Eltern und Lehrer sind sauer: Ist "Laufen lassen" die neue Corona-Devise in Bayern?

München - Angesichts der steigenden Corona-Zahlen haben zwei Bildungsverbände ihrem Unmut über die bayerische Staatsregierung und die geltenden Quarantäne-Regularien Luft gemacht.

Zuletzt wurde die 2G-Regel im bayerischen Einzelhandel gekippt.
Zuletzt wurde die 2G-Regel im bayerischen Einzelhandel gekippt.  © Peter Kneffel/dpa

Der Bayerische Philologenverband (bpv) und die Landes-Eltern-Vereinigung für die Gymnasien (LEV) konstatierten am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung, angesichts der starken Überlastung der Gesundheitsämter werde dort bereits jetzt in vielen Fällen keine Kontaktnachverfolgung mehr durchgeführt - schnelle, rechtzeitige Quarantäne-Entscheidungen könnten deshalb nicht mehr garantiert werden.

Tatsächlich geraten viele Ämter angesichts der sehr hohen Inzidenzen an ihre Grenzen.

Der bpv-Vorsitzende Michael Schwägerl forderte deshalb, dass sich die politischen Entscheidungsträger jetzt klar zu ihrem Corona-Kurs äußern sollten: "Wenn angesichts der Omikron-Welle 'Laufen lassen' die politische Devise ist, um schneller in den endemischen Zustand zu kommen, dann sollte dies auch so benannt werden", verlangte er.

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Tatsächlich können Quarantäne-Entscheidungen nur die Gesundheitsämter treffen und eben nicht die Schulen selbst - auch wenn es offenbar einzelne Fälle gab, in denen dies etwas anders gehandhabt wurde, um schneller reagieren zu können.

Corona-Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen in Bayern steigt rasant

Das Kultusministerium betonte in einem kürzlich versandten Schreiben allerdings ganz explizit: "Ob bzw. für welche Mitschülerinnen und Mitschüler eine Quarantäne notwendig ist, entscheidet immer das zuständige Gesundheitsamt."

Betroffene würden direkt von dort informiert. Weiter hieß es: "Bis zu einer möglichen Quarantäneanordnung durch das Gesundheitsamt besuchen die übrigen Schülerinnen und Schüler der Klasse weiter den Unterricht."

Die Corona-Inzidenz gerade bei Kindern und Jugendlichen in Bayern steigt rasant: Am Montag hatte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) etwa für die Altersgruppe sechs bis elf Jahre eine Inzidenz von 2187 gemeldet - das bedeutete mehr als eine Verdoppelung im Vergleich zum eine Woche zuvor ausgewiesenen Wert.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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