Corona in Bayern: Politik und Gesellschaft kämpfen gegen die Ausbreitung von Sars-CoV-2

Der Versicherer Allianz hat seinen Gewinn im Sommer trotz der Corona-Krise überraschend gesteigert. Unter dem Strich stand ein Überschuss von fast 2,1 Milliarden Euro und damit rund sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Freitag in München mitteilte. 

Der operative Gewinn ging um knapp drei Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück. Die Folgen der Corona-Pandemie belasteten das operative Ergebnis mit rund 100 Millionen Euro. Auf die ersten neun Monate gesehen belief sich die Belastung allerdings auf 1,3 Milliarden Euro. Nun schnitt die Allianz deutlich besser ab als von Analysten erwartet.

Dennoch gab die Allianz keine neue Gewinnprognose für das Gesamtjahr aus. Konzernchef Oliver Bäte hatte seinen ursprünglichen Plan, einen operativen Gewinn von 11,5 bis 12,5 Milliarden Euro zu erzielen, Ende April zurückgezogen. Zudem stellt der Konzern jetzt den bereits ausgesetzten Rückkauf eigener Aktien ein. 

Das Management begründete dies mit den anhaltenden wirtschaftlichen Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Pandemie.

Update 5. November, 14.34 Uhr: Todesfall in Ochsenfurter Seniorenheim

In einem besonders von Corona betroffenen Seniorenheim in Ochsenfurt (Landkreis Würzburg) ist ein Bewohner gestorben. 

Der 88-Jährige hatte mehrere Vorerkrankungen - inwieweit eine Corona-Infektion mitverantwortlich für seinen Tod war, sei nicht festzustellen, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes am Donnerstag. Der mit dem Coronavirus infizierte Mann starb am Mittwoch in der Einrichtung.

In dem unterfränkischen Seniorenheim sind die Fallzahlen in den vergangenen Tagen rasant gestiegen. Am Donnerstag lagen 89 positive Testbefunde vor, teilte das Landratsamt mit. Betroffen seien 61 Bewohner sowie 28 Mitarbeiter (5.11., 14 Uhr). 

Vier Bewohner befänden sich in stationärer Behandlung. Das Würzburger Gesundheitsamt hatte für das komplette Heim Quarantäne angeordnet und alle 109 Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung testen lassen.

Update 5. November, 14.16 Uhr: Verwaltungsgerichtshof lehnt Eilantrag gegen Corona-Maßnahmen ab

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat einen Eilantrag gegen die Schließung von Gaststätten und das Beherbergungsverbot für Touristen in der Corona-Krise abgelehnt. 

Die Regelungen seien «nicht offensichtlich rechtswidrig», erklärte das Gericht am Donnerstag. Eine Hotelkette hatte gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen geklagt.

Die Entscheidung bedeutet allerdings nicht, dass das Gericht den Maßnahmen insgesamt zustimmt. Vielmehr wiederholte der Senat auch Zweifel an der Grundlage für die jetzt beschlossenen Maßnahmen. Bei einem Eilverfahren müsse aber eine Folgenabwägung getroffen werden und dabei überwiege «im Hinblick auf die enorm steigenden Infektionszahlen das Schutzgut Leben und Gesundheit einer Vielzahl von Menschen die betroffene freie wirtschaftliche Betätigung.»

Die Maßnahmen seien nicht offensichtlich unverhältnismäßig - auch deswegen, weil für die betroffenen Betriebe Entschädigungen angekündigt worden seien.

Update 5. November, 13.24 Uhr: Wegen Corona: Basketball-Bundesliga drohen erste Spielabsagen

Der Basketball-Bundesliga drohen bereits zum am ersten Spieltag die ersten Absagen. Nach dpa-Informationen sind die für Samstag geplanten Partien zwischen medi Bayreuth und den Telekom Baskets Bonn sowie Jobstairs Gießen 46ers gegen Syntainics Mitteldeutscher BC gefährdet, weil es in beteiligten Teams Corona-Fälle gibt oder gab. 

Zuerst hatte das Fachmagazin «BIG - Basketball in Deutschland» darüber berichtet. Die Liga will sich bis zum frühen Donnerstagnachmittag dazu äußern.

Das Team von medi Bayreuth befindet sich wegen positiver Corona-Fälle bereits seit zwei Wochen in häuslicher Quarantäne. Aus diesem Grund hatten auch schon zwei Pokalspiele der Franken verlegt werden müssen. 

Die Bayreuther sollen erst am Freitag wieder trainieren können. Das Drittliga-Team der Gießener befindet sich seit Montagabend nach einem positiven Test bei einem Spieler in Quarantäne.

Update 5. November, 12.31 Uhr: Söder bittet im Anti-Corona-Kampf um Geduld und Disziplin

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Menschen im Freistaat eindringlich aufgerufen, den befristeten Teil-Lockdown mitzutragen und zu akzeptieren. 

Verordnungen und Gesetze seien das eine, "aber die Bereitschaft mitzumachen ist ganz wichtig", sagte Söder am Donnerstag in München. Das große Ziel sei es schließlich, in der Weihnachtszeit wieder "besser dazustehen". Dazu brauche es aber Geduld und Disziplin, mahnte der CSU-Vorsitzende.

Bis Monatsende gelten bundesweit strikte Kontaktbeschränkungen. Kultur- Freizeiteinrichtungen und die Gastronomie mussten schließen.

Nach zwei Wochen, also Mitte November, werde man eine erste Zwischenbilanz ziehen. Und nach vier Wochen werde man sehen, ob die Maßnahmen ausreichend wirkten - derzeit könne man das noch nicht abschätzen. «Die vier Wochen werden dringend notwendig sein.»

Dass die Corona-Zahlen derzeit noch weiter steigen, war nach Worten Söders zu erwarten. "Die Zahlen von heute sind ja die Infektionen von vor zwei Wochen." Alle Prognosen erfüllten sich leider. Auch die Kliniken füllten sich langsam, die Todeszahlen hätten sich erhöht. Und auch Alten- und Pflegeheime seien wieder stärker betroffen. 

"Es wandert Stück für Stück in die ältere Generation hinein", warnte er.

Update 5. November, 8.03 Uhr: Lehrerverband: Versetzte Schulanfangszeiten keine grundlegende Lösung

Versetzte Schulzeiten zur Entzerrung des Schülerverkehrs und damit zur Senkung der Infektionsgefahr beurteilt der Deutsche Lehrerverband skeptisch. Eine entsprechende Forderung hatte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) erhoben. 

"Das stößt sehr schnell an Grenzen", sagte hingegen Lehrerverband-Präsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. Dies habe mehrere Gründe. Das Hauptargument aber sei: "Da ist dann zwar vielleicht ein bisschen weniger los in den Bussen und in den Pausen, aber am Grundproblem ändert sich nichts. Und das Grundproblem ist die volle Klasse. In der Schule haben sie trotzdem die vollen Klassenzimmer."

Auch auf einer ganz praktischen Ebene sei der Vorschlag, die Anfangszeiten des Unterrichts zu staffeln, vielerorts nicht umsetzbar. Zum einen beförderten die Schulbusse in vielen Landkreisen zugleich Berufspendler. Doch selbst wo es reine Schulbusse gebe, würden die Fahrzeuge außerhalb der Standard-Zeiten bereits zu anderen Zwecken eingesetzt, "so dass zusätzliche Kapazitäten wenn, dann nur in einzelnen Regionen, aber nicht flächendeckend realisiert werden können". Auch würden versetzte Zeiten neue Probleme etwa bei der Mittagsverpflegung bereiten, die dann ebenfalls zeitlich ausgedehnt werden müsste.

Dagegen setzen im Kampf gegen überfüllte Schulbusse erste Städte in Schleswig-Holstein jetzt auf eine Entzerrung der Schulanfangszeiten. In Flensburg etwa haben sich 15 weiterführende Schulen bereits im September auf gestaffelte Schulanfangszeiten verständigt. Nach langem Zögern will jetzt auch Lübeck einen Runden Tisch dazu einrichten.

Meidingers Gegenvorschlag dazu: "Wenn man wirklich bei stark steigenden Infektionszahlen wirksamen Gesundheitsschutz machen möchte, muss man tatsächlich wieder in den Wechselbetrieb gehen, das heißt, Klassen halbieren und die eine Hälfte in der einen Woche oder am einen Tag und die andere Hälfte in der anderen Woche oder am anderen Tag in der Schule unterrichten."

Den jetzigen Kurs der Politik kritisierte Meidinger, der bis zu den Sommerferien Direktor eines Gymnasiums im niederbayerischen Deggendorf war und die Pädagogen lange Jahre auch an der Spitze des Deutschen Philologenverbands vertrat: "Nichts zu tun und die Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten, das versteht keiner mehr." 

Die vorhandenen Stufenpläne müssten mit verbindlichen Inzidenz-Grenzwerten hinterlegt werden. "Bloß zu sagen: Wir haben einen Stufenplan, und egal welche Werte erreicht werden, wir handeln nicht - das ist grob fahrlässig."

Update 4. November, 20.42 Uhr: Künstler protestieren gegen Schließung von Kultur-Einrichtungen

Über hundert Mitglieder der Bayerischen Akademie der Schönen Künste haben sich gegen die Schließung von Kultur- und Bildungsstätten während des Teil-Lockdowns im November ausgesprochen. 

«Kultur als "Unterhaltungs- und Freizeitgestaltung" abzuwerten, empfinden wir als erschreckenden Offenbarungseid mancher Volksvertreter», hieß es in einer am Mittwochabend veröffentlichten Mitteilung. Zu den Unterzeichnern gehören die Schauspieler Mario Adorf und Senta Berger sowie die Schriftsteller Lutz Seiler und Uwe Timm.

Mit weiteren namhaften Persönlichkeiten aus dem Kulturleben forderten sie die etablierten Parteien in Bund und Land auf, sich für die Belange der freischaffenden Künstler einzusetzen.

Seit Montag gilt wegen der stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen ein Teil-Lockdown in bestimmten Bereichen. So müssen Gastronomiebetriebe sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen den ganzen November über schließen.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass Betroffene aus der Kultur- und Veranstaltungsbranche während des Teil-Lockdowns im November vom Staat einen «fiktiven Unternehmerlohn» erhalten sollen. 

Regierungssprecher Steffen Seibert kündigte an, Kulturunternehmen bekämen im November 75 Prozent ihres Umsatzes als direkte Hilfe. Solo-Selbstständige könnten dabei wahlweise den Umsatz des Novembers 2019 oder ihren monatlichen Durchschnittsverdienst des Vorjahres zugrunde legen. 

Update 4. November, 17.59 Uhr: Gesundheitsämter sollen vermehrt über Vorgehen an Schulen entscheiden

Statt starrer Inzidenzwerte entscheiden künftig die örtlichen Gesundheitsämter über Distanzunterricht oder Schulschließungen während der Corona-Pandemie in Bayern. 

Der eigentlich geltende Stufenplan, der schon seit Wochen immer stärker aufgeweicht wurde, um den Unterricht in den Schulen trotz hoher Infektionszahlen zu ermöglichen, wird mehr oder weniger offiziell ad acta gelegt. Dies berichteten übereinstimmend mehrere Teilnehmer des Schulgipfels, zu dem die Staatskanzlei am Mittwochnachmittag eingeladen hatte.

Bislang galten bei mehr als 35 beziehungsweise 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche offiziell noch klare Vorgaben bezüglich Maskenpflicht, Mindestabstand und dem daraus folgenden Wechsel in den Distanzunterricht, von denen nur unter bestimmten Bedingungen Abstand genommen werden sollte. Doch nachdem die Werte in weiten Teilen Bayerns inzwischen weit über 100 liegen, sollen nun die Gesundheitsämter vor Ort nach einer einheitlichen, aber an die örtlichen Gegebenheiten angepassten Linie entscheiden, wie in der jeweilige Infektionslage vorzugehen ist.

Breiter Konsens in der Runde war nach Teilnehmerangaben, dass dies kein normales Schuljahr sein könne und der Lehrplan entsprechend angepasst werden müsse. Auch müsse der Leistungsdruck durch Notenerhebungen abgefedert werden.

Update 4. November, 17.24 Uhr: Corona-Fälle in Ochsenfurter Seniorenzentrum nehmen weiter zu

In einem besonders von Corona betroffenen Seniorenheim im unterfränkischen Ochsenfurt (Landkreis Würzburg) steigen die Fallzahlen weiter. 

Inzwischen lägen 89 positive Testbefunde vor, teilte das Landratsamt Würzburg am Mittwoch mit.

Betroffen seien bislang 61 Bewohner sowie 28 Mitarbeiter (Stand 15.00 Uhr). Drei Bewohner seien nach wie vor in stationärer Behandlung.

Das Würzburger Gesundheitsamt hatte für das komplette Heim Quarantäne angeordnet, alle 109 Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung wurden getestet. Nun sollen zweimal negativ getestete Personen von den positiv Getesteten getrennt werden.

Update 4. November, 15.41 Uhr: Corona-Quarantäne traf seit Schulstart rund 40 000 Schüler in Bayern

Im laufenden Schuljahr waren in Bayern bisher mehr als 40.000 Schülerinnen und Schüler in Corona-Quarantäne. 

Damit konnten mehr als 2,5 Prozent aller Kinder und Jugendlichen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, wie die Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion ergibt.

Die erfassten Fälle basieren auf den von den Schulen gemeldeten Daten und reichen vom Schuljahresbeginn bis zum Stichtag 26. Oktober. Die Gründe für die Quarantäne sind unterschiedlich - etwa ein positiver Test oder ein Verdachtsfall.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Horst Arnold forderte angesichts der Zahlen ausreichend digitale Endgeräte wie Tablets oder Laptops für den Distanzunterricht. 

«Das Schuljahr hat gerade erst begonnen – und schon können Zehntausende von Schülerinnen und Schülern nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Umso wichtiger ist es, dass sie nicht abgehängt werden vom Bildungsbetrieb», sagte Arnold laut einer Mitteilung seiner Fraktion vom Mittwoch.

Update 4. November, 15.40 Uhr: Immer mehr Klagen gegen Lockdown-Regeln

Binnen weniger Tage ist die Zahl der Klagen gegen die Regeln des Teil-Lockdowns beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München deutlich gestiegen. 

Es gebe inzwischen 42 Normenkontroll-Eilverfahren und 11 Hauptsacheverfahren, wie eine Gerichtssprecherin am Mittwoch mitteilte.

Die Verfahren beträfen nach wie vor hauptsächlich die Schließung von Hotels für Touristen sowie das Verbot, Gäste in Restaurants zu bewirten. Daneben gebe es auch Anträge wegen der Schließung von Fitnessstudios, Tattoostudios und Spielhallen sowie Anträge von Familien und Einzelpersonen, die in den Urlaub fahren oder Besuche machen wollen, hieß es.

Voraussichtlich an diesem Donnerstag sei mit einer ersten Entscheidung zu rechnen, sagte die Gerichtssprecherin. Dabei gehe es um die Gastronomie. Die Vorschriften gelten seit Anfang der Woche.

Update 4. November, 14 Uhr: Bayern etabliert System zur Koordinierung von Intensivbetten

Bayern hat auf der Grundlage einer Allgemeinverfügung ein System zur Aussteuerung der Belegung von Intensivbetten während der Corona-Pandemie etabliert. 

Damit soll gewährleistet werden, dass Überlastungsspitzen in einzelnen Krankenhäusern abgefedert werden und die Verteilung der Patienten möglichst optimal gewährleistet wird.

"Es ist wichtig, die Bettenbelegung noch effizienter zu lenken und auch damit die Kliniken zu unterstützen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in München. Die ärztlichen Leiter als Koordinatoren werden bei den 26 Rettungsleitstellen angesiedelt.

Nach ihrer Darstellung werden in bayerischen Kliniken derzeit 1698 mit dem Coronvirus infizierte Patienten behandelt, davon 302 auf einer Intensivstation. Die meisten Intensivpatienten würden auch beatmet. 

Die Zahlen bedeuten noch einmal einen deutlichen Anstieg gegenüber der vergangenen Woche. Allein in den Städten München und Augsburg liegen derzeit 90 Intensivpatienten mit Covid-19. 

Update 4. November, 13.50 Uhr: Söder und tschechischer Premierminister: Grenzen bleiben offen

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, nach der Video-Schalte mit dem tschechische Premierminister Babiš.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, nach der Video-Schalte mit dem tschechische Premierminister Babiš.  © Matthias Balk/dpa Pool/dpa

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der tschechische Premierminister Andrej Babiš wollen die Grenze auch bei weiter steigenden Infektionszahlen geöffnet lassen. 

"Ein Schließen der Grenzen würde keinen großen Gewinn bringen zur Bekämpfung der Pandemie, würde aber erhebliche andere negative Folgen haben", sagte Söder am Mittwoch in München nach einer Videoschalte mit Babiš. Beidseits der Grenze gälten inzwischen die gleichen Schutzmaßnahmen wie Alltagsmasken und Mindestabstände, so dass Grenzschließungen vor allem den Wirtschafts-, Dienstleistungs- und Warenverkehr behindern würden.

Auch die medizinische Versorgung wäre dadurch beeinträchtigt, argumentierte Söder - in Bayern arbeiten gerade im Pflegebereich zahlreiche tschechische Berufspendler. Um dem Nachbarland, das von der zweiten Pandemiewelle besonders stark betroffen ist, zur Seite zu stehen, erneuerte Söder das Angebot, bis zu 100 Betten für die Versorgung von Corona-Patienten zur Verfügung zu stellen.

Vom Bund forderte Söder, dass die Auszahlung der Corona-Hilfen noch im November beginnen müssten. "Kultur, Gastro und Solo-Selbstständige brauchen dringend Unterstützung." Zudem müsse das Bundes-Infektionsschutzgesetz schnell erweitert werden, um Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen.

Auch Babiš betonte die Bedeutung der hiesigen Corona-Hilfen: "Wenn die deutsche Wirtschaft kaputtgeht, geht auch unsere Wirtschaft kaputt." 

Die beiden Politiker sprachen deshalb auch über grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte wie einen 5G-Mobilfunk-Korridor zwischen Prag und München und den Ausbau von Eisenbahnstrecken.

Update 4. November, 9.40 Uhr: BMW erholt sich vom Corona-Schock

Der Autobauer BMW hat im dritten Quartal wie auch andere Autobauer nach dem Corona-Schock im Frühjahr wieder Boden gut gemacht. 

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern lag zwischen Juli und Ende September bei gut 1,92 Milliarden Euro und damit knapp 16 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Damit traf BMW die Analystenerwartungen. Im zweiten Quartal hatte BMW hier ein deutliches Minus verzeichnet. Das Unternehmen hatte bereits mitgeteilt, dass es die Fixkosten gesenkt und Investitionsausgaben gekürzt hatte.

Die wichtige Kernsparte mit dem Automobilbau verzeichnete eine operative Rendite (Ebit) von 6,7 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet.

Unter dem Strich verdiente BMW 1,82 Milliarden Euro und damit sogar gut 17 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die gute Entwicklung in China habe über die Beteiligung am dortigen Gemeinschaftsunternehmen zum Gewinnanstieg beigetragen, hieß es. 

Der Gesamtumsatz fiel um 1,4 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro. Den Ausblick bestätigte BMW.

Update 4. November, 6 Uhr: Schulgipfel über Unterricht unter Corona-Bedingungen

Eine Schülerin sitzt zu Beginn des Unterrichts mit Mundschutz im Klassenzimmer.
Eine Schülerin sitzt zu Beginn des Unterrichts mit Mundschutz im Klassenzimmer.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Schulen in Bayern sollen unter allen Umständen so lange wie möglich offen bleiben - so lautet das Ziel. 

Die Vorgabe der Staatsregierung hat Folgen, und über die sind längst nicht alle glücklich. 

Bei einem virtuellen Schulgipfel wollen Vertreter der Staatsregierung am Mittwoch (14 Uhr) mit Lehrern, Schülern und Eltern über die Situation an den Schulen sprechen. 

Schon im Vorfeld hatte es teils harsche Kritik der Verbände an der Schulpolitik in der Corona-Pandemie gegeben.

Update 3. November, 14.41 Uhr: Verbandsumfrage: Mehrheit der Gasthäuser auf der Kippe

Die große Mehrheit der Hotels und Gaststätten in Bayern ist nach Angaben ihres Verbandes in Existenznot. 

Bei einer Umfrage unter 1400 Betrieben sagten 72 Prozent, sie seien inzwischen in ihrer Existenz gefährdet. "An eine Wiedereröffnung im Dezember glauben nur 24 Prozent der Betriebe, über drei Viertel gehen davon aus, dass der Lockdown länger anhalten wird", teilte der Branchenverband Dehoga Bayern am Dienstag in München mit.

Bund und Länder haben die Bewirtung von Gästen vorerst bis Ende November verboten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Ausgenommen sind der Verkauf außer Haus und die Beherbergung von Geschäftsreisenden.

Dehoga-Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer sagte, 72 Prozent der befragten Betriebe könnten mit einer in Aussicht gestellten Entschädigung von 60 bis 75 Prozent des Umsatzes im Vorjahresmonat zwar den November überstehen. Die Unternehmen brauchten aber endlich konkrete Informationen und rasche Hilfen, "sonst wird es für viele Betriebe zu spät sein".

So hätten sie vor der Schließung der Gasträume und Zimmer für Touristen wissen müssen, ob Umsätze aus dem Außerhausverkauf und der Beherbergung von Geschäftsreisenden von den Förderbeiträgen abgezogen werden. In diesem Fall würden die meisten ganz schließen. Und lediglich 30 Prozent hätten noch die Hoffnung, dass sie an Weihnachten öffnen dürfen.

Die Buchung von Weihnachtsfeiern bezeichneten 68 Prozent der Wirte als "katastrophal", weitere 20 Prozent als "schlecht". Die Buchungen für die Wintersaison bis Februar sähen 63 Prozent als katastrophal, weitere 26 Prozent als schlecht.

Update 3. November, 14.40 Uhr: Sportverband: Mitglieder-Rückgang im Kinder- und Jugendbereich

Der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) stellt sich aufgrund der Corona-Krise auf einen erheblichen Mitgliederschwund ein. 

«Insgesamt steht den im BLSV organisierten Sportvereinen ein schwieriges Jahr 2021 bevor. Dort werden die Mitgliederzahlen nach ersten Erkenntnissen deutlich rückläufig sein», erklärte BLSV-Präsident Jörg Ammon der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. «Das genaue Ausmaß des Mitgliederrückgangs werden wir zu Beginn des neuen Jahres erkennen, wenn die jährliche Bestandserhebung der Mitgliederzahlen abgeschlossen ist. Was sich bereits jetzt schon abzeichnet, ist ein deutlicher Rückgang der Mitgliederzahl im Kinder- und Jugendbereich.»

Angesichts des Teil-Lockdowns im November mit den für den Amateur- und Breitensport teils unterschiedlichen Vorgaben befand Ammon: «Bundeseinheitliche Regelungen, die für alle Sportvereine gelten und an denen sich alle orientieren können, wären sehr wünschenswert. Aufgrund der unterschiedlichen Corona-Infektionslage in den einzelnen Bundesländern ist dies allerdings schwer umsetzbar.» 

Für den Verband «wäre wichtig, dass es vor allem leicht verständliche Regeln sind.»

Update 3. November, 13.30 Uhr: Schüler scheitert mit Klage gegen Quarantänepflicht

Ein Schüler aus Unterfranken ist mit einem Eilantrag gegen seine häusliche Quarantäne bei Gericht gescheitert. 

Der 13-Jährige hatte vom Landratsamt Schweinfurt die Auflagen erhalten, zu Hause zu bleiben und einen Coronatest machen zu lassen, nachdem ein anderer Schüler in der Klasse positiv auf das Virus getestet worden war. Gegen beide Auflagen hatte der Schüler, vertreten durch seine Eltern, geklagt. Wie das Verwaltungsgericht in Würzburg am Dienstag berichtete, wurde der Antrag abgelehnt.

Der Schüler hatte die Anordnung der Gesundheitsbehörde als willkürlich empfunden. Im Klassenzimmer hätten die Schüler Abstand eingehalten und eine Maske getragen, außerdem seien Coronatests unzuverlässig.

Das Gericht lehnte diese Argumentation ab. Die Quarantäneanordnung sei keine rechtswidrige Freiheitsentziehung, befanden die Richter. Die Testung zur Klärung, ob der Antragsteller selbst infiziert sei, sei auch zumutbar.

Die Rechtsvertreter des Schülers haben nun eine Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München angekündigt. Dort liegen auch bereits eine Reihe weiterer Eilverfahren, auch wegen des für November beschlossenen Teil-Lockdowns in Bayern.

Update 3. November, 12.50 Uhr: Trotz Pandemie 65.000 bei Landesausstellung in Schwaben

Trotz der massiven Einschränkungen durch die Corona-Krise haben rund 65.000 Besucher die diesjährige Bayerische Landesausstellung besucht. 

Dies gaben die Organisatoren am Dienstag in Aichach bekannt, nachdem die Ausstellung "Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte" am Sonntag ihre Tore geschlossen hat. Die Veranstalter waren mit der Resonanz des Publikums zufrieden.

Die Ausstellung, die in Schwaben in den zwei Orten Aichach und Friedberg stattfand, wurde wegen der Pandemie zunächst erst im Juni und somit später als geplant eröffnet und musste nun wegen des Teil-Lockdowns eine Woche früher schließen. 

Die Ausstellung mit rund 150 Leihgaben aus sieben europäischen Ländern zum Thema Stadtgründungen des bayerischen Königshauses Wittelsbach fand unter besonderen Hygieneauflagen statt.

Update 3. November, 11 Uhr: Vier Tote und Dutzende Infizierte in Seniorenheim in Oberpfalz

Ein Helfer hält ein Corona-Teststäbchen. In einem Altenheim in der Oberpfalz kam es zu einem großen Ausbruch.
Ein Helfer hält ein Corona-Teststäbchen. In einem Altenheim in der Oberpfalz kam es zu einem großen Ausbruch.  © Julian Stratenschulte/dpa

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Berching (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) sind vier Bewohner infolge der Infektion gestorben. 

Weitere 40 Bewohner wurden positiv auf das Coronavirus getestet, wie Andrea Schödl, Sprecherin des Caritasverbands für die Diözese Eichstätt, am Dienstag bestätigte. Sechs der Infizierten befänden sich derzeit im Krankenhaus. 

Auch 20 Mitarbeiter des betroffenen Altenheims sind laut Landratsamt infiziert.

Seit dem Ausbruch vergangene Woche steht das Heim mit 72 Einzelzimmern unter Quarantäne.

"Für demenzkranke Menschen mit einem großen Bewegungsdrang ist es außerordentlich schwer, in ihren Zimmern zu bleiben", sagte Schödl. Pflegekräfte aus anderen Caritas-Einrichtungen helfen derzeit in Berching aus. 

Die konkrete Ursache für den Ausbruch konnte noch nicht ermittelt werden. 

Der Verband nimmt an, dass ein Corona-Ausbruch in diesem Umfang nicht auf eine einzige Person oder einen einzigen Anlass zurückzuführen sei.

Update 3. November, 10.50 Uhr: Seilbahnen setzen auf Winterbetrieb mit strengem Hygienekonzept

Eine Gondel der Seilbahn auf die Zugspitze verlässt die Talstation.
Eine Gondel der Seilbahn auf die Zugspitze verlässt die Talstation.  © Sven Hoppe/dpa

Die Seilbahnen in den deutschen Ausflugs- und Wintersportgebieten setzen nach dem Teil-Lockdown auf eine Saison unter Corona-Hygieneregeln. 

Die Seilbahnen seien für den Winter gut vorbereitet und rechneten derzeit mit einem regulären Start bis Mitte Dezember, teilte der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte am Dienstag mit. Die Vorbereitungen liefen ganz regulär. Auch mit der Beschneiung der Pisten soll wie jedes Jahr begonnen werden, sobald es die Temperaturen zulassen.

Bis Ende des Monats dürfen Seilbahnen und Lifte wegen des partiellen Lockdowns nicht fahren. Jedoch finden bei den meisten Bahnen im November ohnehin turnusmäßig Revisionsarbeiten statt.

Die Betreiber hätten im Sommer gezeigt, dass die Hygienekonzepte ohne Probleme umgesetzt werden konnten, erläuterte der Verband. In den Wartebereichen und während der Fahrt mussten die Gäste Abstand halten und Masken tragen. Die Kabinenbahnen fuhren laut Verband nur mit 60 bis zu 80 Prozent der Gäste. Die Kabinen seien gut durchlüftet, die Gäste hielten sich nur für einen kurzen Zeitraum darin auf - und Skifahren und Winterwanderungen fänden ohnehin im Freien mit viel frischer Luft und Platz statt, hieß es weiter.

Verschoben ist bisher nur der Saisonstart an der Zugspitze. An Deutschlands höchstem Berg sollte es bereits am 13. November losgehen. Doch auch hier ruht der Betrieb bis zum 30. November.

Update 2. November, 16.05 Uhr: Regierung: Noch keine Personalnot auf Intensivstationen in Bayern

Ein Arzt operiert in der Orthopädischen Chirurgie München (OCM) einen Patienten am Knie.
Ein Arzt operiert in der Orthopädischen Chirurgie München (OCM) einen Patienten am Knie.  © Sven Hoppe/dpa

Bayerns Staatsregierung sieht derzeit noch keinen Engpass beim Pflegepersonal auf den Intensivstationen im Freistaat wegen der Corona-Pandemie. 

"Bislang ist dem Gesundheitsministerium noch kein Engpass beim Pflegepersonal bekannt", sagte ein Ministeriumssprecher am Montag auf dpa-Anfrage. "Wir beobachten die Entwicklung aber genau." Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern hatte zuvor massive Engpässe beklagt und vor einem Zusammenbruch des Systems gewarnt.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) habe sich vorsorglich an Bundesminister Jens Spahn (CDU) gewandt und um Wiederaussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen insbesondere für die Intensivstationen gebeten. "Den Krankenhäusern muss die in dieser Situation notwendige Flexibilität beim Einsatz des vorhandenen Personals gegeben werden", hieß es aus dem Ministerium. Es müsse klar sein, dass ausreichende personelle Kapazitäten nötig seien, um vorhandene Intensivbetten auch tatsächlich belegen zu können.

Nach Angaben des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) müssen im Winterhalbjahr nach langjährigen Erfahrungen 20 Prozent der Intensivbetten gesperrt werden, weil nicht ausreichend Personal zur Verfügung gestellt werden kann.

Nach geltenden Regelungen liegt die Personaluntergrenze derzeit auf Intensivstationen bei 2,5 Patienten pro Pflegekraft tagsüber und 3,5 Patienten nachts. "Das sind absolute Untergrenzen!», sagte eine Sprecherin der Vereinigung der Pflegenden in Bayern. «In einem Herzzentrum würde niemand auf die Idee kommen, einer Pflegekraft 2,5 Patienten aufzubürden." Das Personal sei schon nach dem Frühjahr über der Belastungsgrenze gewesen, die Situation sei eher noch schlimmer geworden.

Laut Intensivregister stehen derzeit in Deutschland 28.824 betreibbare Intensivbetten zur Verfügung, für die auch Personal zur Verfügung steht, in Bayern sind es 4087 Betten. Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums wurden am Montag 2309 Patienten in Intensivbetten mit Möglichkeit zur Beatmung behandelt, davon waren 251 Patienten an Covid-19 erkrankt. 743 solcher Betten waren noch frei.

Update 2. November, 16 Uhr: Neue Zahlen für München

In München wurden insgesamt 249 neue Corona-Fälle gemeldet.

In der Landeshauptstadt sind somit bislang 17.548 Infektionen bestätigt. In dieser Fallzahl enthalten sind 13.432 Menschen, die nach ihrer Erkrankung als geheilt gelten, sowie leider auch 250 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt laut Robert Koch-Institut (RKI) demnach nun 142,0. 

Update 2. November, 15.55 Uhr: Ganz Bayern auf der Corona-Landkarte nun rot!

Auf der Corona-Landkarte ist seit Montag ganz Bayern rot. 

Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen berichtete, hat nun auch der Landkreis Amberg-Sulzbach in der Oberpfalz die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen überschritten und befindet sich damit im roten Warnbereich.

Zahlreiche kreisfreie Städte und Landkreise im Freistaat liegen allerdings auch schon lange über der 100er-Marke und gelten damit als dunkelrot. Am kritischsten war die Lage nach Angaben des LGL zum Wochenanfang im Landkreis Rottal-Inn mit einem Wert von 314 und in der Stadt Augsburg mit 305.

Im gesamten Freistaat sind bisher nahezu 110.000 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden (Stand: Montag, 08.00 Uhr). 2811 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten, sind in Bayern gestorben. Als genesen galten etwa 78 000 Menschen.

Update 2. November, 14.25 Uhr: SPD fordert Luftfilterförderung für alle Klassenzimmer

Die Landtags-SPD fordert eine breitere Förderung für mobile Luftfilteranlagen in Schulen. "Das Förderprogramm muss für alle Klassenzimmer gelten", sagte der kommunalpolitische Sprecher Klaus Adelt am Montag. "Wir können die Kinder im Winter nicht bei offenen Fenstern frieren lassen, das ist völlig unverantwortlich!"

In einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der der Deutschen Presse-Agentur exklusiv vorliegt, kritisiert Adelt die aktuelle Förderrichtlinie der Staatsregierung als verwirrend und fordert eine Klarstellung. Von einigen ausführenden Regierungen werde die Richtlinie nämlich so verstanden, dass Filteranlagen nur für Klassenzimmer gefördert werden dürften, die keine oder nicht zum Lüften geeignete Fenster hätten.

"Das ist ein schwerer Vertrauensbruch der Regierung Söder", sagte Adelt. Der Ministerpräsident müsse die Schulen "winterfest" machen. Auch die SPD-Abgeordnete Ruth Müller übt Kritik. "Nach der Ankündigung der Staatsregierung erwarten Eltern und Lehrer zu Recht, dass so schnell wie möglich Luftfilteranlagen angeschafft werden."

Update 2. November, 13.59 Uhr: Mindestens 72 Corona-Fälle in unterfränkischem Seniorenheim

In einem Seniorenheim im unterfränkischen Ochsenfurt (Landkreis Würzburg) sind 72 Bewohner und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Das Würzburger Gesundheitsamt hat deswegen für das komplette Heim Quarantäne angeordnet, wie das Landratsamt mitteilte. Am Wochenende seien 109 Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung auf das Virus getestet worden. Bislang sei das Virus bei 46 Bewohnern und 26 Mitarbeitern festgestellt worden. 

Am Montag wurde über das weitere Vorgehen beraten.  

Update 2. November, 13.55 Uhr: Team der SpVgg Unterhaching kann Corona-Quarantäne verlassen

Gute Nachrichten gibt es von der SpVgg Unterhaching! 

"Die gestrige Testung hat keinerlei positive Ergebnisse ergeben", teilte der Verein am Montag offiziell mit. Somit können "die Mannschaft und das Funktionsteam die Quarantäne beenden und heute wieder ins Training einsteigen".

Der am Freitag positiv getestete Spieler brauche jedoch "zur Sicherheit ein weiteres negatives Testergebnis".

Das Team der SpVgg Unterhaching kann Corona-Quarantäne verlassen.
Das Team der SpVgg Unterhaching kann Corona-Quarantäne verlassen.  © Sven Hoppe/dpa

Update 2. November, 13.50 Uhr: Theater kritisieren coronabedingte Schließungen

Mehrere bayerische Theater haben in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die pauschale Schließung von Bühnen wegen der Corona-Pandemie kritisiert. Sie fordern, die Theater sollten auf ihre individuellen Hygienemaßnahmen hin von Experten geprüft werden.

Die Bühnenhäuser hätten strenge Hygienekonzepte ausgearbeitet und eingehalten. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Theater zu Orten von Superspreader-Ereignissen geworden seien, heißt es in dem Brief vom Montag, den Vertreter unter anderem der Theater in Augsburg, Würzburg, Bamberg und Regensburg unterzeichnet haben. "Kultur ist kein Luxus, sondern eine zwingende Notwendigkeit jeder zivilisierten Gesellschaft!"

Bereits vor zehn Tagen hatten die Intendanten bayerischer Bühnen sowie der bayerische Landesverband im Deutschen Bühnenverein Söder aufgefordert, verschärfte Corona-Auflagen für Theater zurückzunehmen.

Update 2. November, 13.35 Uhr: Nicht-Corona-Behandlungen finden an vielen Kliniken nach Plan statt

An vielen Kliniken in Bayern sollen reguläre medizinische Behandlungen trotz des Teil-Lockdowns im November zunächst planmäßig weitergeführt werden. 

"Solange die Ressourcen zur Behandlung von Nicht-Corona-Patienten da sind, die Sicherheit der Patienten und Mitarbeiter gewährleistet ist und das allgemeine Infektionsgeschehen es nicht erfordert, spricht nichts dagegen, dass wir unserem regulären Versorgungsauftrag nachkommen", sagte eine Sprecherin der Gruppe Schön Klinik, die mehrere Kliniken in Bayern betreibt, am Montag auf Anfrage.

Auf Veränderungen des Infektionsgeschehens und den Bedarf an mehr Behandlungsplätzen für Covid-19-Patienten könne man aber jederzeit reagieren – auch wenn dieser bislang noch nirgendwo gemeldet sei. Auch an den bayerischen Standorten der Klinikgruppe Enzensberg finden nach Angaben eines Sprechers weiterhin Nicht-Corona-Behandlungen statt. Allerdings müsse die Situation neu bewertet werden, wenn Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Katastrophenfall ausrufen sollte.

An Kliniken der Gruppe Rhön Klinikum fänden planbare Operationen und Behandlungen "mit Einschränkungen" statt, hieß es. Man stehe im engen Austausch mit anderen Krankenhäusern und den regionalen und überregionalen Gesundheitsbehörden und habe bei Bedarf auch Katastrophenpläne vorliegen, um "geregelt auf Veränderungen des Infektionsgeschehens und ansteigende Covid-Patientenzahlen zu reagieren".

Update 2. November, 13.25 Uhr: Bayerische Firmen erwarten sinkende Präsenz im Büro

Im Teil-Lockdown wird es in bayerischen Büros wieder leerer. Mehrere große Firmen im Freistaat erwarten sinkende Präsenz, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montag ergab. Bei den Schutzkonzepten gibt es aber höchstens graduelle Veränderungen und oft den Hinweis, im Zweifel doch lieber zu Hause zu arbeiten.

Bei Siemens sollen Mitarbeiter noch häufiger im Homeoffice bleiben. Bereits am Freitag sei eine Mail an die Mitarbeiter gegangen, die auf die Bedeutung der Regeln hingewiesen habe, hieß es. Ähnlich ist die Situation bei Infineon: Auch dort gab es am Freitag die Bitte an die Mitarbeiter, zu hinterfragen, ob sie wirklich im Büro vor Ort sein müssen.

Die Allianz hatte schon am Montag vergangener Woche auf die gestiegenen Infektionszahlen reagiert und die Regeln für die maximale Bürobelegung verschärft. Zuvor wären bis zu 50 Prozent möglich gewesen, auch wenn diese nicht erreicht wurden, wie eine Sprecherin sagte. Jetzt sei man auf rund 20 Prozent zurückgegangen. "Es wird dringend empfohlen, von zu Hause aus zu arbeiten, wo immer möglich."

Auch Audi hat mit den steigenden Infektionszahlen bereits reagiert. Seit dem 20. Oktober gilt in Ingolstadt eine verschärfte Maskenpflicht. Wer kann, soll im Homeoffice bleiben. Mit dem Teil-Lockdown müssen jetzt Kundenrestaurants und das Museum Mobile schließen, und Werksführungen gibt es nur noch virtuell.

BMW hat keine pauschale Regelung zum Homeoffice. Dies liege im individuellen Ermessen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, heißt es. Dort erwartet man keine großen Änderungen. Die geltenden Schutzmaßnahmen griffen, sagte eine Sprecherin. Bei Adidas heißt es, man habe die Zahl der Mitarbeiter in der Zentrale bereits auf ein absolutes Minimum reduziert. Wo möglich, werde mobil gearbeitet.

Update 2. November, 12.50 Uhr: Corona-Unterricht ist laut Elternverbänden planlos und ungerecht

 In einem offenen Brief an Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) haben bayerische Elternverbände den Unterricht in Corona-Zeiten massiv kritisiert und fehlende Konzepte beklagt. 

"Wir Eltern werden nicht hinnehmen, dass unsere Kinder durch die Pandemie zu Verlierern werden", hieß es in dem am Montag veröffentlichten gemeinsamen Schreiben der Landeselternvereinigung der Gymnasien (LEV) und des Bayerischen Elternverbands (BEV). 

Von einer "gelungenen Erziehungspartnerschaft" könne nicht die Rede sein, weil Eltern zu Ersatzlehrern werden müssten und keine Chancengleichheit gegeben sei: "Der Leistungs- und Bildungsstand des einzelnen Schülers hängt in der Pandemie mehr denn je von elterlicher Unterstützung und Förderung ab", hieß es. 

Die Schulen seien wegen der Gefahr, jederzeit wieder auf Distanzunterricht umstellen zu müssen, auf schnelle Notengebung bedacht, was Schüler und Eltern massiv unter Druck setze. Dass oftmals Lernstoff noch nachgeholt werden müsse, werde aber nicht berücksichtigt, beklagten die Verbände.

Zudem herrsche auch acht Monate nach Beginn der Pandemie "digitales Chaos".

Update 2. November, 12.45 Uhr: Frankenwürfel fällt Corona zum Opfer

Die Verleihung des "Frankenwürfels" wird wegen des Teil-Lockdowns auf nächstes Jahr verschoben. Darauf haben sich die Regierungspräsidenten der drei Bezirke Unter-, Mittel- und Oberfranken verständigt. 

"Unter den Vorgaben, die uns allen auferlegt sind, ist eine würdige öffentliche Verleihung des Frankenwürfels in diesem Jahr nicht möglich", so Unterfrankens Regierungspräsident Eugen Ehmann am Montag. Es werde auch keine Preisverleihung im kleinen Kreis oder online geben, sagte ein Sprecher der Regierung von Unterfranken in Würzburg.

Der undotierte Frankenwürfel wird alljährlich am 11. November verliehen. Die geehrten "typischen Franken" zeichnen sich laut Statut durch die drei "W" aus: das Wendige, das Witzige und das Widersprüchliche. Nach 35 Verleihungen kommt nun wohl auch das Wartenkönnen hinzu.

Update 2. November, 11.45 Uhr: Siemens zahlt bis zu 1000 Euro Corona-Bonus

Siemens zahlt den meisten seiner Mitarbeiter einen Corona-Bonus von bis zu 1000 Euro. Insgesamt schüttet der Konzern 200 Millionen Euro aus, wie er am Montag mitteilte. Alle Mitarbeiter weltweit mit Ausnahme des oberen Managements sollen demnach Geld erhalten - das dürften rund 235.000 Menschen sein.

"Die vergangenen Monate waren auch für unser Unternehmen eine gewaltige Herausforderung, die wir zusammen vergleichsweise gut gemeistert haben", sagte der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser. Die Zahlung unterstreiche die Wertschätzung "für die außerordentlichen Leistungen und den Einsatz unserer Kolleginnen und Kollegen unter schwierigsten Bedingungen".

Das Geld soll nach Möglichkeit noch im laufenden Jahr fließen. Gezahlt werden bis zu 1000 Euro, wobei die Summe an die jeweilige Kaufkraft in den einzelnen Ländern angepasst wird.

Update 2. November, 8.30 Uhr: Bayerischer Fußball-Verband entscheidet über vorzeitige Winterpause

Vor dem Hintergrund des coronabedingten Teil-Lockdowns steht der Amateurfußball in Bayern vor einer vorzeitigen Winterpause. Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) entscheidet am Montag bei einer Online-Sitzung über solch einen weitreichenden Schritt. 

Angesichts steigender Corona-Zahlen gelten für den gesamten November verschärfte Maßnahmen. So muss der Profi-Fußball seine Spiele vor leeren Rängen austragen. Untersagt ist jeglicher Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen sowie privaten Sportanlagen. 

Eine Ausnahme stellt mit Einschränkungen der Individualsport dar.

Update 1. November, 22.23 Uhr: Alternative wäre laut Markus Söder nur, es laufen zu lassen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die ab diesem Montag geltenden strengeren Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie verteidigt. 

"Die Alternative wäre, es laufen zu lassen", sagte der CSU-Chef am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". Das würde aber einen enormen Anstieg der Infektionen bedeuten. Die Folge seien das Volllaufen der Krankenhäuser und am Ende auch hohe Todeszahlen. "Es gibt auf der ganzen Welt kein anderes Konzept als das Reduzieren von Kontakten, um auf Corona zu reagieren", so Söder. "Wenn es ein besseres, leichteres gäbe, würden wir es ja sofort anwenden." Hinzukomme, dass der jetzige Lockdown milder sei als im Frühjahr und in anderen europäischen Ländern.

Von diesem Montag an sind in allen Bundesländern entsprechende Verordnungen in Kraft. Bundesweit müssen Gastronomie, Kultur und Freizeiteinrichtungen weitestgehend schließen. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln: In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen - teils gilt das sogar für Treffen im privaten Raum.

Das Herunterfahren der Kontakte soll verhindern, dass Gesundheitsämter und das Gesundheitssystem überlastet werden, insbesondere die Intensivstationen.

Update 1. November, 22.20 Uhr: Rund 1900 Menschen bei Protest gegen Corona-Maßnahmen in München

Rund 1900 Menschen haben nach Angaben der Polizei am Sonntag gegen die Corona-Maßnahmen auf der Münchner Theresienwiese protestiert. 

Der Veranstalter hatte die ursprünglich geplante Versammlung zu einem Gottesdienst erklärt. "Hier geht es nicht um Versammlungsfreiheit, hier geht es um einen Gottesdienst", hatte einer der Redner am Sonntag auf der Theresienwiese gesagt, bevor er die Teilnehmer aufrief, mit ihm zu beten. 

Den Angaben zufolge war die Polizei dem Gedanken eines Gottesdienstes zunächst gefolgt, "da Inhalte und der Charakter eines Gottesdienstes erkennbar waren". "Als sich die Veranstaltung immer stärker in die Zielrichtung eines Konzerts entwickelte" und der Veranstalter sich nicht einsichtig zeigte, wurde die Veranstaltung nach den Angaben gegen 19 Uhr abgebrochen.

Bei der An- und Abreise der Teilnehmer sprach die Polizei nach eigenen Angaben rund 200 Belehrungen wegen nicht oder nicht richtig getragener Mund-Nasen-Bedeckungen aus. In zwei Fällen sei es zu einer Anzeige wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz gekommen, in fünf Fällen seien Ermittlungen wegen des Verdachtes des Vorzeigens falscher Atteste nötig geworden. Die Stadt hatte nur 1000 Teilnehmer zu der Demonstration zugelassen, zwei Gerichte hatten die Beschränkungen bestätigt. Die Veranstalter von der Initiative "Querdenken 089" hatten 5000 Demonstranten angemeldet. 

Auf der Bühne, auf der auch Fernseh-Pfarrer Jürgen Fliege als Redner erwartet wurde, waren Kreuze aufgestellt - und Särge mit Blumenkränzen und Deutschland-Flaggen.

Update 1. November, 21.27 Uhr: Auf fehlenden Mund-Nasen-Schutz angesprochen, Lage eskaliert

Im Streit um seinen fehlenden Mund-Nasen-Schutz hat ein 61 Jahre alter Rollstuhlfahrer in München einen Teenager mit einer Bierflasche beworfen. 

Zunächst habe eine 85-Jährige den Mann am Bahnhof Pasing auf seine fehlende Maske hingewiesen, teilte die Bundespolizei am Sonntagabend mit. Der 61-Jährige habe aggressiv reagiert und die Frau angeschrien. Ein 16-Jähriger kam der Seniorin daraufhin zur Hilfe. Der Rollstuhlfahrer bedrohte den 16-Jährigen zunächst mit einer Fleischgabel und schließlich mit einem Küchenmesser.

Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,57 Promille bei dem 61-Jährigen. Den Mann erwartet ein Verfahren wegen Bedrohung und versuchter gefährlicher Körperverletzung. 

Update 1. November, 17.16 Uhr: Veranstalter wollen aus Corona-Demo einen Gottesdienst machen

Menschen stehen auf dem Gärtnerplatz in München bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen.
Menschen stehen auf dem Gärtnerplatz in München bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Veranstalter der Münchner Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen wollen aus ihrer Kundgebung einen Gottesdienst machen. 

"Hier geht es nicht um Versammlungsfreiheit, hier geht es um einen Gottesdienst", sagte einer der Redner am Sonntag auf der Theresienwiese, bevor er die Teilnehmer aufrief, mit ihm zu beten. Bei Gottesdiensten im Freien gibt es in Bayern keine maximale Teilnehmerzahl.

Die Stadt hatte nur 1000 Teilnehmer zu der Demonstration zugelassen, zwei Gerichte hatten die Beschränkungen bestätigt. Die Veranstalter von der Initiative "Querdenken 089" hatten 5000 Demonstranten angemeldet, zu Beginn der Veranstaltung hatten sich nach Polizeiangaben rund 1700 Menschen auf der Theresienwiese versammelt.

