieser Zahl habe sich bis zum Mittwoch "zum Glück" nichts geändert, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. 

Update 16. September, 15.58 Uhr: Söder deutet Kompromiss für Zuschauer trotz hoher Corona-Zahlen an

Fußball könnte bald wieder mit Zuschauern stattfinden. (Symbolbild)
Fußball könnte bald wieder mit Zuschauern stattfinden. (Symbolbild)  © 123RF/sportgraphic

Der deutsche Meister FC Bayern München kann ungeachtet hoher Corona-Zahlen in der Landeshauptstadt noch auf ein Bundesliga-Eröffnungsspiel vor Publikum hoffen. 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Mittwoch, man stehe aktuell im Austausch mit der Stadt München, aber auch mit weiteren Städten wie Nürnberg, Augsburg und Würzburg. Vielleicht finde man ein Modell mit etwas weniger Zuschauern als am Dienstag zwischen den Ländern vereinbart, um Spiele vor Zuschauern zu ermöglichen, sagte er nach Teilnehmerangaben in einer Rede auf der CSU-Fraktionsklausur im Landtag. Es sei aktuell aber noch keine Entscheidung getroffen.

Die Bundesländer hatten sich am Dienstag auf einheitliche Regeln zu einer Rückkehr von Fans in Fußballstadien und Sporthallen geeinigt, für verschiedene Sportarten. Die Grenze liegt bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität. 

Allerdings lag der Wert der Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner in München zuletzt bei 40,09. Und laut Länderbeschluss soll "in der Regel" keine Zulassung von Zuschauern erfolgen, wenn diese sogenannte 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner "am Austragungsort größer gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist". 

Söder deutete nun an, vielleicht finde man ein Modell, dass man dann eben weniger Zuschauer als die vereinbarten 20 Prozent zulasse.

Update 16. September, 11.18 Uhr: Bayerischer Außenhandel auf Erholungskurs

Der bayerische Außenhandel kommt langsam aus dem Corona-Loch. Im Juli lagen die Exporte mit 15 Milliarden Euro zwar noch um 11,6 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats, im Vergleich zum Juni ging es allerdings um 12,6 Prozent nach oben, wie das Landesamt für Statistik in Fürth am Mittwoch mitteilte. 

Die Importe lagen mit 14,9 Milliarden Euro um 11,5 Prozent unter dem Vorjahresmonat aber 7,9 Prozent über dem Juni. Der Tiefpunkt des Einbruchs war im April: Damals lagen die Exporte um 41 und die Importe um 32 Prozent unter dem Vorjahresmonat.

"Auch wenn unsere Ausfuhren im Vergleich zu 2019 noch immer deutlich im Minus liegen, macht die zügige Erholung Hoffnung", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Die Lage in wichtigen Absatzmärkten bleibe aber schwierig, insbesondere im wichtigsten Exportmarkt USA.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft spricht angesichts der Zahlen von einer "leichten Erholung". Sorge bereitet Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt allerdings, dass die Exporte von Auto- und Zuliefererindustrie der Erholung hinterherhinken. 

"Wir haben im Automobilsektor noch einen langen Aufholprozess vor uns", betont er. Der Sektor sei für Bayern besonders wichtig und wirke sich auch auf andere Branchen wie Chemie, Stahl und Maschinenbau aus.

Update 16. September, 6.05 Uhr: Corona-Maske kann Täter-Identifizierung erschweren

Das Tragen einer Corona-Alltagsmaske kann nach Einschätzung von Ermittlern die Identifizierung von Straftätern erschweren, verhindert sie aber nicht automatisch. 

Bei der Gesichtserkennung sei vor allem auch die Augenpartie wichtig, sagte Bernhard Egger vom bayerischen Landeskriminalamt (LKA) in München, wo die Ermittler viel mit Gesichtsprogrammen zur Identifizierung von Verdächtigen arbeiten.

Nach Einschätzung des hessischen Landeskriminalamtes in Wiesbaden wird das Wiedererkennen von Verdächtigen durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zwar erschwert. "Allerdings lassen Aufnahmen von Überwachungskameras grundsätzlich auch andere Merkmale zur Identifizierung zu", teilte das LKA mit und nannte als Beispiele Größe, Statur, Kleidung oder Schuhe.

"Grundsätzlich ist zu sagen, dass Videoüberwachungssysteme ein wirksames Mittel - auch zu Zeiten der Corona-Pandemie - zur Aufklärung von Straftaten sind."

Update 15. September, 21.35 Uhr: Fürth plant mit 3325 Zuschauern - Finales Ok der Behörden fehlt noch

Nach der Freigabe durch die Politik will die SpVgg Greuther Fürth ihr Stadion beim Saisonauftakt am Sonntag wie erlaubt zu einem Fünftel füllen. 

In einer Mitteilung vom Dienstagabend informierte der Fußball-Zweitligist, dass damit bei der Partie gegen den VfL Osnabrück 3325 Zuschauer in die Arena am Ronhof kommen sollen. Eine finale Entscheidung der zuständigen Behörden in Franken stand zunächst zwar noch aus. Die Fürther rechnen aber nach den Gesprächen den vergangenen Wochen mit einer Erlaubnis für die Teilöffnung.

Zuvor hatten sich die Bundesländer darauf verständigt, dass Stadien und Sporthallen in Deutschland in einer sechswöchigen Testphase zunächst mit maximal 20 Prozent der Kapazität gefüllt werden dürfen.

Die Tickets in Fürth sollen an Dauerkartenbesitzer gehen. Weil nicht alle 4000 Fans mit Saisontickets berücksichtigt werden können, haben zunächst jene mit einer sogenannten Solidaritäts-Dauerkaddn ein Vorkaufsrecht. 

Um bei einer möglichen Infektion eine Nachverfolgung der Kontaktpersonen sicherzustellen, dürfen die personalisierten Karten nicht weitergegeben werden.

Update 15. September, 20 Uhr: Saisonauftakt der Würzburger Kickers wegen Corona noch ohne Zuschauer

Fußball-Zweitligist Würzburger Kickers kann aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklung trotz der beschlossen Lockerungen zum Saisonauftakt noch keine Zuschauer ins Heimstadion lassen. 

Der Aufsteiger aus Unterfranken begrüßte am Dienstagabend zwar, dass die Bundesligisten ihre Stadionkapazität ab sofort wieder bis zu 20 Prozent auslasten dürfen. "Jedoch ist Würzburg von der Corona-Pandemie aktuell derart stark betroffen wie kein weiterer Bundesligist, weshalb der FWK an diesem Wochenende noch keine Zuschauer zulassen darf", teilte der Verein mit, der am Samstag (13.00 Uhr) gegen Erzgebirge Aue in die Saison startet.

Spiele vor Fans seien auf Grund des Pandemie-Levels derzeit nicht möglich. "Der Wert für die Stadt und den Landkreis Würzburg lag am gestrigen Montag im Durchschnitt über 35 Neu-Infektionen pro Woche pro 100.000 Einwohnern, weshalb eine Rückkehr von Zuschauern in Würzburg vorerst nicht möglich ist", betonte der FWK und versicherte: 

"Es steht außer Frage, dass die Gesundheit an erster und vorderster Stelle steht."

Update 15. September, 17.45 Uhr: Erneute Quarantäne in Ankerzentrum Geldersheim

Schon zum zweiten Mal steht das Ankerzentrum im unterfränkischen Geldersheim unter Quarantäne. 

Zwei Bewohner seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, daraufhin habe das Gesundheitsamt Schweinfurt die Maßnahme festgesetzt, erklärte die Regierung von Unterfranken an Dienstag. Bis Mittwochabend sollen nun alle Bewohner getestet werden. Derzeit sei die Einrichtung mit 654 Personen gut zur Hälfte belegt.

Die Lage im Ankerzentrum sei ruhig, Versorgung und Kontrolle seien gesichert, betonte die Regierung von Unterfranken. Zudem gelte ein Aufnahme- und Verlegungsstopp.

Die Behörden hatten das Ankerzentrum im März erstmals unter Quarantäne gestellt. Damals wurden 139 Bewohner und 19 in der Einrichtung beschäftigte Personen positiv getestet. Die Quarantäne dauerte damals bis Ende Mai.

In dem Ankerzentrum im Landkreis Schweinfurt soll die Identität von Flüchtlingen festgestellt werden. Der Wortteil "Anker" ist aus den Anfangsbuchstaben folgender Wörter gebildet: An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). 

Das sind die Aufgaben, die diese Zentren gebündelt erfüllen. Die Zentren sollen die Asylverfahren und damit auch eine Abschiebung derjenigen beschleunigen, die kein Bleiberecht bekommen.

Update 15. September, 17 Uhr: Keine Verlängerung der Maskenpflicht im Unterricht geplant

Schülerinnen einer neunten Klasse einer Mittelschule sitzen am ersten Schultag zu Beginn des Unterrichts mit Mundschutz im Klassenzimmer.
Schülerinnen einer neunten Klasse einer Mittelschule sitzen am ersten Schultag zu Beginn des Unterrichts mit Mundschutz im Klassenzimmer.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine Verlängerung der Maskenpflicht im Unterricht an Bayerns Schulen ist nach den Worten von Kultusminister Michael Piazolo derzeit nicht geplant. 

Der Freie-Wähler-Politiker betonte, die Maskenpflicht sei natürlich für alle in den Schulen eine "Zumutung". Ohne einen neuen Beschluss laufe die Maskenpflicht damit Ende der Woche aus. Dieser sei derzeit auch nicht geplant, sagte Piazolo am Dienstag im Presseclub in München.

Noch bis Ende der Woche gilt an den Schulen in Bayern eine Maskenpflicht im Unterricht und auf dem gesamten Schulgelände. Ausgenommen im Unterricht sind davon nur Grundschulen. Hier muss, wie auch an allen anderen Schulen, aber auf dem kompletten Schulgelände eine Maske getragen werden. Die Maskenpflicht auf dem Schulhof und im Gebäude ist zeitlich nicht befristet.

Trotz diverser Corona-Fälle in Bayerns Schulen nach den Sommerferien ist Piazolo insgesamt mit dem Start des neuen Schuljahrs zufrieden: "Die Schulen konnten gut ins neue Schuljahr mit einem Regelbetrieb unter Hygieneauflagen starten. Die erste Bilanz fällt positiv aus." Dass es in der aktuellen Pandemie auch Infektionen bei Lehrern und Schülern gebe, "war erwartbar zum Schuljahr".

Aktuell sind in Bayern vier Schulen und 120 einzelne Klassen (an 120 Schulen) von Quarantäne-Maßnahmen betroffen. Insgesamt seien 4146 Schüler und 497 Schüler wegen der Quarantäne nicht im Präsenzunterricht. Bei 37 Lehrern und 191 Schülern im Land gebe es derzeit einen positiven Nachweis des Virus. 

Daher seien die Gesundheitsämter und Schulen vor Ort weiter gefordert, mit Flexibilität und Pragmatismus auf das sich verändernde Infektionsgeschehen zu reagieren. "Das ist eine große Aufgabe auf die sich die Schulfamilie gut vorbereitet hat."

Update 15. September, 16 Uhr: Weitere Konsequenzen für Stadt und Landkreis Würzburg

Die hohen Corona-Infektionszahlen in der Region Würzburg haben nun auch Auswirkungen auf Kitas und Schulen. 

Zwar können weiter alle nicht-infizierten Mädchen und Jungen ihre Kita im Landkreis besuchen, allerdings dürften die Gruppen nicht mehr durchmischt werden, wie das Landratsamt am Dienstag mitteilte. Ein offenes Betreuungssystem sei derzeit nicht möglich. Beschäftigte müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Wer sich auf das neue Coronavirus im Testzentrum auf den Mainwiesen in der Stadt Würzburg untersuchen lassen will, braucht dafür von diesem Mittwoch an einen Termin. Zuvor hatten die Menschen teils stundenlang warten müssen, bis sie dran waren.

Von 22.00 Uhr an dürfen die Wirtshäuser in der Innenstadt weder Getränke ausschenken noch Essen servieren. Entlang des Mains ist das Trinken unter freiem Himmel verboten.

In mehreren Schulen der Stadt waren zuletzt Schüler und Lehrer positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Nach Erkenntnis der Behörden erfolgten viele Infektionen bei Veranstaltungen, privaten Feiern und in Freizeiteinrichtungen.

Die Stadt Würzburg überschreitet seit Tagen den wichtigen bundesweit vereinbarten sogenannten Corona-Inzidenzwert. Am Dienstag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 64,90 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage (Stand: 8.00 Uhr). 

Für den Landkreis lag der Inzidenzwert bei 35,84 und damit über dem für Bayern wichtigen Grenzwert von 35.

Update 15. September, 15 Uhr: Massentest nach Kneipentour in Garmisch: Bisher nur drei Infizierte

Eine Mitarbeiterin des Corona-Testzentrums steht neben Personen, die sich für einen Corona-Test registrieren.
Eine Mitarbeiterin des Corona-Testzentrums steht neben Personen, die sich für einen Corona-Test registrieren.  © Lino Mirgeler/dpa

Nach der Kneipentour einer mit dem Coronavirus infizierten 26-Jährigen in Garmisch-Partenkirchen sind bisher nur drei weitere Menschen positiv auf das Virus getestet worden. 

Etwa 1000 hatten wegen des Vorfalls von Freitag bis Montag einen Abstrich nehmen lassen. Etwa 700 der Tests waren am Dienstag ausgewertet, wie Landrat Anton Speer (Freie Wähler) bekannt gab.

Im Bereich der US-Streitkräfte, wo die 26-Jährige arbeitet, haben sich dem Landratsamt zufolge 25 Menschen infiziert. Die US-Amerikanerin war vergangene Woche trotz Krankheitsymptomen und Quarantäneauflage durch Bars gezogen. Ob sie die insgesamt 28 Menschen angesteckt hat oder es andere Quellen gibt, ist weiter unklar.

Die Frau arbeitete in einem Hotel für US-Soldaten und deren Familien. Die Unterkunft wurde für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden. Der Frau droht ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen Quarantäneauflagen. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte das Verhalten der Frau "besonders rücksichtslos" genannt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einem "Musterfall für Unvernunft".

Update 15. September, 14.30 Uhr: 101 neue Infektionen in München

Update 15. September, 10.45 Uhr: AfD scheitert mit Eilantrag gegen Maskenpflicht im Landtag

Die Maskenpflicht im Bayerischen Landtag bleibt in Kraft: Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat einen Antrag der AfD-Fraktion auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen die Maskenpflicht abgewiesen. 

Durch die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung würden Abgeordnetenrechte "jedenfalls nicht offenkundig verletzt", teilte das Gericht am Dienstag mit. "Eine Beeinträchtigung des Kernbereichs der Mandatsausübung ist nicht erkennbar." 

Auch im Hauptverfahren droht der AfD-Fraktion eine Pleite. Das Gericht erklärte, es sprächen "gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass der Antrag in der Hauptsache keinen Erfolg haben wird".

Martin Böhm, Abgeordneter der AfD, geht, vor Beginn der Plenarsitzung des bayerischen Landtags mit einer Mundschutzmaske mit AfD-Logo, durch die Gänge des Gebäudes.
Martin Böhm, Abgeordneter der AfD, geht, vor Beginn der Plenarsitzung des bayerischen Landtags mit einer Mundschutzmaske mit AfD-Logo, durch die Gänge des Gebäudes.  © Peter Kneffel/dpa

Update 15. September, 8.23 Uhr: Viel Kurzarbeit in Bayern - vor allem in der Autoindustrie

Fast alle Autohersteller und Zulieferer in Bayern setzen auf Kurzarbeit. 

92 Prozent der Betriebe dieser Branche nutzen diese, wie eine am Dienstag veröffentlichte Sonderauswertung des Münchner Ifo-Institut für den August ergeben hat. Bundesweit liege der Schnitt der Branche bei 65 Prozent. Aber auch 72 Prozent der Betriebe im bayerische Maschinenbau haben ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt (Bund: 61 Prozent), ebenso die Hersteller von Metallerzeugnissen (Bund: 67 Prozent).

Der Durchschnitt der Industrie in Bayern liege bei 61 Prozent der Betriebe, bundesweit seien es 53 Prozent. Auch viele bayerischen Dienstleister sind nach Ifo-Angaben von Kurzarbeit betroffen: 42 Prozent der Betriebe nutzen diese, deutschlandweit sind es 33 Prozent.

Update 14. September, 20.30 Uhr: Rasche Einigung zu Fan-Rückkehr in Stadien möglich

Nach monatelanger Corona-Zwangspause ist eine Fan-Rückkehr in die Fußballstadien schon zum Bundesliga-Start an diesem Wochenende in greifbare Nähe gerückt. 

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) bezeichnete dies am Montag nach Gesprächen mit den Bundesländern als mögliches Szenario. "Die Annäherung ist schon sehr weit fortgeschritten", sagte Braun auf einer Klausur der CSU-Fraktion im Landtag in München. 

Dies hänge aber von den entscheidenden Gesprächen der Länder an diesem Dienstag ab. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte ein möglichst einheitliches Vorgehen aller Länder und einheitliche Regeln an.

Die Chefs der Staatskanzleien der Länder wollen an diesem Dienstag (16 Uhr) erneut über Zuschauer in Stadien und Sporthallen beraten.

