Frau in See ertränkt: Was hat sich vor der schrecklichen Tat nur abgespielt?

Passau - Es ist ein Fall, der auch über die Landesgrenzen Bayerns für Aufsehen sorgt: Zwei Frauen wollen gemeinsam Suizid begehen. Als das letztlich misslingt, bringt die eine die andere um - angeblich auf deren eigenen Wunsch hin. 

Eine 24 Jahre alte Frau muss sich vor dem Landgericht Passau in Bayern wegen Tötung auf Verlangen verantworten. (Symbolbild)
Eine 24 Jahre alte Frau muss sich vor dem Landgericht Passau in Bayern wegen Tötung auf Verlangen verantworten. (Symbolbild)  © Swen Pförtner/dpa

Nun muss sich ab Dienstag eine 24 Jahre alte Frau vor dem für den Fall zuständigen Landgericht Passau wegen Tötung auf Verlangen verantworten.

Nach Justizangaben fuhren die beiden Frauen im August des Jahres 2019 zum Rannasee bei Wegscheid im Landkreis Passau nahe der Grenze zu Österreich, wo sie mit dem Auto ins Wasser fahren wollen, um sich das Leben zu nehmen. 

Als der Wagen im Schlamm stecken blieb, soll die Beifahrerin die jetzt Angeklagte gebeten haben, sie zu ertränken. Das habe diese in der Folge getan, wie die 24-Jährige im Zuge der Ermittlungen angab.

Laut Gerichtsmitteilung ist mit einer umfangreichen Beweisaufnahme zu rechnen. Zu dieser seien bereits jetzt zwölf Zeugen und vier Sachverständige geladen. Etwa werde zu klären sein, inwiefern die Angeklagte in der Schuldfähigkeit vermindert war.

Die Mutter des Opfers ist in dem Prozess in Passau als Nebenklägerin zugelassen. 

Es sind zunächst vier Verhandlungstermine angesetzt, das Urteil wird am 3. November 2020 erwartet.

Normalerweise berichtet TAG24 nicht über Suizide beziehungsweise entsprechende Suizidversuche. Da sich der Vorfall allerdings im öffentlichen Raum abgespielt hat und es nun zu einem Prozess kommt, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren. Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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