Auf der Bühne, auf der auch Fernseh-Pfarrer Jürgen Fliege als Redner erwartet wurde, waren Kreuze aufgestellt - und Särge mit Blumenkränzen und Deutschland-Flaggen.

Nach Polizeiangaben blieb zu Beginn der Protestaktion alles friedlich.

Update 1. November, 15.05 Uhr: Gericht bestätigt Auflagen für Münchner Corona-Demo

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat die Auflagen der Stadt München für eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen am Sonntag bestätigt. Er wies eine Beschwerde der Veranstalter der Bewegung «Querdenken 089» gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts München zurück.

Damit dürfen nur 1000 Menschen statt der beantragten 5000 an der für den Nachmittag geplanten Demonstration auf der Theresienwiese teilnehmen. Es besteht Maskenpflicht, außerdem muss der Veranstalter dafür sorgen, dass genügend Ordner vorhanden sind. Ein Protestzug durch die Stadt zur Theresienwiese wurde untersagt.

Die Stadt gehe zurecht davon aus, dass Versammlungen der Querdenken-Bewegung «nur mit einer reduzierten Teilnehmerzahl und unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen (Mindestabstände und das Tragen von Masken) infektionsschutzrechtlich vertretbar seien», begründete Bayerns VGH seine Entscheidung. Wenn sich ein Veranstalter ausdrücklich weigere, Hygienemaßnahmen zu ergreifen, sei auch eine Untersagung gerechtfertigt. Das Selbstbestimmungsrecht von Versammlungen finde seine Grenze in den Rechtsgütern Dritter und der Allgemeinheit.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof ist in der Sache die letzte Instanz. Eine Möglichkeit zur Beschwerde gibt es nicht.

Update 1. November, 14 Uhr: Polizei zeigt 18 Maskenverweigerer bei Demonstration an

Die Polizei hat 18 Demonstranten angezeigt, die in Schweinfurt ohne Mund-Nasen-Bedeckung an einer Kundgebung teilgenommen haben. 

Wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte, hatten sich tags zuvor etwa 100 Menschen in der Innenstadt zu einer Demonstration der Bürgerinitiative "Eltern stehen auf" getroffen - die Organisatoren sprechen sich unter anderem gegen die Maskenpflicht aus.

"Die Veranstaltung war in der Größe genehmigt, allerdings unter der Auflage, dass die Teilnehmer Masken tragen", sagte der Sprecher. 

"Da sich 18 Demonstranten auch nach mehreren Aufforderungen und Gesprächen weiter weigerten eine aufzuziehen, wurden sie alle wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz angezeigt."

Update 1. November, 10.40 Uhr: Polizei: "Ein ganz unspektakuläres Halloween"

An Halloween ist es in Bayern nach offiziellen Angaben zu keinen größeren Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz gegeben.

 Wie die Polizei bestätigte, blieb es in der Nacht zum Sonntag weitestgehend ruhig. So gab es zwar vereinzelte Ruhestörungen und kleinere Sachbeschädigung, aber keine größeren Partys. "Ein ganz unspektakuläres Halloween", fasste ein Sprecher der Polizei zusammen. 

Zuvor war wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage davor gewarnt worden, Halloween wie gewohnt zu begehen, um risikoreiche Kontakte unter den Menschen zu vermeiden.

Update 1. November, 10.20 Uhr: Corona-Inzidenz im Landkreis Rottal-Inn laut RKI wieder unter 300

Der Sieben-Tage-Wert bei den Corona-Infektionen im Landkreis Rottal-Inn ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder unter die Marke von 300 gesunken. 

Am Sonntag meldete das RKI 293 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Am Vortag waren es noch 304,5 gewesen. Die bayerische Corona-Landkarte ist mittlerweile fast vollständig rot oder dunkelrot gefärbt. Nur noch der Landkreis Amberg-Sulzbach befand sich am Sonntag nach RKI-Angaben mit einer Inzidenz von 36,9 nicht in einer der beiden höchsten Warnstufen. 

Die rote Warnstufe gilt ab einem Wert von 50, die dunkelrote ab einer Inzidenz von 100.

Update 1. November, 9.30 Uhr: Veranstalter von Corona-Demo legen Beschwerde gegen Urteil ein

"1.Welle - 2.Welle - Dauerwelle" steht auf dem Plakat einer Demonstrantin bei einer Querdenken-Demo.
"1.Welle - 2.Welle - Dauerwelle" steht auf dem Plakat einer Demonstrantin bei einer Querdenken-Demo.  © Annette Riedl/dpa

Die Veranstalter der für diesen Sonntag in München geplanten Demo gegen die Corona-Maßnahmen haben Beschwerde gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts München eingelegt. 

Das teilte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) mit. Die Beschwerde richtet sich nach Angaben eines VGH-Sprechers unter anderem gegen die Beschränkung auf 1000 Teilnehmer und die Anordnung einer Maskenpflicht. 

Das Kreisverwaltungsreferat hatte die Auflagen ausgesprochen, das Verwaltungsgericht bestätigte sie am späten Samstagabend. 

Dagegen gehen die Organisatoren vom Bündnis "Querdenken 089" nun vor. Der Verwaltungsgerichtshof ist die letzte Instanz. Die Demonstration ist für den Nachmittag geplant.

Update 31. Oktober, 22.18 Uhr: Verwaltungsgericht München lehnt Eilanträge von "Querdenken 089" ab

Das Verwaltungsgericht München hat Eilanträge von Gegnern der Corona-Maßnahmen gegen Auflagen der Stadt für die am Sonntag geplante Demonstration abgelehnt. 

Das teilte das Gericht am späten Samstagabend mit. Das Bündnis "Querdenken 089" war vor Gericht gezogen, um die Begrenzung von 1000 Teilnehmern bei der Demonstration am Sonntag aufzuheben, hatte damit jedoch keinen Erfolg.

"Bei einer Teilnehmerzahl von über 1000 Personen ist ein Verstoß gegen die geltenden Infektionsschutzmaßnahmen zu erwarten", entschied das Gericht. Außerdem bestätigte das Verwaltungsgericht die Entscheidung der Landeshauptstadt, dass für die Teilnehmer eine Maskenpflicht gilt sowie die Untersagung der Zubringerversammlung zwischen Königsplatz und Theresienwiese.

Gegen die Beschlüsse kann das Bündnis Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen.

Gegner der Corona-Maßnahmen wollen am Sonntag wieder in München demonstrieren. Am 12. September hatten zuletzt 10 000 Menschen auf der Theresienwiese gegen Maskenpflicht und Abstandsregeln demonstriert.

Update 31. Oktober, 17.53 Uhr: Menschenkette gegen Theater-Schließungen

Mit einer Menschenkette durch die Münchner Innenstadt haben Theatermitarbeiter am Samstag gegen die coronabedingten Schließungen ihrer Häuser demonstriert. 

Sie waren mit Flatterband verbunden, um sich nicht an den Händen halten zu müssen und Abstand wahren zu können.

«In Zeiten der Pandemie halten wir es für eine offene und demokratische Gesellschaft unabdingbar, dass es Räume für Austausch und künstlerische Auseinandersetzungen gibt», teilten die Organisatoren von den Münchner Kammerspielen mit. Sie betonten: «Es geht um den Erhalt des Kultursektors, und nicht darum, die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie anzuzweifeln.»

Von Montag an gilt in Bayern und ganz Deutschland ein Teil-Lockdown. Das öffentliche Leben wird heruntergefahren, alle Bühnen geschlossen.

Update 31. Oktober, 14.25 Uhr: Bedford-Strohm ruft zu Solidarität in Corona-Zeiten auf

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat zur Solidarität in Corona-Zeiten aufgerufen. 

«Lasst uns gerade jetzt, wo wir so sehr mit uns selbst beschäftigt sind, auch an die anderen denken», sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Samstag laut Mitteilung in der Stadtkirche Bad Windsheim.

Ausgerechnet von einem kleinen, «nur unter dem Mikroskop sichtbaren» Virus werde der christliche Glaube am Reformationstag 2020 herausgefordert. 

Es sei ein Virus, «das uns Angst macht, das uns brutal vor Augen stellt, wie wenig Kontrolle wir über unser Leben haben, das uns mit unserer Endlichkeit konfrontiert» und eine «ganze Welt im Würgegriff» halte.

Update 31. Oktober, 14.29 Uhr: Trotz Corona bleibt Bayerns Kommunaler Finanzausgleich auf Rekordhöhe

Trotz der massiven Steuerverluste des Freistaats durch die Corona-Krise bleibt der Kommunale Finanzausgleich (FAG) in Bayern auch 2021 auf dem Rekordniveau dieses Jahres. 

«Wir haben intensiv verhandelt und ein solides Ergebnis erzielt. Der FAG bleibt 2021 auf höchstem Niveau von insgesamt 10,3 Milliarden Euro», sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Mit der Zahlung werde die Voraussetzung geschaffen, dass die Kommunen auch in der Pandemie weiter ihre «wichtigen Aufgaben erfüllen und kraftvoll in die Zukunft investieren können». Wie der Freistaat seinerseits das Geld refinanziert, wird sich erst bei der Aufstellung des Etats für 2021 zeigen. Es ist aber davon auszugehen, dass die Staatsregierung deshalb neue Schulden aufnehmen muss.

Mit dem Kommunalen Finanzausgleich regelt der Freistaat die Aufteilung von Steuereinnahmen unter Gemeinden, Städten, Landkreisen und Bezirken. Der Umfang des Ausgleichssystems stieg zuletzt unter anderem wegen der steigenden Steuereinnahmen auf immer neue Rekordwerte. Deshalb konnte Bayern 2020 die Höchstsumme von fast 10,3 Milliarden Euro bereitstellen, nach 9,97 Milliarden Euro im Jahr 2019. 

Wegen der Krise sind die Steuereinnahmen aber massiv eingebrochen - sowohl aufseiten des Landes als auch bei den Kommunen.

Update 31. Oktober, 13.50 Uhr: Polizei löst Partys auf

Eine letzte Party vor dem Lockdown: Am Wochenende bevor das öffentliche Leben in Bayern wieder zum Erliegen kommen soll, scheinen die Menschen in Feierlaune zu sein. Zu der Einschätzung kommen einige Polizeipräsidien in Bayern am Samstag.

"Gefühlt nutzen die Leute die Tage vor dem Lockdown noch aus", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Regensburg. In der Nacht auf Samstag habe es in der Regensburger Innenstadt einige Einsätze wegen Ruhestörung gegeben. Ebenso in Augsburg: "Der Freitag war ein bisschen unruhiger", teilte ein Polizeisprecher mit.

Bevor am Montag die Gastronomie, der Tourismus sowie Freizeitangebote in Bayern runtergefahren werden, feierten laut den Polizeiinspektionen noch einige. So löste die Polizei in Eltmann (Landkreis Haßberge) am Freitagabend eine Feier mit neun Personen aus sechs verschiedenen Haushalten auf. Auch im Landkreis Regensburg feierten sechs Personen am Freitagabend in einer Wohnung in Wörth an der Donau. Von der Party erfuhr die Polizei, weil eine junge, betrunkene Frau in ein Krankenhaus gebracht worden war.

Im Kampf gegen das Coronavirus gelten in Bayern vom 2. November an strenge Kontaktbeschränkungen. Bisher galt in den meisten Landkreisen die Regelung, dass sich bei privaten Feiern maximal fünf Personen oder zwei Haushalte treffen dürfen. 

Ab Montag wird der Aufenthalt im öffentlichen wie im privaten Raum auf die Angehörigen des eigenen Hausstands und eines weiteren Hausstands begrenzt. Maximal dürfen nur noch zehn Personen zusammenkommen.

Update 31. Oktober, 13.20 Uhr: Touristen müssen Hotels in Bayern spätestens am 2. November verlassen

Touristen müssen Hotels in Bayern wegen des Corona-Teil-Lockdowns spätestens am Vormittag des 2. November verlassen. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Samstag mit. 

"Übernachtungsgäste dürfen aus Kulanz auch noch im Laufe des Vormittags des 2. Novembers abreisen, obwohl die Verordnung eigentlich schon ab Mitternacht gilt."

Vom Montag an soll es bundesweit bis Ende November einen Teil-Lockdown geben. Hotels dürfen dann keine Touristen empfangen. Unter anderem damit sollen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen werden. Darauf hatten sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt.

Zuvor hatten bereits Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ähnliche Regelungen mitgeteilt. In Schleswig-Holstein müssen Touristen grundsätzlich bis zum 2. November abgereist sein, Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen bekommen wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen bis zum 5. November Zeit, wie die Landesregierung in Kiel unter Verweis auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse mitteilte.

Touristen aus Mecklenburg-Vorpommern müssen spätestens bis zum 5. November abreisen, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) angekündigt hat. Grundsätzlich dürften dort vom 2. November an für den restlichen Monat keine Gäste mehr für touristische Zwecke aufgenommen werden.

In Bayern haben am Freitag die einwöchigen Herbstferien begonnen. 

Update 31. Oktober, 11.21 Uhr: Vor Heimspiel gegen Duisburg: Positiver Corona-Fall bei 1860 München

Beim TSV 1860 München ist ein namentlich nicht genanntes Mitglied des Funktionsteam vor dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Das teilte der Tabellenführer der 3. Fußball-Liga am Samstag wenige Stunden vor der Partie im Grünwalder Stadion mit. Das Spiel könne trotzdem stattfinden.

Die "akribische Einhaltung des umfänglichen Hygienekonzeptes" habe in den vergangenen sieben Monaten eine Infektion im Trainings- und Spielbetrieb der Profimannschaft fernhalten können, berichteten die Sechziger auf ihrer Homepage. 

In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt München habe der Verein "grünes Licht" für die Austragung der Partie erhalten.

Update 31. Oktober, 9.46 Uhr: 23 Millionen Euro für bessere Hygiene in Kitas

Die bayerischen Kindertagesstätten bekommen zum Schutz vor Corona-Infektionen weitere 23 Millionen Euro vom Freistaat für bessere Hygienemaßnahmen. 

13 Millionen davon sollen nach Angaben von Familienministerin Carolina Trautner (CSU) in CO2-Sensoren und Luftreinigungsgeräte investiert werden, die übrigen 10 Millionen in Desinfektionsspender, mobile Trennwände, kontaktlose Fieberthermometer und Schutzmasken.

"Im Hinblick auf den anstehenden Winter ist es besonders wichtig, die Einrichtungen jetzt finanziell zu unterstützen und den Beschäftigten in den Kitas und den Familien mehr Sicherheit in Sachen Infektionsschutz zu geben", sagte Trautner laut Mitteilung am Samstag in München.

Das Geld soll gemessen an der Zahl der betreuten Kinder gleichmäßig auf die bayerischen Gemeinden verteilt werden. Diese sollen dann selbst entscheiden, wie die Mittel innerhalb ihrer Kommune auf die verschiedenen Träger verteilt werden.

Das Bayerische Kabinett hatte das Programm am 1. Oktober beschlossen, jetzt soll es starten. Anschaffungen, die ab dem 1. Oktober getätigt wurden, können rückwirkend gefördert werden.

Update 31. Oktober, 9.40 Uhr: Corona-Inzidenz im Landkreis Rottal-Inn laut RKI bei über 300

Der Landkreis Rottal-Inn hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei der Sieben-Tage-Inzidenz die Marke von 300 Corona-Neuinfektionen überschritten.

Am Samstag meldete das RKI 304,5 Fälle innerhalb der letzten sieben Tage. Die bayerische Corona-Landkarte ist mittlerweile fast vollständig rot oder dunkelrot gefärbt. 

Nur noch der Landkreis Amberg-Sulzbach befand sich am Samstag nach RKI-Angaben mit einer Inzidenz von 38,8 nicht in einer der beiden höchsten Warnstufen.

Update 31. Oktober, 7 Uhr: Maskenpflicht und Abstand gelten auch an Halloween

Es ist wieder Halloween - doch dieses Jahr ganz anders als sonst: Mit der Drohung "Süßes, sonst gibt’s Saures" von Tür zu Tür zu ziehen, davon raten Polizei und Politik ab. 

Man solle außerdem nicht zu Motto-Partys zusammenkommen, auch nicht in reduziertem Umfang, hatte die bayerische Gesundheitsministerin, Melanie Huml (CSU), bereits vergangene Woche betont. "Denn es ist wichtig, unnötige Kontakte zu minimieren und Infektionsketten zu unterbrechen."

Wer aber trotzdem am Samstagabend auf Süßigkeitenjagd geht, muss die Regeln zur Eindämmung der Pandemie beachten, etwa das Maskentragen und Abstandhalten. Die Polizei Niederbayern erwartet, dass viele Türen, an denen geklingelt werde, geschlossen bleiben. Von Streichen, die dann üblich sind, solle man absehen, hieß es in einer Mitteilung. 

Weil einige Streiche in der Vergangenheit zu weit gingen, betonte ein Sprecher: "Halloween ist kein Freibrief für Straftaten."

Polizistinnen gehen an einem Schaufenster in der Münchner Innenstadt vorbei.
Polizistinnen gehen an einem Schaufenster in der Münchner Innenstadt vorbei.  © Peter Kneffel/dpa

Update 30. Oktober, 20.09 Uhr: Stadt genehmigt Corona-Demo in München unter Auflagen

Die Stadt München hat die für Sonntag angekündigte Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen unter strikten Auflagen zugelassen. 

Maximal 1000 Menschen anstatt der angemeldeten 5000 dürfen von 16.30 Uhr bis spätestens 21 Uhr an der Veranstaltung unter dem Motto "Querdenken 089" an Allerheiligen auf der Theresienwiese teilnehmen, wie das Kreisverwaltungsreferat am Freitagabend mitteilte. Die Teilnehmer müssten mindestens 1,5 Meter Abstand halten und während der gesamten Versammlung eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Ausgenommen seien Redner. Grund der Beschränkungen sei der Infektionsschutz.

Zudem lehnte die Behörde den angemeldeten Versammlungsleiter für die Theresienwiese ab. "Aufgrund seines bisherigen Verhaltens und verschiedener öffentlicher Redebeiträge besteht der Verdacht, dass er nicht die Gewähr für einen friedlichen Verlauf der Versammlung bieten wird, insbesondere weil er mehrfach die Geltung des Grundgesetzes in Abrede gestellt hat", erläuterte das Kreisverwaltungsreferat.

Demonstrationszüge durch die Innenstadt mit bis zu 1000 Menschen zur Theresienwiese verbot die Behörde. Sie ließ jedoch Kundgebungen mit 200 Menschen zu, meist an den ursprünglich geplanten Startpunkten am Gärtnerplatz, Harras, Karlsplatz und Wittelsbacher Platz. Für 100 Menschen wurde eine Kundgebung an der Stadelheimer erlaubt.

Den Auflagen lägen eine Gefahrenprognose des Polizeipräsidiums München und eine infektionsschutzrechtliche Bewertung des städtischen Referats für Gesundheit und Umwelt zugrunde, hieß es weiter.

Update 30. Oktober, 17.51 Uhr: Landtag stellt sich hinter Corona-Maßnahmen der Staatsregierung

Im bayerischen Landtag steht die Mehrheit hinter den Anti-Corona-Maßnahmen.
Im bayerischen Landtag steht die Mehrheit hinter den Anti-Corona-Maßnahmen.  © Sven Hoppe/dpa

Im bayerischen Landtag hat sich eine breite Mehrheit hinter die Anti-Corona-Maßnahmen der schwarz-orangen Landesregierung gestellt. 

Einem gemeinsamen Dringlichkeitsantrag von CSU und Freien Wählern zu den Eckpunkten im Kampf gegen die Pandemie stimmten am Freitag die beiden Regierungsfraktionen zu, aber auch die oppositionellen Grünen. SPD, FDP und AfD stimmten mit Nein. Sie hatten dies in der Debatte zuvor unterschiedlich begründet.

In dem Antrag heißt es: "Dem Landtag ist bewusst, dass durch die getroffenen Maßnahmen Grundrechte erneut eingeschränkt werden. Dies ist aber notwendig, um der weiteren Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken." 

Die Befristung der Maßnahmen sei zwingend erforderlich "mit Blick auf den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz". Unter Berücksichtigung des aktuellen Infektionsgeschehens müssten sie ständig neu bewertet werden. Zudem heißt es in dem Antrag, man appelliere an die Staatsregierung, den Landtag auch bei künftigen Entscheidungen in der Anti-Corona-Politik "eng einzubinden".

Rechtlich bindend ist die Abstimmung nicht, weil das Bundesinfektionsschutzgesetz den Landesregierungen zwar die Möglichkeit für eigene Corona-Verordnungen gibt, darin aber keine Gesetzgebungskompetenzen für die einzelnen Landtage vorgesehen sind.

Update 30. Oktober, 17.27 Uhr: Münchner Christkindlmarkt wegen Corona abgesagt

Der Münchner Christkindlmarkt fällt heuer aus. Auch die Weihnachtsmärkte in den Stadtvierteln sowie der Faschingsauftakt am 11.11. auf dem Viktualienmarkt und der Tanz der Marktweiber am Faschingsdienstag wurden am Freitag aus Infektionsschutzgründen abgesagt. 

"Kontaktbeschränkung muss jetzt oberste Priorität haben", betonte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). "Ich hätte uns allen gewünscht, dass wir dieses so belastende Jahr wenigstens mit dem traditionellen Christkindlmarkt hätten ausklingen lassen können."

Der älteste Weihnachtsmarkt der Landeshauptstadt geht bis ins 14. Jahrhundert zurück und hat seit mehreren Jahrzehnten sein Zuhause vor dem Rathaus auf dem Marienplatz. Er verstehe die Enttäuschung der Beschicker und der Gäste des Christkindlmarkts, sagte der zuständige Referent für Arbeit und Wirtschaft, Clemens Baumgärtner (CSU). "Der Markt wäre zum Jahresende für die Menschen ein kleines Stück Normalität in einem Jahr voller Einschränkungen gewesen."

Außerdem hat der Christkindlmarkt für München durchaus auch einen wirtschaftlichen Wert: 2018 waren es nach Berechnungen der Stadt rund 279 Millionen Euro gewesen. Darin enthalten sind die Umsätze der Marktstände sowie ökonomische Effekte, die der Münchner Tourismuswirtschaft zugute kommen. 

Den Berechnungen zufolge gaben die rund 3,25 Millionen Passanten an 28 Tagen 59 Millionen Euro (pro Person durchschnittlich 50,50 Euro) direkt auf dem Christkindlmarkt aus.

Update 30. Oktober, 17.18 Uhr: Herrlichs Sohn in Quarantäne: Mitschüler positiv auf Corona getestet

Der Augsburger Trainer Heiko Herrlich (48) hat mit einem Beispiel aus seiner eigenen Familie über die Schwierigkeiten junger Menschen während der Corona-Pandemie berichtet. 

"Es war jetzt so: Mein großer Sohn, der in Dortmund lebt, musste von der Schule nach Hause, weil ein Mitschüler Corona hat, und muss jetzt in Quarantäne", erzählte Herrlich am Freitag auf einer Pressekonferenz. 

"Das sind Situationen, die einen natürlich auch im familiären Umfeld betreffen", sagte der frühere Dortmunder Stürmer.

Herrlich sprach von einer Gesamtsituation, die schwierig sei. "Jugendliche in dem Alter wollen auch raus und leben und sich mit Freunden treffen, das Leben ein Stück weit genießen. Für die sind die Einschränkungen doppelt schwer", sagte Herrlich. 

Im gesamten November gibt es einen Teil-Lockdown, wonach wegen der gestiegenen Infektionszahlen unter anderem Kontakte stark beschränkt werden.

Update 30. Oktober, 17.11 Uhr: DFL-Direktor zu Bundesliga in Corona-Krise: An Spieltagen zittern wir

Trotz des umfangreichen Hygienekonzeptes fürchtet die Deutsche Fußball Liga weiter die Absage von Spielen während der Coronavirus-Pandemie. 

"An Spieltagen zittern wir", sagte DFL-Direktor Christian Pfennig am Freitag bei einem Video-Gespräch der Münchner Medientage.

Jedes Mal hoffen die Verantwortlichen, nach den verbindlichen Tests «dass alle Meldungen da sind». Das habe «bisher in der ersten Liga gut geklappt», erklärte Pfennig. Ausfälle gab es bisher nicht.

Der DFL-Manager verwies aber auch auf Spielverlegungen in der 2. Liga.

Bereits am dritten Spieltag war in der 2. Bundesliga das Spiel zwischen Erzgebirge Aue und dem Hamburger SV wegen zwei positiven Corona-Tests bei den Sachsen zunächst abgesagt und am 21. Oktober nachgeholt worden.

Die Deutsche Fußball Liga befürchtet weiter die Absage von Spielen. (Symbolbild)
Die Deutsche Fußball Liga befürchtet weiter die Absage von Spielen. (Symbolbild)  © 123RF/sportgraphic

Update 30. Oktober, 16.59 Uhr: FDP-Fraktionschef Hagen: "Lockdown ist ein Akt der Verzweiflung"

FDP-Fraktionschef Martin Hagen kritisiert den sogenannten Lockdown als "Akt der Verzweiflung".
FDP-Fraktionschef Martin Hagen kritisiert den sogenannten Lockdown als "Akt der Verzweiflung".  © Sven Hoppe/dpa

Die FDP-Fraktion im bayerischen Landtag sieht den wegen Corona anstehenden Teil-Lockdown in Bayern kritisch und mahnt zur Verhältnismäßigkeit. 

"Dieser Lockdown ist ein Akt der Verzweiflung, der das Infektionsgeschehen allenfalls kurzfristig bremsen kann", sagte Fraktionschef Martin Hagen am Freitag im Landtag in München. Zwar trage die Partei Teile der Beschlüsse wie die Absage von Großveranstaltungen und die Einschränkungen auch bei Privatveranstaltungen mit, um Verletzungen der Abstandsregelungen zu verhindern. Die Schließungen der Gastronomie und das Beherbergungsverbot seien aber nicht verhältnismäßig.

Man könne mit guten Gründen anderer Meinung sein, sagte er in Richtung Ministerpräsident Markus Söder (CSU). "Aber wer die Positionen renommierter Mediziner, Virologen und Rechtswissenschaftler in die Nähe von Rechtspopulisten rückt, der beschädigt die politische Kultur und der trägt zur Spaltung der Gesellschaft bei.» Von der Staatsregierung erwarte man nun ein «tragfähiges Konzept für die kommenden Monate".

Kritik an den Schließungen von Gastronomie und Hotellerie gab es auch von der oppositionellen SPD: "Ich bin da ganz ehrlich, hier hätte man auch zu einer ganz anderen Entscheidung kommen können", sagte der Fraktionsvorsitzende Horst Arnold. Eine kritische Überprüfung der Maßnahmen und schnelle Hilfe seien nötig. 

Den verschärften Kurs der Staatsregierung in der Anti-Corona-Politik für Bayern trage die Fraktion zwar im Wesentlichen mit, betonte Arnold – es brauche aber eine wirkliche Auseinandersetzung mit den Sorgen aller Betroffenen.

Update 30. Oktober, 16.48 Uhr: Mehr als 100.000 Corona-Fälle seit Ausbruch der Pandemie

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat es in Bayern inzwischen insgesamt mehr als 100.000 gemeldete Infektionsfälle gegeben. Die Gesamtzahl der Ansteckungen überstieg zum Freitag erstmals diese Marke.

Das Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen verzeichnete am Freitagnachmittag exakt 102 367 Infektionen (Meldestand 8 Uhr). Es gab darunter 2795 Todesfälle.

Von der Gesamtzahl der Fälle gelten 74.770 als genesen. Diese Zahl ist lediglich eine offizielle Schätzung anhand von Kriterien des Robert Koch-Instituts.

Die bayerische Corona-Landkarte ist mittlerweile fast vollständig rot oder dunkelrot. Nach den jüngsten LGL-Angaben sind nur zwei Landkreise gegenwärtig nicht in den beiden höchsten Warnstufen: der oberpfälzische Landkreis Amberg-Sulzbach und der niederbayerische Landkreis Regen.

Die höchsten Sieben-Tages-Werte an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner haben im Freistaat unter den Landkreisen zum einen Rottal-Inn und zum anderen das Berchtesgadener Land. 

Der niederbayerische Landkreis Rottal-Inn liegt dem LGL zufolge sogar über der 300er-Marke (311,9). Bei den kreisfreien Städten am stärksten betroffen sind Schweinfurt und Rosenheim.

Update 30. Oktober, 14.28 Uhr: Grüne tragen Teil-Lockdown mit, werfen Söder aber Arroganz vor

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, gibt im bayerischen Landtag während einer Plenarsitzung eine Regierungserklärung ab.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, gibt im bayerischen Landtag während einer Plenarsitzung eine Regierungserklärung ab.  © Sven Hoppe/dpa

Die bayerischen Grünen tragen die einschneidenden Maßnahmen zur Eindämmung der dramatisch steigenden Corona-Zahlen mit. 

Es gehe jetzt darum, die Infektionswelle erneut zu brechen, sagte Landtagsfraktionschef Ludwig Hartmann am Freitag im Landtag in München. "Wir haben es im Frühjahr geschafft, die Welle abzuflachen, und werden es gemeinsam auch ein zweites Mal schaffen." 

Man trage deshalb die bundesweit einheitlich beschlossenen Maßnahmen mit. Beim Kampf gegen die Corona-Pandemie komme es "auf uns alle an".

Was man aber nicht mittrage, sei die Arroganz, mit der die Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in den vergangenen Monaten gemeint habe, alles richtig gemacht zu haben. "Die Arroganz muss aufhören", forderte Hartmann. Offensichtliche Probleme müsse man auch eingestehen und diese angehen.

Hartmann kritisierte beispielsweise, dass nach dem regionalen Lockdown im Landkreis Berchtesgadener Land Urlauber ohne Corona-Tests abreisen mussten. Zudem forderte er mehr Anstrengungen, um zu erfahren, wo sich Infektionen ausbreiteten - derzeit wisse man das nur in rund 25 Prozent der Fälle. Zielgerichtete Gegenmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie seien so kaum möglich, sagte Hartmann.

Update 30. Oktober, 14.26 Uhr: Söder: Gibt keinen Aufruf, Verstöße gegen Corona-Auflagen zu melden

Zur Kontrolle der strengen Kontaktbeschränkungen im November ist gezieltes Anschwärzen durch Nachbarn und Mitbürger bei der Polizei nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder nicht gewollt. 

"Ich darf ausdrücklich sagen, es gibt auch keinen Aufruf, da Hinweise zu geben", sagte der CSU-Chef am Freitag in seiner Regierungserklärung zur Corona-Krise im bayerischen Landtag. Im öffentlichen Raum werde die Polizei natürlich kontrollieren, ob etwa die Maskenpflicht eingehalten werde. 

"Natürlich in der Wohnung nicht. Da ist auch keine Änderung geplant."

Bereits am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts hatte die Staatsregierung erklärt, dass die Polizei zur Kontrolle der Kontaktbeschränkungen keine neuen Kompetenzen erhalte. Vielmehr gehe es darum, wie etwa bei einer Ruhestörung auf Anzeige anderer zu reagieren. 

Gleichwohl kann die Polizei wie auch schon jetzt bei offenkundigen Verstößen gegen den Infektionsschutz aktiv werden und beispielsweise verbotene Partys auflösen - auch in Privatwohnungen.

Update 30. Oktober, 14.25 Uhr: Söder rechtfertigt "Lockdown light" und Kontaktbeschränkungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Teil-Lockdown und die gravierenden Kontaktbeschränkungen in Bayern wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen gerechtfertigt und als angemessen bezeichnet. 

Abstand halten sei gar nicht so leicht, "wenn man Geburtstage feiert, eine Hochzeit hat, eine private Veranstaltung", sagte Söder am Freitag bei seiner Regierungserklärung im Landtag in München. Die Kontaktbeschränkungen auch im privaten Raum, auf die man sich für vier Wochen verständigt habe, seien ein geeignetes und verhältnismäßiges Mittel zur Eindämmung der Pandemie. "Es ist ein Lockdown light", sagte Söder.

"Es gibt Kritik, ja, die muss es auch geben." Aber am Ende müsse man das tun, von dem man überzeugt sei, dass es für die Menschen im Land das Beste sei, sagte der Ministerpräsident und appellierte erneut an das Verantwortungsgefühl aller. 

"Ich will nicht, dass wir an dieser Bewährungsprobe scheitern. Wir müssen sie bestehen."

Update 30. Oktober, 13.40 Uhr: Landtagspräsidentin Aigner: "Wir brauchen die offene Debatte"

Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hat die Abstimmung über den künftigen Corona-Kurs Bayerns im Landtag begrüßt und einen verstärkten Austausch gefordert. 

"Wir brauchen die offene Debatte", betonte Aigner am Freitag bei einer Sondersitzung im Landtag in München. Nach der zweiten Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) binnen weniger Tage solle über einen Dringlichkeitsantrag der Regierungsparteien zu den Anti-Corona-Maßnahmen abgestimmt werden.

Nach Aigners Kenntnis sei der bayerische Landtag damit der einzige bundesweit, der über die Maßnahmen abstimme. "Dieses Parlament scheut keine Kontroverse und keine leidenschaftliche Auseinandersetzung", sagte sie. Sie sei dankbar, dass die Staatsregierung ihre Haltung teile, sagte die Landtagspräsidentin.

Rechtlich ist die Abstimmung nicht bindend, weil das Bundesinfektionsschutzgesetz den Landesregierungen zwar die Möglichkeit für eigene Corona-Verordnungen gibt, darin aber keine Gesetzgebungskompetenzen für die einzelnen Landtage vorgesehen sind. 

Dennoch dürfte eine solche Abstimmung dann den Debatten im Landesparlament ein Stück mehr Gewicht geben.

Update 30. Oktober, 13.30 Uhr: Einige haben den Ernst der Lage laut Söder noch nicht verstanden München

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Menschen eindringlich zum gemeinsamen Kampf gegen den ungebremsten Anstieg der Corona-Zahlen aufgerufen. 

"In ganz Europa wütet die Pandemie", sagte Söder am Freitag in einer Regierungserklärung im Landtag in München. "Auch Bayern ist wieder voll erfasst." Die zweite Welle sei da, und diese sei schlimmer als zuvor. 

Söder warnte insbesondere vor einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems, sollten die Zahlen weiter ansteigen wie bisher. Nichtstun hätte dramatische Folgen. Deshalb müsse man jetzt handeln. "Es ist ernst", mahnte Söder. 

Viele machten mit, lobte er, klagte aber auch: "Einige haben den Ernst der Lage noch nicht verstanden."

Update 30. Oktober, 12.50 Uhr: Motel One reduziert Verluste

Motel One steckt trotz einer Erholung im Vergleich zum Tiefpunkt der Corona-Krise weiter in den roten Zahlen. 

Die Gruppe machte im dritten Quartal 11 Millionen Euro Verlust, wie sie am Freitag mitteilte. Das ist deutlich weniger als im zweiten Quartal, doch vor Jahresfrist war noch ein Gewinn von 20 Millionen angefallen. Zudem stehen dem Unternehmen "durch die steigenden Infektionszahlen wieder herausfordernde Wochen und Monate bevor".

Zentrales Problem war die Auslastung der Hotels. Sie lag mit durchschnittlich 35 Prozent zwar deutlich besser als im zweiten Quartal aber nicht einmal bei der Hälfte des Wertes aus dem Vorjahreszeitraum. Dementsprechend sackten auch die Umsätze im Vergleich zum dritten Quartal 2019 um mehr als die Hälfte auf 65 Millionen Euro ab.

Seit ihrem Beginn habe die Corona-Pandemie Motel One 119 Millionen Euro gekostet, erklärte das Unternehmen. Dennoch sieht es sich dank einer Liquiditätsreserve von 209 Millionen gut für die zweite Welle gerüstet. Für das laufende vierte Quartal rechnet die Hotelkette allerdings wegen der verschärften Corona-Maßnahmen im November mit erheblichen operativen Verlusten.

Das Virus "wird uns noch eine Weile begleiten", sagte Motel-One-Chef Dieter Müller. 

Er forderte von der Politik, "nicht Ängste zu schüren und Verbote auszusprechen, sondern Perspektiven aufzuzeigen, wie wir mit Corona leben können."

Update 30. Oktober, 12.17 Uhr: Weiterer Eilantrag gegen Lockdown im Berchtesgadener Land gescheitert

Polizisten gehen durch die Fußgängerzone der Berchtesgadener Innenstadt.
Polizisten gehen durch die Fußgängerzone der Berchtesgadener Innenstadt.  © Peter Kneffel/dpa

Ein weiterer Eilantrag gegen den teilweisen Lockdown im Landkreis Berchtesgadener Land ist gescheitert. 

Das Verwaltungsgericht München wies den Antrag einer Privatperson zurück, die nach die eigenen Angaben einen Gasthof betreibt und sich gegen die Schließung, aber auch die Ausgangsbeschränkungen, Besuchsverbote etwa in Krankenhäusern sowie eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit wandte. 

Die Person habe nicht darlegen können, dass sie überhaupt einen Gasthof betreibe - und inwiefern sie vom Besuchsverbot betroffen sei, teilte das Gericht am Freitag mit. Für eine Entscheidung des Gerichts müsse ein Antragsteller aber in konkreten eigenen Rechten verletzt sein.

Die Ausgangsbeschränkung wiederum erachtete das Gericht angesichts der aktuellen hohen Infektionszahlen als notwendig und verhältnismäßig. Im Hinblick auf die Maskenpflicht hatte der Eilantrag ebenso keinen Erfolg, denn diese ergebe sich nicht erst aus der Allgemeinverfügung, sondern aus der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. 

Zuvor waren bereits ein Gastronom und eine Schülerin mit ihren Eilanträgen gescheitert. Der Gastwirt wollte die vorübergehende Schließung seines Betriebs im Zuge der Allgemeinverfügung nicht akzeptieren; die Schülerin wollte ihre Schule im Nachbarlandkreis besuchen.

Update 30. Oktober, 8.55 Uhr: Lockdown in Augsburg und Rosenheim schon ab Freitagabend

Die zwei bayerischen Städte ziehen den für November geplanten Teil-Lockdown vor.

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Update 30. Oktober, 8.44 Uhr: Markus Söder macht Hoffnung! "Natürlich gibt es ein Morgen"

Trotz der dramatisch steigenden Corona-Zahlen in weiten Teilen Bayerns macht Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Hoffnung: 

"Natürlich gibt es ein Morgen und natürlich werden wir Corona überstehen", sagte er dem Radiosender "Bayern 1" am Freitag. "Wir werden irgendwann einen Impfstoff haben", das sei eine Frage der Zeit. Bis dahin müsse sich die Bevölkerung aber gedulden und zusammenhalten.

Die steigenden Infektionszahlen und der ab Montag anstehende landesweite Teil-Lockdown lassen den Landtag am Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Im Fokus steht die zweite Regierungserklärung von Söder binnen zwei Wochen. 

Er hatte bereits am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts erklärt, dass sich bei der Aussprache zeigen werde, wo wer im Kampf gegen die Pandemie stehe.

Update 30. Oktober, 8.35 Uhr: Verfahren gegen Abgeordnete wegen Verstoßes gegen Maskenpflicht

Gegen zwei bayerische Landtagsabgeordnete laufen Verfahren wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht im Parlament. Dies sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) dem Münchner Merkur. 

"Es wird Anhörungen geben, am Ende kann ein Zwangsgeld stehen", erklärte die CSU-Politikerin. Welcher Fraktion die beiden Abgeordneten angehören sagte sie nicht. Mitte September war die AfD-Fraktion mit einem Eilantrag gegen die Maskenpflicht im Landtag vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof gescheitert. 

"Die Klage der AfD gegen die Maskenpflicht haben wir klar gewonnen. Das gilt und wird umgesetzt", sagte Aigner der Zeitung. "Auch hier verhält sich, wie in der Bevölkerung, die große Mehrheit vernünftig."

Update 30. Oktober, 8.11 Uhr: Corona-Inzidenz im Landkreis Rottal-Inn laut RKI bei knapp 300

Der Landkreis Rottal-Inn kratzt nach Angaben des Robert-Koch-Institus bei der Sieben-Tage-Inzidenz an der Marke von 300 Corona-Neuinfektionen. 

Am Freitag meldete das RKI 299,6 Fälle innerhalb der letzten sieben Tage. Die bayerische Corona-Landkarte ist mittlerweile fast vollständig rot oder dunkelrot gefärbt. 

Nur noch die Landkreise Amberg-Sulzbach und Regen befanden sich am Freitag nach RKI-Angaben nicht in den beiden höchsten Warnstufen.

Update 29. Oktober, 19.12 Uhr: Nicht mal mit Maske! Kein Studiopublikum mehr bei "The Masked Singer"

Bei den TV-Shows "The Masked Singer" von ProSieben und "Luke! Die Greatnightshow" auf Sat.1 muss das Studiopublikum wegen Corona künftig draußen bleiben. 

Zum Schutz von Zuschauern, Protagonisten und Mitarbeitern werde bis auf Weiteres bei allen Produktionen auf Publikum im Studio verzichtet, teilte die Seven.One Entertainment Group am Donnerstag in Unterföhring bei München mit.

Die Entscheidung betreffe insbesondere Shows der Sender ProSieben und Sat.1. Für alle Produktionen gelten den Angaben nach schon seit dem Frühjahr strenge Hygienekonzepte entsprechend den gesetzlichen Vorgaben.

ProSieben-Chef Daniel Rosemann sagte: "Im Frühjahr habe ich von einer Herbst-Staffel 'The Masked Singer' mit Publikum geträumt. Aber das lässt sich leider nicht mehr realisieren." 

Sat.1-Chef Kaspar Pflüger sagte: "Mit diesem Schritt möchten wir zudem sicherstellen, dass wir unseren Zuschauern weiter gute Unterhaltung bieten können, um für ein wenig Ablenkung in dieser, für viele sehr belastenden, Zeit zu sorgen."

Update 29. Oktober, 18.59 Uhr: Bayern zahlt Mitarbeitern im Gesundheitsdienst 500 Euro Corona-Prämie

Etwa 6800 Mitarbeiter im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Bayern erhalten einen Corona-Bonus. (Symbolbild)
Etwa 6800 Mitarbeiter im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Bayern erhalten einen Corona-Bonus. (Symbolbild)  © Federico Gambarini/dpa

Wegen ihres Einsatzes seit Monaten im Kampf gegen die Corona-Krise erhalten rund 6800 Mitarbeiter im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Bayern eine einmalige Prämie von 500 Euro. Dies hat das Kabinett am Donnerstag in München beschlossen.

Der Corona-Bonus solle allen mithelfenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in staatlichen und kommunalen Gesundheitsämtern, den Regierungen, des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, des Landesamts für Pflege sowie des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege zugutekommen, teilte die Staatskanzlei mit. In Summe seien dafür rund 3,5 Millionen Euro aus dem Corona-Sonderfonds vorgesehen.

Beim Öffentlichen Gesundheitsdienst liegt seit Beginn der Pandemie vor etwa acht Monaten eine der Hauptlasten bei den Bemühungen zur Eindämmung des Coronavirus. Die Aufgaben seien vielfältig, umfassend und zeitintensiv. 

Zum Arbeitsbereich zählen etwa die Nachverfolgung von Kontaktpersonen und Infektionsketten, die Überwachung von Quarantänemaßnahmen und die Hygiene-Beratung.

Update 29. Oktober, 17.57 Uhr: Aktuelle Zahlen für Bayern und München

In Bayern sind mittlerweile 99.472 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf seiner Homepage mit (Stand: 8 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2787 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Als genesen galten 73.590 Menschen.

Update 29. Oktober, 16.44 Uhr: Münchner Grundschüler weiter von Maskenpflicht am Sitzplatz befreit

Grundschüler in München müssen an ihrem Sitzplatz vorerst weiter keine Maske tragen. 

Diese vor gut zehn Tagen beschlossene Aufhebung der Maskenpflicht ist bis zum 11. November verlängert worden, wie Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Donnerstag mitteilte. 

Das sei aus infektiologischer Sicht vertretbar. Reiter begrüßte, dass Schulen und Kitas trotz der rasant steigenden Corona-Zahlen geöffnet bleiben dürfen.

Seit Einführung der Corona-Ampel greift die Maskenpflicht für Grundschüler automatisch, wenn in einer Stadt oder einem Landkreis mehr als 50 Neuinfizierte je 100.000 Einwohner binnen einer Woche registriert werden. 

Inzwischen liegen nahezu sämtliche Kommunen im Freistaat deutlich über dem Wert 50.

Update 29. Oktober, 16.40 Uhr: Polizei empfiehlt Verzicht auf "Süßigkeitenjagd" zu Halloween

Die Drohung "Süßes, sonst gibt’s Saures" sollte man 2020 auf Bittender Polizei besser bleiben lassen. (Symbolbild)
Die Drohung "Süßes, sonst gibt’s Saures" sollte man 2020 auf Bittender Polizei besser bleiben lassen. (Symbolbild)  © 123RF/rawpixel

Die Drohung "Süßes, sonst gibt’s Saures" sollte man besser bleiben lassen: Die Polizei empfiehlt Kindern und Halloween-Fans, die diesjährige "Süßigkeitenjagd" ausfallen zu lassen. 

Wer dennoch um die Häuser ziehe, um Schokolade zu ergattern, solle sich dabei an einige Regeln halten, teilte das Polizeipräsidium Niederbayern am Donnerstag mit.

"Wenn am Samstag gruselige Gestalten an der Haustüre klingeln, könnten pandemiebedingt viele Türen geschlossen bleiben", teilte die Polizei weiter mit. Zwar seien Streiche üblich, wenn Kinder keine Süßigkeiten erhalten, vor allem aber in diesem Jahr solle man Verständnis für geschlossene Türen haben, hieß es weiter in der Mitteilung. 

Gerade weil einige Streiche in der Vergangenheit zu weit gingen, betonte die Polizei: "Halloween ist kein Freibrief für Straftaten". Im vergangenen Jahr seien in Niederbayern mehr als 40 Straftaten gemeldet worden. Darunter fielen auch Anzeigen wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung.

Außerdem verweist Polizei auf die Einhaltung von Infektionsschutzmaßnahmen, wie dem Tragen einer Maske. 

Die Maßnahmen gelten demnach auch an Halloween für Kinder, die in der Nacht vom 31. Oktober auf 1. November durch die Straßen ziehen und an Häusern klingeln.

Update 29. Oktober, 16.36 Uhr: Anti-Corona-Verschärfungen in Rosenheim kommen früher

Die Stadt Rosenheim geht wegen extrem hoher Corona-Infektionszahlen früher in den Quasi-Lockdown als der Rest Bayerns. 

Die Regierung von Oberbayern habe die Stadt angewiesen, die landesweit ab Montag geltenden Corona-Beschränkungen bereits ab Freitag 21 Uhr in Kraft zu setzen, teilte die Kommune am Donnerstag mit. 

Hintergrund sei die seit drei Tagen über 200 liegende 7-Tage-Inzidenz in der Stadt.

Update 29. Oktober, 16.33 Uhr: Nur noch drei nicht corona-rote Kommunen in Bayern

Die bayerische Corona-Landkarte ist mittlerweile fast vollständig rot oder dunkelrot gefärbt. Nur noch eine kreisfreie Stadt und zwei Landkreise sind nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen nicht in den beiden höchsten Warnstufen.

So hat die oberpfälzische Stadt Amberg derzeit knapp 43 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen, der umliegende Landkreis Amberg-Sulzbach 31. Der mittelfränkische Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim steht mit fast 49 nur noch knapp vor der roten 50er-Marke.

Die höchsten Werte der Neuinfektionen hat im Freistaat weiterhin der Landkreis Berchtesgadener Land, der nach Angaben der dortigen Kreisbehörde auf einen Sieben-Tages-Wert von 308 kommt. Der Kreis Rottal-Inn folgt laut LGL mit 258, die Stadt Augsburg und Rosenheim melden jeweils 257. 

Mittlerweile hat auch die unterfränkische Stadt Schweinfurt mit 217 die 200er-Marke überschritten.

Update 29. Oktober, 16.29 Uhr: Verwaltungsgerichtshof lehnt Eilantrag gegen Corona-Sperrstunde ab

Das Gericht hat den Eilantrag gegen die Sperrstundenregelungen für Restaurants abgelehnt. (Symbolbild)
Das Gericht hat den Eilantrag gegen die Sperrstundenregelungen für Restaurants abgelehnt. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Die Sperrstundenregelungen für Restaurants und die Teilnehmerbeschränkungen für private Feiern in Corona-Hotspots bleiben vorerst in Kraft. 

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof lehnte es am Donnerstag in einem Eilbeschluss ab, die Regelungen in der bayerischen Corona-Verordnung vorläufig außer Vollzug zu setzen. 

Das Gericht begründete dies mit dem sich verstärkenden pandemischen Geschehen. Die Entscheidung ist zunächst aber nur für wenige Tage relevant: Ab dem 2. November und bis zum Monatsende müssen Restaurants nach einem Bund-Länder-Beschluss und der Bestätigung durch das bayerische Kabinett ohnehin komplett schließen. 

Nur Liefer- und Mitnahmeangebote sowie Kantinen sind davon ausgenommen.

Update 29. Oktober, 16.25 Uhr: Unternehmensberater: Kein schneller Umbau der Lieferketten

Die zweite Corona-Welle lässt Überlegungen deutscher Autobauer zur Reduzierung ihrer Zulieferungen aus Übersee nach Darstellung von Unternehmensberatern in einem anderen Licht erscheinen. Nach dem Lockdown in China hätten im März und April viele Unternehmen schnelle Änderungen erwogen. 

"Geschehen ist dann jedoch nicht viel", teilte die Unternehmensberatung Berylls am Donnerstag mit. Und das sei wohl auch gut so.

China produziere seit April wieder zuverlässig, ein zweiter Lockdown dort sei eher unwahrscheinlich. "Anders als in Europa, wo ganze Regionen von einem erneuten Stillstand bedroht sind", argumentierten die Unternehmensberater.

Eingespielte Lieferketten wegen Corona umzustellen und die Abhängigkeit von Überseeimporten zu verringern, "erscheint wenig sinnvoll". Die deutsche Autoindustrie beziehe heute den größten Teil ihrer Zulieferungen ohnehin aus der EU - vor allem aus Osteuropa, Frankreich, Italien und Spanien. 

Die Firmen bräuchten aber weiterhin "einen Plan B für stabile Lieferketten", sagte Unternehmensberater Jörg Löffler.

Update 29. Oktober, 15.47 Uhr: Oberbayern hofft auf Wintertourismus: Keine Après-Ski-Region

Oberbayern hofft auf den Wintersport-Tourismus. Auch, weil man keine typische Après-Ski-Region sei. (Symbolbild)
Oberbayern hofft auf den Wintersport-Tourismus. Auch, weil man keine typische Après-Ski-Region sei. (Symbolbild)  © 123RF/fabio formaggio

Trotz der neuerlichen Corona-Beschränkungen blicken Touristiker im Süden Bayerns vorsichtig optimistisch auf den kommenden Winter. 

Die Schließungen träfen die Branche schmerzhaft, allerdings zähle der November auch sonst zu den schwächsten Monaten, sagte die Sprecherin des Tourismusverbandes Oberbayern, Cindy Peplinski, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Die Zuversicht in den oberbayerischen Alpen-Destinationen ist nach wie vor groß, dass uns eine herausfordernde, aber gute Wintersaison bevorsteht."

Der Verband sieht auch Chancen. Man gehe davon aus, dass in diesem Winter mehr Menschen in Deutschland, speziell in Bayern, ihren Urlaub verbringen werden. Mögliche Grenzschließungen könnten ein Grund dafür sein. Gäste befürchteten zudem Quarantänepflichten bei der Rückkehr nach Deutschland und wollten die Sicherheit haben, jederzeit nach Hause zurückkehren zu können.

Zudem sei Oberbayern keine typische Après-Ski-Region. Beim Après-Ski in Österreich hatten sich im vergangenen Winter zahlreiche Menschen angesteckt. Die oberbayerischen Skigebiete verfügen auch über viele kurze Sessel- und Schlepplifte, die eine volle Besetzung mit Schutz-Maske ermöglichen. Und: "Nicht zuletzt ist der Winter in Oberbayern echt schön", sagte Peplinski.

Der Tourismus sei keine Risikobranche. Beherbergungsbetriebe, Seilbahnen und Freizeitanbieter hätten schon aus dem Sommer Erfahrungen, um Infektionen einzudämmen. "Wintersport ist eine Freiluft-Sportart, die den Körper stärkt und einen großen Erholungswert bietet. Genau hier besteht jetzt eine hohe Nachfrage in dieser schwierigen Zeit."

Update 29. Oktober, 15.40 Uhr: Amateursport weitgehend unterbrochen: "Tiefgreifende Einschnitte"

Der Amateur- und Breitensport in Bayern wird von Montag an weitgehend eingestellt. Das beschloss das Kabinett um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) als Maßnahme im Kampf gegen die Corona-Pandemie. 

Bis Ende November sind keine Trainings und Wettkämpfe unterhalb des Profisports mehr möglich. Die Vereinsgelände samt der Gaststätten und clubeigener Fitnessstudios werden geschlossen, Vereinsversammlungen als Präsenzveranstaltungen werden verboten. Auch Schwimmbäder müssen schließen.

"Wir bedauern die tiefgreifenden Einschnitte, die jetzt wieder auf unsere Sportlerinnen und Sportler zukommen", sagte Jörg Ammon, der Chef des Bayerischen Landes-Sportverbandes, am Donnerstag.

Tags zuvor hatten die Bundesregierung und die Bundesländer bereits beschlossen, den Amateursport in Deutschland im November auszusetzen. Durch die drastische Maßnahme sollen Kontakte in der Bevölkerung reduziert und die Infektionszahlen gesenkt werden. Der Profisport ist von dem partiellen Lockdown ausgenommen. Allerdings sind bei den Wettkämpfen, auch in der Fußball-Bundesliga, Zuschauer verboten.

"Der BLSV war in den letzten Tagen kontinuierlich im Austausch mit der Bayerischen Staatsregierung. Ziel ist jetzt, gemeinsam mit der Politik Wege zu finden, mit finanziellen Hilfen die Existenz unserer Vereine und Fachverbände zu sichern. Dafür werden wir uns mit aller Kraft einsetzen", sagte Ammon. 

Wie schon zu Beginn der Corona-Krise will der Verband digitale Bewegungsprogramme anbieten und weiter auszubauen.

Update 29. Oktober, 15.12 Uhr: Gewerkschaft sieht Polizisten als Corona-Kontaktverfolger kritisch

Sollen Polizisten Kontakte nachverfolgen? Die GdP sieht das kritisch. (Archiv)
Sollen Polizisten Kontakte nachverfolgen? Die GdP sieht das kritisch. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisiert den Einsatz von bis zu 1000 bayerischen Bereitschaftspolizisten als Helfer in den Gesundheitsämtern. 

Die Beamten sollen nach einem Beschluss der Staatsregierung die kommunalen Behörden dabei unterstützen, bei Corona-Neuinfektionen die Kontaktpersonen zu ermitteln.

Dies belaste "die ohnehin angespannte personelle Situation der bayerischen Polizei zusätzlich", sagte der stellvertretende GdP-Landeschef Peter Pytlik am Donnerstag. "Gerade die Polizei als Garant der Sicherheit und Ordnung ist in Zeiten der Pandemie mehr denn je gefordert, geltende Regeln zu überwachen und sie auch durchzusetzen."

Zudem müsste die Funktionsfähigkeit der Polizeidienststellen unter strikter Einhaltung des Infektionsschutzes aufrechterhalten werden. "Um dies auch gewährleisten zu können, regen wir an, andere Unterstützungsmöglichkeiten für die Gesundheitsämter zu prüfen", sagte der Gewerkschaftler. 

Eher seien Polizeibeamte im Ruhestand sowie sonstige Pensionäre und Rentner des öffentlichen Dienstes neben Bundeswehrsoldaten für die Aufgabe geeignet.

Update 29. Oktober, 15.09 Uhr: Mehrere Kinostarts in Deutschland verschoben

Wegen der geplanten Kinoschließungen in Deutschland sollen mehrere Filme später ins Kino kommen als geplant. Die Krimikomödie "Kaiserschmarrndrama" zum Beispiel startet nicht wie vorgesehen am 12. November. Constantin Film halte aber an einem bundesweiten Starttermin in diesem Jahr fest.

Sie wollten mit dem "Kaiserschmarrndrama" die Kinos nach dem vorläufigen Lockdown wiedereröffnen, teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in München mit. Bis Mitte November soll ein neuer Termin feststehen.

"Ich glaube, dass die Menschen die Kultur brauchen, um über so schwere Zeiten hinwegzukommen", sagte Constantin-Chef Martin Moszkowicz der dpa. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sollen Kinos im November vorübergehend schließen, wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs vereinbart hatten.

Verschoben wird nun auch der Kinostart des Bio-Pics "Resistance - Widerstand" mit Jesse Eisenberg und Matthias Schweighöfer. Kommende Woche hätte auch der Episodenfilm "Doch das Böse gibt es nicht" anlaufen sollen. Der Film über die Todesstrafe im Iran hatte in diesem Jahr den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen.

Ein neuer Starttermin dafür steht noch nicht fest. "Wir haben in den letzten drei Monaten auf den Start hingearbeitet und fast eine Viertelmillion Euro in den Film investiert", teilte der Verleih Grandfilm mit. Dass sie den Film jetzt nicht auswerten könnten, stelle für sie eine existenzielle Bedrohung dar.

Update 29. Oktober, 15.01 Uhr: Bayerischer Fußball-Verband erwägt vorzeitige Winterpause

Der Bayerische Fußball-Verband will über eine vorzeitige Winterpause für die Amateure entscheiden. (Symbolbild)
Der Bayerische Fußball-Verband will über eine vorzeitige Winterpause für die Amateure entscheiden. (Symbolbild)  © 123rf/Mikkel

Der Bayerische Fußball-Verband will nach den Spielen des Wochenendes über eine vorzeitige Winterpause für seine Amateure entscheiden. 

Wie der BFV am Donnerstag mitteilte, wird darüber am Montag bei einer Online-Sitzung des Vorstands beraten. 

Für das Wochenende, an dem gemäß der staatlichen Vorgaben Wettkämpfe weiter zugelassen sind, hält der Verband weiter an den erweiterten Verlegungsmöglichkeiten für seine Vereine fest.

"Wer spielen möchte, dem wollen wir das auch nicht verwehren – und umgekehrt haben wir absolutes Verständnis für alle, die jetzt nicht mehr spielen möchten. Zuletzt hatte der überwiegende Teil der Vereine auch noch gespielt, zwei Drittel der Spiele haben am vergangenen Wochenende stattgefunden", sagte Schatzmeister Jürgen Faltenbacher.

Er ist im Präsidium für den Spielbetrieb verantwortlich.

Update 29. Oktober, 14.59 Uhr: Start der Wintersaison an Zugspitze verschoben - Hoffen auf Dezember

Der Start in die Wintersaison an der Zugspitze verzögert sich aufgrund der Corona-Pandemie. 

Wegen des neuen Teil-Lockdowns können Skifahrer und Snowboarder nicht wie geplant am 13. November ihre ersten Schwünge auf den Pisten an Deutschlands höchstem Berg ziehen. 

Am Samstag werde der normale Betrieb für Ausflügler vorerst eingestellt, teilte die Bayerische Zugspitzbahn am Donnerstag in Garmisch-Partenkirchen mit.

Die meisten deutschen Skigebiete, etwa auch das niedrigere Skigebiet Classic in Garmisch-Partenkirchen, wollen den Betrieb im Dezember vor Weihnachten aufnehmen - je nachdem, wann genügend Schnee liegt.

Update 29. Oktober, 14.51 Uhr: Söder: Schließungen wegen Corona sind schmerzhaft, aber unerlässlich

CSU-Chef Markus Söder will vor allem Schulschließungen vermeiden.
CSU-Chef Markus Söder will vor allem Schulschließungen vermeiden.  © Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die neuerlichen Schließungen vieler Einrichtungen und Absagen von Veranstaltungen wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen als schmerzhaft, aber unerlässlich bezeichnet. 

"Trifft das hart? Ja. Tut das weh? Natürlich. Sind da Existenzen herausgefordert? Ja, leider", sagte Söder am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung in München. Besonders in den beiden Bereichen Gastronomie und Kultur seien die Maßnahmen schmerzlich, weil sie zum einen Teil des Alltagslebens seien und zum anderen besonders aufwendige Hygienekonzepte erarbeitet hätten.

"Trotzdem – die einzige Alternative wäre, dann Schulen anders zu reduzieren. Wir haben uns da für die anderen Prioritäten entschieden", sagte Söder. Durch die umfangreichen Hilfsprogramme könne der wirtschaftliche Schaden der Betriebe abgefedert werden. 

Ich habe für jede Form der Sorge Verständnis, aber es geht um ein übergeordnetes Ziel", betonte der Ministerpräsident.

Update 29. Oktober, 14.37 Uhr: Bayerns Wirte: "Verzweiflung, Wut, Unverständnis"

Die Wirte sind von den ab Montag geltenden Corona-Schutzmaßnahmen besonders hart betroffen.
Die Wirte sind von den ab Montag geltenden Corona-Schutzmaßnahmen besonders hart betroffen.  © Angelika Warmuth/dpa

Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband hält die Schließung aller Gasthäuser im November für "weder geeignet noch verhältnismäßig". 

Verbandspräsidentin Angela Inselkammer sagte am Donnerstag, die Reaktionen "reichen von totaler Verzweiflung, Wut, Unverständnis, Angst über Ratlosigkeit bis hin zu Hoffnung".

Der Teil-Lockdown treffe mit dem Gastgewerbe eine Branche, die nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts kein Infektionstreiber bei Corona sei. Die Wirte hätten ausgeklügelte Hygienekonzepte umgesetzt, Mitarbeiter geschult, auf Gäste verzichtet und viel investiert. Jetzt herrsche "Angst und Ratlosigkeit, da man nicht weiß, wie und ob es weitergeht", sagte Inselkammer. Die Hoffnung sei, "dass Betriebe lieber jetzt mit schnellen staatlichen Entschädigungen zusperren, um dann über Weihnachten wieder öffnen zu dürfen".

Dehoga-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert forderte rasch Klarheit und Rechtssicherheit über die angekündigten Entschädigungszahlungen in Höhe von 75 Prozent des Vorjahresumsatzes. Noch herrsche eine "Schockstarre". Aber "am Montag sperren unsere Betriebe zu, bis dahin müssen sie wissen, wie es weitergeht".

Vom Robert Koch-Institut heißt es, dass derzeit viele der Fälle, für die der Ursprung der Ansteckung bekannt ist, auf private Treffen und Gruppenveranstaltungen zurückgehen. Die Angaben zum Infektionsumfeld von Ausbrüchen seien allerdings mit Zurückhaltung zu interpretieren. Ein wichtiger Punkt: Nur für einen Bruchteil der Fälle lässt sich nachvollziehen, wo die Ansteckung wahrscheinlich stattfand. 

Das ist eher möglich für ein begrenztes Umfeld - wie einer Familie oder eine Feier - als zum Beispiel beim Aufenthalt in von vielen Menschen genutzten Räumen wie etwa Bars.

Update 29. Oktober, 14.33 Uhr: Constantin-Chef: Kulturangebot würde Akzeptanz von Maßnahmen erhöhen

Constantin-Chef Martin Moszkowicz sieht Kultur als essenzielle Grundlage der Gesellschaft. 

"Ich glaube, dass die Menschen die Kultur brauchen, um über so schwere Zeiten hinwegzukommen", sagte der Produzent ("Fack ju Göhte") der Deutschen Presse-Agentur in München. Vor allem lustige Filme seien momentan wichtig: "Komödien sind dafür da, dass die Menschen mal für anderthalb Stunden auf andere Gedanken kommen. Wir versuchen, mit diesen Filmen, die Stimmung zu heben."

"Das Schlimmste ist, wenn Menschen sich in eine Isolation und Depression flüchten in so schweren Zeiten, wie wir sie jetzt haben. Da kommt so ein bisschen Auflockerung gut", meinte er. "Darüber hinaus muss man immer im Hinterkopf behalten, dass wir dabei sind, einen großen, wichtigen Teil unserer Kultur zu beschädigen oder zu verlieren."

Bund und Länder haben sich angesichts der bundesweit steigenden Corona-Fallzahlen auf drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens geeinigt. Neben Restaurants und Kneipen müssen auch Theater und Kinos für einen Monat schließen.

Update 29. Oktober, 14 Uhr: Bayern steht erneut vor Ausrufung des Corona-Katastrophenfalls

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, kommt nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung zu einer Pressekonferenz.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, kommt nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung zu einer Pressekonferenz.  © Peter Kneffel/dpa

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen erwägt Bayern bald wieder die Ausrufung des Katastrophenfalls. 

In den nächsten Tagen könne dies notwendig werden, um auf die "dramatische Entwicklung" besser reagieren zu können, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. 

In Bayern habe sich in den vergangenen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt, in einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren.

"Wir sind in einer sehr, sehr ernsten Situation", betonte Söder. Es müsse zur Eindämmung der Infektionen eine Reduzierung der Kontakte um 75 Prozent erreicht werden. Andernfalls drohe die Lage außer Kontrolle zu geraten, auch in Bayern.

Im Freistaat seien am Donnerstag vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 3057 neue Infektionszahlen gemeldet worden. "Das ist eine neue Rekordzahl", sagte Söder. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Region in sieben Tagen, liege landesweit bei 107. 

Damit bewege sich Bayern bundesweit zwar noch im Mittelfeld, gleichwohl sei die Zahl "einfach zu hoch". 13 Kommunen in Bayern lägen bereits über einer Inzidenz von 50, einige sogar über 200.

Update 29. Oktober, 13.50 Uhr: Kabinett beschließt Kontaktbeschränkungen auch für Privaträume

Im Kampf gegen das Coronavirus werden in Bayern ab dem 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart - nämlich ausdrücklich auch in Privaträumen. 

Zudem werden bis Ende November Veranstaltungen aller Art untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen - Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen, hat das bayerischen Kabinett am Donnerstag in München beschlossen.

Update 29. Oktober, 12.10 Uhr: Keine Schiffsrundfahrten mehr auf dem Bodensee

Die Bodensee-Schiffsbetriebe werden ab Montag keine Rundfahrten mehr anbieten. 

Dies sei eine Folge der Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie, teilte ein Sprecher am Donnerstag in Konstanz mit. Wie der Betrieb künftig weitergehe, hänge von der weiteren Entwicklung ab. Die Fähre Friedrichshafen-Romanshorn fährt den Angaben nach weiter nach Fahrplan. An Bord werde es aber keinen Gastronomiebetrieb geben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Mittwoch weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. 

Sie sollen am kommenden Montag in Kraft treten und zunächst einen Monat dauern.

Update 29. Oktober, 10.50 Uhr: Kammerspiel-Chefin Mundel: "Krise kann kein Dauerzustand sein"

Die neue Chefin der Münchner Kammerspiele, Barbara Mundel, wirft der Politik nach der erneuten Schließung von Theatern "komplette Willkür" vor. 

In einer Demokratie müssten die Regeln für den Umgang mit der Corona-Seuche verhandelt werden. "Lernen und verhandeln kann man aber nicht, wenn mit Verboten und Willkür durchregiert wird", sagte Mundel der "Süddeutschen Zeitung"(Donnerstag). 

"Das höhlt auf Dauer Demokratie und die offene Gesellschaft aus, die wir doch sein wollen. Krise kann als Gefühl kein Dauerzustand sein."

Sie fügte hinzu: "Ich will nicht vor den Infektionszahlen sitzen wie das Kaninchen vor der Schlange."

Die Schließung bedeute für ihr Haus, dass Mitarbeiter voraussichtlich in Kurzarbeit geschickt werden müssten.

Update 29. Oktober, 10.30 Uhr: Münchner Wirte befürchten Pleitewelle

Die Münchner Innenstadtwirte haben sich "fassungslos und bestürzt" über den Beschluss zu einem einmonatigen begrenzten Lockdown geäußert. 

"Selbst das Robert Koch-Institut sieht die Infektionsgefahr in der Gastronomie bei lediglich 0,5 Prozent", sagt Gregor Lemke, Chef des Augustiner Klosterwirt und Vorsitzender des Vereins der Münchner Innenstadtwirte, am Donnerstag. 

"Deutlich hat das RKI erklärt, dass Gaststätten nicht die Treiber der Infektion sind." Die Gastronomen achteten intensiv und mit großem Aufwand an Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen darauf, das eigene Personal und die Gäste zu schützen. 

"Dass wir jetzt trotzdem einen neuerlichen Lockdown hinnehmen müssen, ist ein Schock."

Update 29. Oktober, 10.25 Uhr: Erneut starker Anstieg des Corona-Warnwertes in Augsburg

In Bayerns drittgrößter Stadt ist der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erneut stark gestiegen. 

Wie die Augsburger Stadtverwaltung am Donnerstag berichtete, kletterte der Wert binnen eines Tages von 224 auf 257.

Augsburg zählt seit Wochen zu den bayerischen Städten mit den höchsten Zahlen an Neuinfektionen. Am Mittwoch war der Anstieg des Sieben-Tage-Wertes allerdings nur gering. Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) wollte am Donnerstagnachmittag im Anschluss an eine Stadtratssitzung über das weitere Vorgehen berichten. Bislang hatte die Kommune auch einen städtischen Lockdown als weitere Maßnahme nicht ausgeschlossen.

Professor Michael Beyer, der Ärztliche Direktor am Uniklinikum Augsburg, erklärte im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag), dass sein Haus wegen der großen Belastung durch Covid-19-Kranke bereits Patienten mit leichteren Erkrankungen abweisen müsse. 

Das Universitätsklinikum habe nun mit anderen Krankenhäusern in der Stadt und im Landkreis Augsburg vereinbart, dass diese einen Teil der Covid-19-Patienten übernehmen werden.

Update 29. Oktober, 6.45 Uhr: Bayerns Amateur-Fußballer mit Verständnis und Wünschen

Der Bayerische Fußball-Verband hat auf die bevorstehenden Corona-Beschränkungen mit Verständnis reagiert, aber auch vor Folgen gewarnt. 

"Wir respektieren die jetzt von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen, die weitreichende Folgen haben. Wenn der Amateurfußball seinen Beitrag dazu leisten kann, das gemeinsame Ziel zu erreichen, den Kampf gegen das Virus zu gewinnen, dann wird er das auch fraglos tun - ohne Wenn und Aber! Das ist eine Selbstverständlichkeit in dieser für unsere ganze Gesellschaft extrem schwierigen und so noch nie da gewesenen Situation", sagte BFV-Präsident Rainer Koch der Deutschen Presse-Agentur.

"Es war wichtig und richtig, dass die Politik jetzt auch klare und für alle verbindliche Regelungen getroffen hat", sagte Koch und hob die Bedeutung des Breitensports hervor. "Wir wissen, was der Breitensport Großes in den Vereinen buchstäblich bewegt, gerade wenn es darum geht, Gesundheitsvorsorge zu betreiben. Dass dies fortan nicht mehr für die Frauen und Männer, Jungen und Mädchen im ohnehin schon reduzierten Maße möglich ist, tut uns allen sehr weh."

Koch äußerte Hoffnungen für die Zukunft der vielen Sportler im Verband, der rund 1,6 Millionen Mitglieder in etwa 4600 Vereinen hat. Es sei "ganz besonders wichtig, dass dies nicht zum Dauerzustand wird - zumal wir mittlerweile wissen, dass das Infektionsrisiko beim Sport an sich äußerst gering ist. Dass Vereine und Verbände jetzt wiederholt vor extremen Herausforderungen stehen, liegt auf der Hand, wenn wir daran denken, dass Mitglieder fernbleiben müssen, sich womöglich ganz abwenden oder Kinder erst gar keinen Zugang mehr zum Fußball im Verein finden", sagte der 61-Jährige.

In den Bundesligen, auch im Profifußball, dürfen von der kommenden Woche an nur noch Geisterspiele ausgerichtet werden, im Freizeit- und Amateurbereich wird der Betrieb fast gänzlich untersagt.

Update 29. Oktober, 6 Uhr: Bislang 83 Corona-Fälle in bayerischen Gefängnissen

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat es 83 Fälle in bayerischen Gefängnissen gegeben. 52 Bedienstete hätten sich bislang mit dem Virus infiziert und 31 Häftlinge. 

Das teilte das Justizministerium in München auf Anfrage mit. Derzeit sind unter den Strafgefangenen in Bayern allerdings nur zwei mit einer nachgewiesenen akuten Coronavirus-Infektion (Stand 27. Oktober).

Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 31 Gefangene mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, 22 von ihnen waren neu in die Justizvollzugsanstalten aufgenommen worden. "26 Gefangene sind zwischenzeitlich genesen, 3 Gefangene entlassen und 2 Gefangene derzeit an Corona erkrankt", sagte eine Ministeriumssprecherin.

Einen Corona-Todesfall im Vollzug habe es bislang nicht gegeben. Allerdings sei ein Häftling, der zuletzt im offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt München untergebracht und positiv auf das Virus getestet worden war, rund zweieinhalb Monate nach seiner Entlassung gestorben - ob an Corona, sei aber nicht bekannt.

Höher als bei den Häftlingen sind die Zahlen bei den Bediensteten in den bayerischen Gefängnissen: Von ihnen wurden bislang insgesamt 52 positiv auf das Corona-Virus getestet, 11 seien derzeit noch akut erkrankt.

Positiv getestete Gefangene werden nach Ministeriumsangaben in der Justizvollzugsanstalt unter Quarantäne gestellt. Gefangene, die mit positiv getesteten Personen engeren Kontakt hatten, werden von anderen getrennt untergebracht und auf das Coronavirus getestet.

Bedienstete müssen bei engerem Kontakt mit Gefangenen, bei denen eine Infektion mit dem Coronavirus oder der Verdacht darauf besteht, Schutzkleidung tragen. Sollte ein Gefangener auf der Intensivstation behandelt werden müssen, werde er in eine Klinik außerhalb der Gefängnismauern gebracht.

Update 28. Oktober, 21.08 Uhr: MAN mit neuer Prognose: Herber Umsatz- und Gewinnrückgang erwartet

Der Lastwagenbauer MAN rechnet wegen der Covid-19-Pandemie mit schweren Belastungen für Umsatz und Gewinn. 

2020 dürften die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr "erheblich" zurückgehen, teilte das Unternehmen am Mittwochabend nach der Erstellung einer neuen Prognose in München mit. Die alte Vorhersage hatte der Vorstand der VW-Tochter Ende März zurückgenommen.

Das operative Ergebnis der MAN Gruppe werde sich im Bereich zwischen minus 500 und minus 750 Millionen Euro bewegen, hieß es weiter. In der Prognose seien keine Aufwendungen für die am 11. September kommunizierte Neuausrichtung von MAN Truck & Bus enthalten. 

Aufgrund der laufenden Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht vorhergesagt werden, wann und in welcher Höhe diese Aufwendungen anfallen würden.

Update 28. Oktober, 19.52 Uhr: GEW kritisiert Kita- und Schulbetrieb

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Bayern hat der Staatsregierung vorgeworfen, Schüler und Lehrer durch den Schulbetrieb in der Corona-Situation in Gefahr zu bringen. 

Für Ministerpräsident Markus Söder hätten Kita und Schule nur noch den Zweck, den Eltern den Rücken frei und die Wirtschaft am Laufen zu halten. "Das Personal in Kitas und Schulen hat täglich seine Gesundheit zu riskieren, damit Konzerne ungestört (wohlgemerkt überwiegend per Videokonferenz) globale Geschäfte fortführen können", kritisierte die Gewerkschaft am Mittwoch in einer Pressemitteilung.

"Die Folgen sind tägliche Massenveranstaltungen mit tausenden von Teilnehmer*innen in teilweise maroden Klassenzimmern, ohne Abstand, bei offenen Fenstern, ohne medizinisches und sicherheitstechnisches Fachpersonal - und das bei desaströs knapper Personaldecke." 

Kita- und Schulbetrieb dürfe es aber nur geben bei notfalls verkleinerten Klassen und Gruppen, ausreichend Lüftung auch mit technischen Mitteln, Begleitung durch Betriebsärzte und anderen Schutzmaßnahmen.

Update 28. Oktober, 18.28 Uhr: Söder: "Wir verordnen eine Vier-Wochen-Therapie"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bürger zu Solidarität während der Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. 

Es gehe nicht nur um die Freiheit, die der Einzelne habe, sondern auch darum, wie viel Schutz die Gemeinschaft den besonders Betroffenen biete, sagte der CSU-Chef am Mittwoch nach Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Bundesländer. 

"Wir sind eine Solidaritätsgesellschaft und kein Ego-Land." Es gehe nicht um Loyalität zum Staat und Obrigkeitshörigkeit, sondern um ein Gemeinschaftsgefühl.

Söder betonte, es sei wichtig, jetzt durchzugreifen und nicht länger abzuwarten. "Je länger wir warten, desto schwieriger wird es", sagte er. "Die Alternative nichts zu tun oder weniger zu tun, bedeutet am Ende vielleicht in die Situation zu kommen, dass wir die Entscheidung in den Krankenhäusern zu treffen haben über Leben und Tod." Die Einschätzungen der Wissenschaftler hätten sich "mit erschreckender Präzision" bestätigt.

Nun sollten drei Viertel der Kontakte reduziert werden. "Es scheint kurzfristig hart, ist aber langfristig milder, als die Alternativen, nichts zu tun", sagte er, dann lande man in einer "Endlosschleife" und das ganze Land leide. "Wir verordnen eine Vier-Wochen-Therapie, wenn man das sagen kann. Wir hoffen, dass die Dosis richtig ist, dass es erfolgreich ist." Wie bei jeder Therapie gelte, dass sie wirken müsse und nicht zu früh abgebrochen werden dürfe.

Bund und Länder hatten sich zuvor bei ihrem Corona-Krisengespräch auf befristete, aber massive Beschränkungen des öffentlichen Lebens verständigt. Söder lobte die Einigkeit der Länderchefs. Es sei ein "ermunterndes Signal" gewesen, die Entschlossenheit bei allen zu spüren.

Update 28. Oktober, 17.18 Uhr: Privater Rundfunk will erweiterte Corona-Hilfen

Private Rundfunkunternehmen in Deutschland wollen erweiterte Corona-Hilfen vom Staat. 

"Wir müssen auch mit der Politik darüber sprechen, bestehende Fördermaßnahmen auf die betroffenen TV-Sender zu erweitern", sagte die Vorstandsvorsitzende des Verbands Privater Medien (Vaunet), Annette Kümmel, am Mittwoch in einer Gesprächsrunde auf den 34. Münchner Medientagen. Am selben Tag hatten sich Bund und Länder auf erneute vielfältige Einschränkungen wegen steigender Corona-Zahlen geeinigt.

Kümmel sagte auch, nun sollten Gesetzgebungsvorhaben und Regulierungen daraufhin überprüft werden, ob sie einen negativen Effekt auf die privaten Medien haben. Als Beispiele nannte sie: "Keine zusätzlichen Werberestriktionen, Urheberrechtsgesetz auf den Prüfstand stellen."

Die privaten Rundfunkunternehmen in Deutschland haben seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor allem mit weggebrochenen Werbeerlösen zu kämpfen, die ein essenzielles Standbein sind.

Am Montag hatte bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf den Medientagen zu Corona-Einschränkungen betont: "Wenn wir wieder die Situation haben, dass wir erhebliche Werbeausfälle hätten, dann müssen wir natürlich im Zweifelsfall auch den Medien wieder Unterstützung geben. Denn die Medien haben sich tatsächlich als sehr, sehr systemrelevant für unser Land erwiesen."

Update 28. Oktober, 16.58 Uhr: Landkreis Berchtesgadener Land deutlich über 300er-Marke

Der Landkreis Berchtesgadener Land hat am Mittwoch bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen nun auch die Marke von 300 Fällen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen übersprungen. 

Der Warnwert für die Ausbreitung der Pandemie in der Region stieg binnen eines Tages von 296 auf knapp 324. Dies teilte das Landratsamt in Bad Reichenhall mit.

Der oberbayerische Landkreis hatte als erster im Freistaat bereits einen regionalen Lockdown mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen verhängt. Landrat Bernhard Kern (CSU) rief wegen der weiter steigenden Zahlen die Bürger erneut dazu auf, sich strikt an die Abstands- und Masken-Regeln zu halten.

"Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir es schaffen, dass die Zahlen wieder auf ein normales Maß sinken", sagte er. Sonst könnten nicht wie geplant am 3. November die Kindergärten und Tagesstätten sowie am 9. November die Schulen wieder öffnen.

Update 28. Oktober, 15.37 Uhr: Bayern bei Corona-Neuinfektionen über der 100er-Marke

Landesweit steigen in Bayern die Corona-Neuinfektions-Zahlen weiter stark an. 

Mittlerweile hat der gesamte Freistaat im Durchschnitt die kritische Marke von 100 Infektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner deutlich überschritten, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen berichtete. Nachdem der Wert am Dienstag noch bei 96 lag, kletterte er am Mittwoch auf 105.

Den höchsten Wert unter den Bezirken hatte Schwaben mit fast 123, gefolgt von Oberbayern (117) und Niederbayern (112). Die drei fränkischen Bezirke und die Oberpfalz lagen noch unter der 100er-Marke, die nach der neuen Einstufung der Staatsregierung als "dunkelrot" angesehen wird. 

Wenn Kommunen auf mehr als 100 Neuinfektionen in einer Woche kommen, treten zusätzliche Beschränkungen für die Bevölkerung in Kraft.

Update 28. Oktober, 15.20 Uhr: Neue Zahlen für München

In München wurden insgesamt 291 neue Corona-Fälle gemeldet.

In der Landeshauptstadt sind somit bislang 15.896 Infektionen bestätigt. In dieser Fallzahl enthalten sind 12.605 Menschen, die nach ihrer Erkrankung als geheilt gelten, sowie leider auch 240 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt laut Robert Koch-Institut (RKI) demnach nun 122,3. 

Update 28. Oktober, 13.34 Uhr: Spürbarer Rückgang der Mobilität in Corona-Hotspots

In Regionen, in denen über sieben aufeinanderfolgende Tage hinweg eine kritische Zahl von Covid-19-Infektionen erreicht wurde, ist die Mobilität der Menschen spürbar zurückgegangen. 

Laut einer Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamtes ging die Mobilität zwischen dem 19. und dem 25. Oktober in den betroffenen Landkreisen und kreisfreien Städten im Vergleich zur 38. Kalenderwoche (14. bis 20. September) um zwölf Prozent zurück.  

Auch wenn Faktoren wie das Wetter und die touristische Aktivität eine Rolle bei der Mobilität spielten - die Bewegung in weniger von Neuinfektionen betroffenen Regionen nahm im Vergleichszeitraum lediglich um sechs Prozent ab.

Besonders stark war der Rückgang der täglichen Mobilität im Landkreis Berchtesgadener Land. Mit Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen am 20. Oktober 2020 gingen die gemessenen Bewegungen dort nochmals deutlich zurück, hieß es: Am 19. Oktober lag die Mobilität 25 Prozent und am 20. Oktober 42 Prozent unter dem Niveau des entsprechenden Wochentages der 38. Kalenderwoche. Am vergangenen Samstag wurden im Berchtesgadener Land sogar 65 Prozent weniger Bewegungen gemessen als am Samstag der Vergleichswoche.

Für die Untersuchung wurden anonymisierte Mobilfunkdaten ausgewertet.

Update 28. Oktober, 13.23 Uhr: Münchner Theaterensembles gegen Schließungen: "Wir müssen spielen!"

Die künstlerischen Ensembles der großen Theater in München protestieren in einem offenen Brief gegen eine coronabedingte Schließung ihrer Häuser. 

"Kulturelle Veranstaltungen zu untersagen, halten wir für falsch. Sie ignorieren damit die Maßnahmen, die die bayerischen Theater seit Monaten einhalten, um einen Zuschauerbetrieb zu ermöglichen. Wir wollen spielen. Wir müssen spielen!", heißt es in dem Schreiben an die Staatsregierung und die Stadt München vom Mittwoch. Zuschauerräume seien durch Belüftung und Hygienekonzepte zudem sicherer, als viele andere Orte.

"Wir haben ein Recht auf Kunsträume. Auf die gesellschaftliche Lage kreativ zu reagieren und Denkanstöße anzubieten, ist unsere Kunst. Eine Kunst, die in diesen Zeiten Halt geben kann und muss", schreiben die Ensembles unter anderem an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). 

"Lassen Sie uns die Menschen in diesen schweren Zeiten weiterhin mit einem vielfältigen Kulturangebot versorgen - und sei es nur für die Dauer eines Abends." Die Theater hätten außerdem bewiesen, dass sie mit der derzeitigen Lage professionell und künstlerisch wertvoll umgehen könnten. Unterzeichnet ist der Brief von den Ensembles des Residenztheaters, des Gärtnerplatztheaters, des Münchner Volkstheaters, der Münchner Kammerspiele und der Schauburg. Auch das Ensemble und die Solisten der Bayerischen Staatsoper beteiligen sich an dem Aufruf. 

Am Freitag hatten sich bereits die Intendanten zu Wort gemeldet und gegen die Obergrenze von 50 Zuschauern in bayerischen Corona-Hotspots protestiert.

Update 28. Oktober, 13.23 Uhr: Gastronom scheitert mit Klage gegen Lockdown

Ein Gastronom ist mit der Klage gegen Lockdown-Maßnahmen im Berchtesgadener Land gescheitert. (Symbolbild)
Ein Gastronom ist mit der Klage gegen Lockdown-Maßnahmen im Berchtesgadener Land gescheitert. (Symbolbild)  © 123RF/kzenon

Ein Gastronom ist mit seiner Klage gegen den Lockdown im Landkreis Berchtesgadener Land gescheitert. Wie das Verwaltungsgericht in München am Mittwoch berichtete, wurde der Eilantrag des Restaurantbesitzers abgelehnt. 

Der Unternehmer wollte erreichen, dass er auch während des vom Landratsamt angeordneten regionalen Lockdowns Gäste bewirten darf.

Wegen der stark gestiegenen Zahl an Corona-Neuinfektionen hatte der oberbayerische Landkreis strikte Ausgangsbeschränkungen für die Bevölkerung festgelegt. Schulen und Kitas sind derzeit im Berchtesgadener Land geschlossen, Restaurants dürfen allenfalls noch Speisen zum Mitnehmen oder zur Lieferung anbieten. Die Betreiber mehrerer Lokale hatten dagegen geklagt.

Das Verwaltungsgericht war in dem nun entschiedenen Fall der Ansicht, dass die Untersagung des Gastronomiebetriebs nötig sei. 

Angesichts des extremen Anstiegs des Werts der Neuinfektionen auf weit mehr als 250 innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner habe die Kreisbehörde "zu Recht ein Maßnahmenpaket inklusive der Schließung der Gastronomiebetriebe geschnürt, welches erkennbar darauf gerichtet ist, Kontakte auf das notwendigste Maß zu beschränken", betonte ein Gerichtssprecher.

Der Kläger kann den Fall nun noch zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bringen. Mittlerweile wurde ein entsprechender Lockdown auch im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn angeordnet.

Update 28. Oktober, 12.34 Uhr: Markus Söder will wohl Corona-Sondersitzung des Landtags am Freitag

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die geplante Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen im Landtag beraten lassen. 

Die Staatsregierung bitte den Landtag deshalb um eine Sondersitzung an diesem Freitag, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Regierungskreisen in München. Es solle eine breite parlamentarische Beteiligung geben, hieß es.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Nachmittag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über eine drastische Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen beraten. 

An diesem Donnerstag will das bayerische Kabinett über die Umsetzung im Freistaat beraten.

Update 28. Oktober, 12.28 Uhr: 600 Mitarbeiter von Klinik in Quarantäne

Alle 600 Mitarbeiter im Schongauer Krankenhaus müssen für zwei Wochen in häusliche Quarantäne.
Alle 600 Mitarbeiter im Schongauer Krankenhaus müssen für zwei Wochen in häusliche Quarantäne.  © Stephanie Pilick/dpa

Nach mehreren Dutzend Corona-Fällen im Schongauer Krankenhaus müssen alle 600 Mitarbeiter für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. 

Es gebe zudem einen Besuch- und Aufnahmestopp für das Krankenhaus, sagte Kliniksprecherin Susanne Heintzmann am Dienstagabend. 

38 Kollegen seien positiv getestet, die restlichen seien negativ und könnten zur Arbeit kommen, um die Patienten weiter zu versorgen. 

Allerdings müssten sie zuhause bis zum 7. November Quarantäne einhalten, auch gegenüber Familienangehörigen und Freunden.

Einen vollständigen Bericht findest du >>> hier.

Update 28. Oktober, 11.15 Uhr: Puma kehrt trotz Corona zu Wachstum zurück

Der Sportartikelhersteller Puma SE ist im dritten Quartal trotz Corona-Krise auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Das Quartal habe sich dabei viel besser entwickelt, "als ich es erwartet hatte", kommentierte Vorstandschef Björn Gulden die am Mittwoch vorgelegten Zahlen. Für das vierte Quartal blieb der Manager jedoch vorsichtig. 

Der Oktober habe gut begonnen, jedoch werde das Unternehmen wegen der steigenden Infektionszahlen vorsichtiger. Auf einen Ausblick auf das Gesamtjahr verzichtet Puma daher weiterhin.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,58 Milliarden Euro, wie Puma in Herzogenaurach mitteilte. Währungsbereinigt lag das Plus bei 13,3 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich um 16,8 Prozent auf 190 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Puma 113,6 Millionen Euro, das waren 13 Prozent mehr. 

Im zweiten Quartal waren Umsatz und Ergebnis wegen der weitgehenden Stilllegung des öffentlichen Lebens im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie noch eingebrochen.

Nach neun Monaten steht noch ein Umsatzminus von 7,7 Prozent zu Buche, das Ebit liegt weit unter dem Vorjahresniveau. Die Kreditlinie von 900 Millionen Euro, die sich Puma im Zuge der Pandemie im Mai gesichert hatte, wurde den Angaben zufolge noch nicht in Anspruch genommen.

Update 28. Oktober, 10.10 Uhr: Halloween bitte nur innerhalb der Familie feiern

Nach Gesundheitsministerin Melanie Huml hat nun auch Sozialministerin Carolina Trautner (beide CSU) dazu aufgerufen, angesichts der Corona-Krise auf Halloween-Feiern außerhalb der Familie zu verzichten. 

"Gemeinsam basteln, verkleiden und Süßigkeiten naschen soll natürlich auch in diesem Jahr möglich sein - aber bitte nur innerhalb der Familie", sagte Trautner am Mittwoch in München.

"Wir müssen jetzt alle die Kontakte zu anderen Menschen so gering wie möglich halten und vorsichtig sein. Mit Blick auf die derzeitigen Infektionszahlen rate ich deshalb von Halloween-Feiern außerhalb der Familie und vom Tür-zu-Tür-Gehen ab", erklärte Trautner.

Update 28. Oktober, 8.50 Uhr: Pflege-TÜV wegen neuer Corona-Welle weiter aussetzen

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) setzt sich angesichts der steigenden Corona-Zahlen dafür ein, die regelmäßigen Qualitätsprüfungen in Heimen für den sogenannten Pflege-TÜV weiter auszusetzen. 

"Der Schutz von Pflegebedürftigen ist sehr wichtig. Aber der Anstieg der Corona-Zahlen ist derzeit heftiger, als im Sommer von vielen erwartet wurde", sagte Huml der "Passauer Neuen Presse" (Mittwochsausgabe). Deshalb setze sie sich bei der Bundesregierung für Korrekturen ein.

Huml habe dazu Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geschrieben, berichtete die Zeitung weiter. Dieser hatte im Frühjahr wegen des Corona-Ausbruchs die Regelprüfungen von Alten- und Pflegeheimen durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) ausgesetzt. Das sollte die Einrichtungen entlasten und verhindern, dass Prüfer Infektionen in die Häuser tragen. Just jetzt, zu Beginn der zweiten Corona-Welle, sollten dem Bericht zufolge die Regelprüfungen wieder beginnen.

Huml sagte, die mit einer weiteren Aussetzung frei werdenden MDK-Mitarbeiter könnten im Rahmen der Amtshilfe den Öffentlichen Gesundheitsdienst bei der Bekämpfung von Ausbrüchen in Einrichtungen unterstützen und so an anderer Stelle das System der Pflege stützen. Außerdem mahnte Huml beim Bund eine Verlängerung des sogenannten Pflegeschutzschirms über das Jahresende hinaus an. Es sei abzusehen, dass sich die pandemische Lage und ihre Auswirkungen bis dahin nicht wesentlich ändern werden.

Update 27. Oktober, 21.05 Uhr: Entscheidung über Oktoberfest 2021 im April

Die Entscheidung über das Oktoberfest 2021 soll im April nächsten Jahres fallen. 

Das sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstag dem Sender München TV. Er äußerte sich dabei zurückhaltend: Die Wiesn 2021 werde nur stattfinden können, wenn die Corona-Lage weltweit es erlaube.

Das diesjährige Oktoberfest hatte Reiter gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 21. April abgesagt. Ein Fest in der Größe und mit der Internationalität bedeute in der Corona-Pandemie eine zu hohe Gefahr. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kommen sonst zum größten Volksfest der Welt und feiern teils dicht gedrängt in den Bierzelten.

Wirte, Schausteller und Marktkaufleute bekommen in normalen Jahren im Frühjahr ihre Zulassung für das Volksfest und starten dann in die heiße Planungsphase.

Update 27. Oktober, 17.25 Uhr: Gastroverband Dehoga protestiert gegen befürchteten Lockdown

Ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Maskenpflicht - Cover your mouth and nose!" steht in einer Fußgängerzone in der Münchner Innenstadt.
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Maskenpflicht - Cover your mouth and nose!" steht in einer Fußgängerzone in der Münchner Innenstadt.  © Sven Hoppe/dpa

Hotels und Gaststätten in Bayern protestieren gegen einen befürchteten zweiten Lockdown. 

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga legte am Dienstag vorbeugenden Widerspruch ein und warf der Bundesregierung Aktionismus vor. Die angedachten Maßnahmen seien "willkürlich, nicht nachvollziehbar und vollkommen unverhältnismäßig", erklärte Verbandspräsidentin Angela Inselkammer am Dienstag.

Ein Lockdown "light" für die Branche würde allein in Bayern 447.000 Erwerbstätige vor den Ruin stellen, sagte Inselkammer. "Hier steht nicht weniger auf dem Spiel als das Überleben einer ganzen Branche." Der Gaststättenverband argumentierte, dass laut Analyse des Robert Koch-Instituts lediglich 0,5 Prozent der Ansteckungen in der Gastronomie nachgewiesen worden seien.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung überlegt die Bundesregierung einen zweiten Lockdown für Gastronomie und Veranstaltungsbranche, um den Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen. In zwei bayerischen Landeskreisen - Berchtesgadener Land und Rottal-Inn - haben die Landratsämter die Gaststätten und Hotels wegen der hohen Infektionszahlen bereits wieder geschlossen.

Update 27. Oktober, 16.40 Uhr: Bayern steht landesweit kurz vor «dunkelrot»

Wegen der weiterhin steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen ist bald ganz Bayern "dunkelrot". 

Nach den Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen vom Dienstag sind in den vergangenen sieben Tagen im gesamten Freistaat pro 100.000 Einwohner 96 positiv auf das Coronavirus getestet worden. Vor wenigen Tagen hatte die Staatsregierung in München die 100er-Marke als zusätzliche, dunkelrote Warnstufe festgelegt, zuvor war der rote Wert 50 die höchste Stufe.

Den landesweit höchsten Sieben-Tages-Wert hat weiterhin der oberbayerische Landkreis Berchtesgadener Land, der mittlerweile nach Angaben der Kreisbehörde fast auf 296 kommt. Dahinter folgt laut dem LGL der niederbayerische Kreis Rottal-Inn mit 240, rund 39 weniger als am Vortag. Beide Landkreise haben wegen der hohen Zahlen bereits Ausgangsbeschränkungen für die Bevölkerung verhängt.

Solch ein Lockdown droht allerdings auch in mehreren kreisfreien Städten. So liegt der Corona-Warnwert in der Stadt Augsburg nach Angaben der Kommune mittlerweile bei 218, die Stadt Rosenheim liegt laut dem Landesamt bei 217. Auch die Stadt Weiden hat laut LGL mit 204 die 200er-Marke bereits übersprungen.

Update 27. Oktober, 16.26 Uhr: Rosenheim mit Corona-Wert über 200 - bisher keine Zusatz-Maßnahmen

Nach dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen in der Stadt Rosenheim über die Marke von 200 pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen hat die Stadt bisher nicht über zusätzliche Maßnahmen entschieden. 

«Wir werden uns sehr genau ansehen, welche Möglichkeiten wir haben», sagte Sprecher Thomas Bugl am Dienstagnachmittag. Im RoMed-Klinikverbund für die Region würden rund 40 Intensivbetten für Corona-Patienten vorgehalten. «Wir haben null Patienten auf Intensiv mit Corona, und wir haben null Corona-Patienten an einem Beatmungsgerät», sagte Bugl. Es gebe eine «völlig überdrehte Einschätzung der tatsächlichen Lage durch die Medien».

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen lag am Dienstag nach Angaben von Robert Koch-Institut (RKI) und Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 217,1. Derzeit gelten in Rosenheim die bayernweiten Corona-Maßnahmen für Städte und Landkreise, in denen die Corona-Ampel auf dunkelrot gesprungen ist. 

Das ist bei mehr als 100 Infektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen der Fall. Diesen Wert hat Rosenheim inzwischen um mehr als das Doppelte überschritten.

Update 27. Okotber, 16.09 Uhr: Flüchtlingshelfer kritisieren Abschiebungen während Corona-Pandemie

Der Bayerische Flüchtlingsrat und die Organisation Pro Asyl kritisieren mögliche Abschiebungen inmitten der Corona-Pandemie. 

«In diesen Zeiten noch schnell eine Abschiebung durchzuziehen, bevor der nächste Lockdown kommt, zeugt von einer ausgeprägten Kaltschnäuzigkeit», betonte der Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt, am Dienstag. Abschiebungen während der Corona-Pandemie seien unverantwortlich.

