Freie Wähler wollen 2500 neue Lehrerstellen schaffen und mehr Sport an Schulen

München - Die Freien Wähler wollen kurzfristig noch einmal 2500 zusätzliche Lehrerstellen schaffen. Das sagte Fraktionschef Florian Streibl (59) am Freitag am Rande einer Fraktionsklausur in München. Wenn es nach dem kleinen CSU-Koalitionspartner geht, sollen die Stellen möglichst in diesem und im nächsten Jahr geschaffen werden. "Es sollte möglichst schnell gehen", sagte Streibl.

Hubert Aiwanger (51) ist Wirtschaftsminister und Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern.
Hubert Aiwanger (51) ist Wirtschaftsminister und Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern.  © Matthias Balk/dpa

Er begründete den zusätzlichen Bedarf unter anderem mit der Ukraine-Krise und den von dort ankommenden Flüchtlingen. "Es kommen auch viele Kinder, allen schon deshalb brauchen wir mehr Lehrer."

Bereits zum Herbst seien "Minimum 1000 Lehrer" mehr nötig. Er gehe davon aus, dass es dafür dann auch Geld vom Bund geben müsse.

Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (51) sagte, das Bildungssystem sei zum Teil "auf Kante genäht" gewesen - es brauche nun mehr Personal.

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Und nachdem man so viel Geld für Betriebsrettungen und zur Senkung der Energiekosten ausgegeben habe, müsse man nun auch Geld ausgeben, um die sichere Betreuung und Bildung der Kinder zu optimieren.

Abgesehen davon fordern die Freien Wähler nochmals 1000 zusätzliche Verwaltungskräfte für die Schulen, um insbesondere die Schulleitungen zu entlasten. Inhaltlich wollen sie eine Initiative starten, um Lehrpläne an den Schulen von unnötigem Ballast zu entrümpeln.

Und noch ein weiterer Punkt: Die Freien Wähler und ihr Kultusminister Michael Piazolo (62) wollen Bewegung und Sport an den Schulen ausbauen.

Landtagswahl 2023: "Ich gehe davon aus, dass es im nächsten Jahr etwas ruckeln wird"

Florian Streibl (59) ist der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im bayerischen Landtag.
Florian Streibl (59) ist der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im bayerischen Landtag.  © Matthias Balk/dpa-Pool/dpa

Konkret soll zunächst eine dritte Sportstunde in den ersten Klassen an ausgewählten Sportgrundschulen eingeführt werden, später dann auch bayernweit. "Ein weiterer Ausbau des Angebots mit dem Ziel einer flächendeckenden Einführung soll Zielsetzung bis 2025/26 sein", heißt es in einem Beschlusspapier. Dann werde sich die Personalsituation gerade an den Grundschulen "weitestgehend entspannt haben".

Bis dahin soll der zusätzliche Personalbedarf mit freiwilligen Teilzeitaufstockungen von Lehrkräften ausgeglichen werden. Auch den Schwimmunterricht an Grundschulen wollen die Freien Wähler stärken.

Die Partei zielt aber nicht nur auf den Sportunterricht ab - sondern auf mehr Bewegung im normalen Schulalltag insgesamt. Man wolle das Bewusstsein stärken, dass man auch in den normalen Fachunterricht Bewegung einbauen könne, betonte Piazolo.

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In diesem Bereich werde schon jetzt vieles gemacht, es gebe viele Projekte. Man wolle dies aber weiter ausbauen. Man wolle "anregen, nicht alles vorschreiben", sagte er. "Das sollen die Schulen vor Ort sich selber auch ausdenken." Es soll aber Fortbildungsangebote geben.

Die eintägige Fraktionsklausur der Freien Wähler ist der Ersatztermin für eine wegen Corona ausgefallene Tagung im vergangenen Winter.

Streibl betonte mit Blick auf die Landtagswahl im Herbst 2023, die Freien Wähler seien gut aufgestellt. Ganz langsam verfalle man schon etwas in Wahlkampffieber. Das Ringen mit der CSU um Stimmen aus dem sogenannten bürgerlichen Lager bezeichnete er als ganz normalen politischen Wettbewerb - der manchmal eben auch mit Ellenbogen geführt werde.

"Ich gehe davon aus, dass es im nächsten Jahr etwas ruckeln wird", sagte Streibl mit Blick auf die Koalition mit der CSU. "Aber das heißt nicht, dass man nicht zusammen regieren kann."

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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