Update 14. September, 18 Uhr: Kabinett segnet 17 neue Krankenhaus-Vorhaben ab

Bayerns Kabinett hat grünes Licht für 17 neue Krankenhaus-Vorhaben im Gesamtwert von 344 Millionen Euro gegeben. 

"Bayern baut auch während der Corona-Krise die Krankenhäuser weiter aus", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Montag in München. Die Kliniken hätten insbesondere zu Beginn der Pandemie massive Zusatzbelastungen getragen und die Herausforderung ausgezeichnet gemeistert. "Umso wichtiger ist es, Gebäude und Ausstattung kontinuierlich zu modernisieren und auszubauen."

Als Beispiele nannte Huml den Neubau Süd am Klinikum Traunstein mit 32,46 Millionen Euro und die OP-Sanierung am Klinikum Passau mit 16,64 Millionen Euro. In Bayreuth werde ein Neubau für den Fachbereich "psychiatrische Heilpädagogik" errichtet (7,55 Millionen Euro). In Donaustauf wurde die Errichtung einer Intensivstation berücksichtigt (12,27 Millionen Euro) und in Haßfurt der Neubau der OP-Abteilung (15,88 Millionen Euro).

Die Krankenhäuser sollten ihre "regulären" Versorgungsaufgaben genauso erfüllen können wie die Anforderungen durch die Pandemie, hieß es weiter. "Deshalb finanzieren wir unter anderem ab 2022 den Neubau der zentralen Notaufnahme an der Kreisklinik Ebersberg (10,80 Millionen Euro) und den Neubau der Fachklinik für Psychiatrie und Psychosomatische Medizin in Treuchtlingen (39,87 Millionen Euro)."

In den vergangenen zehn Jahren hat Bayern nach eigenen Angaben etwa 4,9 Milliarden Euro für den Ausbau und die Modernisierung an Kliniken bezahlt. Mit Investitionen von 49 Euro pro Einwohner habe man 2019 deutlich über dem Durchschnitt der Bundesländer (rund 38 Euro pro Einwohner) gelegen.

Update 14. September, 17 Uhr: Zahl der coronainfizierten Schüler in Bayern verdoppelt

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Schüler hat sich in Bayern übers Wochenende mehr als verdoppelt. 

Das Kultusministerium in München sprach am Montag von 135 infizierten Kindern und Jugendlichen. Vor dem Wochenende waren es 66. Bei den Lehrern gebe es aktuell derzeit 43 Infektionen - ein Fall weniger. 

Vier Schulen sind wegen Corona-Infektionen vorübergehend geschlossen: eine Mittelschule in Furth im Wald (Oberpfalz), eine Realschule in Deggendorf (Niederbayern), ein Gymnasium in Würzburg und eine nicht näher benannte Berufsschule.

In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie 150.000 Lehrkräfte. Die Schule läuft nach dem Ende der großen Ferien seit dem 8. September wieder. Noch bis Ende der Woche gilt mit Ausnahme der Grundschulen auch in Klassenzimmern eine Maskenpflicht.

"Es wird in diesem Schuljahr leider ein Stück weit Normalität sein, dass Klassen oder Lehrkräfte von den Gesundheitsämtern in Quarantäne geschickt werden", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Dem Ministerium zufolge sind momentan rund 2490 Schüler sowie knapp 400 Lehrer in Quarantäne.

Oft wurden ganze Klassen heimgeschickt. Es kam aber auch schon zu Schulschließungen. So findet etwa an der Mittelschule in Furth im Wald kein Präsenzunterricht statt. Corona-Fälle gibt es auch an Kindertagesstätten: Rund 50 Einrichtungen sind ganz oder teilweise geschlossen.

Noch bis Ende der Woche laufen freiwillige Reihentests für Lehrer. Rund 60 Prozent wollen dem Kultusministerium zufolge teilnehmen. Nach den Herbstferien sollen die Tests wiederholt werden. 

In Rosenheim müssen nun auch Grundschüler im Unterricht Masken tragen, weil der kritische Warnwert von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten wurde.

Update 14. September, 16 Uhr: Sorge um Engpässe bei Blutspenden, Erfolge mit Plasma

Transfusionsmediziner warnen in der Corona-Krise vor Engpässen bei Blutprodukten. 

Die Blutspenden seien bereits zu Beginn der Pandemie zurückgegangen, berichtete die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) zu ihrer 53. Jahrestagung am Montag in einer Online-Pressekonferenz. Viele Spender seien aus Angst vor Ansteckung ferngeblieben, sagte der DGTI-Vorsitzende Hermann Eichler. Zugleich seien manche Blutprodukte nur sehr begrenzt haltbar, teils nur einige Tage.

"Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass wir die Lager regelmäßig mit neuen Blutspenden auffüllen können, um den Bedarf zu decken", sagte Eichler. Im Sommer gehe die Zahl der Spender ohnehin zurück. Bei der Spende herrsche keine Infektionsgefahr. Die Blutspendedienste hätten ihre ohnehin strengen Hygienestandards weiter erhöht. Patienten wiederum müssten sich nicht sorgen, sich über Blutprodukte mit dem Corona-Virus anzustecken. "Bislang ist kein Fall bekannt, bei dem das Corona-Virus über gespendetes Blut übertragen wurde."

Mit Blick auf die Behandlung von Coronakranken sagte Tagungspräsident Hubert Schrezenmeier: Als aussichtsreich habe sich die Verabreichung von Immunplasma von Genesenen erwiesen. "Es gab Berichte, die vielversprechend waren", sagte der zweite Vorsitzende der DGTI. Viele Genesene seien zur Spende bereit, um schwer Erkrankten zu helfen. Allerdings gebe es hier genaue Kriterien, so dass nicht alle zugelassen werden könnten.

Eine passive Immunisierung durch Plasma mit antiviralen Antikörpern sei schon bei anderen viralen Erkrankungen eingesetzt worden, etwa Sars, Mers oder Influenza. Studien ergaben Hinweise auf eine Reduktion der Viruslast, eine Verkürzung des Klinikaufenthaltes und eine geringere Sterblichkeit. 

Die Wirkung sei aber nicht abschließend belegt, da es keine randomisierten Studien mit Kontrollgruppen gab.

Update 14. September, 15.35 Uhr: München prüft Alkoholverbot auf der Theresienwiese wegen Corona

Normalerweise fließt Ende September beim Oktoberfest das Bier in Strömen - jetzt könnte es ausgerechnet auf der Theresienwiese ein Alkoholverbot geben. 

Man prüfe derzeit, ob eine entsprechende Regelung für den Samstag erlassen werde, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag. Eigentlich wäre am Samstag die Wiesn eröffnet worden, wegen Corona wurde aber alles abgesagt. 

Jetzt fürchtet die Stadt, dass trotzdem Leute auf dem Festplatz Party machen wollen. "Viele haben sich schon in diversen Social-Media-Gruppen dort zum Feiern verabredet", sagte Reiter. Doch gerade unter Alkoholeinfluss würden Abstände nicht mehr eingehalten. 

Mehr >>>hier zum Alkoholverbot auf dem Oktoberfest-Gelände

Update 14. September, 15.30 Uhr: Würzburg überschreitet Corona-Grenzwert erneut

Kurz nach dem Start ins neue Schuljahr sind im besonders vom Coronavirus betroffenen Würzburg etliche Gymnasiasten in Quarantäne geschickt worden. 

Am Röntgen-Gymnasium fällt der Unterricht wegen bestätigter Coronavirus-Infektionen und mehrerer Verdachtsfälle bis vorerst Mittwoch aus. Am Wirsberg-Gymnasium müssen vier Klassen und zwei Oberstufen-Kurse zu Hause bleiben, bis die Schüler einen negativen Corona-Test vorlegen können, wie das Büro der Ministerialbeauftragten für Gymnasien in Unterfranken mitteilte. 

Für die Grund- und Mittelschulen sowie Realschulen meldeten die Behörden bis Montagnachmittag zunächst keine Einschränkungen.

Würzburg ist seit Beginn der Pandemie vor allem wegen vieler Infektionen in Altenheimen in den Fokus geraten. Zuletzt hatte die Stadt immer wieder den wichtigen bundesweit vereinbarten sogenannten Corona-Inzidenzwert überschritten. 

Am Montag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für Würzburg 69,60 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage (Stand: 14. September, 8.00 Uhr).

Wegen der hohen Infektionszahlen müssen sich in Würzburg Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet doppelt testen lassen. Zudem dürfen seit Montag nur noch maximal fünf Menschen zusammen draußen unterwegs sein, die nicht zu einem Hausstand gehören oder enge Verwandte sind. 

Das Feiern auf öffentlichen Plätzen und Anlagen ist untersagt.

Update 14. September, 14.55 Uhr: Aktuelle Zahlen für München und Bayern

In Bayern sind nach LGL-Angaben bisher 62.145 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben sind bislang im Freistaat 2644 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen galten 54.510 Menschen.

Update 14. September, 14.04 Uhr: Investieren gegen Corona - Bayern pumpt mehr Geld in Hightech-Agenda

Als Reaktion auf trübe Aussichten in Wirtschaft und Wissenschaft wegen der Corona-Krise pumpt Bayern mehr Geld in einen schnelleren Ausbau seines Hightech-Forschungsnetzwerkes. 

Das hat das Kabinett am Montag in München beschlossen. Vom 1. April an soll die Ausschreibung von 1800 Forschungsstellen, Professoren und wissenschaftliches Personal, erfolgen. Dafür stehen 900 Millionen Euro bereit. Eigentlich war der Ausbau schrittweise bis 2023 geplant.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einem «echten Turbo» für die Wissenschaft in Bayern. Die Zeit dafür sei so gut wie nie. Zudem sollen an den Hochschulen Stellen, die aus dem Hochschulausbauprogramm stammen, dauerhaft werden. Dafür stehen dieses Jahr 142,5 und nächstes 100,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Bayerns Hightech-Agenda sah bisher vor, bis 2023 ein neues Netzwerk für Spitzenforschung im Bereich Künstliche Intelligenz und Robotik landesweit zu schaffen. 

Dazu sollen neben den 1000 Professuren als Teil einer großen Hochschulreform auch mehr als 13.200 neue Studienplätze an allen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Land entstehen. Insgesamt umfasst die Agenda zwei Milliarden Euro.

Update 14. September, 6.27 Uhr: Weinhostien für Abendmahl in der Corona-Krise

Die evangelische Hostienbäckerei in Neuendettelsau (Landkreis Ansbach) stellt wegen der Corona-Krise besondere Hostien her. 

Der Teig enthalte Wein, so dass auf das Herumreichen des Kelchs beim Abendmahl verzichtet werden könne, erklärte Manuela Renner von der Diakonie. Außerdem seien die Hostien einzeln in Plastik oder in kompostierbare Zellophanhüllen verpackt.

Rund 140 Kirchengemeinden in Deutschland und Österreich hätten die Weinhostie schon bestellt, sagte Renner. Die Idee dazu hatte eine Pfarrerin aus Franken beim Backen eines Rotweinkuchens. 

An der Rezeptur habe die Bäckerei erst eine Weile tüfteln müssen, nun werde ein Viertel der ursprünglichen Wassermenge durch einen halbtrockenen Bacchus ersetzt. 

Die Gläubigen können beim Abendmahl die Hostie einzeln abholen und zurück auf der Kirchenbank dann gemeinsam mit den anderen Gottesdienstbesuchern zu sich nehmen.

Update 14. September, 6.23 Uhr: Söder vergleicht Kritik an Corona-Tests mit Kritik am FC Bayern

Ein Mitarbeiter testet per Stäbchen in einem Testzentrum eine Familie in einem Auto auf das Coronavirus.
Ein Mitarbeiter testet per Stäbchen in einem Testzentrum eine Familie in einem Auto auf das Coronavirus.  © Lino Mirgeler/dpa

Nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird bei der Kritik an der Corona-Teststrategie im Freistaat ein besonders hoher Maßstab angelegt. 

"Der Freistaat Bayern wird wie der FC Bayern gesehen: Wenn die Bayern einmal Unentschieden spielen, ist das gleich eine absolute Katastrophe und alle diskutieren wochenlang, ob der Verein in einer Krise steckt", sagte Söder der "Augsburger Allgemeinen" am Montag.

"Kein Land testet so viel, so schnell und so günstig wie Bayern", verteidigte er die Corona-Strategie des Landes. Die Fehler dabei seien ärgerlich, könnten aber bei insgesamt mehr als drei Millionen Tests passieren. Wenn in anderen Bundesländern ähnliche Fehler passierten, sei das anscheinend bereits vorher eingepreist.

Die weiß-blauen Mund-Nase-Schutzmasken, die Söder seit Monaten trägt, werden unterdessen ein Fall fürs Museum. "Mittlerweile fragen Museen an, ob sie eine weiß-blaue Maske bekommen können", sagte er der Zeitung. Bereits getragene Masken gebe er aber nicht ab. 

"Es gibt nur frische Bayern-Masken", sagte der CSU-Chef.

Update 14. September, 6.17 Uhr: Kabinett berät über Krise in der Autoindustrie und mögliche Hilfen

Das bayerische Kabinett berät am Montag 10 Uhr über die Auswirkungen der Corona-Krise auf Wirtschaft und Industrie in Bayern - und was die Politik dagegen tun kann. 

Im Zentrum steht die Autoindustrie mitsamt ihrer Zulieferbetriebe. Angesichts des bekannten oder erwarteten Stellenabbaus bei vielen Unternehmen hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag angekündigt, über mögliche Hilfsprogramme zu beraten. 

Dabei geht es neben der Auto- auch um die Luft- und Raumfahrtindustrie. Im Vordergrund stehen soll nach Worten Söders vor allem die Hilfe für besonders betroffene Regionen. 

In dem Zusammenhang hatte er auch angekündigt, Teile seiner Hightech-Agenda beschleunigt umzusetzen.

Update 14. September, 6.11 Uhr: Landtags-CSU berät auf Herbstklausur mit Spahn und Braun

Ganz im Zeichen der Corona-Krise beginnt am Montag um 15 Uhr die Herbstklausur der CSU-Landtagsfraktion. 

Wegen der zuletzt wieder gestiegenen Neuinfektionszahlen treffen sich die Abgeordneten nicht wie üblich im oberfränkischen Kloster Banz, sondern im Landtag in München. Zum Auftakt der Klausur berät der Fraktionsvorstand zunächst mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) - mit Spahn allerdings nur per Video-Schalte. Ab Dienstag tagt dann die Gesamtfraktion.

Ebenfalls in dieser Woche gehen Grüne, SPD und AfD in Klausur. Bereits vergangenen Woche hatten Freie Wähler und FDP getagt.

Update 13. September, 10.30 Uhr: Mehrere Festnahmen nach Corona-Demo

Bei der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in München sind mehrere Menschen festgenommen worden. "Die Zahl der Festnahmen lag im unteren zweistelligen Bereich", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Sonntag. Ob es sich dabei um Teilnehmer der rund 10.000 Menschen zählenden Kundgebung auf der Theresienwiese oder des vorhergehenden Demonstrationszuges handelte - oder um Gegendemonstranten, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Mehr >>>hier zur Demo in München

Update 13. September, 8 Uhr: Über 120 Anzeigen bei Corona-Demo, meist wegen fehlender Maske

Die Polizei hat im Zuge der Corona-Demonstration in München am Samstag über 120 Anzeigen aufgenommen. 

Über 100 Menschen seien angezeigt worden, weil sie auf der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen keinen Mund-Nasen-Schutz trugen, wie die Polizei mitteilte. Mehr als 20 weitere Menschen wurden wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz angezeigt. Wie viele Menschen festgenommen wurden, teilten die Beamten zunächst nicht mit. «In den meisten Fällen konnten die betroffenen Personen nach der Anzeigenbearbeitung wieder entlassen werden», hieß es von der Polizei.

Zur Corona-Demonstration in München waren am Samstag doppelt so viele Teilnehmer gekommen wie von den Veranstaltern angekündigt. Die Polizei sprach von etwa 10.000 Teilnehmern auf der Kundgebung. Die Organisatoren der Demo, die Initiative "Querdenken 089", hatten 5000 Teilnehmer angemeldet. Die Hauptkundgebung musste knapp eine Stunde nach Beginn unterbrochen werden, weil Abstandsregeln nicht eingehalten wurden und Teilnehmer keine Masken trugen.

Auch an dem vorangegangenen Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt hatten deutlich mehr Menschen teilgenommen als zugelassen waren. Nach Polizeiangaben waren es in der Spitze 3000 statt der erlaubten 500. Weil die Zahl so deutlich überschritten worden sei und viele Teilnehmer keine Maske getragen hätten, hatte die Polizei den Zug gestoppt. Kurz darauf brachen die Veranstalter den Zug ab und baten die Teilnehmer, sich zur Hauptkundgebung auf der Theresienwiese zu versammeln.

Dort gab es am Rande der Demonstration mehrere Festnahmen von Menschen aus dem linken Spektrum.

Update 12. September, 15.55 Uhr: Laut Polizei 3000 Teilnehmer bei Corona-Demonstrationszug

An dem Corona-Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt haben nach Polizeiangaben am Samstag deutlich mehr Menschen teilgenommen als zugelassen waren. 

"Es waren in der Spitze 3000 Teilnehmer", sagte ein Sprecher der Polizei - genehmigt waren 500. Weil die Zahl so deutlich überschritten worden sei und viele Teilnehmer keine Maske getragen hätten, hatte die Polizei den Zug gestoppt. 

Kurz darauf brachen die Veranstalter der Initiative "Querdenken 089" den Zug ab und baten die Teilnehmer, sich zur Hauptkundgebung auf der Theresienwiese zu versammeln. Alle verfügbaren Einsatzkräfte der Polizei wurden dorthin verlagert, wie ein Sprecher sagte. 

Zwischenfälle oder Festnahmen gab es zunächst nicht.

Update 12. September, 15 Uhr: Aktuelle Zahlen für München

Update 12. September, 14.50 Uhr: Corona-Demonstranten sind laut Schulze unsolidarisch

Die Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen, Katharina Schulze, hat die Teilnehmer der Corona-Demonstration in München am Samstag scharf kritisiert. 

Die Demonstranten und Demonstrantinnen zeigten "unglaublich unsolidarisches Verhalten", schrieb sie auf Twitter, nachdem die Polizei den Demonstrationszug der Initiative "Querdenken 089" zunächst gestoppt hatte, weil viele Teilnehmer nach Polizeiangaben keine Masken trugen.

"Wir mussten die sich fortbewegende Versammlung in der Gabelsbergerstraße anhalten. Die Teilnehmer halten sich nicht an die Infektionsschutzauflagen, es wird nur vereinzelt Mund-Nasen-Schutz getragen", teilte die Polizei mit. 

Zahlreiche Menschen haben sich zu einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen auf der Theresienwiese eingefunden. In München war der Demonstration eine juristische Auseinandersetzung um Form und Größe der Veranstaltung vorausgegangen.
Zahlreiche Menschen haben sich zu einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen auf der Theresienwiese eingefunden. In München war der Demonstration eine juristische Auseinandersetzung um Form und Größe der Veranstaltung vorausgegangen.  © Valentin Gensch/dpa

Update 12. September, 14.45 Uhr: Veranstalter bricht Corona-Demonstrationszug in München ab

Die Initiatoren einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen in München haben ihren Demonstrationszug durch die Stadt am Samstag vorzeitig abgebrochen. 

Zuvor hatte die Polizei den Zug gestoppt, weil mehr als die zugelassenen 500 Teilnehmer dabei waren und nach Polizeiangaben kaum jemand eine Maske trug. Die Polizei sprach von "vielen Hundert" Teilnehmern, konnte aber noch keine konkreteren Zahlen nennen. 

Eine Hauptkundgebung auf der Theresienwiese sollte aber noch wie geplant um 16 Uhr stattfinden. Die Polizei war mit 1400 Kräften im Einsatz.

Update 12. September, 13.50 Uhr: Demo gegen Corona-Maßnahmen in München zunächst gestoppt

Die Polizei hat in München einen Demonstrationszug gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag zunächst gestoppt. 

"Die Teilnehmer halten sich nicht an die Infektionsschutzauflagen, es wird nur vereinzelt Mund-Nasen-Schutz getragen", teilte die Polizei auf Twitter mit. "Derzeit laufen Gespräche mit der Versammlungsleitung." 

Der Zug war am Odeonsplatz gestartet und hat die Theresienwiese als Ziel, wo am Nachmittag die Hauptkundgebung stattfinden soll. Die Polizei war mit 1400 Kräften im Einsatz.

Der Demonstration war eine juristische Auseinandersetzung um Form und Größe der Veranstaltung vorausgegangen. Erst in der Nacht zum Samstag kippte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof eine von der Stadt ausgesprochene Teilnehmerbeschränkung auf 1000 Protestierende. 

Die Veranstalter hatten 5000 für die Abschlusskundgebung und 500 für den Demonstrationszug angemeldet.

Update 12. September, 11.30 Uhr: Zweiter Lockdown laut Staatssekretär "nicht sehr wahrscheinlich"

Der Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) befürchtet im Kampf gegen Corona keinen zweiten Lockdown. 

Er halte ihn - Stand jetzt - "für nicht sehr wahrscheinlich", sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte Holetschek Ende August vom Verkehrs- ins Gesundheitsministerium versetzt, wo er die in die Kritik geratene Ministerin Melanie Huml (CSU) unterstützen soll.

Trotz aller Kritik nach den Pannen bei Corona-Tests für Reisende attestiert er den Behörden im Freistaat und auch Ministerin Huml "ausgezeichnete Arbeit". Allerdings seien die Gesundheitsämter bundesweit lange auf Kante genäht gewesen, bemängelt Holetschek. Künftig brauche es im öffentlichen Gesundheitsdienst mehr Personal.

Update 12. September, 11.15 Uhr: US-amerikanische Touristin als Superspreaderin in Garmisch

Der heftige Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen soll auf eine US-amerikanische Touristin zurückgehen. 

Die junge Frau soll in mehreren Lokalitäten unterwegs gewesen sein, obwohl sie Symptome hatte, wie der Sprecher des Landratsamtes, Stephan Scharf, am Samstag sagte. Sie wäre damit eine sogenannte Superspreaderin.

Mehr  >>> hier zum Vorfall in Garmisch-Partenkirchen.

Update 12. September, 8.40 Uhr: Regierung verspricht Kommunen weitere Corona-Hilfen

Die bayerische Staatsregierung hat weitere Hilfen für die Kommunen im Fall von Steuerausfällen im kommenden Jahr in Aussicht gestellt. 

"Der Freistaat lässt seine Kommunen in der Krise nicht im Stich", sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) der Augsburger Allgemeinen (Samstagausgabe). Das Ministerium geht aber nach der aktuellen Steuerschätzung davon aus, dass die kommunalen Steuereinnahmen bereits im kommenden Jahr fast wieder das Niveau von 2019 erreichen.

Dem Bericht der Augsburger Allgemeinen zufolge verzeichnen viele Rathäuser derzeit einen weniger starken Rückgang bei den Gewerbesteuereinnahmen als erwartet. Demnach korrigieren viele Unternehmen wegen eines Sondereffekts ihre Gewerbesteuerzahlungen kaum nach unten, um Umsatzeinbrüche erst kommendes Jahr geltend zu machen und dann von sechs Prozent Zinsen auf zu viel bezahlte Abgaben zu profitieren. 

Dies sei angesichts der aktuell schwierigen Lage für manche Firmen eine willkommene Mehreinnahme, heiße es in Kreisen der Kommunen.

Update 12. September, 8 Uhr: Münchner Corona-Demo darf laut Richter nicht so stattfinden wie geplant

Die für Samstag in München geplante Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen darf nicht so stattfinden wie von den Veranstaltern geplant. 

Das entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am frühen Samstagmorgen - und bestätigte damit in Teilen das erstinstanzliche Urteil und die Vorgaben der Stadt. Allerdings wurde ein bislang verbotener Aufzug mit bis zu 500 Teilnehmern vom Odeonsplatz zur Theresienwiese erlaubt. Im Übrigen wurde die Beschwerde der Organisatoren aber zurückgewiesen.

Damit darf die Demo nicht wie vom Veranstalter geplant auf dem Odeonsplatz, sondern kann nur auf der Theresienwiese mit nur 1000 Teilnehmern stattfinden. Die Organisatoren der Demo, die Initiative "Querdenken 089", hatten zuvor gegen Beschlüsse des Verwaltungsgerichts München Beschwerde eingelegt. Gegen die Entscheidungen des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs sind eigenen Angaben zufolge keine Rechtsmittel gegeben.

"Querdenken 089" hatte eine Demonstration mit 5000 Teilnehmern auf dem Odeonsplatz unter dem Motto "Frieden, Freiheit und Gesundheit" angemeldet. Die Stadt untersagte diese. Stattdessen erlaubte sie die Demo unter strikten Auflagen auf der Theresienwiese - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt.

Gegen diese Auflage hatten die Veranstalter geklagt. Das Verwaltungsgericht München hatte dann die Entscheidungen der Stadt bestätigt (M 13 E 20.4261 und M 13 E 20.4258). Ein Argument dafür: Die absehbaren Verstöße gegen das gesetzlich zwingend erforderliche Abstandsgebot begründeten eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit, erklärten die Richter.

In Berlin hatte es zuletzt am Rande mehrerer Demonstrationen gegen die Corona-Politik Auseinandersetzungen von Demo-Teilnehmern und der Polizei gegeben. 300 bis 400 Menschen hatten Absperrungen überrannt und kurzzeitig die Treppen vor dem Reichstagsgebäude besetzt. Das Vorgehen der Demonstranten hatte bei Politikern für Empörung gesorgt.

Update 11. September, 21.20 Uhr: Garmisch-Partenkirchen erhöht Sicherheitsmaßnahmen

Weil die Zahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine kritische Marke überstiegen hat, sind die Sicherheitsmaßnahmen für das Gemeindegebiet des Marktes für sieben Tage erhöht worden. Wie das Landratsamt am Freitag weiter mitteilte, werden Menschen, die am Dienstagabend bestimmte Bars besucht haben, aufgerufen, sich zu melden und testen zu lassen.

Seit diesem Freitag müssen alle Gaststätten täglich um 22 Uhr schließen, wie es weiter hieß. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen - das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus überstieg am Freitag die kritische Marke von 50 Personen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Die Ermittlungsteams im Landkreis suchen den Angaben zufolge nach Corona-Infizierten, die am vergangenen Dienstagabend bestimmte Bars in Garmisch-Partenkirchen besucht haben. An jenem Abend hätten bisherigen Erkenntnissen zufolge hochinfizierte Personen die Lokale besucht. Weil sich nicht alle Kontaktpersonen nachverfolgen ließen, fordert die Gesundheitsbehörde diejenigen, die an oder vor diesem Abend in örtlichen Bars unterwegs waren, auf, sich bei der Hotline des Gesundheitsamtes (08821751500) zu melden und sich testen zu lassen.

Wegen der aktuellen Lage ist das Testzentrum in Garmisch-Partenkirchen auch am Samstag und Sonntag jeweils von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Vor allem junge Menschen seien aufgerufen, sich testen zu lassen, hieß es. Sie seien besonders von den Neuinfektionen betroffen. Ob der Anstieg der Neuinfektionen auch Auswirkungen für Schulen und Kindertagesstätten hat, war zunächst nicht bekannt. Die Veranstaltung "Ausbremst is" und die Kundgebung des Bayerischen Bauernverbandes, am 12. und 13. September dürfen demnach wie geplant stattfinden.

Update 11. September, 18 Uhr: Verwaltungsgericht bestätigt Einschränkungen für Münchner Demo

Die für Samstag in München geplante Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen darf einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts München zufolge nicht so stattfinden wie von den Veranstaltern geplant. 

Das Gericht entschied am Freitagnachmittag mit zwei Beschlüssen, dass zwei Versammlungen, die von der Initiative "Querdenken 089" angemeldet wurden, nur in dem von der Landeshauptstadt München festgelegten Umfang stattfinden dürfen. Damit bestätigte das Gericht die Entscheidungen der Stadt.

"Querdenken 089" hatte eigentlich eine Demonstration mit 5000 Teilnehmern auf dem Münchner Odeonsplatz angemeldet unter dem Motto "Frieden, Freiheit und Gesundheit". Die Stadt untersagte diese. Stattdessen erlaubte sie die Demo unter strikten Auflagen auf der Theresienwiese - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt. Gegen diese Auflage hatten die Veranstalter geklagt. Gegen die Beschlüsse des Verwaltungsgerichts können die Veranstalter Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen.

In Berlin gab es zuletzt am Rande mehrerer Demonstrationen gegen die Corona-Politik Auseinandersetzungen von Demo-Teilnehmern und der Polizei. 300 bis 400 Menschen hatten Absperrungen überrannt und kurzzeitig die Treppen vor dem Reichstagsgebäude besetzt. Das Vorgehen der Demonstranten hatte bei Politikern für Empörung gesorgt.

Update 11. September, 16.55 Uhr: Reitturnier Munich Indoors wegen Corona-Pandemie abgesagt

Die Munich Indoors der Spring- und Dressurreiter fallen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. Das Reitturnier war ursprünglich vom 20. bis 22. November vorgesehen. 

"Es ist unheimlich schade, aber die Restriktionen bezüglich Sportveranstaltungen bleiben mindestens bis zum 31. Oktober bestehen. Das macht es uns unmöglich, eine solide Planung für die Munich Indoors aufzustellen", sagte Veranstalter Volker Wulff in einer Mitteilung vom Freitag. Die Organisatoren hoffen, dass die nächste Auflage des Turniers vom 18. bis 21. November 2021 in der Münchner Olympiahalle stattfinden kann.

Wegen Corona waren in diesem Jahr fast alle bedeutenden Reit-Veranstaltungen abgesagt worden. Wie viele Hallenturniere überhaupt in diesem Herbst und Winter stattfinden können, ist noch offen.

Update 11. September, 15 Uhr: 99 neue Infektionen in München

Unabhängig von einer möglichen Überschreitung des Schwellenwertes bei der 7-Tage-Inzidenz (>50) am Wochenende sollen Schulen und Kitas in München am Montag auf jeden Fall noch geöffnet sein, teilte die Stadt am Freitag mit. 

Update 11. September, 13.30 Uhr: Freie Wähler fordern einheitliche Corona-Regeln für Sport und Kultur

Die Freien Wähler (FW) fordern möglichst rasch bundeseinheitliche Corona-Zuschauerregeln für Sportwettkämpfe und ein Ende der starren Besucher-Obergrenze für Kulturveranstaltungen in Bayern. 

FW-Landtagsfraktionschef Florian Streibl schlug am Freitag eine Begrenzung je nach Größe der Stadien oder Veranstaltungsorte vor - etwa maximal ein Zuschauer auf zehn Quadratmeter Fläche. "Das wäre eine plausible Größe, die man auch nachvollziehen kann", sagte Streibl nach einer dreitägigen Fraktionsklausur in München.

"Jede andere Angabe von Mengen von Zuschauern ist höchst willkürlich", sagte Streibl. Das könne man den Menschen nicht mehr länger erklären. 

"Die Größe des Veranstaltungsortes muss ausschlaggebend sein für die Zahl von Zuschauern, die erlaubt ist."

Markus Söder (r, CSU), bayerischer Ministerpräsident, unterhält sich bei einem Besuch im Klinikum Nürnberg Süd mit Stefan John, Oberarzt und Abteilungsleiter der internistischen Intensivstation der Klinik für innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie, in einem Aufnahmeraum vor der Intensivtation.
Markus Söder (r, CSU), bayerischer Ministerpräsident, unterhält sich bei einem Besuch im Klinikum Nürnberg Süd mit Stefan John, Oberarzt und Abteilungsleiter der internistischen Intensivstation der Klinik für innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie, in einem Aufnahmeraum vor der Intensivtation.  © Daniel Karmann/dpa

Update 11. September, 12 Uhr: Krise sorgt in Bayern für größten Steuerverlust seit 75 Jahren

Der Freistaat Bayern steuert in den kommenden Jahren auf die heftigsten Steuerverluste seit dem Zweiten Weltkrieg zu und ein Ende des Abschwungs ist bisher nicht zu erkennen. 

Wegen der Corona-Krise drohen bis 2022 Mindereinnahmen von rund 11,8 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr prognostiziert die wegen der Pandemie zusätzlich durchgeführte Steuerschätzung einen Rückgang der Einnahmen von rund 4,2 Milliarden Euro, für 2021 ein Minus von rund 4 Milliarden Euro und für 2022 von rund 3,6 Milliarden Euro.

Mehr >>>hier zum Steuerverlust

Update 11. September, 10.58 Uhr: Veranstalter klagen gegen Auflagen für Corona-Demo

Die Veranstalter einer für Samstag in München geplanten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen gehen gerichtlich gegen die Auflagen der Stadt vor. 

Am Verwaltungsgericht München ging ein Eilantrag gegen das Verbot ein, mit einem Demonstrationszug durch die Stadt zu ziehen. Ein weiterer Antrag, der sich gegen eine Beschränkung auf 1000 Teilnehmer richte, sei angekündigt, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag. Das Gericht wollte noch im Laufe des Tages entscheiden.

Die Vereinigung "Querdenken 089" hatte für Samstag eine Demonstration mit 5000 Teilnehmern auf dem Münchner Odeonsplatz angemeldet unter dem Motto "Frieden, Freiheit und Gesundheit". Die Stadt untersagte diese. 

Stattdessen darf die Demo unter strikten Auflagen auf der Theresienwiese stattfinden - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt. Gegen diese Auflage wenden sich die Veranstalter nun.

In Berlin war es zuletzt am Rande mehrerer Demonstrationen gegen die Corona-Politik zu Auseinandersetzungen von Demo-Teilnehmern und der Polizei gekommen. 

300 bis 400 Menschen hatten Absperrungen überrannt und kurzzeitig die Treppen vor dem Reichstagsgebäude besetzt. Das Vorgehen der Demonstranten hatte bei Politikern in ganz Deutschland für Empörung gesorgt.

Update 11. September, 10.50 Uhr: Bayern muss auch 2021 wegen Corona neue Schulden machen

Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU).
Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU).  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Wegen der absehbaren Steuerverluste durch die Corona-Krise wird der Freistaat Bayern auch im kommenden Jahr die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse aussetzen. 

Es habe keinen Sinn bei dieser Dimension des Steuerrückgangs einen Haushalt für 2021 vorzulegen, der einzig mit Rücklagen und der Hoffnung, dass es am Ende besser werde, gestemmt werde, sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Freitag in München. Es wäre unredlich, in dieser Situation zu sagen, Bayern müsse keine Kredite aufnehmen.