Nach Informationen der Flüchtlingshelfer waren für Dienstagabend von München aus Abschiebungen nach Somalia und Äthiopien geplant. Doch gebe es etwa für die 15 Millionen Menschen in Somalia nur 15 Intensivbetten, hieß es in der Mitteilung. Auch nach Afghanistan könnten ab November wieder Menschen abgeschoben werden, obwohl die Lage dort wegen Corona derart schlimm sei, dass mehrere Verwaltungsgerichte in Deutschland auch für junge und gesunde Männer ein Abschiebungsverbot festgestellt hätten. 

Ein Sprecher des zuständigen Landesamtes für Asyl und Rückführungen wollte die Informationen über anstehende Flüge am Dienstag nicht kommentieren.

Update 27. Oktober, 15.22 Uhr: 500 Euro Corona-Prämie für Schulleitungen und ausgewählte Lehrkräfte

Die bayerische Staatsregierung hat einen Corona-Bonus für Schulleitungen und ausgewählte Lehrkräfte beschlossen. Die jeweils 500 Euro pro Person seien ein Zeichen der Wertschätzung, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München. «Unsere Schulen leisten Großartiges.»

Bekommen sollen den Bonus alle rund 4000 Schulleiterinnen und Schulleiter an staatlichen Schulen. «Sie haben sich als Manager bewährt und bewiesen, und sie mussten gleichzeitig Bildungsqualität und Gesundheitsschutz in Einklang bringen», begründete Piazolo die Entscheidung. Auch 14 000 staatliche Lehrkräfte sollen je 500 Euro erhalten - vor allem jene, die sich in der Digitalisierung oder bei anderen coronaspezifischen Aufgaben engagiert hätten. Über die Auswahl der Lehrkräfte entscheiden die jeweiligen Schulleitungen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte klare Sympathien für einen analogen Bonus für Erzieherinnen und Erzieher. Er sei wirklich beeindruckt, wie diese ohne Murren und «mit einer Liebe und Empathie» die Kinder betreuten. Allerdings seien ihm die Hände gebunden, da Krippen- und Kita-Erzieherinnen nicht beim Freistaat angestellt seien. 

Den Kommunen wolle er in dieser Hinsicht nichts vorschreiben, ergänzte Söder - verwies aber zugleich auf die finanzielle Unterstützung des Freistaats, «so dass die Kommunen eigentlich auch in der Lage wären».

Update 27. Oktober, 15.22 Uhr: Bayern will Kulturbranche mit 370 Millionen Euro helfen

Die Staatsregierung will die durch die Corona-Krise schwer getroffene Kulturbranche mit einer Summe von 370 Millionen Euro unterstützen. 

Geplant sei unter anderem ein neues Programm für die Solo-Selbstständigen zum Ersatz des entfallenden Unternehmerlohns, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Bis zum Jahresende solle es für sie bis zu 1180 Euro monatlich geben.

«Wir wissen, dass wir einen harten Winter vor uns haben», sagte Kunstminister Bernd Sibler (CSU). Zu dem Hilfspaket sollen demnach außerdem 5000 Stipendien zu je 5000 Euro für junge Künstler gehören. Zudem werde das bereits bestehende Spielstättenprogramm zunächst bis Ende Juni 2021 verlängert und auch auf Künstler ohne eigene Spielstätte ausgeweitet, sagte Sibler. 

Auch die Hilfsprogramme für Laienmusik und die Kinos im Freistaat werden demnach bis in den nächsten Sommer verlängert.

Update 27. Oktober, 14.15 Uhr: Gericht weist Antrag zur Befreiung von Maskenpflicht im Unterricht ab

Grundschüler in Stadt und Landkreis Würzburg müssen nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts weiter eine Maske im Unterricht tragen. Das habe eine Kammer am Montag entschieden, teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag mit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Az. W 8 E 20.1573)

Ein Mann hatte zuvor einen Eilantrag auf Befreiung der Grundschüler von der Pflicht zu einer Mund-Nasen-Bedeckung gestellt. Die Maßnahme sei unverhältnismäßig und für die Kinder eine absolute Belastung. Zudem sei es in Bayern möglich, Ausnahmen für Grundschulen zu vereinbaren, so der Antragsteller.

Die Kammer sah das anders. Erstens habe der Mann nicht dargelegt, ob er als Schüler oder Lehrer von der Maskenpflicht betroffen sei oder den Antrag für ein eigenes Kind gestellt habe. Zudem habe er nicht glaubhaft gemacht, dass es einen triftigen Grund für eine Ausnahme von der Infektionsschutzverordnung gibt. Diese sieht in Bayern eine grundsätzliche Maskenpflicht im Unterricht ab 50 Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100 000 Einwohner vor.

Nach Angaben des Landratsamtes sind die Coronavirus-Ausbrüche in Stadt und Landkreis Würzburg nicht auf ein klar abgrenzbares Ausbruchsgeschehen zurückzuführen. Grundschulen seien ebenso betroffen wie Pflegeeinrichtungen und Kitas, so das Gericht unter Verweis auf das Landratsamt.

Gegen die Gerichtsentscheidung ist Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) möglich.

Dieser hatte am Montag den Eilantrag zweier Grundschülerinnen aus Unterfranken auf Befreiung von der Maskenpflicht an der Schule abgelehnt. Sie hatten ärztliche Atteste vorgelegt, in denen es ohne weitere Begründung hieß, sie könnten «aus gesundheitlichen Gründen» die Masken nicht tragen. 

Weil die Grundschule die Atteste nicht akzeptierte, zog die Mutter vor Gericht: Ein beim Verwaltungsgericht Würzburg gestellter Antrag wurde jedoch abgelehnt, die Beschwerde vor dem VGH scheiterte ebenfalls. (Az: 20 CE 20.2185)

Update 27. Oktober, 13.47 Uhr: Söder: Schule und Kitas werden notfalls als letztes geschlossen

Die Staatsregierung hat zugesichert, Schulen und Kitas auch bei steigenden Corona-Zahlen so lange wie möglich offen zu halten. 

Diese sollten offen bleiben, "so lange es nur irgendwie geht", betonte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Sollten Einschränkungen nötig werden, sollten insbesondere Schulen als letzte schließen und nach einem möglichen Lockdown auch als erste wieder aufmachen, betonte er.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sagte, auch der Wechsel von Präsenz- auf Wechselunterricht bei einem Wert von 50 neuen Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen sei kein Automatismus. 

"Es sind jeweils Entscheidungen vor Ort, die sich nach den Bedingungen des Landkreises auch ausrichten."

Update 27. Oktober, 13.40 Uhr: Söder: Bund und Länder müssen sich im Anti-Corona-Kampf nun bewähren

Laut CSU-Boss Markus Söder gebe nicht mehr viele Möglichkeiten, Dinge einheitlich national zu steuern. (Archiv)
Laut CSU-Boss Markus Söder gebe nicht mehr viele Möglichkeiten, Dinge einheitlich national zu steuern. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

Angesichts drastisch gestiegener Corona-Zahlen fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun ein schnelles und konsequentes Gegensteuern von Bund und Ländern. 

Mit Blick auf die neuerlichen Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Mittwoch sagte Söder am Dienstag in München: "Wir müssen uns morgen bewähren." Dies sei nicht die letzte Chance, aber eine weitere ganz entscheidende Etappe.

Welche konkreten Gegenmaßnahmen er fordert, ließ Söder zunächst offen, er betonte aber: "Lieber gleich und richtig als spät und halbherzig, und lieber mit einer wirksamen Therapie als mit reinen Placebos." 

Es gebe nicht mehr viele Möglichkeiten, Dinge einheitlich national zu steuern. Und es reiche nicht aus, etwas zu beschließen, was in zwei Wochen schon wieder überholt sei, mahnte Söder.

Update 27. Oktober, 12.30 Uhr: Keine belegten Infektionen durch angebliche Superspreaderin

Einer 26 Jahre alten Frau, die im Verdacht stand, vielleicht Dutzende Menschen mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, können keine Infektionen nachgewiesen werden. 

Das Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen hat nach Angaben eines Sprechers jedenfalls keine Kontaktpersonen ermitteln können, die durch die positiv getestete Frau infiziert worden sind. Zuvor hatten mehrere Medien über das Ergebnis der Untersuchung des Falls durch das Gesundheitsamt berichtet.

Die 26-Jährige hatte eine Kneipentour in der oberbayerischen Stadt unternommen, obwohl sie Krankheitssymptome hatte und unter Quarantäne stand. 

Gegen die 26-Jährige läuft nun noch ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Bei der Staatsanwaltschaft München II waren entsprechende Strafanzeigen eingegangen. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Update 27. Oktober, 12.23 Uhr: Zuschauer-Obergrenze trifft Theater hart - Spielbetrieb kaum rentabel

Mit einer Besucher-Obergrenze würde sich für die Theater ein Spielbetrieb kaum noch lohnen. (Archiv)
Mit einer Besucher-Obergrenze würde sich für die Theater ein Spielbetrieb kaum noch lohnen. (Archiv)  © Sven Hoppe/dpa

Für die Theater in Bayern ist eine Obergrenze von 50 Zuschauern bei sehr hohen Corona-Infektionszahlen ein schwerer Schlag. "Eine Begrenzung auf nur 50 Personen macht aus einem modernen, offenen Haus ein elitäres Bollwerk", kritisierte die Bayerische Staatsoper in München. 

Den Häusern brechen wichtige Einnahmen weg, viele sehen sogar ihren Kulturauftrag in Gefahr. Trotzdem wollen die meisten weiter spielen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Einige stellen den Spielbetrieb dagegen ganz oder teilweise ein, weil es für sie mit 50 Zuschauern schlicht nicht mehr rentabel ist.

"Gerade haben wir die Planungen für eine Bespielung unseres Hauses fertig, die wir sowohl auf der Bühne umsetzen als auch vor 200 Gästen einigermaßen wirtschaftlich abbilden können. Diese Arbeit war umsonst, wenn die Regelung so bleibt", hieß es vom Deutschen Theater in München. "Vor 50 Gästen wird es bei uns keine Vorstellungen geben, da dies wirtschaftlich nicht machbar ist." Das Mainfranken Theater, das sein Großes Haus gerade saniert, bespielt die Außenspielstätte "Theaterfabrik Blaue Halle" vorerst nicht mehr.

Immer mehr Städte und Regionen in Bayern überschreiten den Signalwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. 

Am Dienstag hatten laut Robert Koch-Institut (RKI) Städte wie München, Augsburg, Rosenheim, Würzburg oder Bayreuth die kritische Schwelle überschritten, ab der in Bayern bei Veranstaltungen nur noch 50 Menschen zugelassen sind. Nürnberg lag nur noch knapp darunter.

Update 27. Oktober, 10.43 Uhr: Weiter steigende Corona-Fallzahlen in Augsburg

Trotz verschärfter Schutzmaßnahmen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Augsburg weiter an. 

Wie Bayerns drittgrößte Stadt am Dienstag berichtete, ist der Wert pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nunmehr auf knapp 218 geklettert, am Vortag lag er noch bei rund 205. Damit droht weiterhin ein neuer Lockdown in der schwäbischen Stadt.

Die Stadtverwaltung hatte angekündigt, die Entwicklung bis zur Wochenmitte beobachten zu wollen. Dann soll in Abstimmung mit der Bezirksregierung und der Staatsregierung in München über mögliche weitere Maßnahmen entschieden werden.

Bereits seit etwa zwei Wochen gelten in der 300.000 Einwohner großen Stadt strenge Vorschriften zur Verhütung von Neuinfektionen. 

So gilt inzwischen in den Augsburger Schulen und in der Innenstadt eine umfassende Maskenpflicht, Veranstaltungen dürfen nur noch mit maximal 50 Besuchern stattfinden, und privat dürfen sich höchstens fünf Personen treffen.

Update 27. Oktober, 10.33 Uhr: Corona-Infektionen: Rosenheim reißt 200er-Marke

Die Stadt Rosenheim hat laut Robert Koch-Institut (RKI) die Marke von 200 Corona-Infektionen gerissen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen lag am Dienstag nach Angaben auf der RKI-Homepage bei 217,1. 

"Die Stadtspitze steht in ständigem Austausch mit den Gesundheitsbehörden", sagte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage.

Derzeit gelten in Rosenheim die bayernweiten Corona-Maßnahmen für Städte und Landkreise, in denen die Corona-Ampel auf dunkelrot gesprungen ist. Das ist bei mehr als 100 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen der Fall. Diesen Wert hat Rosenheim inzwischen um mehr als das Doppelte überschritten.

"Der nächste Schritt wären dann in der Tat Lockdown-Maßnahmen wie in Rottal-Inn oder im Berchtesgadener Land", sagte der Sprecher. "Wir haben da aber noch nichts in aktueller Planung." Er könne allerdings nicht ausschließen, dass sich daran in den kommenden Tagen oder sogar im Laufe des Tages noch etwas ändere. 

Konkrete Infektionsherde gebe es in der Stadt nicht. "Es ist der Klassiker: diffuses Infektionsgeschehen."

Update 27. Oktober, 6.44 Uhr: Klage gegen Bayern wegen Maßnahmen im Berchtesgadener Land

Vor etwa einer Woche wurde im Berchtesgadener Land wegen der explodierenden Infektionszahlen ein erneuter "Lockdown" verhängt. (Archiv)
Vor etwa einer Woche wurde im Berchtesgadener Land wegen der explodierenden Infektionszahlen ein erneuter "Lockdown" verhängt. (Archiv)  © NEWS5 / Merzbach

Unternehmer aus dem wegen Corona mit Ausgangsbeschränkungen belegten Landkreis Berchtesgadener Land haben eine Klage gegen das Landratsamt und damit den Freistaat Bayern eingereicht. 

In dem Eilantrag beim Verwaltungsgericht in München, der der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag) vorliegt, wird unter anderem argumentiert, die Maßnahmen seien nicht ausreichend begründet. Der sogenannte Lockdown sei unverhältnismäßig.

Rechtsanwalt Frank Starke aus Bad Reichenhall kritisiert nach dem Medienbericht, dass sämtliche Hotellerie- und Gastronomiebetriebe trotz ihrer Hygienekonzepte schließen mussten. Es gebe keine Begründung, auch den Betrieb draußen zu untersagen. Bayern könne nicht "die gesamte Branche in Sippenhaft" nehmen. Mildere
Maßnahmen, um die steigenden Corona-Zahlen zu senken, seien
nicht geprüft worden. Stattdessen sei ein "Exempel statuiert" worden.

Mike Rupin, der Vorsitzende des Reichenhaller Unternehmerforums,
hat die Klage laut "PNP" initiiert. Dahinter stehen demnach mehr als 150 Unternehmer aus dem Landkreis und Verbände. Da ein Betroffener klagen müsse, laufe der Eilantrag unter dem Namen von Sylvia und Dirk Finsel. Sie betreiben eine Pension in Bad Reichenhall.

Als bundesweit erster Landkreis im Herbst hat der Kreis Berchtesgadener Land an der Grenze zu Österreich vergangene Woche Ausgangsbeschränkungen verhängt - dort hatte es zeitweise Werte von fast 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche gegeben. Die Maßnahmen sind zunächst bis 2. November befristet.

Der Landkreis Rottal-Inn hat inzwischen als zweite Region in Bayern strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt.

Update 27. Oktober, 6.38 Uhr: Krankenhäuser schränken Besuchsrecht ein

Nur der Anfang? Krankenhäuser schränken wegen der stark steigenden Infektionszahlen das Besuchsrecht ein. (Symbolbild)
Nur der Anfang? Krankenhäuser schränken wegen der stark steigenden Infektionszahlen das Besuchsrecht ein. (Symbolbild)  © Felix Kästle/dpa

Die Krankenhäuser in Bayern schränken wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen immer mehr die Besuchsmöglichkeiten von Patienten ein. 

Wie der Sprecher der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Eduard Fuchshuber, erläuterte, dürfe oft nur noch ein Besucher pro Tag kommen. Zudem würden die Daten der Besucher erfasst. Er rechnete damit, dass solche Maßnahmen in den nächsten Wochen noch in weiteren Häusern beschlossen werden.

Einzelne Krankenhäuser gehen noch weiter. So hat die Asklepios Stadtklinik in Bad Tölz beschlossen, dass von diesem Mittwoch an "ein generelles Besuchsverbot" gilt. Ausnahmen seien aber möglich bei der Behandlung von Kindern oder bei sterbenden Patienten. "Wir haben uns zu diesem drastischen Schritt entschieden, um unsere Patienten und Mitarbeiter zu schützen und um zu verhindern, dass das Virus in unser Krankenhaus gelangt", sagte Geschäftsführer Felix Rauschek. Nach Angaben von Fuchshuber sind solche Besuchsverbote derzeit im Freistaat aber noch die Ausnahme.

Nach Angaben des Krankenhausverbandes sind aktuell die Intensivstationen in Bayern noch nicht überlastet. Zum Wochenbeginn seien von den etwa 4200 Intensivbetten noch rund 1200 frei gewesen. Bislang sei es auch noch kein Thema, dass die Kliniken planbare Operationen absagen. 

Dies könne aber noch kommen, meinte Fuchshuber. Aber auch in diesem Fall würden alle notwendigen Behandlungen wie beispielsweise bei Krebserkrankungen gewährleistet.

Update 27. Oktober, 6.32 Uhr: Kabinett berät über Corona-Zahlen und Finanzhilfen für Künstler

Die massiv gestiegenen Corona-Zahlen beschäftigen am Dienstag (10 Uhr) das bayerische Kabinett. 

Vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch dürfte dabei im Zentrum stehen, wie die ungebremste Ausbreitung des Virus gestoppt werden kann. 

Am Montag hatte mit dem Landkreis Rottal-Inn schon die zweite Region in Bayern strikte Ausgangsbeschränkungen verhängen müssen. Erklärtes Ziel der Staatsregierung ist es, durch frühzeitiges regionales Handeln einen landesweiten Lockdown zu verhindern. 

Zudem sollen in der Kabinettssitzung die von Söder im bayerischen Landtag angekündigten neuen Finanzhilfen für Künstler besprochen werden.

Smalltalk im Kabinett: Unter anderem will man am Dienstag über Finanzhilfen für Künstler sprechen. (Archiv)
Smalltalk im Kabinett: Unter anderem will man am Dienstag über Finanzhilfen für Künstler sprechen. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

Update 26. Oktober, 20.57 Uhr: Unterhachings Volleyballer kritisieren Ungleichbehandlung

Verantwortliche des Volleyball-Bundesligisten TSV Unterhaching haben die Ungleichbehandlung von Sportarten beim Umgang mit der Corona-Pandemie kritisiert. 

Dabei geht es um zwei positive Tests von TSV-Betreuern, die zur zweiwöchigen Quarantäne des gesamten Teams geführt haben. "Unser Arzt hat zwei Mal mit dem Gesundheitsamt telefoniert", sagte Geschäftsstellenleiter Mihai Paduretu dem Portal "sport1.de". "Die Entscheidung, dass die ganze Mannschaft trotz zweier negativer Tests isoliert wurde, konnte nicht geändert werden. Das versteht keiner."

Trainer Patrick Steuerwald sagte dazu: "Da fühlt man sich schon sehr benachteiligt und hat das Gefühl in einer Zweiklassen-Gesellschaft zu sein. Für uns ist es spannend zu sehen, dass es auch andere Möglichkeiten gegeben hätte, die uns nicht einmal vorgeschlagen wurden. Und das ist ungerecht, denn wir können nicht wie die Bayern täglich Corona-Tests machen. Das macht mich wütend."

Update 26. Oktober, 20.57 Uhr: Sibler: Keine Ausnahmen für Zuschauer-Obergrenze bei Kultur

Von der vielerorts geltenden Obergrenze von maximal 50 Zuschauern bei kulturellen Veranstaltungen sind auch Häuser betroffen, die bisher an einem Pilotversuch teilgenommen haben. 

Bei Überschreiten der Schwelle von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gelte die Beschränkung grundsätzlich, auch wenn es zuvor vereinzelte Sondergenehmigungen für wesentlich mehr Gäste gegeben habe, stellte Kunstminister Bernd Sibler (CSU) am Montag auf Anfrage klar. «Der Pilotversuch und damit die Erlaubnis einer maximalen Zuschauerzahl von 500 Personen gilt automatisch als ausgesetzt, sobald die genannte Regelung greift.»

Der Versuch mit erweiterten Publikumszahlen war Anfang September in der Bayerischen Staatsoper und der Philharmonie in München sowie der Meistersingerhalle in Nürnberg angelaufen. In Bayern haben viele Kommunen – darunter die Landeshauptstadt München – inzwischen den Inzidenzwert 100 überschritten. 

In Nürnberg lag er nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums am Montag bei 76,01.

Update 26. Oktober, 17.35 Uhr: Gericht weist Antrag zur Befreiung von Maskenpflicht im Unterricht ab

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat den Eilantrag zweier Grundschülerinnen auf Befreiung von der Maskenpflicht an der Schule abgelehnt. 

Sie hatten ärztliche Atteste vorgelegt, in denen es ohne weitere Begründung hieß, sie könnten "aus gesundheitlichen Gründen" die Masken nicht tragen. Weil die Grundschule die Atteste nicht akzeptierte, zog die Mutter vor Gericht: Ein beim Verwaltungsgericht Würzburg gestellter Antrag wurde jedoch abgelehnt, die Beschwerde vor dem VGH scheiterte nun ebenfalls.

Nach Sicht der Richter hätten die Mädchen nicht glaubhaft belegen können, von der grundsätzlichen Maskenpflicht aus gesundheitlichen Gründen befreit zu sein. Die Richter forderten eine ärztliche Bescheinigung, "welche nachvollziehbare Befundtatsachen sowie eine Diagnose enthält". Die Maskenpflicht diene vor allem dem Schutz der Mitschüler und Mitarbeiter an den Schulen.

Bei der Überschreitung des Corona-Wertes von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohnern binnen 7 Tagen kann in Bayern die generelle Maskenpflicht auch an Grundschulen verhängt werden. Allerdings hält zum Beispiel die Stadt München trotz Kritik daran fest, Grundschüler von der Maskenpflicht zu befreien. 

Bislang sei das Infektionsgeschehen an den Grundschulen sehr gering, deshalb müssten diese Schüler derzeit am Platz keine Maske tragen, hieß es am Montag.

Update 26. Oktober, 17.30 Uhr: Gedrosselter Betrieb nach Corona-Infektionen in Putenschlachthof

Nach zahlreichen Corona-Infektionen von Mitarbeitern eines Putenschlachthofs im oberbayerischen Ampfing (Landkreis Mühldorf am Inn) ist der Betrieb dort stark gedrosselt worden. 

Wie das Landratsamt Mühldorf am Inn am Montag mitteilte, dürfen in dem Schlachthof nur noch negativ getestete oder bereits genesene Mitarbeiter arbeiten. Alle Angestellten müssten bei der Arbeit eine FFP2-Maske tragen, zudem würden Schlachtzahlen und Bandgeschwindigkeit deutlich gedrosselt, um die Mindestabstände einhalten zu können. Außerdem würden die Mitarbeiter noch häufiger getestet.

Insgesamt haben sich nach Angaben des Landratsamtes 82 Mitarbeiter des Putenschlachthofs nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. In der vergangenen Woche hatte die Behörde berichtet, dass sich in dem Betrieb in Ampfing binnen einer Woche 78 Menschen infiziert hätten. Inzwischen sei die Zahl der Neuinfektionen zurückgegangen.

Durch die zahlreichen positiv getesteten Mitarbeiter des Schlachthofs hat der oberbayerische Landkreis allerdings knapp 148 Infektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen, ohne die Fälle aus dem Putenschlachthof wär dieser Wert bei etwa 91.

Update 26. Oktober, 17.26 Uhr: Im Landkreis Rottal-Inn weitere Teststation an Grenze zu Österreich

Der Landrat des niederbayerischen Landkreises Rottal-Inn, Michael Fahmüller (CSU), sieht in der Nähe zu Österreich einen der Gründe für die enorm gestiegenen Corona-Zahlen. 

"Das muss man offen sagen", so der Landrat. Beweisen könne man diesen Zusammenhang jedoch nicht. In dem Nachbarland seien die Maßnahmen lange Zeit nicht so streng gewesen wie im Freistaat. In der Stadt Simbach am Inn soll voraussichtlich ab Mitte der Woche eine weitere Teststation für Pendler nach und aus Österreich eingerichtet werden.

Der Landkreis Rottal-Inn geht ab Dienstag in einen zehntägigen Lockdown. Am Montag lag der Corona-Schwellenwert laut Landesamt für Gesundheit (LGL) bei 279 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Die ersten Hotspots des Landkreises hatte es dem Landrat zufolge in Simbach am Inn in einer Asylbewerberunterkunft und einem Altenheim gegeben.

Ab Mitternacht gelten strikte Ausgangsbeschränkungen, Schulen und Kindergärten werden geschlossen und Veranstaltungen abgesagt, wie Fahmüller ankündigte. Der Einzelhandel bleibt geöffnet, Freizeiteinrichtungen wie Fitnessstudios, Musik- und Tanzschulen sowie Schwimmbäder müssen schließen. Die Gastronomie darf nur noch Speisen zum Mitnehmen anbieten. Die Maßnahmen sollen dem Schutz der Bevölkerung und insbesondere der Risikogruppen dienen.

Letzte Woche wurden bereits im Berchtesgadener Land - ebenfalls an der Grenze zu Österreich - ähnliche Ausgangsbeschränkungen verhängt, weil es Werte von fast 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche gab. Im gesamten Freistaat sind die Corona-Zahlen in den vergangenen Tagen drastisch gestiegen. 

Update 26. Oktober, 15.34 Uhr: Polizei trifft bei Kontrolle 1820 Maskenmuffel an

Bei einer landesweiten Schwerpunktkontrolle zur Maskenpflicht wegen Corona am vergangenen Freitag hat die bayerische Polizei 1820 Verstöße festgestellt. 

Das teilte das bayerische Innenministerium am Montag mit. "Auch wenn die weit überwiegende Mehrheit vorbildlich ist, sind immer noch viel zu viele Maskenmuffel unterwegs", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die bayerische Polizei werde deshalb ihre verstärkten Maskenkontrollen bis auf weiteres fortsetzen.

Am Freitag hatten rund 2000 Beamte schwerpunktmäßig kontrolliert, ob die Bevölkerung ihrer Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwa im öffentlichen Nahverkehr oder - in Gegenden mit zahlreichen Corona-Fällen - auf öffentlichen Plätzen nachkommt. Bei einer ähnlichen Kontrollaktion im Frühjahr waren noch 3000 Verstöße aufgefallen.

Die Maskenmuffel wurden entweder bei der zuständigen Kreisverwaltung angezeigt, erhielten ein Bußgeld von bis zu 250 Euro oder - in milderen Fällen - eine Verwarnung. In neun Fällen war der Verdacht aufgekommen, dass Menschen auf die Maske auf der Grundlage eines ärztlichen Attestes verzichteten, das gefälscht gewesen sein könnte.

Herrmann verwies auf die aktuelle Entwicklung des Infektionsgeschehens, die "zur größten Sorge Anlass gibt". Die Gefahr, sich und andere mit dem hochgefährlichen Coronavirus zu infizieren, steige rapide an. 

"Da reichen schon Einzelne, die keine Maske tragen, um eine Riesen-Infektionswelle loszutreten", warnte der Innenminister. Die Maskenpflicht müsse zu 100 Prozent eingehalten werden.

Update 26. Oktober, 15.33 Uhr: Studie: Fernsehgerät in Corona-Zeiten wieder etwas wichtiger

Das Fernsehgerät ist in deutschen Haushalten in Corona-Zeiten einer Studie zufolge wieder etwas wichtiger geworden. 

«58 Prozent der Personen ab 14 Jahren in Deutschland nennen den TV-Bildschirm als wichtigstes Gerät zur Videonutzung. Das entspricht über einen Prozentpunkt mehr als im Vorjahr, womit der rückläufige Trend der letzten Jahre gestoppt wurde», heißt es im neuen Digitalisierungsbericht Video der Medienanstalten, der am Montag veröffentlicht wurde. 2016 lag der Wert noch bei gut 66 Prozent, 2018 bei 63 Prozent, 2019 bei fast 57 Prozent.

Die Autoren betonen aber, dass die Rückkehr an den Big-Screen vor dem Hintergrund der speziellen Situation in diesem Jahr betrachtet werden müsse. «Ob der Trend zurück zum Fernsehgerät auch in Zukunft anhält, bleibt daher abzuwarten.»

In Corona-Zeiten hat auch die tägliche Nutzung von klassischem TV-Programm - damit ist das fortlaufende Programm der Sender gemeint - nach Jahren wieder zugenommen, wie aus der repräsentativen Befragung weiter hervorgeht. 69 Prozent schauten jeden Tag lineares Fernsehen. 2019 waren es noch 64 Prozent und im Jahr davor 66 Prozent gewesen.

Deutlich stärker ist der Anstieg bei der Videonutzung im Internet: Fast 42 Prozent sehen sich mittlerweile täglich im Netz Bewegtbild an. 2019 waren es 22 Prozent und 2016 noch 8 Prozent, wie die Studie auflistet.

Bei der Nutzung von Streaming-Diensten führte Netflix in den Befragungen die Liste an. Etwa ein Drittel (32 Prozent) der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland sieht sich mindestens einmal pro Monat Netflix-Inhalte an. Dahinter liegen die Plattformen Amazon Prime Video mit gut 25 Prozent und Disney+ mit mehr als 11 Prozent.

Die Landesmedienanstalten veröffentlichen jedes Jahr den Digitalisierungsbericht mit dem aktuellen Stand der Fernseh- und Videonutzung in Deutschland. Die Anstalten in den Bundesländern beaufsichtigen den privaten Rundfunk und Medieninhalte im Internet. Sie sind unabhängige Stellen. Die Medienregulierer stellten den Bericht auf dem Branchentreffen Münchner Medientage vor.

Update 26. Oktober, 14.20 Uhr: Markus Söder begrüßt Verschiebung des CDU-Wahlparteitags

CSU-Chef Markus Söder hat die erneute Verschiebung des CDU-Wahlparteitags begrüßt. 

Eine Präsenzveranstaltung mit etwa 1000 Menschen "wäre kein gutes Signal gewesen", sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag auf den Münchner Medientagen. Er betonte: "Es geht ja nicht um die Karriere einzelner Personen, sondern um die Sorge um viele Menschen." Das allein stehe im Vordergrund.

Nach langem Hin und Her hat die CDU-Spitze angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage den für den 4. Dezember geplanten Parteitag in Stuttgart zur Wahl eines neuen Vorsitzenden nun ins nächste Jahr verschoben.

Der Parteitag mit seinen 1001 Delegierten solle im neuen Jahr idealerweise in Präsenz stattfinden, teilte Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag nach den Gremiensitzungen mit. Wenn dies nicht möglich sei, solle ein digitaler Parteitag abgehalten werden. Fehle dafür noch eine Gesetzesgrundlage, dann solle es einen digitalen Parteitag mit Vorstellungsrunde und eine anschließende Briefwahl geben.

Update 26. Oktober, 14.15 Uhr: Neue Zahlen für München

In München wurden insgesamt 283 neue Corona-Fälle gemeldet.

In der Landeshauptstadt sind somit bislang 15.377 Infektionen bestätigt. In dieser Fallzahl enthalten sind 12.337 Menschen, die nach ihrer Erkrankung als geheilt gelten, sowie leider auch 240 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt laut Robert Koch-Institut (RKI) demnach nun 114,5. 

Update 26. Oktober, 14 Uhr: Oper und Staatsschauspiel wollen Ausnahmen von Zuschauerobergrenze

Die Bayerische Staatsoper und das Staatsschauspiel wollen die in München geltende Obergrenze von 50 Zuschauern pro Vorstellung zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht akzeptieren. 

Man habe Sondergenehmigungen beantragt, teilten die Theater am Montag mit. Das Residenztheater möchte wie bisher 200 Zuschauer einlassen, die Oper hofft auf 500 Besucher. München hat am Wochenende die Schwelle von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten, deshalb sind bei Veranstaltungen nur noch 50 Menschen zugelassen.

"Das Publikum fühlt sich bei uns sicher – und wir sind überzeugt, dass es das auch darf", begründete Opernintendant Nikolaus Bachler am Montag seine Forderung an das Kreisverwaltungsreferat. Er verwies auf ein von Ärzten und Wissenschaftlern begleitetes Pilotprojekt, an dem auch die Philharmonie in München und die Meistersingerhalle in Nürnberg beteiligt waren. 

Anders als in anderen Theatern waren dort 500 statt 200 Besucher erlaubt. Der Versuch belege, dass es bei der Größe des Nationaltheaters und bei Einhaltung vorbeugender Maßnahmen sehr gut möglich sei, vor 500 oder sogar noch mehr Besuchern zu spielen, sagte Bachler.

Residenztheater-Intendant Andreas Beck, Bachler und andere Intendanten bayerischer Theater hatten erst am Freitag in einem offenen Brief Ministerpräsident Markus Söder (CSU) aufgefordert, verschärfte Corona-Auflagen für Theater zurückzunehmen. Bisher habe es keine nachweisliche Infektion durch einen Besuch gegeben, argumentierten sie.

Update 26. Oktober, 11.30 Uhr: Lockdown im Landkreis Rottal-Inn ab Dienstag

Angesichts extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn ab Dienstag um 0 Uhr strikte Ausgangsbeschränkungen. Schulen und Kindergärten werden geschlossen. 

Das teilte am Montag ein Sprecher des Landratsamtes in Pfarrkirchen mit. >>> Hier erfahr Ihr mehr.

Update 26. Oktober, 10.45 Uhr: Augsburger Corona-Warnwert über 200! Lockdown droht

Bayerns drittgrößte Stadt hat bei dem Sieben-Tage-Wert die Marke von 200 Corona-Neuinfektionen überschritten. 

Wie die Stadt Augsburg am Montag berichtete, hat es in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner 205,4 Neuinfektionen gegeben. Bis Mitte der Woche will die Stadtverwaltung beobachten, ob die bereits ergriffenen Schutzmaßnahmen Wirkung zeigen. "Dann wird - in Abstimmung mit der Regierung von Schwaben und der Staatsregierung - entschieden, wie es weitergeht", teilte die Stadt mit. Auch ein zweiter Lockdown ist nach den Angaben der Kommune möglich.

Die rund 300.000 Einwohner große Stadt hatte bereits strengere Vorschriften erlassen, um die seit Wochen steigende Zahl an Neuinfektionen einzudämmen. So gilt in Schulen in allen Jahrgangsstufen eine Maskenpflicht auch im Unterricht. Es dürfen sich nur noch Menschen aus zwei Haushalten oder maximal fünf Personen treffen, dies gilt auch für Familienfeiern. Im Augsburger Zentrum gilt zudem auch im Freien eine Maskenpflicht.

Update 26. Oktober, 6 Uhr: Münchner Medientage trotzen der Coronavirus-Krise

Wie steht es um die Medien? Mit dem traditionellen Eröffnungsgipfel zur Lage der Branche starten am Montag (13 Uhr) offiziell die Münchner Medientage.

Wegen der Corona-Pandemie findet die zu den großen deutschen Branchentreffs zählende Konferenz in diesem Jahr ganz überwiegend digital statt. Alle Vorträge und Diskussionen im Hauptprogramm werden aber aus realen Studios übertragen. So auch der Auftaktgipfel mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Die 34. Auflage der traditionellen Herbstkonferenz der Medienbranche verteilt sich diesmal über eine ganze Woche statt der bisher üblichen drei Tage. Zum Aufwärmen gab es schon am Wochenende einen kulturell-kreativen Mix mit Lesungen, Konzerten und Sendungen. Geboten werden gut 100 Veranstaltungen mit mehr als 350 Gästen. 7000 Besucher kamen im vergangenen Jahr. In der digitalen Variante sollen es nun sogar mehr werden.

Das Motto in diesem Jahr: "This is Media Now". Die Herausforderungen und Chancen der Branche in Coronazeiten sind dabei ebenso Thema wie die Vielfalt der Branche durch neue Anbieter wie Influencer, Podcaster und Internet-Plattformen. Federführende Trägerin der Medientage ist die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM).

Update 25. Oktober, 15.50 Uhr: Zwanzig Städte und Kreise dunkelrot inklusive München

Der Covid-Erreger breitet sich rasch aus: Mittlerweile überschreiten 20 bayerische Städte und Kreise inklusive der Landeshauptstadt München den Schwellenwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. 

Das sind nach den am Sonntag veröffentlichten neuen Daten des Landesamts für Gesundheit fast doppelt so viele Kommunen wie vor dem Wochenende. Abgesehen davon wurde am Wochenende noch eine weitere Schwelle überschritten: Das LGL meldete 90.194 Infektionen seit Beginn der Epidemie und damit erstmals über 90 000. Innerhalb von zwei Tagen kamen 3717 neue Infektionen hinzu.

Die 20 Städte und Kreise sind auf der Corona-Ampel der Staatsregierung "dunkelrot", für die Bürger gelten verschärfte Einschränkungen ihres Alltagslebens. Bei Sport- und kulturellen Veranstaltungen sind maximal 50 Besucher zugelassen; Ausnahmen gelten für Gottesdienste, Demonstrationen und Hochschulen. Die Sperrstunde für die Gastronomie verschiebt sich um eine Stunde nach vorne und gilt ab 21 Uhr.

Auffällig ist vor allem die Entwicklung im Süden. Neben München sind am Wochenende in Oberbayern unter anderem Ingolstadt sowie die Kreise Rosenheim und Neuburg-Schrobenhausen hinzugekommen, in Schwaben die Landkreise Augsburg und Donau-Ries, außerdem Memmingen und Kempten und Kaufbeuren. Beide Regierungsbezirke steuern mit 7-Tage-Inzidenzen von 98,3 in Schwaben und 93,3 in Oberbayern auf die 100er-Marke zu. 

Der Landkreis Fürstenfeldbruck im Westen Münchens allerdings fiel wieder unter die Schwelle.

Update 25. Oktober, 15.40 Uhr: Drei Corona-Fälle bei Türkgücü München "falsch positiv"

Türkgücü München hat nach den drei Corona-Fällen vom Freitag die betreffenden Tests als "falsch positiv" vermeldet. 

Wie der Fußball-Drittligist am Sonntag mitteilte, wurde eine weitere Testreihe der gesamten Mannschaft und des Betreuerstabs vorgenommen. Das zuständige Corona-Labor habe nun bestätigt, dass die drei positiven Corona-Meldungen vom Freitag "falsch positiv bzw. negativ" seien.

Nach den ursprünglichen Befunden war die für Freitagabend terminierte Partie der Münchner beim FSV Zwickau abgesagt worden. Alle Insassen des Reisebusses, mit dem die Spieler und die Betreuer schon am Donnerstag von München nach Zwickau gefahren waren, dürfen die zunächst angeordnete Quarantäne wieder verlassen. Das Team von Trainer Alexander Schmidt wird am Montag wieder den normalen Trainingsbetrieb aufnehmen.

"Es ist sehr traurig, dass unser Spiel beim FSV Zwickau wegen drei falsch positiven Tests abgesagt werden musste, besonders aus sportlicher Sicht aber auch aufgrund der entstandenen Kosten. Nun gilt es den Fall aufzuarbeiten, um solche Szenarien in Zukunft zu vermeiden", erklärte Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny.

Update 25. Oktober, 14.30 Uhr: 206 neue Fälle in München

Update 25. Oktober, 10.55 Uhr: 700.000 freiwillige Corona-Tests in drei Monaten

Das freiwillige Corona-Testprogramm der Staatsregierung für die Bürger wird rege nachgefragt. 

Seit dem Start vor drei Monaten haben die Arztpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB) 708.689 dieser freiwilligen Tests gemeldet, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag mitteilte.

Das Testprogramm ist für Bürger ohne Symptome gedacht, die Tests werden daher von der Staatsregierung bezahlt und nicht von den Krankenkassen. Unbekannt ist, wie viele der freiwillig Getesteten coronapositiv waren, da dies nicht separat ausgewertet wird. Im Sommer hatte es Kritik sowohl von Politikern als auch von manchen Medizinern an freiwilligen Massentests gegeben.

Huml betonte, dass die Tests aus ihrer Sicht sinnvoll seien: "Auch wenn diese Tests immer nur eine Momentaufnahme sind: Sie sind ein nützliches Instrument, um Infektketten so früh wie möglich zu unterbrechen", sagte die Ministerin.

Update 25. Oktober, 10.50 Uhr: Bayern vermuten einen "falsch positiven" Corona-Test bei Gnabry

Hatte Münchens Serge Gnabry doch keine Corona-Infektion?
Hatte Münchens Serge Gnabry doch keine Corona-Infektion?  © Matthias Balk/dpa

Nationalspieler Serge Gnabry wurde beim FC Bayern positiv auf Corona getestet. Doch das Ergebnis wirft im Nachhinein Fragen auf. Tests davor und danach waren negativ. Trainer Flick hat eine Vermutung.

Der FC Bayern München geht davon aus, dass der positive Corona-Befund bei Fußball-Nationalspieler Serge Gnabry auf einem falschen Testergebnis beruhen könnte. "Ich habe das einfach in den Raum geworfen", sagte Trainer Hansi Flick am Wochenende. 

Dabei betonte der 55-Jährige nach dem 5:0 der Bayern ohne Gnabry am Samstag gegen Eintracht Frankfurt, dass er in einem TV-Interview vor dem Spiel nicht als Tatsache erklärt habe, "dass Serge falsch positiv getestet" worden sei. 

Er sei in Corona-Fragen "zu wenig Experte und Fachmann", bemerkte Flick. Er schilderte den Fall Gnabry so: "Serge ist letzte Woche am Freitag negativ getestet worden und dann am Dienstag positiv." Der Angreifer fehlte darum beim 4:0 am vergangenen Mittwoch in der Champions League gegen Atlético Madrid. 

"Dann waren die nächsten beiden Tests negativ, ebenso ein Anti-Gen-Test", schilderte Flick. "Von daher geht man davon aus, dass es ein falsches positives Testergebnis war."

Update 25. Oktober, 10.40 Uhr: Polizei löst Feier nach Fußballspiel auf

Nach einem Fußballspiel haben 23 Menschen vor einem Vereinsheim in Illertissen gefeiert und deshalb eine Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten. 

"Die Party von Spielern und Fans war draußen in vollem Gange", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. "Die hatten Biertischgarnituren vor dem Vereinsheim aufgestellt, spielten laute Musik und konsumierten Alkohol." Die Beamten lösten die Feier am Samstagabend auf. 

Im Landkreis Neu-Ulm sind laut Angaben derzeit private Feiern auf maximal fünf Personen oder zwei Haushalte begrenzt.

Update 25. Oktober, 10.30 Uhr: Starker Anstieg bei Corona-Zahlen: Österreich greift härter durch

Österreich zieht die Zügel angesichts stark steigender Corona-Neuinfektionen weiter an. 

Seit Mitternacht (Samstag auf Sonntag) dürfen sich in Innenräumen abseits der eigenen vier Wände etwa bei Tanz- oder Yogakursen oder privaten Geburtstagsfeiern nur noch sechs Personen treffen, draußen zwölf. Das gilt auch für Amateur-Chöre und Musikkapellen. Auch in Restaurants gilt ab jetzt eine Höchstzahl von sechs statt bisher zehn Erwachsenen pro Tisch. Auf der Straße muss wieder ein Meter Abstand gehalten werden, außer zu Menschen, mit denen man zusammenwohnt.

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen hatte am Samstag erneut einen Rekordwert erreicht. 3614 Fälle wurden innerhalb von 24 Stunden gemeldet, nach 2571 am Tag davor. Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg auf 172,1 pro 100.000 Einwohner. 

Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit bei 68,4. 

Stark betroffen sind die an Bayern grenzenden österreichischen Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg. 

Update 25. Oktober, 9 Uhr: Dunkelrote Corona-Ampel in München

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntagmorgen für München einen Wert von 100,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. 

Damit steht die Corona-Ampel in der Landeshauptstadt auf Dunkelrot und es gelten ab Montag verschärfte Regeln. 

Die Sperrstunde wird auf 21 Uhr vorverlegt, auch das Alkoholverkaufs- und -konsumverbot gelten ab 21 Uhr an bis sechs Uhr früh. Zu Veranstaltungen dürfen nur noch 50 Zuschauer oder Teilnehmer zugelassen werden.

Update 24. Oktober, 16 Uhr: Corona-Fälle bei medi Bayreuth: Zwei weitere Pokalspiele abgesagt

Wegen zwei positiven Corona-Tests im Team von Basketball-Bundesligist medi Bayreuth sind die für das Wochenende angesetzten BBL-Pokalspiele der Franken kurzfristig abgesagt worden. 

Die Spiele beim Syntainics MBC aus Weißenfels am Samstag und gegen die Merlins Crailsheim am Sonntag können nicht wie geplant stattfinden, wie die Basketball-Bundesliga am Samstag mitteilte.

Beide betroffenen Personen wurden unverzüglich isoliert, alle anderen Spieler wurden negativ getestet, wie die Bayreuther auf Facebook mitteilten. "Das zuständige Gesundheitsamt hat gleichwohl für das gesamte Team bis auf weiteres Quarantäne angeordnet", hieß es.

Nach sechs Corona-Fällen bei Alba Berlin mussten bereits drei Spiele des Hauptstadtclubs im Pokal abgesetzt werden. Die ursprünglich für Anfang November geplante Endrunde musste daher ebenfalls verlegt werden. Der weitere Spielplan bei den regionalen Qualifikationsturnieren sei nicht einzuhalten, hatte die Liga vergangene Woche mitgeteilt. 

Das ursprünglich am 1. und 2. November in München geplante Top Four soll daher zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Die vier Sieger der vier Vorrunden qualifizieren sich dafür.

Update 24. Oktober, 14.50 Uhr: 223 neue Fälle in München

Update 24. Oktober, 13.45 Uhr: 400 Künstler fordern bei Demo mehr Corona-Hilfen

Mehrere hundert Künstler haben wegen coronabedingter Existenzangst bei einer Kundgebung in München mehr Hilfen von der Politik verlangt. 

Unter dem Motto "Aufstehen für die Kultur" machten sie am Samstag ihrer Not bei der Demonstration auf dem Königsplatz im Herzen des Münchner Kunstareals Luft, dem Museumsviertel der Landeshauptstadt. Die Polizei zählte gut 400 Teilnehmer. Ähnliche Kundgebungen waren in Hamburg und Berlin geplant.

Unterstützt wurde die Münchner Demonstration unter anderem vom früheren Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) und dem früheren bayerischen Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP).

Die Corona-Krise hat viele freischaffende Künstler in akute Existenznot gestürzt, da es für Musiker und Schauspieler nur noch sehr begrenzt Auftrittsmöglichkeiten gibt.

Update 24. Oktober, 13.30 Uhr: Drei Corona-Fälle bei Zweitligist Würzburger Kickers

Wegen positiver Corona-Tests muss Fußball-Zweitligist Würzburger Kickers im Spiel am Samstag beim Hamburger SV auf seinen Profi Douglas sowie die Co-Trainer Kurtulus Öztürk und Philipp Eckart verzichten. 

Das teilte der Club kurz vor dem Anpfiff der Partie in Hamburg mit. Alle drei zeigten keine Symptome und seien noch in der Nacht umgehend isoliert worden, hieß es weiter. Der Club wurde um ein Uhr morgens über die Ergebnisse informiert.

Daraufhin seien am Vormittag Schnelltests bei Mannschaft, Trainerteam und Betreuerstab durchgeführt worden. Diese seien ebenso wie die turnusmäßigen Tests negativ ausgefallen. Auch die Ergebnisse der Schnelltests von Douglas sowie der beiden Co-Trainer seien negativ. Das Ergebnis von Profi Leroy Kwadwo lag noch nicht vor, er kam daher nicht in der Startformation zum Einsatz. 

Sein Laborergebnis sei negativ, erklärten die Kickers.

Update 24. Oktober, 11.30 Uhr: Snowboard-Weltmeisterin Jörg infiziert - DSV-Team in Quarantäne

Selina Jörg, Snowboarderin, steht im Rahmen der Pressekonferenz von Snowboard Germany vor dem Olympiastadion.
Selina Jörg, Snowboarderin, steht im Rahmen der Pressekonferenz von Snowboard Germany vor dem Olympiastadion.  © Lino Mirgeler/dpa

Nach einer Corona-Infektion bei Snowboard-Weltmeisterin Selina Jörg hat sich das deutsche Race-Weltcupteam in eine freiwillige Quarantäne begeben. 

Das teilte Snowboard Germany am Samstag mit. Die Infektion bei der 32-Jährigen aus Sonthofen sei bei wöchentlichen Routinetests bemerkt worden. Die gesamte Lehrgangsgruppe habe sich daraufhin noch einmal auf das Virus testen lassen, hieß es weiter. "Selina geht es den Umständen entsprechend gut. Bisher zeigen keine weiteren Teammitglieder Symptome", sagte Sportdirektor Andreas Scheid in der Mitteilung. 

Alle hätten schnell und verantwortlich reagiert.

Update 24. Oktober, 8.25 Uhr: Corona-Ausfallfonds für TV-Produktionen "möglichst zeitnah" geplant

Mit einem Fonds wollen Bundesländer der TV-Branche bei coronabedingten Drehausfällen finanziell helfen. 

