Eklat bei Planungen für nördlichen Teil von Brenner-Nordzulauf

München - Bei den Planungen für den nördlichen Teil der umstrittenen neuen Bahntrasse im bayerischen Inntal eskalieren die Spannungen.

Anwohner der Region Rosenheim demonstrierten unter anderem in der Innenstadt gegen den Bau einer neuen Trasse für den Nordzulauf im Inntal.
Anwohner der Region Rosenheim demonstrierten unter anderem in der Innenstadt gegen den Bau einer neuen Trasse für den Nordzulauf im Inntal.  © Peter Kneffel/dpa

Vertreter der betroffenen Kommunen kündigten an, nicht am fünften Termin eines Dialogforums der Deutschen Bahn (DB) am Mittwoch teilzunehmen, wie aus einem offenen Brief hervorgeht.

Die vier von der Bahn im vergangenen Jahr vorgeschlagenen Trassenvarianten seien nicht akzeptabel. Sie wären mit erheblichen Eingriffen in die Landschaft verbunden; viele Menschen wären betroffen, argumentieren die Unterzeichner, unter ihnen der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (50, CSU) und Bürgermeister von sechs Kommunen.

Stattdessen könne der Ausbau der Bestandsstrecke mit optimalem Lärmschutz die bessere Lösung sein.

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"Vonseiten der DB Netz AG gab es auf die Ablehnung bislang keine Reaktion, die als ernst gemeinte Auseinandersetzung mit unseren Argumenten verstanden werden kann", heißt es in dem Brief, über den Medien berichtet hatten.

Dem Brief beigefügt war ein Katalog von 76 Fragen. Erst wenn diese beantwortet seien, könne man in das Dialogforum zurückkehren, sagte der Grafinger Bürgermeister Christian Bauer (CSU) am Mittwoch. "Wir fühlen uns nicht ernst genommen."

Teilweise würde nach Vorschlägen der Bahn die Trasse teils links und rechts einer Ortschaft verlaufen.

Bahnstrecke soll die Kapazitäten zum Brenner Basistunnel erhöhen

Die neue Bahnstrecke soll die Kapazitäten zum Brenner Basistunnel erhöhen.
Die neue Bahnstrecke soll die Kapazitäten zum Brenner Basistunnel erhöhen.  © Matthias Balk/dpa

"Das ist für die Bürger eine erhebliche Verschlechterung", sagte Bauer und weiter: "Im Dialogforum hat man unsere Argumente vom Tisch gewischt und aus unserer Sicht nicht gewürdigt."

Die neue Bahnstrecke soll die Kapazitäten zum Brenner Basistunnel erhöhen, an dem in Italien und Österreich gebaut wird und der 2032 fertig werden könnte. Bürgerinitiativen stemmen sich mit unterschiedlichen Mitteln seit Jahren gegen den Bau des Brenner-Nordzulaufs im bayerischen Inntal von Rosenheim bis zur österreichischen Grenze.

Für diesen Bereich hat die Bahn schon eine Trassenführung vorgestellt, über deren Realisierung die Politik noch entscheiden muss.

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Mit den nun diskutierten vier Trassen soll die zwölf Kilometer lange Lücke nördlich von Rosenheim Richtung München geschlossen werden.

Bis Mitte des Jahres soll die bevorzugte Trasse nun entsprechend auswählt werden.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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