Füracker betonte, dass der Freistaat weiter viele Investitionen vornehmen wolle. Steuererhöhungen lehne er ab, das sei in der jetzigen Lage der absolut falsche Weg. 

Die aktuelle Steuerschätzung prognostiziert dem Freistaat bis 2022 einen Steuerverlust von rund 11,8 Milliarden Euro.

Update 11. September, 10.30 Uhr: Corona: 44 Lehrer und 66 Schüler positiv, 40 Kitas geschlossen

Wenige Tage nach dem Schulstart in Bayern sind schon 44 Lehrer und 66 Schüler im Freistaat positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Auch an zahlreichen Kindertagesstätten im Freistaat wurden Corona-Fälle registriert. Nach Angaben des Sozialministeriums mussten seit dem 1. September wegen Infektionen oder Verdachtsfällen schon rund 40 Kitas in Bayern zeitweise ganz oder teilweise schließen.

Umfangreiche Details findest du >>> hier.

Update 10. September, 15.42 Uhr: Aktuelle Zahlen für Bayern und München

In Bayern sind mittlerweile 60.986 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf seiner Homepage mit (Stand: 8 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2642 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Als genesen galten 53.620 Menschen.

Update 10. September, 15.31 Uhr: Dermapharm und Biontech kooperieren bei Corona-Impfstoff

Bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoff kooperieren die Arzneifirmen Dermapharm und Biontech. (Symbolbild)
Bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoff kooperieren die Arzneifirmen Dermapharm und Biontech. (Symbolbild)  © Christoph Schmidt/dpa

Das Arzneiunternehmen Dermapharm und die Mainzer Biotech-Firma Biontech machen bei der Herstellung eines Covid-19-Impfstoffes gemeinsame Sache. 

Beide Unternehmen hätten vereinbart, dass ihre Produktions-tochtergesellschaften kooperieren, teilte Dermapharm am Donnerstag in Grünwald bei München mit. Die Produktionskapazitäten des SDax-Unternehmens stünden bereits zu Beginn der Impfstoffproduktion den Partnern Biontech und Pfizer zur Verfügung, hieß es weiter.

Das Mainzer Unternehmen und der US-Konzern arbeiten an einem Impfstoff-Kandidaten namens BNT162b2. Im Falle einer raschen Zulassung sollen davon noch dieses Jahr weltweit bis zu 100 Millionen Einheiten produziert werden und dann bis Ende 2021 insgesamt 1,3 Milliarden. Hierfür werde Dermapharm Produktionskapazitäten "für die Formulierung sowie die Abfüllung und Verpackung zur Verfügung stellen und schnellstmöglich erweitern", hieß es in der Mitteilung weiter.

"Wir sind sehr stolz darauf und hochmotiviert, bei der Bekämpfung der Pandemie helfen zu können", sagte Dermapharm-Chef Hans-Georg Feldmeier. 

Die Zusammenarbeit mit Biontech unterstreiche, wie wichtig es ist, Produktionskapazitäten für Arzneimittel in Deutschland und Europa bereitzuhalten.

Update 10. September, 10.01 Uhr: Steuereinnahmen der Kommunen in Bayern brechen ein

Für Bayerns Städte und Gemeinden bedeutet die Corona-Krise eine drastische Verschlechterung ihrer Finanzlage. Im zweiten Quartal sind die kommunalen Steuereinnahmen um elf Prozent von 5,3 auf 4,7 Milliarden gesunken, wie das Statistische Landesamt in Fürth am Donnerstag mitteilte.

Allein die Gewerbesteuereinnahmen schrumpften um mehr als ein Drittel von knapp 2,3 auf 1,5 Milliarden Euro. Da Corona im ersten Quartal noch keine große Rolle spielte, fällt die Bilanz des ersten Halbjahrs mit einem Rückgang der Gesamten kommunalen Steuereinnahmen von knapp 8,5 auf 7,8 Milliarden Euro etwas weniger drastisch aus. Das entspricht einem Minus von 7,4 Prozent.

In Berlin wollten die Steuerschätzer von Bund und Ländern im Laufe des Tages eine außerordentliche Prognose vorlegen, wie sich die Einnahmen von Bund, Ländern und Kommunen in den nächsten Jahren entwickeln werden.

Update 10. September, 9.55 Uhr: Nockherberg-Fastenprediger Schafroth: Corona-Ruhe "fast genossen"

Der Kabarettist und Fastenprediger am Münchner Nockherberg, Maxi Schafroth (35), hat die Auftrittspause in der Corona-Krise "fast genossen". 

Nachdem er sieben Jahre "komplett durchgespielt" habe, verfüge er über ein finanzielles Polster, sagte er der Münchner "Abendzeitung" (Donnerstagsausgabe). "Ich bin nicht weinend daheim gesessen." 

Stattdessen habe er seine Sprachkenntnisse aufgefrischt und Bücher über Meteorologie gelesen - und häufiger mit Kabarettist Gerhard Polt (78) telefoniert.

Der Kontakt zu Polt sei durch eine Mail nach der Fastenpredigt im vergangenen Jahr entstanden, erzählte Schafroth. Zur Corona-Pause habe er gesagt: "'Max, jetzt bleib' ma hoit dahoam.' Er hat recht."

Update 10. September, 6.18 Uhr: Kommunen müssen sich auf Steuerausfälle in Milliardenhöhe einstellen

Die Kommunen in Bayern müssen in den nächsten Jahren wegen der Corona-Krise mit Steuerausfällen in Milliardenhöhe rechnen. 

Für das kommende Jahr geht das bayerische Finanzministerium von rund 1,488 Milliarden Euro weniger Einnahmen aus der Gewerbe- und Einkommensteuer aus, wie die "Augsburger Allgemeine" (Donnerstag) unter Berufung auf eine Antwort des Ministeriums an den Grünen-Landtagsabgeordneten Tim Pargent berichtete. Das Papier lag auch der Deutschen Presse-Agentur vor. Für das Jahr 2022 rechnet das Ministerium mit 1,788 Milliarden Euro, für 2023 mit 1,724 Milliarden Euro Ausfällen bei den kommunalen Steuereinnahmen.

Schon für das laufende Jahr ist dem Ministerium zufolge mit einem Minus in den kommunalen Kassen zu rechnen. Demnach müssen die bayerischen Städte und Gemeinden eigentlich mit 3,153 Milliarden Euro weniger rechnen - doch sie bekommen vom Bund und Freistaat 2,4 Milliarden Euro für die erwarteten Ausfälle. Unterm Strich bleibt dabei trotzdem noch ein Minus von 755 Millionen Euro für 2020.

Für die Kommunen fordern die Grünen auch für die kommenden Jahre Planungssicherheit, was mögliche zusätzliche Finanzhilfen angeht. Der "Augsburger Allgemeinen" sagte Pargent: "Die Staatsregierung muss daher so schnell wie möglich einen Krisenplan vorlegen, der über dieses Jahr hinausgeht". 

Der Gewerbesteuerausgleich für 2020 sei ein guter Anfang. "Doch es fehlt einerseits ein Ausgleich für den Ausfall bei der Einkommenssteuer und anderseits die Perspektive für die Folgejahre", kritisierte Pargent.

Update 10. September, 6.13 Uhr: Huml für Verlängerung des Corona-Pflege-Schutzschirms bis März

Der Corona-Pflege-Schutzschirm des Bundes muss nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) bis zum 31. März 2021 verlängert werden. 

Eine Verlängerung dieses erfolgreichen Hilfsprogramms nur bis Ende des Jahres wäre ein fatales Signal, sagte sie mit Blick auf entsprechende Überlegungen auf Bundesebene. "Die Pandemie geht weiter - und sie wird uns auch im Winter noch vor große Herausforderungen stellen."

Ziel sei es, die Einrichtungen, die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen vor finanzieller Überlastung zu schützen und ihnen Sicherheit zu geben. "Wenn der Schutzschirm zu früh ausläuft und dann in den Einrichtungen Mehrausgaben anfallen oder weniger Geld eingenommen wird, bleiben den Trägern nur zwei Möglichkeiten: Sie können die Kosten auf die Pflegebedürftigen umlegen oder Einrichtungen schließen. Beides würde letztlich die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen belasten. Das müssen wir verhindern", sagte die Ministerin.

Der Pflege-Schutzschirm beinhaltet unter anderem Erleichterungen für Pflegebedürftige. Zugelassene Pflegeeinrichtungen können sich zudem coronabedingte Mehrausgaben oder Mindereinnahmen von der Pflegeversicherung erstatten lassen. 

Die Regelungen gelten zunächst bis Ende September 2020. In Kürze will der Bundestag aber über eine Verlängerung beraten.

Update 9-September, 19 Uhr: München erlässt Alkoholverbot im Freien fürs Wochenende

An beliebten Feier-Orten im Freien gilt in München am kommenden Wochenende ein zeitlich begrenztes nächtliches Alkoholverbot. 

Damit wolle man die Zunahme der Corona-Infektionen in München zum Schutz der Bevölkerung eindämmen, teilte die Stadt am Mittwoch nach einem Beschluss des Stadtrats mit. Das Verbot gilt von Freitagabend bis Sonntagmorgen rund um Party-Hotspots wie die Isarauen oder den Gärtnerplatz. Auch an kommenden Wochenenden könnte laut Stadt je nach der Zahl der Corona-Infizierten eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen werden.

Zwischen 23 Uhr und 6 Uhr dürfen Feiernde dort Alkohol nicht mehr im öffentlichen Raum trinken. Wer sich nicht daran hält, müsse mindestens 150 Euro Bußgeld zahlen. Auch der Verkauf alkoholischer Getränke ist rund um die Partyzonen verboten - und zwar bereits ab 21 Uhr. Verstöße sollen mindestens 500 Euro kosten.

"Ich bin wirklich kein Freund von Verboten, aber hier steht der Gesundheitsschutz der Menschen gegen ein zeitlich sehr begrenztes Alkoholverbot an wenigen Orten im öffentlichen Raum", sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). "Ich lege allen sehr ans Herz, sich an diese Regelung zu halten, damit wir andere und uns selbst vor Ansteckung schützen und unser öffentliches Leben, vor allem auch unsere Schulen und Kitas, offenhalten können."

Im ersten Anlauf hatte die Stadt ein Alkoholverbot für Straßen und Parks in ganz München erlassen, um die vielen Partys unter freiem Himmel einzudämmen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof erklärte diese Regelung jedoch für unverhältnismäßig.

Update 9. September, 15 Uhr: Aktuelle Zahlen für München

Bei dem gestern gemeldeten 224. Todesfall handelt es sich im eine Person, deren Münchner Meldeadresse nicht mehr gültig und deren gewöhnlicher Aufenthalt im Ausland war.

Update 9. September, 14 Uhr: 100 Millionen Euro Corona-Hilfen für Verkehrsbetriebe ausgezahlt

Als erstes Bundesland zahlt Bayern den kommunalen und privaten Verkehrsunternehmen Corona-Hilfsgelder aus. 

"Einschließlich vergangener Woche wurden über die Bezirksregierungen bereits Leistungen von über 100 Millionen Euro bewilligt", teilte das zuständige Bau- und Verkehrsministerium am Mittwoch in München mit.

Nachdem das Kabinett am Dienstag in München die Bundeshilfen von 381 Millionen Euro um 255 Millionen Euro aus Landesmitteln aufgestockt hatte, rechnet das Ministerium damit, dass die Einnahmeverluste "weitgehend ausgeglichen" werden können. Die Verluste waren entstanden, weil in der Corona-Pandemie die Fahrgäste wegblieben.

"Der Öffentliche Personennahverkehr ist ein unverzichtbares Rückgrat unserer Gesellschaft und hat sich während der Pandemie als verlässlicher und sicherer Verkehrsträger bewährt", sagte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU).

Der Öffentliche Personennahverkehr sei besonders von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen, hieß es weiter. Trotz eines Rückgangs der Fahrgelderlöse zwischen 70 und 90 Prozent musste auch während der Hochphase der Pandemie ein stabiles und leistungsfähiges Grundangebot an Zug-, U-Bahn-, Straßenbahn- und Busverbindungen aufrechterhalten werden. 

Auch das Wiederhochfahren zum Regelfahrplan und die Hygienevorkehrungen stellten die Unternehmen vor Herausforderungen.

Update 9. September, 6.11 Uhr: Interesse der Menschen in Bayern an Natur in Corona-Krise gewachsen

Die Corona-Krise hatte auch positive Folgen - zumindest was das Interesse der Menschen an der Natur angeht. Dieses ist deutlich gestiegen, wie Naturschutzverbände in Bayern festgestellt haben. 

"Man hat gemerkt, dass die Leute sich mehr mit natürlichen Zusammenhängen und Wildtieren beschäftigt haben", sagte der Vorsitzende des Bund Naturschutz (BN), Richard Mergner, in Nürnberg. Auch beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) gingen deutlich mehr Anfragen ein - vor allem zu Jungvögeln oder Insekten.

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Update 8. September, 17.38 Uhr: Maskenpflicht im Landtag bis Jahresende verlängert

Die Maskenpflicht im Landtag gilt mindestens bis zum Jahresende. Das Landtagspräsidium verlängerte die entsprechende Anordnung, die auch für Abgeordnete gilt, am Dienstag bis Ende Dezember. 

"Mit einer einfachen OP-Maske ist das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken, deutlich geringer. Das zeigen auch aktuelle Studien", sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). 

"Wir wollen daher alles uns Mögliche tun, damit der Landtag weiter seiner wichtigen Aufgabe nachgehen kann – und Quarantäne unter allen Umständen vermeiden." Der Beschluss des Präsidiums war nötig, weil die ursprüngliche Maskenpflicht-Regelung nur bis Ende September galt.

Vom 8. Oktober an sollen nun auch wieder alle Abgeordneten an Plenarsitzungen teilnehmen können. Im Plenarsaal werden bis dahin als zusätzlicher Schutz durchsichtige Trennscheiben angebracht. 

Vor der Sommerpause hatte der Landtag stets nur in kleiner Besetzung getagt.

Update 8. September, 17.10 Uhr: Rosenheim verzeichnet trotz Allgemeinbeschränkung mehr Corona-Fälle

Rund zwei Wochen nach Inkrafttreten zusätzlicher Beschränkungen aufgrund der Corona-Krise hat Rosenheim weiter mit steigenden Fallzahlen zu kämpfen. 

Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Dienstag liegt die oberbayerische Stadt bei 64,8 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, am Vortag lag der Wert bei etwa 52,1.

Den bundesweit gültigen Grenzwert von 50 bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz hatte Rosenheim bereits im August überschritten und daraufhin Einschränkungen für das öffentliche Leben erlassen. So dürfen sich nur Gruppen mit bis zu fünf statt zehn Personen in der Öffentlichkeit oder in Gaststätten treffen. 

Zudem sind private Feiern eingeschränkt worden. Doch einen deutlichen Rückgang haben die Beschränkungen bislang nicht gebracht. Stadtsprecher Christian Schwalm begründete dies damit, dass die Neuinfektionen zu 85 Prozent auf Reiserückkehrer zurückzuführen seien.

Spitzenreiter bei den Neuinfektionen im Freistaat bleibt das schwäbische Memmingen, wo es nach den LGL-Zahlen hochrechnet auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tage 70,7 neue Fälle gab (Vortag: 68,4). 

Die dritte bayerische Stadt über dem 50er-Grenzwert bleibt Landshut mit 53,9 Fällen (Vortag: 55,3).

Update 8. September, 17.05 Uhr: Aktuelle Zahlen in Bayern und München

In Bayern sind mittlerweile 59.937 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf seiner Homepage mit (Stand: 8 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2642 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Als genesen galten 52.870 Menschen.

Update 8. September, 14.30 Uhr: Corona-Fall bei Würzburger Kickers - Ein Spieler infiziert

Beim Fußball-Zweitligisten Würzburger Kickers ist ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gaben die Unterfranken am Dienstag bekannt und sagten das am Abend geplante Testspiel beim FSV Zwickau aus Sicherheitsgründen ab. 

Der Profi, der namentlich nicht genannt wurde, sei bereits isoliert worden und zeige keine Symptome. Alle anderen Tests in der Mannschaft und beim Betreuerstab seien negativ ausgefallen, hieß es.

Der Spieler habe nicht zum Kader des Totopokal-Finales am vorigen Samstag gegen 1860 München gehört. Die Kickers sind nach eigenen Angaben im engen Austausch mit den Gesundheitsbehörden und der Deutschen Fußball Liga (DFL). Wie im Hygienekonzept vorgesehen, wird das komplette Team am Mittwoch nochmal getestet. 

Am kommenden Montag steht das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen Hannover 96 an.

Update 8. September, 14 Uhr: Mehr als 20.000 Corona-Tests bei Lehrern

Mehr als 20.000 Lehrer in Bayern haben sich zu Beginn des neuen Schuljahres bereits auf das Coronavirus testen lassen. 

Bei 22 Personen seien die Testergebnisse positiv ausgefallen, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Dienstag in München nach einer Kabinettssitzung. Weitere Tests sollen folgen. Rund 97 Prozent der Schulen planen nach Informationen des Kultusministeriums Reihentests von Lehrkräften. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dankte Lehrern, Schülern und Eltern für ihr Verständnis, auch gerade im Hinblick auf die Maskenpflicht, die an den weiterführenden Schulen in den ersten beiden Schulwochen gilt. Der Schulstart sei gut gelungen. "Aber es bleibt eine Bewährungsprobe", sagte Söder.

Auch Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) zeigte sich optimistisch. Kinder und Jugendliche seien mit Freude in die Schule zurückgekehrt und hätten sich diszipliniert verhalten. Nach den wochenlangen Schulschließungen und dem Lernen zu Hause im vergangenen Schuljahr sei das Ziel nun so viel Präsenzunterricht wie möglich. Gleichzeitig sei man aber auch in der Lage, notfalls wieder zum Distanzunterricht zurückzukehren.

Gut sieht es Piazolo zufolge bei der Versorgung mit Lehrkräften aus. Rund 4700 Stellen seien besetzt, darunter 1000 neue Stellen. Auch bei der mobilen Reserve, die an Grund- und Mittelschulen einspringen kann, sei man gut aufgestellt. 

Zudem habe man 800 sogenannte Teamlehrkräfte auf den Weg gebracht, auch wenn noch nicht alle ihre Verträge unterschrieben hätten. Die Quereinsteiger übernehmen in enger Absprache mit der jeweiligen Schule den Präsenzunterricht für Pädagogen, die zu einer Risikogruppe zählen und deshalb nicht in die Schule gehen können. 

Zahlenmäßig höher sei jedoch die Gruppe der Lehrerinnen, die wegen einer Schwangerschaft keinen Präsenzunterricht halten können.

Update 8. September, 13.20 Uhr: Söder warnt vor Corona-Risiko in nächsten Wochen

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, sitzt vor Beginn einer Sitzung des bayerischen Kabinetts auf seinem Platz.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, sitzt vor Beginn einer Sitzung des bayerischen Kabinetts auf seinem Platz.  © Sven Hoppe/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor einem erhöhten Corona-Infektionsgeschehen in den nächsten Wochen gewarnt. 

"Winter is coming", sagte Söder am Dienstag mit Blick auf die bevorstehende kältere Jahreszeit. "Wir stehen vor einer Bewährungsprobe", sagte der Regierungschef nach einer Sitzung seines Kabinetts in München.

Söder erklärte, das erhöhte Ansteckungsrisiko durch Ferienaufenthalte und Heimaturlaube sei ein Rückschlag im Kampf gegen Corona gewesen. "Wir hatten die Sorge vor dem Urlaub - die war berechtigt", sagte Söder. 

Ein höherer Anteil der positiv Getesteten seien Rückkehrer aus Heimaturlauben in Ländern wie etwa Kroatien oder Albanien gewesen.

Update 8. September, 13.16 Uhr: Bayern beschließt Maskenpflicht für größere Versammlungen im Freien

Bei größeren Versammlungen unter freiem Himmel gilt in Bayern ab diesem Mittwoch (9. September) regelmäßig eine Maskenpflicht. 

Die Pflicht greift "jedenfalls ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen" – das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen.

Update 8. September, 13.15 Uhr: Bayern erlaubt Ligapartien im Amateur-Fußball und Breitensport-Events

Nach der Corona-Zwangspause dürfen in Bayern ab 19. September wieder Ligaspiele im Amateur-Fußball und andere Breitensportwettkämpfe ausgetragen werden. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in München und erlaubte den Vereinen dabei zudem, ähnlich wie bei Kulturveranstaltungen eine begrenzte Anzahl von Fans zuzulassen. 

Ausgenommen davon bleiben aber vorläufig Profiligen, der DFB-Pokal und die Champions League.

Update 8. September, 13.11 Uhr: Bars und Kneipen in Bayern dürfen nach Corona-Pause wieder öffnen

Nach monatelanger Corona-Zwangspause dürfen ab übernächstem Wochenende (19. September) auch Bars und Kneipen in Bayern wieder öffnen - unter Auflagen. 

Für Schankwirtschaften sollen nach einem Kabinettsbeschluss vom Dienstag dann die gleichen Regeln gelten wie für Speisewirtschaften, zudem muss in geschlossenen Räumen die Bedienung am Tisch erfolgen.

Update 8. September, 13.10 Uhr: Bayern schließt Corona-Testzentren an Autobahnen und auf Bahnhöfen

Nach dem Ende der Hauptreisezeit im Sommer stellt Bayern die Corona-Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg bis zum 30. September ein. 

Die freiwerdenden Testkapazitäten sollen nach einem Kabinettsbeschluss vom Dienstag stattdessen "bedarfsorientiert" etwa für die Testzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung stehen. 

Lediglich die Teststationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben.

Update 8. September, 13 Uhr: Antikörper-Studie des Robert Koch-Instituts in Straubing gestartet

Der Oberbürgermeister von Straubing, Markus Pannermayr (CSU, r), lässt sich eine Blutprobe entnehmen.
Der Oberbürgermeister von Straubing, Markus Pannermayr (CSU, r), lässt sich eine Blutprobe entnehmen.  © Ute Wessels/dpa

Das Robert Koch-Institut hat im niederbayerischen Straubing eine dritte Antikörper-Studie zum Coronavirus gestartet. 

Das RKI will bundesweit in vier stark betroffenen Gemeinden jeweils rund 2000 Menschen auf das Virus testen. Im oberbayerischen Bad Feilnbach (Landkreis Rosenheim) und in Kupferzell (Hohenlohekreis) in Baden-Württemberg sind die Studien bereits durchgeführt worden. Die Ergebnisse für Straubing sollen in einigen Wochen vorliegen.

Die Teilnahme besteht den Angaben nach aus zwei Teilen: Zunächst wird bei den Probanten ein Rachenabstrich zum Test einer akuten Infektion gemacht sowie Blut abgenommen, um mögliche Antikörper zu bestimmen. Das soll zeigen, wie weit sich das Virus in der Bevölkerung verbreitet hat. In einem zweiten Teil werden die Teilnehmer zu Vorerkrankungen, Vorsichtsmaßnahmen und ihrem Sozialverhalten befragt - ob sie etwa bei Familienfeiern oder auf Veranstaltungen waren.

Erste Testperson in Straubing war am Dienstag der Rathaus-Chef: Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU) trat in der in einem Bus untergebrachten RKI-Teststation zu Rachenabstrich und Blutentnahme an. Insgesamt wurden 2000 Straubinger angeschrieben, damit sie sich an der Studie beteiligen. Die Teilnahme ist freiwillig. Bis Dienstag hatten sich laut RKI 620 Menschen angemeldet.

Die Wissenschaftler wollen auch erforschen, wie hoch der Anteil der Infizierten ist, die Krankheitssymptome haben oder hatten. 

Die Studie sei wichtig, um die Krankheit besser zu verstehen, sagte Osamah Hamouda vom RKI. "Diese Pandemie ist bei Weitem noch nicht vorbei."

Update 8. September, 12.10 Uhr: Vorverkauf für Passionsspiele 2022 startet am 5. Oktober

Nach der coronabedingten Absage der diesjährigen Passionsspiele im oberbayerischen Oberammergau startet am 5. Oktober der Kartenvorverkauf für die Ersatztermine in zwei Jahren. 

Wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten, ist die Premiere für den 14. Mai 2022 geplant. Wie weit die Planungen dafür sind und wie der Fahrplan der mehrere Monate dauernden Spiele aussieht, will Spielleiter Christian Stückl Anfang Oktober bekanntgeben.

Bei den Passionsspielen, die die letzten fünf Tage im Leben Jesu zeigen, wirken unter anderem rund 2500 Laiendarsteller aus Oberammergau mit. 

Die Spiele finden an sich alle zehn Jahre statt - letztmalig wurden sie 2010 aufgeführt.

Update 8. September, 11.45 Uhr: Tourismus erholt sich nur schleppend von Corona-Tief

Die Corona-Krise hat der bayrischen Tourismus-Branche auch im Juli Verluste beschert - allerdings fielen diese auch dank der Trends zum Camping und Inlandsurlaub etwas glimpflicher aus als im Vormonat. 

So sei im Juli eine weitere leichte Erholung nach dem Corona-bedingten Einbruch im Frühjahr zu erkennen, wie das Statistische Landesamt in Fürth am Dienstag mitteilte.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat verbuchten die rund 11.500 geöffneten Hotels, Pensionen und Campingplätze im Juli einen Rückgang um knapp 26 Prozent bei den 8,8 Millionen Übernachtungen. Im Juni betrug der Rückgang bei 5,5 Millionen Übernachtungen noch rund 45 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat. Auch die Gästeankünfte lagen zwar im Juli mit minus 37 Prozent und 2,9 Millionen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang fiel aber auch hier weniger stark aus als noch im Juni bei 1,8 Millionen Gästen (minus 55 Prozent).

Ein Plus gab es im Juli bei den Übernachtungen auf Campingplätzen, und zwar in Höhe von gut 7 Prozent auf knapp 1,4 Millionen. Die Zahl der Ankünfte lag dagegen leicht unter dem Vorjahresniveau. Neben Campingplätzen profitierten auch Betreiber von Ferienwohnungen, wo die Nachfrage ebenfalls leicht anzog und nahezu auf Vorjahresniveau lag. Weiterhin besonders stark von der Corona-Krise betroffen sind Jugendherbergen und Hütten.

Massiv zurückgegangen ist die Zahl ausländischer Urlauber: 418.000 Menschen aus dem Ausland checkten im Juli in bayerischen Beherbergungsbetrieben ein, das waren 68 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Mit 2,5 Millionen deutschen Urlaubern - in anderen Bundesländern waren im Juli bereits Sommerferien - kamen etwa 25 Prozent weniger als im Juli 2019.

Update 8. September, 11 Uhr: Schulstart mit Corona-Masken - Minister verschenken Schultüten

Grundschulkinder kommen an ihrem ersten Schultag des neuen Schuljahres in die Grundschule an der Tumblingerstraße in München.
Grundschulkinder kommen an ihrem ersten Schultag des neuen Schuljahres in die Grundschule an der Tumblingerstraße in München.  © Sven Hoppe/dpa

Bunt, einfarbig, selbstgenäht oder gekauft - zum Schulstart am Dienstag mussten die knapp 1,7 Millionen Schüler in Bayern Corona-Masken tragen. 

Für Kinder und Jugendliche ab der fünften Klasse gilt die Maskenpflicht sogar während des Unterrichts, um das Ansteckungsrisiko zu senken, zunächst bis Ende kommender Woche. Grundschüler dürfen den Mund-Nasen-Schutz dagegen abnehmen, wenn sie an ihrem Platz sitzen.

Besondere Exemplare gab es für eine Grundschulklasse in München. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) und Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) verteilten am Dienstag Schultüten an Zweitklässler. Neben einem Block und Stiften waren darin auch Corona-Masken mit einem Bild des bayerischen Löwen.

Herrmann dankte zudem den Frauen und Männern, die als Schulweghelfer im Einsatz sind, zum Teil seit Jahrzehnten. «31 500 ehrenamtliche Schulweghelfer sichern bei Wind und Wetter den Schulweg ab. Vergelts Gott dafür!», schrieb der Staatskanzleichef auf Twitter.

Zum Schutz vor Ansteckungen gilt an den ersten neun Schultagen für alle Lehrer und Schüler der weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auch im Unterricht. Grundschulen sind davon zunächst ausgenommen. Hier müssen aber, wie an allen Schulen im Land, außerhalb des Unterrichts Mund und Nase verhüllt werden. 

Im Unterricht müssen Grundschüler und Lehrer dem Plan der Staatsregierung zufolge erst Masken tragen, wenn die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche in einer Region über den Grenzwert 50 steigt.

Update 8. September, 10.42 Uhr: Amateur-Fußball darf auf Re-Start hoffen - Aiwanger will "Normalität"

Der bayerische Amateur-Fußball darf auf einen baldigen Neustart des Ligabetriebs hoffen. 

Die Staatsregierung wollte sich nach einem Bericht des "Münchner Merkurs" noch an diesem Dienstag mit einem möglichen Ende der Wettkampf-Zwangspause wegen der Corona-Pandemie beschäftigen. Zuletzt hatten die Amateurvereine den Druck auf die Politik erhöht. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) drohte mit einer Klage und holte sich dafür in einer Umfrage die Unterstützung der Clubs im Freistaat.

Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger hatte sich am Montag für eine Lockerung ausgesprochen. "Es wäre jetzt ein Sieg von Corona, wenn der bayerische Amateur-Fußball, wenn die bayerischen Breitensportvereine wegen Corona plattgemacht werden", sagte der Chef der Freien Wähler auf einer digitalen Parteiveranstaltung. Er teilte dabei mit, "diese Woche noch" mit dem Koalitionspartner CSU zu verhandeln. Die Amateurfußballer hoffen auf einen Saisonstart Ende nächster Woche.

Aiwanger deutete zugleich an, dass unter den nötigen Vorkehrungen auch wenige Zuschauer bei den Spielen wieder zugelassen werden könnten. 

"Wir wollen, dass wieder Normalität einkehrt, unter all den Risiken, die vielleicht da auch irgendwo mitschwingen. Wir müssen kalkuliert an Risiken rangehen, anstatt uns aus Angst vor dem Tod schon vorher zu erschießen", sagte Aiwanger.

Update 8. September, 8.04 Uhr: In Metall-und Elektroindustrie drohen weitere Jobverluste

In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie drohen wegen der Corona-Krise weitere Arbeitsplatzverluste. 

Laut aktuellem Konjunkturreport der beiden Arbeitgeberverbände bayme und vbm will eine Mehrheit der Unternehmen in der Branche bis Jahresende Stellen abbauen. Die Beschäftigungspläne liegen demnach auf dem niedrigsten Stand seit der Finanzkrise 2009, der Saldo zwischen positiven und negativen Erwartungen bei minus 40 Prozent. 

Derzeit sind demnach knapp 857.000 Menschen in Bayerns M+E-Firmen beschäftigt, wie die beiden Verbände am Dienstag mitteilten. Vor einem Jahr waren es noch mehr als 870.000.

"Der Beschäftigungsabbau in der M+E-Industrie hat durch die Corona-Krise leider an Dynamik gewonnen", sagte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer von bayme und vbm. "Einzig durch den umfangreichen Einsatz von Kurzarbeit konnte bislang ein stärkerer Stellenabbau verhindert werden."

Am härtesten von der Krise getroffen sind die Autohersteller, deren Produktion im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte geschrumpft ist. Insgesamt sank die Produktion der bayerischen Metall- und Elektrobetriebe um gut 31 Prozent. 

Allerdings sind Nachfrage und Exporterwartungen laut Umfrage bereits wieder gestiegen. Die Metall- und Elektroindustrie ist die wichtigste Wirtschaftsbranche Bayerns, neben den Autoherstellern Audi und BMW zählt unter anderem Siemens dazu.

Update 7. September, 17.27 Uhr: Vier Euro pro Kilometer - Ärger über Zuschüsse für Corona-Schulbusse

Zur Finanzierung zusätzlicher Schulbusse wegen der Corona-Krise zahlt der Freistaat Bayern pro gefahrenen Kilometer maximal vier Euro. 

Das geht aus der Förderrichtlinie hervor, die von diesem Dienstag an bis zum Jahresende den Schulträgern helfen soll, die Fahrten in die Schulen zu entzerren. Aus Sicht der SPD im Landtag bricht die Staatsregierung damit ihr Versprechen, die vollständigen Kosten für Zusatzbusse tragen zu wollen.

"Vier Euro pro Kilometer reichen in vielen Regionen bei weitem nicht aus, das haben mir die Busunternehmen und die Kommunen gespiegelt. Obwohl die Regierung behauptet, die Kosten zu übernehmen, bleiben sie nun doch an den Kommunen hängen. Das ist unanständig", sagte der kommunalpolitische Sprecher der Fraktion, Klaus Adelt, am Montag in München. Nach seiner Aussage fehlten zudem Busse und Busfahrer, um tatsächlich überall mehr Busse einsetzen zu können. "Was nützen Hygienekonzepte an Schulen, wenn dann alle Kinder zusammengepfercht im Bus sitzen?", sagte er.

Das zuständige Verkehrsministerium bestätigt auf Anfrage, dass die vier Euro pro Kilometer bei kurzen Verstärkerfahrten tatsächlich öfters die Kosten nicht decken würden. Daher sei am Montag nach Rückmeldungen der Kommunen bereits eine "alternative Obergrenze" mit 300 Euro je Einsatztag festgelegt worden. 

"Damit können alle regulären Förderanträge zu 100 Prozent gefördert werden. Gleichzeitig werden aber deutlich überhöhte Angebote wirksam begrenzt und eine übermäßige Beanspruchung von Steuermitteln durch überzogene Forderungen vermieden", sagte ein Ministeriumssprecher.

Update 7. September, 16.58 Uhr: Landtagssitzung trotz Corona ab 8. Oktober wieder mit Vollbesetzung

Ab dem 8. Oktober könnten wieder alle Abgeordneten an den Sitzungen teilnehmen. (Archiv)
Ab dem 8. Oktober könnten wieder alle Abgeordneten an den Sitzungen teilnehmen. (Archiv)  © Sven Hoppe/dpa

Ab dem 8. Oktober sollen wieder alle Abgeordneten des bayerischen Landtags an den Plenarsitzungen persönlich teilnehmen können. 

Darauf hat sich der Ältestenrat am Montag in München verständigt, wie ein Sprecher des Landtags auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mitteilte. Um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu verhindern, sollen bis dahin Kunststoff-Glasscheiben zwischen den Sitzplätzen installiert werden. 

Derzeit gebe es bei der Montage wegen der Ausschreibung des Bauauftrags noch Verzögerungen, weshalb zunächst weiter nur ein Fünftel der Abgeordneten im Plenum körperlich anwesend sein darf.

Darüber hinaus beschloss der Ältestenrat, dass die Livestreams der Ausschusssitzungen vorerst aus den Sälen 1 und 2 wegen der räumlichen Größe weiter immer im Internet übertragen werden sollen. Die übrigen Ausschüsse sollen künftig selbst entscheiden, ob ihre Sitzungen per Stream übertragen werden. 

Die Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktionen seien zudem gebeten, eine "möglichst einvernehmliche dauerhafte Lösung" für die Zukunft zu finden.

Update 7. September, 16.44 Uhr: Querdenken-Initiative möchte in München demonstrieren

Die Vereinigung Querdenken 089 hat für den kommenden Samstag eine Demonstration mit 5000 Teilnehmern in München angemeldet. 

Die Versammlung unter dem Motto "Frieden, Freiheit und Gesundheit" solle auf dem Odeonsplatz in der Innenstadt stattfinden, teilte ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats am Montag mit. Zudem sei ein Demonstrationszug mit 500 Teilnehmern angemeldet worden.

Ob es zu der Veranstaltung des Ablegers der Stuttgarter Querdenken-Bewegung in der geplanten Form kommen wird, ist jedoch offen. Die Stadt führe zunächst Gespräche mit dem Veranstalter, bei denen auch mehrere Örtlichkeiten besprochen würden. Auch die Frage, welche Auflagen für die Demo gelten werden, sei bislang noch unklar. Die Behörden würden jedoch die Ereignisse der Kundgebungen in Berlin am letzten Augustwochenende in die Gefahrenprognosen einfließen lassen.

In Berlin war es zuletzt am Rande mehrerer Demonstrationen gegen die Corona-Politik zu Auseinandersetzungen von Demo-Teilnehmern und der Polizei gekommen. Dutzende Menschen hatten auch mit Gewalt versucht, in das Reichstagsgebäude zu gelangen. 

Das Vorgehen der Demonstranten hatte bei Politiker in ganz Deutschland für Empörung gesorgt.

Update 7. September, 16.27 Uhr: Aktuelle Zahlen für Bayern und München

In Bayern sind mittlerweile 59.524 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf seiner Homepage mit (Stand: 8 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2640 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Als genesen galten 52.500 Menschen.

Update 7. September, 16.25 Uhr: Klage gegen Staatsregierung? Basis stützt Bayerns Fußball-Verband

Bayerns Fußball-Verband will gegen die Staatsregierung vor Gericht ziehen. (Symbolbild)
Bayerns Fußball-Verband will gegen die Staatsregierung vor Gericht ziehen. (Symbolbild)  © 123rf/Mikkel

In der Debatte um eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs bei den Amateuren erhält der Bayerische Fußball-Verband (BFV) von seiner Basis auch für eine Klage gegen die Bayerische Staatsregierung Unterstützung. 

Zwei Drittel der Vereinsvertreter bestärken den BFV einer eigenen Umfrage zufolge darin, "als letztes Mittel" sogar juristisch vorzugehen.

"Unsere Vereine haben mit der Abstimmung und den überaus deutlichen Ergebnissen ein ebenso starkes wie klares Signal gegeben, ein solches erhoffen wir uns jetzt auch sehr kurzfristig von der Staatsregierung, denn wir wollen Fußball spielen und nicht gegen die Regierung klagen", erklärte BFV-Präsident Rainer Koch am Montag.

Der größte DFB-Landesverband hatte eine Online-Umfrage unter seinen Mitgliedsvereinen gestartet. Insgesamt 3069 Clubs beteiligten sich daran, die Wahlbeteiligung lag bei mehr als 70 Prozent. Stimmberechtigt waren den Angaben zufolge 4355 am Spielbetrieb beteiligte Vereine.

Den juristischen Ausweg würden 2022 Vertreter (66 Prozent) unterstützen, 1047 (34 Prozent) sind dagegen. Sogar 85 Prozent der Befragten halten die Entscheidung der Staatsregierung für nicht richtig, Wettkampfspiele in Bayerns Amateurfußball nach wie vor nicht zu erlauben und auch keine Zuschauer in begrenztem Umfang zuzulassen.

Das Bayerische Kabinett wird sich in seiner Sitzung am 14. September auch mit der Frage nach einer Wiederaufnahme des Ligabetriebs im Amateurfußball befassen. BFV-Präsident Koch hat die Ergebnisse der Umfrage bereits an den für Sport zuständigen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) weitergegeben. Der BFV hofft, den Wettkampf-Spielbetrieb ab dem 19. September wieder aufnehmen zu dürfen.

Update 7. September, 15.13 Uhr: Gericht lehnt Eilantrag gegen Maskenpflicht an Schulen ab

Die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen in Bayern bleibt bestehen. 

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München lehnte am Montag einen Eilantrag ab, mit dem ein Gymnasiast die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung während des Unterrichts kippen wollte. 

Diese Maßnahme diene dem legitimen Zweck, die Weiterverbreitung des Coronavirus unter den Schülern und Lehrern zumindest zu reduzieren und hierdurch die Virusausbreitung in der Bevölkerung insgesamt einzudämmen, heißt es in der Entscheidung. Rechtsmittel können gegen den Beschluss nicht eingelegt werden. 

Eine Mutter hatte den Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz im Namen ihres zehn Jahre alten Sohnes gestellt.

Update 7. September, 13.30 Uhr: Wundernebel gegen Corona? Landgericht verbietet Werbung

Ein Desinfektionsmittel versprühen und schon schwirren so gut wie keine bösen Viren und Bakterien mehr durch den Raum? 

Nach Ansicht des Landgerichts München I zu schön, um wahr zu sein. Die 4. Kammer für Handelssachen wertete eine entsprechende Werbung als irreführend. Darin hieß es, das Mittel entferne 99,99 Prozent der schädlichen Bakterien und Viren aus der Raumluft und von sämtlichen Oberflächen. Beim Verbraucher entstehe der Eindruck, die Wirkung sei wissenschaftlich abgesichert, heißt es in dem Urteil vom Montag, das noch nicht rechtskräftig ist. Bei gesundheitsbezogenen Aussagen gebe es aber besonders strenge Anforderungen an die Richtigkeit, die Eindeutigkeit und die Klarheit.

In Zeiten der Corona-Pandemie sei die Frage, ob und wie Corona-Viren aus der Raumluft und von Oberflächen entfernt werden können, eine der brennendsten und für die ganze Welt wichtigsten gesundheitlichen Fragen überhaupt, befand das Gericht. Den Beweis für die wissenschaftliche Absicherung der angepriesenen Wirkung blieb das Unternehmen laut Urteil schuldig. Die vorgelegten Unterlagen hätten dies nicht glaubhaft gemacht.

Auf seiner Internetseite wirbt der Hersteller aus dem Raum München damit, dass auch das Berliner Ensemble eines seiner Produkte auf der Bühne und im Zuschauerraum eingesetzt habe. Die feinen Aerosole desinfizierten zunächst die Raumluft und senkten sich dann auf alle Oberflächen nieder, heißt es dort. Auch der Eingangsbereich und die Toiletten würden so vernebelt und desinfiziert.

Ein Mitbewerber hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Firma beantragt, die Desinfektionsmittel herstellt. Diesem Antrag hatte das Gericht stattgegeben und untersagt, das Produkt so zu bewerben.

Update 7. September, 8.30 Uhr: Bayerischer Elternverband unterstützt Hygienekonzept für Schulen

Der Bayerische Elternverband hält das Hygienekonzept für Schulen in der Corona-Krise für angemessen. 

"Insbesondere, weil es sehr flexibel ist und den Schulen Entscheidungsspielräume gibt", sagte der Vorsitzende Martin Löwe dem Münchner Merkur (Montagsausgabe). "Wir denken, das ist der richtige Weg. Vor Ort individuell in einzelnen Schulen reagieren zu können."

Am Dienstag beginnt in Bayern wieder der Unterricht in den Schulen - allerdings nur unter Auflagen. So müssen beispielsweise alle Räume regelmäßig gelüftet werden; auf dem Schulgelände gilt Maskenpflicht. Sollten die Infektionszahlen in der jeweiligen Region steigen, kann jederzeit wieder auf Heimunterricht umgestellt werden.

Zum Präsenzunterricht gibt es aus Sicht des Elternverbands aber kaum sinnvolle Alternativen. 

"Wir konnten nicht beobachten, dass die letzten Monate genutzt wurden, um die Schulen und Lehrer fit für den Fernunterricht zu machen", kritisierte Löwe.

Update 6. September, 8.28 Uhr: Söder: Corona-Politik muss Schule, Kitas und Wirtschaftsleben sichern

Beim weiteren Kampf gegen das Coronavirus im Herbst und Winter will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vorrangig den regulären Kita- und Schulbetrieb und das Wirtschaftsleben sichern. 

"Das sind die obersten prioritären Ziele: Stärkung der Wirtschaft – und Aufrechterhaltung von Schule und Kita-Betrieb für die Familien", sagte der CSU-Vorsitzende der Deutschen Presse-Agentur in München. "Das sind vitale Interessen, die eine ganze Gesellschaft betreffen."

Söder machte deutlich, dass dahinter im Zweifel weitere Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen etwa in den Bereichen Sport und Kultur zurückzustehen haben. "Es ist die Aufgabe, das richtige Timing und Tuning zu finden, um die Zahlen stabil zu halten." 

Söder lehnte es deshalb strikt ab, nun vom vorsichtigen Anti-Corona-Kurs abzurücken. "Wir sollten jetzt nicht unter dem Druck von einigen lautstarken Demonstranten aus der rechten Szene und Verschwörungstheoretikern die gesamte Strategie revidieren, um die uns die ganze Welt beneidet." 

Im internationalen Kontext gelte Deutschland als Vorbild. Deswegen sei er der festen Überzeugung, dass der Kurs insgesamt richtig sei. 

Update 5. September, 16.50 Uhr: Vereinzelt Verzögerungen bei Testzentren an Autobahnen in Bayern

An den Corona-Testzentren auf Autobahnen in Bayern gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums einzelne Verzögerungen bei der Übermittlung von Ergebnissen. Diesen gehe das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nach, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag in München. 

Bei diesen "Einzelfällen" seien unter anderem weitere Laboranalysen notwendig, da die ersten Befunde kein eindeutiges Ergebnis gebracht hätten. "Grund dafür kann zum Beispiel die vorherige Anwendung von Nasenspray, der Konsum von Alkohol oder bestimmter Lutschpastillen bei der Testperson gewesen sein." 

Eine weitere Ursache könnten auch Fehler bei E-Mail-Adressen und Telefonnummern sein. Dem Sprecher zufolge geht aus Daten des Betreibers Eurofins hervor, dass "die Befundübermittlung generell in der Regel in über 90 Prozent aller Fälle innerhalb des gewünschten Zeitrahmens erfolgt." Betroffene hatten Medien von teils tagelangen Wartezeiten auf Testergebnisse berichtet. Die Probleme an den Flughäfen seien mittlerweile behoben, sagte der Sprecher. 

Dort hatte es Verzögerungen in rund 10.000 Fällen gegeben.

Eigentlich sollen die Ergebnisse der Corona-Tests in 48 Stunden vorliegen. In Bayern können sich Reiserückkehrer sowohl an Autobahn-Testzentren als auch an Bahnhöfen und Flughäfen testen lassen. Zum Ende der der Sommerferien würde nun noch mal Personal aufgestockt, sagte der Sprecher. 

An drei Teststationen an den Autobahnen würde nun auch wieder die Bundeswehr helfen.

Update 5. September, 14 Uhr: Spahn äußert sich entspannt zur Corona-Testpanne in Bayern

Jens Spahn (CDU) hat sich entspannt zur erneuten bayerischen Panne bei Corona-Testzentren geäußert. 

Sein Eindruck sei, dass die bayerische Staatsregierung wie auch schon in den vergangenen zwei, drei Wochen mit Hochdruck daran arbeite, "das jetzt abzustellen" und sich "mindestens so sehr ärgert wie die Betroffenen", sagte Spahn am Samstag bei einem gemeinsamen Auftritt mit der Vorsitzenden der Länder-Gesundheitsminister, Berlins Senatorin Dilek Kalayci (SPD).

Deutschland sei in einer Pandemie, "wo viele Dinge schneller gehen müssen als sonst. Wo oftmals dann auch sehr flexibel und manchmal zu Beginn provisorisch gehandelt werden muss", sagte Spahn. 

Die Vorgänge in Bayern seien aber auch ein Zeichen dafür, dass es sinnvoll sei, gemeinsam in stärkere Strukturen bei den Gesundheitsämtern zu investieren - vor allem auch in die digitale Vernetzung. 

Hier sei es etwa gelungen, fast alle Testzentren an den Flughäfen, Bahnhöfen und Raststätten an den Autobahnen schon mit der Corona-Warn-App zu verknüpfen. Auch da habe es am Anfang ein paar Tage gebraucht, aber mittlerweile funktioniere das gut, sagte der Minister.

Update 5. September, 13.12 Uhr: Bayerisches Gesundheitsministerium hält an vielen Tests fest

Trotz der neuen Panne bei Testzentren hält das bayerische Gesundheitsministerium an seiner Teststrategie fest. 

"Es geht nicht um irgendwelche sinnlosen Massentestungen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Samstag. Menschen mit Symptomen sollten mit Priorität getestet werden. Aber auch der mit einem "leichten Kratzen im Hals", der seine Großmutter besuchen und sie nicht anstecken wolle, solle die Chance haben, sich kostenlos testen zu lassen. "Das ist ein Angebot an die Bevölkerung."

Die Probleme bei den Testzentren an Flughäfen in Bayern seien mittlerweile gelöst, betonte Huml erneut. Die "Befundübermittlung" sei inzwischen abgeschlossen. Am Freitag war bekannt geworden, dass etwa 10.000 Menschen länger als die versprochenen zwei Tage auf ihr Ergebnis warten mussten. Dabei ging es im Durchschnitt um "einige Stunden, Tage", so Huml.

Während alle anderen Bundesländer die kostenlosen Corona-Tests für Urlauber aus Nicht-Risikogebieten zum Ende der Sommerferien beenden wollen, hält Bayern weiter an seiner Strategie fest. Jeder soll kostenlos einen Abstrich nehmen lassen können - egal, ob er in einem Risikogebiet war oder nicht. 

Ärzte hatten ein "ungezieltes" Testen mit zu langen Wartezeiten kritisiert. Testen ist unter anderem an Bahnhöfen, Autobahnen und an den Flughafen München, Nürnberg und Memmingen möglich.

Update 5. September, 8.04 Uhr: FC Augsburg hofft bei Fan-Rückkehr auf "deutschlandweite Lösung"

Der FC Augsburg wünscht sich in der Debatte um eine Fan-Rückkehr in die Bundesligastadien eine bundesweite Lösung. 

"Eine deutschlandweite Lösung wäre definitiv besser und auch unser Wunsch, weil es die fairste Lösung wäre. Wir leben aber im Föderalismus, wo Bundesländer unterschiedlich entscheiden können", sagte Finanzchef Michael Ströll (36) der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagausgabe) im Interview. 

"Für den FCA ist es jedoch nicht förderlich, wenn wir auswärts vor den gegnerischen Fans antreten müssen, zu Hause aber unsere Anhänger nicht ins Stadion lassen dürfen."

Der Fußball-Bundesligist aus der Fuggerstadt kalkuliert mit Einnahmeverlusten von rund 20 Millionen Euro bis zum Jahresende, wenn weiter Besucher im eigenen Stadion ausbleiben. "Das ist nicht so einfach wegzustecken für einen kleinen Verein wie den FCA. Deshalb versuchen wir, auf der Ausgabenseite so viel wie möglich zu optimieren", erläuterte Ströll. 

Um die heimische WWK Arena kostendeckend zu betreiben, braucht der Verein seiner Darstellung nach "ungefähr 5000 Zuschauer".

Update 4. September, 17.20 Uhr: Freie Wähler fordern mehr regionale Freiheiten bei Corona-Regeln

Zum Auftakt seiner Klausur hat der Landesvorstand der Freien Wähler mehr regionale Freiheiten bei Corona-Maßnahmen gefordert. 

Das gelte für Punktspiele im Breitensport, Christkindlmärkte und Veranstaltungen wie Kongresse und Tagungen, sagte der Landesvorsitzende und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Freitag in Wildpoldsried. Hier sei mehr Offenheit für regionale, dem Infektionsgeschehen angepasste Lösungen nötig. «Ich fände es schade, wenn wir den Breitensport im Stich ließen», sagte Aiwanger.

Ihre Landesversammlung am 24. Oktober wollen die Freien Wähler demnach wie geplant mit Mitgliedern stattfinden lassen. "Verschieben macht es nicht besser", sagte Aiwanger am Freitag. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuvor angekündigt, dass der Koalitionspartner seinen für Dezember geplanten Präsenzparteitag wegen der unklaren Corona-Infektionslage ins kommende Jahr verschieben wolle.

Bei einem Besuch des Allgäuer Energiedorfs Wildpoldsried beriet der Vorstand des Landesverbands am Freitag auch über das Thema Energiewende. Aiwanger forderte unter anderem, die Produktion von grünem Wasserstoff von der EEG-Umlage zu befreien: "Das wäre ein Riesenbefreiungsschlag für den Wasserstoff."

