Flüchtlingsrat kritisiert CSU: "Bayerische Humanität fehlt"

München - Der Bayerische Flüchtlingsrat vermisst "bayerische Humanität" in der Migrationspolitik.

Flüchtlinge sitzen hinter einem Zaun auf dem Gelände der Erstaufnahmestelle. (Symbolbild)
Flüchtlinge sitzen hinter einem Zaun auf dem Gelände der Erstaufnahmestelle. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/ZB/dpa

"Es gab massive Verschlechterungen, weil die CSU in Bayern Angst vor der AfD bekommen hat und eine Verschärfung nach der anderen durchgesetzt hat", kritisierte Alexander Thal vom Flüchtlingsrat im Interview der Münchner "Abendzeitung" (Samstagsausgabe).

"Söder hat das mit populistischer Hetze à la Asyltourismus versucht – die bürokratischen Ausformungen erleben wir bis heute."

Heute gebe es darum mehr Arbeitsverbote und Ankerzentren mit Aufenthaltsdauern von bis zu 24 Monaten.

Schlägerei mit Jugendlichen: 49-Jähriger lebensgefährlich verletzt
Bayern Schlägerei mit Jugendlichen: 49-Jähriger lebensgefährlich verletzt

"Das ist ein Programm der Desintegration. Man hält Flüchtlinge von der Gesellschaft fern", sagte Thal, der Abschiebungen in der Corona-Krise scharf kritisierte: "Bayerische Humanität kennen wir nicht mehr, für die ist in der CSU kein Platz."

Bayern hat im vergangenen Jahr trotz der Corona-Pandemie 1558 Menschen abgeschoben. Für die Abschiebungen während der Pandemie war der Freistaat immer wieder heftig kritisiert worden.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/ZB/dpa

Mehr zum Thema Bayern: