Dickes Minus bei Tierhaltern: Immer mehr Landwirte in Bayern geben auf

München - Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern bleibt relativ konstant - die Zahl der Nutztierhalter ist in den vergangenen Jahren aber drastisch zurückgegangen.

Die Zahl der Zuchtsauen-Halter geht im Schnitt um 8,7 Prozent pro Jahr zurück.
Die Zahl der Zuchtsauen-Halter geht im Schnitt um 8,7 Prozent pro Jahr zurück.  © Sven Hoppe/dpa

Zum Teil sind hier Rückgänge von acht Prozent pro Jahr zu verzeichnen. Das geht aus dem neuen Agrarbericht hervor, den Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (44, CSU) am Mittwoch im Agrarausschuss des Landtags vorstellte.

Demnach gab es im Jahr 2021 rund 103.000 landwirtschaftliche Betriebe mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 30,6 Hektar. Das sei mit einem Rückgang von 0,8 Prozent pro Jahr erfreulicherweise ein vergleichsweise geringer Strukturwandel, sagte Kaniber.

Allerdings gebe es eine deutliche Verschiebung bei den Größenstrukturen: Bei den für Bayern so wichtigen mittelgroßen Betrieben im Bereich 20 bis 50 Hektar verzeichne man einen Rückgang von 2,4 Prozent pro Jahr.

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Dabei handle es sich um Vollerwerbsbetriebe, die auf Einkommen aus der Tierhaltung angewiesen seien. Immer mehr müssten hier aufgeben.

Nach Kanibers Worten ging die Zahl der Milchviehhalter zuletzt um 4,4 Prozent jährlich zurück, die der Mastschweine-Halter um 8 Prozent und die der Zuchtsauen-Halter sogar im Schnitt um 8,7 Prozent pro Jahr.

Zahl der Agrarbetriebe in Bayern konstant

Michaela Kaniber (44, CSU) sorgt sich um die Nutztierhalter in Bayern.
Michaela Kaniber (44, CSU) sorgt sich um die Nutztierhalter in Bayern.  © Peter Kneffel/dpa

Als Gründe für die überdurchschnittlich hohe Aufgabequote solcher Betriebszweige nannte Kaniber die hohe Arbeitsbelastung, eine sehr komplexe Arbeitsorganisation, immer neue Rechtsverschärfungen und eine immer kritischere Haltung in Teilen der Bevölkerung gegenüber Nutztierhalten. "Das belastet unser Tierhalter sehr, sehr schwer."

Insgesamt gehe die Nachfrage immer weiter zurück: 2010 habe man bundesweit einen Fleischverzehr von 55,8 Kilogramm pro Kopf verzeichnet, im vergangenen Jahr waren es nur noch 42,9 Kilogramm.

Die Corona-Pandemie habe die Erzeugerpreise zusätzlich einbrechen lassen, zum Teil habe es in der Krise gar keinen Absatz gegeben.

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Das habe zur Beschleunigung der negativen Entwicklungen beigetragen, kleine und mittlere Betriebe mit Tierhaltung stünden unter Druck, "Die Kleinen halten dann eben nicht ganz so durch", sagte Kaniber.

Titelfoto: Bildmontage: Sven Hoppe/dpa, Peter Kneffel/dpa

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