Füracker sieht Laschet in der Verantwortung: "Ziemliches Desaster"

München/Düsseldorf - Bayerns Finanzminister Albert Füracker (53, CSU) sieht die Verantwortung für die Niederlage der Union bei der Bundestagswahl maßgeblich bei Kanzlerkandidat Armin Laschet (60, CDU).

Nach Ansicht von Bayerns Finanzminister Albert Füracker (53) trägt Unions-Kandidat Laschet die Hauptschuld am schlechten Abschneiden der Schwester-Parteien.
Nach Ansicht von Bayerns Finanzminister Albert Füracker (53) trägt Unions-Kandidat Laschet die Hauptschuld am schlechten Abschneiden der Schwester-Parteien.  © Daniel Karmann/dpa

"Die CSU ist für diese Niederlage nicht verantwortlich. Das zeigt schon der Blick nach Nordrhein-Westfalen: Dort ist die CDU auf 26 Prozent abgerutscht und liegt jetzt 3 Prozent hinter der SPD. Und das, obwohl der Kanzlerkandidat aus dem eigenen Land kommt", sagte Füracker der "Rheinischen Post" in der Dienstagsausgabe.

Da sei kein Heimvorteil erkennbar, das sei schon ein "ziemliches Desaster", ergänzte der CSU-Politiker.

Die CSU, die von Markus Söder (54) geführt wird, sei bei dieser Wahl noch der "stabilisierende Faktor" gewesen.

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"Für Bayern bin ich mir sicher, dass wir mit einem Kanzlerkandidaten Söder klar über 40 Prozent gekommen wären", sagte er.

Kritisch äußerte sich Füracker auch darüber, dass die CDU in den ostdeutschen Bundesländern Thüringen und Sachsen hinter der dort führenden AfD gelandet sei.

"Dass die AfD in beiden Bundesländern stärkste Kraft geworden ist, ist auch staatspolitisch ein riesiges Problem", so der Politiker.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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