Eine Sprecherin der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen teilte als federführendes Land auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: "Es ist beabsichtigt, möglichst zeitnah einen Ausfallfonds aufzusetzen, an dem sich eine Reihe von Ländern mit substanziellen Beiträgen beteiligen, aber auch die Sender im Schadensfall einen relevanten Beitrag leisten, um die vielfältige TV-Produktionslandschaft auch in Pandemiezeiten zu sichern."

Einen solchen Ausfallfonds hatte die Fernseh- und Produktionsbranche schon länger gefordert. Es geht darum, bei Drehabbrüchen Kosten aufzufangen. 

Seit Ausbruch der Pandemie hatte es zahlreiche Drehstopps gegeben, manche Projekte wurden verschoben. Im Sommer lief die Produktion wieder nach und nach an.

Update 24. Oktober, 8 Uhr: Söder - Kein Grund zur Kursänderung in der Corona-Politik

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, im bayerischen Landtag.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, im bayerischen Landtag.  © Peter Kneffel/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder(CSU) will trotz zunehmender Kritik an seiner Corona-Politik an seinem Kurs festhalten. 

"Ich habe keinen Grund, meinen Kurs zu ändern", sagte Söder der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Wir haben mit allen grundsätzlichen Einschätzungen Recht behalten", betonte er.

Der CSU-Chef wies insbesondere den Vorwurf zurück, er höre nicht auf andere. "Ich habe kein Problem damit, gute Ideen anderer aufzugreifen und dies auch zu sagen", sagte Söder der Zeitung. Dass die Corona-Debatte hitziger geworden ist, bringe ihn nicht aus der Ruhe.

"Es ist sicher anstrengend. Aber ich habe große Geduld. Ich schlafe gut und esse anständig. Und ich treibe Sport, wann immer ich Zeit dafür finde."

Update 23. Oktober, 19.15 Uhr: Berchtesgadener Gymnasiastin darf vorerst nicht in die Schule

Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen nun für zwei Wochen ein weitreichender "Lockdown".
Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen nun für zwei Wochen ein weitreichender "Lockdown".  © Lino Mirgeler/dpa

Eine Schülerin aus Berchtesgaden darf wegen der hohen Corona-Zahlen in ihrem Landkreis weiter nicht ihr Gymnasium in Traunstein besuchen. 

Das Verwaltungsgericht München bestätigte am Freitagabend die Anordnung des Landratsamts Berchtesgadener Land, nach der Schüler, die im Landkreis wohnen, keine Schulen außerhalb besuchen dürfen. 

Die Schülerin hatte sich mit einem Eilantrag an das Gericht gewandt, um wieder in die Schule im Nachbarlandkreis gehen zu dürfen. Dabei berief sie sich auf nachteilige Bildungschancen und verwies auf eine unmittelbar bevorstehende Prüfung.

Das Gericht erachtet die Einschränkung des Landratsamtes angesichts der hohen Zahlen für verhältnismäßig. 

Am Donnerstag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - bei 292,65 gelegen, die höchste Zahl bundesweit. Am Freitag sank der Wert leicht auf 278,49.

Gegen diesen Beschluss kann die Schülerin binnen zwei Wochen Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen.

Update 23. Oktober, 18 Uhr: Ausnahmen von Maskenpflicht für Grundschüler müssen genehmigt werden

Die Staatsregierung will regionale Ausnahmen von der Maskenpflicht für Grundschüler in Corona-Hotspots nicht so ohne Weiteres hinnehmen. 

Die Landkreise und kreisfreien Städte müssen derartige Ausnahmeregelungen vorab von den jeweiligen Bezirksregierungen genehmigen lassen - und diese ausführlich begründen. Das geht aus einem Schreiben des Gesundheitsministeriums hervor, das am Freitag an alle Kreisverwaltungsbehörden verschickt wurde und das der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt. 

Von den Kreisverwaltungsbehörden ist demnach "eine ausführliche, auf die ganz konkrete Situation vor Ort abstellende und infektiologisch tragfähige Begründung mit einzureichen", heißt es in dem Schreiben. Kommunen, die in den vergangenen Tagen bereits Ausnahmeregelungen erlassen haben, müssen eine Begründung "unverzüglich" nachreichen. 

Nach der neuen bayerischen Corona-Verordnung gilt eine Maskenpflicht im Unterricht auch für Grundschüler automatisch überall dort, wo es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gab. Kommunen können aber davon abweichen und Ausnahmeregelungen erlassen - davon hatten zuletzt die Landeshauptstadt München und anschließend auch mehrere Landkreise Gebrauch gemacht. 

Dafür braucht es aber neben einer klaren Begründung nun auch eine Genehmigung.

Update 23. Oktober, 17 Uhr: Irritation in Österreich über Pendler-Testpflicht in Bayern

Ein Labor-Mitarbeiter untersucht im Rahmen des Testverfahrens "LAMP" Proben, die bei gelber Färbung coronapositiv sind.
Ein Labor-Mitarbeiter untersucht im Rahmen des Testverfahrens "LAMP" Proben, die bei gelber Färbung coronapositiv sind.  © Georg Hochmuth/APA/dpa

In Österreich stoßen die deutschen Reisewarnungen und besonders die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus Corona-Risikogebieten auf Ablehnung. 

Politiker und Wirtschaftsvertreter kritisierten die seit Freitag geltende bayerische Maßnahme, die einen wöchentlichen PCR-Test von einpendelnden Arbeitnehmern fordert. "Eine gewisse Vorbereitungszeit wäre wünschenswert gewesen", teilte Tirols Landeschef Günther Platter mit.

Am Donnerstag hatte die Bundesregierung - neben anderen Nachbarländern - fast ganz Österreich ab kommenden Samstag als Corona-Risikogebiet eingestuft. Österreichs Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) will am Dienstag bei einem Besuch bei Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auch über Corona-Beschränkungen und die ausgeweiteten Reisewarnungen sprechen. 

"Wir bedauern die Entscheidung der deutschen Regierung eine Reisewarnung über große Teile Österreichs zu verhängen, und die damit verbundenen weiteren Maßnahmen", teilte sie am Freitag mit. 

"Wir brauchen treffsicherere Kriterien und ein einheitliches Vorgehen bei Reisewarnungen und Quarantäneregelungen."

Update 23. Oktober, 16.15 Uhr: Lockdown im Berchtesgadener Land: Lockerung bei To-Go-Gerichten

Im stark von dem Corona-Virus betroffenen Berchtesgadener Land können die Menschen nun auch nach 20 Uhr wieder Essen zum Mitnehmen bestellen oder abholen. 

Das Landratsamt änderte seine strenge Allgemeinverfügung vom Dienstag in diesem Punkt, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Gegen die Regelung hatte ein Betreiber eines Gastronomiebetriebs am Vortag beim Verwaltungsgericht München Klage und Eilantrag eingereicht.

"Nachdem wir in den letzten Tagen beobachten konnten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger an die auferlegten Maßnahmen halten, freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass es keinen Grund mehr gibt, auch die Mitnahme oder die Lieferungen von Speisen nach 20 Uhr zu untersagen", erläuterte Landrat Bernhard Kern (CSU). "Deswegen wird diese Regelung ersatzlos aus der Allgemeinverfügung gestrichen."

Dem Gericht liegen allerdings weitere Klagen und Eilanträge gegen die strengen Beschränkungen vor, die einer Art Lockdown gleichkommen. Etwa ist das Verlassen der eigenen Wohnung bis 2. November nur noch mit triftigem Grund erlaubt; Hotels und Gaststätten sind dicht.

Ein Gastronom wandte sich im Eilverfahren gegen die Schließung seines Betriebes. In einem anderen Eilverfahren will eine Schülerin aus Berchtesgaden erstreiten, dass sie ihr Gymnasium in Traunstein besuchen kann. Zudem wandte sich ein Steuerberater mit zwei Klagen und einem Eilantrag an das Gericht. Ein Hotelier hat ebenfalls eine Klage angekündigt.

Laut Landratsamt sank die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - am Freitag leicht auf 278,49 nach 292,65 am Vortag.

Update 23. Oktober, 16.12 Uhr: Eigene Corona-Teststation für die Universität Bayreuth

Die Universität Bayreuth bekommt eine eigene Corona-Teststation. Ab dem 2. November könnten sich Studentinnen und Studenten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Campus testen lassen, teilte die Universität am Freitag mit. 

Die Station gehöre zum Infektionsschutzkonzept für das Wintersemester.

Das Labor werde nicht für anlasslose Tests eingerichtet, betonte die Hochschulleitung. Es sei für Angehörige der Universität, die sich absehbar auf dem Campus aufhalten und Symptome zeigen oder Kontakt zu Infizierten hatten. Solange das Testergebnis noch nicht feststeht, dürfen sie das Gelände der Universität nicht mehr betreten. 

Wer positiv getestet wurde, muss bis zu einem erneuten negativen Test ebenfalls fernbleiben.

Update 23. Oktober, 15.30 Uhr: Wieder Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in München

Mit Plakaten mit der Aufschrift "Masken im Unterricht - Folter" demonstrieren am Odeonsplatz mehrere hundert Menschen gegen das tragen von Mund-Nasen-Bedeckuungen in Schulen.
Mit Plakaten mit der Aufschrift "Masken im Unterricht - Folter" demonstrieren am Odeonsplatz mehrere hundert Menschen gegen das tragen von Mund-Nasen-Bedeckuungen in Schulen.  © Peter Kneffel/dpa

In München hat es am Freitag erneut eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung gegeben. 

Zu der angemeldeten Versammlung auf dem Odeonsplatz seien seit dem Vormittag bis zu etwa 350 Menschen zusammen gekommen, sagte ein Sprecher der Polizei. 

Im Kern sei es den Demonstranten um die Maskenpflicht für Grundschüler gegangen – auf Plakaten waren Worte wie "Masken im Unterricht = Folter" zu lesen. 

Die Demonstration habe sich am frühen Nachmittag langsam aufgelöst, Zwischenfälle gab es dem Polizeisprecher zufolge bis dahin nicht.

Update 23. Oktober, 15.09 Uhr: Landesweite Kontrollen: Maskenpflicht weitgehend eingehalten

Bayerns Polizei hat am Freitag landesweit die Einhaltung der Maskenpflicht zum Schutz vor der Verbreitung des Corona-Virus überwacht. 

"Die weit überwiegende Mehrzahl der Menschen hält sich vorbildlich an die Maskenpflicht", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Nachmittag in Nürnberg, wo er sich ein Bild von den Kontrollen gemacht hatte.

"Es gibt aber leider auch diejenigen, die leichtfertig oder gar absichtlich auf eine Mund-Nasen-Bedeckung verzichten", sagte der Minister. 

Konkrete Ergebnisse der Kontrollaktion, die sich unter anderem auf U-Bahnhöfe konzentrierte, will das Innenministerium erst am Montagnachmittag bekanntgeben.

Update 23. Oktober, 15 Uhr: München Klinik ist gut auf Corona vorbereitet - Material für halbes Jahr

Die München Klinik sieht sich gut für steigende Covid-19-Patientenzahlen gerüstet. Es gebe ausreichend Material und abgestimmte Pläne, um notfalls die Kapazitäten für Corona-Patienten auszuweiten, teilte die Klinik am Freitag mit. 

Im Sommer seien Vorräte unter anderem an Schutzkleidung für mindestens ein halbes Jahr angelegt und für Material externe Lagerräume angemietet worden.

"Wir sind durch die erste Welle gut vorbereitet: Wir haben Wissen erworben, wie wir mit der Erkrankung umgehen, auch in der Therapie haben wir dazugelernt und uns stehen mehr Instrumentarien zur Verfügung", sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. Das stimme zuversichtlich – "auch wenn wir die aktuellen Infektionszahlen mit Sorge beobachten".

"Wir müssen als Gesellschaft vorsichtig bleiben, denn das Infektionsgeschehen folgt einer exponentiellen Gleichung. Die Auswirkungen in den Kliniken sehen wir erst mit einer zeitlichen Verzögerung und sollten uns daher nicht zu sehr in Sicherheit wiegen", sagte der Mediziner. Achtsamkeit und die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln blieben das wichtigste Instrument.

Die Versorgung von Notfällen, Geburten und dringend notwendigen Operationen sei weiter gesichert. Sollte das Infektionsgeschehen aber aus dem Ruder laufen und die Kliniken einem Stresstest unterworfen werden, müssten nicht-dringende Eingriffe verschoben werden.

Die München Klinik in Schwabing hat die bundesweit längste Erfahrung mit Corona-Patienten; Wendtner hatte dort im Januar die ersten Infizierten Deutschlands betreut.

Update 23. Oktober, 14.50 Uhr: 270 neue Fälle in München

Update 23. Oktober, 14.45 Uhr: Intendanten fordern Rücknahme der bayerischen Corona-Maßnahmen

Die Intendanten bayerischer Bühnen fordern Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einem offenen Brief auf, verschärfte Corona-Auflagen für Theater zurückzunehmen. 

"Bisher hat es keine nachweisliche Infektion durch einen Theaterbesuch gegeben", heißt es in dem Brief vom Freitag, den unter anderen der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, Kammerspiel-Chefin Barbara Mundel und die Intendanten der Staatstheater in Nürnberg und Augsburg, Jens Daniel Herzog und André Bücker, unterschrieben haben.

"Darum insistieren wir, auch bei einem hohen Inzidenzwert von 100 oder mehr unseren Spielbetrieb mit 200 beziehungsweise 500 Zuschauern aufrecht erhalten zu dürfen", fordern die Theaterchefs. "Alles andere käme einem zweiten Lockdown gleich und bedeutet eine Existenzbedrohung für alle Bühnen in Bayern."

Ab einem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen springt die Corona-Ampel in Bayern neuerdings auf "dunkelrot". Dann sind Veranstaltungen aller Art - mit Ausnahme von Gottesdiensten und Demonstrationen - auf 50 Menschen begrenzt.

Auch der bayerische Landesverband im Deutschen Bühnenverein forderte die Staatsregierung auf, die Vorschriften zurückzunehmen.

Polizisten und ein Mitarbeiter der VAG (Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg) machen am Hauptbahnhof einen Kontrollgang um die Einhaltung der Maskenpflicht zu prüfen.
Polizisten und ein Mitarbeiter der VAG (Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg) machen am Hauptbahnhof einen Kontrollgang um die Einhaltung der Maskenpflicht zu prüfen.  © Daniel Karmann/dpa

Update 23. Oktober, 13.59 Uhr: Drei Corona-Fälle bei Drittligist Türkgücü! Kein Spiel in Zwickau?

Beim Team von Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München ist es zu mindestens drei positiven Corona-Fällen gekommen. Das gab der Verein am Freitag bekannt. Den infizierten Personen "geht es gut und sie weisen keinerlei Symptome auf", hieß es dazu. Zuvor hatte bild.de über eine Quarantäne des Teams berichtet.

Das am Abend geplante Auswärtsspiel beim FSV Zwickau soll nach einem kurzfristigen Antrag von Türkgücü verschoben werden. Eine definitive Entscheidung dazu wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erwartet.

Das zuständige Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) in München teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit, dass es derzeit drei positive Fälle aus Mannschaft oder Betreuerstab gebe. Weitere Details wurden aus Datenschutzgründen nicht mitgeteilt. Auch Türkgücü verriet nicht, um wen es ich bei den Infizierten handelt.

Laut RGU wurden alle Insassen des Reisebusses, mit dem die Mannschaft und die Betreuer schon am Donnerstag von München nach Zwickau gefahren waren, in die häusliche Isolation geschickt.

Update 23. Oktober, 13.51 Uhr: Verfassungsrichter bestätigen Corona-Regel zur Kontaktdatenerfassung

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat Erfassung von Kontaktdaten bestätigt. (Symbolbild)
Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat Erfassung von Kontaktdaten bestätigt. (Symbolbild)  © 123RF/Andriy Popov

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat die coronabedingte Pflicht zur Erfassung von Kontaktdaten etwa in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen bestätigt. 

Das höchste bayerische Gericht lehnte es in einer am Freitag veröffentlichten Entscheidung ab, die entsprechenden Vorschriften in der bayerischen Verordnung per einstweiliger Anordnung außer Vollzug zu setzen.

Es lägen keine Gründe vor, die einen solchen Schritt rechtfertigen würden, teilte das Gericht mit. Es sei nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung beim Erlass der Verordnung bundesrechtlich eröffnete Spielräume überschritten haben könnte. 

Und es sei auch nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung die Pflicht zur strengen Prüfung der Verhältnismäßigkeit des Eingriffs in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt haben könnte.

Update 23. Oktober, 11.56 Uhr: Neue Corona-Regeln und Testpflicht für ausländische Pendler in Kraft

Die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Risikogebieten ist in Kraft. (Symbolbild)
Die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Risikogebieten ist in Kraft. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Die schärferen Regeln für extreme Corona-Hotspots und die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Risikogebieten sind in Kraft. 

Am späten Donnerstagabend veröffentlichte das Gesundheitsministerium die entsprechend ergänzte Corona-Verordnung - die neuen Auflagen gelten damit seit Freitag.

In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die Marke von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wurde, dürfen Veranstaltungen nur noch mit maximal 50 Teilnehmern stattfinden. Zudem gilt eine Sperrstunde ab 21 Uhr.

Welche Regionen von der dunkelroten Warnstufe betroffen sind, will das Ministerium künftig täglich um 15 Uhr auf seiner Homepage veröffentlichen. Zunächst standen darauf sieben Regionen: Stadt und Landkreis Schweinfurt, der Landkreis Neustadt an der Waldnaab, Weiden in der Oberpfalz, Augsburg, der Landkreis Passau sowie der Kreis Berchtesgadener Land. Der Kreis Rottal-Inn stand dagegen zunächst nicht darauf - obwohl dieser nach Angaben eines Sprechers zuletzt ebenfalls über der 100er-Marke lag, wegen eines technischen Übermittlungsfehlers aber in der Liste des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit einem falschen Wert geführt wurde.

Die verschärften Regeln gelten dann automatisch jeweils ab dem Folgetag der ersten Veröffentlichung auf der Liste. Darauf stehen alle Regionen, in denen der 100er-Wert aktuell überschritten wird "oder vor weniger als sechs Tagen noch überschritten worden ist".

Für Grenzpendler aus ausländischen Corona-Risikogebieten gilt laut der geänderten bayerischen Verordnung seit Freitag: Wer "regelmäßig mindestens einmal wöchentlich nach Bayern einreist, um sich dort aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen, zu Ausbildungszwecken oder zum Schul- oder Hochschulbesuch aufzuhalten", muss den Behörden vor Ort nun unaufgefordert binnen sieben Tagen und anschließend regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen.

Die Maßnahme wird voraussichtlich vor allem Berufspendler aus Österreich und Tschechien treffen. Tschechien, das europaweit zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten je 100.000 Einwohner zählt, gilt laut Robert Koch-Institut ebenso als Risikogebiet wie die direkt an Bayern grenzenden österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg.

Update 23. Oktober, 11.51 Uhr: Amateurspiele in Bayern bei Corona-Warnwert kostenlos verlegbar

Spiele können unter bestimmten Voraussetzungen ohne der Zustimmung des Gegners verlegt werden. (Symbolbild)
Spiele können unter bestimmten Voraussetzungen ohne der Zustimmung des Gegners verlegt werden. (Symbolbild)  © 123RF/sportgraphic

In der Corona-Krise können Amateurspiele in Bayern mit Fußballmannschaften aus stark betroffenen Gebieten künftig ohne Zusatzkosten verschoben werden. Das beschloss der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), wie am Freitag mitgeteilt wurde.

Entscheidend ist dabei die Infektionslage: Sind Clubs in einer Region mit mehr als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen beheimatet oder müssten in ein Gebiet mit einem solchen Inzidenzwert reisen, kann ein Match verlegt werden.

Die Zustimmung des Gegners sei nicht erforderlich. Es reicht, einen Antrag beim Spielleiter einzubringen und dem Gegner rechtzeitig Bescheid zu geben, teilte der BFV mit.

Zwar stellten Fußballspiele im Freien kein erhöhtes Risiko dar. Aber es sei "die Verunsicherung allerorten spürbar", sagte der für den Spielbetrieb zuständige BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher. "Deswegen kann jeder Verein, der Bedenken hat und in einem solchen Gebiet beheimatet ist oder eben dort antreten soll, sein Spiel auf Antrag kostenfrei verlegen." Seit dem Neustart am 19. September seien in Bayern rund 85 Prozent aller geplanten Spiele durchgeführt worden.

Der Verband sieht sich in seiner Entscheidung bestätigt, die Anfang des Jahres unterbrochene Saison nun fortzusetzen und keine neue Spielzeit begonnen zu haben. Durch die ungewisse Corona-Zukunft sei eine komplette Saison 2020/21 terminlich wohl kaum durchführbar.

Update 23. Oktober, 11.37 Uhr: Corona-Krise kostet katholische Kirche mehr als 100 Millionen Euro

Im Frühjahr streamten einige Kirchen ihre Messen live ins Internet. Finanziell brachte ihnen das allerdings keinerlei Ausgleich. (Archiv)
Im Frühjahr streamten einige Kirchen ihre Messen live ins Internet. Finanziell brachte ihnen das allerdings keinerlei Ausgleich. (Archiv)  © Markus Scholz/dpa

Die Corona-Krise kostet die katholische Kirche in Bayern mehr als 100 Millionen Euro. 

Allein das Erzbistum München und Freising rechnet in diesem Jahr mit einem Minus von bis zu 32 Millionen Euro bei Einnahmen aus der Kirchensteuer, wie das Bistum am Freitag in München mitteilte. Damit sei der Rückgang zwar nicht so deutlich wie im Frühjahr noch befürchtet - "aber er wird doch erheblich sein", sagte Generalvikar Christoph Klingan. "Die genaue Entwicklung ist schwer abzusehen."

Ursprünglich hatte das Bistum mit Kirchensteuereinnahmen von 640 Millionen Euro für das Jahr 2020 gerechnet, sagte der Finanzchef des Bistums, Markus Reif. Und schon damit hätte unterm Stich am Jahresende ein Minus von 11,7 Millionen Euro gestanden. Reif geht jetzt von einem "Minus von vier bis fünf Prozent" bei den Kirchensteuern aus. Damit ergibt sich für 2020 ein erwartetes negatives Jahresergebnis von mehr als 40 Millionen Euro.

Die Einnahmen aus Kirchensteuern sinken vor allem deshalb, weil in der Corona-Krise mehr Menschen in Kurzarbeit gegangen oder sogar arbeitslos geworden sind und deshalb keine Kirchensteuer mehr zahlen.

Alle bayerischen Bistümer sind davon betroffen: Das Bistum Augsburg rechnet mit einem Minus von 35 bis 40 Millionen Euro bei den Einnahmen aus der Kirchensteuer, das Erzbistum Bamberg mit einem Minus von 13,8 Millionen und das Bistum Eichstätt geht von sieben Millionen Euro weniger aus. 

Die Diözese Würzburg verbuchte bis Ende September einen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen um 9,7 Millionen Euro im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019. Die Bistümer Passau und Regensburg teilten zunächst noch keine konkreten Zahlen mit.

Update 23. Oktober, 11.31 Uhr: Komplette 11. Jahrgangsstufe in Quarantäne geschickt

In einem Gymnasium in Weißenburg in Bayern ist eine komplette Jahrgangsstufe in Quarantäne geschickt worden.

Betroffen sind 118 Schülerinnen und Schüler sowie 13 Lehrkräfte. Sie alle befinden sich inzwischen in Isolation.

Einen umfangreicheren Bericht findest du >>> hier.

Update 23. Oktober, 6.26 Uhr: Bayerische Polizei kontrolliert Einhaltung der Corona-Regeln

Die Polizei kontrolliert wieder verstärkt, ob sich an die Maßnahmen gehalten wird. (Archiv)
Die Polizei kontrolliert wieder verstärkt, ob sich an die Maßnahmen gehalten wird. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Angesichts der deutlich gestiegenen Corona-Infektionszahlen kontrolliert die bayerische Polizei am Freitag verstärkt die Einhaltung der Vorschriften. 

Die Beamten sollen unter anderem prüfen, ob die je nach der Stufe der Corona-Ampel geltende Maskenpflicht und die Abstandsregeln eingehalten werden, teilte das Innenministerium im Vorfeld in München mit. 

Dabei soll es auch verstärkte Kontrollgänge auf U-Bahnhöfen geben. Es ist die zweite bayernweite Schwerpunkt-Kontrollaktion dieser Art. Die erste hatte im Frühjahr zur Zeit des Shutdowns stattgefunden.

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in den vergangenen zehn Tagen auch in Bayern stark gestiegen. Insgesamt lag der Freistaat am Donnerstag nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im Schnitt bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 63,8 und damit deutlich über der Warnstufe von 50. In mehreren Regionen wurden sogar weit über 100 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen festgestellt. 

Im Landkreis Berchtesgadener Land, wo die Verbreitung des Virus außer Kontrolle geraten war, wurde eine Inzidenz von 292 nachgewiesen.

Update 22. Oktober, 21 Uhr: Söder sieht Deutschland bei Corona vor Weichenstellung

Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München.
Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München.  © Peter Kneffel/dpa

Nach dem Rekordwert bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu Vorsicht und Disziplin gemahnt. 

"Ich glaube, das wird jetzt eine spannende Zeit für uns alle werden. Es wird schon eine wichtige Weichenstellung sein", sagte der CSU-Chef am Donnerstag in der Sendung "ZDF spezial". "Es muss uns gelingen, diese Welle zu brechen. (...) Und wenn wir jetzt ein bisschen mehr tun, dann werden wir hinterher weniger Folgen haben."

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland hatte zuvor erstmals den Wert von 10.000 überschritten. Söder kommentierte: "Es ist genau das eingetreten, wie schon vor Wochen prognostiziert, dass mit Leichtsinn und mit mangelnder Vorsicht leider eine entsprechend höhere Zahl an Infektionen stehen kann." Darum müssten die jetzt eingeleiteten Maßnahmen überall konsequent umgesetzt werden.

Söder forderte, es brauche jetzt auch Geduld - "die gleiche Mentalität, die wir im Frühjahr hatten: das Mitmachen, Vorsicht, Disziplin und Rücksichtnahme". "Wir haben einmal schon einer solchen Welle sehr erfolgreich getrotzt." Mit Geduld und Rücksichtnahme sei es durchaus machbar, die Situation zu meistern "und dass wir eben kein Schließen von Grenzen haben, kein Schließen von Schulen und Kitas haben". "Aber es hängt sehr viel von jedem Einzelnen ab."

Angesprochen auf Kritik an seinem Vorstoß, für Bayern eine neue "dunkelrote" Warnstufe für Regionen mit sehr hohen Corona-Zahlen einzuführen, kritisierte Söder: "Wir haben zu viele, die im Moment nur sagen, was sie nicht möchten, und zu wenige, die mithelfen, etwas zu erreichen." Das sei leider seit Wochen das Problem. 

"Wir reden uns das Problem klein oder schön, jeder hat irgendeine Ausrede, findet irgendein Schlupfloch, jeder findet für sich eine Möglichkeit zu sagen: Mich betrifft's doch nicht. Anstatt dass wir jetzt alle mal gemeinsam an einem Strang ziehen."

Update 22. Oktober, 20.50 Uhr: Nutzen von Alltagsmasken: Ärztepräsident kritisiert Ärztepräsident

Bayerns Ärztekammerpräsident Gerald Quitterer hat Aussagen seines Bundesvorsitzenden Klaus Reinhardt zum Nutzen von Mund-Nase-Masken kritisiert. 

Er sei über die Äußerungen "nicht glücklich", sagte Quitterer dem "Münchner Merkur" (Freitag). Sie konterkarierten Bemühungen, Patienten die Sinnhaftigkeit des Mund-Nasen-Schutzes nahezubringen. Er selbst trage auch außerhalb seines Praxis-Alltags Maske, da es "infektiologisch sinnvoll" sei, sagte Quitterer.

"Die Aerosole fliegen mit Maske nicht so weit. Ohne Maske wäre man dagegen völlig ungeschützt", sagte Quitterer. Ärzte sollten zudem nicht Empfehlungen des Robert Koch-Institus (RKI) und Entscheidungen des Verordnungsgebers ignorieren.

In der bayerischen Staatskanzlei stießen Reinhardts Aussagen auf scharfe Kritik. "Es ist mehr als irritierend, wenn sich ein hoher Vertreter der Ärzteschaft unverantwortlicher Corona-Leugner-Diktion bedient und Fake News verbreitet", sagte Staatskanzleichef und Corona-Koordinator Florian Herrmann (CSU) dem "Münchner Merkur".

Bundesärztekammerpräsident Reinhardt hatte den Nutzen von Alltagsmasken in der Corona-Pandemie bezweifelt, "weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind", sagte er in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" vom Mittwochabend. "Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken."

Dennoch befürwortete er das Tragen in manchen Situationen. Er glaube, dass man den Mund-Nasen-Schutz tragen könne, wo man den Abstand nicht wahren könne, etwa im öffentlichen Nahverkehr oder in Räumlichkeiten, wo man notwendigerweise eng beieinander sei. 

Zum Tragen an der frischen Luft sagte er: "Ich glaube, dass das wenig bringen wird."

Update 22. Oktober, 20.15 Uhr: Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Keine Maskenpflicht für Grundschüler

Die Grundschüler im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen müssen von Freitag an an ihren Plätzen im Unterricht keine Mund-Nase-Masken mehr tragen. 

Das teilte das Landratsamt am Donnerstagabend mit. Man setze die Maskenpflicht für alle Grundschüler vorerst aus. Für Schüler ab der 5. Jahrgangsstufe bleibe das Tragen einer Maske am Platz in der Corona-Krise allerdings Pflicht.

"Die Erkenntnisse des Gesundheitsamts Neuburg-Schrobenhausen haben ergeben, dass Kinder im Grundschulalter nicht nennenswert zum Infektionsgeschehen im Landkreis beitragen", hieß es in der Mitteilung. "Zudem konnte bislang keine Infektionsausbreitung, die von Grundschulen ausging, festgestellt werden." Sollte es doch zu einem Infektionsfall mit dem Coronavirus kommen, müssten allerdings ganze Klassen vorübergehend in Quarantäne.

Zuletzt war bereits in mehreren bayerischen Landkreisen und Städten über die Maskenpflicht für Grundschüler am Platz debattiert worden. Einzelne Landkreise erließen bereits Ausnahmegenehmigungen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte aber: "Mehr Maske erlaubt mehr und längeren Präsenzunterricht."

Update 22. Oktober, 20 Uhr: Klagen gegen "Lockdown" im Berchtesgadener Land

Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen nun für zwei Wochen ein weitreichender "Lockdown".
Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen nun für zwei Wochen ein weitreichender "Lockdown".  © Lino Mirgeler/dpa

Gastronomen und andere Betroffene gehen gerichtlich gegen die strengen Corona-Maßnahmen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land vor. Beim Verwaltungsgericht München gingen mehrere Klagen und Eilanträge ein.

Unter anderen wendet sich ein Gastronom im Eilverfahren gegen die Schließung seines Betriebes, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstagabend sagte. Ein weiterer Gastronomiebetrieb will erreichen, dass er entgegen der Allgemeinverfügung des Landratsamtes auch nach 20 Uhr Speisen zum Abholen oder zur Lieferung anbieten kann. 

In einem Eilverfahren will eine Schülerin aus Berchtesgaden erreichen, dass sie ihr Gymnasium in Traunstein besuchen kann. Zudem wandte sich ein Steuerberater mit zwei Klagen und einem Eilantrag an das Gericht.

Wegen der sprunghaft gestiegenen Infektionszahlen mussten Hoteliers und Ferienwohnungsvermieter am Dienstag ihre Gäste mit Ausnahme von Geschäftsreisenden nach Hause schicken. Die Gastronomie bleibt geschlossen. Das Landratsamt hatte eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. 

Das Verlassen der eigenen Wohnung ist im Landkreis vorerst bis zum 2. November nur noch mit triftigem Grund erlaubt.

Update 22. Oktober, 18.18 Uhr: Eurofighter in Neuburg fliegen wegen Corona nicht

Wegen mehrerer Corona-Fälle bleiben die Eurofighter der Bundeswehr in Neuburg an der Donau bis mindestens Montag am Boden. 

Mit der Flugpause solle eine Ausbreitung des Virus innerhalb des Luftwaffengeschwaders 74 eingedämmt werden, sagte ein Sprecher der Luftwaffe am Donnerstag. Weil eine Reihe von Soldaten zu Hause isoliert sei, könne der Flugbetrieb derzeit nicht aufrechterhalten werden.

Vom Fliegerhorst in Neuburg an der Donau wird mit den Kampfjets normalerweise der Luftraum über Süddeutschland geschützt. Die sogenannte Alarmrotte kann innerhalb kürzester Zeit aufsteigen, etwa wenn zu einem Passagierflugzeug der Funkkontakt abreißt. 

Nach Angaben des Sprechers ist der Luftraum aber weiterhin geschützt, nämlich durch das Luftwaffengeschwader 31 im nordrhein-westfälischen Nörvenich.

In diesen Tagen hätten ohnehin nur Trainingsflüge auf dem Plan gestanden.

Update 22. Oktober, 17.40 Uhr: Huml: An Halloween dieses Jahr nicht von Tür zu Tür ziehen

Angesichts der ungebremst steigenden Corona-Zahlen hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) dazu aufgerufen, in diesem Jahr auf Halloween-Bräuche zu verzichten. 

"Zu Halloween bitte ich die Eltern, dieses Jahr bei ihren Kindern dafür zu werben, nicht von Tür zu Tür zu gehen und zudem von Motto-Zusammenkünften abzusehen - auch im reduzierten Umfang", sagte Huml am Donnerstag in München. 

"Denn es ist wichtig, unnötige Kontakte zu minimieren und Infektionsketten zu unterbrechen."

Mit Blick auf Allerheiligen sagte sie, der Besuch auf Friedhöfen werde für Angehörige auch künftig möglich sein. "Gleiches gilt für die Durchführung von Gottesdiensten, die klar geregelt sind", sagte Huml.

 "Wichtig ist mir hier aber immer der Hinweis auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln."

Update 22. Oktober, 17 Uhr: Söder rechnet weiter mit schnellem Anstieg der Corona-Zahlen

"Bitte Mund-Nase-Bedeckung tragen" steht in deutscher und englischer Sprache auf einem roten Schild im Eingangsbereich des Münchner Hauptbahnhofs.
"Bitte Mund-Nase-Bedeckung tragen" steht in deutscher und englischer Sprache auf einem roten Schild im Eingangsbereich des Münchner Hauptbahnhofs.  © Peter Kneffel/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet damit, dass die Corona-Infektionszahlen zunächst weiter deutlich steigen und mahnt zur Geduld. 

Er befürchte, dass die Infektionszahlen bald wieder exponentiell in die Höhe schnellen dürften, sagte Söder am Donnerstag im Gesundheitsamt in München. "Wir hoffen, dass dann in zwei Wochen Wirkungen kommen von den Maßnahmen."

Dennoch sei das Gesundheitssystem besser vorbereitet als noch zu Beginn der Pandemie, betonte Söder: "Die Gefahr, dass es uns so erwischt wie im Frühjahr, die Alten-, die Pflegeheime, die Krankenhäuser, ist deutlich reduziert." Die Nachverfolgung von Infektionsketten müsse trotz der rasch ansteigenden Zahlen so lange wie möglich gewährleistet werden, sagte der Ministerpräsident und rief erneut alle Menschen zu Vorsicht und Umsicht auf. "Wenn wir jetzt ein bisschen mehr machen, dann bleibt uns vieles andere dann erspart."

In der Landeshauptstadt München stieg die Infektionsrate je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Donnerstag auf über 82, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) – die Zahl sei "unglaublich hoch". 

Mithilfe der Maßnahmen erhoffe er sich aber eine Entspannung der Situation: "Ich bin sicher, dass wir die Ergebnisse spätestens zu Ferienbeginn sehen werden. Ich hoffe darauf, dass die Inzidenzwerte nicht weiter steigen und dass wir gemeinsam dieses Thema in den Griff bekommen."

Update 22. Oktober, 16.30 Uhr: Hausärzteverband forderte mehr Unterstützung und Entlastung

Hausärzte in Bayern fordern mehr Unterstützung angesichts steigender Infektionszahlen und Nachfragen nach Tests. 

"Es müssen umgehend Maßnahmen greifen, die uns in der Praxis entlasten", teilte der Bayerische Hausärzteverband am Donnerstag mit.

Gerade weil die Hausarztpraxis oft die erste Anlaufstelle sei, ergebe sich eine Mehrfachbelastung. "Zusätzlich zum normalen Behandlungsalltag haben wir separate Infekt-Sprechstunden und separate Abstrich-Sprechstunden auf die Beine gestellt", sagte der Vorsitzende, Markus Beier. Zudem helfen manche Ärzte bei Reihentestungen.

Deshalb fordert der Verband Entlastungen für die Praxen. "Wir brauchen eine eindeutige Priorisierung bei den Tests und Testkonzepte für Risikogruppen", teilte der Verband weiter mit. Zudem müsse man Ärzte und Mitarbeiter besser mit Schutzausrüstungen versorgen. Dafür solle eine zentrale Bezugsquelle eingerichtet werden.

Zudem kritisiert der Verband Unruhen in den Praxen, die durch "blinden Aktionismus" von Politikern entstanden sei, indem diese Grippeimpfungen empfehlen. Zunächst müsse man gewährleisten, dass genügend Impfstoff vorhanden sei, so der Verband. 

Update 22. Oktober, 15.45 Uhr: Österreich meldet Corona-Tagesrekord - 2435 neue Fälle

Österreich hat den zweiten Tag in Folge einen Rekordwert neu nachgewiesener Corona-Infektionen registriert. 

Am Donnerstag meldeten Innen- und Gesundheitsministerium 2435 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, nachdem am Vortag mit 1958 positiven Tests der bisherige Höchststand erreicht worden war. Im Neun-Millionen-Einwohner-Land Österreich gelten mehr als 23 000 Menschen als aktiv erkrankt, von ihnen wurden am Donnerstag 1002 im Krankenhaus behandelt. 161 der Patienten liegen auf der Intensivstation.

Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg österreichweit auf 134,5 pro 100 000 Einwohner, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde Ages am Donnerstag hervorging. Spitzenreiter sind die an Bayern grenzenden Bundesländer Salzburg (227,5), Vorarlberg (200,5) und Tirol (177,7) sowie die Hauptstadt Wien (163,4). 

Ausnahme bleibt das Bundesland Kärnten, das mit 55,1 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen die wenigsten Neuinfektionen hatte.

Deutschland hatte am Donnerstag seine Reisewarnung auf fast ganz Österreich ausgeweitet.

Update 22. Oktober, 15.35 Uhr: Neue Auflagen für Corona-Hotspots gelten nun von Freitag an

In bayerischen Corona-Hotspots mit drastischen Zahlen weit jenseits der bisherigen Warnstufen gelten von diesem Freitag an zusätzliche Beschränkungen. 

Das ist einen Tag später als zunächst angekündigt - ursprünglich hätten die neuen Auflagen schon am Donnerstag in Kraft sein sollen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte die neue "dunkelrote" Warnstufe am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Landtag eingezogen. 

In Regionen, in denen die Zahl von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird, dürfen Veranstaltungen nur noch mit maximal 50 Teilnehmern stattfinden, und es gilt eine Sperrstunde ab 21.00 Uhr.

Update 22. Oktober, 15.30 Uhr: Fehler bei Übermittlung: Rottal-Inn mit höheren Zahlen

Bei der Übermittlung von Corona-Zahlen hat es im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn eine Panne gegeben. Der Inzidenzwert liege bei 163 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, sagte ein Sprecher des Landratsamtes am Donnerstag. 

Die Zahl beruhe auf einer aktuellen Berechnung des Amtes. Beim Robert Koch-Institut und beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lag der Wert indes bei unter 90 und damit unter der neuen "dunkelroten" Warnstufe. Schuld sei ein technischer Übermittlungsfehler, so der Sprecher. Über die Panne hatte auch der Bayerische Rundfunk berichtet.

Damit liegen acht Landkreise und Städte in Bayern über dem "dunkelroten" Corona-Warnwert von 100, den Ministerpräsident Markus Söder am Vortag angekündigt hatte. 

Das LGL gab am Donnerstag mit Werten über 100 Stadt und Landkreis Schweinfurt, Landkreis Neustadt an der Waldnaab, Weiden in der Oberpfalz, Augsburg, Landkreis Passau sowie den Spitzenreiter-Landkreis Berchtesgadener Land (292) an.

Update 22. Oktober, 15 Uhr: 290 neue Infektionen in München

Update 22. Oktober, 13.24 Uhr: Söder rechnet weiter mit schnellem Anstieg der Corona-Zahlen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet mit wachsenden Corona-Infektionszahlen. (Archiv)
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet mit wachsenden Corona-Infektionszahlen. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet damit, dass die Corona-Infektionszahlen zunächst weiter deutlich steigen und mahnt zur Geduld. 

Er befürchte, dass die Infektionszahlen bald wieder exponentiell in die Höhe schnellen dürften, sagte Söder am Donnerstag im Gesundheitsamt in München. "Wir hoffen, dass dann in zwei Wochen Wirkungen kommen von den Maßnahmen."

Dennoch sei das Gesundheitssystem besser vorbereitet als noch zu Beginn der Pandemie, betonte Söder: "Die Gefahr, dass es uns so erwischt wie im Frühjahr, die Alten-, die Pflegeheime, die Krankenhäuser, ist deutlich reduziert." Die Nachverfolgung von Infektionsketten müsse trotz der rasch ansteigenden Zahlen so lange wie möglich gewährleistet werden, sagte der Ministerpräsident und rief erneut alle Menschen zu Vorsicht und Umsicht auf. "Wenn wir jetzt ein bisschen mehr machen, dann bleibt uns vieles andere dann erspart."

In der Landeshauptstadt München stieg die Infektionsrate je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Donnerstag auf über 82, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) – die Zahl sei "unglaublich hoch". Mithilfe der Maßnahmen erhoffe er sich aber eine Entspannung der Situation.

"Ich bin sicher, dass wird die Ergebnisse spätestens zu Ferienbeginn sehen werden. Ich hoffe darauf, dass die Inzidenzwerte nicht weiter steigen und dass wir gemeinsam dieses Thema in den Griff bekommen."

Update 22. Oktober, 12.31 Uhr: Versicherung muss Gasthaus für Corona-Schließung entschädigen

In der Klagewelle um die Kosten für Gaststätten, die wegen der Corona-Pandemie schließen mussten, hat ein weiterer Wirt gegen seine Versicherung gewonnen. 

Das Landgericht München I sprach der Gaststätte Emmeramsmühle am Donnerstag gut 427.000 Euro zu. Damit gab es der Klage des Wirts gegen die Haftpflichtkasse statt.

Die Versicherung hatte sich geweigert zu zahlen. Das Gericht befand nun aber, dass die Klausel, mit der sie ihren Leistungsumfang einschränken wollte, intransparent und unwirksam sei. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Erst am Mittwoch hatten sich der Wirt der bekannten Gaststätte Paulaner am Nockherberg und die Allianz bei einer ähnlichen Klage außergerichtlich geeinigt. In einem anderen Fall hat das Gericht bereits zugunsten eines weiteren Wirts entschieden. 

Alleine beim Landgericht München I sind bisher 88 Klagen zu Betriebsschließungsversicherungen eingegangen.

Update 22. Oktober, 12.27 Uhr: Weihnachtspostamt in Himmelstadt wegen Corona geschlossen

Auch das Christkind und seine Helfer müssen sich an die Corona-Hygieneregeln halten - daher bleiben in diesem Jahr die Pforten der Weihnachtspostfiliale in Himmelstadt für Besucher geschlossen. 

Die Wunschzettel und Briefe könnten aber wie jedes Jahr an das Postamt geschickt werden, sagte ein Sprecher der Deutschen Post am Donnerstag. Die ehrenamtlichen Organisatoren bemühen sich, alle Briefe vor Heiligabend zu beantworten. 

Den vollständigen Bericht findest du >>> hier.

Update 22. Oktober, 12.22 Uhr: Soldaten helfen im Corona-Brennpunkt Berchtesgadener Land

Die Bundeswehr ist zur Unterstützung des Gesundheitsamtes in den Berchtesgadener Landkreis gekommen. (Archiv)
Die Bundeswehr ist zur Unterstützung des Gesundheitsamtes in den Berchtesgadener Landkreis gekommen. (Archiv)  © Bernd Thissen/dpa

Soldaten der Bundeswehr helfen seit Mittwoch im Landkreis Berchtesgadener Land dabei, die Ursache für den massiven Anstieg der Corona-Zahlen zu finden. 

40 Kräfte sind im Gesundheitsamt zur Nachverfolgung von Infektionsketten eingesetzt und sollen dafür vor allem telefonieren. Vier Soldaten unterstützen das Testzentrum administrativ, wie das Lagezentrum des Landeskommandos in Bayern mitteilte.

Die Bundeswehr unterstützt Bayern seit längerem in der Corona-Pandemie. So halfen Soldaten etwa bei der Entnahme von Proben an Autobahn-Stationen. Manche waren in Senioren- und Pflegeheimen eingesetzt, andere bei der Produktion von Desinfektionsmittel.

Den vollständigen Bericht findest du >>> hier.

Update 22. Oktober, 8 Uhr: SPD-Fraktionschef kritisiert Bayerns neue Corona-Warnstufe

Bayerns SPD-Fraktionschef Horst Arnold hat den neuen dunkelroten Corona-Grenzwert für den Freistaat kritisiert. "Eine Ampel mit vier verschiedenen Farben ist problematisch. Kein Mensch weiß dann im Prinzip, woran er ist", sagte Arnold am Donnerstag dem Radiosender Bayern 2.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Landtag angekündigt. Die dunkelrote Warnstufe gilt, wenn die Zahl von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird. Dann dürfen Veranstaltungen nur noch mit maximal 50 Teilnehmern stattfinden, und es gilt eine Sperrstunde ab 21 Uhr.

"Dunkelrot mag sicherlich ein geeignetes Mittel sein", räumte Arnold ein. "Aber ich glaube, das Entscheidende ist, dass man sich weg von Ankündigungen bewegt, mehr informiert und vor allen Dingen diese Informationen bis an die Kommunen hinunter eins zu eins spiegelt, denn dort muss es ja umgesetzt werden."

Laut Robert Koch-Institut sind von der dunkelroten Warnstufe Stand Donnerstag sieben bayerische Kommunen und Landkreise betroffen: Stadt und Landkreis Schweinfurt (102,9 und 115,2), Landkreis Neustadt an der Waldnaab (104,8), Weiden in der Oberpfalz (121,7), Augsburg (120,4), Landkreis Passau (103,3) sowie der Landkreis Berchtesgadener Land (292,6).

Update 22. Oktober, 6.36 Uhr: Städtetag sieht Söder-Vorstoß zu neuer Warnstufe kritisch

CSU-Chef Söder: Sein Vorschlag mit einer dunkelroten Warnstufe und neuen Beschränkungen gefiel nicht jedem.
CSU-Chef Söder: Sein Vorschlag mit einer dunkelroten Warnstufe und neuen Beschränkungen gefiel nicht jedem.  © Sven Hoppe/dpa

Der Deutsche Städtetag sieht einen Vorstoß von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisch, für Bayern eine neue "dunkelrote" Warnstufe für Regionen mit sehr hohen Corona-Zahlen einzuführen. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Menschen müssen noch mitkommen, bei dem was wir tun. Das System der Regeln und Beschränkungen muss verständlich sein." 

Die Akzeptanz in der Bevölkerung dürfe nicht leiden. "Vor diesem Hintergrund sehe ich die neue zusätzliche Stufe in Bayern kritisch."

Die Städte kümmerten sich intensiv, um mit gezielten Maßnahmen die Anzahl der Corona-Neuinfektionen einzudämmen, so Dedy. "Sie stellen sich auch auf die immer schärferen Auflagen ein, mit denen ein Überschreiten festgelegter Kennziffern bezogen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen verhindert werden soll." Allerdings würden die Verhältnisse für die Bürger, aber auch für Experten inzwischen unübersichtlich. "Was gilt ab 35, was ab 50 Neuinfektionen? Jetzt soll es in Bayern noch eine dritte Stufe geben mit weiteren Beschränkungen. Und im Landkreis Berchtesgaden gibt es faktisch einen Lockdown."

Es gebe zwei zentrale Ziele, sagte Dedy. "Das erste ist, die Kontakte von Infizierten nachverfolgen zu können. Das ist bei hohen Infektionszahlen regional kaum noch möglich, hier brauchen die Gesundheitsämter ganz schnell weitere Unterstützung. Und das andere große Ziel ist, die Krankenhäuser nicht zu überlasten." Dafür müssten die Infektionszahlen runtergedrückt werden. "Wir wollen das in den nächsten Wochen auch in den Städten und Kreisen mit hohen Infektionszahlen schaffen – aber wir brauchen dazu die Solidarität jedes und jeder Einzelnen."

Söder hatte am Mittwoch gesagt, wenn man neue regionale oder landesweite Lockdowns verhindern wolle, müsse man schnell und konsequent handeln. Eine dunkelrote Warnstufe und neue Beschränkungen kündigte Söder für Regionen an, in denen die Zahl von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird. Veranstaltungen aller Art dürfen dort nur noch mit 50 Personen stattfinden.

