Höchste Zahl seit 2000: So viele Ausländer wurden 2019 "Neu-Bayern"

München - 20.977 Ausländer haben in Bayern im Jahr 2019 einen deutschen Pass erhalten.

20.977 Ausländer erhielten 2019 in Bayern den deutschen Pass. (Symbolbild)
20.977 Ausländer erhielten 2019 in Bayern den deutschen Pass. (Symbolbild)  © Matthias Balk/dpa

Dies sind 2915 mehr als 2018 und damit die meisten seit der Jahrtausendwende (2000: 20.622). 

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will am Montag (13.30 Uhr) die Details zur neusten Einbürgerungsstatistik bekanntgeben. Spannende Frage ist dabei unter anderem, aus welchen Ländern die "Neu-Bayern" stammen.

2018 war die Türkei der Spitzenreiter unter allen Herkunftsländern mit damals 2135 Eingebürgerten, gefolgt von den Nachfolgestaaten Jugoslawiens. 

Zu dem 2018er-Rekord trugen aber auch Briten nicht zuletzt infolge des Brexits bei, 1329 bekamen den deutschen Pass.

Nur 43 Prozent der Neubürger kamen dagegen aus anderen EU-Staaten, darunter 1437 Rumänen, 869 Italiener und 832 Polen. 

Sie alle dürfen ihre bisherige Staatsangehörigkeit beibehalten und tun es meist auch: Nur 117 gaben ihre bisherige Staatsbürgerschaft auf.

Update 14.36 Uhr: So viele Briten wie nie neu in Bayern eingebürgert

Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union beschert Bayern einen neuen Rekord bei den Einbürgerungen: 2087 Männer und Frauen aus dem Vereinigten Königreich hatten 2019 im Freistaat ihren deutschen Pass beantragt und erhalten. "Das ist ein ganz eindeutiger Brexit-Effekt", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München. 

Herrmann betonte, dass davon auszugehen sei, dass die Zahl der Briten, die einen deutschen Pass bekommen und damit auch den Status eines EU-Bürgers behalten wollen, weiter hoch bleibe. Noch bis zum Jahresende können Briten entsprechend des EU-Prinzips die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen und ihre britische behalten.

Die Zahl der Briten, die deutsche Staatsbürger werden wollten, sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2018 bekamen 1329 den deutschen Pass, 2015 waren es nur 86, 2016 313 und 2017 974.

Großbritannien hatte die EU Ende Januar formell verlassen. In einer Übergangsphase bis zum Jahresende ist das Land aber noch Teil des Europäischen Binnenmarkts und der Zollunion. Über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen muss noch ein Abkommen erzielt werden.

Update 15.42 Uhr: Türken unter Nicht-EU-Ländern Spitzenreiter

Um die deutsche Staatsangehörigkeit zu bekommen, müssten Bewerber diverse Bedingungen erfüllen: Neben einer zweifelsfrei geklärten Identität werde in der Regel ein Mindestaufenthalt von acht Jahren im Land, ein den Lebensunterhalt sicherndes Einkommen, Straffreiheit, gute Sprachkenntnisse und eine gute Integration vorausgesetzt.

Unter den Nicht-EU-Ländern waren Türken mit 2019 Einbürgerungen (2018: 2135) weiterhin an erster Stelle bei den Einbürgerungen. Die weiteren Plätze belegten die Nachfolgeländer des früheren Jugoslawien (ohne die EU-Staaten Kroatien und Slowenien) mit 1306 (2018: 1192), der Irak mit 1095 (2018: 652), die Ukraine mit 835 (2018: 450), Indien mit 571 (2018: 449), Vietnam mit 446 (2018: 386) und Afghanistan mit 422 (2018: 371) Eingebürgerten.

Leicht angestiegen ist den Angaben zufolge auch die Quote zur Mehrstaatigkeit bei den Einbürgerungen von Drittstaatsangehörigen auf 38,1 Prozent (2018: 37 Prozent). 

Die bisherige Staatsangehörigkeit ist nach den gesetzlichen Bestimmungen bei einer Einbürgerung aufzugeben, soweit das möglich und zumutbar ist.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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