Ein weiteres Ziel der Freien Wähler bleibe der Einzug in den Bundestag, betonte Aiwanger. Er sehe die Notwendigkeit, dass eine «vernünftige, bürgerliche Kraft der Mitte» 2021 auf dem Wahlzettel stehe: "Wir wollen Herrn Söder nicht allein nach Berlin ziehen lassen." 

Bei den ebenfalls im kommenden Jahr anstehenden Landtagswahlen sei man derzeit auf einem "guten Weg".

Update 4. September, 17 Uhr: Weiden in der Oberpfalz überschreitet Corona-Frühwarnwert

Die Stadt Weiden in der Oberpfalz hat den Frühwarnwert für Corona-Neuinfektionen überschritten. 

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg am Freitag auf 37,63, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilte. Ebenfalls über dem Frühwarnwert von 35 lagen die Zahlen am Freitag in Rosenheim, Memmingen und Landshut.

Die hohe Zahl an Neuinfektionen sei überwiegend auf Reiserückkehrer zurückzuführen, sagte eine Sprecherin der Stadt Weiden. Der Oberbürgermeister sei im Gespräch mit dem Gesundheitsamt, um über weitere Maßnahmen zu beraten.

Update 4. September, 16.50 Uhr: Söder: Medizinisches Wissen entscheidend für Corona-Quarantänedauer

Die Frage nach der Quarantäne-Dauer bei Corona-Verdachtsfällen muss nach Ansicht des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder von der Wissenschaft beantwortet werden. 

"Entscheidend sind gesicherte medizinische Erkenntnisse", sagte der CSU-Chef am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Die bayerische Staatsregierung führe intensive Gespräche mit Virologen in Bayern. 

"Damit wollen wir uns langfristig auf die Gefährdungslage im Herbst vorbereiten und die Teststrategie flexibel weiter entwickeln." Er sei grundsätzlich dafür, den Kurs größtmöglicher Vorsicht beizubehalten. 

"Wir wägen immer ab, sagen aber klar: in Bayern gilt Safety first."

Update 4. September, 16.30 Uhr: Ministerin: Technikprobleme bei Corona-Tests behoben

Ein Schild weist am Flughafen auf die Möglichkeit zur Durchführung von kostenlosen Corona-Tests hin.
Ein Schild weist am Flughafen auf die Möglichkeit zur Durchführung von kostenlosen Corona-Tests hin.  © Matthias Balk/dpa

Die Technikprobleme, die für die erneute Verzögerung bei der Übermittlung Tausender Corona-Testergebnisse in Bayern verantwortlich sein soll, sind nach Angaben der Behörden behoben. 

Nach Auskunft des Dienstleisters Ecolog sei der Fehler gefunden worden, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag in München mit. Rund 10.000 Menschen waren zwischen Samstag und Dienstag an bayerischen Flughäfen auf das Coronavirus getestet worden und bekamen nicht innerhalb der versprochenen Frist von 48 Stunden ein Ergebnis.

Ressortchefin Melanie Huml (CSU) sagte, das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) habe beim regelmäßigen Controlling Verzögerungen bei der Befundübermittlung durch den Dienstleister festgestellt. "Dieser Vorgang zeigt, dass das Controlling durch das LGL bei den Testungen funktioniert." 

Das LGL habe Ecolog "nachdrücklich" aufgefordert, die Übermittlungsprozesse umgehend zu beschleunigen und die Befunde schnellstmöglich zu übermitteln.

Huml verwies auch darauf, dass bislang bei rund 370.000 Reiserückkehrern an den Teststationen im Freistaat - also auch an Autobahnraststätten und Hauptbahnhöfen - Abstriche zur Untersuchung auf eine Corona-Infektion genommen wurden. Mehr als 4600 davon seien positiv gewesen. Daran sehe man "die riesige logistische Herausforderung und gleichzeitig den Erfolg der Testungen", so Huml.

"Gerade Reiserückkehrer haben im Infektionsgeschehen der letzten Wochen eine besondere Rolle gespielt", sagte die Ministerin. 

"Hier zu testen, viel zu testen, und die Richtigen zu testen ist ein wichtiger Schlüssel in der Pandemiebekämpfung. Dass hier Reisende nicht innerhalb der ohnehin schon sehr kurzen Zeit von 48 Stunden ihren Befund erhalten haben, ist dennoch bedauerlich."

Update 4. September, 16 Uhr: Anzeige gegen Bambergs OB wegen Verstoß gegen Corona-Auflagen

Ein umstrittenes Foto ohne Maske und Mindestabstand könnte noch Folgen für Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke haben. 

Dem Ordnungsamt liegt nun eine Anzeige gegen den SPD-Politiker vor, wie ein Sprecher der Stadt am Freitag bestätigte. Ihm werde ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz vorgeworfen. 

Das Foto war bei einer privaten Eröffnung eines Schönheitssalons entstanden. Der Bamberger SPD-Fraktionschef Klaus Stieringer postete das Selfie zusammen mit Starke, dem Inhaber des Salons und einer weiteren Person Anfang August auf Facebook. Darauf tragen alle vier keine Maske und halten keinen Abstand. Auf sozialen Netzwerken wurde der Vorwurf laut, der Oberbürgermeister nehme es mit den Corona-Maßnahmen selbst nicht so genau. Starke hat sich bereits für das Foto entschuldigt.

Das Ordnungsamt führe nun wie üblich eine Anhörung durch, erklärte der Sprecher der Stadt. Dem Oberbürgermeister droht ein Bußgeld. Wie hoch der Betrag möglicherweise ausfallen könnte, sei noch unklar. 

Bei ähnlichen Fällen habe es ein Bußgeld von 150 Euro gegeben, hieß es weiter.

Update 4. September, 15.40 Uhr: Insgesamt mehr als 9000 Fälle in München

Update 4. September, 15.13 Uhr: Größere Probleme bei Corona-Tests nur an Flughäfen

Nach Bekanntwerden der neuen Corona-Testpanne an bayerischen Flughäfen geht das Gesundheitsministerium davon aus, dass an den übrigen öffentlichen Teststationen im Freistaat der Betrieb einigermaßen läuft. 

Wie ein Ministeriumssprecher am Freitag in München sagte, habe das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit im Zuge der jüngsten Testpanne auch die Daten der Teststationen an den Autobahnen und Bahnhöfen abgefragt. Bis auf wenige Ausnahmen habe es keine größeren Verzögerungen bei der Übermittlung von Testergebnissen innerhalb der 48 Stunden-Frist gegeben.

Am Freitag war bekanntgeworden, dass wegen der neuen Testpanne an Flughäfen in Bayern rund 10.000 Menschen ihre Ergebnisse deutlich später als versprochen erhalten haben. Grund war nach Ministeriumsangaben ein EDV-Problem beim privaten Dienstleister Ecolog, der im Auftrag des Freistaats an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen die Tests durchführt.

Update 4. September, 14.15 Uhr: Rund 10.000 Menschen von neuer Corona-Testpanne in Bayern betroffen

Von der jüngsten Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern sind rund 10.000 Menschen betroffen. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag in München.

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Update 4. September, 13.43 Uhr: Unmut über Verzögerungen bei Corona-Testergebnissen

Das Corona-Testcenter am Flughafen München.
Das Corona-Testcenter am Flughafen München.  © Matthias Balk/dpa

Der Unmut über die erneuten Verzögerungen bei der Übermittlung der Ergebnisse von Corona-Tests in Bayern wächst. 

Betroffene berichteten über Chaos bei den bayerischen Teststationen und zeigten sich verärgert über tagelange Wartezeiten. Auch die Opposition kritisierte fehlendes Management. "Ministerpräsident Söders Corona-Test-Debakel geht in die zweite Runde", erklärte die Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen, Katharina Schulze.

Am Freitag warnte das Landratsamt Kitzingen vor Verzögerungen. "Bereits Anfang der Woche meldete der Verband der akkreditierten medizinischen Labore in Deutschland, dass es einen erheblichen Rückstau bei den Tests gebe", teilte die Behörde mit. 

Auch die Kapazitäten beim örtlichen Gesundheitsamt seien "nahezu ausgeschöpft". Die Ergebnisse könnten deshalb nicht immer innerhalb der vorgesehenen ein bis zwei Tage vorliegen.

Am Donnerstagabend hatte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) Verzögerungen bei den Teststationen an bayerischen Flughäfen eingeräumt. Grund sei "ein Schnittstellenproblem in der Datenverarbeitung" beim verantwortlichen privaten Dienstleister Ecolog. 

Schon in der Vergangenheit hatte es Probleme bei der Übermittlung an mehreren Teststellen in Bayern gegeben. Mitte August war bekannt geworden, dass Zehntausende Menschen tagelang auf das Ergebnis ihrer Corona-Tests gewartet hatten - darunter auch mehr als 900 positiv Getestete. Sowohl eine Stellungnahme des LGL als auch von Ecolog standen am Freitag noch aus.

Update 4. September, 11.18 Uhr: Fast jeder Zweite ändert Einkaufsverhalten in Corona-Krise

Fast jeder zweite Verbraucher in Bayern hat sein Einkaufsverhalten in der Corona-Krise einer Befragung zufolge geändert und vor allem frische Lebensmittel aus der Region konsumiert. 

Doch nur ein Fünftel der Befragten will das Verhalten nach der Krise beibehalten, wie Ernährungsministerin Michaela Kaniber (CSU) am Freitag in München mitteilte. Sie hatte die Befragung bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Auftrag gegeben.

Demnach haben vor allem Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte sowie Menschen in mittleren und großen Städten ihre Einkäufe auf mehr frische und regionale Lebensmittel ausgerichtet. Gut ein Drittel der Befragten habe während der strengen Corona-Auflagen auch mehr Zeit fürs Zubereiten investiert, insbesondere Frauen und Jüngere.

Vier von zehn Befragten hätten zudem angegeben, dass sie während der Pandemie bestimmte Lebensmittel häufiger konsumierten: vor allem Obst, Gemüse und Salate - aber auch Süßigkeiten und Brot. Gut ein Viertel (26 Prozent) hingegen habe To-go-Produkte, Fleisch und Tiefkühlprodukte eher seltener gegessen.

"Diese Zahlen bestätigen unseren bisherigen Eindruck", sagte Kaniber laut Mitteilung. "Wenn es uns jetzt gelingt, diesen Trend und dieses Vertrauen in heimische Lebensmittel zu verstetigen und auszubauen, dann gewinnt damit die ganze Wertschöpfungskette."

Update 4. September, 6.10 Uhr: Söder: Bei Weihnachtsmärkten noch Zeit für gute Planung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schürt Hoffnungen, dass Weihnachtsmärkte in diesem Jahr bei entsprechenden Vorkehrungen trotz Corona-Pandemie möglich sind. 

"Bei den Weihnachtsmärkten haben wir noch Zeit, die wir für eine gute Planung nutzen können", sagte der CSU-Chef den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitag). "Wir können zum Beispiel einheitliche Laufwege mit Ein- und Ausgang organisieren." 

Er schränkte aber ein, auf "manchen Feuerzangenbowlestand, der eher an Après-Ski-Veranstaltungen in Ischgl erinnert", müsse man dieses Jahr sicher verzichten.

Söder warb um Verständnis: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Corona uns ewig beschäftigt, ist nicht so hoch. Warum soll es nicht möglich sein, ein Jahr lang etwas mehr Disziplin zu wahren?"

Bund und Länder hatten sich kürzlich darauf verständigt, das Verbot von Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich ist, bis mindestens Ende Dezember zu verlängern. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich bei den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer aber dafür ausgesprochen, über die Zulassung von Weihnachtsmärkten erst später zu entscheiden.

Update 3. September, 21 Uhr: Landshut reagiert mit Maßnahmen auf hohen Warnwert

Die Stadt Landshut hat den Frühwarnwert für Corona-Neuinfektionen überschritten und damit zugleich die meisten neuen Fälle in Bayern.  Als Reaktion beschloss die Stadt am Donnerstagabend, dass sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten zweimal testen lassen müssen. 

Neben einem Test unmittelbar nach der Einreise müsse nun eine zweite Testung am fünften bis siebten Tag gemacht werden. Erst wenn beide Testergebnisse negativ ausfallen, dürfte die häusliche Quarantäne beendet werden. Ferner dürften sich nur noch Gruppen von bis zu fünf Menschen im öffentlichen Raum und in der Gastronomie aufhalten. 

Von der Regelung ausgenommen sind nach Angaben der Stadt unter anderem Angehörige des eigenen Hausstands, Lebenspartner und Geschwister eines weiteren Hausstandes. Zudem werde der verkaufsoffene Sonntag mit Kunst- und Antikmarkt an diesem Wochenende abgesagt. 

Die Maßnahmen gelten vorerst für eine Woche.

Update 3. September, 20 Uhr: Verzögerungen bei Corona-Testergebnissen von bayerischen Flughäfen

Eine Reisegruppe steht vor dem Corona Test Center am Münchener Flughafen.
Eine Reisegruppe steht vor dem Corona Test Center am Münchener Flughafen.  © Lino Mirgeler/dpa

Bei der Übermittlung der Ergebnisse von Corona-Tests, die an bayerischen Flughäfen gemacht wurden, gibt es Verzögerungen.

Das teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Donnerstagabend mit. 

Bei den Proben wurden demnach - mit Blick auf die Übermittlung in einem Zeitraum von 48 Stunden - ab dem 29. August "wachsende Rückstände bei der Befundübermittlung erkannt", teilte eine Sprecherin am Donnerstagabend mit. 

Wie viele Menschen betroffen sind, war zunächst unklar. Auch wie lange die Verzögerungen konkret sind, teilte das Landesamt nicht mit.

Grund für die Verzögerung sei "ein Schnittstellenproblem in der Datenverarbeitung" beim verantwortlichen Dienstleister Ecolog. Es bestehe jedoch kein Problem bei der Zuordnung von Probendaten zu Personendaten. 

Ecolog betonte dem Landesamt zufolge, dass die Befundübermittlung zwar derzeit eingeschränkt, aber kontinuierlich erfolge. Der Dienstleister habe zugesichert, die Probleme bis Freitagmittag zu beheben.

Schon in der Vergangenheit hatte es Verzögerungen an mehreren Teststellen in Bayern gegeben. 

Mitte August war bekannt geworden, dass Zehntausende Menschen tagelang auf das Ergebnis ihrer Corona-Tests gewartet hatten, die sie zum Beispiel an den Teststationen an Autobahnen gemacht hatten.

Update 3. September, 18.20 Uhr: Freie Wähler wollen Gremium für mehr Akzeptanz der Corona-Maßnahmen

Um die Akzeptanz der staatlich verordneten Corona-Maßnahmen in der Bevölkerung zu stärken, fordern die Freien Wähler im bayerischen Landtag eine sogenannte Corona-Kommission. 

"Wenn etwa Bayerns größte Friseurkette wegen 7,5 Zentimetern fehlenden Abstands zwischen Schneideplätzen in Turbulenzen gerät oder Fußball noch immer erst ab der Bundesliga möglich ist, schwindet unweigerlich das gesellschaftliche Verständnis für politische Maßnahmen", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Fabian Mehring, laut einer Mitteilung am Donnerstag. 

Ein Expertengremium solle "pragmatische Lösungen finden, wo abstrakte Verordnungen gesellschaftliche Akzeptanz und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gefährden".

Mehring verwies dabei auf den Runden Tisch, der nach dem Artenschutz-Volksbegehren zur Vermittlung der unterschiedlichen Positionen ins Leben gerufen worden war. Dieser habe sich bewährt.

Update 3. September, 17.55 Uhr: Alle ohne Maske im Bus - 8500 Euro Strafen

Weil bei einer Kontrolle in der Oberpfalz keiner der Fahrgäste einen Mund-Nasen-Schutz trug, werden nun voraussichtlich Bußgelder von 8500 Euro fällig. 

Den Schleierfahndern sei an der Raststätte Mitterteich an der A93 am Donnerstag sofort aufgefallen, dass alle 14 Fahrgäste ohne Maske unterwegs waren, teilte die Polizei mit. 

Drei Polizisten stehen an einer Haltestelle zur Maskenkontrolle.
Drei Polizisten stehen an einer Haltestelle zur Maskenkontrolle.  © Nicolas Armer/dpa

Update 3. September, 17.13 Uhr: Stadt Landshut überschreitet Corona-Frühwarnwert

Die Stadt Landshut hat den Frühwarnwert für Corona-Neuinfektionen überschritten und damit zugleich die meisten neuen Fälle in Bayern. 

Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der kreisfreien Stadt am Donnerstag bei 41,3. Das bedeutet, dass sich in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner mehr als 41 Menschen neu mit dem Coronavirus angesteckt haben.

In Bayern hat die Regierung den Wert 35 als Grenze ausgegeben. Wird diese überschritten, soll je nach Ausbruchsgeschehen ein Plan entwickelt werden, wie die Ansteckungen minimiert werden können. Zu den in Landshut geplanten Schritten machte die Stadt zunächst keine Angaben.

Neben Landshut in Niederbayern überschritten auch die Städte Memmingen und Ingolstadt am Donnerstag noch knapp den Grenzwert. In Bayern haben sich bislang 58.241 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Das sind laut Landesamt 325 Infektionen mehr als am Vortag. 