Update 22. Oktober, 6.33 Uhr: Umfrage: Viele verzichten wegen Corona auf Wintersport-Urlaub

Die Corona-Krise macht vielen Wintersportlern dieses Jahr laut einer Umfrage einen Strich durch die Rechnung. 

In einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 31 Prozent der Befragten an, wegen der Pandemie keinen Wintersport-Urlaub zu planen.

45 Prozent würden ihren geplanten Urlaub zumindest nicht antreten, wenn ihre Urlaubsregion zum Risikogebiet erklärt wird. Selbst wenn die Region nicht als Risikogebiet gilt, würden sich nach ihrem Urlaub 64 Prozent freiwillig auf das Coronavirus testen lassen.

Für den Wintersport-Urlaub wünschen sich viele ein Hygienekonzept: 70 Prozent sind für eine Maskenpflicht in Gondeln und Skiliften. Außerdem sollte aus Sicht von 80 Prozent eine Personenbegrenzung für Restaurants, Skibusse und Gondeln gelten. 

72 Prozent finden außerdem, dass Après-Ski-Veranstaltungen nur mit Hygieneregelungen stattfinden sollten.

Update 22. Oktober, 6.25 Uhr: Bayern-Trainer Flick appelliert nach Corona-Fall von Gnabry

Serge Gnabry hat sich mit dem Coronavirus angesteckt.
Serge Gnabry hat sich mit dem Coronavirus angesteckt.  © Matthias Balk/dpa

Nach dem Corona-Fall von Fußball-Nationalspieler Serge Gnabry hat Bayern-Trainer Hansi Flick vor weiteren Englischen Wochen noch einmal auf die Wichtigkeit der Hygienemaßnahmen hingewiesen. 

"Andere Mannschaft hat es auch schon getroffen. Wir müssen uns weiterhin daran halten, dass wir die Hygieneregeln einhalten und schauen, dass wir Masken tragen, Abstand halten und auf die Dinge wirklich achten. Anders können wir uns nicht schützen", sagte Flick nach dem 4:0 der Münchner am Mittwoch in der Champions League gegen Atlético Madrid.

Gnabry fehlte beim Spiel des deutschen Fußball-Rekordmeisters nach einem positiven Corona-Test, der rund 24 Stunden vor dem Spiel bekannt gemacht worden war. Weitere Leistungsträger fielen deshalb nicht aus. 

"Das so etwas immer mal möglich ist, auch bei uns, das haben wir gewusst", sagte Flick. "Die Mannschaft hat das sehr gut weggesteckt und eine tolle Leistung gezeigt."

Update 21. Oktober, 18.10 Uhr: Grüne werfen Markus Söder Alleingänge in Anti-Corona-Politik vor

Die Grünen im bayerischen Landgang haben erneut die aus ihrer Sicht mangelnde Zusammenarbeit der Staatsregierung mit dem Parlament in der Corona-Krise kritisiert und Alleingänge von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beklagt. 

"Geht es Ihnen wirklich um die Pandemiebekämpfung, oder geht es Ihnen um Profilierung?", fragte die Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze den Ministerpräsidenten am Mittwoch nach dessen Regierungserklärung im Landtag.

Söder stelle sich als selbstinszenierter Krisenmanager stets in den Vordergrund, werde aber dieser Rolle nicht gerecht. Das zeigten beispielsweise seine kritischen Worte zum Infektionsgeschehen in Regionen außerhalb von Bayern, während er entsprechende Entwicklungen in Bayern nicht so scharf kommentiere.

"Wir müssen bei Corona alle Teamspieler sein", mahnte Schulze und bekräftigte unter anderem ihre Forderung nach einer Corona-Kommission im Landtag.

Update 21. Oktober, 18 Uhr: Debatte über Maskenpflicht für Grundschüler

In der Corona-Krise gerät die Maskenpflicht für Grundschüler während des Unterrichts in den Fokus. 

Nachdem die Erst- bis Viertklässler in München und im Landkreis Ebersberg trotz hoher Infektionszahlen ihren Mund-Nasen-Schutz dank Ausnahmegenehmigungen nun zunächst wieder ablegen dürfen, betonte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch die Schutzwirkung der Maßnahme. 

Ohne direkt auf die beiden Verantwortlichen - Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Landrat Robert Niedergesäß (CSU) - einzugehen, sagte er in seiner Regierungserklärung: "Mehr Maske erlaubt mehr und längeren Präsenzunterricht." Oberstes Ziel müsse es sein, Schulschließungen zu vermeiden.

Update 21. Oktober, 16.15 Uhr: AfD will mehr parlamentarische Beteiligung bei Corona

Die AfD im bayerischen Landtag hat einen Mangel an parlamentarischer Beteiligung an den Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Krise kritisiert. 

"Seit 210 Tagen wird in Bayern Corona-Politik ohne Beteiligung des Parlamentes gemacht", sagte die AfD-Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner im Landtag als Reaktion auf die Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). 

Die AfD klage gegen einen Teil der Maßnahmen, die Ebner-Steiner als zum Teil "irrsinnig" bezeichnete. "Die AfD ist der parlamentarische Arm des Grundgesetzes", sagte sie unter dem Gelächter von Abgeordneten anderer Fraktionen. 

Söder hatte zuvor den Ernst der Corona-Lage deutlich gemacht und erklärt, in allen Ländern werde der Kampf gegen die Pandemie mit den gleichen Mitteln geführt - völlig unabhängig von der politischen Ausrichtung der Regierungen.

Update 21. Oktober, 15.15 Uhr: Neue Coronavirus-Zahlen für München

In München wurden insgesamt 188 neue Corona-Fälle gemeldet.

In der Landeshauptstadt sind somit bislang 14.001 Infektionen bestätigt. In dieser Fallzahl enthalten sind 11.767 Menschen, die nach ihrer Erkrankung als geheilt gelten, sowie leider auch 236 Todesfälle.

Update 21. Oktober, 15 Uhr: Kita-Verband kritisiert Schließungen im Berchtesgadener Land

Der Deutsche Kitaverband hat die Schließungen von Krippen und Kindergärten wegen Corona im Berchtesgadener Land kritisiert. "Wie Familienministerien Franziska Giffey und Gesundheitsminister Jens Spahn (...) bestätigten, geht von Kindern bis zehn Jahre kein Infektionsrisiko aus. Deshalb dürfen Kitas, Horte und Tagespflegestellen auch bei einem regionalen Lockdown nicht geschlossen werden", erklärte die Bundesvorsitzende Waltraud Weegmann am Mittwoch. Der Verband vertritt die freien Kita-Träger in Deutschland.

Der bayerische Landkreis an der Grenze zu Österreich verzeichnet den Spitzen-Inzidenzwert von 262 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Seit Dienstag gelten strikte Ausgangsbeschränkungen - Restaurants, Hotels, Schulen und Kitas sind geschlossen.

"Kinder dürfen nicht weiterhin dem Aktionismus geopfert werden", sagte Weegmann. "Wenn Eltern arbeiten gehen sollen, muss auch die Kita-Betreuung stattfinden. Die Familien können nicht beides schultern, was auch bei der Politik seit dem Frühjahr angekommen sein müsste." 

Kinder gehörten zu den großen Verlierern der Pandemie, weil andere Kinder und soziale Kontakte besonders wichtig für ihre Entwicklung seien. "Sie sind nicht nur keine Treiber der Infektion, sie verbreiten sie sogar gar nicht", so Weegmann. In Irland würden während des neu ausgerufenen Lockdowns Kitas zum Beispiel weiter offen gehalten.

Bisher sind in Bayern nur die Kitas im Berchtesgadener Land flächendeckend geschlossen, erklärte das Familienministerium in München. "Die Aufrechterhaltung der Kindertagesbetreuung hat für uns weiterhin oberste Priorität. Wir wollen Eltern entlasten und Beschäftigte schützen", sagte Familienministerin Carolina Trautner (CSU).

Update 21. Oktober, 14.15 Uhr: Söder bietet wöchentliche Minister-Fragestunde an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will angesichts wiederholter Vorwürfe, das Mitspracherecht der Parlamente in der Anti-Corona-Politik sei zu gering, den regelmäßigen Austausch fördern. 

Dazu biete er künftig wöchentlich eine Minister-Fragestunde im bayerischen Landtag an, sagte Söder am Mittwoch in einer Regierungserklärung zur Corona-Krise in München. Dabei sollen ausschließlich Fragen rund um die Pandemie besprochen werden.

Politiker diverser Parteien hatten zuletzt immer wieder beklagt, dass wesentliche Entscheidungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht von den Parlamenten, sondern weiterhin von Regierungen in Bund und Ländern getroffen würden. Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) etwa hatte von einer "beunruhigenden Entwicklung" gesprochen.

Die Vorwürfe hatte Söder wiederholt zurückgewiesen - er nehme die Beteiligung des Parlaments stets als groß war. Um das schnelle Handeln in der Pandemie zu ermöglichen, könne die Exekutive gemäß der Verfassung Verordnungen auch ohne Befragung des Parlaments erlassen. Durch die Fragestunde biete er nun eine "zusätzliche Gelegenheit, sich nur über Corona zu informieren", an, sagte Söder.

Update 21. Oktober, 14.14 Uhr: Münchner Christkindlmarkt findet statt, viele kleine Märkte nicht

Der Münchner Stadtrat hat den Christkindlmarkt am Marienplatz abgesegnet - unter Vorbehalt. Wegen der steigenden Infektionszahlen könnten sich schließlich noch neue Regelungen ergeben, sagte eine Sprecherin der Stadt am Mittwoch.

Nach jetzigem Stand startet der Christkindlmarkt am 23. November. An den Ständen gilt eine Maskenpflicht. Damit Bummler sich nicht zu nahekommen, sollen sich die Stände im Abstand von fünf bis zehn Metern in der Fußgängerzone bis zum Stachus und in der Sendlinger Straße verteilen. Alkohol darf nur mit einer Registrierung und nur in Gastronomiebereichen getrunken werden.

Auch die Christkindlesmärkte in Nürnberg und Bayreuth und der Regensburger Christkindlmarkt sollen unter strengen Vorgaben und mit Abstrichen stattfinden. Unter anderem in Bamberg und Landshut steht die Entscheidung noch aus.

Viele kleine Weihnachtsmärkte finden wegen der Corona-Pandemie nicht statt. So wurde etwa der Coburger Weihnachtsmarkt "schweren Herzens" von der Stadt abgesagt. 

Auch der Tegernseer Adventszauber in Oberbayern, die Fürther Altstadtweihnacht in Mittelfranken und der Bad Hindelanger Erlebnis-Weihnachtsmarkt in Schwaben fallen dieses Jahr aus.

Update 21. Oktober, 14 Uhr: Bayern will freischaffenden Künstlern durch die Corona-Krise helfen

Bayern will in der Corona-Pandemie mit einem eigenen Förderprogramm Solo-Selbstständigen wie etwa freischaffenden Künstlern helfen. 

Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in seiner Regierungserklärung im Landtag an. Die staatlichen Mittel sollen als Ersatz für den ausbleibenden Unternehmerlohn und als Hilfe zum Lebensunterhalt verstanden werden.

"Bayern hat ein hohes Kunstlevel. Ich möchte nicht, dass durch diese Pandemie am Ende die gesamte Kunst- und Kulturszene zerstört ist", sagte Söder. Die Künstler zeigten den Menschen, dass es auch noch mehr und anderes gibt, als Corona. Söder hatte am Vortag in einer Expertenrunde mit Kulturschaffenden beraten.

Das bereits bestehende Spielstättenprogramm soll fortgeführt und auf Künstler ohne eigene Spielstätte ausgeweitet werden. Ferner soll es Finanzierungen von Stipendien für junge Künstler geben.

Update 21. Oktober, 13.58 Uhr: Söder will Testpflicht für Berufspendler aus Hotspots im Ausland

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will im Freistaat eine Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Corona-Hotspots einführen. 

Wer sich binnen 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat und nach Deutschland zum Arbeiten pendelt, soll künftig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. 

Das sagte Söder am Mittwoch in einer Regierungserklärung zur Corona-Krise im Landtag in München.

Update 21. Oktober, 13.54 Uhr: Söder zu Bedrohungen: "Das schreckt mich nicht ab"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will sich in seiner Anti-Corona-Politik nicht von Drohungen und Hassnachrichten einschüchtern lassen. 

"Das schreckt mich nicht ab", sagte Söder am Mittwoch in einer Regierungserklärung zur Corona-Krise im Landtag in München. Er berichtete erneut von massiven Anfeindungen und Morddrohungen, die ihn regelmäßig erreichten.

Er zitierte - wie schon auf dem virtuellen CSU-Parteitag Ende September - auch aus Kommentaren, in denen ihm und auch anderen Parlamentsmitgliedern teils mit dem Tod gedroht wurde. In seiner Entschlossenheit im Kampf gegen die Corona-Pandemie lasse er sich aber nicht einschränken, betonte Söder. 

An den Landtag appellierte er ebenfalls, sich nicht einschüchtern zu lassen.

Update, 21. Oktober, 13.40 Uhr: Veranstaltungs-Beschränkung auf 50 Personen ab Corona-Wert 100

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat für Regionen mit drastisch erhöhten Corona-Zahlen eine Beschränkung von Veranstaltungen auf maximal 50 Teilnehmer und eine Sperrstunde ab 21 Uhr angekündigt. 

Dies soll dann greifen, wenn die Zahl von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird. Das sagte Söder am Mittwoch in einer Regierungserklärung zur Corona-Krise im Landtag in München.

Update 21. Oktober, 13.35 Uhr: Bayerisches Staatsballett nach Corona-Fällen in Quarantäne

Das Ensemble des Bayerischen Staatsballetts ist nach mehreren Corona-Fällen in der Kompanie derzeit geschlossen in Quarantäne. 

Der Trainings- und Probenbetrieb wurde vorerst ausgesetzt, die Aufführungen von "Schwanensee" am 27. und 30. Oktober 2020 fallen aus. Die Betroffenen hatten zunächst keine oder nur leichte Symptome, wie das Haus am Mittwoch in München mitteilte.

Im Rahmen der regelmäßigen Testungen war demnach zunächst ein Tänzer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei den Tests im Anschluss hatten auch fünf weitere der rund 70 Ensemblemitglieder positive Ergebnisse. "Daraufhin hat man natürlich sofort gesagt, dass der gesamte künstlerische Betrieb, das betrifft auch Ballettmeister und Pianisten, in Quarantäne kommt", berichtete Ballettsprecherin Annette Baumann.

"Wir werden in den nächsten Tagen weitere Tests durchführen. Danach wird entschieden, wie es wann weitergeht", berichtete Baumann. 

Bis dahin bleibt auch unklar, ob die geplante Premiere des Dreiteilers "Paradigma" am 3. November stattfindet.

Update 21. Oktober, 13.25 Uhr: Ernsthaftigkeit und Seriosität laut Söder gegen Corona

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, trägt zu Beginn der Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei eine Maske in den bayerischen Landesfarben.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, trägt zu Beginn der Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei eine Maske in den bayerischen Landesfarben.  © Peter Kneffel/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat in einem flehentlichen Appell zu Ernsthaftigkeit und Seriosität im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. 

"Vorsicht und Umsicht sind der beste Maßstab", sagte Söder am Mittwoch bei seiner Regierungserklärung im Bayerischen Landtag. "Es ist in Deutschland zu früh und viel zu hoch von den Zahlen", sagte Söder. Der Winter, mit einem erhöhten Infektionsgeschehen, komme erst noch.

In vielen Nachbarländern seien die Verhältnisse schlimmer als in Deutschland und in Bayern, aber auch hierzulande verschlimmere sich die Situation schnell. "Corona ist wieder voll zurück, die zweite Welle ist da, sie rollt über ganz Europa", sagte der Ministerpräsident. 

Einem zweiten Lockdown sei man näher als viele glaubten, zumindest einem Teil-Lockdown. Die Zahl der schwer Erkrankten in den Krankenhäusern nehme spürbar zu.

Update 21. Oktober, 13 Uhr: Aiwanger fordert lokale Soforthilfen

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert schnelle lokale Soforthilfen für Unternehmen und Freiberufler in der Corona-Krise. 

Diese sollen zum Einsatz kommen, wenn es zu einem "lokalen Lockdown" wie in Berchtesgaden komme, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Das Geld dafür soll nach Vorstellung Aiwangers aus Landesmitteln kommen, die Abwicklung "schnell und unbürokratisch" über die jeweiligen Landratsämter erfolgen.

Der Vorschlag wurde dem Sprecher zufolge bei einem Gespräch mit Wirtschaftsverbänden erarbeitet. Er müsse nun in der Koalition weiter besprochen werden.

Update 21. Oktober, 11.50 Uhr: Allianz und Nockherberg beenden Streit um Corona-Kosten

Deutschlands größter Versicherungskonzern und eine der bekanntesten bayerischen Gaststätten haben sich im Streit um die Corona-Kosten außergerichtlich geeinigt. Doch die Versicherung sieht sich noch rund 100 anderen Klagen gegenüber.

Die Allianz und die Münchner Gaststätte "Paulaner am Nockherberg" haben sich im Rechtsstreit um die Kosten für die Corona-Schließungen außergerichtlich geeinigt. Beide Parteien bestätigten am Mittwoch den Abschluss eines Vergleichs, äußerten sich aber nicht zu den Details. Beide Seiten seien zufrieden, sagte der Wirt des Nockherbergs, Christian Schottenhammel. Die mit Spannung erwartete Entscheidung des Verfahrens am Donnerstag entfällt damit.

Der größte deutsche Versicherungskonzern und die durch das im Fernsehen übertragene "Politiker-Derblecken" beim Starkbieranstich bundesweit bekannte Gaststätte hatten um gut 1,1 Millionen Euro gestritten. Schottenhammel hatte diese Summe für die sechswöchige Schließung seiner Gaststätte in der ersten Corona-Welle verlangt.

Im Vergleich könnte der Wirt eine nicht unerhebliche Summe erhalten haben, denn das Gericht hatte sich in der mündlichen Verhandlung durchaus positiv für ihn geäußert. 

"Wir sehen im vorliegenden Fall nichts, was dem Anspruch der Klägerin entgegen steht", hatte die Vorsitzende Richterin Susanne Laufenberg im September gesagt.

Update 21. Oktober, 11.15 Uhr: Soldaten helfen im Corona-Brennpunkt Berchtesgadener Land

Sanitäter der Bundeswehr helfen seit Mittwoch im Landkreis Berchtesgadener Land, die Ursache für den massiven Anstieg der Corona-Zahlen zu finden. 

Die etwa 20 Kräfte sollen unter anderem zur Nachverfolgung von Infektionsketten eingesetzt werden, wie Sprecher Carsten Spiering vom Landeskommando in Bayern mit Sitz in München sagte. 

Etliche Soldaten gehörten dem Musikkorps der Truppe an, seien aber vollwertig ausgebildete Sanitäter.

Hier >>>mehr zum Einsatz der Bundeswehr.

Polizisten laufen durch die Fußgängerzone der Berchtesgadener Innenstadt.
Polizisten laufen durch die Fußgängerzone der Berchtesgadener Innenstadt.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 21. Oktober, 10.40 Uhr: Söder erwägt ab neuem Corona-Grenzwert 100 zusätzliche Gegenmaßnahmen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zieht einen neuen Corona-Grenzwert mit zusätzlichen Beschränkungen in Betracht. 

In einer CSU-Fraktionssitzung am Mittwoch nannte er nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur einen neuen Grenzwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Man müsse bei diesem Wert beginnen, weitere Maßnahmen in Betracht zu ziehen, Richtlinien vorzugeben, sagte Söder nach Teilnehmerangaben. Details ließ er zunächst offen. Am Nachmittag will er eine Regierungserklärung im Landtag zur Corona-Krise abgeben.

Nach der bisherigen bayerischen Corona-Ampel gilt ab einem Wert von 35 Stufe Gelb - dann greifen in den betroffenen Regionen automatisch eine verschärfte Maskenpflicht, striktere Kontaktbeschränklungen und eine Sperrstunde in der Gastronomie. Bei einem Wert von 50 schaltet die Ampel auf Rot, dann gelten regional noch einmal schärfere Kontaktbeschränkungen und Restaurants müssen noch früher schließen.

Zuletzt hatten aber immer mehr Regionen in Bayern und auch in Deutschland den 50er-Wert teils deutlich überschritten. 

Viele Regionen liegen klar über 100, Spitzenreiter war zuletzt der Landkreis Berchtesgadener Land mit konstant und weit über 200.

Update 21. Oktober, 9.40 Uhr: Söder bekräftigt Forderung nach mehr nationalen Regeln gegen Corona

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat seine Forderung nach mehr nationalen Regeln im Kampf gegen die Corona-Krise bekräftigt. 

Im ZDF-"Morgenmagazin" forderte der CSU-Chef, das Infektionsschutzgesetz an das aktuelle Pandemiegeschehen anzupassen. "Es ist auch wichtig, dass wir nicht nur unterschiedliche regionale Konzepte haben, sondern auch mehr einheitliche Linie haben. Wir spüren, dass das ständig nachgesteuert werden muss", sagte Söder. Er glaube ein "grundlegender Durchgriff", der in einem nationalen Pandemieplan erfolge, würde auch vor Ort helfen.

Der CSU-Politiker hatte sich zuletzt wiederholt für mehr Kompetenzen für den Bund beim Infektionsschutz starkgemacht. 

Am Montag hatte Söder gesagt: "Ich bin ein überzeugter Föderalist, aber ich glaube, dass der Föderalismus zunehmend an seine Grenze stößt."

Update 21. Oktober, 9 Uhr: Söder sieht "politisch-mentales" Problem im Kampf gegen Corona

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, trägt zu Beginn der Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei eine Maske, während er sich Hände an einem Spender desinfiziert.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, trägt zu Beginn der Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei eine Maske, während er sich Hände an einem Spender desinfiziert.  © Peter Kneffel/dp

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat zu einer "nationalen Kraftanstrengung" im Kampf gegen die Corona-Krise aufgerufen. 

Deutschland habe bei der Bewältigung der Pandemie derzeit kein logistisches, sondern ein "politisch-mentales" Problem, sagte Söder am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". 

"Seit Monaten wird das Thema zerredet, kleingeredet, es wird schöngeredet", sagte Söder. Es sei aber wichtig, die Pandemie wieder als Herausforderung zu verstehen. 

"Wir brauchen jetzt einen Gemeinschaftsakt - genauso wie bei der ersten Welle."

Update 20. Oktober, 20.35 Uhr: Maßnahmen in Berchtesgaden sind laut Jens Spahn richtig

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in der Corona-Pandemie die strengen Ausgangsbeschränkungen im bayerischen Kreis Berchtesgadener Land begrüßt. 

"Das ist jetzt hart für die Bevölkerung in Berchtesgaden, das sind harte zwei, drei Wochen. Aber es sind eben zwei, drei Wochen, die helfen, diese Infektion auch wirklich effizient wieder unter Kontrolle zu bringen", sagte er am Dienstagabend im ZDF. "Und das ist am Ende besser als etwa mit Einreisebeschränkungen (...) dann innerdeutsch da zu agieren. Also ich finde das, was die bayerische Staatsregierung macht, genau richtig."

Die Leiterin des Genfer Universitätszentrums für neue Viruserkrankungen, Isabelle Eckerle, sagte in der Sendung mit Blick auf die Maßnahmen: "Die wären noch effektiver, wenn man sie früher ergreifen würde, aber dann ist die Akzeptanz sehr, sehr gering." Am Montag hatte das Berchtesgadener Land bundesweit die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen: Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 272,8. 

Am Dienstag sank sie auf 236. Erstmals seit dem Frühjahr ist das Verlassen der eigenen Wohnung nur noch mit triftigem Grund erlaubt. Schulen und Kitas wurden geschlossen.

Update 20. Oktober, 20.30 Uhr: Serge Gnabry mit Corona infiziert!

Herber Rückschlag für den FC Bayern München vor dem Kracher in der Champions League gegen Atlético Madrid! Wie der Klub am Abend mitteilte, ist Flügelspieler Serge Gnabry positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

>>> Hier geht es zum Artikel.

Update 20. Oktober, 19.40 Uhr: Klassen 1, 4 und 5 sollen laut CSU bei Präsenzunterricht Vorrang haben

Sollten wegen weiter steigender Corona-Zahlen Einschränkungen an den Schulen nötig werden, fordert die CSU-Fraktion neben den Abschlussklassen eine Unterrichtspriorität für die ersten, vierten und fünften Klassen. Einen entsprechenden Antrag will die Fraktion an diesem Mittwoch in den Landtag einbringen.

"Oberste Priorität hat für uns der Präsenzunterricht, denn Schülerinnen und Schüler können am besten vor Ort unterrichtet und gefördert werden", sagte der bildungspolitischer Sprecher Gerhard Waschler am Dienstag und fügte hinzu: "Wenn das regional aufgrund steigender Infektionszahlen nicht mehr in vollem Umfang möglich ist, sollen neben den Abschlussklassen vor allem die ersten Jahrgangsstufen in allen allgemeinbildenden Schulen vorrangig im Präsenzunterricht bleiben, solange es der Infektionsschutz zulässt."

Gerade die Erstklässler, aber auch die Schülerinnen und Schüler, die gerade an einer neuen Schulart angefangen hätten, seien besonders auf die Führung durch ihre Lehrkräfte angewiesen. "Daneben benötigen natürlich auch diejenigen Jahrgänge, die sich vor dem Übertritt oder Abschluss befinden, so viel Präsenzunterricht wie möglich."

Update 20. Oktober, 18.43 Uhr: Keine Maskenpflicht für Münchner Grundschüler am Sitzplatz

Grundschüler in München müssen an ihrem Sitzplatz keine Maske mehr tragen. 

"Grundschüler sind keine Infektionstreiber", erklärte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstag. Ohne Mund-Nasen-Schutz sollen die Einschränkungen für junge Schüler so gering wie möglich gehalten werden.

Wenn eine Stadt den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschreitet, müssen eigentlich alle Schüler eine Maske im Unterricht tragen. Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) liegt der Inzidenzwert für München bei 72,77 (Stand: Dienstag, 0800 Uhr). 

Die Stadt macht nun eine Ausnahme für Grundschulen und Grundstufen an Förderzentren.

Schüler ab der fünften Klasse müssen auch in München weiter eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn zwischen ihnen kein Abstand von mindestens 1,5 Meter eingehalten werden kann.

Update 20. Oktober, 17.45 Uhr: Eisschnelllauf-Meisterschaften in Inzell werden verschoben

Wegen der steigenden Zahl von Corona-Fällen auch im Berchtesgadener Land werden die deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften im benachbarten Inzell verschoben. Das teilte der deutsche Verband (DESG) am Dienstag mit. Die Titelkämpfe sollten vom 30. Oktober bis zum 1. November stattfinden.

"Die Gesundheit ist nicht verhandelbar. Nur wenn es uns gelingt, den wirklich sehr komplexen Anforderungen, die uns diese so besondere Krise auferlegt, gerecht zu werden, wird es auch wieder Wettkämpfe geben können", sagte DESG-Präsident Matthias Große in der Mitteilung. 

Ein Organisationskomitee soll nun ein Konzept für die Durchführung sämtlicher Verbandsveranstaltungen in Inzell unter Corona-Bedingungen erarbeiten. Das Konzept soll dann vom zuständigen Gesundheitsamt genehmigt werden.

Update 20. Oktober, 14.55 Uhr: Bayern nun insgesamt über der kritischen 50er-Marke

In Bayern infizieren sich nachweislich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus - der Freistaat liegt mittlerweile über dem bundesweit vereinbarten Warnwert von 50. Genau 51,72 Infizierte je 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag in Erlangen.

In allen Regierungsbezirken steigen die Zahlen. Oberbayern liegt mit dem sogenannten Inzidenz-Wert von 64 vorne, gefolgt von Schwaben (59,81) und Niederbayern (56,02). Unter der wichtigen 50er-Warnstufe liegen Unterfranken (45,01), die Oberpfalz (38,04), Mittelfranken (37,57) und Oberfranken (24,12).

Spitzenreiter ist weiter der Landkreis Berchtesgadener Land mit 236,01 registrierten Neuinfektionen in den vergangenen 7 Tagen pro 100.000 Einwohner. Bayerns drittgrößte Stadt Augsburg folgt mit 123,07, Weiden mit 116,98, Schweinfurt mit 104,82. Für den Landkreis Rottal-Inn wurde ein Wert von 134,15 angegeben, für den Landkreis Mühldorf am Inn 102,7.

Im gesamten Freistaat sind bisher 80.966 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden (Stand: Dienstag, 08.00 Uhr). 2719 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten, sind in Bayern gestorben. Als genesen galten rund 67 380 Menschen.

Update 20. Oktober, 14.36 Uhr: Staatskanzleichef: Schulen, Kitas und Wirtschaftsleben offen halten

Die bayerische Staatsregierung hält auch bei steigenden Corona-Zahlen an ihrer klaren Priorität fest, vor allem Schulen, Kindergärten und Krippen offen zu lassen und das Wirtschaftsleben nicht zu beeinträchtigen. 

"Wir wollen natürlich Schule, Kindertagesstätten und das Berufsleben offenhalten", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Das bedeute aber, dass man im Übrigen mit den Anti-Corona-Maßnahmen entsprechend konsequent sein müsse.

Die Staatsregierung begrüßt deshalb den weitgehenden "Lockdown" im Landkreis Berchtesgadener Land mit Ausgangsbeschränkungen und der Schließung von Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen, dem Verbot von Versammlungen und weiteren einschneidenden Maßnahmen. "Die halten wir für richtig und auch für zielführend", sagte Herrmann. Dies sei notwendig, um das Infektionsgeschehen wieder deutlich zu verringern.

"Die Lage insgesamt ist nach wie vor stark besorgniserregend", sagte Herrmann mit Blick auf Bayern, Deutschland und Europa. Binnen eines Tages kamen nach Angaben des CSU-Politikers allein im Freistaat noch einmal 1166 Corona-Neuinfektionen hinzu, sieben Menschen starben.

Update 20. Oktober, 14.32 Uhr: Staatskanzleichef legt Berchtesgaden-Urlaubern Corona-Tests nahe

Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) hat abreisenden Urlaubern aus dem Corona-Hotspot Berchtesgadener Land im Zweifel Corona-Tests nahegelegt. 

Es sei die Verantwortung jedes einzelnen, sich zu überlegen, wo er einer möglichen Ansteckungsgefahr ausgesetzt war, und sich sicherheitshalber testen zu lassen, sagte Herrmann am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Für Urlauber aus anderen Landesteilen Bayerns beispielsweise sei dies in den kommunalen Testzentren möglich, betonte der CSU-Politiker.

Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen nun für zwei Wochen ein weitreichender "Lockdown", unter anderem mit Ausgangsbeschränkungen, der Schließung von Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und dem Verbot von Versammlungen. 

In Hotels dürfen jetzt nur noch Geschäftsreisende übernachten.

Update 20. Oktober, 14.20 Uhr: Dehoga stellt Tourismusstopp im Berchtesgadener Land infrage

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga kritisiert den coronabedingten Tourismusstopp im Berchtesgadener Land. "Wir verstehen nicht, warum es zu einer Zwangsschließung aller Beherbergungsbetriebe von jetzt auf gleich kommen muss", sagte Präsidentin Angela Inselkammer am Dienstag. 

Die Hotels verfügten über Hygienekonzepte, die Gäste hielten sich in separaten Wohneinheiten auf und seien registriert. "Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, wäre es sicher zielführender, die Gäste in den Betrieben wohnen zu lassen und sie vor Abreise zu testen." Die Maßnahmen seien ein "tiefer und schmerzhafter Schlag für unsere mehr als gebeutelte Hotellerie und Gastronomie", sagte Inselkammer.

Sie hoffe, "dass durch die lokal und zeitlich eng begrenzte Maßnahme ein weiträumiger Lockdown verhindert werden kann". Zudem forderte die Dehoga-Präsidentin schnelle Hilfen für die betroffenen Betriebe. "Die gastgewerblichen Umsätze werden für zwei Wochen bei null liegen – das wird kein Betrieb mehr durchstehen."

Update 20. Oktober, 14.10 Uhr: Neue Zahlen für München

In München wurden insgesamt 130 neue Corona-Fälle gemeldet. 

In der Landeshauptstadt sind somit bislang 13.806 Infektionen bestätigt. In dieser Fallzahl enthalten sind 11.650 Menschen, die nach ihrer Erkrankung als geheilt gelten, sowie leider auch 236 Todesfälle.

Update 20. Oktober, 13.39 Uhr: Nürnberg rechnet mit Geisterspiel gegen KSC

Der 1. FC Nürnberg geht davon aus, wegen der steigenden Corona-Fallzahlen in der Stadt das Zweitliga-Heimspiel gegen den Karlsruher SC ohne Fans auszutragen. 

"Wir werden höchstwahrscheinlich das erste Geisterspiel in dieser Saison am kommenden Freitag stattfinden lassen müssen", sagte Niels Rossow, der Finanz-Vorstand des Fußball-Traditionsvereins. 

Am Dienstag meldete das Robert Koch-Institut in Nürnberg einen Wert von mehr als 55 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Damit ist eine Inzidenz-Warnstufe im Kampf gegen die Pandemie überschritten.

In den bisherigen zwei Zweitliga-Partien dieser Saison waren jeweils mehr als 6000 Fans im Max-Morlock-Stadion. Jedes Geisterspiel kostet den Verein einen mittleren, sechsstelligen Betrag, wie Rossow vor der digitalen Mitgliederversammlung der Franken am Abend sagte.

Update 20. Oktober, 9.41 Uhr: Debatte um Grenzschließung könnte wiederkommen

Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Europa hält es Bayerns Innenminister Joachim Herrmann für möglich, dass man wieder über Grenzkontrollen sprechen muss. 

"Die Diskussion um verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern außer Kontrolle gerät", so der Minister.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte Deutschland Grenzkontrollen wiedereingeführt - an vielen Grenzen zu den Nachbarländern kam es zu Chaos. Erst Mitte Juni wurden die Regeln für eine Einreise wieder gelockert.

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Update 20. Oktober, 9.38 Uhr: Berchtesgadener Land verhängt Ausgangsbeschränkungen

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml verteidigt die extremen Maßnahmen. (Archiv)
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml verteidigt die extremen Maßnahmen. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (45, CSU) hat die Ausgangsbeschränkungen im Kreis Berchtesgadener Land als richtigen Weg bezeichnet. 

"Schnell steigende Corona-Zahlen ohne offensichtliche klare Infektionsherde erfordern ein schnelles Durchgreifen", teilte die Ministerin am Dienstag in München mit.

Ab 14 Uhr gelten in der Region an der Grenze zu Österreich die ersten Ausgangsbeschränkungen seit den Kontaktsperren im Frühjahr. Die Menschen dürfen die eigene Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen. 

Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Restaurants müssen schließen, Veranstaltungen werden untersagt. Die Beschränkungen gelten vorerst für 14 Tage.

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Update 19. Oktober, 15.09 Uhr: Inzidenz-Wert 72,4 in München

Update 19. Oktober, 15 Uhr: Söder zu Anti-Corona-Politik: "Das Parlament ist ständig dabei"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat neue Vorwürfe zurückgewiesen, das Mitspracherecht der Parlamente in der Anti-Corona-Politik von Bund und Ländern sei zu gering. 

"Das Parlament ist ständig dabei. Das Parlament wird bei allen Gesetzen eingebunden", sagte der CSU-Chef am Montag nach einer Videoschalte des CSU-Vorstands in Nürnberg.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hatte zuvor vor möglichen negativen Folgen für die Demokratie gewarnt, sollten wesentliche Entscheidungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht vom Bundestag, sondern weiter von Regierungen in Bund und Ländern getroffen werden. Doch auch aus der Union hatte es Kritik gegeben: Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) hatte von einer "beunruhigenden Entwicklung" gesprochen.

Söder erklärte, dass die Exekutive Verordnungen auch ohne Befragung des Parlaments erlassen könne, um das schnelle Handeln in der Pandemie zu ermöglichen. Dies entspreche der verfassungsmäßigen Ordnung. 

"Ich wundere mich einfach über manche Debatten, die da geführt werden", sagte Söder und betonte: "Wir können jede Woche Parlamentssitzung machen. Wir können Montag, Mittwoch, Sonntag Parlament abhalten. Überhaupt kein Problem. Ich bin da."

Update 19. Oktober, 14.30 Uhr: Ermittlungen gegen Barbetreiber nach Verstößen gegen Corona-Regeln

Die Polizei hat in Kempten (Allgäu) eine Party mit rund 50 Gästen wegen Verstößen gegen Corona-Vorschriften aufgelöst. 

Wie die Polizei am Montag mitteilte, trugen zehn Besucher der Feier am Sonntagabend keinen Mund-Nasen-Schutz. Außerdem habe der Barbetreiber weder Hygienekonzept noch Gästeliste für die nach seinen Angaben geschlossene Veranstaltung vorlegen können. 

Die Polizei ermittelt nun wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz gegen den Mann.

Ein Hinweisschild mit den Corona-Verhaltensregeln hängt am Baum eines leeren Biergartens in München.
Ein Hinweisschild mit den Corona-Verhaltensregeln hängt am Baum eines leeren Biergartens in München.  © Peter Kneffel/dpa

Update 19. Oktober, 13.45 Uhr: Kommunen sollen Maskensünder mehr kontrollieren als Parksünder

Angesichts der hohen Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Kommunen aufgefordert, Maskenverweigerer stärker zu kontrollieren als Parksünder. 

Die Maske sei momentan deutlich wichtiger als die Kontrolle von Falschparkern, sagte der CSU-Chef am Montag nach einer Videoschalte des CSU-Vorstands in Nürnberg. "Deswegen ist es wichtig, dass sich da alle einbringen." 

Diejenigen, die sich bislang sehr stark um Parksünder kümmerten, sollten sich nun auch mit "Maskensündern" beschäftigen - zuständig sind dafür vielerorts die Ordnungsämter.

In Regionen mit hohen Corona-Zahlen in Bayern gilt inzwischen automatisch eine striktere Maskenpflicht etwa auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen, in Schulen und auch am Arbeitsplatz.

Update 19. Oktober, 13.40 Uhr: Corona-Pflegebonus: Rund 38.000 Anträge noch nicht bearbeitet

Etwa jeder zehnte Antrag auf den Corona-Pflegebonus in Bayern war Anfang Oktober noch nicht bearbeitet. 

Wie aus einer am Montag veröffentlichten Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Florian von Brunn (SPD) hervorgeht, waren etwa drei Monate nach Ablauf der Antragsfrist Ende Juni noch rund 38.000 der mehr als 350.000 Anträge in Bearbeitung.

Knapp 264.000 Anträge wurden demnach ausgezahlt, fast 50.000 abgelehnt oder storniert - darunter etwa 11.600 Doppelanträge. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Waldmann, bezeichnete die noch nicht bearbeiteten Anträge am Montag als "Ärgernis". 

Wolle die Staatsregierung die Leistung von Pflege- und Rettungskräften honorieren, müsse dies "reibungslos klappen".

Update 19. Oktober, 13 Uhr: Praktischer "Lockdown" für Kreis Berchtesgadener Land

Im Kampf gegen die extrem gestiegenen Corona-Infektionszahlen im Kreis Berchtesgadener Land will Ministerpräsident Markus Söder(CSU) praktisch einen "Lockdown" verhängen. 

Es werde ein Maßnahmenpaket geben, "das einem Lockdown entspricht", sagte Söder.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) solle gemeinsam mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern die Details ausarbeiten.

Im Kreis Berchtesgaden lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Montag laut Robert Koch-Institut bei 252. Dies ist einsamer Rekord in Bayern.

Update 19. Oktober, 11.30 Uhr: Österreich verschärft Anti-Corona-Maßnahmen

Österreich verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. 

Dazu gehörten Obergrenzen von sechs Personen bei privaten Zusammenkünften in Gebäuden und von zwölf Menschen im Freien, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien. Betroffen seien davon auch Yoga- und Tanzkurse, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und Vereinstreffen.

Außerdem sei künftig bei Kultur- und Sportveranstaltungen wie Bundesliga-Spielen und Opern ständig ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Bei behördlich genehmigten Veranstaltungen betrage das Besucherlimit 1000 in Gebäuden und 1500 im Freien, sagte Kurz.

Der Regierungschef appellierte an die Österreicher, sich an die Maßnahmen, die ab Freitag gelten, zu halten. "Die nächsten Monate, die werden ein rot-weiß-roter Kraftakt werden", sagte Kurz.

In Österreich steigt die Anzahl der Neuinfektionen wie praktisch überall in Europa. Wenn es nicht gelinge, den Trend zu stoppen, seien im Dezember 6000 neue Fälle pro Tag zu befürchten, sagte Kurz. Bezogen auf die Einwohnerzahl entspräche das in Deutschland einem Wert vom rund 55.000.

Update 19. Oktober, 11.18 Uhr: Munich Re erwartet Schub für Cyber-Versicherungen durch Corona

Der Rückversicherer Munich Re erwartet durch die Corona-Pandemie einen Schub für Versicherungen gegen Cyber-Risiken. 

Nachdem sich die Arbeit bei vielen Firmen ins Homeoffice verlagert habe, sei auch die Zahl von Cyber-Angriffen sprunghaft gestiegen, sagte Vorstandsmitglied Doris Höpke am Montag. Zusammen mit einem höheren Risikobewusstsein der Unternehmer könnte dadurch der Markt für Versicherungen gegen Cyberrisiken noch schneller als erwartet wachsen.

Schon vor diesem Effekt erwartete die Munich Re, dass der Markt für die Absicherung gegen Cyber-Attacken und andere Risiken für digitale Daten bis 2025 von derzeit 7 auf 20 Milliarden US-Dollar (17,1 Milliarden Euro) steigen wird. Ihren eigenen Marktanteil will die Munich Re bei rund zehn Prozent stabil halten. 

Der Konzern sieht den Bereich als eines seiner wichtigsten strategischen Wachstumsfelder.

Update 19. Oktober, 10.50 Uhr: Söder warnt vor einsamen Weihnachten

CSU-Chef Markus Söder hat in eindringlichen Worten zu einem gemeinsamen und entschlossenen Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen - und vor einsamen Weihnachten gewarnt. 

"Entweder schaffen wir es, in den nächsten vier Wochen wieder die Zahlen unter Kontrolle zu bekommen - oder es wird sehr schwierig", sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag nach Teilnehmerangaben in einer Schalte des CSU-Vorstands in Nürnberg. 

"Dann wird es ein einsames Weihnachten." Er habe aber immer noch Hoffnungen. "Die nächste Bewährungsprobe kommt jetzt", betonte er.

"Wir wollen keinen zweiten Lockdown - aber ein zweiter Lockdown ist denkbar. Er ist aber verhinderbar durch unsere Maßnahmen", sagte Söder. 

Die Lage sei unschön und die kommenden Monate würden nicht einfach. "Es steht und fällt mit dem Mitmachen der Bevölkerung."

Update 19. Oktober, 10.40 Uhr: Söder kündigt für Mittwoch Regierungserklärung zu Corona an

Ministerpräsident Markus Söder will angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen an diesem Mittwoch eine Regierungserklärung im bayerischen Landtag abgeben. 

Er wolle sich darin "umfassend mit der Konzeption, der Strategie, aber auch der Frage beschäftigen, wie es weitergeht", sagte der CSU-Chef am Montag vor einer Videoschalte des CSU-Vorstands in Nürnberg. Zudem solle es um weitere Hilfen für von der Corona-Krise betroffene Branchen gehen.

Söder warnte erneut vor einem zweiten Lockdown und sagte: "Auf Dauer wird es schwer sein, weitere Einschränkungen zu verhindern." 

Um ohne einen zweiten Lockdown auszukommen, müsse man nun "ernsthaft gemeinschaftliche Maßnahmen ergreifen".

Update 19. Oktober, 10 Uhr: Söder fordert bundesweit Maskenpflicht bei hohen Corona-Zahlen

CSU-Chef Markus Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht für Regionen mit hohen Corona-Zahlen.

 Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht in Schulen, auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und auch am Arbeitsplatz gelten, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden könnten, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Schalte des CSU-Vorstands in Nürnberg.

Update 19. Oktober, 8 Uhr: CSU-Vorstand berät aktuelle Corona-Lage in Bayern und Deutschland

Erstmals seit dem großen Internet-Parteitag der CSU kommt an diesem Montag (10 Uhr) der Parteivorstand wieder zu einer Sitzung zusammen - zumindest per Videoschalte. Dominierendes Thema ist einmal mehr die aktuelle Corona-Lage in Bayern und Deutschland.

Es ist davon auszugehen, dass die CSU-Spitze nicht nur die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz in der vergangenen Woche erneut diskutiert, der Fokus von Parteichef Markus Söder dürfte auch auf möglichen Weichenstellungen für die kommenden Wochen liegen. Nach der Kabinettssitzung am Donnerstag hatte Söder erklärt, dass weitere Verschärfungen notwendig werden könnten, sollten die Fallzahlen nicht bald eingedämmt werden.

Im Gegensatz zu den normalen Vorstandssitzungen wird Söder dieses Mal nicht in der Münchner Parteizentrale sein. 

Ausnahmsweise findet auch die anschließende Pressekonferenz mit Generalsekretär Markus Blume in Nürnberg statt.

Update 18. Oktober, 16.39 Uhr: Stichprobe: Corona-Maßnahmen laut Polizei weitgehend akzeptiert

Die aktuellen Corona-Maßnahmen wurden - laut Polizei - weitgehend akzeptiert. (Symbolbild)
Die aktuellen Corona-Maßnahmen wurden - laut Polizei - weitgehend akzeptiert. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Die verschärften Corona-Maßnahmen für Gebiete mit erhöhten Infektionszahlen haben in weiten Teilen Bayerns zunächst zu keinen größeren Problemen geführt. 

In München löste die Polizei zwar im Laufe des Wochenendes mehrere illegale Feiern auf. So wurde in der Nacht zum Sonntag eine Party im Keller eines Hotels entdeckt. Wie die Polizei mitteilte, sei die Identität der 53 Anwesenden festgestellt worden; sie werden wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Eine stichprobenartige Umfrage bei bayerischen Polizeidienststellen ergab sonst aber, dass die Vorschriften im Regelfall eingehalten werden. In Augsburg etwa gab es "keine größere Auseinandersetzung über die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen", sagte ein Sprecher. In besonders betroffenen Weiden in der Oberpfalz waren der Polizei ebenfalls keine besonderen Vorkommnisse bekannt. Aus Schweinfurt war zu hören, dass es ebenfalls keine Probleme mit den Kontrollen gegeben habe.

In Berchtesgaden gehe es "gesittet" zu, sagte der Sprecher. Der Landkreis Berchtesgadener Land führte nach den jüngsten Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit vom Samstag mit 149,16 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen die Corona-Statistiken im Freistaat an. 

Update 18. Oktober, 16.30 Uhr: 172 neue Fälle in München

Update 18. Oktober, 16.16 Uhr: Corona-Ampel zeigt bei mehr als der Hälfte aller Kreise Gelb oder Rot

Mehr als die Hälfte aller bayerischen Städte und Landkreise hat inzwischen bedenkliche Corona-Werte: 24 verzeichneten nach der Corona-Ampel des bayerischen Gesundheitsministeriums vom Sonntag einen Wert von mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. 

Hinzu kamen 28 weitere Städte und Kreise, die den Frühwarnwert von mehr als 35 Neuinfektionen überschritten haben. Noch am Vortag hatte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit "nur" 20 Regionen mit einem Wert größer 50 und 20 mit einem Wert größer 35 aufgeführt. 

Beim Überschreiten dieser Schwellen gelten seit Samstag verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, wie ein ausgeweitetes Gebot für das Tragen von Masken, Sperrstunden sowie ein Verbot für den Verkauf von Alkohol zu bestimmten Uhrzeiten und an bestimmten Orten. 

Insgesamt gibt es 71 Kreise und 25 kreisfreie Städte in Bayern.

Update 18. Oktober, 13 Uhr: Corona-Fall beeinflusst FCN-Vorbereitung nicht

Der positive Corona-Test bei Hanno Behrens soll den 1. FC Nürnberg im Auswärtsspiel der 2. Fußball-Bundesliga gegen den FC St. Pauli nicht negativ beeinflussen. 

Nach der ersten "Anspannung" habe man wieder das Training aufnehmen können und sei "im Rhythmus", sagte Trainer Robert Klauß am Sonntag. "Deswegen hat es die Vorbereitung auf St. Pauli nicht beeinträchtigt." An diesem Montag (20.30 Uhr/Sky) laufen die Franken in Hamburg auf.

Der ehemalige Kapitän Behrens fehlt dann. Er findet sich nach einem positiven Test in häuslicher Quarantäne. "Ihm geht es gut, er hat keine Symptome", berichtete Klauß. Weitere Profis waren nach Vereinsangaben nicht infiziert. Virgil Misidjan fehlt gegen die Hanseaten ebenfalls, nachdem er sich im Testspiel gegen Regensburg am Sprunggelenk verletzte. Der Niederländer muss länger pausieren.

Zurück im Kader sind die Angreifer Pascal Köpke und Manuel Schäffler. "Sie haben komplett mittrainiert und der Belastung standgehalten. Beide werden im Kader stehen", kündigte Klauß an.

