Gefährlicher Leichtsinn: Jugendliche müssen aus Hochwasser-Fluten gerettet werden

Langenzenn - "Die Kräfte hier in Langenzenn haben gerade anderes zu tun, als sich um so einen Mist zu kümmern." Sören Brandmähl-Krauss, Einsatzleiter der Wasserrettung, ist stinkig auf leichtsinnige Jugendliche.

Auch die Einsatzkräfte waren kurzzeitig den Strömungen hilflos ausgeliefert, konnten jedoch entsprechend reagieren.
Auch die Einsatzkräfte waren kurzzeitig den Strömungen hilflos ausgeliefert, konnten jedoch entsprechend reagieren.  © vifogra / Haubner

Inmitten des durch Hochwasser geplagten Gebietes haben sich am Freitagabend ein paar Jugendliche in eine wohl arg unterschätzte Gefahr begeben.

Gegen 19.55 Uhr wurde bei der Wasserrettung Bescheid gegeben, dass im Bereich der Würzburger Straße - oder besser gesagt ein paar Meter darüber - Jugendliche in Schlauchbooten versuchten, der Situation etwas Positives abzugewinnen. Sie nutzten das Hochwasser für ein ungewohntes Abenteuer.

Als sie aufgefordert wurden, dies zu unterlassen, kam eines der beiden Boote dieser Aufforderung auch sofort nach. Beim anderen jedoch gab es Probleme.

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"Das andere war bereits in der Strömung festgehangen und drohte zu kentern", beschreibt Brandmähl-Krauss die Situation. Sofort machten sich seine Kollegen auf den Weg, die Jugendlichen zu retten.

Die Gefahr von Strömungen beschreibt der Einsatzleiter mit knappen Worten: "Es ist ganz simpel: Wer da reinkommt, kommt nicht wieder raus."

Auch die Profis hatten mit diesen Umständen zu kämpfen. Vermutlich waren im trüben Wasser nicht erkennbare hohe Gräser der Grund, dass plötzlich die Schraube des zur Rettung eingesetzten Motorbootes ausfiel und es von der Strömung mitgerissen wurde.

"Ins Wasser zu gehen, ist blanker Selbstmord"

Vier Jugendliche wollten aus der Hochwasser-Situation ein ungewöhnliches Vergnügen machen - und mussten gerettet werden.
Vier Jugendliche wollten aus der Hochwasser-Situation ein ungewöhnliches Vergnügen machen - und mussten gerettet werden.  © vifogra / Haubner

Die Besatzung konnte schnell reagieren und den Einsatz fortführen: "Dafür haben wir trainiert, das können wir."

Schließlich konnten die vier Jugendlichen, die laut Brandmähl-Krauss "tatsächlich sehr unverantwortlich gehandelt haben", an Land gebracht werden.

Er unterstellt den Teenagern keine bösen Absichten. Doch er zeigt kein Verständnis, für "so einen Humbug", wie er gegenüber der Presse mitteilte.

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"Die Kräfte sind seit heute Mittag im Einsatz. Ich habe von Feuerwehrleuten gehört, die seit Mittag ohne Pause Sandsäcke schaufeln, und dann kommt sowas noch dazu", so der Leiter des Rettungseinsatzes. "Da ist dann schon eine gewisse Frustgrenze erreicht."

Sein Tipp für die Zukunft - und nicht nur an die Jugendlichen: "Wenn Hochwasser ist, versuchen, dem Wasser fernzubleiben." Sollte man eine gefährliche Situation sehen, ist die beste Hilfe, die 112 anzurufen, ehe man sich selbst in Gefahr bringt.

Höchstens, dass man den in Not geratenes etwas Schwimmbares zuwirft. "Selbst bei solchen Strömungsgeschwindigkeiten reinzugehen, ist blanker Selbstmord."

Titelfoto: vifogra / Haubner

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