Härtere Corona-Regeln in Bayern: Das will Markus Söder jetzt verordnen

München - Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga schon ab dem Wochenende, schärfere Kontaktbeschränkungen und Zugang zum Handel nur noch für Geimpfte und Genesene: Das bayerische Kabinett will bereits an diesem Freitag die angekündigte weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen beschließen. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) am Donnerstag nach den Bund-Länder-Beratungen in München.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern, gibt nach der Videokonferenz der Ministerpräsidenten in der Staatskanzlei ein Pressestatement ab.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern, gibt nach der Videokonferenz der Ministerpräsidenten in der Staatskanzlei ein Pressestatement ab.  © Sven Hoppe/dpa

Bayern habe von dem neuen Bund-Länder-Beschluss ja schon vieles vorweggenommen, sagte Söder und betonte: "Das, was wir tun, wirkt." Die Corona-Zahlen gingen inzwischen "doch deutlich runter", seien aber trotzdem noch viel zu hoch. Man müsse deshalb konsequent bleiben - insbesondere weil die Intensivstationen maximal belastet seien.

Konkret will das Kabinett am Freitag nach Worten Söders mehrere Dinge beschließen, die entweder über die bisherigen bayerischen Corona-Regeln oder auch über den Bund-Länder-Beschluss hinausgehen:

Geisterspiele: Darauf hatten sich Bund und Länder zuvor nicht einigen können, deshalb plant Söder hier einen Alleingang: Schon ab dem Wochenende und zunächst bis Jahresende soll es in der Fußball-Bundesliga nur noch Geisterspiele geben. Söder begründete dies auch mit dem hohen Reiseverkehr, teils quer durch die Republik.

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Kontaktbeschränkungen: Bisher durften sich im Freistaat fünf Personen aus maximal zwei Haushalten treffen - Geimpfte und Genesene sowie Kinder unter 12 Jahren und 3 Monaten ausgenommen.

Nun will Söder dies analog zum Bund-Länder-Beschluss ändern: Treffen, an denen auch nur ein Ungeimpfter oder nicht Genesener beteiligt ist, werden demnach beschränkt auf den eigenen Haushalt und maximal zwei Personen eines anderen. Kinder bis zum 14. Geburtstag sind dem Beschlusspapier zufolge ausgenommen.

Unbeschränkt bleiben demnach nur Treffen, an denen ausschließlich Geimpfte und Genesene teilnehmen. Dies bedeute nochmals eine weitere Einschränkung der Kontakte, erklärte Söder.

Werden die Weihnachtsferien vorgezogen?

Die 2G-Regel wird auf den Handel ausgeweitet. (Symbolbild)
Die 2G-Regel wird auf den Handel ausgeweitet. (Symbolbild)  © Peter Kneffel/dpa

2G im Handel: Hierfür hatte es in Bayern bisher keine Beschränkung gegeben. Nun soll Einkaufen nur noch für Geimpfte und Genesene erlaubt sein (2G). Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs.

Private Feiern: Solche Zusammenkünfte soll es nach Worten Söders "in den hoch belasteten Gebieten" nur noch mit maximal 50 Personen geben. "Wir raten eher von jeder Form von Feier ab, weil es schwierig ist."

Das bleibt: In einigen Bereichen will Bayern nach Worten Söders bei seinen im Vergleich zum Bund-Länder-Beschluss schärferen Maßnahmen bleiben. So sind im Freistaat Clubs, Discos und Kneipen komplett geschlossen. Es gilt eine Sperrstunde in der Gastronomie ab 22 Uhr. Und auch die Maximalauslastung von 25 Prozent Zuschauern bei Sport- und Kulturveranstaltungen soll laut Söder so bleiben.

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Das kann verlängert werden: Söder lobte, dass die Ampel-Parteien das Bundesinfektionsschutzgesetz nun doch anpassen wollten. Damit könne Bayern seine strikteren Maßnahmen etwa in extremen Hotspots auch über den 15. Dezember hinaus verlängern. "Wir sind dann nicht wehrlos."

Das ist noch offen: Ob der Start der Weihnachtsferien vorgezogen werden könnte, ist bislang noch unklar, beziehungsweise es ist derzeit jedenfalls nicht geplant. "Ich bin offen, es zu diskutieren, wenn sich die Zahlen verschlechtern", sagte Söder. Aktuell gebe es aber keinen Anlass, dies zu entscheiden.

Die Priorität liege eindeutig auf der Aufrechterhaltung des Schulbetriebs. Söder kündigte aber an, in der Kabinettssitzung am Freitag über die Lage an den Kitas sprechen zu wollen - das scheine ihm aktuell dringender.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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