Nach Feuer in Moria auch Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge in Bayern

München - Nach dem verheerenden Feuer im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos (TAG24 berichtete) wächst auch im Freistaat Bayern die Hilfsbereitschaft. 

Ein verheerendes Feuer hat in der Nacht im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos gewütet.
Ein verheerendes Feuer hat in der Nacht im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos gewütet.  © Eurokinissi/Eurokinissi via ZUMA Wire/dpa

Grüne und SPD forderten umgehend die Aufnahme von Flüchtlingen. Auch Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) betonte, Bayern werde helfen, sofern der Bund grünes Licht für eine Aufnahme gebe. 

Die Absprachen zur generellen Aufnahme von Flüchtlingen liegt in der Zuständigkeit der Bundesregierung.

"Bayern kann und muss helfen. Wir fordern die bayerische Staatsregierung nachdrücklich dazu auf, sofort 500 schutzbedürftige Geflüchtete aufzunehmen", sagte Grünen-Landeschefin Eva Lettenbauer (27) am Mittwoch in München. 

Bayern habe eine Verantwortung, hier humanitäre Hilfe zu leisten. "Angesichts dieser Katastrophe kann die Staatsregierung nicht weiter wegsehen."

Anders als etwa sein Amtskollege in Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (59, CDU), vermied es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine konkrete Zahl zur Aufnahmebereitschaft zu nennen. 

Per Kurznachrichtendienst Twitter erklärte er aber: "Die schrecklichen Ereignisse aus Moria lassen niemanden kalt und erfordern rasche Hilfe und Solidarität. Ganz Europa und auch Deutschland müssen handeln und helfen." 

"Menschenunwürdige Zustände" in Moria

Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU) steht bei vielen Oppositionellen in der Kritik. (Archiv)
Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU) steht bei vielen Oppositionellen in der Kritik. (Archiv)  © Hannibal Hanschke/POOL Reuters/dpa

Sollte die Bundesregierung entscheiden, Menschen aufzunehmen, werde sich Bayern selbstverständlich daran beteiligen. Laschet hatte zuvor erklärt, sein Bundesland wolle bis zu 1000 Flüchtlinge aufnehmen.

Der Großbrand sei eine humanitäre Katastrophe mit Ansage, betonte Lettenbauer. "Seit Monaten herrschten in dem völlig überfüllten Lager menschenunwürdige Zustände. Jetzt ist es durch die Flammen fast vollständig zerstört und rund 13.000 Menschen sind obdachlos." Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU) hatte Griechenland bereits Hilfe angeboten, Details dazu ließ er aber offen.

Auch Bayerns SPD-Landeschefin Natascha Kohnen forderte deutsche Hilfen. "Viele Kommunen in Deutschland und Bayern waren schon vor der Brandkatastrophe bereit, Menschen aus diesem Elend an unseren europäischen Außengrenzen zu befreien. Dass muss endlich möglich sein." Seehofer und die CSU müssten jetzt ihre inhumane Haltung aufheben.

Das Flüchtlingslager Moria wurde durch einen Großbrand in der Nacht zum Mittwoch nahezu vollständig zerstört. Verletzt wurde nach vorläufigen Angaben niemand. Die griechische Regierung geht von Brandstiftung aus. Moria gilt mit derzeit etwa 12.600 Bewohnern als größtes Flüchtlingslager Europas - diese Menschen sind nun obdachlos.

Titelfoto: Eurokinissi/Eurokinissi via ZUMA Wire/dpa

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