Von Terroristen entführt: Kommt die "Landshut" dauerhaft nach München?

München - Die CSU im Stadtrat will ein Stück Geschichte nach München holen. Sie beantragte, zu prüfen, ob das Flugzeug "Landshut" auf dem ehemaligen Flughafen Riem ausgestellt werden kann, wie mehrere Münchner Medien am Freitag berichteten. 

Die am 13. Oktober 1977 entführte "Landshut" nach der Landung in Mogadischu (Somalia). (Archiv)
Die am 13. Oktober 1977 entführte "Landshut" nach der Landung in Mogadischu (Somalia). (Archiv)  © picture alliance / dpa/dpa

Dafür solle die Stadt bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin eintreten. 

Es solle geprüft werden, "ob das Gelände des alten Flughafens Riem als Ausstellungsörtlichkeit in Frage kommt und inwieweit und wovon eine entsprechende Entscheidung der Bundesregierung abhängt", heißt es in dem Antrag. 

"In diesem Zusammenhang ließe sich auch die Historie des ehemaligen Flughafens in Szene setzen und somit ein bleibendes Gedenken schaffen".

Das Flugzeug hat eine Verbindung nach München, weil es am 7. August 1970 in einem Hangar am Flughafen Riem – in Gegenwart einer großen Delegation aus Landshut, wie die CSU schreibt – getauft wurde.

Die "Landshut" steht symbolisch für das, war unter der Bezeichnung "Deutscher Herbst" ein dunkles Kapitel Nachkriegsgeschichte markiert. Im Jahr 1977 gab es eine Serie von Anschlägen. 

Nach der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto erreichte der Terror der "Roten Armee Fraktion" (RAF) im September einen neuen Höhepunkt. 

Flugkapitän Jürgen Schumann wurde damals erschossen

Die Lufthansa-Maschine "Landshut" steht im Bodensee-Airport in einem Hangar des Dornier Museums. (Archiv)
Die Lufthansa-Maschine "Landshut" steht im Bodensee-Airport in einem Hangar des Dornier Museums. (Archiv)  © Felix Kästle/dpa

Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer wurde entführt, um die inhaftierten RAF-Leute um Andreas Baader und Gudrun Ensslin freizupressen.

Zur Unterstützung dieser Forderung brachten vier palästinensische Terroristen am 13. Oktober 1977 die "Landshut" mit 82 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern in ihre Gewalt. 

Eine der Stationen der Entführung war Aden, wo Flugkapitän Jürgen Schumann erschossen wurde. 

Auf dem Flughafen der somalischen Stadt Mogadischu stürmte die GSG9 die Maschine und befreite die Geiseln unversehrt. Unmittelbar danach wurden die Leichen der RAF-Häftlinge in ihren Zellen gefunden, Schleyer wurde ermordet.

Das Auswärtige Amt hatte die "Landshut" auf Initiative des damaligen Außenministers Sigmar Gabriel im Sommer 2017 kurz vor der Bundestagswahl unter großem Medienrummel aus Brasilien nach Friedrichshafen gebracht. Seither ist unklar, was damit passieren soll.

Titelfoto: picture alliance / dpa/dpa

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