Update 18. Oktober, 12.20 Uhr: Polizei muss mehrere Partys in München auflösen

Wie die Münchner Polizei am Sonntag mitteilte, mussten am Wochenende mehrere illegale Partys in dr Stadt aufgelöst werden. 

Am Freitag wurden Beamten zu einem Fest in einem Hotel in der Sonnenstraße gerufen. 33 Menschen feierten ausgelassen auf zwei Hotelzimmern zusammen. Sei wurden angezeigt und mussten bis auf die Personen, die die Zimmer gebucht hatten, die Örtlichkeit verlassen. 

Am Samstag schritte die Polizei bei einer Party in einer Schwabinger Wohung ein. Auch hier hielt man sich nicht an die Corona-Maßnahmen, es folgen Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.

Gleiches droht den Gästen, am Samstag in der Akademiestraße veranstalteten. Später in der Nach mussten Polizisten außerdem in einem Hotel in der Mozartstraße einschreiten. Dort fand im Kelle des Gebäudes eine Party mit circa 50 Menschen statt, die keine Mund-Nasen-Bedeckung trugen und keine Abstände zueinander einhielten.

Alle Personen wurden wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt und sie erhielten danach einen Platzverweis.

Update 18. Oktober, 7 Uhr: Regionalflughäfen im Süden: Massive Einbrüche bei Passagierzahlen

Die Regionalflughäfen in Bayern und Baden-Württemberg erwarten wegen der Corona-Krise deutlich weniger Fluggäste bis zum Jahresende. 

Der "Bodensee-Airport" rechne im laufenden Jahr mit etwas weniger als 145.000 statt wie erhofft mehr als 500.000 Passagieren, sagte der Geschäftsführer des Friedrichshafener Flughafens, Claus-Dieter Wehr. "In der derzeitigen Lage ist auch keine Besserung in Sicht."

Auch an den Regionalflughäfen in Memmingen und Karlsruhe/Baden-Baden sind Passagierzahlen und Einnahmen wegen der Corona-Krise eingebrochen. 

Der Geschäftsführer des "Allgäu Airports", Ralf Schmid, geht statt ursprünglich zwei Millionen Fluggästen von nur 800.000 Passagieren im Jahr 2020 aus. 

Update 17. Oktober, 17.18 Uhr: 20 Städte und Landkreise erreichen Corona-Warnwert

Ein gebrauchter Mund-Nasen-Schutz liegt auf einem Gehweg.
Ein gebrauchter Mund-Nasen-Schutz liegt auf einem Gehweg.  © Peter Kneffel/dpa

20 Städte und Landkreise im Freistaat haben nach den jüngsten Daten vom Samstag inzwischen den kritischen Corona-Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen überschritten. 

22 weitere haben den Frühwarnwert von mehr als 35 erreicht, wie aus der Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervorgeht. Angeführt wird die Liste vom Landkreis Berchtesgadener Land mit einem Wert von 149,16, gefolgt von der Stadt Weiden in der Oberpfalz mit 105,28.

Insgesamt haben sich den Daten zufolge inzwischen bereits 78.187 Menschen im Freistaat mit dem Coronavirus infiziert; 2711 sind gestorben. Als genesen gelten 66.310 Menschen. 

Wegen der in vielen Regionen stark steigenden Corona-Infektionszahlen gelten in weiten Teilen Bayerns ab diesem Samstag deutlich schärfere Auflagen, etwa eine erweiterte Maskenpflicht.

Update 17. Oktober, 15 Uhr: 143 neue Fälle in München

Update 17. Oktober, 11.50 Uhr: Corona-Maßnahmen laut Dehoga zu kurzfristig

Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat die Informationspolitik der Staatsregierung kritisiert. 

Auch bei den jüngsten Maßnahmen habe viel zu wenig Zeit zwischen Bekanntgabe der neuen Regeln und deren Umsetzungspflicht geherrscht, bemängelte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert am Samstag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. 

Dies sei ein völlig unnötiges Ärgernis in der schwersten Krise des Gastgewerbes seit dem Zweiten Weltkrieg.

"Die Hochzeits- oder Geburtstagsgesellschaft schläft bereits im Haus, und wenn sie aufwachen, dann müssen am Morgen des Festtages aus der geladenen Gästeschar fünf erwählt werden. Das ist noch nicht einmal das Brautpaar mit deren Eltern. Wie soll das gehen?", fragte Geppert. 

Er kritisierte zugleich, dass die Regelwerke nur für Juristen zu verstehen seien. "Hier fehlt es zwischen dem Tweet eines Politikers und dem Gesetzestext noch etwas mehr an Kommunikationswillen."

Update 17. Oktober, 11 Uhr: ADAC sagt Hauptversammlung wegen Corona ab

Der Automobilclub ADAC hat seine für Ende November geplante Hauptversammlung wegen der Corona-Pandemie abgesagt. 

Das hat das Präsidium des Verbandes am Freitag entschieden, wie der ADAC am Samstag in München mitteilte. Die jährlich tagende Hauptversammlung ist das oberste Organ des ADAC. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Coronavirus-Ausbreitung und der damit einhergehenden Verschärfung der Kontakt- und Reisebeschränkungen könne das Treffen bedauerlicherweise nicht stattfinden, sagte ADAC-Präsident August Markl. 

Die Abstimmungen zur Feststellung des Jahresabschlusses 2019, zur Entlastung des Präsidiums sowie zum Wirtschaftsplan 2020 würden nun im Umlaufverfahren realisiert.

Update 17. Oktober, 10.45 Uhr: Mehr Masken-Kontrollen in Bus und Bahn und auf Plätzen

Vor allem in Bussen und Bahnen sowie auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen wird die Polizei in Bayern verstärkt das vorgeschriebene Tragen einer Mund-Nasen-Maske kontrollieren. 

"Wir müssen alles unternehmen, um die sprunghafte Ausbreitung des hochgefährlichen Virus einzudämmen und gleichzeitig einen Lockdown zu verhindern", begründete Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Samstag das Vorgehen. 

Gerade das Tragen einer Alltagsmaske helfe. "Leider sind nicht alle vernünftig genug, das zu kapieren."

Deshalb werde es die Polizei bayernweit auch nicht bei mahnenden Worten belassen, kündigte Herrmann an. Stattdessen würden die Beamten konsequent ein Verwarnungsgeld verhängen oder sogar Anzeige beim Gesundheitsamt erstatten. 

"Dann drohen saftige Geldbußen von mindestens 250 Euro." Bislang stellten bayerische Polizisten rund 25.000 Verstöße gegen die Maskenpflicht fest.

Update 17. Oktober, 7 Uhr: Neue Regeln für Bayerns Corona-Hotspots

Zum Wochenende werden die Zügel in Bayern in Sachen Infektionsschutz wieder spürbar angezogen. Zumindest dort, wo die Zahlen kritische Werte überschreiten. Das sind leider weite Teile des Freistaats.

Wegen der in vielen Regionen stark steigenden Corona-Infektionszahlen gelten in weiten Teilen Bayerns ab diesem Samstag deutlich schärfere Auflagen. Da weite Teile von Schwaben, Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz und Oberfranken inzwischen bei den relevanten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen Werte von mehr als 35 und oft auch über 50 vorweisen, gilt hier etwa eine erweiterte Maskenpflicht. Das Innenministerium kündigte an, dass die Polizei ab Samstag die Einhaltung verstärkt kontrollieren werde.

Trotz der sich derzeit verschärfenden Situation gelten ab Samstag aber auch zwei Lockerungen: Das umstrittene Beherbergungsverbot ist nicht mehr gültig, das heißt auch Menschen aus innerdeutschen Risikokgebieten dürfen wieder ohne negatives Testergebnis in Bayerns Hotels oder auf den Campingplätzen beherbergt werden. 

Zudem gibt es für Gottesdienst unter freiem Himmel im Freistaat keine Obergrenze für Teilnehmerzahlen mehr. 

Solange die Hygienevorschriften eingehalten werden, als Abstand und Maskenpflicht, dürfen damit auch mehr als die bisher zugelassenen 200 Personen gemeinsam beten.

Update 16. Oktober, 17.49 Uhr: Nürnberg überschreitet Warnschwelle bei Corona

Mit Nürnberg hat nach Augsburg und München nun auch die dritte bayerische Großstadt die Warnschwelle von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. 

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sei am Freitag auf 51,9 gestiegen, teilte das städtische Gesundheitsamt mit. Insgesamt zählt Nürnberg bisher 2577 Infektionen, das sind 63 mehr als am Vortag. 

398 Menschen befänden sich aktuell in Quarantäne. Die Zahl der in Zusammenhang mit Covid-19 Verstorbenen in Nürnberg beträgt 58. Auf den Intensivstationen der Nürnberger Krankenhäuser werden den Angaben zufolge derzeit sechs Patienten beatmet. 

28 an Covid-19 Erkrankte würden auf Normalstationen behandelt.

Update 16. Oktober, 17.32 Uhr: Polizei will ab Samstag neue Maskenpflicht strenger kontrollieren

Die Polizei hat strengere Kontrollen in Bayern angekündigt. (Archiv)
Die Polizei hat strengere Kontrollen in Bayern angekündigt. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Ab Samstag erhöht Bayerns Polizei den Druck auf alle Maskenmuffel im Freistaat. 

"Wir müssen alles unternehmen, um die sprunghafte Ausbreitung des hochgefährlichen Virus einzudämmen und gleichzeitig einen Lockdown zu verhindern", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. 

Er kündigte an, dass die Polizei die neuen Vorgaben zum Infektionsschutz und damit auch die erweiterte Pflicht zum Tragen von Masken "noch häufiger und konsequenter" kontrollieren werde als bislang im Verlauf der Pandemie. Schwerpunkte seien dabei der öffentliche Personenverkehr sowie stark frequentierte Plätze.

Gerade das Tragen einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung helfe, die Ausbreitung des Virus zu verhindern. "Leider sind nicht alle vernünftig genug, das zu kapieren", sagte Herrmann. "Deshalb wird die Polizei Verstöße gegen die Maskenpflicht konsequent mit einem Verwarnungsgeld sanktionieren oder sogar Anzeige beim Gesundheitsamt erstatten. Dann drohen saftige Geldbußen von mindestens 250 Euro." 

Rund 25.000 Verstöße gegen die Maskenpflicht hat die Polizei im Verlauf der Pandemie bislang in Bayern festgestellt.

Update 16. Oktober, 17.14 Uhr: Aktuelle Zahlen für Bayern und München

In Bayern sind mittlerweile 76.804 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf seiner Homepage mit (Stand: 8 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2701 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Als genesen galten 65.850 Menschen.

Update 16. Oktober, 17.12 Uhr: Rasanter Anstieg von Corona-Infizierten im Berchtesgadener Land

Mit dem Berchtesgadener Land hat der Freistaat einen neuen Landkreis als traurigen Spitzenreiter im Hinblick auf die Zahl der Corona-Neuinfektionen. Das Landratsamt meldete am Freitag 134,05 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tage.

Der Landkreis liegt an der österreichischen Grenze, unweit von der Gemeinde Kuchl, die am Vortag komplett unter Quarantäne gestellt worden war.

Am Freitag lagen nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) 15 Städte und Landkreise über dem wichtigen Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Darunter sind die Städte München, Augsburg, Schweinfurt, Memmingen, Tirschenreuth, Weiden und Rosenheim sowie neben dem Berchtesgadener Land die Landkreise Ebersberg, Fürstenfeldbruck, Mühldorf am Inn, Neuburg-Schrobenhausen, Regen, Rottal-Inn und Schweinfurt betroffen.

Auch der Landkreis Regen überschritt die Hundertermarke mit einem Wert von 102,05. Mit Stand vom Freitag verzeichnete das LGL in Bayern bislang 76.804 Infizierte sowie 2.701 Tote.

Update 16. Oktober, 17 Uhr: Piazolo: Trotz Corona sollen Schulen flächendeckend offen bleiben

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo sieht derzeit trotz der teils stark steigenden Corona-Zahlen in Bayern keine akute Gefahr für flächendeckende Schulschließungen. 

"Wir wollen in diesem Schuljahr die Schulen offen halten. Wir haben einen guten Hygieneplan, um den Präsenzunterricht sicherzustellen", sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Hierüber bestehe in der gesamten Schulfamilie große Einigkeit. 

Piazolo reagierte damit auf die teils große Verunsicherung, die in der Frage bei Eltern, Lehrern und auch Schulleitern besteht.

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo will die Verunsicherung unter Schülern und Eltern beenden. (Archiv)
Bayerns Kultusminister Michael Piazolo will die Verunsicherung unter Schülern und Eltern beenden. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Update 16. Oktober, 13 Uhr: Hansi Flicks Appell bei steigenden Corona-Zahlen

Bayern-Trainer Hansi Flick hat angesichts der stark zunehmenden Corona-Infektionen appelliert, sich an die Verhaltensregeln zu halten und auf die Kontakte zu achten. Das gelte auch im Profi-Fußball, in dem die Corona-Fälle auch zunehmen.

"Wir alle wissen nicht, wie es weitergeht, aber wir alle sollten uns an die Regeln halten. Die Maske zu tragen, ist schon ein guter Schutz", sagte der 55-Jährige am Freitag in München. Es stelle sich auch immer wieder die Frage, mit wem man sich treffe. "Ist das sinnvoll, muss es unbedingt sein", fragte der Trainer des FC Bayern.

Auszuschließen seien Infektionen natürlich nie. "Bei uns ist, toi, toi, toi, noch kein Fall gewesen. Aber wir wissen auch alle, dass es relativ schnell gehen kann", sagte Flick zur Lage beim deutschen Rekordmeister: "Wir schützen uns hier vor Ort höchstmöglich. Das ist auch die Aufgabe von jedem. Wir müssen auch an die Leute denken, die als Risikogruppe gelten. Wir können sie schützen, indem wir uns schützen durch möglichst wenig Kontakte." 

Es seien doch insgesamt "wenige Dinge, die wir beachten müssen, die aber enorm positive Auswirkungen haben".

Update 16. Oktober, 11.30 Uhr: In Bayern gibt es ab Samstag kein Beherbergungsverbot mehr

Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots läuft in Bayern an diesem Freitag aus. Die Staatsregierung verzichte auf eine Verlängerung der Vorschrift, "wir belassen es dabei", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. 

Damit endet das Beherbergungsverbot mit Ablauf des Tages. Zur Begründung sagte Herrmann, dass man darauf setze, dass die Länder die Beschlüsse der Bund-Länder-Vereinbarung aus dieser Woche umsetzten.

Herrmann betonte, dass das Beherbergungsverbot aber weiter im "Instrumentenkasten" für den Kampf gegen die Pandemie enthalten bleibe. Sollte es notwendig werden, könne es somit wieder angewendet werden. Dies sei derzeit aber auch weniger relevant, weil die Ferien in vielen besonders von der Pandemie betroffenen Regionen bereits wieder vorbei seien.

Bund und Länder hatten am Mittwoch kein einheitliches Vorgehen beim Beherbergungsverbot finden können und eine endgültige Entscheidung auf Anfang November vertagt. Daraufhin hatten bereits einige Länder das Ende der Verbotsregelung angekündigt oder gar direkt umgesetzt, andere wie Nordrhein-Westfalen hatten die Vorschrift nie angewendet. 

In Baden-Württemberg hatte am Donnerstag ein Gericht das Beherbergungsverbot gekippt. In Mecklenburg-Vorpommern müssen dagegen Einreisende aus Corona-Hotspots mit hohen Neuinfektionszahlen zur Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen oder sich ansonsten in Quarantäne begeben.

Update 16. Oktober, 11.15 Uhr: Bayern hebt Teilnehmer-Obergrenze für Gottesdienste im Freien auf

Für Gottesdienste unter freiem Himmel gibt es in Bayern künftig keine Personenobergrenze mehr. 

Die bisherige Höchstzahl von 200 Teilnehmern gelte ab Samstag nicht mehr, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Dies sei für die Gläubigen und die Kirchen gerade mit Blick auf Allerheiligen und Weihnachten eine wichtige Botschaft. Es bleibe aber dabei, dass bei den Gottesdiensten die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und auch die Hygienekonzepte eingehalten werden müssten. 

"Ich vertraue hier auf die Umsetzung der Pfarrgemeinden und der Gottesdienstbesucher", sagte Herrmann.

Update 16. Oktober, 11 Uhr: Freie Wähler sagen wegen Corona Landesparteitag in Landshut ab

Wegen der steigenden Corona-Zahlen in ganz Bayern sagen die im Freistaat mit der CSU regierenden Freien Wähler ihren Landesparteitag am 24. Oktober in Landshut ab. 

Das teilte ein Sprecher der Partei am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit. In den vergangenen Tagen hätten sich die Vorzeichen massiv verschlechtert, weshalb die Entscheidung zur Absage aus Sicherheitsaspekten getroffen worden sei, hieß es.

Das Konzept hatte vorgesehen, dass die einige Hundert Delegierten aufgeteilt auf zwei Hallen an der Landesversammlung teilnehmen können. Da neben der Grundsatzrede von Parteichef Hubert Aiwanger unter anderem Neuwahlen des Vorstands auf der Tagesordnung standen, wäre eine Online-Veranstaltung rechtlich nicht möglich gewesen. 

Nun hoffe die Partei, den Parteitag im kommenden Jahr nachholen zu können, sobald es die Pandemie zulasse.

Update 15. Oktober, 18.45 Uhr: Kein weiterer Corona-Fall beim "Club" - Pauli-Spiel gesichert

Nach einem positiven Corona-Test beim ehemaligen Kapitän Hanno Behrens sind beim 1. FC Nürnberg keine weiteren Spieler infiziert. 

Das gab der Fußball-Zweitligist am Donnerstag nach einer weiteren Testung an den Profis, Trainern und Betreuern bekannt. Auf das anstehende Auswärtsspiel am Montagabend beim FC St. Pauli habe der Corona-Fall damit "Stand jetzt auch keine Auswirkungen", sagte Nürnbergs Sportvorstand Dieter Hecking laut Mitteilung. "Nach Rücksprache mit den Behörden und der DFL dürfen wir aufgrund der negativen Testergebnisse den Trainingsbetrieb fortsetzen."

Zugleich gaben die Franken bekannt, dass es sich bei dem betroffenen Spieler um Mittelfeldakteur Behrens handelt. 

"Es ist für niemanden angenehm, sich mit diesem Virus zu infizieren. Aber ich habe wohl Glück gehabt. Die Symptome sind bislang ausgeblieben. Mir geht es gut", sagte der 30-Jährige, der nun in häuslicher Quarantäne ist.

Update 15. Oktober, 18.30 Uhr: Kein Wintersport wäre laut Ex-Skistar Neureuther "eine Katastrophe"

Der ehemalige Skistar Felix Neureuther hält die Durchführung der bevorstehenden Wintersport-Saison für existenziell. 

"Die Skirennen, Biathlon, das Skispringen, Langlauf und der ganze Wintersport müssen stattfinden. Sonst wird es für die Verbände und auch die Veranstalter eine Katastrophe", sagte der 36-Jährige im "Sportschau"-Interview. Besonders für "traditionsreiche Orte wie Wengen, Adelboden und so weiter" sei die Austragung der alpinen Wettkämpfe wichtig. "Wenn dort keine Rennen mehr stattfinden, schaut es sehr, sehr schwierig aus."

Der Skisport müsse trotz Coronavirus-Pandemie stattfinden, betonte Neureuther. "Da hängen ja nicht nur Existenzängste der Verbände dran, sondern auch die der Athleten, wenn da ein Jahr lang nichts stattfindet", sagte er. "Ich trainiere, aber für was? Das wäre natürlich schon dramatisch. Auch was die Kinder und Jugendlichen betrifft, wenn die den Sport nicht im Fernsehen sehen können."

Die alpine Weltcup-Saison beginnt am Wochenende in Sölden (Österreich). "Der ganz große Favorit ist sicher Alexis Pinturault", sagte Neureuther mit Blick auf den Riesenslalom der Herren am Sonntag. Der Vorjahressieger aus Frankreich sei "in einer Bombenverfassung".

Update 15. Oktober, 17.50 Uhr: Gastronomie protestiert gegen schärfere Corona-Vorschriften

Ein Jugendlicher hält eine geöffnete Bierflasche in der Hand.
Ein Jugendlicher hält eine geöffnete Bierflasche in der Hand.  © Tobias Hase/dpa

Die bayerischen Gastronomen protestieren gegen die Verschärfung der Corona-Einschränkungen durch die Staatsregierung. 

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga kritisierte am Donnerstag insbesondere die frühen Sperrstunden, die ab Samstag in Kommunen mit einer Häufung von Corona-Infektionen gelten. 

"Wir wollen Infektionsketten nachvollziehen, deshalb müssen wir den organisierten Bereich stärken und nicht ständig schwächen", erklärte Dehoga-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert. Wenn Wirtshäuser um 22 oder 23 Uhr schließen müssen, feierten die Gäste privat - ohne jede Kontrolle.

Die Staatsregierung hatte zuvor wegen der schnell steigenden Infektionszahlen die neuen Einschränkungen verkündet: Überschreitet eine Kommune die Marke von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, müssen die Gaststätten um 23Uhr ihre Türen schließen. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gilt die Sperrstunde schon ab 22 Uhr.

"Ständig wird gesagt, dass vor allem Feiern im privaten Bereich problematisch seien, gleichzeitig verkürzt man jetzt den organisierten Bereich in der Gastronomie, für den eine Gästeregistrierung und strenge Hygienekonzepte gelten", sagte Geppert dazu. 

"Ich kann nicht alles verbieten, ich muss es nur richtig kanalisieren."

Update 15. Oktober, 17.30 Uhr: Gericht bestätigt abendliches Alkohol-Ausschankverbot in München

Gaststätten in München dürfen nach 22 Uhr wegen Corona vorerst weiter keinen Alkohol ausschenken. Das Verwaltungsgericht München wies am Donnerstag die Eilanträge zweier Restaurants gegen die entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt zurück. 

Die Regelung sei angesichts weiter steigender Infektionszahlen verhältnismäßig, argumentierte die Kammer.

Die Anwälte der Restaurants hielten die Regelung der Stadt für rechtswidrig, da sie nicht zwischen unterschiedlichen Betrieben wie Speiserestaurants und Schankgaststätten differenziere. 

In einem Restaurant ändere sich um 22 Uhr nichts gegenüber einem früheren Zeitpunkt, da die Gäste weiter auf ihren Plätzen blieben.

Update 15. Oktober, 17 Uhr: Veranstalter planen mit Zuschauern bei Ski-Nordisch-WM im Allgäu

Die Veranstalter der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft 2021 in Oberstdorf planen derzeit mit Zuschauern auf Sitzplätzen an den Wettkampfstätten. 

Man plane mit "mindestens 2500 Zuschauern im Skisprungstadion" und "2000 + X im Langlaufstadion", sagte Moritz Beckers-Schwarz, einer der Geschäftsführer der Nordischen Ski-WM GmbH, am Donnerstag. "Wir sind positiv gestimmt", sagte er. "Wir haben das Thema Pandemie sehr ernst im Blick und gehen kein Risiko in dem Ganzen."

Beckers-Schwarz hob die Wichtigkeit von Fans auch für die Sportler hervor. "Es ist etwas anderes, alleine vor ein paar Offiziellen und Trainern Weltmeister zu werden, als wenn wenigstens 2000 Zuschauer hier im Stadion sind", sagte er. 

Das Wintersport-Großereignis soll vom 23. Februar bis zum 7. März kommenden Jahres im Allgäu ausgetragen werden.

Update 15. Oktober, 16.30 Uhr: Söder besorgt über Lage in Nachbarländern - Grenzen bleiben offen

Markus Söder (53) , CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, nimmt zu Beginn einer Kabinettssitzung zur weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie in der Staatskanzlei seine Maske ab.
Markus Söder (53) , CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, nimmt zu Beginn einer Kabinettssitzung zur weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie in der Staatskanzlei seine Maske ab.  © Matthias Balk/dpa Pool/dpa

Trotz der massiv steigenden Corona-Infektionen in Österreich und Tschechien sieht Bayern vorerst keinen Anlass zur Schließung der Grenzen. 

"Wir müssen uns noch mal ganz genau überlegen, wie wir auch ein Test-Management im Grenzraum machen", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. 

Er betonte, dass ihm die Lage in den beiden Nachbarländern große Sorgen bereite und er darüber "in den nächsten Wochen" auch mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis sprechen wolle.

Für Bayern solle in den nächsten Tagen geprüft werden, wie etwa mit Tests für die Grenzpendlern verfahren werden könne, sagte Söder. Ziel sei es, die Sicherheit des Pendelverkehrs und die Sicherheit der Arbeitsplätze zu erhalten. "Wir wollen auch die Grenzen offen halten", sagte Söder und betonte, dass es aber noch viele offene Fragen zu klären gelte.

In Tschechien und in Österreich steigen die Corona-Infektionen massiv an, beide Länder sind aktuell deutlich stärker betroffen als Bayern. Das Auswärtige Amt rät daher von "nicht notwendigen", touristischen Reisen nach Tschechien generell ab. 

Für Österreich gilt die Warnung für Wien, Tirol (mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz) und Vorarlberg (mit Ausnahme des Kleinwalsertals/der Gemeinde Mittelberg).

Update 15. Oktober, 16.20 Uhr: BLM schüttet Corona-Hilfen des Bundes für Bayerns Privatradios aus

Die von der Corona-Krise finanziell getroffenen privaten Radiosender in Bayern bekommen weitere Unterstützung. 

An die Sender fließen ab sofort bis zu 2,5 Millionen Euro vom Bund, kündigte der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Siegfried Schneider, am Donnerstag in München an.

Der Bedarf sei da, sagte Schneider laut einer BLM-Mitteilung in einer Sitzung des Medienrates. Die Hörfunkanbieter haben demnach auf Anfrage der BLM für die Zeit von März bis Jahresende Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent vorhergesagt. Durch die Pandemie sind vor allem die Werbeeinnahmen der Sender deutlich eingebrochen.

Zum Abfedern der Umsatzverluste können die Radios ihre technischen Verbreitungskosten via Ukw, DAB+ und Internet von August bis Jahresende je nach Bedarf bis zur Hälfte erstattet bekommen. Das Geld komme aus den Bundeshilfen "Neustart Kultur". Für das zweite Quartal hatten der Freistaat und die BLM den Angaben nach schon Landeshilfen von 1,25 Millionen Euro für Lokalradios und regionale TV-Sender gezahlt.

Die BLM genehmigt und beaufsichtigt die privaten Hörfunk- und Fernsehangebote in Bayern. Zum Aufgabenfeld gehören zunehmend auch Inhalte im Internet. Sie ist eine von bundesweit 14 solchen Anstalten.

Update 15. Oktober, 15.30 Uhr: Corona breitet sich weiter aus in Bayern

Das Coronavirus breitet sich in Bayern weiter aus. Am Donnerstag lagen nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) 13 Städte und Landkreise über dem wichtigen Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. 

Darunter sind die Städte München, Augsburg, Schweinfurt, Weiden und Rosenheim sowie die Landkreise Ebersberg, Fürstenfeldbruck, Rosenheim, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Rottal-Inn und Schweinfurt. 

Der Wert lag mit über 90 am höchsten im Landkreis Regen. Mit Stand vom Donnerstag verzeichnete das LGL in Bayern bislang 75.696 Infizierte sowie 2698 Tote.

Update 15. Oktober, 15.31Uhr: Vorerst keine Einschränkungen beim Sport-Training in Bayern geplant

In bayerischen Regionen mit hohen Corona-Zahlen wird es vorerst keine neuen Einschränkungen beim Trainingsbetrieb von Sportvereinen geben. 

Man behalte das Thema aber im Blick, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

Nachdem während des Lockdowns und noch Wochen danach Trainings und Wettkämpfe im Freistaat verboten waren, können die Amateurvereine inzwischen wieder unter Vorsichts- und Hygieneregeln trainieren.

Zuschauer müssen sich indes darauf einstellen, dass sie in Gebieten, die den Frühwarnwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten haben, eine Maske tragen müssen.

Update 15. Oktober, 15.24 Uhr: Söder hält Weihnachtsmärkte grundsätzlich für möglich

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (l.) und Ministerpräsident Markus Söder sehen eine Chance für Weihnachtsmärkte.
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (l.) und Ministerpräsident Markus Söder sehen eine Chance für Weihnachtsmärkte.  © Matthias Balk/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält trotz steigender Corona-Infektionszahlen Weihnachtsmärkte in eingeschränkter Form grundsätzlich für möglich. 

Bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sei die Wahrscheinlichkeit allerdings gering, schränkte er am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München ein. "Aber: Möglich ist es". 

Sein Stellvertreter und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sagte: "Wenn wir entsprechende Konzepte haben und die Zahlen uns nicht davongaloppieren, halte ich es für durchaus möglich und durchführbar". 

Weihnachtsmärkte wären auch für öffentliche Seele gut und wichtig.

Update 15. Oktober, 15.21 Uhr: Corona breitet sich weiter aus in Bayern

Das Coronavirus breitet sich in Bayern weiter aus. 

Am Donnerstag lagen nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) 13 Städte und Landkreise über dem wichtigen Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. 

Darunter sind die Städte München, Augsburg, Schweinfurt, Weiden und Rosenheim sowie die Landkreise Ebersberg, Fürstenfeldbruck, Rosenheim, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Rottal-Inn und Schweinfurt. Der Wert lag mit über 90 am höchsten im Landkreis Regen. 

Mit Stand vom Donnerstag verzeichnete das LGL in Bayern bislang 75.696 Infizierte sowie 2698 Tote.

Update 15. Oktober, 15 Uhr: Söder sieht täglich wachsende Gefahr für zweiten Lockdown

Will einen zweiten "Lockdown" in Bayern verhindern: Ministerpräsident Markus Söder.
Will einen zweiten "Lockdown" in Bayern verhindern: Ministerpräsident Markus Söder.  © Matthias Balk/dpa

Angesichts des starken Anstiegs von Corona-Fällen auch in Bayern sieht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine täglich wachsende Gefahr für einen erneuten Lockdown. 

"Die Lage ist leider ernst, und sie wird jeden Tag ernster", sagte er am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Corona sei immer dramatischer in ganz Europa aktiv. Auch wenn es keinen Grund zur Panik gebe, sei die Situation sogar deutlich komplexer als im vergangenen Frühjahr. Denn jetzt stehe der Winter vor der Tür, und zugleich "explodieren die Zahlen in ganz Europa".

Söder betonte, dass sich Bayern auf Anfrage aus Tschechien bereit erklärt habe, Intensivpatienten aufzunehmen. Landesweit sei die Auslastung bei den Intensivbetten bereits bei mehr als 40 Prozent.

Söder betonte, die Staatsregierung werde alles tun, um einen Lockdown zu verhindern. Ob jedoch die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch in Berlin dafür ausreichten, sei zu bezweifeln.

Update 15. Oktober, 14.55 Uhr: Bayern lässt Beherbergungsverbot bis auf Weiteres in Kraft

In Bayern bleibt das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots bis auf Weiteres in Kraft. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte nach einer Kabinettssitzung am Donnerstag in München aber an, die Regelung bis nach den Herbstferien regelmäßig zu überprüfen, etwa in Hinblick auf ein Urteil in Baden-Württemberg oder im Hinblick auf die weitere Entwicklung von Risikogebieten und das Vorgehen anderer Bundesländer.

Update 15. Oktober, 14.42 Uhr: CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier mit Coronavirus infiziert

Die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier ist an Covid-19 erkrankt. (Archiv)
Die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier ist an Covid-19 erkrankt. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

Die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier ist an Covid-19 erkrankt. Sie habe milde Symptome und habe sich am Wochenende umgehend in Quarantäne begeben, sagte die 58-Jährige dem "Münchner Merkur" für die Freitagsausgabe. 

"Mir geht’s – toi, toi, toi – bis heute gut." Sie habe Kopfschmerzen und sei matt, die Quarantäne halte sie "eisern" ein. Parteikreise bestätigten die Erkrankung am Donnerstag.

Hohlmeier - Tochter des verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß - sagte der Zeitung, sie habe ihr positives Ergebnis überraschend am Samstag nach einem wöchentlichen Routinetests bekommen. Das EU-Parlament und alle Kontaktpersonen habe sie informiert. Der Fraktionschef der Konservativen im EU-Parlament, Manfred Weber, hat sich ebenfalls in Quarantäne begeben. 

Er sei nach Angaben Hohlmeiers und aus der CSU-Europagruppe keine ihrer Kontaktpersonen, berichtete der "Merkur".

Update 15. Oktober, 14.20 Uhr: Kabinett beschließt Sperrstunde für Regionen mit hohen Corona-Zahlen

Das bayerische Kabinett hat sich ab einen Inzidenzwert von 35 auf striktere Sperrstunden geeinigt.
Das bayerische Kabinett hat sich ab einen Inzidenzwert von 35 auf striktere Sperrstunden geeinigt.  © Matthias Balk/dpa

In bayerischen Regionen mit hohen Corona-Zahlen gelten künftig strikte Sperrstunden in der Gastronomie. 

Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen müssen Gaststätten um 23 Uhr schließen, zudem darf dann an Tankstellen kein Alkohol mehr verkauft werden, und es gilt dann ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. 

Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 gelten die Sperrstunde und die beiden anderen Verbote schon ab 22.00 Uhr. 

Das hat das Kabinett am Donnerstag beschlossen.

Update 15. Oktober, 14.15 Uhr: Kabinett: Strikte Kontaktbeschränkungen bei hohen Corona-Zahlen

In bayerischen Regionen mit hohen Corona-Zahlen gelten künftig strikte Beschränkungen für private Kontakte. 

Schon bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen dürfen sich nur noch zwei Hausstände oder maximal zehn Personen treffen. Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 dürfen sich nur noch zwei Hausstände oder maximal fünf Personen treffen. Das hat das Kabinett am Donnerstag beschlossen.

Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin von Bayern, blickt zu Beginn einer Kabinettssitzung zur weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie in der Staatskanzlei in ihre Unterlagen.
Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin von Bayern, blickt zu Beginn einer Kabinettssitzung zur weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie in der Staatskanzlei in ihre Unterlagen.  © Matthias Balk/dpa Pool/dpa

Update 15. Oktober, 14.06 Uhr: Bayern weitet Maskenpflicht deutlich aus

Die Maskenpflicht in Bayern wird regional deutlich ausgeweitet, und zwar schon bei mehr als 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. 

Nach einem Kabinettsbeschluss vom Donnerstag müssen in diesen Regionen dann überall dort Masken getragen werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen - etwa in Fußgängerzonen, auf Marktplätzen, in allen öffentlichen Gebäuden, aber auch auf Begegnungs- und Verkehrsflächen wie etwa in Fahrstühlen und in Eingangsbereichen von Hochhäusern.

Update 15. Oktober, 13.54 Uhr: Schlagerstar Arland: Menschen nicht wie Kinder reglementieren

Schlagersänger Maximilian Arland beschwert sich über den Alarmismus in der Pandemie. (Archiv)
Schlagersänger Maximilian Arland beschwert sich über den Alarmismus in der Pandemie. (Archiv)  © Arifoto Ug/Michael Reichel/dpa

Schlagersänger und Moderator Maximilian Arland (39) beklagt Alarmismus in der Corona-Pandemie. 

"Mein allergrößter Wunsch wäre es, dass man den Menschen wieder mehr Eigenverantwortung zugesteht, anstatt sie wie Kinder zu reglementieren. Am schlimmsten ist aber dieser Alarmismus und die Panikmache, das muss aufhören", sagte er der "Passauer Neuen Presse" vom Donnerstag. "Da brauchen wir eine andere Kommunikation und wieder mehr Verhältnismäßigkeit."

Musik sei in "diesen tristen Zeiten" unglaublich wichtig für die Seele der Menschen. "Bei den paar Konzerten, die ich heuer gegeben habe, habe ich gemerkt, wie hungrig die Leute danach sind, unbeschwert zu singen und zu tanzen", sagte er. "Da ist ein richtiger Durst nach Lebenslust spürbar." 

Er sorge sich um den seelischen Zustand der Menschen - "denn es fehlt etwas Buntes, Warmes und Schönes im Leben. Was wir jetzt brauchen ist ein Mutmacher, eine Perspektive."

Update 15. Oktober, 12.49 Uhr: Landesversammlung von Bayerns Jägern wegen Corona-Pandemie fraglich

Die für Samstag in Nürnberg geplante Mitgliederversammlung des bayerischen Landesjagdverbandes hängt wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen am seidenen Faden. 

"Wenn ich es alleine entscheiden müsste, dann würde ich der Gesundheit Vorrang geben", sagte der Verbands-Vizepräsident Thomas Schreder am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Unter den 420 zur Versammlung angemeldeten Mitgliedern seien Leute aus den bayerischen Corona-Hotspots wie Berchtesgadener Land, Landreis Regen, Memmingen oder Schweinfurt.

Die Entscheidung über eine Absage müsse aber das örtliche Gesundheitsamt in Nürnberg oder die Nürnberg-Messe als Austragungsort treffen, sagte Schreder. 

Die Stadt Nürnberg lag am Donnerstagmorgen laut Robert Koch-Institut bei 42 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen und damit über dem Vorwarnwert von 35, aber noch unter dem Warnwert von 50.

Update 15. Oktober, 12.47 Uhr: Europapolitiker Manfred Weber ist in Corona-Quarantäne

Der niederbayerische CSU-Vize Manfred Weber hat sich in Corona-Quarantäne begeben. 

Er sei laut einem Twitter-Beitrag nun in Selbstisolation und warte auf ein erstes Testergebnis. "Passt alle auf euch auf."

Den Bericht dazu findest du >>> hier.

Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, Manfred Weber, ist in Isolation. (Archiv)
Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, Manfred Weber, ist in Isolation. (Archiv)  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update 15. Oktober, 12.29 Uhr: Mann will mit Internet-Attest Maskenpflicht am Flughafen umgehen

Ein Mann hat am Münchner Flughafen mit einem im Internet heruntergeladenen Attest versucht, die Maskenpflicht zu umgehen. 

Als Polizisten den 38-Jährigen auf seine fehlende Mund-Nasen-Bedeckung ansprachen, habe er ihnen ein angebliches ärztliches Dokument gezeigt, das ihn von der Maskenpflicht befreien sollte, teilte die Polizei am Donnerstag mit. 

"Es ist aber bekannt, dass solche gefälschten Atteste im Netz kursieren", sagte ein Polizeisprecher. "Es gibt dubiose Ärzte, die so etwas anbieten." 

Deshalb seien die Polizisten am Mittwoch misstrauisch geworden und hätten herausgefunden, dass der Mann das falsche Attest für 20 Euro aus dem Internet heruntergeladen hatte. Gegen ihn wird nun wegen Urkundenfälschung ermittelt.   

Update 15. Oktober, 11.43 Uhr: Erster Ort in Österreich wieder unter Quarantäne

In Österreich wird der Ort Kuchl im Salzburger Land an der bayerischen Grenze wegen der Corona-Neuinfektionen unter Quarantäne gestellt. 

Insgesamt bezeichnete Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer die Entwicklung im Bundesland als dramatisch. Die Kapazitäten in den Kliniken drohten in weniger als zwei Wochen, an ihre Grenzen zu kommen. Dann wäre ein Lockdown wohl unvermeidlich.

Den vollständigen Bericht gibt es >>> hier.

Update 15. Oktober, 11.40 Uhr: Corona-Ausbruch an Putenschlachthof im Landkreis Mühldorf am Inn

Nach einem Corona-Ausbruch bei einem Putenschlachthof sind die Infektionszahl im Landkreis Mühldorf am Inn nach oben geschnellt. Die Zahlen waren wochenlang mit nur wenig Neuinfektionen auf einem niedrigen Niveau gewesen, wie das Landratsamt mitteilte.

Am Mittwoch waren 39 Mitarbeiter des Ampfinger Schlachthofes positiv auf Corona getestet worden. Der Putenschlachthof geriet zuletzt wegen vorgeworfener Tierschutz-Verstöße beim Transport der Tiere in die Kritik.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstagmorgen für Mühldorf am Inn einen Wert von 73,4 Fällen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Aktuell berät der Landrat, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Der Landkreis hat angekündigt, weitere Einschränkungen einzuführen.

Auch in den benachbarten Landkreisen sind die Zahlen über dem Warnwert: Der im Norden angrenzende Landkreis Rottal-Inn weist laut RKI einen Wert von 81,5 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche auf. Rosenheim meldet für den Landkreis einen Wert von 54 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Update 15. Oktober, 11.38 Uhr: Anne-Sophie Mutter will sich wegen Corona-Krise politisch engagieren

Würde gerne den notleidenden in der Kulturbranche helfen: Geigerin Anne-Sophie Mutter.
Würde gerne den notleidenden in der Kulturbranche helfen: Geigerin Anne-Sophie Mutter.  © Barbara Gindl/APA/dpa

Die Geigerin Anne-Sophie Mutter würde nach eigener Aussage gerne ein politisches Amt übernehmen, um der notleidenden Kulturbranche zu helfen. 

"Vor Corona hätte ich das strikt abgelehnt", sagte die in München lebende Musikerin am Mittwoch im Gespräch mit Klassik Radio. "Jetzt während Corona würde ich geradezu mit größter Begeisterung ein politisches Amt annehmen wollen, damit ich mit meinem Insiderwissen der Kultur in einer ganz anderen Art und Weise helfen kann."

Mutter empfindet die aktuelle Situation der Künstler in Deutschland als "absolut katastrophal". In dem Interview äußerte sie ihr Unverständnis darüber, dass beispielsweise am Nockherberg in München Hunderte Gäste essen dürften, wenn dort aber ein Kabarettist auftrete, seien nur 200 Besucher zugelassen: "Die Logik erschließt sich mir überhaupt nicht und daran gehen wir Künstler seelisch und auch finanziell zu Grunde."

Die 57-Jährige plädierte dafür, die maximale Besucherzahl bei Kulturveranstaltungen von der Größe des Raumes abhängig zu machen. Man müsse zudem schnellstens darüber nachdenken, "wie wir Zehntausenden von Menschen, an denen ja weitere Berufe hängen, aus der Notsituation" helfen. Es sei nicht sinnvoll, nur auf eine Impfung zu warten.

Update 15. Oktober, 11 Uhr: Literaturtage trotzen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie

In den Gemeinden Leutkirch, Isny und Wangen im Allgäu starten am Samstag (17. Oktober) die Baden-Württembergischen Literaturtage. Über vier Wochen möchten die drei Allgäuer Gemeinden trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie Literatur in vielfältiger Form präsentieren. 

Wegen der Hygiene- und Abstandsregeln wird etwa die Auftaktveranstaltung der 37. Ausgabe der Literaturtage am Samstag für den Großteil des Publikums im Internet übertragen, wie eine Sprecherin der Literaturtage sagte.

Bei den Lesungen werde es größere Abstände zwischen den Stühlen als üblich geben. Um dennoch möglichst vielen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen, gebe es manche Lesungen mehrfach. Die Autoren hätten dafür großes Verständnis gezeigt, so die Sprecherin. Zudem wird es Formate wie die literarischen Spaziergänge an der frischen Luft geben, bei denen die Wurzeln von Autoren aus der Region und Bezüge zu Figuren aus deren Werken erkundet werden sollen. 

"Die Welt der Bücher ist immer zugänglich. Auch in Zeiten, wie wir sie gegenwärtig erleben, und in denen Kunst und Kultur große Einschränkungen erfahren müssen", teilte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski mit.

Inhaltlich setzen sich die diesjährigen Literaturtage mit der Literatur- und Kulturgeschichte des Württembergischen Allgäus auseinander. Autoren aus der Region stellen ihre Werke mit Erzählungen aus und über die Heimat vor. Zudem sind Ausstellungen, Konzerte und Filmvorführungen geplant. Die Literaturtage dauern bis zum 14. November.

Update 15. Oktober, 10 Uhr: Corona-Ausbruch bei Eishockeyteam in Weiden

Ein Corona-Ausbruch beim Weidener Eishockeyteam Blue Devils treibt die Infektionszahlen in der Stadt nach oben. 

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Update 15. Oktober, 8.45 Uhr: Besonders viel Kurzarbeit in Bayern laut Ifo

Bayern und Baden-Württemberg kämpfen weiter mit besonders hohen Kurzarbeiterzahlen. 

Im Freistaat waren im September 14 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen, wie das Münchner Ifo-Institut auf Basis seiner Konjunkturumfrage ermittelt hat. 

Der bundesweite Durchschnitt sank von 14 auf 11 Prozent. Nordrhein-Westfalen und die in der Erhebung zusammengefassten Länder Rheinland-Pfalz und Saarland kamen im September jeweils auf 11 Prozent Kurzarbeiter. Die niedrigsten Quoten gibt es in Ostdeutschland

Der vollständige Artikel ist >>> hier zu finden.

Update 15. Oktober, 7.55 Uhr: Wo schärft Bayern jetzt nach?

Acht Stunden haben in Berlin die Ministerpräsidenten der Länder mit der Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) einen einheitlichen Weg für die kommenden Monate in der Coronavirus-Pandemie gesucht. Nun muss der letztlich doch durchaus mäßige Erfolg vom Kabinett für Bayern umgesetzt werden. Dabei gibt es aber noch viele Fragezeichen.

>>> Hier geht es zum Artikel.

Update 15. Oktober, 7 Uhr: Corona-Lage laut Markus Söder fast gefährlicher als im Frühjahr

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hält die Corona-Lage fast für gefährlicher als im Frühjahr - und hat Zweifel, ob die neuen von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen am Ende ausreichen. 

Man sei einen deutlichen Schritt vorangekommen, und zwar fürs ganze Land, sagte Söder am späten Mittwochabend nach stundenlangen Bund-Länder-Beratungen in Berlin. "Aber ob das reicht, ist meiner Meinung nach offen." Das werde man erst nach zehn Tagen oder gar zwei Wochen sehen. "Die Zahlen werden jetzt erstmal deutlich steigen." Man hoffe aber dann, dass die Maßnahmen wirken, wenn sie einheitlich angewandt werden. Er hoffe, dass es nicht ein paar Tage zu spät sei.

Söder betonte: "Wir sind dem zweiten Lockdown eigentlich viel näher, als wir das wahrhaben wollen." Mit Blick auf die aktuellen Zahlen und die aktuelle Dynamik sagte Söder, es sei "vielleicht gar nicht mehr fünf vor zwölf, sondern Schlag zwölf, um jetzt die Weichen richtig zu stellen". Die zweite Welle sei "absolut da" - und die Lage sei fast ein bisschen gefährlicher als im Frühjahr, so der CSU-Politiker - weil man jetzt den Winter vor der Tür habe.

Sollten die aktuell beschlossenen Maßnahmen nicht reichen, müssen nach Darstellung Söders noch striktere Kontaktbeschränkungen erwogen werden. "Kontakte verfolgen kann man nur, wenn man Kontakte vielleicht beschränkt und reduziert", erklärt der 53-Jährige. Das Problem sieht er vor allem bei privaten Zusammenkünften, wo keine Masken getragen werden. Söder betonte: "Das größte Land in Europa muss stabil bleiben." Und er fügte darüber hinaus auch noch hinzu: "Aufgeben gilt nicht."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hält die Coronavirus-Lage fast für gefährlicher als im Frühjahr.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hält die Coronavirus-Lage fast für gefährlicher als im Frühjahr.  © Stefanie Loos/AFP Pool/dpa

Update 15. Oktober, 6 Uhr: Corona an Schweinfurter Gymnasium! 1000 Schüler und Lehrer zum Test

Nach einem Dutzend Corona-Fällen am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt sollen nun alle Schüler, Lehrer und das Schulpersonal auf das Virus getestet werden. Am Donnerstag und Freitag sollen rund 1000 Tests vor Ort an einer mobilen Teststrecke auf das Coronavirus stattfinden, wie die Stadt am Mittwochabend mitteilte. 

Die Stadt Schweinfurt habe die Reihentestung in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und der Schulleitung per Allgemeinverfügung kurzfristig angeordnet. Grund waren die steigenden Infektionszahlen an der Schule. Innerhalb kurzer Zeit seien zwölf Schüler in sechs Klassen über vier Jahrgangsstufen positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden.

Diese Schüler sowie deren direkte Kontaktpersonen seien bereits in häuslicher Isolation. Es gehe nun darum, die Infektionsketten zu durchbrechen. Am Montag bleibt die Schule geschlossen.

Wer sich nicht testen lasse, dürfe das Gebäude auch in dem Zeitraum vom 20. bis 23. Oktober nicht betreten, außer bei Vorlage eines nicht länger als 48 Stunden zurückliegenden negativen Testergebnisses. Auch sonst steigen in der unterfränkischen Stadt die Infektionszahlen. Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen am Mittwoch bei 63,6.

Update 14. Oktober, 20 Uhr: 1. FC Nürnberg vermeldet positiven Corona-Test

Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg hat einen positiven Corona-Fall vermeldet. Wie der Verein am Mittwochabend bekanntgab, sei der Betroffene, der namentlich nicht genannt wurde, bereits in häuslicher Quarantäne. 

Am Donnerstag werden sich das Team, die Trainer und der Staff weiteren Tests unterziehen. Nach deren Ergebnissen werde das weitere Vorgehen abgestimmt. Das für Donnerstagvormittag angesetzte Training wurde abgesagt.

"Wir stehen mit dem Gesundheitsamt in engem Austausch", sagte FCN-Sportvorstand Dieter Hecking in einer Vereinsmitteilung. 