51.520 Menschen gelten bereits als genesen. In Folge einer Infektion sind in Bayern bislang 2639 Menschen gestorben.

Update 3. September, 16.40 Uhr: Mehr als 26.000 Anträge auf Verdienst-Entschädigung

Im Freistaat haben wegen der Corona-Pandemie 23.693 Personen einen Antrag auf Entschädigung für Verdienstausfall wegen der Betreuung ihrer Kinder gestellt. 

Das geht aus einer Antwort des Gesundheitsministerium auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervor. Das Infektionsschutzgesetz ermöglicht einen Entschädigungsanspruch, wenn etwa eine Kita oder eine Schule auf staatliche Anordnung hin geschlossen wurde und der Antragsteller wegen der dann notwendigen Kinderbetreuung einen Verdienstausfall hat. Zudem hätten bis Ende Juni 2387 Personen einen Antrag auf Entschädigung gestellt, weil ihnen infolge des Infektionsschutzes direkt verboten worden sei, ihrer bisherigen Arbeit nachzugehen.

Für den Grünen-Landtagsabgeordneten Toni Schuberl "eine hohe, aber durchaus überschaubare Anzahl". Er sehe jedoch eine gewisse Gefahr, dass im Grunde jede Person, die einen Verdienstausfall aufgrund von Corona-Maßnahmen hatte, einen Anspruch auf Entschädigung bekommen könnte. "Nach dem gesetzlichen Wortlaut haben nur Ausscheider, Ansteckungsverdächtige, Krankheitsverdächtige und sonstige Träger von Krankheitserregern einen Anspruch auf Entschädigung. Keinen Anspruch haben sowohl gesunde, als auch erkrankte Personen", betonte Schuberl.

Der Ausschluss von Gesunden aus der Entschädigung sei seiner Ansicht nach jedoch fragwürdig: "Wenn Maßnahmen gegen Personen, die ansteckend sind, entschädigt werden, müssen erst recht Maßnahmen gegen Personen entschädigt werden, die nicht ansteckend sind." 

Sollte ein Gericht diesem juristischen Grundsatz folgen, würde eine Unmenge von Menschen berechtigt, einen Schadenersatz geltend zu machen.

Update 3. September, 14.40 Uhr: Aktuelle Zahlen für München

Update 3. September 14.30 Uhr: Minister verteilen Schultüten mit Corona-Masken an Erstklässler

Zum Schulstart in der Corona-Krise bekommen am Dienstag die Abc-Schützen an einer Münchner Grundschule von der Staatsregierung Schultüten mit Schutzmasken geschenkt. 

Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) wollen pünktlich zum Unterrichtsbeginn nach den Sommerferien stellvertretend für alle Schulanfänger in Bayern den Mädchen und Jungen in einer Grundschule in der Innenstadt einen Besuch abstatten, teilte das Kultusministerium am Donnerstag mit. In den Schultüten, die sie dort verteilen, sind dem Vernehmen nach neben Stiften und einem Block unter anderem auch Corona-Masken mit einem Bild des bayerischen Löwen enthalten.Zum Schutz vor Ansteckungen gilt an den ersten neun Schultagen für alle Lehrer und Schüler der weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auch im Unterricht. Grundschulen sind davon zunächst ausgenommen. Hier müssen aber, wie an allen Schulen im Land, außerhalb des Unterrichts Mund und Nase verhüllt werden. 

Im Unterricht müssen Grundschüler und Lehrer dem Plan der Staatsregierung zufolge erst Masken tragen, wenn die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche in einer Region über den Grenzwert 50 steigt.

Update 3. September, 14.20 Uhr: Kultusministerium legt Regeln zum Schulbesuch erkälteter Schüler fest

Medikamente und ein Fieberthermometer liegen auf einem Nachttisch.
Medikamente und ein Fieberthermometer liegen auf einem Nachttisch.  © Maurizio Gambarini/dpa

Leichter Schnupfen ja, schwerer Husten nein: Wenige Tage vor Beginn des neuen Schuljahres hat das bayerische Kultusministerium Regeln zum Schulbesuch erkälteter Kinder und Jugendlicher veröffentlicht. 

Demnach dürfen die Schüler bei leichten Symptomen wie Schnupfen und gelegentlichem Husten erst dann in die Schule, wenn sie binnen 24 Stunden kein Fieber entwickelt haben. 

So lange müssen sie zu Hause bleiben beziehungsweise werden nach Hause geschickt, wie aus dem überarbeiteten Rahmen-Hygieneplan des Ministeriums hervorgeht. Kranke Kinder mit Fieber, Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, starken Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall müssen auf jeden Fall zu Hause bleiben.

Eine Ausnahme von dieser Grundlinie gibt es - analog zu den Kindertagesstätten - für Grundschüler und die Grundschulstufen der Förderzentren: Sie dürfen mit milden Krankheitszeichen wie Schnupfen ohne Fieber oder gelegentlichem Husten weiter in die Schule, sofern die Zahl der Neuinfektionen in der Region bei unter 50 je 100.000 Einwohnern in den vergangenen 7 Tagen liegt (sogenannte 7-Tage-Inzidenz).

Sind sie schwerer erkrankt, müssen jedoch auch die Jüngsten zu Hause bleiben. Und zwar so lange, bis sie mindestens 24 Stunden lang höchstens noch leichte Symptome haben und seit 36 Stunden fieberfrei sind. Liegt die Zahl der Neuinfektionen im Landkreis des Betroffenen bei über 50 je 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen 7 Tage, dürfen die Schülerinnen und Schüler nur nach Vorlage eines negativen Tests auf das Coronavirus oder eines ärztlichen Attests wieder in die Schule.

Das neue Schuljahr beginnt im Freistaat am Dienstag. Rund 1,7 Millionen Schülerinnen und Schüler sollen dann, wann immer vertretbar, vor Ort in den 6200 Schulen unterrichtet werden. 

Dabei stützen sich die Verantwortlichen auf einen dreistufigen Plan: Je nachdem, ob die 7-Tage-Inzidenz in der Region bei unter 35, zwischen 35 und 50 oder über 50 liegt, sind die Vorgaben etwa zu Maskenpflicht und Mindestabständen an den Schulen anders.

Update 3. September, 13.35 Uhr: Kardinal Reinhard Marx warnt vor Verschwörungstheorien

Münchens Kardinal Reinhard Marx hat vor extremistischen Tendenzen bei den Corona-Demonstrationen gewarnt. 

"Unsere Antworten als Kirche sind nicht Verschwörungstheorien, politischer Fundamentalismus, Schwarz-Weiß-Denken, Schuldzuweisung. Unsere Antwort ist Gebet und Solidarität", sagte der Erzbischof von München und Freising in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft.

Zuletzt hatte es am Samstag in Berlin große Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in Deutschland gegeben. Dabei hatten etwa 300 bis 400 Demonstranten Absperrgitter am Reichstagsgebäude überrannt und sich lautstark vor dem Parlament aufgebaut. Vor dem Sitz des Bundestags wurden auch schwarz-weiß-rote Reichsflaggen geschwenkt. 

Diese Flaggen werden in der rechtsextremistischen Szene verwendet.

Marx rief dazu auf, an diesem Sonntag für die Leidtragenden der Pandemie in anderen Teilen der Welt zu spenden. Die katholische Weltkirche hat für diesen Tag zu einer Sonderkollekte in den Gottesdiensten aufgerufen. Die Corona-Krise betreffe nicht nur Deutschland und Europa, betonte der Kardinal. "Sie betrifft besonders auch die armen Länder, die noch intensiver darunter leiden."

Münchens Kardinal Reinhard Marx hat vor extremistischen Tendenzen bei den Corona-Demonstrationen gewarnt.
Münchens Kardinal Reinhard Marx hat vor extremistischen Tendenzen bei den Corona-Demonstrationen gewarnt.  © Felix Hörhager/dpa

Update 3. September, 12.20 Uhr: Kultusministerium legt Regeln zum Schulbesuch erkälteter Schüler fest

Leichter Schnupfen ja, schwerer Husten nein: Das bayerische Kultusministerium hat Regeln zum Schulbesuch erkälteter Schüler veröffentlicht. 

Demnach dürfen die Kinder und Jugendlichen bei leichten Symptomen wie Schnupfen und gelegentlichem Husten erst dann in die Schule, wenn sie binnen 24 Stunden kein Fieber entwickelt haben. So lange müssen sie zu Hause bleiben beziehungsweise werden nach Hause geschickt. 

Eine Ausnahme gibt es für Grundschüler, wie aus dem überarbeiteten Rahmen-Hygieneplan des Ministeriums hervorgeht. Kranke Kinder mit Fieber, Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, starken Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall müssen auf jeden Fall zu Hause bleiben.

Update 3. September, 11.15 Uhr: Nationalpark Bayerischer Wald verlängert Urlaubssaison

 Im Corona-Jahr verlängert der Nationalpark Bayerischer Wald seine Urlaubssaison. 

Auf diese Weise soll der wegen der Pandemie verspätete Start kompensiert werden, wie die Nationalparkverwaltung am Donnerstag mitteilte. Die Busse zu den bei Ausflüglern beliebten Bergen Rachel und Lusen fahren statt bis Ende Oktober nun bis 29. November. Lediglich die Abendfahrten würden aufgrund der früheren Dunkelheit gestrichen. Auch die Führungen im Nationalpark gibt es bis Ende November. 

Das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald bleibt bis 22. Dezember geöffnet. Lediglich das Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal müsse wegen Renovierungsarbeiten wie geplant Anfang November geschlossen werden.

Update 2. September, 18.15 Uhr: Polizei nutzt Gästelisten von Restaurants auch für kleinere Delikte

Die Polizei in Bayern hat Daten von Gästelisten aus der Gastronomie in einzelnen Fällen auch zur Verfolgung eher kleinerer Delikte genutzt. 

Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Landtag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in München vorlag. Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet.

Der Antwort zufolge griffen die Beamten mit Stand Ende Juli in 24 Fällen auf die Gästelisten zurück, die Besucher etwa von Restaurants oder Biergärten ausfüllen. Dreimal ging es dabei um Betrug, je einmal um Diebstahl und Beleidigung. Viele Abfragen beziehen sich allerdings weiter auf gravierendere Fälle der Strafverfolgung, etwa Mord und Totschlag, gefährliche Körperverletzung oder Bedrohung. Dreimal wurden die Listen für die Suche nach Vermissten herangezogen.

Mitte Juli hatte eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben, dass die bayerische Polizei solche Gästeliste-Daten nutzt. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verteidigte danach das Vorgehen, die Gästelisten aus Restaurants könnten "im Einzelfall wichtige Ermittlungsansätze liefern". Gerade Kapitalverbrechen müssten sorgfältig ausermittelt werden, damit der Täter seine gerechte Strafe erhalte.

Gaststätten sind verpflichtet, persönliche Daten ihrer Gäste zu sammeln, damit die Gesundheitsämter mit deren Hilfe im Falle einer Covid-19-Erkrankung weitere potenziell infizierte Personen identifizieren können. Vorfälle in mehreren Bundesländern, bei denen die Polizei die Gästedaten auch zur Strafverfolgung nutzte, hatten eine Diskussion darüber losgetreten.

Update 2. September, 16.08 Uhr: Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen überschreitet Corona-Frühwarnwert

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat am Mittwoch den Corona-Frühwarnwert überschritten. 

Nach Angaben des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittel stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf 36,02. Ebenfalls über dem Frühwarnwert von 35 lagen die Zahlen am Mittwoch demnach in Ingolstadt, Rosenheim und Memmingen.

"Es handelt sich bei den Neuinfektionen zum größten Teil um Reiserückkehrer", sagte eine Sprecherin des Landratsamts in Weißenburg. Die Betroffenen und ihre Kontaktpersonen befänden sich in häuslicher Quarantäne. 

"Wir haben uns deshalb entschieden, erst einmal keine weiteren Maßnahmen einzuleiten", sagte die Sprecherin. Die Polizei werde aber stichprobenartig bei den Quarantäne-Kontrollen helfen.

Update 2. September, 13.55 Uhr: Frühwarnwert in Memmingen überschritten - schärfere Regeln

Die Stadt Memmingen im Allgäu verschärft nach der Überschreitung des Corona-Frühwarnwerts die Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. 

Nach Angaben einer Sprecherin vom Mittwoch gab es in der Stadt in den vergangenen sieben Tagen 38,76 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. "Fast alle sind Reiserückkehrer aus Risikogebieten", sagte die Stadtsprecherin.

Deshalb würden die Regeln nun verschärft: Alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich demnach zunächst in häusliche Quarantäne begeben und nach mehreren Tagen erneut auf Corona testen lassen - unabhängig davon, ob sie sich im Ausland oder bei der Rückkehr schon einem Test unterzogen hatten. 

Diese Regelung werde voraussichtlich auch dann in Kraft bleiben, wenn die Zahl der Infektionen wieder sinke, sagte die Stadtsprecherin.

Update 2. September, 13.45 Uhr: Ministerium kritisiert Gerichtsentscheidung zum Grillverbot

Das bayerische Gesundheitsministerium hält wenig von der Gerichtsentscheidung, die das Grillen auf öffentlichen Plätzen und in Anlagen im Freistaat wieder erlaubt. 

Ein Ministeriumssprecher bezeichnete sie am Mittwoch auf Anfrage in München als ein fragwürdiges Signal. Grillen sei aus Infektionsschutzgründen verboten worden, weil davon auszugehen sei, dass es wegen der Anziehungskraft von öffentlichen Grillplätzen zu Menschenansammlungen kommen könne. In diesen werde ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen einzelnen Gesellschaften oft nicht oder nur unzureichend eingehalten.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte die entsprechende Regelung am Dienstag in einem Normenkontroll-Eilverfahren vorläufig außer Vollzug gesetzt - wegen Unverhältnismäßigkeit.

Trotzdem wird das Ministerium dem Sprecher zufolge die Grill-Passage aus der entsprechenden Verordnung streichen - die Grillsaison neige sich ja ohnehin ihrem Ende zu.

Update 2. September, 13 Uhr: Sozialverband VdK fordert kostenlose Masken für Schüler

Der Sozialverband VdK Bayern fordert von der Staatsregierung kostenlose Masken für Schülerinnen und Schüler.

Während der ersten neun Tage des neuen Schuljahres müssen mit Ausnahme der Grundschüler alle Kinder und Jugendliche auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen. "Da kommen einige Stunden und damit zwei bis drei Einmalmasken pro Tag zusammen, wenn man die Hygieneregeln ernst nimmt. Für Eltern bedeutet das einen großen zusätzlichen finanziellen Aufwand", erläuterte die VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher am Mittwoch in München.

Der VdK fordert deshalb die Staatsregierung auf, die Schulen mit ausreichend Einmalmasken in guter Qualität auszustatten, um diese kostenlos an die Schülerinnen und Schüler auszugeben. Derzeit fielen für eine entsprechende Maskenausstattung pro Kind und Woche mindestens zehn Euro für die Eltern an. "Das ist für viele Familien eine ganze Menge Geld. Noch dazu sind am Schuljahresanfang die Kosten für die Schulausstattung besonders hoch", betonte Mascher.

Sie kritisierte zudem, dass Hartz-IV-Empfänger die Kosten für die Masken ihrer Kinder aus dem Regelsatz bezahlen müssen. 

"Der Regelsatz reicht schon ohne Corona nicht für gesunde Ernährung und Teilhabe. Ausreichend Masken, die den Kindern einen geschützten Unterricht ermöglichen, sind jedenfalls nicht drin", bemängelte Mascher.

Update 2. September, 12.45 Uhr: Präsident der Landesärztekammer kritisiert Corona-Teststrategie

Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer, hat die Corona-Teststrategie im Freistaat kritisiert. 

Die Testungen seien Momentaufnahmen und sagten nichts über eine schon morgen mögliche Ansteckung eines Menschen aus, heißt es in einem Beitrags Quitterers in der neuen Ausgabe des Bayerischen Ärzteblatts. Statt der ungezielten, kostenlosen Testung Gesunder sollten seiner Ansicht nach vielmehr Tests für Lehrer und Erzieherinnen, Pfleger und Ärzte Priorität haben.

Zudem sprach er sich für ein Konzept der Politik für eine "gestaffelte Verimpfung" eines möglichen Corona-Impfstoffes aus, "denn vermutlich werden wir nicht auf einen Schlag ausreichend Impfdosen für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung haben."

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte erst am Dienstag die bisherige Teststrategie der Staatsregierung verteidigt. Trotz teilweise bestehender Nachschubprobleme bei Reagenzien sehe sie keinen Grund, die bayerische Corona-Teststrategie einzuschränken, so die Ministerin. Derzeit könnten die Labore die Tests "noch ganz gut erfüllen". Reagenzien sind Mittel, die benötigt werden, um in einer Probe das Coronavirus nachzuweisen.

In Bayern können sich alle Bürger bislang auch ohne Symptome bei Bedarf mehrfach kostenlos auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus testen lassen. Zudem gibt es für Einreisende an Autobahnen, Flughäfen und Bahnhöfen Testzentren, an denen auch Personen, die nicht in einem Risikogebiet waren, kostenlose Tests bekommen. Huml betonte am Dienstag, es sei aus ihrer Sicht weiter "absolut sinnvoll", an den Tests in Bayern festzuhalten. 

Bis Ende August seien im Freistaat 319.459 Tests bei Reiserückkehrern durchgeführt und dabei 4087 Infektionen erkannt worden.

Ältere Informationen findest Du >>>hier zur Corona-Lage in Bayern.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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