"Sobald die Ergebnisse der erneuten Testung vorliegen, besprechen wir mit den Behörden die nächsten Schritte. Wir hoffen aber, den Trainingsbetrieb bei einer negativen Testung weiterführen zu können."

Update 14. Oktober, 17 Uhr: Protest gegen Corona-Testzentrum in oberbayerischem Hallenbad

Im oberbayerischen Landkreis Altötting gibt es Protest gegen das Corona-Testzentrum im Kreishallenbad Neuötting. 

"Meine Forderung ist, dieses Testzentrum an einen anderen Standort zu verlegen, um der Bevölkerung das Hallenbad wieder zur Verfügung zu stellen", sagte Schwimmtrainerin Birgit Noske am Mittwoch.

Vor etwa zwei Wochen war sie mit Schwimmbrille, Badekappe und Schwimmnudel im Landratsamt erschienen. Inzwischen hat sie Unterstützer gefunden: "Wir hatten heute Morgen 1036 Unterschriften gesammelt." Die dazugehörige Facebook-Gruppe zählte 600 Mitglieder.

Das Landratsamt Altötting lässt sich davon nicht beirren. "Wir sind der festen Überzeugung, dass es keinen besseren Standort im Landkreis gibt", hieß es am Mittwoch. Das liege unter anderem an den Hygienebedingungen und der Verkehrsanbindung.

Birgit Noske und ihre Unterstützer machen sich trotzdem auf die Suche nach Alternativvorschlägen. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Ein Mitglied des medizinischen Personals steckt ein Wattestäbchen nach einem PCR-Abstrich zum Test auf Covid-19 in ein Röhrchen.
Ein Mitglied des medizinischen Personals steckt ein Wattestäbchen nach einem PCR-Abstrich zum Test auf Covid-19 in ein Röhrchen.  © Michael Kappeler/dpa

Update 14. Oktober, 16.40 Uhr: Corona-Ampel entscheidet über zulässige Teilnehmerzahl im Landtag

Ein neues Ampelsystem abhängig von den Corona-Infektionen regelt künftig die zulässigen Teilnehmerzahlen für die Sitzungen des bayerischen Landtags. 

Darauf hat sich der Ältestenrat des Parlaments am Mittwoch in München geeinigt. "Eine solche Ampel, die sich auf die Inzidenz-Warnwerte für München und Bayern bezieht, macht uns flexibel und stellt keinen Automatismus dar. Die letztendliche Entscheidung, wie viele Abgeordnete kommen, legen wir gemeinsam fraktionsübergreifend fest", sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU).

Konkret sieht die Regelung vor, dass die Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktionen mit Vertretern des Landtagsamtes und der Landtagspräsidentin in einer wöchentlichen Sitzung am Montag entscheiden, ob der Bayerische Landtag in der jeweiligen Woche in Vollbesetzung oder in reduzierter Form tagen wird. Eine Vollsitzung mit alle Abgeordneten ist demnach nur möglich, wenn es in München weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gibt und gleichzeitig die Inzidenz bayernweit bei unter 35 liegt. So soll das Risiko einer Infektion und eine Verbreitung des Coronavirus vermindert und eine Quarantäne des Parlaments vermieden werden.

Zudem sollen die Abgeordneten an zwei Tagen in der Woche einen freiwilligen Corona-Schnelltest im Landtag bei einem Arzt ablegen dürfen. Nur im Falle eines positiven Tests wird das Ergebnis an das Gesundheitsamt und auch an die Landtagspräsidentin übermittelt.

Aktuell nehmen etwas mehr als die Hälfte der 205 Abgeordneten an der Plenarsitzung teil. Der Plenarsaal ist zudem bereits mit durchsichtigen Trennscheiben ausgestattet, um das Risiko einer Ausbreitung des Virus so gering wie möglich zu halten.

Update, 14. Oktober, 16 Uhr: Landräte sagen wegen Corona-Krise Tagung ab

Wegen der Corona-Krise hat der Bayerische Landkreistag kurzfristig die große Sitzung der Landräte aus dem Freistaat abgesagt. Die 71 Kommunalpolitiker wollten sich an diesem Donnerstag und Freitag in Deggendorf treffen.

Aufgrund der sprunghaft gestiegenen Fallzahlen an Corona-Neuinfektionen im Landkreis Deggendorf sei die Absage der Landrätetagung leider unumgänglich, hieß es. Nach den aktuellen Zahlen des Gesundheits-Landesamtes hatte der niederbayerische Kreis am Mittwoch einen Wert von knapp 33 Fällen binnen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner.

Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter (CSU), der auch Präsident des Landkreistags ist, begründete die Absage am Mittwoch damit, dass die Landräte in der derzeitigen Situation als Vorbilder vorangehen müssten. 

Für den Austausch mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wollen die Landräte nun am Freitag eine Internet-Konferenz als Ersatz nutzen.

Update 14. Oktober, 15.50 Uhr: Landkreis Ebersberg überschreitet Corona-Warnstufe

Der Landkreis Ebersberg hat in der Corona-Pandemie ebenfalls die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. 

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldete am Mittwoch, dass der Wert in dem östlich von München gelegenen Landkreis auf 52,21 gestiegen sei. Damit sind in Bayern nun insgesamt elf Städte und Landkreise über der entscheidenden Marke, ab der in aller Regel verschärfte Sicherheitsmaßnahmen greifen.

Update 14. Oktober, 15.30 Uhr: Infektionsausbruch nach illegaler Party in Niederbayern

Nach einer illegalen Party mit bis zu 150 Gästen im niederbayerischen Bodenkirchen sind bereits 20 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Es handele sich dabei um Frauen und Männer zwischen 25 und 32 Jahren, teilte das Landratsamt Landshut am Mittwoch mit. Das Gesundheitsamt versuche, weitere Partygäste aufzuspüren und Infektionsketten zu unterbrechen.

Mehr >>>hier zum Infektionsausbruch in Bodenkirchen

Update 14. Oktober, 15 Uhr: 7-Tage-Inzidenz in München bei 52,15, weitere Todesfälle

Update 14. Oktober, 14 Uhr: Drei weitere infizierte Schlachthof-Mitarbeiter in München

Bei Reihentests in Münchner Schlachthöfen sind drei weitere Arbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Während bei den Tests in der Schweineschlachtung alle 37 Ergebnisse negativ waren, gab es in der Rinderschlachtung erneut schlechte Nachrichten: 3 der 123 Abstriche waren positiv. Die Betroffenen sowie ihre unmittelbaren Kontaktpersonen müssen nun in eine 14-tägige Quarantäne, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

Die Testung in der Schweineschlachtung hatte das Gesundheitsreferat vorsorglich auf freiwilliger Basis angeboten, nachdem es in den vergangenen Wochen in der Rinderschlachtung zu vereinzelten Corona-Fällen gekommen war. Die Tests dort hatte der Betreiber selbst veranlasst. Die Rinder- und die Schweineschlachtung sind die beiden großen Münchner Schlachtbetriebe, die aus dem ehemaligen städtischen Schlachthof hervorgegangen sind.

Beim Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen hatte es im Frühsommer einen Corona-Massenausbruch gegeben. Der Vorfall hatte eine Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

In der Pandemie gab und gibt es immer wieder Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen.

Update 14. Oktober, 13.30 Uhr: Gebirgsschützen beten um Verschonung von Corona-Plage

Die Gebirgsschützen in Bayern suchen in der Corona-Krise Hilfe bei der Gottesmutter. Mit einem Bittgang zum Gnadenbild der Muttergottes in der Wallfahrtskapelle Birkenstein im Landkreis Miesbach bat eine Delegation um Verschonung von der Corona-Plage, wie der Bund der Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien am Mittwoch mitteilte. 

Der Pilgergruppe, die am vergangenen Samstag vom Elbacher Leitzachtal aus betend zur Wallfahrtskapelle Birkenstein in Fischbachau zog, gehörte auch Landeshauptmann Martin Haberfellner an.

Mit einem eigens für den Anlass verfassten Gebet erbaten die Gebirgsschützen die Fürsprache der Gottesmutter. Die "Patrona Bavariae" ist auch Schutzfrau der Gebirgsschützen.

Bittgänge und Wallfahrten gehörten seit Jahrhunderten zur Volkskultur, um mit dem gemeinsamen Gebet und dem Besuch Heiliger Orte Befreiung von Seuchen und Not zu erlangen, hieß es weiter. In Bayern sei der Brauch im 17. Jahrhundert unter dem Eindruck der Pest entstanden, als die Menschen pilgernd um göttlichen Beistand vor der todbringenden Seuche beteten. Die von Staat und Kirche verhängten Corona-Maßnahmen hätten den Menschen nun aber auch den Bittgang und die Wallfahrt in der Gemeinschaft genommen. Mit der Wiederaufnahme unter Einhaltung der Corona-Regeln wolle man deshalb auch ein Signal an die Kirche senden.

Die traditionellen Treffen der Gebirgsschützen waren dieses Jahr coronabedingt ausgefallen, darunter ihr höchstes Fest, der Patronatstag. Diesen begehen sonst die 47 Kompanien mit rund 4000 Gebirgsschützen am ersten Sonntag im Mai mit einem Gottesdienst und Festzug zu Ehren der Gottesmutter. Die Geschichte der Gebirgsschützen reicht bis ins Mittelalter. 

Heute bewahren rund 12.000 Mitglieder in 47 Kompanien vom Berchtesgadener bis zum Werdenfelser Land friedlich das Erbe ihrer einst kämpfenden Vorfahren.

Unter anderem wurde auch für Schulen ein Maßnahmenpaket ausgearbeitet. (Archiv)
Unter anderem wurde auch für Schulen ein Maßnahmenpaket ausgearbeitet. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus setzen die Grünen im bayerischen Landtag in den kommenden Monaten auf massenhafte Corona-Schnelltests.

Aus Sicht der Grünen könnten die neuen Antigenschnelltests hier eine entscheidende Rolle spielen.

Für Schulen und Kitas sieht ein Grundsatzbeschluss der Fraktion etwa vor, allen Mitarbeitern, Kindern und Schülern wöchentlich kostenfreie Corona- Antigenschnelltests zur Verfügung zu stellen. 

Diese sollen von mobilen Teams direkt in den Schulen abgenommen werden. Gleiches gilt für alle Menschen, die mit Pflegeeinrichtungen Kontakt haben, die im Gesundheitswesen oder auch in Gemeinschaftsunterkünften jeglicher Art arbeiten.

Den vollständigen Bericht findest du >>> hier.

Update 13. Oktober, 19.40 Uhr: Augsburg überschreitet Corona-Warnstufe - verschärfte Maßnahmen

Die Stadt Augsburg hat in der Corona-Pandemie nach eigenen Angaben die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. 

Vom 14. bis zum 20. Oktober gelten daher verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Dazu gehören unter anderem eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen der Innenstadt und in Kinos oder Theatern auch am Sitzplatz sowie ein Verbot des Verkaufs von Alkohol zum Mitnehmen ab 21Uhr an bestimmten Tagen und Orten.

Mit Ausnahme von Familienmitgliedern dürfen sich nun maximal fünf Personen in privaten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken treffen. Bei Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstagen oder Vereinssitzungen sind bei entsprechendem Schutzkonzept maximal 25 Teilnehmende in geschlossenen Räumen oder bis zu 50 Teilnehmende unter freiem Himmel erlaubt. Mit mehr als 30 Neuinfektionen sei die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag auf 58,05 gestiegen (Stand 18 Uhr), begründete die Stadt die Vorgaben. 

Am Morgen hatte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit den Wert noch mit 48,89 angegeben (Stand 8 Uhr).

Update 13. Oktober, 18 Uhr: Nürnberg verschärft Regelungen wegen hoher Corona-Zahlen

Wegen hoher Infektionszahlen hat die Stadt Nürnberg weitere Corona-Maßnahmen beschlossen. Die Einschränkungen für Feiern, Veranstaltungen, Gastronomie sowie Schulen und Kitas gelten ab diesem Mittwoch für zwei Wochen, wie die Stadt mitteilte.

Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) liegt der sogenannte Inzidenzwert für Nürnberg bei 36,65 (Stand Mittwoch, 08.00 Uhr). Die Stadt überschreitet damit knapp den Warnwert von 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Schüler ab der fünften Klasse müssen demnach im Unterricht die Maske auflassen, wenn zwischen den Kindern kein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Auch Mitarbeiter in Kitas müssen wieder einen Mund-Nase-Schutz tragen und die Kleinen in festen Gruppen betreuen.

Höchstens 50 Personen dürfen in öffentlichen oder gemieteten Räumen miteinander feiern, heißt es weiter. In privaten Räumen empfiehlt die Stadt eine Begrenzung auf 25 Teilnehmer. In städtischen Kultureinrichtungen, bei Sportveranstaltungen in Hallen und im Stadion müssen Besucher nun eine Maske tragen.

Ein Sicherheitsdienst sorgt am Köpfleinsberg an den Freitag- und Samstagabenden weiter dafür, dass Feierlustige unter anderem die Abstandsregeln einhalten. Am Tiergärtnertorplatz ist an den Abenden ab 20.00 Uhr der Verkauf von Getränken zum Mitnehmen nach wie vor verboten.

Oberbürgermeister Marcus König appellierte an die Bevölkerung, "im Alltag die wichtigsten Hygieneregeln zu berücksichtigen". 

Der CSU-Politiker befindet sich wegen einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus selbst in Quarantäne.

Update 13. Oktober, 16.30 Uhr: Freistaat finanziert Zusatz-Schulbusse bis zu den Weihnachtsferien

Zum Schutz vor Corona-Ansteckungen finanziert die Staatsregierung bis zum Beginn der Weihnachtsferien zusätzliche Schulbusse. 

Zur 100-prozentigen Abdeckung der Kosten für die Schulträger stünden 15 Millionen Euro zur Verfügung, teilte das zuständige Bau- und Verkehrsministerium am Dienstag in München mit.

"Mit den Verstärkerbussen können Kommunen das Platzangebot im Schülerverkehr erhöhen und wir unsere Schülerinnen und Schüler vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen", sagte Ministerin Kerstin Schreyer (CSU). Das sei vor allem in der kalten Jahreszeit sinnvoll, in der weniger Leute mit dem Rad führen und die Fahrgastzahlen im ÖPNV anstiegen.

Seit September greift der Freistaat den eigentlich für die Finanzierung der Schulbusse zuständigen Kommunen unter die Arme, um auf dem Schulweg Ansteckungsrisiken zu reduzieren. 

Rund 350 sogenannte Verstärkerbusse sind seither im Einsatz.

Update 13. Oktober, 16 Uhr: Auflagen wegen hoher Corona-Zahlen im Landkreis Berchtesgadener Land

Wegen vieler neuer Coronavirus-Fälle müssen die Schüler ab Klasse 5 von Mittwoch an im Landkreis Berchtesgadener Land wieder eine Maske im Unterricht tragen. 

Zudem müsse ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleistet sein, teilte das Landratsamt am Dienstag in Bad Reichenhall mit. "Ist dies nicht möglich, sind Klassen zu teilen und im Wechsel von Distanz- und Präsenzunterricht zu beschulen." Für den Landkreis meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag (Stand: 08.00 Uhr) 65,14 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das liegt über dem bundesweiten Warnwert von 50.

Der Behörde zufolge dürfen zu Feiern maximal 25 Menschen kommen, wenn sie in geschlossenen Räumen stattfinden. Besuche in Pflegeeinrichtungen sind auf eine Person täglich beschränkt.

In Kindertagesstätten müssen feste Gruppen gebildet werden. Für Lokale gilt nun eine Sperrzeit von 23.00 bis 6.00 Uhr, in der keine Speisen oder Getränke zum Verzehr vor Ort abgegeben werden dürfen.

Update 13. Oktober, 15.40 Uhr: Münchner Weihnachtsmarkt darf unter Auflagen stattfinden

Trotz der Corona-Pandemie soll der Münchner Christkindlmarkt am Marienplatz stattfinden - unter strengen Abstands- und Hygieneregeln.

Voraussetzung sei, dass es das Infektionsgeschehen erlaube, teilte die Stadt am Dienstag mit.

Anders als in früheren Jahren soll der Markt nicht am 24. Dezember enden. Marktkaufleute könnten ihre Teilnahme bis zum 10. Januar 2021 freiwillig verlängern, heißt es in der Mitteilung. 

Mehr >>>hier zu den Regeln auf dem Münchner Christkindlmarkt

Update 13. Oktober, 15.22 Uhr: Stadt und Landkreis Schweinfurt überschreiten Corona-Warnstufe

Stadt und Landkreis Schweinfurt haben in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. 

Für die Stadt meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag (Stand: 08.00 Uhr) einen Wert von 54,28; für den Landkreis 51,11. Auch der Landkreis Rottal-Inn liegt mittlerweile mit 52,67 über der bundesweit wichtigen Warnstufe.

Corona-Brennpunkte sind zudem weiter die Landkreise Regen (86,55) und Fürstenfeldbruck (66,12) sowie die Städte München (53,70), Memmingen (58,96) und Rosenheim (72,38). Augsburg liegt mit 48,89 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen noch knapp unter der kritischen Marke. Für den Landkreis Berchtesgadener Land weist das LGL einen Inzidenzwert von 65,14 aus.

Seit Beginn der Corona-Krise haben die Gesundheitsämter bayernweit 74.036 Corona-Fälle registriert.

Update 13. Oktober, 15.05 Uhr: 104 neue Infektionen in München

Update 13. Oktober, 14.40 Uhr: Tennengau im Salzburger Land ist Corona-Hotspot in Österreich

Der Tennengau mit seinen 14 Orten im Salzburger Land hat sich zum Corona-Hotspot in Österreich entwickelt. Nach privaten Feiern ist die Zahl der Neuinfektionen rasant gestiegen. 

Nach Angaben des Landes Salzburg vom Dienstag hat der Bezirk Hallein mit 235 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) die meisten in Österreich.

Dabei wurde im Ort Kuchl der österreichweite Spitzenwert von 841 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen registriert. "Und es kommen täglich neue hinzu, denn es gibt viele Kontaktpersonen und die Behörden haben alle Hände voll zu tun, diese zu erfassen und zu informieren", sagte Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz eindringlich.

Viele Veranstaltungen wurden verboten, der Amateursport wurde weitgehend eingeschränkt und die Sperrstunde zumindest in Kuchl auf 17.00 Uhr festgelegt. 

In Deutschland gilt ein Wert von 50 Fällen in einer Woche pro 100.000 Einwohner als Grenze, ab dem Maßnahmen weiter verschärft werden.

Update 13. Oktober, 14.30 Uhr: Nürnberger Oberbürgermeister in Quarantäne

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) befindet sich wegen einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus in Quarantäne. 

Das Stadtoberhaupt von Bayerns zweitgrößter Stadt habe eine Veranstaltung besucht, auf der eine Person anwesend gewesen sei, die später positiv getestet worden sei, teilte die Stadt am Dienstag mit. Das erste Testergebnis von König sei negativ gewesen. Trotzdem werde er bis Freitag zuhause in Quarantäne bleiben und erst Samstag wieder Termine wahrnehmen.

Es ist bereits das zweite Mal, dass König während der Corona-Pandemie in Quarantäne muss. König war im März bei einer Wahlkampfveranstaltung in Kontakt mit einer Person gekommen, die positiv auf das Virus getestet wurde. 

Er hatte sich damals aber nicht angesteckt.

Update 13. Oktober, 14 Uhr: Kinderbetreuung laut Studie in Corona-Zeiten meist von Mutter geschultert

Auch bei einer ähnlichen beruflichen Belastung haben während des Corona-Lockdowns im Frühjahr meist die Mütter die Kinderbetreuung geschultert. Eine Studie des Nationalen Bildungspanels zeigt zudem, dass fast ein Drittel der älteren Schulkinder um die 14 Jahre sich überwiegend selbst überlassen blieb. 

Was dies mit Blick auf die Herausforderungen des Homeschoolings für Folgen habe, müsse in weiteren Untersuchungen analysiert werden, teilte das am Bamberger Leibniz-Institut für Bildungsverläufe beheimate Bildungspanel am Dienstag mit.

Das Zusammenspiel von Kinderbetreuung und Beruf habe ab Mitte März für mehr als vier Millionen berufstätige Eltern aufgrund von pandemiebedingten Schul- und Kitaschließungen schlagartig nicht mehr funktioniert, erläuterten die Forscher. "Die Daten zeigen, dass auch in der Krise vor allem Müttern die zentrale Rolle bei der Betreuung zukam. Bei allen untersuchten Familien betreuten Mütter ihre Kita- oder Schulkinder während der Pandemie häufiger alleine als Väter."

Dies war den Ergebnissen zufolge auch dann der Fall, wenn die beruflichen Bedingungen und Belastungen beider Eltern ähnlich waren, also etwa beide im Homeoffice arbeiten konnten. Die Väter beteiligten sich zwar auch an der Kinderbetreuung – häufig aber nur gemeinsam mit der Mutter oder unterstützt von Dritten.

Das Nationale Bildungspanel (NEPS – National Educational Panel Study) ist die größte Langzeit-Bildungsstudie in Deutschland. In einer Zusatzbefragung im Mai und Juni wurden die aktuellen Erlebnisse und Eindrücke der NEPS-Teilnehmenden in der Zeit zwischen dem Beginn der Beschränkungen und den Lockerungen in der Krise abgefragt.

Update 13. Oktober, 13.57 Uhr: Nächste vier Wochen sind im Kampf gegen Corona entscheidend

Im Kampf gegen die sich wieder verschärfende Corona-Krise sind nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die kommenden vier Wochen entscheidend für Deutschland. 

"Wir müssen jetzt Corona ausbremsen, bevor wir eine echte Notbremsung machen müssen", sagte der CSU-Chef am Dienstag nach einer Sitzung der Landesregierung in München. Söder sprach sich dafür aus, dass es eine erweiterte Maskenpflicht in ganz Deutschland brauche, mit mehr Maske könne die Pandemie besser unter Kontrolle gehalten werden. Auch private Feiern müssten in den kommenden Wochen runtergefahren werden.

Wo genau es eine erweiterte Maskenpflicht brauche, das müsse an diesem Mittwoch auf der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin besprochen werden. Söder nannte als Beispiel öffentliche Plätze, öffentliche Gebäude, aber auch Fahrstühle. "Wo ist der beste Ansatz für mehr Maske", dieser Katalog müsse nun erarbeitet werden. Denn mit mehr Maske könne man die Ausbreitung des Coronavirus verzögern.

Söder betonte, Bund und Länder müssten am Mittwoch einen gemeinsamen Regelungskanon beschließen, um auch die Bevölkerung für die kommenden Wochen zu motivieren. "Wir müssen der Wahrheit ins Auge schauen, wir sind in einer sehr ernsten Lage. Wir sind kurz davor, die Kontrolle zu verlieren", sagte Söder. Dies zeige sich in vielen Nachbarländern "überall um uns herum gibt es extrem negative Anzeichen".

Es sei "fünf vor 12", noch könnten gemeinschaftlich die Weichen gestellt werden, sonst drohe es außer Kontrolle zu geraten, sagte Söder. Ein zweiter Lockdown müsse verhindert werden. "Wir brauchen einen Ruck, in dem wir uns ehrlich machen", betonte Söder. Die Zahlen würden sich vielerorts sprunghaft nach oben entwickeln.

Um die Entwicklung zu stoppen, brauche es Einheitlichkeit auch in den Regionen, in denen die Zahlen derzeit noch niedrig seien. Einheitliche Maßnahmen würden nicht nur helfen, die Zahlen in den Hotspots zu senken, sondern auch dazu beitragen, dass die niedrigen Zahlen nicht ansteigen. «Corona macht an keiner Grenze halt.»

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht die kommenden vier Wochen als entscheidend für Deutschland an.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht die kommenden vier Wochen als entscheidend für Deutschland an.  © Peter Kneffel/dpa

Update 13. Oktober, 13.54 Uhr: Tschechische Berufspendler nutzen Corona-Testangebot an Grenze

Ein kostenloses Testangebot für tschechische Berufspendler nahe dem Grenzübergang in Bayerisch Eisenstein ist auf großes Interesse gestoßen. Die Kapazität sei zunächst auf 300 Tests am Tag ausgelegt gewesen, doch schnell erhöht worden, sagte der Sprecher des Landratsamts Regen, Heiko Langer, am Dienstag. Am Montag ließen demnach 542 Menschen einen Abstrich machen. Am Dienstag wurden bis 11 Uhr bereits weitere 200 Tests durchgeführt.

Die mobile Testeinheit ist noch bis Mittwochabend vor Ort, dann wird sie wieder abgebaut. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Regierung von Niederbayern und des Landkreises Regen mit der Firma Stadler. "Wir erhoffen uns, dass wir unsere Betriebe und deren Mitarbeiter vor der Einschleppung des Virus schützen können", teilte der Sprecher mit. Zudem wolle man einen Überblick über das Infektionsgeschehen bei den Grenzpendlern erhalten.

Anders als im benachbarten Landkreis Cham sind Corona-Tests für Grenzpendler im Landkreis Regen nicht verpflichtend, sondern freiwillig. "Bevor wir über eine Testpflicht sprechen, wollen wir sehen, wie das freiwillige Angebot angenommen wird und wie die Ergebnisse der Tests sind", erläuterte Langer.

In Tschechien steigen die Corona-Zahlen derzeit stark an. Am Montag wurden 4310 neue Fälle verzeichnet, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn stieg im Nachbarland auf 1051. Die Regierung in Prag hat beschlossen, dass von Mittwoch an alle Schulen sowie Restaurants und Bars schließen müssen. Zudem werden Versammlungen und Treffen in Gruppen mit mehr als sechs Menschen verboten.

Update 13. Oktober, 13.52 Uhr: Söder lehnt Debatte über längere Weihnachtsferien wegen Corona ab

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Überlegungen zu einer Verlängerung der Weihnachtsferien wegen Corona zurückgewiesen. 

"Nee", sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München zu einem entsprechenden Vorschlag einzelner Unionspolitiker. "Wir reden jetzt darüber, wie wir Unterricht gestalten können", betonte er. Die Zeit sei nicht einfach, und man werde in den kommenden Wochen und Monaten schauen, wie es weitergehe. 

Schule sei schon anstrengend genug - da sei es jetzt jedenfalls nicht die Zeit, über Ferienverlängerungen zu reden und damit mit "zusätzlichen Dingen" für Verunsicherung zu sorgen.

Update 13. Oktober, 13.45 Uhr: Leopoldina-Präsident für Ende des Beherbergungsverbots nach Ferien

Das umstrittene Beherbergungsverbot für Menschen ohne negativen Corona-Test aus Hotspots sollte nach Ansicht des Präsidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, bald wieder abgeschafft werden. 

"Das Beherbergungsverbot sollte man nach den Herbstferien wieder sein lassen", sagte er am Dienstag nach Beratungen mit dem bayerischen Kabinett in München. Jede Medizin habe auch Nebenwirkungen und hier seien diese "sehr stark". So würden etwa viele Menschen aus Berlin tagelang auf die Ergebnisse warten und könnten so nicht in den Urlaub an die Ostsee fahren. "Das sollte man überdenken."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte, er sei durchaus bereit, am Mittwoch bei der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin darüber zu diskutieren, damit habe er kein Problem.

Update 13. Oktober, 13.42 Uhr: 2000 zusätzliche Mitarbeiter für Corona-Kontaktverfolgung in Bayern

Zur Nachverfolgung von Corona-Infektionen werden in Bayern ab sofort 2000 weitere staatliche Mitarbeiter eingesetzt. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach der Sitzung des Kabinetts an. 

Unter den Mitarbeitern seien insbesondere Beamtenanwärterinnen und Beamtenanwärter sowie Personen, die bereits im Frühjahr zur Kontaktnachverfolgung eingesetzt wurden. Das Innenministerium wurde den Angaben zufolge aufgefordert, bis zu 1000 Beamte insbesondere der Bereitschaftspolizei für das so genannte Contact-Tracing zur Verfügung zu stellen. 

Die Kontaktverfolgung sei weiterhin entscheidend, um nicht die Kontrolle zu verlieren.

Update 13. Oktober, 13.40 Uhr: Leopoldina-Präsident fordert klare Anti-Corona-Maßnahmen

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, hat Bund und Länder eindringlich zu klaren und einheitlichen Anti-Corona-Maßnahmen aufgefordert. 

Mit Blick auf die bevorstehende Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Haug am Dienstag nach Beratungen mit dem bayerischen Kabinett in München, dort müssten Weichen gestellt werden, um die Zahl der Neuinfektionen einzudämmen. 

Dort würden "die Weichen gestellt, ob wir unter 20.000 Neuinfektionen bleiben können", mahnte er. In Nachbarländern sei die Entwicklung schon "unkontrolliert weggelaufen". Deshalb gebe es die große Bitte der Wissenschaft, es zu schaffen, mit einheitlichen Regeln verantwortlich durch Herbst und Winter zu kommen.

Update 13. Oktober, 12 Uhr: Wohnheimerzieher dürfen auch mit positivem Corona-Test arbeiten

Um die Bewohner eines besonders vom Coronavirus betroffenen Heims im unterfränkischen Mellrichstadt zu betreuen, dürfen auch positiv getestete Beschäftigte arbeiten. 

"Zwei sind im Einsatz", sagte der Geschäftsführer der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld, Jens Fuhl, am Dienstag. "Die fühlen sich wieder gesund" und seien symptomfrei. Ihr Einsatz sei freiwillig. Insgesamt seien 13 der 25 Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, von den 25 Bewohnern seien 22 positiv. "Es hat fast alle erwischt", sagte Fuhl. 

Zwei Betroffene lägen auf einer Intensivstation, ihr Zustand sei stabil. In der Einrichtung leben geistig behinderte Erwachsene, die von Erziehern und Heilerziehungskräften betreut werden.

Das Landratsamt in Bad Neustadt/Saale hatte dem Heim eine Sondererlaubnis für die Arbeit Infizierter erteilt. "Sämtliche Mitarbeiter arbeiten mit der behördlichen Auflage des Tragens einer kompletten Schutzausrüstung", teilte die Behörde mit. Dazu gehörten ein Ganzkörperanzug, spezielle Masken und Handschuhe. Die corona-positiven Mitarbeiter dürften keine Symptome haben, ihre Temperatur werde zweimal täglich kontrolliert.

Zudem betreuten sie nur ebenfalls mit dem Coronavirus infizierte Bewohner.

"Die negativ getesteten Bewohner, die in einem gesonderten Trakt unter Quarantäne stehen, werden von negativ getesteten Mitarbeitern versorgt", hieß es. Zuvor hatten die Main-Post und der Bayerische Rundfunk über die Ausnahmegenehmigung für das Haus berichtet.

Update 13. Oktober, 6.13 Uhr: Immobilienmesse Expo Real abgesagt

Wegen steigender Corona-Fallzahlen hat die Messe München den Immobilienkongress Expo Real kurzfristig abgesagt. Zahlreiche Teilnehmer hatten sich zuvor wieder abgemeldet, wie die Messegesellschaft am Montagabend mitteilte. 

Die Expo Real zählt zu den wichtigsten Immobilienmessen in Europa, im vergangenen Jahr kamen knapp 47.000 Teilnehmer und Besucher. In diesem Jahr hätte die Messe ohnehin nur als zweitägiger Kongress am Mittwoch und Donnerstag in deutlich kleinerer Form stattfinden sollen.

Doch haben die steigenden Corona-Zahlen in der bayerischen Landeshauptstadt offensichtlich viele Besucher abgeschreckt. In München ist der von den Gesundheitsbehörden als kritisch eingestufte Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tage überschritten.

Update 13. Oktober, 6.09 Uhr: Mehrheit der Bayern fürchtet laut Umfrage langjährige Corona-Folgen

Wegen der Corona-Krise fürchtet eine große Mehrheit der Bayern laut einer aktuellen Umfrage langfristige Schäden für Wirtschaft und Wohlstand in ganz Deutschland. Nur elf Prozent gaben in der Umfrage des Hamburger Instituts "GMS" im Auftrag von "17:30 SAT.1 Bayern" an, dass sie glauben, dass die Schäden in fünf Jahren wieder behoben sind. 47 Prozent erklärten, die Schädigung werde dauerhaft sein, 37 Prozent rechnen fünf bis zehn Jahren.

Trotz einiger Pannen ist die Mehrheit der Bayern nach wie vor mit dem Corona-Krisenmanagement der Staatsregierung zufrieden: Auf die Frage: "Sind Sie mit dem Krisenmanagement und den Maßnahmen der Staatsregierung alles in allem grundsätzlich einverstanden, auch wenn es hier und da einmal Fehler und Pannen gegeben hat, oder sind Sie damit nicht einverstanden?", erklärten 76 Prozent ihre Zustimmung, nur 21 Prozent gaben an, nicht damit einverstanden zu sein.

Im Vergleich zu den anderen Bundesländern erhielt in der Umfrage das bayerische Krisenmanagement sehr gute Werte. 

78 Prozent gaben an, sie fänden den bayerischen Umgang besser als in anderen Ländern, 14 Prozent sehen ihn als "gleich gut" an und nur 5 Prozent sehen Bayerns Krisenpolitik "schlechter". Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnen 85 Prozent als guten Regierungschef.

Dies spiegelt sich auch bei der Sonntagsfrage wider: Wäre am nächsten Sonntag Landtagswahl, würden sich die Bayern der Umfrage zufolge wie folgt entscheiden: 46 Prozent CSU, 19 Prozent Grüne, 8 Prozent SPD, 8 Prozent AfD, 7 Prozent Freie Wähler, 4 Prozent FDP.

Update 13. Oktober, 6.07 Uhr: Trotz Corona und Homeoffice - Büro stirbt nicht aus

Die Corona-Krise macht Deutschlands Unternehmen sesshafter: Seit Beginn der Pandemie sind neue Büros weniger gefragt. Im zweiten und dritten Quartal haben die deutschen Unternehmen nach Marktdaten des großen internationalen Maklers Savills jeweils nur noch halb so viel neue Bürofläche angemietet wie im langjährigen Durchschnitt. Statt einer Million wurde demnach nur eine halbe Million Quadratmeter pro Quartal neu vermietet.

"Viele Unternehmen bevorzugen aktuell eine Verlängerung ihrer aktuellen Mietverträge", sagt Michael Pink, Chef der Marktbeobachtung und -forschung bei der deutschen Tochter des britischen Unternehmens. "Die Leerstandsquote ist zwar das erste Mal seit 2010 gestiegen, aber nur geringfügig. In den Top-Sieben-Städten ist aktuell sogar mehr Bürofläche vermietet als zu Anfang des Jahres."

Sowohl Makler als auch Ökonomen und Unternehmensberater gehen nicht davon aus, dass das Büro in absehbarer Zeit aus dem Arbeitsalltag verschwinden wird.

 "In Zukunft brauchen viele Firmen möglicherweise weniger Bürofläche, weil die Mitarbeiter mehr und mehr von zu Hause arbeiten", sagt Finanzmarktexperte Philipp Wackerbeck von Strategy&, der Unternehmensberatung der Wirtschaftsprüfergesellschaft PwC. "Allerdings wird das nicht im Verhältnis eins zu eins möglich sein, weil man Mitarbeiter auch nach der Pandemie wahrscheinlich auf größere Büros verteilt als vorher."

Seit Beginn der Pandemie sind neue Büros weniger gefragt. (Bildmontage)
Seit Beginn der Pandemie sind neue Büros weniger gefragt. (Bildmontage)  © Montage: Sebastian Gollnow/dpa, Daniel Naupold/dpa

Update 13. Oktober, 6.05 Uhr: NGG warnt vor wirtschaftlichen Folgen des Beherbergungsverbots

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hat vor den wirtschaftlichen Folgen des Beherbergungsverbots für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten gewarnt. 

"Ein wochenlanges Beherbergungsverbot würden viele Betriebe nicht überleben - etwaige Reserven sind längst aufgebraucht", sagte der stellvertretende Gewerkschaftschef Freddy Adjan dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Wenig Verständnis habe ich, wenn die Beschäftigten in den Hotels als Kontrolleure der ständig wechselnden Regelungen eingesetzt werden sollen", fügte Adjan hinzu. Hotelfachleute seien weder Polizisten noch Detektive. 

Seit vergangener Woche dürfen in einigen Bundesländern Touristen aus innerdeutschen Hotspots nur noch dann beherbergt werden, wenn sie negativ auf das Virus getestet wurden.

Update 13. Oktober, 6.03 Uhr: Mittelstand kritisiert Beherbergungsverbote - Handwerk geschädigt

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) kritisiert die aktuellen Beherbergungsverbote. Der "Corona-Flickenteppich" schädige den bayerischen Mittelstand massiv, warnte der Verband. 

"Uns erreichen aktuell Meldungen unserer Mitglieder speziell aus der Handwerksbranche, die bestehende Projekte nicht weiterführen können, weil sie keine Hotelzimmer mehr buchen dürfen", sagte Achim von Michel vom BVMW. "So macht das Bundesland Sachsen keinen Unterschied zwischen privat und geschäftlich Reisenden – Handwerker aus den Hotspot-Gebieten München oder Fürstenfeldbruck können ihre Arbeit also auf Baustellen in Sachsen derzeit nicht mehr fortsetzen."

Sowohl München als auch Fürstenfeldbruck hatten die Schwellenzahl von 50 Infektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner überschritten und müssen zusätzliche Einschränkungen ergreifen. Die Vorlage eines Corona-Tests ändere nach Ansicht betroffener Unternehmer wenig, sagte von Michel. Tests seien auf die Schnelle kaum zu erhalten, dürften maximal 48 Stunden alt sein und führten so deshalb zu weiteren Verzögerungen in lange geplanten Arbeitsabläufen.

"Die Wissenschaft ist derzeit nicht einig darüber, ob die aktuellen Reisebeschränkungen überhaupt irgendeinen positiven Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben", sagte von Michel. "Die Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch muss sich deshalb unbedingt auf einheitliche Regelungen für ganz Deutschland und einen konsequenten Schutz der Wirtschaft vor einer Corona-Überregulierung einigen."

Update 13. Oktober, 6 Uhr: Kabinett diskutiert mit Leopoldina-Präsident über Corona-Krise

Unter dem Eindruck der sich auch im Freistaat wieder verschärfenden Corona-Pandemie kommt am Dienstag (9 Uhr) in München das Kabinett zusammen. Dabei wird es nicht nur um eine aktuelle Bewertung der Situationen in Bayern wie in ganz Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern gehen, sondern auch vorbereitend um die Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch in Berlin.

An der Sitzung in der Staatskanzlei nehmen auch der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, und der Dreierrat Grundrechtsschutz der Staatsregierung teil. Die Leopoldina gehört zu den wichtigsten Beratern der Regierung in der Pandemie, ihr Wort und ihre Empfehlungen haben großen Einfluss auf aktuelle wie möglicherweise künftige Pläne im Umgang mit dem Virus.

Bundesweit gehen derzeit insbesondere in den Großstädten die Infektionszahlen wieder deutlich nach oben. Bislang wird mit lokalen Maßnahmen wie vorgezogenen Sperrstunden und Auflagen für die Treffen von Menschen darauf reagiert. 

Neben der Landeshauptstadt München hatten am Montag laut Robert Koch-Institut auch der Landkreis Fürstenfeldbruck, der Landkreis Regen sowie die Städte Memmingen und Rosenheim den als kritisch geltenden Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten.

Update 12. Oktober, 16 Uhr: Stadt Augsburg erlässt Beschränkungen wegen hoher Corona-Zahlen

Nach einem starken Anstieg des Corona-Warnwertes in Augsburg hat Bayerns drittgrößte Stadt weitergehende Beschränkungen für das öffentliche Leben erlassen. 

Am Wochenende hätten sich die Zahlen "explosionsartig" vermehrt, sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) am Montag. Mit 49,3 lag die schwäbische Stadt nur noch knapp unterhalb dem wichtigen Corona-Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Weber rechnete damit, dass spätestens am Mittwoch die 50er-Marke gerissen wird.

Ab sofort gilt damit, dass sich maximal nur noch zehn Menschen privat treffen dürfen, bei größeren Familienfeiern und Veranstaltungen dürfen in geschlossenen Räumen nur noch 50 Personen teilnehmen. Außerdem gibt es eine Beschränkung beim Alkoholverkauf und -konsum an bestimmten Orten und Tagen. Zu dem Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem Tabellenzweiten FC Augsburg und und Spitzenreiter RB Leipzig werden an diesem Samstag keine Zuschauer in der Augsburger Fußballarena zugelassen.

Sollte die Stadt Augsburg wie erwartet den Sieben-Tages-Wert von 50 überschreiten, werden die Vorschriften noch einmal verschärft. 

Dann soll es beispielsweise in der 300.000 Einwohner großen Stadt für eine Woche auch eine Maskenpflicht auf bevölkerten Straßen und Plätzen sowie im Theater und in Kinos geben, zudem ist geplant, dass sich dann nur noch fünf Menschen privat miteinander treffen dürfen; bei Veranstaltungen in Räumen nur noch 25.

Update 12. Oktober, 15 Uhr: Aktuelle Zahlen für München

Update 12. Oktober, 14 Uhr: München verbietet Alkoholausschank ab 22.00 Uhr

In der Münchner Innenstadt gilt wieder die Maskenpflicht an öffentlichen Orten.
In der Münchner Innenstadt gilt wieder die Maskenpflicht an öffentlichen Orten.  © Felix Hörhager/dpa

Wegen steigender Corona-Zahlen in München schränkt die Stadtverwaltung nun den Alkoholkonsum ein. 

Ab Mittwoch darf in Wirtshäusern und anderen Gaststätten nach 22.00 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, wie das Rathaus nach einer Krisensitzung der Stadtspitze am Montag mitteilte. 

Am nächsten Wochenende gilt an mehreren bekannten Treffpunkten auch wieder ein abendliches Freiluft-Trinkverbot. In der Innenstadt müssen Fußgänger auf dem Marienplatz, am Stachus und einigen weiteren Örtlichkeiten wieder Masken tragen. 

Private Treffen sind noch zu maximal fünft erlaubt. Das soll bis zum 27. Oktober gelten.

Update 12. Oktober, 13.40 Uhr: Wechsel aus Distanz- und Präsenzunterricht im Landkreis Regen

Viele Schüler im Landkreis Regen müssen wegen der hohen Zahl an Corona-Infektionen ab Dienstag wieder regelmäßig von zu Hause aus lernen. 

Die meisten Schulen könnten den geforderten Abstand von 1,5 Metern zwischen den Kindern nicht einhalten und teilten die Klassen auf, erklärte der Leiter des Schulamts Regen, Walter Kloiber.

Jede Schule müsse selbst entscheiden, wie sie den Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht am besten umsetzt. Viele Schulen würden die Klassen nun teilen und im täglichen Wechsel unterrichten. "Der Unterricht wird in der Regel aber nicht reduziert, sondern stundenplanmäßig stattfinden", betonte Kloiber.

Schon seit Montag herrscht im Landkreis Regen Maskenpflicht im Unterricht. Außerdem gelten strengere Regeln für Veranstaltungen, Besuche in Pflegeeinrichtungen und die Gastronomie. 

"Wir wissen, dass wir den Bürgern viel zumuten", sagte Landrätin Rita Röhrl (SPD) am Wochenende. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis kommenden Sonntag (18. Oktober).

Update 12. Oktober, 12.50 Uhr: Sportvorstand des 1. FC Nürnberg hält Profifußball für privilegiert

Dieter Hecking, Sportvorstand des Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg, hält den Profifußball in der Corona-Pandemie für finanziell privilegiert. 

"Im Moment fangen die Fernsehgelder vieles auf. Im Handball und Eishockey ist die Situation dramatischer", sagte der 56-Jährige dem Kicker (Montag). Dennoch gehe es derzeit in erster Linie darum, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. "Beim nächsten Lockdown würden viele Vereine durchgeschüttelt werden."

Trotz negativer Einzelfälle sei die Mehrzahl der Fußball-Profis sich dieser privilegierten Lage bewusst und nicht abgehoben, betonte Hecking, der seit dieser Saison im Amt ist. "Es gibt immer mehr, die sich engagieren."

Auch das Thema Gehaltsverzicht bewerteten die meisten richtig: "Die Spieler haben ein gutes Gespür für die Situation und werden verzichten, wenn es notwendig wird. Da bin ich mir ziemlich sicher." Während der Corona-Pandemie hatten Mannschaft, Trainerteam und Mitarbeiter der Lizenzabteilung zeitweise auf ihre Gehälter verzichtet.

Für den Club wagte Hecking eine vorsichtig optimistische Prognose: "Stand jetzt kommen wir mit einem blauen Auge durch die Saison.

Update 12. Oktober, 10.50 Uhr: Stadt Augsburg knapp vor 50er-Corona-Warnstufe

Bayerns drittgrößte Stadt liegt nur noch knapp unterhalb dem wichtigen Corona-Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. 

Wie die Stadt Augsburg am Montag mitteilte, sei durch 93 neue Corona-Fälle am Wochenende dieser Sieben-Tages-Wert auf 49,3 gestiegen.

Am Nachmittag will die Stadt bekanntgeben, welche lokalen Schutzmaßnahmen nun zur Eindämmung der Pandemie ergriffen werden sollen. 

Am Wochenende hatte das bayerische Gesundheit-Landesamt den Wert für die schwäbischen 300.000-Einwohner-Stadt noch mit weniger als 21 angegeben.

Update 12. Oktober, 8 Uhr: München überschreitet erneut Corona-Warnstufe

Die Stadt München hat erneut die Corona-Warnstufe überschritten. (Bildmontage)
Die Stadt München hat erneut die Corona-Warnstufe überschritten. (Bildmontage)  © Kateryna Kon/123RF, Peter Kneffel/dpa

Die Stadt München hat in der Corona-Pandemie erneut die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. 

Wie aus den Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen hervorgeht, liegt der Wert bei 50,6 (Datenstand 12.10., 0 Uhr). 

Auch die Landkreise Regen und Fürstenfeldbruck sowie die Städte Memmingen und Rosenheim in Bayern übersteigen derzeit den kritischen Wert.

Seit Beginn der Corona-Krise haben die Gesundheitsämter laut RKI in der Landeshauptstadt München 12.592 nachgewiesene Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet.

München hatte bereits den Corona-Warnwert überschritten und in der Folge verschärfte Corona-Regeln umgesetzt. Der Stadt zufolge bleiben bis einschließlich Donnerstag Treffen im privaten und öffentlichen Raum sowie in der Gastronomie nur in Gruppen von maximal zehn Personen gestattet. 

Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, wie Hochzeiten oder Geburtstagen, gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Im Zuge der Verschärfung war auch der Alkoholkonsum eingeschränkt worden.

Update 11. Oktober, 13.31 Uhr: Söder dringt auf Steuerreform und Kaufanreize für Verbrenner

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fördert eine Corona-Steuerreform. (Archiv)
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fördert eine Corona-Steuerreform. (Archiv)  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

CSU-Chef Markus Söder hat seine Forderung nach Steuersenkungen bekräftigt - und will dabei aufs Tempo drücken: "Wir brauchen die Impulse einer Steuerreform unbedingt noch vor der Bundestagswahl", sagte der bayerische Ministerpräsident dem "Handelsblatt". 

"Wir brauchen eine Corona-Steuerreform als Frischzellenkur für die Wirtschaft." Insbesondere erneuerte er die Forderung nach einer Senkung der Unternehmenssteuersätze auf ein

Niveau von 25 Prozent und nach niedrigeren Energiesteuern. Eine Verlängerung der befristeten Mehrwertsteuersenkung forciert er nicht: «Wir haben einen Zeitplan beschlossen, und der gilt», sagte er.

Zudem erneuerte Söder seine Forderung nach Kaufanreizen, wie etwa einem Umtauschgutschein, auch für moderne Diesel und Benziner. 

"Wir müssen die Automobilbranche auf ihrem Weg in neue Technologien unterstützen. Dies könnte in Form von Transformations-Gutscheinen passieren: Wer jetzt einen modernen Verbrenner kauft und damit CO2 reduziert, bekommt einen Gutschein für die Anschaffung eines neuen Elektrofahrzeuges in drei bis fünf Jahren", erläuterte Söder.

Update 11. Oktober, 11.08 Uhr: Weiter hohe Infektionszahlen in Bayerns Corona-Brennpunkten

Die Infektionswerte in den Corona-Brennpunkten in Bayern sind weiter gestiegen. Die Städte Memmingen und Rosenheim sowie die Landkreise Fürstenfeldbruck und Regen lagen laut Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin auch am Sonntag (Stand: 0 Uhr) über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. 

In Rosenheim meldete das Institut 70,8 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Im Landkreis Fürstenfeldbruck lag dieser Wert bei 64,3, in der kreisfreien Stadt Memmingen bei 56,7, im Landkreis Regen bei 60,7. München lag mit 48,6 nur noch knapp unterhalb dem Grenzwert von 50.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte deshalb die Menschen eindringlich zur Beachtung der Corona-Regeln ermahnt. Der "Bild am Sonntag" sagte Söder: "Wir haben fünf vor zwölf. Man darf sich die Lage nicht länger schönreden." 

Nötig seien rasche Maßnahmen für alle: "Frühere Sperrstunden und keine größeren Partys und Feiern für eine gewisse Zeit."

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Titelfoto: NEWS5 / Merzbach

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